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Full text of "Die Vegetation der Erde : Sammlung pflanzengeographischer Monographien"

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Vegetation der Erde. 

Sammlung 
pflanzengeograpliisclier Monograpliien 

herausgegeben von 

A. Engler und O. Drude 

ord. Professor der^Botanik und Direktor ord. Professor der Botanik und Direktor 

des botan. Gartens in Berlin des bot. Gartens in Dresden 



V. 

Die Heide Norddeutschlands 
und die sich anschliessenden Formationen in biologischer 

Betrachtung. 

Eine Schilderune ihrer Vesretationsverhältnisse, ihrer Existenz- 
bedingungen und ihrer Beziehungen zu den übrigen Pflanzen- 
formationen, besonders zu Wald und Moor, 

bearbeitet von 

P. Graebner. 

[Formationen Mitteleuropas No. i.j 

Mit einer Karte. 



Leipzig 



Verlag von Wilhelm Engelmann 
1901. 




Ver lag von Wilhelm Engelniann in Leipzig. 

Die Vegetation der Erde. 

Sammlung pflanzengeographischer Monographien 

herausgegeben von 

A. Engflor und O. ünicle 

ord. Professor der Botanik und Direktor ord. Professor der Botanik und Direktor 

des 'botan. Gartens in Berlin des botan. Gartens in Dresden. 



Bisher erschienen folgende Bände: 

I. 

Gründziige der Pflanzenverbreitung auf der iberisclien Halbinsel 

von Moritz Willkomm. 

Mit 21 Textfiguren, 2 Heliogravüren und 2 Karten. 
Lex.-8. 1896. geh. Ji 12.—; in Ganzleinen geb. J( 13.50. 
Subscriptionspreis: geh. Jf 10. — ; in Ganzleinen geb. J/ 11.50. 

II- 

Grundzüge der Pflanzenverbreitung in den Karpatben 

von F. Tax. 

I. Band. 

Mit 9 Textfiguren, 3 Heliogravüren und 1 Karte. 

Lex.-8. 1898. Geh. Jl 11.— ; in Ganzleinen geb. Jl 12.50. 

Subscriptionspreis: geh. Jl 9. — ; in Ganzleinen geb. Jl 10.50. 

III. 

Grundzüge der Pflanzenverbreitung in den Kaukasusländern 

von der unteren Wolga über den Manytsch-Scheider bis zur 

Scheitelfläehe Hoeharmeniens 

von Di', Gustav JRadde. 

Mit 13 Textfiguren, 7 Heliogravüren und 3 Karten. 

Les.-8. 1899. geh. uSr 23.— ; in Ganzleinen geb. .// 24.50. 

Subscriptionspreis: geh. »// 19. — ; in Ganzleinen geb. J( 20.50. 

IV. 

Die Yegetationsverbältnisse der illyriscben Länder 

begreifend Südkroatien, die (|iiarnero-Inseln, Dalmatien, Bosnien und die 
Hereegovina, Montenegro, >ordalbauien, den Sandzak Novipazar und Serbien 

von Dr. Günther JRitter Deck von 3Iannagetta 

ord. Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens der k. k. dentschen Universität in Prag. 

Mit 6 Vollbildern, 18 Textfiguren und 2 Karten. 

Lex.-8. 1901. geh. Ji 30.— ; in Ganzleinen geb. Jl 31.50. 

Subscriptionspreis: geh. Jl 20. — ; in Ganzleinen geb. Jl 21.50. 

V. 

Die Heide Norddeutscblands 
und die sieb anschliessenden Formationen in biologischer Betrachtung. 

Eine Schilderung ihrer Vegetationsverhältnisse, 

ihrer Existenzbedingungen und ihrer Beziehungen zu den übrigen 

Pflanzenformationen, besonders zu Wald und Moor, 

von P. Graebner. 

(Formationen Mitteleuropas Nr. 1.) 

Mit einer Karte. 

Lex.-8. 1901. geh. Jl 20.— ; in Ganzleinen geb. Jl 21.50. 

Subscriptionspreis: geh. Jl 16. — ; in Ganzleinen geb. Jl 17.50. 



Die 



Vegetation der Erde. 

Sammlung 
pflanzengeograpliischer Monographien 



herausgegeben von 



•'o'-o 



A. Engler „nd O. Drude 

ord. Professor der Botanik und Direktor ord. Professor der Botanik und Direktor 

des botan. Gartens in Berlin des botan. Gartens In Dresden. 



V. 

Die Heide Norddeutschlands 

und die sich anschliessenden Formationen in biologischer 

Betrachtung. 

Eine Schilderung ihrer Vegetationsverhältnisse, ihrer Existenz- 
bedingungen und ihrer Beziehungen zu den übrigen Pflanzen- 
formationen, besonders zu Wald und Moor, 

bearbeitet von 

P. Graebner 

[Formationen Mitteleuropas No. i.] 






Leipz ig 

Verlag von Wilhelm Engelmann 

1901. 



Die 



Heide Norddeutschlands 



und 



die sich anschliessenden Formationen 
in biologischer Betrachtung. 



Eine Schilderunfr 

ihrer Vegetationsverhältnisse, ihrer Existenzbedingungen und ihrer 

Beziehungen zu den übrigen Formationen, besonders zu Wald und Moor, 



in Mitteleuropa, 



Mit Unterstützung der Kgl. preußischen Akademie der Wissenschaften 

bearbeitet 
von 

P. Graebner 

Dr. phil., Assistent am Kgl. botanischen Garten zu Berlin 



Mit einer Karte 



Leipzig 

Verlag von Wilhelm Engelmann 

igoi. 



Alle Rechte, insbesondere das der Übcrsetzting, vorbehalten. 



Paul Ascherson 



gewidmet. 



Vorrede. 



Im Jahre 1895 habe ich, nachdem ich mich einige Jahre mit dem 
Studium der norddeutschen Heiden beschäftigt hatte, auf Veranlassung des 
Herrn Geh. Reg. -Rat Professor Dr. A. Englkr meine Promotionsarbeit unter 
dem Titel »Studien über die Norddeutsche Heide« veröffentlicht. Bei dem 
tieferen Eindringen in die Fragen der Formationsbildung, oder nach Warminc; 
der Bildung der Pflanzenvereine, öffnete sich nun ein so weites Feld wissen- 
schaftlicher Thätigkeit, dass ich eben damals bei Publication der ersten Arbeit 
bereits darauf aufmerksam machen musste, dass es sich nur um wenig mehr 
als eine vorläufige Mitteilung handeln könne. Im Laufe der nächsten Jahre 
habe ich nun ausgedehntere Reisen zum Zwecke der Erweiterung meines 
Blickes und zum Studium der innerhalb und außerhalb Norddeutschlands lie- 
genden Vegetationsformationen unternommen. So bin ich besonders mit Herrn 
Professor ASCHERSON mehrfach in den Alpen, Oberitalien und in Norwegen 
gewesen. Zweimal wurde ich von Seiten des westpreußischen botanisch-zoolo- 
gischen Vereins auf längere Zeit nach VVestpreußen gerufen und schließlich 
bewilligte mir die Kgl. preußische Akademie der Wissenschaften die Mittel zu 
einer längeren Reise in die Sudeten, durch Mähren und Ungarn nach Ober- 
bayern und der Schweiz und schließlich in das Rheinische Schiefergebirge und 
nach Ostfriesland. Auf diesen größeren und einer Reihe von kleineren Reisen 
durch Nord- und Mitteldeutschland habe ich fortgesetzt Material gesammelt, 
von dem nur das Wichtigste im vorliegenden Buche mitgeteilt ist. 

Mein Hauptaugenmerk richtete ich auf die Eruierung der Vegetationsver- 
hältnisse, auf die Ermittelung der Existenzbedingimgen der Heide. Da schien 
mir kaum eine Formation ein so dankbares Object zu sein als gerade die Heide; 
denn da sie erstens in einem klimatisch und physikalisch so monotonen Gebiete 
wie Norddeutschland nur an bestimmte Striche gebunden ist, so bot diese That- 
sache zusammen mit der eigenartigen Verbreitung vieler Pfianzenarten eine 
Möglichkeit, der schwierigen Frage der Ermittelung der Vegetationsbedingungen 
nahe zu treten. Es ist ebenso anreizend als schwer, hier dem Walten der Natur 
auf die Spur zu kommen, und besonders der Gefahr, irgend einen Factor zu 
über- oder zu unterschätzen, ist man stets ausgesetzt. Ich habe mich bemüht , 
alles vorhandene Material in der Litteratur und in der Praxis sine ira et studio 
zu prüfen. Ich weiß wohl, dass ich nichts auch nur annähernd Vollkommenes 



\jlll Vorrede. 

habe leisten können, aber wenn man bedenkt, wie wenig Positives bis jetzt 
überhaupt über diese Bildung natürlicher Vegetationsformationen bekannt ist, 
darf ich wohl das »ultr'k posse nemo obligatur« für mich in Anspruch nehmen. 
Sehr zeitraubend war das Studium besonders deshalb, weil alle die in Betracht 
kommenden Hauptfragen zu sehr auf das Gebiet fremderer Wissenschaften, be- 
sonders der Physik, der Meteorologie, der Chemie und Geologie hinüber- 
spielten und viele Vermutungen nur durch directe Versuche oder strikte Beob- 
achtungen bestätigt oder widerlegt werden konnten. 

Wenn ich es trotzdem wage, das Buch jetzt der Öffentlichkeit zu über- 
geben, so geschieht es einesteils aus dem Grunde, dass ich nicht glaube, in 
absehbarer Zeit wesentlich weiter zu kommen, und weil ich hoffe, dass 
das vorhandene Material, welches mir zum großen Teil durch die Liebens- 
würdigkeit der Vertreter anderer Wissenszweige zugänglich gemacht worden 
ist, auch von anderer Seite benutzt und gesichtet wird. Auf die forstliche 
Seite der ganzen Angelegenheit einzugehen hielt ich nicht für angebracht, das 
ist Sache der Forstleute von Fach. 

Bei der endlichen Bearbeitung des Stoffes stellten sich mehrere formale 
Schwierigkeiten heraus, deren erste die Abgrenzung der Heide gegen die Moore 
betraf. Der vortreffliche Kenner der Moore C. A. Weber ist zur Zeit beschäf- 
tigt, für die > Vegetation der Erde« ein umfassendes Werk über die Moore zu 
veröffentlichen. Wie aus meinen Auseinandersetzungen hervorgeht, halte ich 
die Heidemoore für einen integrierenden Bestandteil der »Echten Heiden«, die 
somit nicht als eine einzelne »Formation«, sondern als eine Gruppe von 
Pflanzenvereinen aufzufassen sind. Es bot sich nun die Schwierigkeit, von dem 
vorhandenen Material über die Heidemoore nur das allernotwendigste heraus- 
zusuchen, um nicht Wiederholungen in den beiden Werken über Heiden und 
Moore hervorzurufen, und andererseits doch ein so weit übersichtliches Bild zu 
geben, dass der Zusammenhang der einzelnen Heidetypen klar gelegt wird. 
Um Weber nun in keiner Weise vorzugreifen, habe ich jede Gliederung der 
so mannigfachen Heidemoore absichtlich unterlassen. — Eine zweite Schwierig- 
keit bot die Behandlung der einzelnen Typen, Facies etc., bei denen normal 
I. eine Schilderung des Typus (resp. der Facies), 2. die Beschreibung charakte- 
ristischer Localitäten und 3. die Aufzählung der Arten gegeben ist. 1. ist 
selbstredend stets gegeben. Bei Vergleichung des in der Natur aufgenommenen 
Materials stellte sich nun heraus, dass gewisse Typen und Facies so monoton 
waren, dass mit ganz wenigep Ausnahmen die meist an Arten nicht sehr zahl- 
reichen Charakterpflanzen immer wieder auftraten, nur hin und wieder gemischt 
mit diesen oder jenen Arten von häufigen oder accessorisch auftretenden Pflanzen. 
Da erschien es nun nicht angebracht, solche Beschreibungen bestimmter Loca- 
litäten zu geben, die nichts besagen als das was schon aus der Aufzählung der 
Arten hervorgeht. Es hätte die Aufnahme aller dieser Beschreibungen eine 
unnötige Erweiterung des Buches zur Folge gehabt. Andererseits entsprachen 
öfter außer den in der Schilderung mancher Facies genannten, in ihren Existenz- 
bedingungen behandelten Charakterpflanzen kaum irgend welche andere Arten 



Vorrede. 



IX 



dem Begriff der Charakterpflanzen für die betreffende Facies. Es stellte sich 
heraus, dass außer gerade den der Facies den Stempel einer solchen aufprägenden 
Arten alle bei dem Typus, dem die betreffende Facies untergeordnet ist, ge- 
nannten Arten als häufige oder accessorische Bestandteile wieder in der Facies 
auch auftreten. Hier wurde dann auf die Aufführung des Abschnittes »Auf- 
zählung der Arten« verzichtet. Ebenso sind, um unnötige Wiederholungen zu 
vermeiden, bei solchen Capiteln, bei denen es der ganzen Gruppe von Typen 
(z, B. Grasheide, Waldheide) eigentümliche Arten giebt, diese vorweg aufgezählt 
und nachher nur die gerade dem betreffenden Typus zukommenden Arten ge- 
nannt. Bei den »Echten Heiden« w'urde von einer solchen allgemeinen Liste 
Abstand genommen, weil wohl alle in der typischen Calluna-Heide aufgeführten 
Pflanzen auch in den übrigen Typen und Facies wieder auftauchen. 

Außer durch die pecuniäre Unterstützung seitens der Kgl. Akademie habe 
ich von so vielen Fachgenossen, von Gelehrten verschiedener Wissenschaften 
und von praktischen Forstbeamten, Landwirten und Gärtnern so zahlreiche 
Winke, Anregungen und Hilfeleistung erfahren, dass es unmöglich ist, sie alle 
einzeln zu nennen. So weit ich ihre Namen nicht bereits früher in einzelnen 
Abhandlungen genannt habe, habe ich sie nach Möglichkeit im Text namhaft 
gemacht. An dieser Stelle kann ich nur alle meines allerherzlichsten Dankes 
versichern. Für thatkräftige Mithilfe bei der Verfertigung von Auszügen, bei 
Copieren von Listen und bei der Herstellung der Karte bin ich besonders 
meiner Frau und meinem Bruder Fritz zu Dank verpflichtet. Das Register hat 
Fräulein Wanda Stange (Burg bei Magdeburg) mit großer Sorgfalt zusammen- 
gestellt; auch ihr muss ich für ihre Mühewaltung bestens danken. 

Gr. Lichterfelde, am i8, Juni 1901. 

P. Graebner. 



Inhalt. 

Einleitung. 
Übersicht über die Litteratur, 

Seite 

Litteraturverzeichnis i 

^ Erster Teil. 
Allgemeines über die Heideformation. 

1. Capitel. Der Begriff der Heide in pfianzengeographischer Betrachtung 13 

1. L'ber Formationsbildung im allgemeinen 13 

2. Begriff der Heide 26 

3. Etymologie des Wortes Heide .■ 27 

2. Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepfianzen in Norddeutschland 32 

3. Capitel. Die entwickeiungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide und die Existenzbe- 

dingungen derselben 58 

1. Entstehung der Heideformation .... 58 

a. Bildung der Heide aus Wald 63 

b. Entstehung der Heide auf nacktem Sande 82 

c. Entstehung der Heide- oder Moosmoore 91 

Entstehung im Wasser 92 

Entstehung auf nacktem Boden 94 

Entstehung aus Wald 97 

d. Entstehung der Heide aus einem Heidemoor 100 

2. Veränderung der Heidevegetation 104 

3. Cultur der Heide 105 

a. Die Aufforstung 105 

b. Der Plaggenhieb 109 

e. Das Heidebrennen iio 

d. Die Weide 110 

4. Die Bodenarten der Heide (vergl. auch Cap. i. i. und 3. r.) HI 

5. Die Abhängigkeit der Heide von den klimatischen Verhältnissen 

des norddeutschen Flachlandes ..... 127 

a. Die Regenverhältnisse 128 

b. Die Luftfeuchtigkeit 134. 

c. Die Verdunstungshöhe 136 

d. Die Temperatur 136 

6. Die Vegetationsbedingnngen der Heidepflanzen 142 

Zweiter Teil, 
Specielle Darstellung der Heideformation. 

Erster Abschnitt. 
Gliederung der Heideformation. 

1. Capitel. Echte Heiden 147 

I. Typns I. Calluna-Heide mit ausschließlicher Vorherrschaft von 

Calluna i47 

Facies b. Calluna-Heide mit Vorherrschen von Pulsatilla 164 



XII Inhalt. 

Seite 

Facies c. Calluna-Heide mit Vorheri'schen von Genisten 165 

Facies d. Calluna-Heide mit Vorherrschen von Solidago und Crepis 

tectomm 166 

Facies e. Calluna-Heide mit Vorherrschen von niedrigen Stauden . . 168 

2. Typus II. Tetralix-Heide 169 

Facies a. Tetralix-Heide in lockerem Bestände auf sandigem Boden . 169 

Facies b. Typische Tetralix-Heide 17° 

Facies c. Tetralix-Heide auf einem Heidemoor 17' 

Facies d. Tetralix-Heide mit Vorherrschen von Juncus squarrosus vmd 

Scirpus caespitosus 171 

3. Typus ni. Empetrum-Heide 178 

Facies a. Empetrum-Heide auf nacktem Diinensande I79 

4. Typus IV. Heidemoor oder Moosmoor 180 

Heidetiimpel und -seen 183 

5. Typus V. Besenginsterheide 206 

2. Capitel. Grasheiden 210 

1. Typus VI. Mo linia-Heide oder Molinietum 210 

2. Typus VII. Sieglingia-Heide 213 

3. Typus VIIT. TrocknereGrasheiden 217 

Facies a. Calamagrostis-Heide 220 

Facies b. Aera-Heide 220 

Facies c. Nardus-Heide 222 

Facies d. Festuca-Heide 222 

3. Capitel. Waldheiden 223 

1. Typus IX. Kiefernheide 228 

Facies b. Kiefemheide mit Vorherrschen von Juniperus communis . • 237 

Facies c. Kiefernheide mit Vorherrschen von Rubus-Arten 238 

Facies d. Kiefernheide mit Vorherrscheu von Arctostaphylos .... 239 

Facies e. Kiefernheide mit Vorherrschen von Gräsern 240 

Facies f. Feuchte moosige Kiefernheiden 241 

Kiefernheide mit Vorherrschen von Vaccinium Myrtillus und 

V. Vitis idaea 243 

2. Typus X. Laubwaldheiden 248 

Facies a. Birkenheide 251 

Facies b. Eichenheide 253 

4. Capitel. Heldekrauilose Sandfelder 255 

Facies b. Weingaertneria-Heide 261 

Zweiter Abschnitt. 
Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 

1. Beziehungen der Heide zur Halophytenvegetation 262 

2. Beziehungen der Heide zum Erlenbruch 264 

3. Beziehungen der Heide zu Wiesen und Wiesenmooren 265 

4. Beziehungen der Heide zu waldigen Formationen 270 

5. Beziehungen der Heide zu den steppenartigeu Formationen .... 277 

a. Zur echten Steppe 278 

b. Zu den sonnigen, pontischen Hügeln 282 

c. Zur Ruderal- und Segetalflora 286 

Register 289 



Einleitung. 

Übersicht über die Litteratur. 



rLine Auswahl der Litteratur bei einer Arbeit wie der vorliegenden zu 
geben erschien sehr schwierig, denn entsprechend der Mannigfahigkeit der 
Factoren, die bei der Formationsbildung in Betracht kommen, musste eine sehr 
große Menge botanischer (und zwar ebenso anatomisch -physiologischer und 
ökologischer als pflanzengeographisch -floristischer) Arbeiten neben meteorolo- 
gischen, geographischen etc. Werken Berücksichtigung finden. Eine möc^lichst 
vollständige Übersicht aller hier irgend in Betracht kommenden Aufsätzl; er- 
schemt wegen der großen Zahl nicht angebracht. Es dürfte deshalb zweck- 
dienlicher sein, aus der Menge der vorhandenen Notizen nur diejenigen heraus- 
zuwählen, die von mir selbst eingehend benutzt sind oder die den Fachgenossen, 
die sich mit ähnlichen Thematen beschäftigen, Fingerzeige geben können. Die 
Moorlitteratur blieb so viel es ging fort, da sie ja in dem von C. A. Weber 
bearbeiteten Teile, der gerade die Moore zum speciellen Gegenstand hat. ein- 
gehende Berücksichtigung finden wird. Selbstverständlich ist, dass wohl alle 
größeren pflanzengeographischen Werke benutzt worden sind. Da deren 
Existenz aber als bekannt vorausgesetzt werden muss, ist ihre nochmalige 
Aufzählung an dieser Stelle wohl überflüssig, wenn es nicht gerade solche 
sind, die für die Zwecke des Buches sehr stark benutzt sind. 



Litteraturverzeichnis. 

Abromeit, J. Dünenflora (Gerhard, Handb. Deutsch. Dünenbaues. Berlin 1900. 
Adamovicz, L. 

Die "Vegetationsformationen Ostserbiens Bot. Jahrb. XXVI. 1898). 
Die Sibljak-Formation (Ebenda 1901). 
Adlerz, G., Myrmecologiska studier IL Svenska myror och deras lefnadsförhällanden (Bih. K 

Sv. Vet. Akad. Handl. XI, 1886). 
Agarbh, J., Novitiae Florae Sueciae, 1836. 

Almquist, E., Biologiska studier öfver Geranium bohemicnm L. (Bot. Not. 1899 . 
Altenkirch, G., Studien über die VerdunstungsschutzeiErichtnngen in der trockenen Geröll- 
flora Sachsens (Bot. Jahrb. XVIII, 1894). 
Graebner, Die Heide. 



2 Einleitung. 

ANDERSSOn, GUNNAR, 

Växtpaläontologiska undersökningar af svenska torfmossar II. (Bih. K. Sv. Akad. Handl. 
xvin, 1893). 
Svenska växtvärldens historia. Stockholm 1896, 
Anhagen, O., Zur Kenntnis der Marschwirtschaft (Landw. Jahrb. XXV, 1896, 5 Abb). 
Areschoug, f., Jemförande undersökningar öfVer bladets anatomi. Lund 1878 (Fysiografiska Sällsk.). 

Oni klimatets inflytande pä växternas Organisation (Det I2te skandinav. Naturforskaremöte 

1880). 

Der Einfluss des Klimas auf die Organisation der Pflanze, insbesondere auf die anatomische 

Structur des Blattes (Bot. Jahrb. II, 1882). 
ASCHERSON, P., 

Die Salzstellen der Mark Brandenburg (Zeitschr. d. deutsch, geolog. Ges. XI, 1859}. 

Senecio vernalis {Abb. Bot. Ver. Brandenb. III, IV, 1861 — 62). 

Excursion unter dem 39. Breitengrad (Verh. Bot. Ver. Brandenb. V, 1863). 

Schwimrablätter von Ranunculus sceleratus (Sitzber. Ges. Nat. Fr. Berlin 1873). 

Rückreise von Esneh nach Berlin (Verh. Bot. Ver. Brandenb. XVI, 1874). 

Vorläufiger Bericht über die botanischen Ergebnisse der Rohlfs'schen Expedition zur 

Erforschung der libyschen Wüste (Bot. Zeitg. 1874). 
Laubfall und Wiederbelaubung in Aegypten (Sitzb. Bot. Ver. Brandenburg. XIX, 1877). 
Rückreise von Alexandrien nach Berlin (Ebend. XXII, 1880). 

Über das Verhalten der Blüthenhüllen bei Homalium (Sitzber. Ges. Naturf. Freunde 1880). 
Subflorale Axen als Flugapparate (Eichlers Jahrb. I, 1881). 

Vegetative Vermehrung von Cyniodocea antarctica (Sitzber. Bot. Ver. Brandenb. XXIV, 1882). 
Botanische Wahrnehmungen in Schuls-Tarasp (Ebend.). 
Botanische Excursion in die Reisfelder Oberitaliens (Ebend. XXV, 1883). 
Alphonse be Candolle's physiologische Eintheilung (Ebend.). 
Geographische Verbreitung der Seegräser (Peterm. Mitth. 1871 u. Neuraeyer, Anleit. 

wissensch. Beob. auf Reisen, Berlin 1875 und 2. Aufl. 1888). 
Biologische Eigentümlichkeiten der Pedaliaceae (Verh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, 1888). 
Verbreitung von Myrica und Ledum (Ebend. XXXII, 1890). 

Botanische Reiseeindrücke aus Hinterpommern, West- und Ostpreußen (Ebend. XXXV, 1893). 
Hygrochasie und zwei neue Fälle dieser Erscheinung ,'Ber. Deutsch, bot. Ges. X, 1892). 

und Graebner, P., Die Pineta von Ravenna (Abh. Bot. Ver. Brandenb. XXXVII, 1895). 

Askenasy, Einfluss des Wachstumsmediums auf die Gestalt der Pflanzen (Bot. Ztg. 1870). 
Battandier, Sur quelques cas d'heteromorphisme (Bull. Soc. bot. France XXX, 1883). 
Beccari, O., Malesia (Genova 1877 — 86). 

Beck von M.4.nnagetta, Günther. 

Flora von Hernstein in Niederösterreich und der weiteren Umgebung. In: M. A. Becker, 

Hemstein in Niederösterreich. (Wien 1884). 
Flora von Niederösterreich. (1890 — 93). 
Beneden, P. J. van, Le commensalisme dans le regne animal (Brnxelles 1889; vgl. Bull, de 

l'Acad. roy. de Belg. 2. ser. XXVIII, 1861). 
BernÄtzky, J. 

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Növ^nökologiai megfigyelesek Lussin szigete deli r^sz^n (Pflanzenökologische Beobachtungen 
auf Süd-Lussin (Ebenda XXIV, 1901;. 
Beyerinck, M. W., On the dissemination ot the Strawberry by slugs (Gard. Chron. N. S. XIX, 1883). 
Blytt, A. 

Christiania omegns Phanerog. og Bregner. Christ. 1870. 

Die Theorie der wechselnden continentalen und insularen Klimate. Nebst Nachtrag (Bot, 

Jahrb. H, 1882). 
Zur Geschichte der nordeuropäischen, besonders der norwegischen Flora (Bot. Jahrb. XVII, 
1893)- 



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Sur quelques plantes annuelles ou bisannuelles qui peuvent devenir vivaces aux hautes alti- 

tudes (Ibid. XXXI, 1S84). 
Influence des hautes altitudes sur les fonctions (Comptes rendos Paris, CXI, 1890). 
Cultures exp^rimentales dans les Alpes et les Pyr^nöes (Revue g^n^r. de bot. II, 1890). 
Les plantes arctiques comparees aux memes especes des Alpes et des Pyr^nees (Ebenda VI, 1894). 
Adaptation des plantes au climat alpin. (Ann. sc. nat. Bot. 7. ser. XX, 1894). 

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Borge, O., Algologiska notiser III. Zur Kenntnis der Verbreitungsweise der Algen ^Bot. Not. 1897). 
BöRGESEN, F., Ora arktiske Planters Bladbygning (Bot, Tidsskr. XIX, 1894). — Anatomie des 

feuilles arctiques (Journ. de bot. 1895). 
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(Schriften naturf. Ges. Danzig VII, 1888;. 
Bründin, J. A. Z. 

Bidrag tili kännedomen om de svenska fanerogama örternas skottutveckling och öfvervintring 
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BüCHENAU, Fr. 

Vergleichung der nordfriesischen Inseln mit den ostfriesischen in floristischer Beziehung (Abh. 

naturw. Ver. Bremen IX, 1887). 
Vegetationsverhältnisse des Helms (Ebenda X, 1889). 
Die Pflanzenwelt der ostfries. Inseln (Ebenda XI, 1890;. 

Die ostfriesischen Inseln und ihre Flora (Verh. 11. Deutsch. Geographentag Bremen 1896). 
Die Flora der Maulwurfsfaaufen (Landw. Versuchsst. XIX, 1876; Abh. nat. Ver. Bremen XV, 1901), 
Callme, Om de nybildade Hjelmaröarnes Vegetation (Bihang Sv. Vet. Akad. Handl. XII, 1887). 
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Vegetation und Flora der kanarischen Inseln (Bot. Jahrb. VI, 1885). 
Cleve, A., SttTdier öfver nägra svenska växters groningstid och förstärkningsstadium (Diss. 

Upsala i8g8;. 
CoHN, F. 

Über Entstehung von Kalk- und Kieselgestein durch Vermittelung von Algen fjahresber. 

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Die Eibe in der Vorzeit der skandinavischen Länder (Danzig 1899). 

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N. F. Vm, Heft 3, 4). 

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Etudes comparees des tiges aeriennes et souterraines des Dicotyledones (Ann. sc nat. Bot. 

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Recherches sur la stracture de la tige des plantes aquatiques (Ibid. 6. s^r. XIX, 1884]. 
Recherche sur finfluence qu'eserce le milieu sur la stracture des racines (Ibid. 7. ser., I, 1885). 
Observations critiques sur l'epiderme des feuilles des vegetaux aquatiques Bull. soc. bot. 

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^ Einleitung. 

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Dalmer, M., Beiträge zur Morphologie und Biologie von Hex Aquifolium und Cakile maritima 

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1799. Berlin 1899). 
Die Pflanzenformationen und die pflanzengeographische Gliederung der Alpenkette, erläutert 
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Tanfiljew, G. 

Die Waldgrenzen in Südrussland. 1894. 

Pflanzengeographische Studien im Steppengebiete (Petersburg 1898). 
Thuret, G., Experiences sur des graines de diverses especes plonges dans de l'eau de mer Arch. 

Sciences bibl. univ. 1873). 
TsCHAPLOwiTZ, Humus und Humuserden (Oppeln 1892;. 
TSCHIRCH, A. 

Über einige Beziehungen des anatomischen Baues der Assimilationsorgane zu Klima und 
Standort (Linnaea, XLIII, 1882). 
TscHiRCH, A., Beiträge zu der Anatomie und dem EinroUungsmechanismus einiger Grasblätter 

(Jahrb. f. wiss. Bot. XIII, 1882). 
Unger, Über den Einfluss des Bodens auf die Verteilung der Gewächse. Wien 1836. 
Vallot, J., Recherches physico-chimiques sur la terre vegetale. 1883. 
Vaucher, J. P. , Histoire physiologique des plantes d'Europe ou exposition des phenomenes 

quelles pr^sentent dans les divers p^riodes de leur developpement (Paris 1841}. 
Vaupell, Chr. 

De nordsjällandske Skovmoser. Kjöbenhavn 185 1. 
Bögens Indvandring i de danske Skove. Kjöbenhavn 1857. 
De danske Skove. Kjöbenhavn 1863. 
Vesque, Jul. 

Inflnence de la temperature du sol (Ann. sc. nat. Bot. 6. ser. VT, 1878,. 
L'espece vegetale (Ebenda 6. s6r. XIII, 1882). 

Sur les causes et sur les limites des variations de structure des v^getaux (Annales agronomiques 
IX et X, 1883 et 1884). 
et ViET, De l'inflnence du milieu sur la structure anatomique des vegetans (Ann. sc. nat. 
Bot. 6. ser. XII, 188 1). 

VOLKENS. 

Zur Kenntnis der Beziehungen zwischen Standort und anatomischem Bau der Vegetations- 
organe (Jahrbuch Berlin. Bot. Gartens III, 1884). 

Der Kilimandscharo (Berlin 1897). 
Warming, Eug. 

Om Grönlands Vegetation (Meddelelser om Grönland XH, 1887). 

Fra Vesterhavskystens Marskegne (Vidensk. Meddelelser naturh. Forening, Kjöbenhavn 
1890;. 

De psammofile Vegetationer i Danmark (Ebenda 1891). 

Linnaea borealis (Naturen og Mennesket VIII, 1892). 

Exkursionen til Fanö og Blaavand i Juli 1893 (Bot. Tidsskr. XIX, I894^ 

P. E. Müller, nicht E. Ramann hat die Entstehung des Ortsteins entdeckt (Bot. Jahrb. 
XXI, 1896}. 

Ökologische Pflanzengeographie (Berlin 1896; 2. Aufl. 1902;. 

Botaniske Exkursionen. 3. Skarridsa Vidensk. Meddelelser naturh. Forening, Kjöbenhavn 1897). 

Exkursionen til Skagen i Juli 1896 (Bot. Tidsskr. XXI, 1897). 

Om Lovbladformer (i. Lianer, 2. Skovbundsplanter) (Overs. Kgl. Danske vidensk. selsk. 
forh. 1901). 



12 Einleitung. 

Weber, C. 

Über die Zusammensetzung des natürlichen Graslandes in Westholstein, Dithmarschen und 

Eiderstedt (Schriften naturw. Ver. für Schleswig- Holstein IX, 1892). 
Vegetation des Moores von Augstumal (Mitteilungen des Vereines zur Förderung der Moor- 

cultur im deutschen Reiche XII, 1894-. 
Veränderungen in der Vegetation der Hochmoore etc. Ebenda XII, 1894). 
Gutachten über die Einwirkung der Piesberger Grubenwässer auf die Vegetation des Hase- 

thales, insbesondere auf die Vegetation der Wiesen (Bremen 1895;. 
I. Über die fossile Flora von Honerdingen und das nord westdeutsche Diluvium. II. Zur 

Kritik interglacialer Pflanzenablagerungen (Abh. Naturw. Ver. Bremen XIII, 1896). 
I. Über die Vegetation zweier Moore bei Sassenburg in Westfalen. IL Ein Beitrag zur 

Frage nach dem Endemismus der Föhre und Fichte in Norddeutschland während der 

Neuzeit (Ebenda XIV, 1897). 
Kritische Bemerkungen zu dem gerichtlichen Gutachten der Herren Prof. Dr. Wohltmann 

und Dr. Noil vom 30. Januar 1896 u. s. w. (Osnabrück 1897). 
Jahresber. der Männer vom Morgenstern. Heimatbund an Elb- n. Wesermündung 1900. 
Weisse, A., Über das regelmäßige Auftreten von Brennesseln unter den alten Eichen des 

Grunewaldes (Verh. Bot. Ver. Brandenb. XL, 1900). 
Westermaier, Über Bau und Function des pflanzlichen Hautgewebesystems Tahrb. f. wiss. Bot. 

XIV, 1884). ;' 

Wettstein, R. v., Die Innovationsverhältnisse von Phaseolus coccineus L. (= R. multiflorus ' 

Willd.) (Oesterr. bot. Zeit. XLVI, 1897, XL VIII, 1898). 
Wille, N. ' ,i 

Bidrag til Algernes physiologiske Anatomi (Sv. Vet. Akad. Handl. XXI, 1885) f 

Kritische Studien über die Anpassungen der Pflanzen an Regen und Tau (Cohn's Beiträge '^ 

zur Biologie der Pflanzen IV, 1887). 
Om Faeroemes Ferskvandsalger og om Ferskvandsalgernes Spredningsmaader (Bot. Not. 1897)- 
\\iLLKOMM, M., Vegetation der Strand- und Steppengebiete der iberischen Halbinsel. 1852. 
Winkler, Hubert, Pflanzengeographische Studien über die Formation des Buchenwaldes (Diss. 

Breslau 1901). 
Wittrock, V. B. 

Om snöns och isens flora (Nordenskiöld, Studier och forskningar. Stockholm 1883I. '^ 

Biologiska Ormbunkstudier (Acta horti Bergiani I, 1891I. ' ^• 

Om Phragmites Trin. f. stolonifera C. F. W. Mej och om skottförhäUandena i allmenhet hos 

Ph. communis Trin. (Bot. Not. 1892). 

On den högre epifyt-vegetaüonen i Sverige (Act, hört. Berg. II, 1894^ I 

Zander, Rick., Über die Milchsaftbaare der Cichoraceen [Bibl. Bot. XXXVII, 1896]. f 



Erster Teil. 

Allgemeines über die Heideformation. 



Erstes Capitel. 
Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 

1. über Formationsbildung im allgemeinen. 

Wenn jemand auf den großen Eisenbahnlinien das norddeutsche Flachland 
durcheilt, wenn er auf tagelangen Fahrten den großen Thälern folgt, in denen 
das Wasser des abschmelzenden Inlandeises vor Jahrtausenden sich den Weg 
zum Nordmeere bahnte, oder wenn er auf einem wenig bewegten Diluvial- 
plateau dahinsaust, ist er wenig angenehm berührt durch die Monotonie der 
Landschaft. Denn während im Osten in den Diluvialthälern das Auge meist 
weitgedehnte oft sumpfige Wiesen erblickt, und auf dem Diluvium große 
Kiefernwälder mit Äckern abwechseln, bieten sich dem Beschauer im Westen, 
nachdem er die >Culturwüste« der Magdeburger Börde passiert hat, vorzugs- 
weise unabsehbare Heideflächen dar, die nur unterbrochen werden durch große 
und kleine ebenso einförmige Moore. — Sobald wir indes jene Gebiete landschaft- 
licher Monotonie verlassen, finden wir Gelände unbeschreiblicher Schönheit: 
Weite Wasserflächen sind umrahmt von rauschenden Laubwäldern, die auf den 
Hängen der Diluvialhöhen sich dehnen und durch üppig grünende Wiesen 
unterbrochen ein stets wechselndes Bild ergeben. Wohl kaum eine Vegetations- 
formation der ganzen Erde kommt an lieblicher Schönheit einem norddeutschen 
Buchenwalde im Schmucke des Frühlingsgrüns gleich, besonders wenn der 
Beschauer von der Höhe des Diluviums aus dem Schatten uralter Bäume auf 
die glänzende Fläche eines Binnensees blickt, deren es viele Hundert im nord- 
deutschen Flachlande giebt. Die weit verbreitete Anschauung, als sei Nord- 
deutschland eine rauhe und wilde gottverlassene Gegend, wird dadurch genährt, 
dass die Eisenbahnen aus technischen Gründen auf dem ebenen Boden der 
Diluvialthäler oder der Höhen fortgeführt werden und möglichst alle Terrain- 
schwierigkeiten vermeiden. Es ist also lange Zeit, auf weite Strecken dieselbe 
geologische Formation, es ist lange Zeit Thalsand, lange Zeit Alluvium und 
anderes, was die Eisenbahnen begleitet, und immer eine Monotonie in der 



14 Erster Teil. 

Vegetation, so lange dieselbe geologische Formation andauert. Folgen wir den 
Thalsanden, so dominieren die Kiefernwälder, mit ihnen wechseln, von den 
spärlichen Ackern abgesehen, Ginstergebüsche und Wachholderbestände und 
hin und wieder ein weites Sandfeld mit Weingaertneria canescens oder 
gar nur mit der schwarzen Flechte Cornicularia aculeata, der be- 
dürfnislosesten Pflanze unserer Flora, oder eine Düne mit dürren Gräsern und 
Kiefernkusseln bestanden. In den Kiefernwäldern sehen wir vereinzelte Wald- 
sümpfe, die in ihrer Vegetation den Heidemooren gleichen. Auf den Strecken 
der Niederungen geht die Eisenbahn auf einem Damm zwischen Wiesen und 
Feldern mit schwarzem Moorboden, so die Bahn, die dem Warthe-Netze-Bruch 
folgt und zwischen Cüstrin und Bromberg mit wenigen Unterbrechungen ein 
Bild traurigster Monotonie bietet. Wo nicht Wiese und Acker einen einiger- 
maßen brauchbaren Boden verraten, ist weit und breit alles eingenommen von 
einem Sumpfmoor mit hohen Gräsern und nur hin und wieder ist ein Erlicht 
oder eine Weidenniederung eingesprengt, da wo das Wasser, auch wenn es 
hoch geht bis zur Überschwemmung der ganzen Gelände, keine stark strömende 
Kraft mehr besitzt. 

Es ist merkwürdig, wie die Zusammengehörigkeit und wieder die Ver- 
schiedenheit aller dieser Vegetationsformationen und noch vieler anderer beim 
Volke, dem einfachen Landmann, der keinerlei höhere Schulbildung besitzt, 
viel mehr und besser bekannt und erkannt ist als vielen Gelehrten. In wenigen 
pflanzengeographischen Werken finden wir Andeutungen über eine Einteilung 
der Vegetationsformationen auf einer natürlichen Grundlage, ja in ganz 
bekannten Werken sind z. B. merkwürdige Verwechselungen von Grünland- 
oder Wiesenmooren mit Heidemooren zu lesen und Grundirrtümer pflanzen 
sich von Buch zu Buch fort. Dem Bauern dagegen ist oft ganz genau bekannt, 
was sein Boden tragen kann und was nicht. Ich habe mehrfach Gelegenheit 
genommen Landleute zu fragen, welche Bäume und Sträucher der Gegend sie 
auf dieses oder jenes Gelände bringen würden, und war oft erstaunt über die 
wohl instinctiv richtige Antwort. Am schlagendsten in dieser Beziehung 
war die Arbeit eines Eingesessenen in dem neuerdings viel in den Zeitungen 
erwähnten westpreußischen Dorfe Karwenbruch, jener bekannten holländischen 
Ansiedelung in der Nähe der pommerschen Grenze. Dort sah ich einen 
Bauern eine Hecke pflanzen in der Nähe des Strandes. Ein Theil des Terrains 
war echtes Heidemoor mit Ledum und Myrica, ziemlich scharf davon getrennt 
war die .Wiese, das seit drei Jahrhunderten cultivierte Land. Der Besitzer 
bepflanzte die Grenze nicht mit denselben Arten, denn während er für das 
Heidemoor Wachholder und Kiefern aus dem umliegenden Gelände wählte, 
hatte er für die Wiese Erlen- und Weidenpflanzen herbeigeholt. Von den 
ersteren nahm er größere, ^U bis i m große Exemplare, von den Weiden 
und Erlen hatte er ganz junge Pflänzchen in den Boden gebracht. Auf meine 
Frage, aus welchem Grunde er hier eine Scheidung nach der einen und der 
anderen Seite des Moores hin vorgenommen habe, sah er mich ob der Frage 
etwas erstaunt an und antxvortete mir in seinem niederdeutschen Dialekt, dass 



Erstes Kapitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 15 

die Erlen an Stelle des »Kaddik* und umgekehrt wohl nichts werden würden, 
und dass, wenn er von den Wachholdern und Kiefern ganz kleine Exemplare 
hinpflanzen würde, dieselben bei der langsamen Vegetation auf dem Moore 
zertreten (es gingen einige Fußwege darüber, die er abschneiden wollte) und 
zerfressen sein würden, ehe man von ihnen als Hecke etwas sehe. Der Bauer 
hatte also instinctiv richtig erkannt, dass die Pflanzen der heidigen Formationen, 
der Dünenheiden und Heidemoore einen sehr geringen Jahreszuwachs besitzen, 
dass die Kiefern auf das nährstofifarme Moor verpflanzt nicht mehr so lange 
und kräftige Triebe bringen als auf dem Waldboden, und dass schließlich auf 
der nassen, öfter überschwemmten Wiese nur Erien und Weiden als Rand- 
pflanzung zu gebrauchen sind. 

Schon bei den älteren Pflanzengeographen finden wir diese und jene An- 
schauungen über die Entstehung gewisser Vegetationsformationen. ' Bereits bei 
Humboldt, Grisebach und besonders bei De Candolle treften wir auf ge- 
legentliche Bemerkungen, oder ganze Abschnitte und Capitel, die sich auf die 
Abhängigkeit der Pflanzen von Klima und Boden beziehen. Aber meist be- 
zwecken alle diese Auseinandersetzungen eine Klarlegung der pflanzen- 
geographischen Verhältnisse der ganzen Erde oder doch sehr großer geogra- 
phischer Gebiete. Man beschränkte sich darauf, die Übereinstimmung der 
Verbreitung der Pflanzenarten mit der Verbreitung bestimmter geologischer 
oder klimatologischer Factoren zu constatieren und knüpfte hieran gewisse 
theoretische Folgerungen, die bei den genannten Pflanzengeographen oft im 
höchsten Maße geistreich und scharfsinnig sind. Bestimmte Beweise für die 
Richtigkeit der Theorien lagen meist nicht vor, auch experimentell die Richtig- 
keit der Schlüsse nachzuprüfen war man nicht in der Lage, und daher kommt 
es, dass gerade in jener Zeit die Ansichten der Forscher sich oft direkt diame- 
tral gegenüberstanden. Beide Teile stützten sich auf Beobachtungen und beide 
verteidigten ihre Anschauungen mit gleicher W^ärme. Ich ernnere nur an den 
Streit ^ V. MoHL's mit Alph. de Candolle über die Kalkfeindlichkeit der 
Heide'). Über die Einwirkung der einzelnen Factoren auf die Pflanzenfor- 
mationen gingen die Anschauungen sehr auseinander. Es entstanden die 
Theorien von den bestimmten Wärmesummen für jede Art, von der Kalk- 
und Kieselfeindlichkeit bezw. -freundlichkeit der Pflanzen und andere mehr, die 
sich zum Teil bis auf die heutige Zeit in den Lehrbüchern erhalten haben und 
merk\vürdig oft ohne jede exacte experimenteUe Nachprüfung wiederholt worden 
smd. Andere Forscher fanden sich dann zur einseitigen Untersuchung eines 
Factors bereit, und wenn auch viele von ihnen recht fördernd gewirkt haben, 
zogen doch einige die allersonderbarsten Consequenzen, so z. B. Contejean, 
der in seiner Geographie botanique=) den Hauptgrund der localen Verbreitung 
der Pflanzenarten im Kalkgehalt des Bodens sucht und eine ganze Scala für die 
größere oder geringere Kalkfreundlichkeit und Kalkfeindlichkeit giebt. Ein 



i) Vgl. A. DE Candolle, Geographie botanique raisonnee. p. 445. 
2) Influence du terrain sur la Vegetation. Paris i88r. 



16 Erster Teil. 

Unternehmen, welches zum mindesten eine große Einseitigkeit verrät, da 
der Verfasser alle anderen Factoren in den Hintergrund drängt. 

Erst in verhältnismäßig später Zeit erhalten wir Arbeiten, die sich mit der 
Entwickelungsgeschichte der Vegetationsformationen beschäftigen'). In dieser 
Richtung haben besonders Warming und EnGLER bahnbrechend und anregend 
gewirkt. Die Ersten, die uns gute Schilderungen der uns hier besonders inter- 
essierenden Formation der Heide gaben, waren FOCKE (1871, 1872), BoRGGREVE 
(1873), Emeis (1875), P. E. Müller (1884), Ramann (1884) und E. H. L. 
Krause (1892). Ich selbst habe mich in meiner Dissertation mit der Ent- 
wickelungsgeschichte dieser Formation beschäftigt^). 

Wenn man nun die Vegetationsformationen eines engbegrenzten Gebietes 
betrachtet und sich nach dem Grunde der Verschiedenheit der Ausbildung 
fragt, so eröffnet sich hier ein so weites und interessantes Gebiet der For- 
schung, dass es schwer erscheint in ruhiger Überlegung die Wirkung jedes 
einzelnen Factors richtig zu würdigen, keinen zu überschätzen, aber auch keinen 
zu unterschätzen. Es ist ein so eigener Reiz, hier dem geheimnisvollen Walten 
der Natur auf die Spur zu kommen, dass leicht die Phantasie Dinge vor- 
täuscht, die in dem Maße nicht vorhanden sind. Schwer ist es, jeden geolo- 
gischen oder klimatologischen Factor auf seine wahre Wirkung hin zu prüfen, 
aber hier können fast immer Experimente fördernd und klärend wirken. Die 
größten Schwierigkeiten und deshalb auch die größten Differenzen zwischen 
den Autoren bestehen in der richtigen Würdigung des Maßes der menschlichen 
Einwirkung auf die Ausbildung der Vegetation, denn während die einen For- 
scher geneigt sind, in unsern Culturländern das Vorhandensein irgend welcher 
natürlichen Formationen zu leugnen, während diese der Meinung sind, dass 
alle Formationen so von der menschlichen Cultur verändert und beeinflusst 
sind, dass sie wenig Ähnlichkeit mit ursprünglichen Formationen besitzen, 
stehen andere Schriftsteller auf dem Standpunkte, dass unsere Formationen 
sich wenig oder zum Teil gar nicht von den Urformationen unterscheiden, 
dass ein Wald, nur wenige Jahre sich selbst überlassen, sich von dem Urwald 
der Vorzeit höchstens dadurch unterscheidet, dass alte überständige Bäume 
entternt werden, nicht aber umfallen und am Boden hingestreckt vermodern, 
ich selbst^ bin der Meinung, dass der Einfluss des Menschen vielfach über- 

l^rff^'-. '''^"'^'^^"^ ^e^ Einfluss auf >wilde« Formationen wie Wiese, 
Waid, Heide und Moor. 

Sucht man nun aber nach den wirksamen Agentien bei der Formations- 
bildung fragt man sich, warum steht hier ein Laubwald, wenige Meter davon 
ein Kiefernwald, dort eine Wiese und weiter dehnt sich eine Heide. Von 



Wissen erL^r f^'^.'^f ^^""^ ^'^ Pflanzengeographie in den letzten hundert Jahren. - 

™k HTMBO^rxi R™ TT '" ^-^-^iährig- Wiederkehr de.s Antritts von Älexandek 

Humboldts Reise nach Amerika am 5. Juni 1799. _ Berlin ,899. 
2J Studien über die Norddeutsche Heide. - Excler, Bot. Jahrb. XX (.895' P- 500-654. 



Ml 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 17 

klimatischen Schwankungen, von erheblicher Einwirkung der Wärme- und 
Niederschlagsschwankungen kann bei einem so kleinen Gebiete, wie etwa der 
Umgebung eines Ortes nicht die Rede sein. Es müssen also Bodenverhält- 
nisse sein, die hauptsächlich wirken, und da gehen bereits die Anschauungen 
der Autoren so weit aus einander, dass wir uns auf eigene Ermitteluno-en ver- 
lassen müssen. Viele Schriftsteller auch der allerneuesten Zeit sind der 
Meinung, dass als vornehmstes Agens für die Formationsbildung, also auch als 
Hauptprincip für die natürliche Einteilung der Formationen der Feuchtigkeits- 
gehalt anzusehen sei. Dabei treffen wir aber auf unüberwindliche Schwierig- 
keiten, denn welches Gebiet der Erde wir uns auch vornehmen und studieren, 
überall finden wir Formationen, die den unseren vollständig analog 
sind, ihnen vollständig entsprechen in allen ihren Vegetations- 
bedingungen, die nur modificiert sind durch andere klimatische 
Verhältnisse und bei denen wir stets, wollen wir nach dem Feuchtio-keits- 
gehalt einteilen, zusammengehörige Formationen auseinander reißen und 
heterogene Dinge vereinigen müssen. Ich will ein naheliegendes Beispiel aus 
dem norddeutschen Flachlande wählen. Im Feuchtigkeitsgehalt entspricht ein 
Heidemoor etwa einem Wiesenmoor, eine Heide etwa einem Kiefern- Eichen- 
oder auch Buchenwalde, oder wenn sie trockener ist und in ein Sandfeld über- 
geht, etwa dem eines sonnigen »pontischen« Hügels oder einer Steppe. In 
Wirklichkeit gehören doch nun aber zweifellos Heidemoor, Heide und Sand- 
feld zusammen, es sind ganz ähnliche, eine ganze Reihe übereüistimmender 
Pflanzenarten tragende Formationen, die entschieden eine natürliche Formations- 
gruppe bilden, welche nichts mit den übrigen Formationen gleichen Feuch- 
tigkeitsgehalts zu thun hat. Die übrigen genannten Formationen gehören auch 
in eine natürliche Gruppe, sie sind durch nichts als durch den Feuchtigkeits- 
gehalt verschieden. Wird eine Steppe bewässert, wird sie zum Walde, wie die 
klassischen Arbeiten Koopmann's, des jetzigen Direktors der Fürstlich Wer- 
nigeroder Gärten, in den Steppengebieten Turkestans gezeigt haben. Aus 
einem überschwemmten Laubwalde wird ein Wiesenmoor, niemals ein Heide- 
moor, und umgekehrt wandelt sich eine versumpfende Heide in ein Heidemoor, 
niemals aber in ein Wiesenmoor. 

Dieselben Verhältnisse treffen wir in allen Teilen der Erde an, in Nord- 
asien und Nordamerika sind ganz analoge Formationen und ebenso auf der 
ganzen südlichen Hemisphäre. In dem Tropengürtel sind heidige Formationen 
wegen der herrschenden klimatischen Verhältnisse seltner, fehlen aber (beson- 
ders in den Gebirgen) durchaus nicht ganz. Der tropische Regenwald ist eine 
unserem Laubwalde ganz vollständig entsprechende Formation und mit ihm 
durch alle Übergänge verbunden, nur modificiert durch das tropische Klima. 
Beide gehören zu derselben Klasse von Formationen. Die Steppen der 
gemäßigten Zonen, die Macchien sind ganz den tropischen Steppen mit ihren 
mannigfachen Namen biologisch analoge Formationen. 

Bei vielen Autoren findet sich der Versuch, die Formationen in solche 
kalkhaltiger und solche kalkarmer Böden zu zerlegen. In den meisten Fällen 

Graebner, Die Heide. , 



IQ Erster Teil. 

kommt dieser Modus der Wirklichkeit und Natürlichkeit am nächsten, aber bei 
weitem nicht immer. Schon bei der vorerwähnten wissenschaftlichen Differenz 
zwischen V. MoHL und De Candolle handelte es sich darum, ob Calluna 
auf Kalk wächst, oder ob sie als absolut kalkfeindlich anzusehen sei. Diese 
Frage ist nun längst entschieden; dass Calluna auch auf Kalkboden in Menge 
und nicht nur zufällig vorkommt, unterliegt keinem Zweifel mehr. Aber immer 
noch hat sich die alte Annahme von den kalkholden und kalkfeindlichen 
Pflanzen erhalten, die Bodenstetigkeit gilt noch vielfach als ausgemachte That- 
sache. Mir sind im Laufe der Zeit sehr viele Abweichungen vorkommen, die 
zum großen Teile auch schon von diesem und jenem Pflanzengeographen er- 
wähnt werden, und namentlich bewiesen die Culturen zahlreicher sogenannter 
bodensteter Pflanzen , die zum Teil von mir selbst vorgenommen , zum 
Teil im Berliner botanischen Garten lange Zeit beobachtet wurden, dass doch 
wohl andere Dinge für die Auswahl der Pflanzen auf einem bestimmten Boden 
maßgebend sein mussten als der Kalkgehalt. Am längsten und am festesten 
eingewurzelt ist der Glaube, dass die Sphagnum-Arten auf jeden Fall absolute 
Kalkfeinde seien. Einige Autoren (so z. B. Sendtner in seinem vortrefl"lichen 
Werke: Die Vegetationsverhältnisse des Bayerischen Waldes [1860] p. 638] 
geben sogar positiv an, dass Sphagnen mit kalkhaltigem Wasser in Berührung 
gebracht, sofort abstarben. Als ich zum Zwecke meiner Heidearbeit in EnG- 
LER's Jahrbüchern in den Jahren 1892 bis 1895 allerlei Heidepflanzen zum 
Zwecke der Ermittelung ihrer Lebensbedingungen cultivierte, fiel es mir bereits 
auf, wie ich schon mehrfach hervorgehoben habe, dass bei den mit Kalk- 
wasser begossenen Culturen die Sphagnen, die sonst unter normalen Bedin- 
gungen weiter gezüchtet wurden, nicht abstarben, sondern ohne Schaden 
weiter gediehen, ja sogar dass sie einen Winter ohne Schaden überdauerten 
und sich im Frühjahr eine lebhafte Vermehrung bemerkbar machte. C A. 
Weber in Bremen, der bekannte Botaniker der Moorversuchsstation, hat 
nun neuerdings ganz eingehende Untersuchungen über die Cultur von Spha- 
gnum-Arten in Kalk vorgenommen, Untersuchungen, welche die meinigen 
an Exactheit und Schärfe bei weitem überragen und erst als eigentlich beweis- 
kräftig angesehen werden können. Weber hat alle ihm zugänglichen Sphagnum- 
Arten in reinem Kalk cultiviert und wird hoffentlich demnächst noch genaueres 
über seine Resultate berichten'). Ich habe die Versuchsculturen seiner Zeit 
durch Weber's Freundlichkeit gesehen: es unterliegt keinem Zweifel, dass die 
Sphagnen durch Kalk allein auch nicht im mindesten in ihrem Gedeihen be- 
einflusst oder gar geschädigt werden. Die Sage von der Kalkfeindlichkeit der 
Sphagnen und dadurch auch aller übrigen als solche angesprochenen Pflanzen 
(sicher aller Heidepflanzen) ist damit wohl endgiltig zu Grabe uetrao-en. 

Wenn also auch die Annahme von der Kalkfeindlichkeit etc. sich als nicht 
stichhaltig erwiesen hat, so zeigt sie doch, weil in der Natur die Verteilung der 
Pflanzen in der bei weitem größten Mehrzahl der Fälle mit der Verbreitung 



i) Vgl. bisher in Jahresber. ilänaer vom Morgenstern. 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographlscher Betrachtung. 



19 



der kalk- und kieselhaltigen resp. kalkarmen Substrate genau übereinstimmt, 
den Weg zu einer natürlichen Gruppierung. Betrachten wir die Formationen 
des Flachlandes näher, die gemeinhin als kalkfeindliche bezeichnet wurden, so 
fällt bei ihnen als typischstes Merkmal der geringe jährliche Zuwachs gegenüber 
den übrigen Formationen scharf in die Augen. Während der Zuwachs eines 
Strauches oder Baumes auf den Heiden und Heidemooren jährlich nur wenige 
Centimeter ausmacht, kann der Jahrestrieb eines Repräsentanten der anderen 
Formationen oft mehrere Meter betragen. Es erschien danach höchst wahr- 
scheinlich, dass der Nährstoffgehalt der Pleide und Heidemoor tragenden Böden 
ein so geringer sein musste, dass sie unmöglich eine Formation mit größerer 
Stoffproduction , also etwa einen Wald zu tragen im Stande sind. Hier nun 
bestimmte Normen aufzustellen, schien außerordentlich schwierig. LAUFER, 
Wahnschaffe und andere haben eine große Reihe von Bodenanalysen gemacht 
und oft auch die Vegetation, die auf der oberen Bodenschicht sich fand, an- 
gegeben. Diese Analysen enthalten alle im Boden überhaupt befindlichen 
Stoffe, so weit sie chemisch nachweisbar, also chemisch lösbar sind, gleichviel 
ob sie der Pflanze in der gerade im Boden vorhandenen Verbindung zugänglich 
sind oder nicht, und deshalb ist es schwer, sich hier ein Bild von dem wirklichen 
Nährstoffgehalt des Bodens zu machen. Aber nach längerer Erfahrung lassen sie 
doch einigermaßen sichere Schlüsse zu (vgl. auch unter Bodenarten der Heide). 
Für unsere Zwecke leichter verwendbar sind schon die Analysen der Böden, 
aus denen nur die in Salzsäure löslichen Stoffe herausgezogen und für die Ana- 
lyse verwendet wurden. Derartige Untersuchungen sind vielfach von Ramann 
vorsrenommen und besonders zahlreich in seiner bekannten Arbeit: Der Ort- 
stein und ähnliche Secundärbildungen in. den Alluvial- und Diluvialsanden'j. 
Hier sei eine bereits in meinen Studien über die norddeutsche Heide (p. 635) 
erwähnte Analyse des genannten Forschers wiedergegeben, die bereits ziemlich 
klar die Bodenverhältnisse der Heide erkennen lässt. Bei Oerrel in der Lüne- 
burger Heide fand sich folgendes Profil: 

45 cm stark humoser Sand, 
1 5 — 20 cm Bleisand, schwach violett gefärbt, 
5 — 10 cm Ortstein, 

50 cm rotbrauner loser Sand, 
darunter weißer Sand. 

Die Analyse für 100 Teile Boden ergab: 



Humoser 
Sand 



Bleisand 



Ortstein 
Branderde) 



Braunroter 
Sand 



Kali. . 

Natron 

Kalkerde 

Magnesia 



0.0180 
0.0137 
0,0164 
0,0197 



0.0135 
0,0198 
0,0104 
0.0035 



o,ci6g 
0.0141 
0,0236 
0,0137 



0,0138 
0.0207 
0.0176 
0,0185 



Weißer 

Sand 

0.0142 
0,0103 
0,0092 
0,0038 



i) Jahrbücher der Königl. preußischen geolog. Landesanst. f. 1885. Berlin 1S86. S. i — 57. 



20 



Erster Teil. 





Hunioser 
Sand 


Bleisand 


Ortstein 
(Branderde) 


Brannroter 
Sand 


Weißer 
Sand 


Manganoxydulüxyd . . . 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Phosphorsänre 


0,0074 
0,4100 
0,4216 
0.0356 


0,0032 
0,1942 
0,0736 
0,0104 


0,0056 
1:3876 
0,7168 
0.0710 


0,0050 
0.8308 
0.7168 
0,0389 


0,0442 
0,1780 
0,0131 


Glühverlust 


4,22 


0.55 


2,19 


»,41 


0,22 



0,9424 



0,3286 



2,2493 



1,6621 



0,2728 



Eine derartige Analyse lässt sehr wohl, wenn man die Bedürfnisse der 
Waldbäume kennt, schon einen Schluss zu. Sie zeigt dem Kundigen, dass ein 
solcher Boden auf keinen Fall einen Wald zu tragen vermag. Vergleichen wir 
z. B. einige der wichtigsten Substanzen der obigen Analyse und den Verbrauch 
der Bäume, so finden wir etwa folgendes: das specifische Gewicht des Kiesel- 
säureanhydrids ist 2,2 bis 2,6; der Cubikdecimeter reiner Heidesand wiegt aber, 
wie ich durch Wägungen feststellen konnte (ganz trocken), im Durchschnitt 
1,60 bis 1,75 kg, der Cubikmeter also i6oobis 1750 kg. Nehmen wir also für 
den vorliegenden Fall das Höchstgewicht an, also 1,75 kg, um möglichst nicht 
zu kleine (sondern eher etwas zu hohe) Zahlen zu bekommen, so ergiebt sich 
für den Cubikmeter Heidesand der Gehalt von 0,236 bis 0,291 kg Kali. Ein 
mit Bäumen bestandenes Terrain muss aber, sollen die Bäume normal ge- 
deihen^), jährlich für den Cubikmeter Erde mindestens 0,013 bis 0,015'kg 
Kali zur Verfügung stellen. Der Vorrat des Heidebodens würde also', wenn 
nichts verloren ginge und wenn alles vorhandene Kali zur rechten Zeit in Lö- 
sung übergehen könnte, in 15 bis 20 Jahren ganz erschöpft sein. Ein mittel- 
guter Boden enthält nun 1,5 kg Kali, ein Gehalt, der für 100 bis 150 Jahre 
für emen Waldbestand ausreichen würde. Die Wälder auf mittelgutem Boden 
durften nun thatsächlich wohl nicht so lange dauern, wenigstens nicht in inten- 
sivem Wachstum. Die »Überständigkeit< tritt ziemlich früh ein und beim Ver- 
rotten der ganzen Masse der Stämme würde dann normalerweise dem Boden 
der gesamte Kaligehalt wiedergegeben werden. 

Et^vas günstiger stellt sich in der obigen Analyse der Gehalt an Phosphor- 
saure, der indes überhaupt (auch in Heideböden) ziemlich großen Schwankungen 
unterworfen ist der Gehalt von 0,0104 Proc. im Bleisande würde einem Ge- 
halt 0,17a kg Phosphorsäure in i cbm Boden entsprechen. Der Verbrauch im 
Walde ist nun erfahrungsgemäß etwa 0.005 kg im Jahre, die Phosphorsäure 
wurde also etjya 35 Jahre ausreichen, wenn alles zur Verfügung stände. Der 
Phosphorgehalt der Heideböden scheint meist größer zu sein als der Gehak an 
den meisten anderen Nährstoften. 



. Auf! st und L^^'v^, -^"'"'""^ ^'"^^"^'^" ^"°^- - 0^^^- -d Gemüsebau. 
3. Aufl. S. 45, und R.KTH, Vortrag ^. d. Obst- u. Weinbausection Deutsche landw Ges Berlin 
7. Eebruar 1894. Wochenbl. landw. Ver. Großh. Baden ,894 No 31 ->2 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 21 

Zum Schluss sei dann noch der Kalkgehalt des Bodens betrachtet. Wenn- 
gleich er wohl nicht als Nährstoff im eigentlichen Sinne zu betrachten ist, d. h. 
wenn er auch wohl nicht direct beim Chemismus der Assimilation wirksam ist, 
so ist er doch sicher für den Process der Nahrungsaufnahme etc. von so großer 
Bedeutung und wird von den Bäumen in so großer Menge aufgenommen (etwa 
0,015 kg jährlich), dass keine Formation mit großer Stoffproduction ohne ihn 
denkbar erscheint. Der Gehalt von 0,0104 Pi'oc. im Bleisande der Heide ent- 
spricht etwa 0,172 kg im Cubikmeter Erde, eine Menge, die also nicht für 
12 Jahre eines intensiven Baumvvuchses ausreichend wäre. 

Wenngleich diese Analysen des Bodens in Salzsäurelösung uns kein ge- 
naues Bild dessen geben können, was nun den Pflanzen wirklich im Zeiträume 
eines Jahres zur Verfügung steht, so zeigen sie doch das eine klar und deut- 
lich, dass ein solcher Boden nie geeignet sein kann, eine Formation 
zu tragen, die den Namen »Wald« verdient, wenn nicht eine Meliorierung 
erfolgt ist. Es lassen sich hier wohl Kiefern anschonen, die jahrzehntelang 
dahin kümmern und im günstigsten Falle Stangenholz geben, aber ein »Wald« 
wird nie daraus. Ich meine, die vorliegenden Zahlen zeigen zu klar und deut- 
lich, dass aller Streit um die »Aufforstung« der Heide, wenn man mit Forst 
einen Hochwald meint, müßig ist. Wo die Nährstoffe fehlen, kann auch nichts 
entstehen. Und schließlich handelt es sich ja auch nur darum, dass ein un- 
entbehrlicher Stoff unentbehrlich zum Aufbau des Pflanzenkörpers oder zum 
Chemismus der Ernährung zu fehlen braucht, um die ganze Assimilationsthätig- 
keit lahm zu legen. Das eine scheint mir zweifellos sicher, dass es im Laufe 
der Zeit unmöglich sein wird, auch im besten Boden die Wälder wieder zu 
ergänzen, ohne dass dem Boden Nährstoffe wieder zugeführt werden. Denn 
wenn man selbst die verarmende Einwirkung der klimatischen Factoren, auf 
die wir später noch zurückkommen müssen, ableugnen wollte, so werden 
doch bei jeder Durchholzung, bei jedem Kahlschlag mit dem Holze so kolos- 
sale Mengen von Substanz fortgeführt, die nicht wieder ergänzt werden, dass 
selbst im reichsten Boden eine V^erarmung eintreten muss. Wenn wir auch 
annehmen, dass die Zahlen, die über den Verbrauch an Nährstoffen oben an- 
gegeben sind, durch den jährlichen Laubfall etc. verringert werden, so ist doch 
auf jeden Fall das Ende der Productionsfähigkeit selbst beim besten Boden 
abzusehen. Die Forstwirtschaft muss eben gleich wie die Landwirtschaft zu der 
Erkenntnis kommen, dass die Masse, die als Ernte, in diesem Falle also 
Holz, fortgeführt wird, in Gestalt von Dünger oder Düngersalzen wieder 
zugeführt werden muss. Ich meine nicht, dass der ganze Forst »gedüngt« 
werden soll, aber vor jeder Neuaufforstung müsste eine Meliorierung erfolgen, 
und zwar mit möglichst schwer zersetz baren Materialien, die für ein Jahr- 
hundert wirksam sein können. Es werden solche Mahnungen in den großen 
W^aldgebieten wohl jetzt wenig Gehör finden, man wird bemerken, dass das 
nicht »rentieren« würde. Aber in denjenigen Gegenden, die noch im Mittel- 
alter den schönsten W^ald trugen, heute aber arm sind, wird es jetzt lohnen, 
einen Versuch zu machen, ob wir nicht durch Meliorierung den Ortstein 



22 



Erster Teil. 



verschwinden ') lassen und den alten Laubwaldbestand wieder herstellen könnten. 
Wenn sich hier ein Verfahren finden ließe, so würde man sicher Resultate er- 
zielen, die das Anlagekapital wohl verzinsen würden. Es würden große wüste 
Strecken unseres Vaterlandes einer erheblich intensiveren Cultur wieder zugäng- 
lich gemacht werden. Wie eine solche Düngung zu bewerkstelligen, wie die 
Kosten zu regulieren wären, müsste der Gegenstand eingehenderer Unter- 
suchungen und Versuche der Fachkreise, der Forstbeamten sein. Dass es 
möglich und rentabel ist, scheint mir nicht zweifelhaft. 

Weit deutlicher als die vorerwähnte Analyse des Bodens zeigen die Analysen 
der Bodenwässer, die ja von den Pflanzenwurzeln unmittelbar aufgenommen wer- 
den, die Abhängigkeit der Vegetation und damit der Formationen von dem Ge- 
halt der sich im Boden bewegenden Wässer an gelösten Salzen etc. Leider sind 
mir nur die in RaMx\Nn's bekannter Arbeit: Organogene Bildungen der Jetztzeit^), 
p. 156 fif. aufgeführten genauen Analysen bekannt. Rohere Versuche sind mehr- 
fach vorhanden und Verdunstungsproben, die alle dasselbe Resultat ergaben, 
habe ich in Menge vorgenommen. Jedenfalls scheint es zweifellos, dass die 
von Ramann gewonnenen Zahlen zutreffend sind und auch ruhig verallge- 
meinert werden dürfen. Bei der zweiten Reihe von Analysen scheint, wie 
Ramann selbst angiebt, das Wasser des Grünlandmoores nicht ganz normal, 
sondern wahrscheinlich mit etwas Regenwasser gemischt. 

In 100000 Teilen Wasser fand Ramann in einem Heidemoor, welches in 
ein Grünlandmoor (Wiesenmoor) überging, folgendes: 





Wiesen- 
moor 


Grenze 

zwischen 

beiden 


Heide- 
moor 


Kali 


0.140 

0.821 

15,000 

0,504 
0,108 
1,116 

1,236 
0,128 
0,141 
2,493 


0.3SS 
0,912 
8,560 
0,448 
0,108 

0,324 
0.496 
0.228 
0,064 
0,972 


0,139 

0,653 
0,960 


Natron 


Kalkerde 


Magnesia 


Alanganosvdul ... 


0,048 
0,264 
0,485 


Eisenoxvdul 


Schwefelsäure . . 


Phosphorsänre , . . 


Chlor 

Kieselsäure . . . 


0,120 
0,099 
0,660 




Summe der Mineralstoffe 

Organische Stoffe 


21,687 
1 3-92 


! 

12.500 

1.92 


3,548 
1,79 



Am Plager Fenn bei Chorin, wo ähnliche Verhältnisse vorherrschten und 



1) Vgl. auch unten bei Ortstein. 

2] Neues Jahrb. Mineralogie. Beil. Bd. X (1895) p. 119-166. 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung 



23 



wo die Formationen, wie etwa im Grunewald bei Berlin, in einen Landsee 
übergehen, ergaben die Analysen folgendes Resultat: 



Wiesen- 
moor 



Heide- 
moor 

(Mitte) 



Heide- 
moor 

(Grenze) 



Erio- 

phore- 

tnm 



Schilf 



Kali .... 
Natron . . . 
Kalkerde . . 
Magnesia . . 
Manganoxydul 
Eisenoxydul . 
Schwefelsäure 
Phosphorsäure 
Chlor. . . . 
Kieselsäure . 



0,217 


0,220 


0,736 


0,414 


2,667 


0,134 


0,353 


0,152 


0,010 


Spur 


I-3S5 


C.126 


0,916 


0.536 ; 


0,011 


0,064 ' 


n. best. 


n. best. 


0,809 


0,333 



0,292 

O.S53 
0,785 
0,429 
0,101 
0.606 

0,463 
0,168 
0,171 

1,447 



0,254 

1-234 
1,928 
0.407 
0,098 
0.261 

0.585 
0,164 
0,094 
1,224 



0,446 

»•557 
3,081 
0,612 
0,083 
0,207 

0.979 
0,029 
0.045 
0.693 



Summe der Mineralstoffe 
Organische Stoffe . . . 



7.074 
0.95 



1.979 
0.55 



5,015 
1,60 



6,249 
1,20 



7,732 
0.76 



»Das Wasser des Grünlandmoores entspricht wohl nicht ganz normalen 
Verhältnissen; möglich, dass sich ein Teil oberflächlich zugelaufenen Regen- 
wassers beigemischt hatte. Die Stelle, an der die Probenahme ausgeführt wurde, 
war noch ziemlich locker, reich an sandigen Beimischungen, ohne saure Reaction. 
Es kann daher nicht auffallen, dass Phosphorsäure nur spurenweise vorhanden 
ist; die reducierende Wirkung der organischen Stoffe zeigt sich im Gehalte 
von Eisenoxydul. 

Auffällig ist der fast gleichbleibende Gehalt an Kali in den Wässern der 
ganzen Randgebiete. Am stärksten weicht der Gehalt an Kalk und Magnesia von 
einander ab. Während beide im Wasser des Arundinetums 48 Proc. und im 
Grünlandmoor 41 Proc. der gelösten Salze ausmachen, betragen sie im Woll- 
grasmoor noch 38 Proc, gehen dagegen in der Grenze des Hochmoores auf 
25 Proc, im Hochmoor selbst auf 14 Proc. herab. 

Einer jeden Vegetation entspricht demnach ein Wasser mit abweichendem 
Salzgehalt. Das Beispiel ist um so schärfer, da die ganze Breite des Moores 
noch nicht 200 m erreicht und speciell die des Hochmoores kaum 200 m beträgt. 

Die Verhältnisse des Plager Fenns lassen sich durch ein Profil darstellen, 
welches in seiner Art nicht weniger geologische Verhältnisse charakterisiert, 
wie dies mit anderen Profilen geschieht. 



24 



Erster Teil. 



Mineralstoffgehalt und Kalkgehalt in looooo Wasser. 



Flachmoor, 

Min. St. = 7,07 
X 



CaO 



Sphagnetum 



Sphagnet. 
Grenze. 



Eriophoretum. 




Beachtet man die Düngewirkung von Salzen auf Moore^ so scheint die 
Frage, ob die Verschiedenartigkeit der Vegetation die Folge oder Ursache der 
wechselnden Zusammensetzung der Wässer ist, im ersten Sinne entschieden; 
nur der wechselnde Salzgehalt des Wassers, insbesondere Gegenwart oder 
Fehlen von Kalk kann die Ursache der Verschiedenheit der Vegetation sein. 

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es bei zahlreicheren Untersuchungen 
möglich sein wird, hierbei ganz bestimmte Verhältnisse nachzuweisen; die 
Analysen sprechen dafür, dass die Sphagneen erst bei einem Salzgehalt, der 
3 — 4 Teile auf 100 000 Teile Wasser nicht übersteigt, dauernd zu vegetieren 



vermögen. 



Aus den Analysen ergibt sich endlich noch, dass zwischen dem Wasser 
der Hochmoorschichten und dem der benachbarten Gebiete ein eerinsfer Aus- 
tausch stattfindet. Überall trägt die Zusammensetzung der Wässer desselben 
Moores gemeinsame Züge, die durch die vorhandenen Unterschiede nicht völlig 
verwischt werden.« 

Ramann kommt also durch die chemischen Analysen zu demselben Re- 
sultat, zu dem wir durch die Betrachtung der Vegetationsformationen kamen. 
Das Wiesenmoor mit einem Gehalt von 21,7 Teilen gelöster Stoffe ist wohl im 
Stande, eine höhere Stoffproduction, eine größere Quantität von Heu oder Holz 
zu liefern, als das Heidemoor mit nur 3,5 Teilen. Zieht man von beiden die für 
die Ernährung unwichtigeren Stoffe ab, so bleibt das deutliche Bild, dass den 
Pflanzen des Wiesenmoores das Mehrfache an Nährstoffen zur Verfügung steht 
als denen des Heidemoores. Eine Heidemoorpflanze mit ihrer langsamen und 
schwachen Entwickelung würde unter den Pflanzen des Wiesenmoores bald er- 
stickt, wenn nicht schon durch den für ihre Wurzeln übermäßig hohen Mineral- 
stoffgehalt des Wassers das Absterben derselben hervorgerufen ist. Andererseits 
kann keine Wiesenmoorpflanze auf dem Heideboden eine normale Entwickelung 
durchmachen, der Mangel an Nahrung würde sie verkümmern und den Heide- 
pflanzen gegenüber unteriiegen lassen. 

Aus allen angeführten Gründen, die ich zum größten Teile später bei Be- 
sprechung der einzelnen Formationen näher besprechen und erläutern werde. 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 25 

bin ich der Meinung, dass eine natürliche Einteilung der Vegetationsformationen 
nur dadurch erlangt werden kann, dass Nährstoffreichtum und Nährstoffarmut 
des Bodens als Haupteinteilungsprincip zu Grunde gelegt werden. Der größere 
oder geringere Feuchtigkeitsgehalt würde dann die Grundlage für die weitere 
Abstufung der zusammengehörigen Formationen bilden. Im Archiv der »Branden- 
burgia«, Berlin 1898, und in Naturw. Wochenschrift, XIII (1898) habe ich für 
unsere heimischen Formationen folgende Einteilung vorgeschlagen'): 

A. Vegetationsformationen mit mineralstoffreichen Wässern. 

1. Trockener Boden: 

aj übermäßige Ansammlung (auch tierischer, organischer Stoffe); 

Ruderalstellen, 
b) Pontische Hügel (Steppen). 

2. Mäßig feuchter Boden (Waldbildung): 

a) auf Mergelboden Buchenwälder (an sandigeren Stellen oft die 
Weißbuche vonviegend . 

b) auf Sand- oder doch weniger mergelhaltigem Boden : 

a) trocknerer Boden Eichen-, Birkenwälder (hier allmähliche Über- 
gänge zu B 2 b), 

ß) feuchterer Boden (in einigen Teilen des Gebietes) Fichtenwälder. 

3. Nasser Boden: 

a) ohne übermäßige Anreicherung von Nährstoffen, meist an fließen- 
dem Wasser; 

a) ohne Überschwemmung und Eisgang Erlenbrücher, 

ß) mit Überschwemmung ohne Eisgang Auenwälder, 

y) mit Überschwemmung und Eisgang natürliche Wiesen, 

b) mit übermäßiger Anreicherung [auch (meist pflanzlicher) organi- 
scher Stoffe] Grünlandmoore (»saure Wiesen«). 

4. Im Wasser, Landseen, Teiche, Flüsse, Bäche. 

B. Vegetationsformationen mit mineralstoffarmen Wässern. 

1. sehr trockener Boden, Sandfelder, 

2. trockener bis mäßig feuchter Boden: 

a) mit Ortstein oder dicken Bleisandschichten, Calluna-Heiden, 

b) ohne Ortstein oder dicke Bleisandschichten, Kiefernwälder (hier 
Übergang zu A 2 b, 

3. nasser Boden, Heidemoore. 

4. im Wasser, Heideseen, -tümpel. 

C. Vegetationsformationen mit salzhaltigen Wässern. 

1. trockener Boden, Dünen, 

2. feuchter Boden, Strandwiesen, 

3. nasser Boden, Salzsümpfe. 



l) Über die Verallgemeinentng dieses Systems, vgl. Warming, Ökologische Pflanzen- 
geographie, 2. Aufl., Berlin 1902. 



26 Erster Teil. 

Nach diesen allgemein einleitenden Worten über meine xA-nschauungen be- 
züglich der Vegetationsformationen im allgemeinen, die mir zum Verständnis 
des Folgenden unerlässlich erscheinen, soll zuerst die Behandlung des Haupt- 
themas dieser Arbeit der Heide folgen und zum Schluss eine kurze Besprechung 
der übrigen Vegetationsformationen in ihren Beziehungen zur Heideformation 
folgen. 

2. Begriff der Heide, 

Der Name Heide wird in verschiedenen Teilen unseres Vaterlandes für 
sehr verschiedenartige Formationen angewandt. Im größten Teile des nord- 
westdeutschen Flachlandes, in der Nähe der Ostseeküste wird meist nur die 
aus vorwiegend immergrünen Halbsträuchern bestehende baumlose Formation 
auf lockerem Sandboden, die wir auch als Heide /mt t^oxrjr bezeichnen 
müssen, Heide genannt und vom Walde streng unterschieden. Im bei weitem 
größten Teile Norddeutschlands jedoch schwankt der Begriff Heide; ge- 
wöhnlich wird unter Heide ein Wald verstanden, und zwar zumeist ein Kiefern- 
wald, so in der ganzen Mark Brandenburg, auch in der Altmark (I.etzlinger 
Heide), in der Lausitz (Görlitzer Heide), im Königreich Sachsen (Dresdener 
Heide), in den Provinzen Posen, Pommern, West- und Ostpreußen. Mitunter 
wird allerdings mit dem Namen Heide dann noch der Name des waldbildenden 
Baumes verbunden, so wird bei Kiefernwäldern der Name Kiehnheide, Föhren- 
heide etc. gebildet, je nachdem die Pflanze in der betreffenden Gegend Kiehne, 
Föhre, Fuhre, Tanne, Tanger etc. genannt wird. In einigen Gebieten werden 
selbst Laubwälder als Heiden bezeichnet, so die =^Buchheiden« bei Templin, 
Berlinchen und Stettin. Die Rostocker Heide besteht aus einem Gemisch 
mehrerer Holzgewächse. — Interessant ist dabei zu beobachten, wie an man- 
chen Orten der Begriff des Waldes, vorzüglich des Kiefernwaldes so fest mit 
dem Worte Heide verbunden ist, dass das Volk für die echte Strauchheide 
sich besondere Bezeichnungen, wie Anger, Ödland, Katt (Pommern, vielleicht 
ein Anklang an Kaddik, Namen des Wachholders ?) gebildet hat, unter Pleide 
aber nur einen Kiefernwald versteht. 

Es ist stets schwer, eine Formation streng gegen die anderen, besonders 
die verwandten abzugrenzen, da sich naturgemäß zu allen Übergänge zahlreich 
vorfinden. Und so ist es auch nicht leicht, für die Heide eine streng wissen- 
schaftliche Definition zu geben, da wir von der kahlen Heide bis zum Laub- 
und Nadelwald einerseits und zum Wiesen- oder Grünlandmoor andererseits 
alle möglichen Übergänge finden. Umgekehrt finden wir zahlreiche Wälder, 
in denen sich Ortstein gebildet hat, die trotz des hohen Baumbestandes typische 
Heidevegetation tragen und die, wie wir sehen werden, auch später sich in eine 
richtige Heide ver^vandeln werden. Schließlich liegt noch eine weitere Schwierig- 
keit bei der Abgrenzung darin, dass es unmöglich ist, die trockene Heide und 
das Heidemoor von einander zu trennen, sie gehören so eng zusammen, dass 
Ihnen beiden die Charakterpflanzen Calluna, Erica, Juniperus, Empetrum etc. 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 27 

gemeinsam sind, ja wenn man die Kiefer, wenn auch in krüppelhaftem Zustande, 
als integrierenden Bestandteil der Heiden ansehen will, kommt auch diese 
beiden Formationen zu. 

Als eigentliche Heide wird man am besten ein offenes Gelände ohne 
erheblichen Baumwuchs zu bezeichnen haben, dessen Holzgewächse 
im wesentlichen aus Halbsträuchern oder niedrigen Sträuchern be- 
stehen und welches auch zugleich eines geschlossenen saftigen Gras- 
rasens ermangelt. 

Der Begriff der »Heide« deckt sich in diesem Buche also nicht mit dem, 
was man sonst gemeinhin als »Formation« zu bezeichnen pflegt. Grlsebach, 
Drude und andere bezeichnen als Formation eine einen bestimmten Charakter 
wahrende Pflanzengesellschaft von dauernd etwa gleichartiger Zusammensetzung 
und etwa gleichbleibenden Vegetationsbedingungen. Callunaheide und Heide- 
moor wären also z. B. schon zwei solcher »Formationen«. Den hier anffc- 
nommenen Umfang des Begriffes Heide möchte ich deshalb auf Drude's Vor- 
schlag als ökologischen Pflanzenverein bezeichnen. 



3. Etymologie des Wortes Heide. 

Über die Herkunft des Wortes Heide und seine richtige Schreibweise sind 
bisher nie zufriedenstellende Untersuchungen angestellt worden. Der einzige 
Botaniker, der sich meines Wissens damit eingehend beschäftigt hat, ist E. H. 
L. Krause (in Engl. Jahrb. und Globus). Der genannte Forscher hat aber 
die Erklärungen und Etj'mologien zur Stütze seiner Heidetheorie anwenden 
wollen und deshalb von dieser Seite beleuchtet, und weiter sind ihm eben auch 
einige Irrtümer untergelaufen, da er ja unmöglich mit so schwierigen sprach- 
geschichtlichen Fragen trotz seiner eminenten Kenntnisse genügend vertraut 
sein konnte und sich deshalb lediglich auf gewisse Quellen stützen musste. 
Ich nahm deshalb das Anerbieten meines Bruders F. Graebner gern an, mir 
nach eingehenden Studien Genaueres über die Herkunft des Namens Heide, 
seine Bedeutung in früheren Zeiten, so w^eit sich aus den Quellen etwas er- 
sehen lässt, mitzuteilen. Es erscheint mir diese Auseinandersetzung für die 
Beurteilung der ganzen Heidefrage von großer Wichtigkeit, da die Darstellung 
naturgemäß eine völlig objective ist. Sie zeigt eben, dass in älteren Zeiten 
die Auffassung des Begriffes Heide eine so verschiedenartige war, dass man 
irgendwelche formationsgeschichtlichen Schlüsse unmöglich daraus ziehen kann. 
Erst in neuerer Zeit hat, w^ie oben bei der Definition der Heide gezeigt wurde, 
wenigstens in manchen Gegenden der Name Heide Anwendung auf ganz be- 
stimmte Formationen erhalten. 

Mein Bruder schreibt mir Folgendes: 

Ernst H. L. Krause ') führt zur Erklärung des Wortes Heide zwei Et}'- 
mologien an : Erstens aus dem GRliSlM'schen Wörterbuch die Zusammenstellung- 



i) Globus LXX. No. 4 u. 5. Sonderabdruck p. 7. 



28 Erster Teil. 

mit sanskr. kshetra = Grund und Boden, Feld, Platz, Land, sowie mit griech. 
'/.ohrj = Lager, beide von der Wurzel gi = liegen; zweitens aus DoORNlsj^AT- 
KoOLMAN die Ähnlichkeit mit dem deutschen »heiter«. Eins von beiden ist nun 
jedenfalls nur möglich. Was die erste Reihe betrifft, so beanstandet G. CURTius 
mit Grund die Heranziehung des Sanskritwortes'). Aber die Verwandtschaft 
von »Heide« mit dem Stamme gi ist wohl an sich wenig wahrscheinlich: dem 
Sinne nach ließe sie sich noch halten; zwar die jener Wurzel am nächsten 
liegenden Bedeutungen, wie einerseits Wohnsitz, andererseits eben liegendes 
Land, widersprechen teils dem Begriff der Heide, teils sind sie ihm wenigstens 
nicht ursprünglich eigen; aber immerhin wäre der Begriff des von Menschen- 
hand unberührt liegenden Bodens nicht ausgeschlossen. Jedenfalls würde man 
diese doch stets etwas weit hergeholte Verbindung nur annehmen, wenn die 
Etymologie es forderte. Sie thut aber nichts weniger; die directe Vergleichung 
mit jiohrj (und kshetra) ist unmöglich; haithi ist ein jä-Stamm, wovon in dem 
griechischen (und Sanskrit-) Worte keine Spur ; und wenn wir die niederdeutsche 
Nebenform »heie« oder »heige« sehen ^), so erscheint zweifelhaft, ob das d des 
deutschen Wortes dem t der anderen entspricht. Aber auch die Wurzelglei- 
chung scheitert an dem beiderseitigen Vocal: dem gotischen ai musste im 
griechischen ai oder jedenfalls ein a-Laut, aber kein si (/o/r/j zu y.elad-ai] ent- 
sprechen. Kommen wir nun zu Krause's zweiter Gleichung heida — heitar, 
so gilt hier für die directe Wortgleichung dasselbe, was vorhin über das d in 
»Heide« gesagt ist; ja, hier ist die Gleichsetzung des d in dem einen und t in 
dem anderen Worte ein völliges Unding, auch wenn KRAUSE annimmt, dass 
beide Worte »aus verschiedenen älteren Dialekten übernommen« seien: alt- und 
mittelhochdeutschem d aus got. th kann in keinem anderen Dialekte je t ent- 
sprechen. Dadurch fällt die Möglichkeit, aus der bekannten Bedeutung des einen 
Wortes die unbekannte des anderen zu erschließen; denn selbst bei Wurzel- 
verAvandtschaft kann sich die Bedeutung im Laufe der Sprachentwickelung be- 
deutend differenziert haben. So scheint es in der That in unserem Falle zu 
liegen: das Mittelhochdeutsche zeigt die beiden Verba »heien = brennen« und 
»heien = wachsen 3), deren erstes dem griechischen -/Mieir entspricht, während 
der cechische Stamm ci (ciniti = handeln; cily = lebhaft; cila = Nerv), obwohl 
dem zweiten näher, doch einer annehmbaren gemeinsamen Grundbedeutung nicht 
fern steht*). Scheint sonach ein Auseinandertreten schon vorgermanisch statt- 
gefunden zu haben, so werden wir nicht zweifelhaft sein, welchem der beiden 
Kreise wir das Wort »heiter« einzureihen haben, aber eben so wenig, dass 



1) Griechische Etymologie p. 145. 

2) Schambach, Göttingisch Grubenhagensches Idiotikon p. 77. Verwijs en Verdam Mid- 
delnederlandsch Woordenb. III, p. 254. 

35 Lexer. Mittelhochd. Wörterb. I. p. 1209. 12 10. 
^ 4) Ein vollständiges Gegenstück zu dem Verhältnis der beiden deutschen Verben findet sich 
im Sechischen: 2iti leben und zi'ci brennen. Bei der gänzlichen Übereinstimmung der Laute [h 
wird im cech. vor i immer zu 5) ist man versucht, an Entlehnung aus dem Deutschen zu denken- 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachtung. 29 

unser »Heide« und nicht anders das altir. »ciad = Wald«') dem anderen, der 
sich um »heien = wachsen« ordnet, zugehören. 

Diesem Verhältnis zufolge ist von dem Begriff der Heide ursprünglich 
nur der menschliche Wohnplatz, Haus und Hof, ausgeschlossen, wozu vielleicht 
frühzeitig als besonderes Werk menschlicher Kunst der Garten traf"). Dagegen 
hat in alter Zeit das Ackerfeld noch kein Recht, sich von der umgfebenden 
Natur auszuschließen; je weiter wir zurückgehen, um so näher kommen wir 
einer Art von Raubbau, der Benutzung wild wachsenden Kornes, für dessen 
Gedeihen der Mensch nur in geringem Maße Sorge trägt. Als eine späte 
Nachwirkung solcher Zustände^) verstehen wir es, wenn im Gotischen noch 
auch der Acker als haithi bezeichnet wird: Ulfilas übersetzt damit das erie- 
chische dygög auch da, wo es in ausdrücklicher Beziehung zum Feldbau steht: 
Lucas XVII, 7: Tig de l§ v/ncov dovXov txiov uqotquovtu ij 7toif.iaivovTa bg 
eigs/.O-uvTcc ex rov u-/qov egel /.tX. = Hwas than izwara aigands arjandan 
aiththau haldandan saei atgangandin af haithjai quithai etc. umfasst haithi un- 
zweifelhaft sowohl Acker- wie Weideland. Und wenn an anderer Stelle 
Luc. XV, 15 das Gelände für Schweinehut durch haithi wiedergegeben wird, so 
dürfte doch Ulfilas seinen heimischen Gewohnheiten gemäß an Eichen- oder 
Buchenmast gedacht haben, so dass wir hier auch den Laubwald unter den 
Begriff fallen sehen. Außerhalb der gotischen Sprache scheint das Wort seine 
allgemeinste Bedeutung nur in der Schweiz bewahrt zu haben "*). 

In allen übrigen Dialekten hat der Wortsinn sich beträchtliche Einschrän- 
kungen gefallen lassen müssen: deren merlavürdigste und für die ursprüngliche 
Weite des Begriffes bezeichnendste ist jedenfalls die im Altniederländischen, wo 
»heide« ein weites, offenes Feld, bisweilen auch Kornfeld, und »beiden« einen 
Bauersmann bedeutet^]. Sonst geht die Enhvickelung überall den entgegenge- 
setzten Weg: 

Mit der stärkeren Ausbildung des Eigenbesitzes, der engeren Verbindung 
des Ackers mit der Hofstatt, der sorgfältigeren Bewirtschaftung tritt das Korn- 
feld in nähere Beziehung zum Anwesen, scheidet aus der Heide aus, eine Wen- 
dung, der im Gegensatz zum Altniederländischen schon auch das Mittelnieder- 
ländische folgt *^). 

So ist es zunächst im skandinavischen Norden: In alten Gedichten wird 
heidr mit saltus, montana glossiert ^), in der Edda bezeichnet es ein zum Kampfe 



i) G. CuRTius a. a. O. p. 113. 

2) Das GRiMM'sche Wörterbuch IV, 2, p. 795 fasst trotz der andersartigen Herleitung den 
Begriff doch genau so. Vgl. auch Doornkaat-Koolman, Wörterb. d. ostfries. Spr. II, p. 58. 

3) Denn die Germanen der historischen Zeit waren keine Nomaden mehr, also auch die 
Goten des Ul&las nicht. 

4) Schweizer. Idiotikon II. p. 988. 

5) OuDEMAXS, Bijdrage tot een Middel- en oudnederlandsch Woordenboek III, 68. 

6) Verwijs en Verdam III, 253. onbeboude zandgrond. Eben so wenig wie im Mittelhoch- 
deutschen gilt sie hier als ästhetisch minderwertig, a. a. O. : groene mersche und scone beide. 

7) SvEiNBjÖRN Egilsson, Lexic. Poetic. antiquae linguae septentrion. p. 317. 



30 Erster Teil. 

geeignetes Gelände'). Schon hier entwickelt sich aus dem Gegensatz zum be- 
bauten Land der Begriff einer rauhen, entlegenen Gegend (tesqua)'), der sich 
ebenfalls in der Edda findet, wenn die Heide als Aufenthalt der Wölfe gilt^). 
Das gleiche Ziel erreicht die Bedeutung im Angelsächsischen : im Beowulf ist 
die »graue Heide« eine wild zerklüftete Felsgegend nahe dem Meere, und sonst 
wird »haede« durch »campus incultus« übersetzt ■*). 

Auch in Deutschland scheidet im allgemeinen das angebaute Land aus der 
Heide aus. Nur als Gesamtbezeichnung für bestimmte Gebiete umfasst das 
Wort noch Culturboden. So ist nach SCHMELLER Haid in Bayern »Eigen- 
namen verschiedener flachen Gegenden, die nicht immer unangebaut und wald- 
los sind«^). Dahin dürfte auch die von Krause '^j erwähnte Magetheide ge- 
hören, die nicht ein Wald zwischen Celle und Ülzen, sondern nichts anderes 
ist als die Lüneburger Heide (maget beide = große Heide). Die von Krause 
angeftihrte Stelle erwähnt einen Wald in der Magetheide; unter den Kirchen- 
lehen von Verden wird ein eben solcher zwischen der Megdeheide, Ülzen und 
Holdenstedt erwähnt^); in einer anderen Urkunde werden in der Lüneburger 
Heide Äcker, Wiesen, Weide, Wälder, Heiden, Wischen (?), Brachen, Wässer, 
Wmdmollen (Dünen) und Watermollen (Schwemmsand) unterschieden «). Selbst 
m dem neuen Kolonistenlande der Mittelmark finde ich das Wort noch spät 
m demselben weiten Sinne gebraucht. Die lutke heyde bei Zehdenick wird 
vergabt »mit -- Jacht, mit gressingen, ackernn, wordenn, gardenn, gewunnen 
und ungewunnen, mit grenitzen, waternn, vischereyen, seen und die haide«^). 

Die beiden letzten Beispiele zeigen deutlich, dass wir es darin mit Über- 
resten einer früheren, umfassenderen Bedeutung zu thun haben; denn beide 
weisen das Wort zugleich in einem engeren Sinne auf. Wie schon bemerkt, 
ist es in ganz Deutschland zunächst das bebaute Feld, das aus dem Begriff 
ausscheidet ; doch erfährt es im ganzen Westen und Süden noch eine weitere 
beträchtliche Einschränkung durch das Eindringen eines Begriffes, der in staat- 
lichen Verhaltnissen seinen Ursprung hat. So weit die fränkische Verfassung 
wirkte, vollzog sich sehr früh die Umwandlung der Gemeindewaldungen in 
königliche Forsten; jede Forst kam außer Zusammenhang mit dem übrigen 
Gebiete, und so findet sich, dass in allen von jenem Vorgange getroffenen Ge- 
bieten im allgemeinen die Heide den Wald ausschließt. Dagegen ist wohl für 

I; Helgakv. I, 50, 4. 

2) SvEiNBjöRN Egilsson a. a, O. 

der Zeichmlf'H^'^ f/ ^' K""' ^" ^'" ^^^^^^^^deutung des ebenen, flachen trägt das Wort in 
aer Zeichnung der oft erwähnten Gnitaheide. 

4) Beowulf 2213. Bosworth Anglo-Saxon Dictionary p. 502 

5; ScHMELLER. Bayer. Wörterb T rn-i Q^ j.4. ' ■ . • 
teils Ackerland. ' ^^^rterb. 1. 103I. So ist iwenigstens jetzt) die Welser Heide größten- 

6) p. 8. 

7 Sl-dendorf, Urkundenb. VI, n. 146. 

S; Riedel, Cod. dipl. Brandenb. A. VI. 40. 

9 a. d. 1480. RiEDEi,, A. XIII. 4i4f. 



Erstes Capitel. Der Begriff der Heide in pflanzengeographischer Betrachhmg. 31 

jede andere Formation im Mittelalter der Name noch möglich: Walter von der 
Vogelweide setzt ausdrücklich heide gleich ouwe (feuchte Wiese), und zwar nach 
der Schilderung gleich Thal wiese 'J. Hundertmal wird der reiche Blumenschmuck 
envähnt, weiß, rot und blau: Rasendecke, Buschbestand, besonders oft wilde 
Rosen werden hervorgehoben, einzelne Bäume bemerkt. Zahlreiche Pflanzen 
tragen die Bezeichnung Heide, Heidekraut: Thymus, myrice (brya), Erica, Spar- 
tium scoparium, Empetrum nigrum, Ledum palustre, Pulsatilla patens, Daphne 
cneorum, Genista germanica, endlich Buchweizen und einmal in Oberdeutsch- 
land die Birke. An Zusammensetzungen von Pflanzen- und Tiernamen mit 
Heide erwähnt Grimm's Wörterbuch: Heidehopfen, -lerche, -flachs, -lilie, -meise, 
-nelke, -elster und -rose''). 

Spät und unvollkommen fanden die Ansprüche des fränkisch-deutschen 
Einheitsstaates im Herzogtum Sachsen Eingang; das Land der Sachsen und 
ihrer Colonien vor allem ist es, wo auch Wälder als Heiden gelten. Da der 
Begriff der Forst hier nie so allgemein und tief Wurzel fasste, konnte es vor- 
kommen, dass einem EiKE v. Repgow beide durchaus nicht als Gegensätze 
erschienen^). Doch wird auch für Sachsen ausdrücklich angegeben, dass 
nur Privatwald als Heide bezeichnet wird'*). Das westlichste Beispiel, das ich 
finden konnte, ist ein Wald bei Hildesheim, der in einer Urkunde Heide ge- 
nannt wird^); weiter östlich ist die Bedeutung von Heide, merica = silva, ne- 
mus allgemein; es wird erwähnt, dass man Kien- und Lagerholz daraus hole^). 
Andererseits ist es in keiner Weise zulässig, die nicht bewaldeten Heiden als 
Ausnahmen hinzustellen: Eine als Viehweide benutzte Heide wird in Ackerland 
verwandelt, ohne dass Rodung nötig ist, nemus, pratum und mirica, ein ander 
Mal Molen, Acker, Holz, Heide, Weide, Bruch und Moor werden unterschieden, 
caespites (Rasen oder Torf?) in der Heide gestochen^). Stammen diese Bei- 
spiele aus Mecklenburg, so werden doch auch im Magdeburgischen, bei Tanger- 
münde, Zehdenick und in Westpreußen Heiden erwähnt, die sicher nicht 
Wald oder Baumbestand sind^); im letzten Falle z, B. werden sogar silva, nemus 
und merica unterschieden. Noch günstiger stellt sich das Verhältnis für die 

i) ed. Paul, p. 41. 

2) Grimm's Wörterb. a. a. O. 796 — 97, 799. Frischbier, Prenß. Wörterb. p. 280. Schmeller, 
I. p. 1052. DiEFFENBACH. Glossar. 

3) Krause führt die Stelle an. Wie es ihm mit der Lüneburger Heide ergeht, sahen wir 
schon. Die zweite dort genannte Heide, die zugleich Bannforst war, ist der Harz ; die Heide zu 
Koyne habe ich nicht ausfindig machen können. Wahrscheinlich ist auch sie nicht ein einzelner 
Wald, sondern ein größeres Gebiet, der Reihenfolge nach wohl im westlichen Teil des ehemaligen 
Herzogtums Sachsen, im Weserlande oder Westfalen. 

4) Berghaus, Sprachschatz der Sassen, p. 672. 

5) Urkdb. d. Stadt Hildesheim IV, p. 234. Bedeutung nach Brandes. Glossar p. 30. Alle 
bisher erwähnten Beispiele liegen außerhalb des >ehemals slavischen Einflusses«, den Krause 
verantwortlich macht. 

6} Mecklenb. Urkdb. VI, 559 und andere. 

7; ibid. 346 ; VIII, 44 ; IX, 240. 

8 Riedel, A. Xni. 414; XVII, 492; XXIV, 56 Heidehafer). Poramerell. Urkdb, 474. 



32 Erster Teil. 

nichtbewaldeten Heiden bei der Erwägung, dass in der Sprache der Urkunden 
merica durchaus nicht das einzige Wort für Heide ist; zweifellos mit Heide 
zu übersetzen ist das oft vorkommende »soHtudo«, das aber selbstverständlich 
nur eine unbewaldete Heide bezeichnen kann. 

Die »Einöde« führt uns auf die letzte Wandlung des Begriffes; sie geht 
von der Eigenschaft der Heide als regio inculta aus und ist deshalb so allge- 
mein eingetreten, weil sie auf dem allerursprünglichsten Gegensatz gegen das 
Bauland beruht. Schon um 500 nannte man einen Ungläubigen einen heidinen 
Mann'), woraus sich dann mhd. das Substantiv Heide entwickelt. Aus dem 
Begriff des unbebauten geht als sein Extrem der des unbebaubaren Landes 
hervor, so im skandinavischen und angelsächsischen, so auch im deutschen, wo 
diese Bedeutung in der Reformationszeit zur Geltung kommt: Luther spricht 
von der öden, dürren, wilden Heide, und nach ihm wird dies die allgemeine 
Vorstellung, wie sie Shakespeare, Opitz, Bürger, Goethe, Uhland und 
andere aufweisen, während Schiller, wohl aus seiner Kenntnis schweizerischer 
Chroniken, ,m »Teil, einen Berg^vald Heide nennt ==]. Ohne Zweifel ist es die 
Untaughchkeit zum Anbau, die, schon in der Zeit weit allgemeinerer Vervven- 
dung des Wortes, doch gerade der echten Heide vorzugsweise ihren Namen 
gesichert hat^j. 



-Zweites Capitel. 

Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen 

in Norddeutschland. 

Wie bereits in der Einleitung erNvähnt wurde, finden wir ausgedehnte Heide- 
flachen bei einer Fahrt durch das norddeutsche Flachland von Westen nach 
Osten nur m den nordwestlichen Gebieten, im östlichen Binnenlande treffen wir 
keine großen Heidegebiete mehr an, nur hin und wieder sehen wir einen Hügel 

^m Fluch, r'-"''^' "'' ^^'""^^ "^^^^ b^d^^kt, diese Flächen werden 
>m Hachlande, je weiter wir nach Südosten vordringen, immer seltener und 

von Heide und H^^r V' , ' ^^'^f'^ ^°^^ ^"^^^ Beweises, dass die graphische Unterscheidung 
L ve^schleil "' "'' "" ^^"^^^' ^'^ lebensvollen Zusamnienhänge der Sprache 

2) Grimm's Wörterb. 797 f. 

.oh.e/Hdd°lI™."'°K ""^ '^- ^" "ä""""'" ™»»=«n=.«." fi»de„ ,ich eine g.„e A„»bl 
Heid" f/,lde d ° «= ?'k° ""' "'" '" '" "'°""«"S™ » ■>" Schilderung de, 

.„pis^" Be;::rr:; r: ^,1;": t:«""' ": t '- '-"°""-' "-'"• '" 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitimg der Heiden und Heidepflanzen etc. 33 

seltener und fehlen auf weite Strecken ganz. Verfolgen wir nun die Haupt- 
verbreitungsgebietc der Heide genauer, so finden wir das Hauptareal ausge- 
dehnt von Ostfriesland, wo wir stundenlang durch ebene, meist feuchte Heide 
fahren, südlich bis an die Grenzen des festen Gesteins und im nördlichen West- 
falen oft weit und ausgedehnt in das Gebirge hineinragend. Östlich erstreckt 
sich das Heidegebiet mit einigen Unterbrechungen bis in die östliche Provinz 
Hannover, wo der Landrücken zwischen Elbe und Weser resp. Aller die be- 
rühmte Lüneburger Heide trägt. In einzelnen Teilen springt die Heide bis 
weit in die Provinz Sachsen bis an die Elbe nach Stendal und Arneburg vor. 
In der Priegnitz überschreiten die Heiden die Elbe erheblich und bilden so 
einen Übergang zu den Verbreitungsgebieten in Schleswig-Holstein und Mecklen- 
burg. Im ersteren finden wir besonders an der Westküste, im letzteren nament- 
lich im Nordosten und an der Ostsee ausgedehnte Heiden. Ein schmaler Streifen 
Heidevegetation folgt dann, meist mit Unterbrechungen an den Flussmündungen 
der ganzen Ostseeküste, sich nur stellenweise, so im westpreußischen Kreise 
Putzig etwas verbreiternd. In Ostpreußen, besonders im nördlichen Gebiete, 
ist wieder eine Vergrößerung der Heideflächen zu constatieren, es bildet sich 
hier durch die russischen Heidemoorgebiete ein allmählicher Übergang zu den 
heidigen Formationen des Nordens, die in vielen Teilen bereits erheblich von 
den unsrigen abweichen. 

Im Binnenlande finden wir eine Exclave der Heidevegetation in der mär- 
kischen und schlesischen Niederlausitz, die einen Anschluss erreicht an die 
Heiden der Sudeten, speciell des Riesengebirges und Gesenkes, aber eine eigen- 
tümliche Flora aufweist, die in vielen Elementen mit der Nordwestdeutschlands 
übereinstimmt. Anders verhält sich die Tucheier Heide in Westpreußen, die 
gleichfalls ziemlich tief ins Binnenland hineinragt. Ihr fehlt eine eigentümliche 
Heidevegetation, denn wenn sich auch hin und wieder größere und kleinere 
Bestände von Calluna und Arctostaphylos finden, macht die ganze Landschaft 
nicht den Eindruck einer Heidelandschaft, es fehlen die charakteristischen Ver- 
treter der Heidegebiete Erica, Myrica etc. ganz''). Die Flora des Ostens zeigt 
im wesentlichen Steppencharakter, so weit eben bei uns von einem solchen die 
Rede sein kann. 

Die geographische Verbreitimg der Heidepflanzen zeigt nun zum Teil eine 
solch merkwürdige Übereinstimmung mit der Verbreitung der Heidegebiete, 
dass es interessant erscheint, hier einmal die betreffenden Arten von diesem 
Gesichtspunkte aus zusammenzustellen. Eine ganze Reihe von Arten sind 
selbstredend in den Heidegebieten häufiger als im Osten des Gebietes, das 
könnte auch seinen Grund darin haben, dass in dem betreffenden Teile die 
ihnen passenden Standorte häufiger sind als im anderen. Eben so ist es mit 



i^ Vgl. Schnelle, Die Tucheier Heide. Abh. z. Landesk. Prov. Westpr. V. Danzlg 1893. 
— CoNWENTz, Botanische u. zoologische Skizzen ans der Tucheier Heide. Schrift. Naturf. Ges. 
Danzig. N. F. VIII. 34. 221—229. — Maass. Geologische Skizzen aus der Tucheier Heide. 
Ebend. X, i, i — 15 (1899). 

Graebner, Die Heide. •? 



34 Erster Teil. 

einer Reihe südöstlicher Typen, deren Gebiet das der Heide ganz oder fast 
ganz ausschließt. Auch hier könnte man die Seltenheit mancher dieser Typen 
im Westen auf den Mangel zahlreicherer Standorte zurückführen. Die auffällige 
Thatsache indessen, dass eine ganze Reihe von Heidepflanzen zur atlantischen 
oder nordisch-adantischen Pflanzengenossenschaft gehörig außerhalb des Heide- 
gebietes ganz vollständig fehlen, dass andererseits die südöstlichen (auch pan- 
nonische oder pontische Typen genannten) Arten zum Teil gerade dieses Heide- 
gebiet ganz meiden und dass schließlich trotz des heutigen starken Verkehrs 
diese Grenzen, wo sie nicht mehr oder weniger genau übereinstimmen, eine 
doch nicht verkennbare Parallelität ihres Verlaufes zeigen, kann lediglich ihre 
Erklärung finden in heute herrschenden klimatischen Verschiedenheiten. Die 
geringe Zahl vorhandener passender Standorte kann wohl die Seltenheit, nicht 
aber das völlige Fehlen einer so großen Anzahl von Arten zur Folge haben. 
Auf keinen Fall aber kann das mehr oder weniger weite Vorrücken oder 
Zurückweichen hinter der hauptsächlichsten Grenze in einer dieser letzteren 
wenigstens annähernd parallelen Grenze auf irgend welche Bodenverhältnisse, 
wie einige Autoren wollen, zurückgeführt werden, sondern muss notgedrungen 
in den heutigen klimatischen Verhältnissen seinen Grund haben. Welche kli- 
matischen Factoren die wirksamen sein können, muss einem besonderen Kapitel 
zur Untersuchung überlassen bleiben. 

Bei der folgenden Liste handelt es sich nicht darum, welcher Florengemeinschaft 
die einzelnen Arten angehören, eben so wenig wie berücksichtigt ist, in welchen 
Formationen sie sich finden. Sie sind lediglich nach dem Grundsatze zusam- 
mengestellt, dass sie im norddeutschen Flachlande eine Grenze erreichen. Da 
in einem so monotonen Gebiete, wie Norddeutschland, von unvollendeter 
Wanderung kaum die Rede sein kann, wird man wenigstens bei der großen 
Mehrzahl der sich mehr oder weniger durchgreifend gegenseitig ausschließenden 
Arten die Ursache des Fehlens in bestimmten Gebieten auf in der Jetztzeit 
wirkende klimatische etc. Factoren zurückführen müssen, deren Wirkung hier 
möglichst untersucht werden soll. Um indessen einen Anhalt zu geben, welcher 
Florengemeinschaft die einzelnen Arten angehören, sind folgende sich auf die 
Norddeutschland benachbarten Gebiete beziehende Zeichen') vorgesetzt: 

r- atlantische oder nordatlantische (boreale) Arten, 

_ mitteldeutsche Arten, 

_J pontische (oder südöstliche) Arten, u. s. w. 

ohne Bezeichnung: Arten ohne ausgeprägte Beziehungen. 

Mit I versehene Arten sind Charakterpflanzen, auch der Heideformation 
selbst. 



I) r- z. B. soll aber durchaus nicht heißen, dass östlich und südlich sich kein Standort 
findet, sondern dass der Verbreitung im Gebiete sich die Hauptverbreittmg nach Westen oder 
Norden oder nach beiden Seiten anschließt. Verbreitung in den Alpen z. B. bleibt unbe- 
riicksichtigt. 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 35 

i) Die Pflanzen, die das eigentliche Heidegebiet bewohnen, im 
übrigen Gebiete jedoch fehlen oder wenigstens sehr selten sind, 
sind folgende: 

!|— Sphagnum molle Sulliv. Charakterpflanze der nordwestdeutschen 
Heidemoore, nach Osten zu immer seltener werdend, in Westpreußen bei Neu- 
stadt ein Fundort. 

!r- S. molluscum Bruch, ebenfalls im Westen häufig, im Osten selten. 

r- Pilularia globulifera L. Am verbreitetsten im nordwestdeutschen 
Heidegebiet und in der Lausitz, in der mittleren und nördlichen Provinz Branden- 
burg sehr selten {Frankfurt und Berlin früher. Fürstenwalde, Templin). In 
Mecklenburg bei Schwerin und Malchin. In Pommern bei Greifswald, Stolp 
und im Kreise Lauenburg bei Saulin. Folgt also der Ostseeküste weit nach 
Osten, der einzige heute vorhandene, etwas entlegene Standort ist Fürstenwalde. 

Zr- Sparganium affine Schnizl. In der Lüneburger Heide stellenweise 
sehr häufig, besonders um Bremerhafen, Otterstedt, Bassum-Syke-Vilsen, sonst 
in der Lausitz: Hoyerswerda (Barber?), Mecklenburg, Westpreußen in den 
Kreisen Neustadt und Putzig. Wohl an der Ostseeküste oft übersehen. 

I f~ S. diversifolium Graebn. Eine Pflanze des subatlantischen Gebietes, 
bisher in Nordwestdeutschland, bei Berlin, in der Lausitz (Hoyerswerda [Barber?]). 
In Pommern bei Kolberg und im Kreise Lauenburg: Lübtow. In Westpreußen 
im Kreise Putzig: an der Ostseeküste im Bialawa Bruch. 

I Potamogetonpolygonifolius Poir. In den nordwestdeutschen Heide- 
gebieten verbreitet bis in die Altmark: Gardelegen. Verbreitet im Lausitzer 
Heidegebiet bei Lauchhammer und Mückenberg a. d. Schwarzen Elster, sonst 
in Brandenburg bei Sternberg, Eberswalde (und Prenzlau?) angegeben. In 
Pommern mehrfach, in Westpreußen im ICi-eise Putzig bei Ostrau. 

r" Echinodorus ranunculoides (L.) Engelm. Im Nordwesten sehr 
zerstreut östlich bei Salzwedel. Sonst in Brandenburg bis Potsdam: Marquard- 
Pritzerbe-Rhinow — (in Mecklenburg mehrfach) — Pommern: W^ollin-Usedom- 
Stralsund. Rügen. 

I.. Anthoxanthum aristatum Boiss. (A. Puelii Lee. u. Lam.]. Im Heide- 
gebiet des Nordwestens auf Äckern oft sehr gemein, in Mecklenburg, Pommern 
und Westpreußen selten, eben so im westlichen Brandenburg. Scheint (ob 
dauernd ?) sich ostwärts zu verbreiten, bei Berlin öfter, aber stets vorübergehend 
verschleppt und bald wieder verschwindend. 

lr~ Aera discolor ThuiU. Im nordwestlichen Teile des Gebietes nord- 
östlich bis Bremen, fehlt um Stade. Mehrfach in der Lüneburger Heide und 
um Gifhorn, dann wieder in der Lausitz bei Hoyerswerda und Hohenbocka, 
Senftenberg (Barber), in Westschleswig, in Holstein bei Trittau. Rügen: 
Bruch in der Stubnitz und bei Gelm. 

lr~ Scirpus caespitosus L. Im Heidegebiet des Nordwestens und 
Schleswig-Holsteins sehr verbreitet und oft massenhaft auftretend. Östlich zer- 
streut bis Schernebeck (Altmark) -Haemerten- Billberge bei Stendal -Pritzwalk- 
von da streicht die Grenze nach Osten, in Mecklenburg, Pommern und West- 






36 Erster Teil. 

preußen auf den Küstenmooren oft selir häufig, in Westpreußen noch in den 
Kreisen Dt. Krone und Carthaus angegeben, in Ostpreußen meist auf den Heide- 
mooren in der Nähe der Ostsee. Angeblich auch im Heidegebiet der Lausitz 
bei Luckau, sowie bei Beizig und Stassfurt beobachtet. 

! Sc. fluitans L. In den westlichen Heidegebieten überall zerstreut, die 
Altmark ausschließend, die Elbe nur in der Gegend bei Pritzwalk-Triglitz über- 
schreitend, in Schleswig-Holstein nicht selten. Im Lausitzer Heidegebiet bei 
Ruhland: Skyro Teich. Die Angaben bei Rosslau, Zerbst und Elsterwerda nicht 
bestätigt. 

Sc. setaceus L. Nach Osten in Westpreußen die Weichsel nicht über- 
schreitend (früher bei I'horn), in Posen bis Krotoschin (früher) -Gnesen-Strelno- 
Inowrazlaw. 

Sc. ovatus Roth. In Nordwestdeutschland selten, östUch nicht über 
Bentheim-Bersenbrück -Varel, dann wieder im südlichen Holstein Harburg-Ham- 
burg-Trittau-Lütjenburg. Im Heidegebiet der Niederlausitz zerstreut. Die An- 
gabe in Pommern unverbürgt, dann wieder in Ostpreußen. 

I [~ Sc. multicaulis Sm. Nur im eigentlichen Heidegebiete, im Nord- 
westen östlich bis Gifhorn-Celle-Munster bei Soltau: Traun-Hamburg , dann in 
Schleswig-Holstein. In der Niederlausitz bei Sommerfeld, Forst, Finsterwalde, 
Senftenberg, Hohenbocka und Hoyerswerda. 

I Rhynchospora alba (L.) Vahl. Im westlichen Gebiete überall auf 
Heidemooren häufig, im Osten seltener, in Posen im Nordwesten nur bis Meseritz- 
Filehne-Czarnikau : Teerkeute, in Westpreußen im Südosten selten. Auch auf 
den hinterpommersch-westpreußischen Küstenmooren sehr häufig bis zur Dan- 
ziger Bucht. Ostpreußen. In der Lausitz sehr häufig. 

Ir" Rh. fusca (L.) Roem. et Schult. In den Heidegebieten fast überall 
häufig. In Brandenburg östlich bis Fürstenwalde, in Posen nur im äußersten 
Westen bei Meseritz, in Mecklenburg und Pommern in der Nähe der Küste. 
Westpreußen im Kreise Putzig und bei Schlochau (R. Schultz). 

! Carex pulicaris L. In den Heidegebieten des Nordwestens, Schles- 
wig-Holsteins, der Lausitz und an der Ostseeküste meist häufig, sonst selten und 
nach Südosten abnehmend bis Sagan und Grünberg i. Schi. -Frankfurt a. O.- 
Driesen-Schlochau-Thorn. 

I C. pauciüora Lightf. Im Heidegebiet bei Oldenburg; in der Lüne- 
burger Heide zerstreut, in Holstein bei Itzehoe; in der Lausitz bei Görlitz: 
Kohlfurt und bei Hoyerswerda. In Westpreußen im Kreise Carthaus bei 
Mirchau und in Ostpreußen mehrfach. 

! C. chordorrhiza Ehrh. Sehen. In Nordwestdeutschland. Lausitz bei 
Göditz: Kohlfurt und Sommerfeld. In Brandenburg bei Berlin, Potsdam, 
Spandau und Neu-Ruppin. In Mecklenburg bei Rostock früher. In Pommern 
und Westpreußen sehr zerstreut südlich bis Czarnikau und W^irsitz in Posen. 

r- C. punctata Gaud. Auf Langeoog, Borkum und Juist und an der 
Ostseeküste in Westpreußen; Kreis Putzig, Tupadeler Moor, dort vielleicht 
weiter verbreitet. Eine atlantische Art. 



Zweites Capitel. CJeographische Verbreitung der Heiden und Ileidepflanzen etc. 37 

1 1~ Narthecium ossifragum (L.) Huds. Im nordwestdeutschen Heide- 
gebict meist überall häufig, fehlt bereits in der Altmark und in Mecklenburg, 
überschreitet die Elbe nach Osten nur in ihrem untersten Laufe. In Schles- 
wig-Holstein besonders im Westen verbreitet. 

r~ Gagea spathacea (Hayne) Salisb. Im Westen zerstreut östlich bis 
Magdeburg-Tangermünde (früher) -Priegnitz : bei Pritzwalk-Putlitz und Freien- 
stein im anstoßenden Mecklenburg zerstreut (an der Küste häufig) bis Penzlin- 
Woldegk — ebenso in Pommern (und Rügen), begleitet die Ostseeküste ost- 
wärts bis Westpreußen. Im Binnenlande zerstreut südlich bis Stettin-Naugard- 
Dt, Krone-Kulm i. Wpr.-Pr. Holland i. Ostpr.-Elbing. 

I r~ Myrica Gale L. In den Heidegebieten des Nordostens sehr ver- 
breitet und meist sehr häufig, fehlt aber östlich von Gifhorn-Wittingen (bis in 
die Provinz Sachsen) - Bodenteich - Artlenburg - Wittenburg in Mecklenburg- 
Venzkow bei Bruel- folgt dann auf den Küstenmooren von Rostock ab in 
einem schmalen Gebietsstreifen der Ostseeküste von Pommern und Westpreußen 
bis zur Danziger Bucht. Im Kreise Putzig noch häufig, im Kreise Danzig im 
Forstbelauf Pasewark unweit des neuen Weichseldurchstiches das letzte Vor- 
kommnis. Dann erst weit nördlich in Ostpreußen in den Kreisen Heidekrug 
und Memel wieder. Im I.ausitzer Heidegebiet bei Luckau und Luckenwalde. 

Montia minor Gmel. Im westlichen Gebiete zerstreut, nach Osten ab- 
nehmend, in Posen nur noch in den Kreisen Rawitsch und Koschmin. 

~ M. lamprosperma Cham. Nur aus Hinterpommern und Westpreußen 
bekannt, hier bis Bartin-Stolp-Neustadt-Danzig-Marienburg (früher), besonders 
an der Küste. Anscheinend eine nordisch-atlantische Art (Norwegen!). 

r- M. rivularis Gmel. In den nordwestlichen Heidegebieten und in der 
Lausitz verbreitet außerhalb derselben selten, östlich bis Ruhland-Kalau-Brück- 
Belzig-Rathenow- Salzwedel-Boitzenburg. Außerdem nur aus Posen: Kreis 
Czarnikau angegeben. 

Illecebrum verticillatum L. In den Heidegebieten des Nordwestens 
und der Lausitz zerstreut und meist massenhaft auftretend, nach Nordosten ab- 
nehmend, beobachtet bis Pleschen-Ostrowo-Czarnikau-Grünberg-Crossen-Frank- 
furt a. O.- (Berlin früher) -Brandenburg-Rhinow-Mirow i. Mecklenburg-Röbel- 
Schwerin. 

! Pulsatilla vulg-aris Mill. Im westlichen Gebiete zerstreut, östlich bis 
Coswig-Zerbst-Burg Bz. Magdeburg-Havelberg-Templin-Stralsund. Rügen. An- 
geblich noch in Pommern: Beigard und in Posen: zwischen Rawitsch undBojanowo. 

Ii— Ranunculus hederaceus L. Im nordwestdeutschen Heidegebiete 
meist häufie, westlich bis Wolmirstedt- Stendal -Salzwedel -Lauenburg-Lübeck- 
Rostock (?). Angeblich auch im Lausitzer Heidegebiete bei Luckau und m 
Posen bei Czarnikau? 

!r- R. hoJoleucus Lloyd. Nur im Heidegebiet des Nordwestens zerstreut 
bis Vilsen-Moysburg. In Holstein bei Neumünster ^früher;. 

Chrysosplenium oppositifolium L. Im nordwestdeutschen Heidege- 
biete zerstreut, östlich beobachtet bis Neuhaldensleben - Kalvörde - Walbeck- 



38 Erster Teil. 

Uchtequelle-Clötze-Salzwedel-Boizenburg i. Mecklenburg-Gadebusch-Schönberg- 
südlich bei Roebel-Stettin-Naugard-Polzin. In Brandenburg sonst bei Sorau, 
Pforten und bei Grünberg i. Schlesien. 

Rubus Bellardii Weihe et Nees. In Norddeutschland zerstreut, in Ost- 
deutschland nach Maass (Aschers, u. Graebn., Fl. Nordostd. Flachl. 401) fast 
nur an der Ostseeküste, 

I Genista pilosa L. Im Gebiet meist zerstreut, in den Heidegegenden 
oft sehr häufig, nach Osten abnehmend, fehlt in Westpreußen. Früher einmal 
bei Osterode in Ostpreußen. 

G. tinctoria L. Meist häufig im Gebiete, nach Osten abnehmend bis 
Dirschau. In Pommern bereits fast fehlend. 

G. germanica L. Gleichfalls in den Heidegebieten ziemlich häufig, im 
Westen westlich bis Meppen-Lethe-Berhövede (Wesermündung) reichend, sonst 
nicht selten, nur in Schleswig-Holstein sehr zerstreut. Nach Osten abnehmend 
bis Thorn-Culm-Graudenz-Saalfeld und Neidenburg in Ostpreußen. 

Ii— G. anglica L. In den nordwestdeutschen Heidegebieten häufig, öst- 
lich bis Zerbst-Neuhaldensleben-Burgstall-Rathenow-Nauen (vorgeschoben, früher) 
-Arneburg-Havelberg-Freyenstein-Röbel-Penzlin-Ribnitz. — Außerdem in der 
Lausitz bei Luckau angegeben und bei Swinemünde: Golmberg nach RuTili: 
eingeschleppt. 

I^ Ulex europaeus L. Wohl im ganzen Gebiete nicht einheimisch, in 
den nordwestdeutschen Pleidegebieten aber anscheinend völlig eingebürgert. 

Ornithopus perpusillus L. Im westlichen Gebiete nirgends selten, 
außerhalb der Heidegebiete als wilde Pflanze viel seltener, fehlt östlich der 
Weichsel ganz als solche. An der Ostseeküste in Pommern erheblich häufiger 
als im Binnenlande. 

! Radiola multiflora (Lam.) Aschers. In den Heidegebieten des Nord- 
westens, der Lausitz und an der Ostseeküste sehr häufig, im übrigen Gebiete 
viel seltener. 

Ir- Polygala depressum Wender. Im nordwestdeutschen Heidegebiete 
meist häufig, sonst fast fehlend, westlich noch bei Helmstedt und im hannover- 
schen Wendlande bei Lüchow beobachtet. In Pommern bei Greifswald an- 
gegeben. 

! Empetrum nigrum L. In den Heidegebieten des Nordwestens und 
der Ostseeküste gemein, nach Südosten bald abnehmend, beobachtet bis Helm- 
stedt-Bodenteich-Ratzeburg-Schwerin-Crivitz-Goldberg-Nörenberg-Schönlanke in 
Posen-Dt. Krone in Westpreußen-Flatow-Tuchel-Konitz-Pr. Stargard-Marienburg- 
Strasburg-Ostpreußen. Sonst bei Guben. 

Hex Aquifolium L. In den nordwestdeutschen Heidegebieten nicht selten, 
westlich bis Neuhaldensleben-Querenhorst-Clötze-Steimke-Salzwedel-Arendsee- 
Osterburg-Wilsnack-Perleberg-Putlitz-Kyritz-Rheinsberg-Bützow in Mecklenburg- 
Güstrow-Marlow-Damgarten und Tribsees in Pommern- auf Dars und Zingst- 
Stralsund-Greifswalder Oie-Rügen. 

! Hypericum pulchrum L. In den nordwestlichen Heidegebieten überall 



Zweites Capltel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 39 

zerstreut, stellenweise häufig, östlich beobachtet bis Clötze-Havelberg-Ludwigs- 
lust-Schwerin-Ratzeburg. In der Niederlausitz bei Lübben und Luckau. 

i~ Tripentas helodes (L.) Aschers. Im Heidegebiete des Nordwestens 
zerstreut, stellenweise nicht selten, östlich bis Jever-Westerstede-Hude-Celle. In 
der Lausitz mehrfach bei Hoyerswerda. 

IL Helianthemum guttatum (L.) Mill. In einigen Teilen der Heide- 
gebiete zerstreut. Beobachtet bei ClÖtze - Rathenow - Genthin - Brandenburg- 
Potsdam - Coswig und Wittenberg früher - Niemeck - Treuenbrietzen - Jüterbog- 
Mittenwalde-Teupitz-Buchholz-Golssen-Luckau-Calau. Außerdem auf Norderney, 

L Isnardia palustris L. Im Heidegebiet des Nordwestens beobachtet 
bis Burgsdorf-Celle-Ülzen-Hamburg-Segeberg, nördlich bis Heide-Kiel. In der 
Lausitz bei Schoenewalde-Friedersdorf, bei Dobrilugk, Kottbus, Luckau, Lübben, 
Duben, Hartmannsdorf a. d. Spree. Werder bei Pretschen im Kr. Beeskow- 
Storkow und angeblich auch bei Liebenwalde. 

r~ Myriophyllum alterniflorum DC. Im Heidegebiete des Nordwestens 
meist nicht selten, östlich bis Vorsfelde-W^endland-Menz bei Rheinsberg-Fürsten- 
berg-Lychen-Feldberg, dann nach Osten die Ostseeküste begleitend, landein- 
wärts bis Polzin-Kr. Deutsch Krone-Schlochau und Preuß.-Stargard. 

r" Helosciadium inundatum (L.) Koch. Im nordwestdeutschen Heide- 
gebiet meist zerstreut, östlich die Grenze der Altmark nicht erreichend, angeb- 
lich noch bei Tangermünde. Nach Osten die Ostseeküste begleitend bis 
Grabow- Neustadt -Rügen: Hiddensee-W^olgast-Löcknitz-Kolberg. Im Heide- 
gebiete der Lausitz bei Ruhland und Hoyerswerda. 

H. repens (Jacq.) Koch. Im nordwestlichen Heidegebiete meist nicht 
selten, nach Südosten rasch abnehmend und jenseits der Linie Dessau-Zossen: 
Rangsdorf-Golssen-Frankfurt-Angermünde-Pyritz nur noch bei Fraustadt in Posen 
(ob eingeschleppt?). 

" Chamaepericlymenum (Cornus) suecicum (L.) Aschers, et Graebn. 
Nur im Heidesebiet der nordwestdeutschen Küsten bis Harsefelde- Itzehoe- 
Rendsburg. An der Ostsee nur bei Kolberg. 

Ir~ Erica Tetralix L. In den nordwestdeutschen Heidegebieten unge- 
mein häufisf, eben so in der Lausitz und an der Ostseeküste Pommerns. Nach dem 
inneren Gebiete schnell abnehmend und nur an isolierten Fundorten, beobachtet 
bis Sorau-Beeskow-Storkow-Köpenick-Werneuchen-Nauen-Lindow-Straßburg i. U. 
— dann die Ostseeküste begleitend östlich bis zur Danziger Bucht bis Pase- 
wark. Sonst nur bei Czarnikau angegeben. 

Primula elatior (L.) Jacq. In Nordwestdeutschland nicht selten, ösdich 
bis Neuhaldensleben-Salzwedel- Wendland- Wittenburg in Mecklenburg-Schwerin- 
Klütz- Wismar- Doberan-Malchow- Neuvorpommern mehrfach -Beigard -Köslin. 
In Posen nur verwildert. 

1— P. acaulis (L.l Jacq. In der nördlichen Hälfte des nordwestdeutschen 
Heidegebietes und Schleswig-Holstein zerstreut, östlich noch in Mecklenburg 
bei Klütz-Wismar-Doberan, früher auch bei Rostock. 

Lysimachia nemorum L. In Nordwestdeutschland und in der Lausitz 



^ Erster Teil. 

meist nicht selten, östlich bis Forst-Triebel-Sorau-Köpenick-Wentower See bei 
Dannenwalde-Drefahl, dann in der Nähe der Ostseeküste in Mecklenburg- 
Pommern -Westpreußen zerstreut bis zu den Kreisen Neustadt- Putzig- Danzig 
und neuerdings in Ostpreußen im Kreise Pr. Holland. 

Limnanthemum Nymphaeoides (L.) Link. Im westlichen und nörd- 
lichen Gebiete zerstreut, fehlt in Ostbrandenburg und Posen. Wandert neuer- 
dings weiter. 

!L Cicendia filiformis (L.j Delarbre. In den Heidegebieten des nord- 
westlichen Deutschland nicht selten, stellenweise sehr häufig östlich beobachtet 
bis Braunschweig-Clötze-Salzwedel-Seehausen-Grabow-Putlitz-Neustadt-Schwaan. 
Früher einmal bei Brandenburg. In der Lausitz bei Rietschen. 

Mentha Pulegium L. Im nordwestdeutschen Heidegebiete zerstreut, öst- 
lich bis Krotoschin-Grünberg in Schl.-Krossen-Frankfurt a. O.-Nakel (weit vor- 
geschoben) -Wriezen-Oderberg-Schwedt a. O. An der Elbe bis Hamburg. 

L Galeopsis dubia Leers (G. ochroleuca Lam.) Im nordwestlichen 
Heidegebiete meist nicht selten, östlich beobachtet bis Rathenow : Böhne-Putlitz- 
Parchim-Crivitz-Ratzeburg. Außerdem in der Lausitz: Luckau (ob noch?;. 

L Scutellaria minor L. Im nordwestlichen Heidegebiete sehr zerstreut 
bis Rehburg-Rethem-Harsefeld-Hamburg-Perleberg. Außerdem im Lausitzer 
Heidegebiet bei Oranienbaum- Authausen-Mückenberg: Grünewalde-Ruhland. 

Teucrium Scorodonia L. Im nordwestdeutschen und Lausitzer Heide- 
gebiete zerstreut, östlich bis Walbeck-Clötze-Salzwedel-Röbel-Penzlin-Binz, an 
der Ostseeküste mehrfach in alten Parks (so Oliva), ob einheimisch? Im Lau- 
sitzer Heidegebiete bis Grünewalde-Koswig-Zerbst-Sorau-Beeskow. 

Pedicularis silvatica L. In den Heidegebieten sehr häufig, im übrigen 
Gebiete zerstrevit, östlich der W^eichsel sehr selten. 

I Orobanche Rapum Genistae Thuill. Auf Sarothamnus nur im west- 
lichen Heidegebiete bis Osnabrück-Vörden-Damme, hier stellenweise häufig und 
massenhaft. 

PlantagoCoronopusL. In den nordwestdeutschen Heidegebieten meist 
nicht selten, östlich bis Salzwedel-Wendland, dann die Ostseeküste durch Meck- 
lenburg und Pommern begleitend, dort meist nicht selten, sicher bis Kolberg, 
bei Danzig nur auf Ballast. 

Galium harcynicum Weigel (G. saxatile Auctj. Im westlichen Ge- 
biete zerstreut, fehlt in Posen und Westpreußen, in Brandenburg aber noch 
bei Frankfurt-Driesen. 

Pulicaria dysenterica (L.) Gärtn. Im nordwestlichen Gebiete zerstreut, 
stellenweise nicht selten, nach Osten abnehmend, die Oder kaum überschrei- 
tend. Beobachtet bis Sorau-Küstrin-Landsberg (vorgeschoben) -Wriezen-Königs- 
berg i. N.-Altdamm-Polzin-Schwedt a. O.-GranzoAv-Strasburg i. U.-Peenemünde. 
Sonst wohl nur verschleppt. 

Aus der obigen Liste geht deutlich hervor, eine wie große Zahl von 
Pflanzen bei uns eine ganz charakteristische Südostgrenze erreichen. Es macht 
sich bei diesen Pflanzen, von denen der größte Teil in der Heide vorkommt, 



Zweites Capltel. Geographische Verbreitung der Heiden und Ileidepfianzen etc. 41 

ein großer Teil geradezu zu den Charakterpflanzen dieser Formation gehört, 
überall die Tendenz geltend, das Binnenland des Südostens mehr oder weniger 
zu vermeiden. Sie alle haben ihr Hauptverbreitungsgebiet im westlichen Heide- 
gebiete, zahlreiche Arten begleiten die Ostseeküste ostwärts und eine ganze 
Reihe kommt (z. T. völlig isoliert!) im Heidegebiet der Lausitz wieder vor. 

2) Viel größer noch ist die Zahl derjenigen Arten, die die eigent- 
lichen Heidegebiete mehr oder weniger streng vermeiden und die 
gerade das von den vorher aufgezählten Arten gemiedene Gebiet bewohnen. 
Bei den östlichen Pflanzen, die zum größten Teil die der Steppenformation 
nahe verwandte der sonnigen (»pontischen«) Hügel bewohnen und wenige 
Heideelemente enthalten, tritt das eine oft sehr stark hervor, nämlich dass sie 
sich, den Flussläufen (wenigstens der Oder und Weichsel) folgend, weiter nord- 
wärts oft bis an die See verbreitet haben und so eine Unterbrechung des 
Wohngebietes der westlichen Typen, die gerade wieder an diesen Strecken 
fast alle fehlen, hervorrufen, ja an der Weichsel wird vielen westlichen Pflanzein 
ent^veder eine definitive Grenze gesetzt oder wir finden sie doch erst weit da- 
von entfernt in Ostpreußen wieder, wo sie dann gewöhnlich auch schon den 
Anschluss an das nordisch-atlantische Wohngebiet der betreffenden Art in 
Skandinavien und Nordrussland erreichen. 

Die das Heidegebiet meidenden Pflanzen oder solche mit westlichen oder 
nordwestlichen Grenzen sind folgende: 

I Juniperus communis L. Diese für manche Heiden charakteristische 
Pflanze fehlt in dem nördlichen Teile des nordwestdeutschen Heidegebietes ganz, 
nördlich der Linie Harburg-Verden-Delmenhorst-Papenburg nur an einzelnen 
zerstreuten Orten. 

_j Stupa pennata L. Fehlt im nordwestdeutschen Flachlande, in Schleswig- 
Holstein, Mecklenburg, den pommerschen und westpreußischen Küstengebieten, 
sowie in der Lausitz. In Pommern bei Garz a. Oder, in W'estpreußen an der 
Weichsel bis Marienwerder. In Brandenburg und Posen zerstreut. 

_j S. capillataL. Fehlt im nordwestdeutschen Flachlande, in Schleswig- 
Holstein, Mecklenburg, den pommerschen (außer Insel Wollin) und westpreußi- 
schen Küstengebieten, sowie in der Lausitz. An der Oder bis zwischen Garz 
und Stettin, in Westpreußen nur im Weichselgelände bei Kulm und Schwetz, 
in Brandenburg (außer dem Nordwesten) und Posen zerstreut. 

Phleum Boehmeri Willd. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, fehlt im 
Westen bereits in der hannoverschen Ebene, an der Ostseeküste mindestens 
selten. 

Koeleria cristata (L.) Pers. Fehlt in Ostfriesland, im Emslande, Olden- 
burg und Schleswig-Holstein. Im nordwestdeutschen Flachlande nur an der 
Weser und bei Lüneburg beobachtet. Im östlichen Gebiete zerstreut oder 
häufiger, in Mecklenburg und an der Ostseeküste in Pommern und Westpreußen 
selten oder stellenweise ganz fehlend. 

K. glauca (Schk.) DC. Fehlt ebenfalls im westlichsten Teile des Gebietes 
mit Sicherheit nur bei Harburg, im Wendlande und Lauenburgischen bereits 



42 Erster Teil. 

häufig. Fehlt nach KRAUSE in Mecklenburg. In Holstein an wenigen Orten, 
an der pommerschen und westpreußischen Ostseeküste selten. 

Dactylis Aschersoniana Graebn. Anscheinend nur im östlichen Ge- 
biete, hier in Wäldern meist nicht selten, westlich bis zum Hakelwald im Mag- 
debursischen, Potsdam-Nauen. Scheint auch an der Ostseeküste zu fehlen. 

PoabulbosaL. Im Westen die Elbe wenig überschreitend erreicht hier 
ihre Westgrenze. In Mecklenburg nur im südöstlichen Teile, in Schleswig- 
Holstein nur unbeständig im äußersten Süden. In Pommern an der Ostsee- 
küste selten, im Süden wie in Brandenburg und Posen zerstreut. West- 
preußen selten. 

_j? Glyceria nemoralis Uechtr. et Körnicke. Im östlichen Gebiete 
zerstreut, westlich bis Meseritz-Landsberg a. W.-Stettin. Sonst bei Driesen- 
Friedeberg-Reetz. An der pommerschen Ostseeküste nicht beobachtet. 

Festuca silvatica (Poll.) Vill. Im Osten besonders auf dem mecklen- 
burgisch-pommersch-westpreußischen Landrücken verbreitet, westlich bis Bis- 
dorf im Hasenwinkel -Isenbüttel-Hamburg-Hohenwestedt- Gramm i. Schleswig. 

Bromus tectorum L. Im Gebiete östlich der Elbe meist häufig, nur in 
der Nähe der Ostseeküste seltener oder stellenweise nur eingeschleppt. Fehlt 
im nordwestdeutschen Flachlandc und im größten (nördlichen) Teile Schleswig- 
Holsteins als ursprünglich wilde Pflanze, fehlt noch bei Salzwcdel, dagegen 
bereits bei Stendal, Tangermünde und Magdeburg (hier häufig) beobachtet. 

Triticum caninum L. Im eigentlichen Heidegebiete des Nordwestens 
ganz fehlend, nur bei Heisedorf, Bremervörde und Harburg. In Schleswig- 
Holstein, in Mecklenburg, wie überhavipt an der Ostseeküste selten, nur in den 
Haffwäldern stellenweise. 

Cyperus flavescens L. Im östlichen Teile des Gebietes zerstreut, 
fehlt im Nordwesten bis Bentheim-Lingen-Oldenburg-Bremen-Harburg-Ham- 
burg-Lauenburg-Ludwigslust-Wismar, im übrigen Nordwestdeutschland meist 
selten. 

C. fuscus L. In der Verbreitung der vorigen sehr ähnlich, scheint im 
Südwesten weniger weit nach Westen zu gehen, aber im Norden bis in die 
Nähe der Küste bis Neuenburg -Hunteburg -Dümmersee- Oldenburg -Rastede- 
Varel. In Schleswig-Holstein nur im Süden bei Hamburg-Harburg. 

lEriophorum gracile Koch. Fehk im äußersten Nordwesten bis 
Neuenkirchen-Buxtehude, sonst zerstreut. 

_j Scirpus Holoschoenus L. In der Provinz Brandenburg zerstreut 
und um Magdeburg bis Barby-Schönebeck-Magdeburg-Brandenburg-Potsdam- 
Schwedt a. O.-Frankfurt a. O. -Sommerfeld-Fraustadt-Winzig. 

S. compressus (L.) Pers. Fast im ganzen Gebiete zerstreut bis häufig 
im Nordwesten viel seltener, fehlt in Ostfriesland und im Emslande, wesdich 
bis Edewecht bei Oldenburg-Menslage bei Quakenbrück-Damme am Dümmersee. 

Gar ex praecox Schreb. Fehlt im nordwestdeutschen Flachlande; im 
östlichen Teile des Gebietes nicht selten, stellenweise häufig, nach Westen ab- 
nehmend, schließt das eigentliche Heidegebiet Nordwestdeutschlands und 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 48 

Schleswig-Holsteins aus. In der Lausitz mindestens wenig verbreitet, fehlt bis 
Tangermünde - Stendal - Neuhaldensleben - Seehausen - Egeln - Holstein nur im 
äußersten Süden. Fehlt anscheinend auch überall in der Nähe der Ostsee aus- 
genommen an den Mündungen großer Flüsse. 

_j C. supina Wahlenb. Nur im südlichen mittleren Gebiete zerstreut, 
nordwestlich bis Calbe- Schönebeck - Neuhaldensl eben -Wolmirstedt- Burg bei 
Magdeburg-Rathenow-Havelberg-Nauen-Spandau-p-reienwalde-Oderberg-Garz- 
Pyritz-Landsberg-Driesen-Inowrazlaw-Kulm : Kisin-Thorn. In Posen sehr selten. 

C. ericetorum Poll. Im westHchsten Teile des Gebietes sehr selten, 
ebenso im nördlichen Holstein und in Schleswig und an der Ostseeküste selten, 
nach Osten zu häufiger. 

C. humilis Leyss. Nur im südlichen Teile des Gebietes bis Oschers- 

leben - Seehausen - Neuhaldensleben - Colbitz - Burg bei Magdeburg - RathenoA\- 
Rhinow- Angermünde -Oderberg- Freienwalde a. O.-Driesen-Schloppe-Cüstrin- 
Frankfurt a. O.-Glogau i. Schlesien. Fehlt auch in Posen. 

Juncus atratus Krock. Im Heidegebiet des Nordwestens, der Lausitz 
und in Mecklenburg fehlend. Nordwestlich bis Seehausen-Rhinow-Angermünde- 
Garz a. Oder: Tantow. Auch in der Nähe der Ostseeküste selten oder fehlend, 
nach Osten in Posen, West- und Ostpreußen häufiger. 

_ J. obtusiflorus Ehrh. Meist sehr zerstreut, im Osten wenig verbreitet, 
im Westen bis Harburg - Lüneburg - Gifhorn. In Mecklenburg und Pommern 
fehlend. 

_j Tofieldia calyculata (L ) Wahlenb. Im südlichen Gebiete sehr zer- 
streut, auch in der Lausitz; nordwestlich bis Belzig-Berlin-Eberswalde-Meseritz- 
Gzarnikau-Tuchel-Schubin-Bromberg-Thorn-Ostpreußen. 

_ Anthericus Liliago L. Im mittleren Gebiete zerstreut oder häufiger. 
Fehlt in der Lausitz, im Westen bis Harburg-Lüneburg-Bergen a. d. Dumme- 
Gifliorn. In Schleswig-Holstein im Nordosten fehlend bis Husum-Rendsburg. 
In Pommern bei Garz-Tantow- auf Wollin-Stargard. 

_ A. ramosus L. Verbreiteter als voriger im Nordwesten nur bei Lethe 
in Oldenburg-, dann wieder bei Visbeck und in Nordhannover. In Ostholstein 
und Schleswig nicht gefunden. In Mecklenburg nur bei Rostock und Tessm. 
An der Ostseeküste meist selten. 

Gagea pratensis (Pers.) Schult. Im westlichen Gebiete selten, aus 
Ostfriesland nicht bekannt, aber bei Meppen, in Schleswig-Holstein nur im Süden, 

sonst zerstreut. 

Gagea arvensis (Pers.) Schult. In den Heidegebieten selten oder stellen- 
weise fehlend, so in Ostfriesland, sonst zerstreut, auch nach Osten abnehmend 
bis Thorn-Culm-Graudenz-Marienwerder-Pelplin-Danzig. 

— G. saxatilis Koch. In der Provinzen Sachsen und Brandenburg, zer- 
streut bis Oschersleben-Seehausen-Neuhaldensleben-Rathenow-Potsdam-Anger- 

münde-Oderberg-Freienwalde-Küstrin. 

— G. minima (L.) Schult. Fehlt im nordwestdeutschen Flachlande (die 
alte Angabe bei Neuenkirchen wohl sicher irrtümlich). Schleswig - Holstein 



44 Erster Teil. 

selten. Nordöstlich beobachtet bis Barby- Magdeburg -Neuhaldensleben- (mit 
Anschluss der Priegriitz etc. wieder) Doberan -Waren- Pommern selten -West- 
preußen zerstreut, nicht an der Ostseeküste. 

_jAllium faÜax Schult. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen 
abnehmend, fehlt im nordwestdeutschen Flachlande, beobachtet bis Neuhaldens- 
leben-Grabow i. Mecklenburg-Lübeck. In Schleswig-Holstein nur im Süden. 
In der Nähe der Ostseeküste bis Ostpreußen mindestens sehr selten, meist 
ganz fehlend. 

A. vineale L. Im östlichen Gebiete nicht selten, nach Westen abneh- 
mend, fehlt bis Celle -Bremen. Auch anscheinend im westlichen Schleswig- 
Holstein fehlend. An der Ostseeküste fast nur in der Nähe der großen Flüsse 
beobachtet, fehlt im nördlichen Ostpreußen. 

A. oleraceum L. Meist zerstreut, fehlt westlich bis Bremen-Verden- 
Nienburg. 

Polygonatum officinale All. Im nordwestdeutschen Flachlande fast 
fehlend, nur bei Hamburg-Lüneburg-Gifhorn. Sonst bei Lathen in den Ems- 
ländern angegeben (verwildert?). 

Goodyera repens (L.) R. Br. Im östlichen Gebiete zerstreut, an der 
Ostsee öfter, im W'esten fehlend, nur bei Varel, Celle, Winsen a. d. Luhe be- 
obachtet. In Holstein nur bei Neumünster neuerdings. 

Liparis Loeselii (L. erw.) Rieb. Selten, im Westen nur bis Oldenburg- 
Menslage. 

Coralliorrhiza innata R. Br. Fehlt in den Heidegebieten, nur in der 
Lausitz bei Pforten, sonst bis Spandau - W^ittstock- Müritzsee - Bützow - Rügen. 
Früher auch bei Lübeck. 

_j Betula humilis Schrank. Im östlichen Gebiete selten, im westlichen 
fehlend, südwestlich bis Mogilno i. Posen - Bromberg - Czarnikau - Arnswalde- 
Oranienburg-Lauenburg i. H.-Zinsburger Schleuse in Holstein. 

Viscum album L. Im östlichen Gebiete fast überall verbreitet, im 
Westen sehr selten, im hannoverschen Flachlande nur bei Gifhorn-Oberohe- 
Lüneburg. Sonst Hamburg -Neumünster in Holstein. In Schleswig nicht be- 
obachtet. 

_i Thesium intermedium Schrad. Im Osten sehr zerstreut, erreicht 
seine Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Wolmirstedt-Burg b. Magdeburg- 
Friesack - Ludwigslust - Hamburg (vorgeschoben) -Wittenburg in Mecklenburg 
(früher). In der Nähe der Ostseeküste sehr selten oder wohl ganz fehlend, in 
Westpreußen nur im Süden, nördlich bis Culm. 

_- Th. alpinum L. Nur in den Provinzen Sachsen und Brandenburg bis 
Neuhaldensleben - Burgstall - Haemerten - Burg b. Magdeburg - Genthin - Pritzerbe- 
Rathenow-Friesack-Gransee-Nauen. 

-J Th. ebracteatum Hayne. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, west- 
lich bis Magdeburg-Salzwedel-Lüneburg-Lamstedt-Garlstedt. Schleswig-Holstein 
sehr selten. In der Nähe der Ostseeküste mindestens sehr selten bis zur 
Danziger Bucht. 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 45 

-1 Silene tatarica Pers. Meist selten, erreicht ihre Grenze nach Westen 
bei Fürstenberg-Frankfurt a. O.-Wriezen-Zehden-Stolpe a. O. -Stettin. 

_i S. chlorantha Ehrh. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, erreicht ihre 
Grenze nach Westen bei Luckau -Treuenbrietzen -Trebbin- Potsdam -Spandau- 
Oranienburg-Ebersvvalde-Angermünde-Schwedt a. O.-Garz-Stettin. 

_i S. nutans L. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen fehlend oder 
nur adventiv, erreicht ihre Westgrenze bei Celle - Vegesack (vorgeschoben) 
-Bergen a. d. Dumme-Lüneburg-Hamburg-Eckernförde. In Schleswig-Holstein, 
wie an der Ostseeküste sehr selten. 

_J S. Otites (L.) Sm. Im nordwestdeutschen Flachlande nur auf den 
Nordseeinseln, sonst nur verschleppt, auch die Angaben bei Lüneburg und in 
Schleswig-Holstein höchst zweifelhaft, im östlichen Gebiete meist nicht selten, 
nur an der Ostseeküste außer auf Usedom -Wollin (nach Winkelmann) an- 
scheinend fehlend bis zur Danziger Bucht. 

_j Gypsophila fastigiata L. Im östlichen Gebiete zerstreut, erreicht die 
Westgrenze bei Golssen-Jüterbogk-Potsdam-Oranienburg-Eberswalde-GoUnow i. 
Pommern. An der Ostseeküste auf Usedom-WoUin, sonst fehlend. 

_j G. muralis L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, im Nordwesten 
fehlend bis Nienburg-Rethem a. d. Aller-Bremen (früher) -Hamburg (früher) 
-Ratzeburg-Kiel (früher?). 

_j Tunica prolifera (L.) Scop. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, 
fehlt im Nordwesten bis (Neustadt am Rübenberge, angeblich) -Lüneburg- 
Hamburg (früher) -Trittau-Lübeck. 

_j Dianthus Armeria L. Im Osten sehr zerstreut, erreicht ihre West- 
grenze bei Neuhaldensleben-Calvörde-Havelberg-Wittenberge-Parchim-Schwerin- 
Ratzeburg- Lübeck -Lütjenburg- Kiel (früher). Bei Hamburg nur eingeschleppt. 

_i D. Carthusianorum L. Im östlichen Gebiete meist häufig, im 
Westen fehlend bis Hudemühlen a. d. Aller-Ülzen-Lüneburg-Hamburg. Fehlt 
in einem Teile der Priegnitz, auch in der Lausitz wenig verbreitet. An der 
Ostseeküste sehr selten oder (au{3er Usedom-Wollin) ganz fehlend. 

— j D. deltoides L. Im östlichen Gebiete meist häufig, im Westen ziem- 
lich selten und abnehmend, fehlt in Ostfriesland. 

D. caesius Sm. Nur im östlichen Gebiete sehr zerstreut, westlich 

bis Frankfurt a. O. -Freienwalde a. O., fehlt auch in Pommern und West- 
preußen. 

—1 D. arenarius L. Im östlichen Gebiete oft sehr häufig, nach Westen 
abnehmend, erreicht seine Grenze bei Senftenberg-Luckau-Frankfurt a. O.-Neu- 
danim-Schwedt a. O.-Fürstenberg i. Mecklenburg (vorgeschobener Posten, ob 
wild?) -Garz-Wolgast, fehlt dann östlich von Misdroy in der Nähe der Ostsee- 
küste, nur auf dem hinterpommersch-westpreußischen Landrücken beobachtet 
bis in die Kreise Greifenhagen-Dramburg-Schievelbein-Polzin-Glötzin-Neustadt- 
Pr. Stargard. 

—I D. süperb US L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, fehlt im 
Norden westlich der Elbe, findet sich aber noch im größten Teile der Altmark, 



46 Erster Teil. 

nicht mehr bei Salzwedel, aber noch bei Neuhaldensleben. Schleswig-Holstein 
selten, auch an der Ostseeküste weniger. 

Stella ria crassifolia Ehrh. Im östlichen Gebiet zerstreut, westlich bis 
Salzwedel-Lüneburg-Buxtehude. 

Holosteum umbellatum L. Im Osten häufig, stellenweise gemein, 
fehlt im Nordwesten, beobachtet bis Nienburg-Eystrup a. d. Weser-Bremen- 
Stader Geestkreis -Hamburg -Segeberg -Barsbecker See bei Friedrichsort. An 
der Ostseeküste spärlich. 

^ Aisin e viscosa Schreb. Im östlichen Gebiete zerstreut, im nord- 
westlichen Heidegebiete fehlend, beobachtet bis VVolmirstedt-Salzwedel-Boitzen- 
burg-MölIn-Plön. Fehlt auch (ganz?) an der Ostseeküste und im nördlichen 
Ostpreußen. 

Sp'ergula vernalis VVilld. Meist häufig, fehlt anscheinend in Ostfriesland 
und Nordschleswig. 

—1 Isopyrum thalictroides L. Nur im östlichsten Gebiete zerstreut, 
westlich bis Koschmin-Inowrazlaw-Bromberg: Krone a. Brahe- (Kr. Briesen?)- 
Kulm-Stuhm-Marienburg. 

Trollius europaeus L. Im östlichen Gebiete zerstreut, erreicht westlich 
der Altmark seine Westgrenze, fehlt bereits im hannoverschen Flachlande. In 
Schleswig-Holstein im Norden zerstreut. 

-J Aquilegia vulgaris L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, fehlt 
im hannoverschen Flachlande. In Schleswig-Holstein nach Prahl schwerlich 
irgendwo einheimisch. An der Ostseeküste mindestens wenig verbreitet. 

_i Actaea spicata L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, fehlt im 
Westen bereits im hannoverschen Flachlande und im Herzogtum Magdeburg. 

-jThalictrum flexuosum Bernh. Im östlichen Gebiete meist nicht 
selten, im nordwestdeutschen Flachlande (nur auf den Nordseeinseln) und ebenso 
in der Nähe der Ostseeküste (außer Usedom-Wollin) fehlend, ebenso in Hol- 
stein und bei Lübeck. 

-J Th. minus L., Koch. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, im nord- 
westdeutschen Flachlande, in der Lausitz, in Schleswig-Holstein und an der 
Ostseeküste (nach WixkelmaNxN ebenfalls auf Usedom-Wollin) fehlend. 

-J Th. angustifolium L. z. Th., Jacq. Im östlichen Gebiete zerstreut, 
erreicht seine Nordwestgrenze bei Schönebeck -Neuhaldensleben -Perleberg- 
Schwerin (in Mecklenburg nur hier), in Pommern im Westen und in der Nähe 
der Küste selten. 

-jPuIsatilla vernalis (L.) MiU. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, 
im äußersten Nordosten seltener, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Calvörde- 
Dannenberg-Ludwigslust-Rostock. 

~J P. patens (L.) Mill. Im östlichen Gebiete zerstreut, erreicht ihre 
Westgrenze bei Guben-Müllrose-Trebbin (vorgeschoben) -Köpenick: Rahnsdorf- 
Biesenthal - Pasewalk - zwischen Gollnow und Damm-, fehlt dann in der 
Nähe der Ostseeküste ganz, jedoch noch bei Neustadt in Westpreußen. 

-J P. pratensis (L.) Mill. Im Osten zerstreut, stellenweise nicht selten, 



Zweites Capital. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 47 

erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Calvörde-Clötze-Lüchow- 
Boitzenburg- Lauenburg- Bergedorf- Lübeck. An der Ostseeküste mindestens 
weniger verbreitet. 

Ranunculus bulbosus L. Im Osten meist häufig, nach Westen ab- 
nehmend, fehlt in Ostfriesland (verschleppt), in Oldenburg sehr selten. 

^ Berberis vulgaris L. Im östlichen Teile des Gebietes zerstreut, 
westlich bis Belzig-Helmstedt-Friesack-Neuruppin-Mecklenburg. 

_J Turritis glabra L. Im Osten fast überall häufig, nach Nordwesten 
seltener werdend, erreicht in Hannover seine Nordwestgrenze bei Lingen-Wil- 
deshausen-Blumenthal-Stade. In Schleswig -Holstein nur im Osten. An der 
Ostseeküste selten. 

_j Arabis hirsuta (L.) Scop. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Nord- 
westen abnehmend, jenseits der Linie Calvörde- Lüneburg- Lauenburg- Neu- 
brandenburg verschleppt. An der Ostseeküste spärlich. 

A. arenosa (L.) Scop. Im östlichen Gebiete nicht selten, nach Nord- 
westen sich verlierend und jenseits der Linie Genthin-Fricsack-Kyritz-Röbel- 
Bützow nur verschleppt. In der Lausitz selten und meist unbeständig. 

_jAlyssum montanum L. Meist an den großen Strömen des öst- 
lichen Gebietes, erreicht ihre Nordwestgrenze. Beobachtet bis Schönebeck- 
Magdeburg-Burg-Rathenow-Rhinow-Gr. Kreutz (fehlt dann ganz im mittleren 
Brandenburg)-Prenzlau-Angermünde-Oderberg-Zehden-Küstrin-Crossen-Grünberg. 
An der Weichsel in den Kreisen Inovvrazlaw-Bromberg-Thorn-Kulm-Stuhm. 

_] Alyssum calycinum L. Im östlichen Gebiete zerstreut bis häufig, 
westlich der Grenze der Altmark und Brandenburgs, wie in Schleswig-Holstein 
nur verschleppt, früher bis Bergen a. d. Dumme-Lüneburg. An der Ostsee- 
küste (außer Usedom und Wollin) bis zur Danziger Bucht wohl nur einge- 
schleppt und unbeständig. 

_j Berteroa incana (L.) DC. Im östlichen Gebiete meist häufig, oft 
gemein, in Nordwestdeutschland kaum einheimisch, auch an der Ostseeküste 
(mit Ausnahme von Usedom-Wollin) fast nur verschleppt und meist unbeständig! 

—I Sedum villosum L. Im östlichen und mittleren Gebiete meist zer- 
streut, im westlichen sich verlierend, beobachtet bis Nauen-Tantow, nördlich 
bis Bromberg und Kreis Strasburg in Westpreußen. 

— S. mite Gil. Im Osten (bis auf das östlichste Gebiet) meist nirgend 
selten, im Nordwesten abnehmend, fehlt in Ostfriesland und Schleswig, in Hol- 
stein bis Trittau, in Mecklenburg nordwestlich bis Wismar -Wittenburg. 

—1 S. reflexum L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, nur ösüich 
der Weichsel weniger. Fehlt in Ostfriesland, Oldenburg und Schleswig, sonst 
in Nordwestdeutschland zerstreut, in Holstein bis Wittenbergen-Trittau. In 
Mecklenburg nur im Südosten bis Tessin-Güstrow-Schwerin-Ludwigslust wild. 
Auch in der Nähe der Ostsee (außer Usedom-Wollin) fehlend oder selten. 

-J Sempervivum soboliferum Sims. Im östlichen Gebiete zerstreut, 
erreicht seine Grenze nach Nordwesten bei Frankfurt a. O.-Wriezen-Eberswalde- 
Chorin-Bahn in Pommern. 



48 Erster Teil. 

_i Saxifraga granulata L. Im östlichen Gebiete fast nirgend selten, 
in Oldenburg und im nördlichen Hannover nach Buchenau nur verschleppt, 
auch an der Ostseeküste bis zur Danziger Bucht spärlich. 

Potentilla norvegica L. Im östlichen Teile des Gebietes sehr zerstreut, 
stellenweise, so an der Weichsel häufig, westlich bis Luckau-Berlin-Oranienburg- 
Pyritz - Stettin. Sonst einmal bei Meppen (verschleppt?) in einem kleinen 
Exemplar. 

...I P, rupestris L. Nur im östlichen Teile des Gebietes sehr zerstreut, 
westlich bis Luckau -Neuzelle -Frankfurt a. O. -Buckow- Schwedt a. O. Fehlt 
auch in der Nähe der Ostsee eanz. 

...I P. collina Wib. Nur im östlichen Teile des Gebietes, westlich bis 
Nauen-Neuruppin. Fehlt nach Krause in Mecklenburg, wie wohl überhaupt 
in der Nähe der Ostseeküste. 

_J P. cinerea Chaix. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, erreicht 
ihre Nordwestgrenze bei Magdeburg (hier fast im ganzen Herzogtum zerstreut) 
- östliche Altmark - Wendland: Höhbeck-Neustrelitz. An der Ostseeküste 
mindestens selten (oder verschleppt). 

_i P. rubens (Crtz.) Zimm. Im östlichen Gebiete überall zerstreut, im 
westlichen fehlend bis Neuhaldensleben-Calvörde-Ülzen-Lüneburg-Hamburg- 
Lübeck. Fehlt in der Nähe der Ostseeküste wohl ganz oder fast ganz. 

_J P. alba L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen abnehmend, 
in der Lausitz selten, erreicht ihre Grenze bei Neuhaldensicben-Burg bei Magde- 
burg-Stendal (vorgeschoben) -Brandenburg-Nauen-Neuruppin-Fürstenberg-Penzlin. 
An der Ostseeküste sehr selten (ob dort überhaupt entfernt von den großen 
Flüssen einheimisch?). 

Filipendula hexapetala Gil. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach 
Westen abnehmend, ftir die Ebene Hannovers bereits zweifelhaft. In Schleswig- 
Holstein selten. Westlich nur noch auf der niederländischen Insel Texel. 

Rosa glauca Vill. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen anscheinend 
fehlend, beobachtet bis Neuhaldensleben-Hohenwarte-Göhren bei Woldegk in 
Mecklenburg. 

_J Cytisus nigricans L. Im südöstlichen Gebiete zerstreut, erreicht seine 
Nordwestgrenze bei Senftenberg-Luckau-Baruth-Beeskow-Frankfurt a. O.-Stern- 
berg-Lagow-Schwiebus-Dt. Krone in Westpreußen (ob hier einheimisch?). 

-1 Ononis arvensis L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, westlich 
der Oder nur von zweifelhaftem Indigenat. Luckau -Oranienburg- Greifswald 
wohl nur verschleppt. 

_J Medicago minima (L.) Lam. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, er- 
reicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Tangermünde-Arneburg-Rathe- 
now - Nauen - Neustrelitz - Neubrandenburg - Malchin - Krivitz - Sternberg - Bützow- 
Demmin-Rügen. In Westpreußen nur in der Nähe der Weichsel. In der Nähe 
der Ostseeküste in Pommern fehlend oder sehr selten. 

-J Trifolium alpestre L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen 
abnehmend und die Grenze der Altmark, Brandenburgs und Mecklenburgs 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 49 

nach Westen wenig überschreitend. Nur noch bei Ehra-Lüneburg-Lauenburg 
und östliches Holstein. 

_j T. rubens L. Im Osten sehr zerstreut, nach Westen abnehmend, er- 
reicht seine Grenze bei Walbeck-Neuhaldensleben-Nauen-Röbel. Auch an der 
Ostseeküste fehlend. 

_j T. montanum L. Im östlichen Teile des Gebietes nicht selten, im 
westlichen fehlend, erreicht seine Westgrenze bei Gifhorn-Lüneburg-Hamburg- 
Oldenburg in Holstein-Heiligenhafen. 

_j T. agrarium L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, in den Heide- 
gebieten sehr zerstreut, erreicht seine W' estgrenze bei Lingen-Bassum-St. Magnus 
ä. d. Lesum-Harburg. 

_i Astragalus glycyphyllos L. Im Osten meist nicht selten, nach 
Westen abnehmend bis Haselünne - an der Lesum mehrfach - Lüneburg. 
In Schleswig-Holstein zerstreut. 

_j A. arenarius L. Im östlichen Gebiete zerstreut, stellenweise häufte, 
erreicht seine VV^estgrenze bei Sonnenwalde-Luckau-Golssen-Rangsdorf-Brück- 
Lehnin-Nauen-Kremmen-Oranienburg-Neustrelitz-Zartwitz. An der Ostseeküste 
sehr selten. 

_j A. danicus Retz. Nur im östlichen Gebiete sehr zerstreut, westlich 
beobachtet bis Crossen-Ziebingen-Köpenick-Gramzow : Melssow-Prenzlau-Stras- 
burg i. Uckermark-Stettin-Pyritz-Zachan- Kr. Berent: Garczin See- Kr. Karthaus: 
Skorcewo. 

_j Oxytropis pilosa (L.) DC. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, er- 
reicht ihre Nordwestgrenze bei Westeregeln-Sülldorf-Potsdam (früher) -Neuzelle- 
Frankfurt a. O.-Wriezen-Angermünde-Schwedt a. O.-Pyritz in Pommern-Berlin- 
chen i. Neumark-Landsberg-Driesen-Schloppe in W^estpreußen-Culm-Graudenz- 
Ostpreußen. 

_j Coronilla varia L. Im östlichen Teile des Gebietes zerstreut, stellen- 
weise häufig, erreicht ihre Westgrenze bei Neuhaldensleben-Calvörde-Schwerin. 
Fehlt meist in der Nähe der Ostseeküste (Wollin und bei Elbing). Auch im 
äußersten Nordosten, weniger bis zum frischen Haff und zum masurischen 
Gebiete. 

_j Vicia pisiformis L. Im östlichen Gebiete meist sehr zerstreut, er- 
reicht ihre Westgrenze bei Neuhaldensleben-Rogätz-Arneburg(Billberge-Dalchau)- 
Templin- Schwerin -Malchin- Neubrandenburg- Ückermünde. Schleswig -Holstein 
fehlend. 

-J V. tenuifolia Roth. Im östlichen Teile des Gebietes zerstreut, fehlt 
im Westen bis Walbeck-Neuhaldensleben-Tangermünde-Havelberg-Grabow- 
Dassow- Land Oldenburg-AIsen. 

—I V. cassubica L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen ab- 
nehmend, erreicht ihre Westgrenze bei Gelle-Lauenburg-Hamburg-Lübeck. 

— I Lathyrus niger ;L.) Bernh. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, nach 
Westen abnehmend, erreicht ihre Westgrenze bei Neuhaldensleben-Walbeck- 
Tangermünde-Lenzen-Ratzeburg-Tondern. 

Graebner, Die Heide. 4 



50 Erster Teil. 

_j Geranium silvaticum L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen 
abnehmend, bereits in Brandenburg und Mecklenburg selten, fehlt bereits in 
der hannoverschen Ebene. Schleswig-Holstein sehr selten. 

_i G. palustre L. Im östlichen Gebiete überall zerstreut, nach Westen 
abnehmend, jenseits der Grenze der Altmark, Brandenburgs und Mecklenburgs, 
in der Ebene von Hannover nur verschleppt oder eben die Grenze überschrei- 
tend (Bergen a. d, Dumme, Ülzen, Gifhorn, Fallersieben), Schleswig-Holstein, 
südlich Hamburg-Schleswig zerstreut, im Westen fehlend, Nordschleswig selten. 
In der Nähe der Ostseeküste selten (Usedom-Wollin). 

_j G. sanguineum L. Im Osten überall zerstreut, nach Westen ab- 
nehmend, in der Ebene von Hannover nur noch verschleppt, in der Nähe der 
Ostseeküste selten. In Schleswig-Holstein sehr zerstreut. 

-jPoIygala comosum Schk. Im östlichen Gebiete zerstreut, erreicht 
seine Nordwestgrenze bei Fallersleben in Hannover- Arneburg-Mirow-Malchin- 
Teterow. In der Nähe der Ostseeküste wenigstens selten. 

Acer platanoides L. In den Wäldern des östlichen Gebietes meist zer- 
streut, in der Ebene von Hannover nach BucHENAU bereits fehlend, westlich 
noch bei Neuhaldensleben-(Havelberg?]. 

_j Malva Alcea L. Im östlichen Gebiete zerstreut, an der Ostseeküste 
selten, erreicht die Westgrenze bei Fallersleben-Hamburg-Kiel-Eckernförde-Alsen. 

Hypericum montanum L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, nur 
an der Ostseeküste selten oder fehlend, im Westen abnehmend, beobachtet bis 
Damme-Olde nburg. 

_j Helianthemum Chamaecistus Mill. Im östlichen Gebiete zerstreut, 
stellenweise häufig, im W^esten beobachtet bis Neuhaldensleben-Calvörde-Garde- 
legen-Ratzeburg-Seegeberg-Neumünster- Oldenburg in Holstein. An der Ostsee- 
küste selten. 

_j Selinum Carvifolia L. Im östlichen Gebiete nicht selten, stellenweise 
häufig, im Westen abnehmend, erreicht die Westgrenze bei Rehburg-Ülzen- 
Lüneburg-Harburg-Hamburg, in Schleswig-Holstein zerstreut. 

_i Peucedanum Cervaria (L.) Cuss. Im Osten zerstreut, im Nordwesten 
fehlend, erreicht seine Grenze bei Neuhaldensleben-Calvörde-Arneburg-Friesack- 
Oranienburg-Boitzenburg-Prenzlau-Schwedt a. Oder- Garz-Stettin-Belgard. 

_j P. Oreoselinum (L.) Mönch. Im östlichen Gebiete meist häufig, im 
Westen fehlend, erreicht seine Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Calvörde- 
Lauenburg-Ratzeburg-Lübeck-Heiligenhafen. An der Ostseeküste wenigstens 
selten. 

_ Laserpitium pruthenicum L. Im Osten sehr zerstreut, im Westen 
fehlend bis Neuhaldensleben-Wolmirstedt-Rogätz a. d. Elbe- Nauen-Fehrbellin- 
Dömitz-Mölln-Lübeck. In der Nähe der Ostseeküste selten oder fehlend. 

_) Pirola chlorantha Sw. Im östlichen Gebiete zerstreut, im westlichen 
fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Wolmirstedt-Celle-Lauenburg-Harburg- 
Lübeck. 

_) P. media Sw. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im westlichen 



Zweites Capitel. Geographische ^'e^bre^tung der Heiden und Heidepflanzen etc. 51 

fehlend, erreicht die Westgrenze bei (Treuenbrietzen)-Golssen-Müllrose-Kyritz- 
zwischen Swinemünde und Heringsdorf- (Rügen?). 

_j P. uniflora L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen abnehmend 
und selten, fehlt in Ostfriesland, aber bei Meppen-Jever. In Schleswig-Holstein 
bis Segeberg-Hamburg. 

^ Chimophila umbellata (L.) Nutt. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, 
stellenweise häufig, im Westen fehlend, erreicht die Nordwestgrenze bei Celle- 
Ülzen-Winsen a. d. Luhe- Geesthacht-Trittau-Lübeck. An der Ostseeküste wenig- 
stens selten. 

I...' Ledum palustre L. Im östlichen Gebiete an geeigneten Standorten 
meist häufig, nach Westen abnehmend, in der Provinz Hannover nur vereinzelt 
und westlich der Weser zweifelhaft, sonst bis Mölln-Ratzeburg-(Lübeck). 

! ArctostaphylosUva ursi(L.) Spr. Im Osten meist zerstreut, stellen- 
weise häufig, nach Westen abnehmend, dort sehr zerstreut bis Fürstenau- 
Lesum-Utlede-Hagen a. d. Unterweser. 

_j Androsace septentrionalis L. Im östlichen Gebiete an der Weichsel 
ziemlich verbreitet bei Danzig-Graudenz-Schwetz-Culm- Bromberg -Thorn, in 
Posen selten, in Brandenburg nur noch Crossen und Neuruppin und bei Burg 
bei Mapfdeburg- mehrfach. 

Armeria elongata Boiss. Im Osten fast überall häufig, an der Ostsee- 
küste entschieden weniger. Im Westen westlich der Weser fehlend, östlich 
derselben sehr zerstreut. 

_j Vincetoxicum album (Mill.) Aschers. Im östlichen Gebiete meist 
zerstreut , in der Nähe der Ostseeküste selten oder fehlend , ebenso in der 
Niederlausitz, fehlt im Westen, in Nordwestdeutschland nur bei Hitzacker und 
Lüneburg, in Schleswig-Holstein sehr selten, nur an einem Fundort sicher (ob 
noch oder überhaupt einheimisch?). 

_j Omphalodes scorpioides (Haenke) Schrk. Im östlichen Gebiete 
ziemlich selten, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Sandersleben-Barby-Schönebeck- 
Arneburg. Fehlt auch in Mecklenburg und Pommern. In Westpreußen an der 
Weichsel nördlich bis Graudenz. 

_j Lappula Myosotis Moench. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, 
in der Nähe der Ostseeküste spärlich oder fehlend, in Nordwestdeutschland 
nur vereinzelt eingeschleppt. 

_j Pulmonaria angustifolia L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, in 
Mecklenburg und im hannoverschen Flachlande bereits fehlend, aber auch bei 
Salzwedel mehrfach. 

_j Lithospermum officinale L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, 
im Nordwesten fehlend, erreicht seine Grenze bei Tangermünde-Arneburg- 
Havelberg-Boitzenburg a. d. Elbe- Hamburg-Segeberg-Flensburg. 

_J Origanum vulgare L. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen 
fehlend, erreicht seine Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Stendal-Arneburg- 
Hitzacker-Görde-Geesthacht-Eckernförde-Alsen-Hadersleben. 

^ Calamintha Acinos (L.) Clairv. Im östlichen Gebiete nicht selten, 

4* 



52 Erster Teil. 

an der Ostseeküste viel weniger, im Westen fehlend, nach Buchenau in ganz 
Hannover (Flachland) fast nur verschleppt. 

_i C. Clinopodium Spenner. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen 
abnehmend, schon im Lüneburgischen selten, stellenweise, z. B. in Ostfriesland 
bei Bassum etc. fehlend oder bei Stade-Lüneburg-Westschleswig-Holstein selten. 

_j Salvia pratensis L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, stellen- 
weise häufig, an der Ostseeküste nördlich von Königsberg nicht beobachtet 
und in der Niederlausitz selten, fehlt im Westen und erreicht ihre Nordwest- 
grenze bei VValbeck-Stendal-Arneburg-Schwerin-Rostock. 

_j Stachys annuus L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, fehlt in der 
Ebene westlich der Elbe, in der Priegnitz bis Ruppin, im westlichen Mecklen- 
burg und fast überall an der Ostseeküste als ursprünglich wilde Pflanze. 

_i St. rectus L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, an der Ostsee, 
im äußersten Nordosten und in der Lausitz seltener. Im Westen fehlend, er- 
reicht die Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben- Gardelegen -Clötze-Salzwedel- 
Tiemesland im Wendlande -Dömitz-Schwerin-Warin. 

_j St. Betonica Benth, Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen feh- 
lend, erreicht ihre Westgrenze bei Fallersleben-Ehra-Bergen a. d. Dumme-Hitz- 
acker-Geesthacht-Oldeslohe- Land Oldenburg in Holstein-Fehmarn. 

_i Marrubium vulgare L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, 
stellenweise sehr häufig, nach Westen abnehmend, im hannoverschen Flach- 
lande sehr zerstreut und meist nur verschleppt. Auch an der Ostseeküste 
weniger. In Schleswig-Holstein bis Schwabstedt, Kreis Husum -Angeln fehlend. 

_j Galeopsis pubescens Bess. Im östlichen Gebiete nirgend selten, 
stellenweise häufig, im Westen fehlend. Erreicht ihre Grenze bei Senftenberg- 
Calau-Luckau-Jüterbog-Berlin-Kyritz-Schwerin-Lübeck. An der Ostseeküste 
selten oder fehlend. 

_j Ajuga genevensis L. Im östlichen Gebiete meist häufig, stellenweise 
gemein, im Westen fehlend, erreicht ihre Westgrenze bei Fallersleben-Salzwedel- 
Wendland-Göhrde-Dannenberg-Lauenburg im Herzogtum -Ratzeburg-Sch wartau. 
An der Ostseeküste selten oder fehlend. 

_i Verbascum thapsiforme Schrad. Im östlichen Gebiete gemein, nach 
Westen abnehmend, erreicht seine Nordwestgrenze bei Nienburg-Hoya-Lesum- 
Rastede (vorgeschoben)- Stade-Hamburg-Lübeck-(Hadersleben). 

_j V. phlomoides L. Im östlichen Gebiete zerstreut, stellenweise, so 
im Weichselgebiete häufiger, im westlichen fehlend, an der Grenze wohl stellen- 
weise nur verschleppt. Erreicht seine Nordwestgrenze bei (Bremen ?)-(Verden?)- 
(Stade?)-(CeIle?)-Bergen a. d. Dumme-Salzwedel-Dömitz-Grabow. 

_j V. phoeniceum L. Nur im südöstlichen Gebiete sehr zerstreut, er- 
reicht seine Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Rogätz-Burg bei Magdeburg- 
Rhinow-Golssen (?), an der Oder bei uns nicht einheimisch, in Posen bis Czar- 
nikau-Bromberg-Inowrazlaw-Strelno. In Ostpreußen bei Heiligenbeil. Sonst 
nur verschleppt. 

Linaria arvensis (L.) Desf. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 53 

Westen fehlend, in der hannoverschen Ebene sicher nur noch bei Nienburg. 
In Schleswig-Holstein nur vorübergehend eingeschleppt. 

_i Digitalis ambigua Murr. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Nord- 
westen zu seltener werdend, erreicht ihre Grenze bei Helmstedt-Clötze-Runer 
ßerge-Schwerin-Malchow-Plennin a. d. Recknitz bei Triebsees-Ückermünde-Ste- 
penitz-GoUnow-Rummelsburg-Stolp-Neustadt in Westpreußen-Danzig. 

-J Veronica prostrata L. Im mittleren Gebiete zerstreut, stellenweise 
häufiger, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Stendal-Arneburg- 
Werben - Friesack - Fehrbellin - Prenzlau. Östlich der Oderniederung nur bei 
Liebenau und Driesen. Aus Posen und Pommern nicht angegeben. In West- 
preußen angeblich bei Rosenberg und in Ostpreußen bei Saalfeld. 

_i V. Teucrium L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im Westen 
fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Walbeck-Stendal- 
Arneburg-Havelberg-Neustrelitz-Waren-Malchin-Demmin-Rügen. 

_i V. spicata L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, stellenweise 
häufig, an der Ostseeküste und in der Lausitz viel seltener, im Westen nur bei 
Meppen und auf der Insel Rom beobachtet, erreicht sonst ihre Westgrenze bei 

Neuhaldensleben-Gardelegen-Clötze-Beetzendorf-Hitzacker-Geesthacht-Bergedorf- 
Neuhaus -Wismar. 

V. verna L. Im östlichen Gebiete meist häufig, in Schleswig-Holstein 
weniger, im Westen fehlend bis Celle-Ülzen-Lüneburg-Harburg. 

_J V. Dillenii Crantz. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen fehlend, 
beobachtet bis Burg-Potsdam-Spandau-Neuruppin-Rostock-Stettin. 

_j Odontitis lutea (L.) Rchb. Sehr zerstreut bei Neuhaldensleben, am 
Oderthale bei Frankfurt (früher) -Wriezen-Freienwalde-Oderberg-Angermünde- 
Garz, noch bei Niederzahden. Erreicht hier ihre Nordwestgrenze. 

Pedicularis Sceptrum Carolinum L. Nur im östlichen Gebiete, meist 
selten, fehlt bereits in Brandenburg, in Posen nur in den Kreisen Mogiino und 
Bromberg, in Mecklenburg im Recknitz- und Trebelthale, Peenewiesen von 
Anklam bis Malchin, Tollense bis Neubrandenburg, und bei Krivitz. Hinter- 
pommern sehr selten. 

— Melampyrum cristatum L. Im östlichen Gebiete meist sehr zer- 
streut, an der Ostseeküste fehlend in W^estpreußen, früher bei Thom und Danzig, 
auch in Ostpreußen selten. Im Westen fehlend, erreicht seine W'estgrenze in 
der hannoverschen Ebene, hier nur bei Rehburg-Bergen a. d. Dumme-Lüneburg 
und im Wendlande. In Schleswig-Holstein im südlichen Gebiete von Buchen 
bis Lütjenburg zerstreut. 

— M. arvense L. Im östlichen Gebiete meist sehr zerstreut, stellenweise 
nicht selten, an der Ostsee selten, noch bei Köslin und Rügenwalde, auch nord- 
östlich des Weichselgeländes neuerdings nicht beobachtet, nach Westen ab- 
nehmend, in der Ebene von Hannover nur verschleppt. In Schleswig-Holstein 
von Heiligenhafen bis Oldenburg zerstreut, sonst nur selten verschleppt. 

M. nemorosum L. Im östlichen Gebiete zerstreut, stellenweise recht 
häufig, nach Westen abnehmend, in der Ebene von Hannover sehr selten, nur 



54 Erster Teil. 

bei Fallersleben-Gifhorn-Celle-Bissendorf-Soltau-Lüneburg und im VVendlande 
häufiger, in Schleswig-Holstein im südöstlichen Gebiete, sonst v/ohl fehlend. 

_i Orobanche') purpurea Jacq. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, 
im Westen fehlend bis Neuhaldensleben-Helmstedt-Hitzacker-Waren in Mecklen- 
burg-Malchin. In Schleswig bei Eckernförde. 

_j O. bohemica Gel. Nur in Brandenburg bei Frankfurt a. Oder-Freien- 
walde-Prenzlau. 

_j O. arenaria Borkh. Nur im östlichen Gebiete, westlich bis Sanders- 
leben-Rathenow-Feldberg-Waren-Malchin. Fehlt auch an der Ostsee. 

_j O. alsatica F. Schultz. Nur in Brandenburg (Guben-Frankfurt a. O.- 
Prenzlau) und in Westpreußen. 

— O. major L. Nur im östlichen Gebiete sehr selten, westlich bis 
Wriezen-Barth i. Pommern -Rügen. 

_j O. lutea Baumg. (O. rubens Wallr.). Nur im östlichen Gebiete zer- 
streut, westlich bis zum Herzogtum Magdeburg und Brandenburg zerstreut, 
Mecklenburg nur bei Krivitz, in Pommern bei Garz, in Westpreußen nur bei 
Graudenz und Berent. 

_j O. caryophyllacea Sm. (O. Galii Duby). Im östlichen Gebiete 
sehr zerstreut, im westlichen fehlend, beobachtet bis Neuhaldensleben-Arne- 
burg-Friesack- Hitzacker (vorgeschoben) -Oranienburg- Prenzlau. An der Ost- 
seeküste Rügen, Hiddensee, Usedom, sonst aus Pommern nicht bekannt, auch 
nach Osten abnehmend, hier bis Frauenburg-Graudenz-Culm. 

O. reticulata Wallr. (O. pallidiflora Wimm. et Grab., O Cirsii Fr.). 
Nur im östlichen Gebiete selten. Westlich bis Stassfurt-Plätzky(?)-Burg bei 
Magdeburg-Pyritz i. Ponlmern. 

_ O. alba Stephan (O. Epithymum DC.). Nur bei Potsdam. 

_j O. coerulescens Steph. Nur in Brandenburg und Westpreußen. 

-j Plantago media L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, an der 
Ostseeküste fast nur eingeschleppt und meist vorübergehend. Nach Westen 
abnehmend, in Nordwestdeutschland wild, höchstens bis Fallersleben-Lüneburg- 
Alsen und gegenüberliegendes Ballegaard, sonst auch hier nur mit Grassamen 
verschleppt. 

_j P. ramosa (Gil.) Aschers. Im Osten meist nicht selten, an der Ost- 
seeküste, außer in der Nähe der großen Flüsse fehlend, nach Westen die Elbe 
nicht (als ursprünglich wilde Pflanze) überschreitend, in der Eibniederung bis 
Hamburg, sonst bis Kyritz-Crivitz-Rostock. 

_j Asperula tinctoria L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im west- 
lichen fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben - Stendal- 
Friesack-Fehrbellin-Neustrelitz-Garz-Pyritz-Gollnow. An der Ostseeküste sehr 
selten und nach Ostpreußen zu abnehmend. 

_! A. cynanchica L. Im östlichen Gebiete zerstreut, in der Nieder- 



I Das Fehlen der Orobanchen außer O. ramosa und der nur im Westen beobachteten O. 
rapiim Genistae, trotz des Vorhandenseins vieler Nährpflanzen ist äußerst auffallend. 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 55 

lausitz, in West- und Ostpreußen selten, erreicht ihre Nordvvestgrenze bei Neu- 
haldensleben-Clötze-Osterburg-Lenzen-Röbel-Malchin-Garz-Misdroy. 

—jGalium boreale L. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen 
fehlend, erreicht seine Nordvvestgrenze bei Gif hörn -Lüneburg- Lübeck, in 
Schleswig-Holstein sehr zerstreut. 

_J Valeriana simplicifolia Kabath. Nur im östlichen Gebiete, in 
Posen, Westpreußen und dem östlichen Brandenburg: Berlinchen. 

_J Dipsacus laciniatus L. Nur im östlichen Gebiete in Westpreußen 
zerstreut, sonst im Herzogtum Magdeburg bei Gr. Salze und Wolmirstedt. 

— Scabiosa Columbaria L. Im östlichen Gebiete meist nicht selten, 
nur an der Ostseeküste spärlich und östlich der Weichsel selten, im Westen 
sehr zerstreut bis Meppen -Haselünne-Vegesack, in Schleswig -Holstein an der 
Nordsee fehlend. 

_j S. canescens Waldst. et Kit. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im 
Westen fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Clötze- 
Dömitz-Lübtheen-Röbel-Neubrandenburg-Usedom-WoUin, fehlt sonst an der 
Ostseeküste nach Nordosten bis Gr. Küssow a. d. Madue-Pyritz-Neustettin- 
Berent- Pr. Stargard-Schwetz-Culm-Thorn. 

_ Phyteuma orbiculare L. Im südöstlichen Gebiete selten, westlich 
bis Stassfurt-Neuhaldensleben. In Mecklenburg, Pommern und Westpreußen 
(nicht bestätigt) fehlend, dagegen in Ostpreußen wiedergefunden. 

_ Campanula bononiensis L. Im östlichen Gebiete nicht sehr zer- 
streut, nach Westen abnehmend, erreicht ihre Nordwestgrenze, in der Altmark 
nur bei Stendal, in Mecklenburg nur im Osten, fehlt in der Priegnitz, nördlich 
bis Wollin-Belgard-Köslin. 

_) C. persicifolia L. Im östlichen Gebiete zerstreut, fehlt westlich der 
Weser und Lesum und in Schleswig - Holstein bis Wittenbergen a. d. Elbe- 
Lübeck-Neustadt. 

_J C. Cervicaria L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im Westen 
fehlend, erreicht ihre Westgrenze bei Neuhaldensleben-Helmstedt-Eggenstedt- 
Pritzwalk-Kremmen-Prenzlau-Garz a. Oder-Stettin. 

_J C. glomerata L. Im östlichen Gebiete zerstreut, an der Ostseeküste 
wenigstens selten, im Westen bereits in der Ebene von Hannover als ursprüng- 
lich wilde Pflanze fehlend, vielleicht noch bei Harburg? In Schleswig-Holstein- 
im Osten sehr selten. 

—J C. sibirica L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, westlich des 
Oderthaies nur noch bei Buckow-Straußberg-Eberswalde-Prenzlau-Randowthal- 
Penkun: Storkow. 

— J Aster Linosyris (L.) Bernh. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, 
im Westen fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Oschersleben-Rogätz- 
Brandenburg-Nauen- Freienwaide-Oderberg- Angermünde-Garz-Penkun-Schubin- 
Brombersr. In Posen nur an den beiden letzten Fundorten. 

~J Aster Amellus L. Im östlichen Gebiete zerstreut, nach Westen ab- 
nehmend, an der Ostseeküste fehlend, hier nach Norden bis Garz a. Oder und 



Ö6 Erster Teil. 

Marienwerder und Stuhm, im südlichen Ostpreußen bis Rastenburg zerstreut. 
Westlich des Oderthaies nur auf den Rüdersdorfer Kalkbergen, zwischen Wal- 
beck und Weferlingen und früher im Brandslebener Holze bei Oschersleben. 

_J Filago arvensis L. Im östlichen Gebiete meist häufig, an der Ostsee- 
küste seltener, nach Westen abnehmend, in der Ebene von Hannover selten, 
erreicht ihre Westgrenze bei Neuenkirchen-Achim-Harburg. 

Helichrysum arenarium (L.) DC. Im östlichen GeWete meist häufig bis 
gemein, an der Ostseeküste entschieden seltener, stellenweise fehlend, nach 
Westen abnehmend, westlich der Weser vereinzelt und wohl meist nur ver- 
schleppt, in Ostfriesland fehlend. 

- Inula germanica L. Nur im südlichen, östlichen Gebiete, selten. 
Westlich bis Bernburg-Stassfurt-Hecklingen (früher) -Egeln-Neuhaldensleben. 
Potsdam-Oderberg (früher), in Brandenburg nur an diesen beiden Orten. 

-J I. salicina L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, fehlt an der Ostsee- 
küste, westlich der Altmark, Brandenburgs und Mecklenburgs nur verschleppt 
In Schleswig-Holstein im Osten selten, im Westen nur ein Fundort. 

^ I hirta L. Im östlichen Gebiete zerstreut, im Westen fehlend, erreicht 
die Nordwestgrenze bei Wittenberg- Oschersleben -Stassfurt- Frankfurt a. Oder- 
Angermünde-Liebenau-Garz a. Oder. Fehlt in der Nähe der Ostseeküste. 

_J Anthemis ruthenica MB. Einheimisch nur im südöstlichen Teile des 
Gebietes in der Provinz Posen und im östlichen Brandenburg, Lieberose-Frank- 
lurt a. Oder. Sonst in Brandenburg stellenweise eingeschleppt und viele Jahre 
sich erhaltend. 

Achillea salicifolia Bess. (A. cartilaginea Led.;. In den Thälern der 
Oder Warthe, Netze und Weichsel verbreitet und von da auch öfter entfernt 
von den Flüssen. Erreicht an der Oder ihre Westgrenze 

_J Chrysanthemum corymbosum L. Nur im mittleren Gebiete sehr 
zerstreut erreicht hier ihre Nordwestgrenze an der Elbe abwärts bis Arneburg. 
An der Ucker (Prenzlau). An der unteren Oder von Angermünde bis Stettin. 

nel- iru T""'' p' ^^''"^ ^^- ^"^ ^'' Hecklingen-Aschersleben-Krä- 

Sensbur ^^''^'^'"^"^§^ " ^>^"^^ ^^ P«"^"^ern. Sonst nur Culm i. Wpr. und 

™ ^..^T^^l^^^'T ^f ""■ '' ^'''^- '■" ö^"'<=''™ Gebiete sehr zerstreut, 
Meli, h "i .T '. ""' '" '^"^'"' " Neuvorpommern und im östlichsten 
Mecklenburg (Fnedland;, sonst an der Oder seine VVestgrenze zu erreichen. 

— J i-arlina acaulis L. Nur im östlirHfn r^u: *. ^ . ^ 

t-,„ f ui j T- • , -^- ^^"'^ ™ ostiicnen Gebiete sehr zerstreut, im west- 
hchen fehlend Erreicht seme Nordwestgrenze bei Triebel-Grünberg in Schle- 
sen -Mesentz-Reetz-Deutsch Krone-Berent-Lauenburg in Pommern. Vorge- 
schoben bei Rummelsburg und Schivelbein. 

.erstr7 / 1""^ "lonoclona (L.) Aschers. Fast nur in der Nähe der Elbe 
TreTenbrie^e!?"'"' "'"^"''*"°' "'°"'^"" *"=' Neuhaldensleben-Nauen- 

W.J„ ^Z'^T /"T'^t"^"' ^- '" °^"'=''™ '^«^biete sehr zerstreut, im 
Westen fehlend, d,e Angaben im östlichsten Hannover bereits unsicher, in der 



Zweites Capitel. Geographische Verbreitung der Heiden und Heidepflanzen etc. 57 

Altmark und dem westlichen Mecklenburg selten. In Schleswig-Holstein nur 
sehr selten eingeschleppt. 

_j Cirsium rivulare (Jacq.) Link. Nur im südöstlichen Gebiete sehr zer- 
streut, erreicht seine Nordwestgrenze bei Altdöbern-Peitz- Guben -Reetz (wohl 
eingeschleppt). In Westpreußen im Kreise Pr. Stargard, in Ostpreußen 
mehrfach. 

_j Centaurea phrygia L. Nur im östlichen Gebiete, erreicht ihre Nord- 
westgrenze in Posen nur bei Posen-Koschmin-Ostrowo-Kempen-Pleschen-Brom- 
berg (früher). In Hinterpommern westlich bis Gollnow und Insel Wollin. 

_j C. rhenana Boreau (C. panniculata Jacq.). Im östlichen Gebiete zer- 
streut, stellenweise häufiger, nach Nordwesten abnehmend, westlich bis Neu- 
haldensleben-Calvörde-Stendal-Arneburg-Lenzen-Bützow-Schwaan. An der Ost- 
seeküste selten oder fehlend. In Ostpreußen abnehmend. 

_J C. Scabiosa L. Im östlichen Gebiete meist häufig, nach Westen ab- 
nehmend, fehlend bis Neuenkirchen -Verden-Moisburg-Harburg. 

_i Picris hieracioides L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, an der 
Ostseeküste selten, in der hannoverschen Ebene nur noch bei Nienburg, Hude- 
mühlen, Bothmer Mühle und einmal bei Bederkesa, wohl zum Teil verschleppt. 
In Schleswig-Holstein zerstreut. 

— Tragopogon major Jacq. Im östlichen Gebiete zerstreut, an der 
Ostseeküste selten oder fehlend, auch in Ostpreußen nur verschleppt. In der 
hannoverschen Ebene und in Schleswig-Holstein bereits vollständig fehlend. 

-J Scorzonera purpurea L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im 
westlichen fehlend, erreicht ihre Nordwestgrenze bei Neuhaldensleben-Burg bei 
Magdeburg -Brandenburg-Neuruppin-Fürstenberg-Boitzenburg-Prenzlau-Strasburg 
in Uckermark - Demmin - Garz - Pyritz- sonst aus Pommern nicht bekannt, in 
Westpreußen nur im südlichen und mittleren Weichselgelände, für Ostpreußen 
zweifelhaft. Fehlt fast ganz in der Lausitz (nur bei Müllrose, außerhalb des 
Heidegebietes!). 

— Chondrilla juncea L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, im Westen 
fehlend, erreicht seine Nordwestgrenze bei Nienburg-Drakenburg-Verden-Lüne- 
burg-Lauenburg-Oldenburg in Holstein. An der Ostseeküste selten und meist 
verschleppt, östlich der Weichsel nach Nordosten abnehmend, in Ostpreußen 
fehlend. 

-1 Lactuca Scariola L. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, im Westen 
fehlend, in der hannoverschen Ebene selten und wohl kaum einheimisch, höch- 
stens bei Lüneburg. In Schleswig-Holstein nur eingeschleppt. 

— iCrepisfoetidaL. Im mittleren Gebiete im Süden sehr zerstreut, west- 
lich bis Walbeck-Burg bei Magdeburg und an der Oder nördlich bis Stettin. 

-J C. praemorsa (L.) Tausch. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, west- 
lich der Oder selten. Erreicht ihre Nordwestgrenze bei Hecklingen (früher) 
-Hakelwald im Masdeburmschen-Nauen-Rheinsberg-Zehdenik-Schwedt a. Oder- 

Rügen-Ückermünde. 

~i C. mollis (Jacq.) Aschers. Im Östlichen Gebiete selten. Im Westen 



58 Erster Teil. 

fehlend, westlich bis Hecklingen (früher) -Stassfurt-Hakelwald-Neuhaldensleben, 
sonst nur in Posen und Westpreußen. 

Hieracium floribundum Wimm. et Grab. Im östlichen Gebiete sehr 
zerstreut, aber in Westpreußen häufiger. Sicher oft übersehen, westlich nur 
beobachtet bei Krossen-Bojanowo-Jagow an der Plöne. 

_J H. praealtum ViU. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, an der Ost- 
seeküste selten oder fehlend. Im Westen fehlend, in der Ebene von Hannover 
nur verschleppt. Schleswig-Holstein nur bei Lübeck (ob einheimisch?). 

-J H. echioides Lumnitzer. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, erreicht 
seine Nordwestgrenze bei Brandenburg a. H.-Rathenow-Salzvvedel-Malcliin-Halb- 
msel Wustrow (früher). In Westpreußen nur im Weichselgelände von Thorn 
bis zur Montauer Spitze, in Ostpreußen fehlend. 

_J H. cymosum L. Im östlichen Gebiete meist zerstreut, an der Ostsee- 
küste nicht beobachtet, nach W^esten abnehmend, in Brandenburg fast nur im 
Oderthale nördlich bis Pyritz. Westlich der Oder ganz fehlend, die vorhan- 
denen Angaben irrtümlich. 

H. pratense Tausch. Im östlichen Gebiete sehr zerstreut, nach Westen 
abnehmend, westlich der Altmark und Mecklenburgs nur sehr selten und vor- 
übergehend; im Herzogtum Magdeburg, und in der Altmark fast nur in der 
Nahe der Elbe. In Schleswig -Holstein im Eibgebiete vielleicht einheimisch, 
sonst nur mit Grassamen verschleppt. 



Drittes Capitel. 

Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide 
und die Existenzbedingungen derselben. 

1. Entstehung der Heideformation. 

Die Entstehung der Heideformation ist ein Capitel, welches so viel um- 
stritten ist, wie wenige pflanzengeographische Fragen. Die ersten Botaniker, 
die sich eingehender mit der Frage von der Herkunft der für die wirtschaft- 
uZ y^^f "^'^' ""^^^^^ Vaterlandes so wenig vorteilhaften Formation be- 
schäftigt haben, waren W. O. Focke, B. Borggreve und E. H. L Krause. 
Wahrend der erstere sich aber vorwiegend mit den Vegetationsbedingungen 
und der Zusammensetzung beschäftigt, ohne eine bestimmte Hypothese über 
die Entstehung der Heide zu äußern, haben Borggreve und Krause sich ein 
Bild von der Entstehungsgeschichte zu machen gesucht. Es ist eine bekannte 
Ihatsache,_ die E. H. L. Krause in überaus scharfsinniger und mühevoller Ar- 
beit so weit als möglich bis in die Einzelheiten aus alten Acten und Urkunden 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 59 

festgelegt hat, dass der größte Teil der heute mit Heide bedeckten Lüneburger 
Heide noch im Mittelalter von zum Teil prachtvollem Walde, meist Laubwald 
bedeckt war. Von der Thatsache also ausgehend, dass riesige Länderstrecken, 
die noch vor nicht allzu langer Zeit Wälder trugen, heute mit fast wertloser 
Heide bedeckt sind, musste versucht werden, die Ursachen dieses Wechsels fest- 
zustellen. Die beiden letztgenannten Forscher glaubten nun als allein wirk- 
same Kraft bei der Veränderung die Eingriffe des Menschen annehmen zu 
müssen. Besonders die Lüneburger Saline verbrauchte jährlich ungemessene 
Mengen von Holz, die aus den für unerschöpflich gehaltenen Wäldern ge- 
schlagen wurden, ohne dass man daran dachte, die devastierten Flächen w ieder 
anzuschonen. 

BoRGGREVE und KRAUSE meinten nun ganz richtig, dass die Wälder, wie 
es ja auch normalerweise hätte geschehen müssen, sich von selbst wieder ver- 
jüngt hätten, wenn nicht irgend ein Hindernis der Wiederherstellung der Wälder 
entgegengestanden hätte. Beide Schriftsteller suchen nun dieses Hindernis in 
der in jener Zeit immer mehr zunehmenden Viehzucht. Die Anwohner hätten 
ihr Vieh, besonders die Schafe, in die Wälder und vornehmlich auf die abge- 
holzten Flächen getrieben. Der gierige Zahn dieser Tiere hätte dann das 
Aufkommen des Stockausschlages und der Gehölzsämlinge verhindert und so 
allmählich das Verschwinden der Waldbäume verursacht, die dann durch Be- 
stände von Heidekraut ersetzt wären. Die Schlussfolgerung dieser Theorie ist 
natürlich die, dass, wenn die Heide vom Vieh verschont würde, wenn die heute 
noch übliche Viehzucht auf der Heide aufeesreben würde, dieselbe allmählich 
sich ganz von selbst wieder in Wald umwandeln würde. 

So scharf durchdacht diese eben angeführte Theorie nun ist, und so viel- 
seitig die Beobachtungen Krause's in dieser Richtung sind, erscheint es doch 
unmöglich, die Theorie zur Erklärung der Thatsachen anzunehmen, weil ihr 
zu vieles widerspricht. Ich habe seiner Zeit in Engler's Jahrbüchern (XX, 
[^895] S. 5 10 ff.) die Gründe aus einander gesetzt, die der Borggreve-Krause- 
schen Theorie widersprechen. Es ist erstens feststehend, dass es eine große 
Reihe großer Heiden, besonders solche im Staatsbesitze giebt, die in keiner 
Weise genutzt oder beweidet werden, sich aber trotzdem nicht bewalden, und 
^'eiter sind untrügliche Anzeichen vorhanden, dass selbst in gut bewirtschafteten 
Forsten die Heide gegen den Wald mehr und mehr die Oberhand gewinnt, 
und last not least finden wir in den großen Heidegebieten überall Ortstein im 
Boden, der die Wiederbewaldung unmöglich oder sch\\'ierig macht, und der 
»n keiner Weise mit der Nutzung als Viehweide in ursächlichen Zusammen- 
hang zu bringen ist. Da also diese Theorie unmöglich Geltung behalten 
'sonnte, mussten neue Gründe gesucht werden, musste man versuchen, die 
Ursachen der Heidebildung aufzudecken. Die Schwierigkeiten einer solchen 
Untersuchung liegen auf der Hand, es können Ursachen von so mancherlei 
^rt sein, dass es schwer ist, die richtigen zu finden, und dann ist es äußerst 
schwer, den Wert der einzelnen Factoren, wenn man solche gefunden zu haben 
glaubt, richtig und besonders nicht zu hoch zu taxieren. 



•?1 



60 Erster Teil. 

Für die Ermittelung der die Heidebildung befördernden Einflüsse sind nun 
folgende Thatsachen von der größten Wichtigkeit: 

1. Die Bodenarten, die im norddeutschen Flachlande zu Tage 
treten, die also die Vegetation tragen, sind im Osten dieselben wie 
im Westen, jedenfalls finden sich wie im westlichen, holsteinischen und lau- 
sitzer Heidegebiete auch im Osten, der Provinz Posen, der Provinz Westpreußen, 
sowie in großen Teilen Brandenburgs ausgedehnte sandige, darunter oft sehr 
nährstofifarme Flächen. 

2. Trotz dieser Übereinstimmung der Bodenarten ist die dieselben 
bedeckende Vegetation eine ganz verschiedene: Im Westen, in 
Schleswig-Holstein, in der Lausitz etc. große Heideflächen und an den nassen 
Stellen bei weitem vorwiegend Heidemoore. Im Osten dürre Kiefernwälder, 
Sandfelder und Hügel mit steppenähnlicher Vegetation, und an nassen 
Stellen bei weitem vorwiegend Wiesenmoore. 

3. Diese Vegetationsformationen bewohnen in großer Ausdeh- 
nung ein ganz bestimmtes Areal von ziemlich complicierter Begren- 
zung. Es umfasst das Hauptwohngebiet der Heide etwa folgende Provinzen 
und Landesteile: Fast die ganze Provinz Hannover, den größten Teil der Alt- 
mark, Schleswig -Holstein, einen Teil der Priegnitz, den nordwestlichen Teil 
von Mecklenburg und einen schmalen Streifen an der Ostseeküste, der jedoch 
in der Nähe der ]\Iündungen der Oder und Weichsel unterbrochen ist. Ostlich 
der Weichsel nehmen, besonders nach dem Nordosten Ostpreußens, die Heide- 
elemente wieder zu. Eine Exclave der Heidevegetation bildet der größte Teil 
der Lausitz. Die steppenartigen Vegetationsformationen schließen dieses Ge- 
biet annähernd aus. An den Grenzen der Wohngebiete nehmen die betreffen- 
den Formationen immer kleinere Areale ein und verlieren nach und nach 
einen charakteristischen Bestandteil nach dem anderen. 

4. Es giebt in Norddeutschland eine große Anzahl siphonogamer 
Pflanzenarten, die nur das Hauptwohngebiet der Heiden bewohnen, 
in den östlichen Teilen, in denen nur wenige und nicht typische Heiden zu 
finden sind, aber vollständig fehlen. Die Grenzen dieser Pflanzen folgen genau den 
Grenzen ausgedehnter Heideformationen, bleiben wenig hinter ihr zurück oder 
schreiten wenig vor. Ja ein Teil von ihnen kommt auch, abgetrennt von ihrem 
sonstigen Wohngebiet, wieder in der Lausitz vor und überspringt an der Ost- 
seeküste die Mündungen der großen Flüsse (vgl. S. 32). 

5. Eine noch viel größere Anzahl siphonogamer Pflanzen be- 
wohnt nur den östlichen und mittleren Teil Norddeutschlands und 
fehlt im Heidegebiete vollständig. Auch hier geht die Übereinstimmung so 
weit, dass viele von ihnen fast gleiche Nordwestgrenzen besitzen, dass sie in der 
Lausitz und an der Ostseeküste fehlen, resp. nur an den Mündungen der großen 
Flüsse, der Oder und Weichsel, bis an die Ostseeküste vorstoßen. Rügen. 

6. Die Mehrzahl der im Osten fehlenden Pflanzen sind Heidepflanzen, 
unter den im Westen fehlenden finden sich naturgemäß sehr w-enige echte 
Heidepflanzen, nur vielleicht Ledum, welches aber auch in Bezug auf seine 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 61 

Standorte sehr wechselnd ist. Das Auffallendste aber ist, dass eine An- 
zahl typischer Vertreter solcher Formationen, die in beiden Gebieten 
verbreitet sind, z. B. Buchenwälder, Kiefernwälder, Teichränder, Flussufer etc. 
nur eins der beiden Gebiete bewohnen und oft scharf an der Grenze der 
beiden Gebiete ihre Grenze erreichen. 

Die hier mitgeteilten Thatsachen müssen notwendigerweise eine gemein- 
same Ursache haben. Es muss dies ein Factor sein, der nicht auf alle Pflanzen 
von gleicher Wirkung ist, der die einen Arten begünstigt und die anderen 
schädigt, dabei aber eine dritte kleinere Gruppe von Pflanzen, die bei uns eine 
Nord- oder Südgrenze erreichen, anscheinend gar nicht beeinflusst, da die 
Grenzen einiger solcher Arten, wie z. B. Petasites spurius, andererseits 
Limnanthemum Nymphaeoides u. a. die Grenzen der Heidepflanzen und 
der Nichtheidepflanzen unregelmäßig kreuzen. 

Die Thatsache, dass eine Reihe von Pflanzen bei uns übereinstimmende Süd- 
ostgrenzen und andere wieder gemeinsame Nordwestgrenzen zeigen, war bereits 
längst aufgefallen, wenn auch erst in neuerer Zeit die Zahl dieser Arten fest- 
gelegt ist"). Da man aber die geographisch genau mit diesen Arten über- 
einstimmenden Verbreitungsgebiete der großen Heideflächen nicht beachtete, 
suchte man die Ursache der eigentümlichen Pflanzenverbreitung in der histori- 
schen Entwickelung unserer Flora. E. H. L. Krause'') ging von der irrtüm- 
lichen Voraussetzung aus, dass auch die Kiefer bei uns als ursprünglich wilder 
vValdbaum dieser Grenze folge, dass sie im nordwestdeutschen Flachlande 
eigentlich fehle, eine Annahme, die durch die Moorfunde, die in allen Schichten 
Kiefern zeigten, längst widerlegt ist. In der Annahme dieser Behauptung be- 
zeichnete HoECK die bei uns die charakteristische Nordwestgrenze erreichenden 
Pflanzenarten als »Kiefernbegleiter« wegen der Übereinstimmung ihres Wohn- 
gebietes mit dem vermeintlichen der Kiefer. Es ist Hoeck's Verdienst, wie 
schon hervorgehoben wurde, in möglichster Schärfe alle die Verbreitungsge- 
biete festgelegt zu haben. Da mit der Annahme der KRAUSEschen Kiefern- 
grenze sich naturgemäß eine frappante Übereinstimmung zwischen der Verbrei- 
tung dieses Baumes und der südöstlichen Typen ergeben musste, schloss HoECK 
auf eine gemeinsame Einwanderung dieser Pflanzen mit der Kiefer zusammen 
in Norddeutschland, und suchte dann weiter die Übereinstimmung der Ver- 
breitung anderer Waldbäume mit den in ihrem Schatten wachsenden Pflanzen 
nachzuweisen. Es erscheint zweifellos richtig, dass die Mehrzahl der bei uns 
ihre Nordwestgrenze erreichenden Arten zu gleicher Zeit bei uns eingewandert 
sind, und dass auch die Kiefer mit ihnen zusammen kam, machen viele That- 
sachen recht wahrscheinlich. Nun ist aber weiter zu beachten, dass erstens 
eine sehr große Zahl der südöstlichen Typen ihren charakteristischen Standort 
auf dürren, sonnigen (oft buschigen) Hügeln besitzen und dass weiter, wie schon 

i) Vgl. HoECK in Litteraturübersicht. 
2) Ebendort. 



62 Erster Teil. 

bemerkt, auch eine ganze Anzahl von Wiesen, Laubwald- etc.-Pflanzen genau 
derselben Grenze folgen. Weiter ist kein Grund einzusehen, weshalb so viele 
Pflanzen und besonders so verschiedenen Formationen angehörige gerade an 
diesen Stellen alle Halt gemacht haben, wenn man nur die gemeinsame Ein- 
wanderung als Grund der übereinstimmenden Verbreitung annehmen will. Es 
sind doch sicher mehrere Jahrtausende her seit jener Wanderung, und immer 
noch finden wir so zahlreiche Pflanzen mit übereinstimmender Verbreitung, 
denen andere westliche mit genau derselben Grenze nach der anderen Seite 
entgegen stehen. Es muss also mindestens ein besonderes Hindernis für die 
Weiterwanderung vorhanden sein, was eben im norddeutschen Flachlande nicht 
irgend ein rein mechanisches, wie ein Höhenzug etc. sein kann. Dazu kommt 
noch, dass der Factor, der den östlichen Arten das Fortschreiten nicht ge- 
stattet, gerade für das Gedeihen der westlichen günstig sein muss, weil diese 
gerade (und zum Teil nur) das von jenen gemiedene Gebiet bewohnen. Mit 
der einfachen Erklärung, dass die einen den anderen »Concurrenz«; machen und 
sie verdrängen oder die anderen den einen das Fortschreiten durch dichte Ee- 
siedeUmg des Landes streitig machen, kommen wir hier keinesfalls aus, denn 
wir haben gesehen, dass auch Pflanzen, die in beiden Gebieten vorkommende 
Formationen bewohnen, ihre Grenze erreichen, die also auf keinen Fall aus 
=^ Mangel an geeigneten Standorten« nicht weiter vorkommen. Eine weitere 
Stütze für die Annahme eines besonderen Hindernisses ist, dass eine große 
Zahl der im Osten häufigen, im Westen fehlenden oder seltenen Pflanzen im 
Westen sich nur unbeständig an einzelnen Fundorten anfindet. Die Pflanzen 
gedeihen an den Orten, an die sie verschleppt sind, eine Zeit lang anscheinend 
ganz normal, verschwinden aber bald ohne sichtlich erkennbaren Grund wieder, 
ohne sich weiter ausgebreitet zu haben. Einige ausdauernde Arten halten sich 
an den Fundorten längere Zeit in einzelnen Exemplaren, ohne sich weiter fort- 
zupflanzen. 

Wenn man diese nur ganz spärlich vorhandenen oder nur unbeständig 
auftretenden verschleppten Arten noch von der Flora des nordwestdeutschen 
Flachlandes abzieht, wird die Zahl der ihre bestimmte Grenze hier erreichen- 
den Arten noch viel höher. Man wird gut thun, die Zahl lieber etwas höher 
als geringer anzunehmen, da nur sehr wenige in der Litteratur niedergelegte 
tundorte von in Nordwestdeutschland ganz vereinzelt vorkommenden, im Osten 
häufigeren Arten kritisch auf ihre Constanz etc. geprüft sind. 

Wenn man das Vorhandensein eines solchen Factors, durch die zwingen- 
den Grunde veranlasst, als feststehende Thatsache annehmen muss, fragt es 
sich weiter, welcher Art dieser Factor nun ist. Dass er nicht mit der Boden- 
beschaftenheit des norddeutschen Flachlandes in directer Beziehung stehen kann, 
ist schon betont. Die Bodenanalysen beweisen ja auch das directe Gegenteil. 
Es wurde durch Bodenverhältnisse im Flachlande auch nie zu erklären sein, 
dass sich mehrere Arten gegenseitig ausschließen, und vor allen Dingen könnten 
me ähnliche unter sich annähernd parallele Ost- und Westgrenzen entstehen, 
wie wir sie im norddeutschen Flachlande so viele haben. Das wirkende Agens 



1 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 63 

muss also auf einem anderen Gebiete liegen, und zwar bleibt, wenn man die 
Bodenverhältnisse ausschließt, nur noch das Klima übrie. 

Bei näherer Untersuchung, die ich, um hier nicht zu langatmig zu werden, 
besser in einem besonderen Capitel behandeln will, stellt sich denn heraus, 
dass die Pflanzenverbreitung im norddeutschen Flachlande thatsächlich sehr 
stark von der Verteilung der klimatischen F'actoren abhängt. Genau stimmen 
die Grenzen hoher Niederschläge und der damit verbundenen feuchten Früh- 
jahrs- und Herbstvvitterung, sowie hoher Luftfeuchtigkeit und milder Winter 
und kühlerer Sommer mit den Grenzen der Heidevegetation, der westlichen 
Pflanzenarten, überein. Das Gebiet, welches von den östlichen, bei uns ihre 
Nordw^estgrenze erreichenden Arten bewohnt wird, ist ausgezeichnet durch ge- 
ringe Niederschlagsmengen, verhältnismäßig trockene und warme Frühjahrs- 
und Herbstwitterung, viel kältere Winter und heißere Sommer (man vergleiche 
z. B. die absoluten Maxima und Minima von Emden und Bromberg). Bei 
dieser Erklärung, dass das Klima das Hindernis für das Fortschreiten der öst- 
lichen Pflanzenarten nach Westen und das der westlichen nach Osten darstellt, 
ist auch die Thatsache erklärt, dass die Grenzen mehrerer Arten hinter dem 
Hauptgrenzgebiete zurückbleiben oder darüber fortschreiten und dabei doch 
demselben mehr oder weniger parallel bleiben. Sie sind eben von den be- 
treffenden klimatischen Factoren weniger abhängig resp. gegen den einen oder 
anderen weniger empfindlich, schreiten deshalb mehr oder weniger weit in das 
feuchte resp. trockene Gebiet vor. 

Natürlich wäre es vollkommen verfehlt, aus den Anforderungen, die ein- 
zelne Heidepflanzen (neben denen anderer Formationen!) an die klimatischen 
Verhältnisse ihrer Standorte stellen, direct auf die Vegetationsbedingungen 
aller Heiden zu schließen, denn es gibt auch außerhalb der Heidegebiete ein- 
zelne Heideflächen in mehr oder weniger typischer Ausbildung, aber nirgends 
so zusammenhängende Flächen, dass die Heide auf Meilenweite die ganz ent- 
schieden dominierende Vegetation darstellt. Aus der Übereinstimmung der 
Verbreitung der Heidegebiete mit gewissen klimatischen Verhältnissen, die zu- 
gleich für einzelne Pflanzen zu den unumgänglichen Lebensbedingungen ge- 
hören, kann man nur schließen, dass diese klimatischen Verhältnisse es sind, 
aie die Heidebildung befördern, die es veranlassen, dass die Heide in den von 
innen beherrschten Gebieten ' vollkommen zu dominieren vermag. Wie diese 
Einwirkung vor sich geht, wird am besten bei der Ausbildung der Heiden be- 
sprochen. 

a. Bildimg der Heide ans Wald. 

Wenn auch die Bildung der Heide aus Wald nicht als die ursprünglichste 
Art der Heidebildung angesehen werden kann (die ursprünglichste ist zweifels- 
onne die auf von vorn herein nährstoffarmem Sandboden), so ist doch ganz 
sicher die Mehrzahl der Heiden im norddeutschen Flachlande aus Wald ent- 
standen. Der größte Teil der Lüneburger Heide ist sicher im Mittelalter mit 
^ald bedeckt gewesen, und auch von den Heiden anderer Gebietsteile weiß 



64 Erster Teil. 

man mit Sicherheit, dass sie ehemals Wald trugen. Wie Ist nun dieser Wechsel 
unter dem Einfluss der klimatischen Verhältnisse vor sich gegangen und wie 
hat es kommen können, dass im Osten die Wälder noch heute stehen, wäh- 
rend sie im Westen der Heide weichen mussten? 

Selbst angenommen, dass seit dem Verschwinden des Inlandeises in 
Norddeutschland, seit dem Ende der letzten Eiszeit nur einige Tausend Jahre 
(die geringste Schätzung ist 6oco Jahre') verflossen sind, und dass auch nur in 
den letzten Jahrtausenden ein annähernd dem heutigen ähnliches Klima ge- 
herrscht hat! — Wirft man einen Blick auf die Niederschlagstabellen, die in dem 
Capitel über die klimatischen Verhältnisse des norddeutschen Flachlandes ge- 
geben sind, so fällt ohne weiteres in die Augen, dass die Niederschlagsmengen 
in den östlichen Gebieten auf weite Strecken 45 cm jährlich nicht oder nur 
wenig übersteigen, während sie in einigen Teilen des westlichen Gebietes 70 cm 
weit überschreiten. Sieht man z. B., dass in der Nähe der Oder, noch einem 
Hauptwohngebiete der südöstlichen Flora, die Niederschlagsmenge auf weite 
Strecken 44 — 4g cm beträgt, dass sie dagegen um Lüneburg 60 cm, in der 
Lüneburger Heide sogar meist etwas mehr, in der Altmark ziemlich eben so 
viel beträgt, und nimmt man zwischen diesen Orten nur eine durchschnittliche 
Differenz von 10 cm an, so ergiebt dies für das wenig westlich gelegene Ge- 
biet eine Wassersäule von 1 00 m Höhe in einem Jahrtausend mehr. In welcher 
Weise muss diese große Wassermasse auf die Böden, besonders auf die für 
die Heide in Betracht kommenden Sandböden wirken? 

Auf schweren Böden wird die Wirkung des Regens im wesentlichen eine 
erodierende sein, weil der Boden den Regen schwer aufnimmt und deshalb die 
größte Menge des Regens abfließt. Anders auf Sandboden. Hier wird meist 
jeder Tropfen sofort eingesogen und es müssen schon sehr starke Regengüsse 
kommen, und der Boden muss ziemlich stark geneigt sein, wenn man irgend 
wo stärker herabrieselnde Wassermengen auf dem Sandboden bemerken kann. 
Bei weitem das meiste Wasser wird vom Boden aufgenommen und sickert 
durch den Sandboden hindurch nach unten. Jeder Tropfen nun, der so in 
den Sandboden einsinkt, löst aus den oberen Schichten des Bodens eine ge- 
ringe Menge löslicher Stoffe, besonders Salze, nimmt sie mit in die Tiefe und 
bringt sie, wenn er nicht von einer Pflanze aufgesogen wird, in einer Quelle 
wieder zu Tage, die ihr Wasser mit den Nährstoffen meist irgend einem Flusse 
zuführt, der die gelösten Stoffe, so weit er sie nicht in seinem Überschwem- 
mungsgebiete ablagert, dem Meere zuführt. Nimmt man nun eine Stelle an, 



i) Die zuverlässigsten Berechnungen dieses Zeitpunktes sind die nach dem Alter des 
Niagarafalles, der ja erst nach der Eiszeit seine Arbeit begonnen haben kann und sich alljährlich 
ein bestimmtes Stück in das Gestein einsägt, so dass die Länge der Strecke, die er in 50 Jahren 
zurückgeschritten ist, in die ganze Länge seines Canons dividiert, die Zahl der halben Jahrhun- 
derte seiner Dauer ergibt. Weiter die Berechnungen der Dauer der alpinen und scandinavischen 
Gletscher, die jährlich eine bestimmte Gesteinsmasse ihren Endmoränen hinzufügen und ebenfalls 
erst nach der Eiszeit die Moränen zu bilden begonnen haben. Alle diese Berechnungen ergeben 
soweit es hier Interesse hat) annähernd gleiche Werte. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 65 

an der, wie ineist in der Heide, kein Wasser abfließt, sondern alles versickert, 
und betrachtet den Vorgang der Auslaugung hier etwas näher. Aus dem ur- 
sprünglich kalk- und nährstoffreichen Sandboden, der vielleicht Buchenhochwald 
trägt, werden etwa nur 6 Teile Salze etc. auf looooo Teile Wasser gelöst, 
etwa Ys des Regenwassers mag noch als verdunstend angenommen werden'), 
so würde in loco Jahren eine Menge von etwa 24 g reiner löslicher Stoffe dem 
Boden pro D-cm entzogen sein. Zuerst beginnt diese Lösung natürlich in 
den oberen Schichten und setzt sich mit der allmählichen Abnahme der oberen 
Schichten an löslichen Stoffen in die unteren fort. Das sich in den oberen 
Schichten bewegende Wasser nimmt dem entsprechend natürlich auch an Nähr- 
stoffen ab, so dass sich später in ganz armen Böden nur vielleicht '4 bis i Teil 
in 100000 Teilen Wassers finden. Nun ist es eine häufige Annahme, für die 
ich aber in der Litteratur keinerlei zuverlässige Stütze habe finden können, 
dass von dem in den Boden einsinkenden Wasser, wenn der Boden Wald 
trägt, etwa "/j von den Bäumen aufgenommen wird. Aber selbst die Richtig- 
keit dieser Annahme vorausgesetzt, würde das Drittel Nährstoffe, welches mit 
dem Wasser in die Bäume wandern würde, nur dann dem Boden wiedergegeben 
werden, wenn die Bäume nach ihrem Absterben im Walde verfaulen würden, 
nicht aber, wenn das Holz aus dem Forst herausgeschlagen und fortgefahren wird. 

Es ist eine weit verbreitete Fabel, dass dem Boden durch den alljährlichen 
Laubfall der größte oder doch ein großer Teil der entzogenen Nährstoße 
wiedergegeben wird. Im Herbst wandern alle Nährstoffe aus den Blättern m 
den Stamm, was irgend von den Baustoffen noch mobilisierbar ist, wandert 
aus den Blättern fort, kaum ein Rest von Protoplasma bleibt in den Zellen, 
selbst die Chlorophyllkörner werden, soweit es geht, zersetzt. Außer dem 
Baumaterial der Zellen, welches ja zumeist nur aus Cellulose besteht, finden 
sich nur eine Menge von F:xcretstofifen in den abgefallenen Blättern. Der 
Laubfall kann also fast nur der physikalischen ^nicht aber der chemischen) 
Verbesserung des Bodens dienen durch Bildung einer humosen Schicht, die 
als Nährstoff natürlich nicht angesehen werden darf Die dem Boden ent- 
zogenen Nährstofi"e finden sich während des Winters fast ausnahmslos in den 
Stämmen und Ästen der Bäume wieder und werden bei der Abholzung mit 
fortgefahren. 

Herr Prof TiiOMS hatte die Liebenswürdigkeit, mir einige Aschenanalysen 
frischer Hölzer^) mitzuteilen. Es können diese Aschenanalysen natürlich nicht 
ein vollkommenes Bild von allen thatsächlich dem Boden entzogenen Stoffen 
geben, da beim Einäschern eine Reihe von Stoffen, die aus dem Boden stammen, 
gasförmig entweichen. Besonders einer der wichtigsten Baustoffb, der Stickstoff 
fehlt. Dass dieser nicht gering sein kann, zeigt die Thatsache, dass man für 
den jährlichen Verbrauch eines envachsenen Obstbaumes (natürlich den durch 



1) Nach Warming, Ökologische Pflanzengeographie. 2. Aufl. 1891; verdunsten nur etwa 
15 Proc. 

2) Nach Wolf. 

Graebner, Die Heide. 5 



66 Erster Teil. 

Versickeruiig abgehenden Teil eingerechnet) nach Flelscfier und ebenso nach 
Wagner 75 g salpetersaures Natrium (Chilisalpeter Na NO,) rechnet. Zur 
normalen Entwickelung wird ein schnellwüchsiger Waldbaum kaum weniger 
gebrauchen. 

J. V. SCHROEDER^) hat Über den Stickstoffgehalt der Bäume eingehende 
Untersuchungen angestellt und gefunden, dass das feste Holz des Stammes 
bei den meisten Bäumen etwa 0,1 bis 0,2 Proc. Stickstoff enthält, während sich 
in der Rinde, dem Reisig etc. (also in den jüngeren hauptsächlich die Reserve- 
stoffe führenden Holzteilen) bis 0,5 Proc. finden. In der Streu der Wälder fand 
sich naturgemäß erheblich viel mehr Stickstoff und zwar im Buchenwald etwa 
1,34, im Fichtenwald 1,06, im Kiefernwalde 0,8 bis 1,0 Proc. — Schroeder 
berechnet den Gesamtverbrauch an Stickstoff zur Holzerzeugung für den 
Hektar 

im Buchenwald 7— ii kg im Mittel 8,7 kg 

» Birkenwald 7 — S > » » 7,2 » 

» Fichtenwald 12 — 14 » > » 13.2 » 

» Tannenwald 11 — 15 » » » 13,3 > 

im Mittel also 10,2 kg Stickstoff pro Hektar. 

Die Streu enthielt dagegen folgende Mengen Stickstoff: 

Streu des Buchenwaldes 44.3 kg 

» » Fichtenwaldes 31,9 » 

* » Kiefernwaldes 28.9 » 

Wenn nun die alljährliche Stickstoffzufuhr im Boden dadurch, dass die 
Atmosphärilien Salpetersäure und Ammoniak aus der Luft niederschlagen, etwa 
1 1 kg für den Hektar beträgt, so wäre nach Schroeder an eine Abnahme 
des Stickstoffes im Walde nicht zu denken und die W^aldstreu wäre der wich- 
tigste Stickstoffdünger, durch die Niederschläge würde das für das Holz Ver- 
brauchte wiedergegeben. 

Ramann') weist nun aber nach, dass dieser Annahme ein Fehler inne- 
wohnen muss; er hat gefunden, dass der Stickstoffgehalt der Böden, denen 
alljährlich die Streu genommen ist, gar nicht von den nicht geharkten im 
gleichen Walde abweicht, die Streu also für die Ernährung der Bäume keinen 
Etnfluss hat. 

Es enthielten 
Kiefernboden V. KL, Mittel aus drei Einschlägen berechnet, berecht . . 0.024 Proc. Stickstoff 
***** * » nnberecht . 0,022 > » 

^^' * * * * » » berecht . . 0,031 . » 

***** * » nnberecht . 0,024 » » 

* * * * » berecht . . 0,031 » > 

* * * * * » unberecht . 0.034 » » 

» n./in. » , , . , , berecht . . o.ojS * 

***** * » unberecht . 0,036 » » 

i; Forstchemische und pflanzenphysiologische Untersuchungen. Dresden 1878. 
2, Die Waldstreu und ihre Bedeutung für Boden und Wald. Berlin 1890 p 53. Vgl. auch 
BAL MANN, Landwirtsch. Versuchsstationen 1886, p. 242. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. (57 

Nichtsdestoweniger ergeben die Aschenanalysen doch ein ganz klares Bild 
von der sfroßen Menge der durch die Forstwirtschaft abgefahrenen Pflanzen- 



nährstoffe. Diese Analysen ergaben folj 


jende Werte; 












Gesamt- 
asche 


Schwefel- 
säure 


Phosphor- 
säure 


Kiesel- 
säure 


Chlor 


Kali 


Natron 


Kalk 


Mag- 
nesia 




/oo 


/oo 


°l 
/oo 


/oo 


/oo 


/oo 


/oo 


0/ 

/oo 


/oo 


Buchenhok . . 


5-5 


0,1 


03 


0,3 


— 


0.9 


0,2 


3' 


0.6 


Eichenholz . . 


5-3 


O.I 


0.3 


O.I 


— 


0.5 


0,2 


3-7 


0,4 


Birkenholz . . 


2.6 





0.2 


O.I 




0-3 


0,2 


1.5 


0.2 


Tannenholz . . 


2,4 


0,1 


O.I 


0.2 




0.4 


0.2 


"•2 


O.I 


Fichtenholz . . 


2.1 


O.I 


O.I 


O.I 


— 


O.I 


0,6 


1.0 


O.I 


Kiefernholz . . 


2.6 


0,1 


0.2 


0.4 


— 


0.3 


0,1 


hZ 


0.2 


Fichtenrinde . 


23,9 


0,2 


0,6 


3-8 


O.I 


»3 


I.O 


14,9 


I.» 



Diese Werte würden also ergeben in je einem Doppelcentner Holz eine 
Menge abgefahrener Nährstoffe bei 

Buchenholz 0.550 kg''' 

Eichenholz 0.530 > 

Birkenholz 0.260 » 

Tannenholz 0.240 » 

Fichtenholz 0,210 » 

Kiefernholz 0,260 » 

Fichtenrinde 2.390 » 

Bei einem specifischen Gewichte der Hölzer von et^va 0,55 und weniger 
für die leichteren Hölzer (Kiefer, Fichte, Tanne, Pappel, Erle, Linde und an- 
dere) und von et%va 0,75 und mehr für die schweren Hölzer (Taxus, Walnuss, 
Eiche, Buche, Apfel, Ahorn und andere") würde ein Doppelcentner leichter 
Hölzer etwa 182, ein solcher schwerer Hölzer etwa 133 cdm entsprechen. 
Berechnet man den Ertrag einer schweren Holzart auf schlechterem Boden 
nur auf etwa 4,5 Festmeter in 40 Jahren, so würden dabei, wenn das Holz 
etwa 30 Doppelcentner wiegt, pro Hektar 18 kg Nährstoff fortgefahren. Alte 
Eichen, die in mehrhundertjährigem (300 bis 400) Bestände 7 bis 800 Fest- 
meter pro Hektar liefern, würden ein Holzgewicht von 5 bis 600 Doppelcentner 
repräsentieren, was einem Entzüge von über 300 kg Nährstoff gleichkommt'). 

Berechnet man nun, dass ein Hektar guter Boden etwa 50C0 kg Kali in 
den obersten 3 dm enthält, in jedem Holz aber Kali im oben genannten 
Procentsatze abgefahren wird, so würde, keine Auslaugung durch Regen vor- 
ausgesetzt, dieser Boden bis zur Erschöpfung an Kali zu tragen vermögen 
pro Hektar 



lieh 



i; Vgl. auch Ram.ans, Forstliche Bodenkunde. Berlin (1893. p. 3246- 

2) Brockhaus, Conv. Lex. 14. Anfl. IX :i899 p. 304- ^. . . 

3) Über den Durchschnitt der jährlichen Holzproduction vgl. Donser-Hagen, Die forst- 
en Verh. Preußens. 3. Aufl. Berlin (1894'- 



68 Erster Teil. 

Buchenholz 56 ooo Doppelcentner 

Eichenholz 100 000 » 

Birkenholz 167 ooo » 

Tannenholz 125000 » 

Fichtenholz 500 ooo » 

Kiefernholz 167000 » 

Ähnlich ließe sich die Erschöpfung für die übrigen Nährstoffe berechnen. 
Natürlich sind diese Zahlen viel zu hoch, sie sollen nur einen Anhalt für 
weitere Berechnungen liefern. 

Aus VVasseranalysen frischer Wässer, wie sie aus gutem Boden entspringen, 
geht hervor, dass der Kaligehalt, um bei diesem Stoffe zu bleiben, nicht selten 
bis 0,4 Teile in 100 000 Teilen Wassers beträgt, 4 g pro qm Boden für je 10 cm 
Regenhöhe, also pro Hektar 8 kg, eine Menge also, die nach einigen hundert 
Jahren den Kaligehalt selbst guter Böden im oberen '/^ m gänzlich verbraucht 
haben würde, wenn die Concentration der Lösung dieselbe bliebe, was ja 
thatsächlich nicht der Fall ist. Es ist schon einmal betont, dass diese Zahlen 
selbstredend nicht für eine große Dauer von Jahren und Jahrhunderten gelten, 
denn nachdem die Auslaugung in den oberen Schichten begonnen hat, wird 
die Concentration der Lösung mit der Abnahme der Güte des Bodens ab- 
nehmen, der Nährstoffgehalt des Wassers wird sich immer mehr verringern 
oder die betreffende Concentration erst in immer tieferen noch weniger aus- 
gelaugten Schichten erhalten. Die Abnahme der Concentration würde in der 
Theorie et\va mit den oben angenommenen Werten beginnend zuerst verhältnis- 
mäßig schnell erfolgen, dann allmählich geringer und geringer werden und bei 
den schließlich ganz verarmten Böden in der Unendlichkeit eine Concentration 
von o erreichen. In ganz ähnlicher Weise wird natürlich auch die durch die 
Wegfuhr des Holzes aus den Forsten resultierende Verarmung als chematische 
Curve dargestellt erfolgen, denn während vor der ersten Abholzung des Wal- 
des die Stoffproduction des Bodens das höchste Maß erreichte, stand den 
nachfolgenden Wäldern immer weniger und weniger concentrierte Nährstofif- 
losung zur Verfügung und der jähriiche Zuwachs wird ganz allmählich mehr 
und mehr abnehmen. 

Je nachdem nun in den verschiedenen Gegenden die einzelnen Factoren, 
die die Bodenverarmung bewirken, mehr oder weniger stark in den Vorder- 
grund treten, je nachdem wird auch im Laufe der Jahrhunderte ein eigen- 
tümlicher Charakter der Gesamtvegetation, wenigstens wenn man die Sand- 
gebiete der betreffenden Gegenden vergleicht, stark hervortreten. Die theore- 
tische Erwägung zeigt schon, dass, wenn man in der Urzeit in den verschiedenen 
Klimaten vollständig gleiche gute Sandböden annimmt, in den Gebieten größerer 
Niederschlagsmengen erstens die Auslaugimg an sich eine erheblich stärkere 
sein muss, und dass zweitens besonders die obersten Bodenschichten ganz un- 
verhältnismäßig stark verarmt und ausgelaugt erscheinen müssen. Eine Ver- 
gleichung der Sandböden in Nordwestdeutschland mit denen des Ostens, etwa 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse de«- Heide etc. 69 

in der Provinz Posen, zeigt, wie ja ohne weiteres zu erwarten steht, die Rich- 
tigkeit der Erwägung. Wie später unten genauer besprochen wird, kann man 
in den Sandböden der Heidegebiete ganz bestimmte Bodenschichten secundärer 
Bildung unterscheiden, die ihrer Entstehung entsprechend etwa parallel der 
Oberfläche verlaufen. Vergleicht man nun damit die Sandböden des Ostens, 
so findet man bei ihnen an der Oberfläche nur eine verhältnismäßig dünne aus- 
gelaugte Schicht, und etwas tiefer gleichmäßig armen Sandboden. Dass nun 
diese Verschiedenheiten eine ganz verschiedene Vegetation zeitigen müssen, liegt 
auf der Hand. Dazu kommt dann noch, dass das feuchtere Klima des Westens 
der Heidebildung im allgemeinen günstig ist. 

Vergegenwärtigen wir uns nun an einem einzelnen Walde den Vorgang 
der Verheidung, wie er etAva in der Lüneburger Heide bei dem Verschwinden 
der großen Waldungen vor sich gegangen sein mag. Der Boden, ein kalk- 
und nährstoffreicher Sandboden, trägt Buchenhochwald. Durch den großen 
Holzverbrauch (etwa der Lüneburger Saline, wie E. H. L. Krause annimmt) 
wird der Wald vollständig abgetrieben. Während seines Wachstums ist, eben- 
so wie bereits in früherer Zeit, die Auslaugung des Bodens Schritt für Schritt 
weiter gegangen. Während der Boden kahl steht und der Wald sich erst nach 
und nach wieder bildet, geht die Auslaugung erheblich intensiver vor sich, da 
ja das früher von den Blättern am Baume und von den Moosen aufgesogene 
und dann verdunstende Wasser im Boden versickert. Schließlich hat sich der 
Wald wieder geschlossen, er wird älter und älter und wird schließlich wieder 
heruntergeschlagen. So mag die Abholzung mehrere Male vor sich gegangen 
sein, und während dessen schritt die Auslaugung, besonders der oberen Schichten, 
immer mehr und mehr vor. Mit der Abnahme der Nährstoffe in den oberen 
Schichten wurde nun naturgemäß den im Schutze der Buchen wachsenden 
Kräutern, die meist in kurzer Zeit, besonders im Frühjahr, eine verhältnismäßig 
hohe StofTproduction zeigen, das Gedeihen mehr und mehr erschwert, bis 
schließlich bei der immer weiter fortschreitenden Auslaugung diese mit ihren 
Wurzeln tiefere Schichten nicht erreichenden Gewächse aus Nahrungsmangel 
verkümmern und zu Gmnde gehen. Bei dem geringen Nährstoffgehalt der 
oberen Bodenschichten ist eine Vegetation mit größerer oder auch nur schnellerer 
Stoffproduction nicht möglich, alle Pflanzen nährstoffreicherer Böden sind aus- 
geschlossen und die Concurrenten der Pflanzen mit geringer Stoffproduction, 
mit geringem Zuwachs verschwinden und räumen den Heidepflanzen das Feld. 

Unter den Bäumen siedeln sich zuerst spärlich die Heidepflanzen an Hier 
und da sieht man in solch verheidendem Walde einige Heidepflanzen, beson- 
ders Calluna, die aber in dem meist noch dichten Schatten ein vergeiltes Aus- 
sehen haben. Auf dem armen Sandboden wird auch den Baumsämlingen 
das Gedeihen sehr erschwert. Die Buchensamen keimen in der Feuchtigkeit 
des Frühjahrs normal, aber sobald sie sich mit den Wurzeln ernähren müssen, 
beginnen sie zu verkümmern, der Schutz der noch stehenden alten Baume 
verhindert meist ihr völliges Vertrocknen in der Hitze des Sommers trotz der 
geringen wasserhaltenden Kraft des verarmten Bodens. In den ersten Jahren 



70 - Erster Teil. 

zeigt sich ein schwächliches Wachstufh, bei dem gewöhnlich die unterirdische 
EntWickelung, der Zuwachs der Wurzeln, wie es bei Pflanzen auf besonders 
stickstoffarmem Substrate erfahrungsgemäß zu beobachten ist, erheblich das 
Wachsthum der oberirdischen Organe überwiegt, dadurch, dass bei solchem 
Nährstoffmangel die in den oberirdischen Teilen bereits abgelagerten organi- 
schen Verbindungen in die Wurzeln zurückgeleitet werden. Durch die unver- 
hältnismäßige Verlängerung der Wurzeln erreichen diese bald die unteren besseren 
Bodenarten, und mit der größeren Nährstoffzufuhr wachsen dann die jungen 
Bäumchen in die Höhe, entwickeln sich in den Lücken der umgestürzten über- 
ständigen Bäume bald wieder zum dichten Zusammenschluss und verhindern 
die üppige Wciterentwickelung der Heidepflanzen. Solche Wälder haben meist 
eine sehr ärmliche Flora, außer den Saprophyten der Buchenwälder ist im 
ganzen wenig Vegetation zu bemerken. Die Waldpflanzen sind verhungert und 
die Heidepflanzen werden durch den dichten Schatten zurückgehalten. 

Auf diesem Wege allein würde eine vollständige Verheidung nicht oder 
doch wenigstens sehr spät eintreten, es müsste gerade die ausgelaugte Schicht 
eme so große Dicke erreichen, dass die jungen Baumsämlinge eher verkümmern 
oder vertrocknen, ehe sie den nährstoffreicheren Untergnmd erreicht haben. 
Auch in diesem Falle wäre es aber doch noch das wahrscheinlichere, dass die 
Buche eher durch ein anspruchsloseres Gehölz, etwa die Kiefer, ersetzt würde, 
ehe diese dann vielleicht schließlich der Heide wiche. 

Als Hindernis für die Wiederverjüngung des Waldes tritt dann aber, wenn 
die gänzlich verarmte Schicht eine bestimmte Dicke erreicht hat, so dick o-e- 
worden ist, dass der Frost nicht bis zu ihrer unteren Grenze einzudringen ver- 
mag, die Ortsteinbildung ein. Seine Entwickelung wird im Capitel über die 
Bodenarten der Heide besprochen werden. An der unteren Grenze der nähr- 
stoffarmen Schicht wird der Sand durch Ablagerungen von Humusverbindungen 
zu emem festen Humussandstein verkittet, der in den Heidegebieten auf meilen- 
vveite Strecken in schier ununterbrochener Schicht in meist 3 dm, selten bis 
zu I m Tiefe gelagert ist. Sobald dieser Ortstein eine gewisse Dicke und 
Festigkeit erreicht hat, ist er für Pflanzenwurzeln undurchdringlich. Nur an den 
kleinen Stellen der Unterbrechung (den » Ortsteintöpfen. , vgl. unten), die sich 
hm und wieder erhalten, vermag eine Pflanzenwurzel in die Tiefe zu dringen. 
Durch den Ortstein wird die obere ausgelaugte Schicht von der unteren fast 
vollständig abgeschlossen. Die Feuchtigkeitsschwankungen sind sehr stark und 
werden nicht mehr durch die unteren Bodenteile reguliert. 

Sobald sich der Ortstein im Walde zu bilden beginnt, gewinnt die For- 
mation ein ganz anderes Aussehen. Die Sämlinge der Buche und die jungen 
Pflanzen des etwa vorhandenen Unterholzes vermögen den Ortstein nicht zu 
diu-chdringen, ihre Wurzeln können also nicht in die tieferen Bodenschichten 
cindnngen, die Pflanzen kümmern eine Zeitlang herum und gehen dann 
schließlich an Nährstoffmangel und Trockenheit oder im Winter, weil ihr Holz 
durch die Ungunst der Vegetationsbedingungen nicht ausgereift wurde, zu 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 71 

Grunde \l Das Unterholz und der Nachwuchs beginnt zu fehlen. Die Lücken 
im Walde, die durch Umstürzen der alten überständigen Bäume entstanden 
sind, werden aus Mangel an Nachwuchs nicht wieder ausgefüllt, und so werden 
an jenen Stellen die günstigsten Vegetationsbedingungen für die Heidevegetation 
geschaffen. Durch weiteres Absterben der alten Bäume lichtet sich der Wald 
mehr und mehr und die Heide greift immer weiter um sich und gelangt bald 
zur Herrschaft; zumal auch der Ortstein, wenn er auch den einmal stehenden 
Bäumen die Vegetationsbedingungen nicht nimmt, denselben doch durch seine 
Bildung und Verstärkung erheblichen Schaden zufügt und so das Absterben 
beschleunigt'). Nach einigen Jahrzehnten sehen wir auf dem kahlen Felde nur 
mehr vereinzelte alte Bäume, die bereits stark vom Sturme gezaust und von 
der Sonne gebräunt erscheinen. Alles übrige Land ist bedeckt mit Heide, die 
ursprünglichen Waldpflanzen sind ganz verschwunden oder haben sich unter 
dem Schutze der einzelnen alten Bäume in einigen lichtliebenden Vertretern 
noch kümmerlich erhalten, bis auch diese letzten Zeugen der Waidvegetation 
verschwinden und das Heidekraut üppig die modernden Stämme der letzten 
Bäume überwuchert. Weit und breit, so weit das Auge reicht, nur braune 
unendliche Heide, die nur im Herbst in ihrem stumpfen rötlichen Glänze er- 
strahlt. 

Das wäre in großen Zügen der Vorgang, wie er bei der Bildung der 
großen Heideflächen aus Wald vor sich gegangen ist. Wir haben noch heute, 
besonders an den Grenzen der Heidegebiete, in den Übergangsgebieten zur 
östiichen Vegetation alle Stadien der Entwickelung in den Laubwäldern, vom 
t}'pischen Buchen- und Eichenhochwald bis zur typischen Heide. Ich habe oft 
Gelegenheit gehabt, solche verheidende Wälder zu beobachten, von denen be- 
sonders diejenigen interessant waren, bei denen die Heidebildung an verschie- 
denen Stellen mehr, an anderen weniger fortgeschritten war. Diese Wälder 
zeigen oft ein merkwürdiges Gemisch von Heide- und Waldflora, so dass die 
beiden Formationen oasenartig in einander eingesprengt erscheinen. Je nach 
dem Fortschritt der Verheidung übenviegt die Waldflora, und hin und wieder 
sind Heideflecke dazwischen oder die Heidestellen sind bei ihrer Vergrößerung 
zusammengeflossen und einzelne Fleckchen Waldflora sind eingesprengt. Hin 
und wieder beobachtet man auch einen Wald, bei dem zwischen den Heide- 
pflanzen nur noch vereinzelte Vertreter der Waldflora stehen, besonders Bra- 
chypodium pinnatum, Polygonatum multiflorum, auch P. officinale, 
Piatanthera bifolia, Geum urbanum, Lathyrus vernus, auch L. niger, 
Viola silvatica mit der Rasse Riviniana, Lamium maculatum, Cala- 
mintha Clinopodium, Origanum vulgare, Galium saxatile, Lactuca 
mural is und andere. 

Durch die Abholzung und Holznutzung wird die Heidebildung naturgemäß 

I; Vgl. SoRAUER. Handb. d. Pflanzenkrankheiten I. 

2) Über die Art und Weise der Schädigung der Bäume durch secundäre Bodenveränderung, 
über die Gründe der dadurch beförderten Stammfäule etc. vgl. SoRAUER a. a. O. 



72 Erster Teil. 

befördert und beschleunigt, aber auch ohne die Wegfuhr des Holzes muss 
unter Einwirkung der klimatischen Factoren die allmähliche Verheidung san- 
diger Böden vor sich gehen, wenn nicht für die Erneuerung der Nährstoffe im 
Boden gesorgt wird. 

Die Verheidung der Kiefernwälder geht in ganz ähnlicher Weise vor sich 
wie die der Buchenbestände, nur dass eben die Kiefer weniger anspruchsvoll 
ist als die Buche, ihre Sämlinge also bei schon ziemlich weit fortgeschrittener 
Auslaugung noch in normaler Weise gedeihen, wenn die jungen Buchen bereits 
durch Nährstoffmangel verkümmern. Die Auslaugung geschieht allerdino-s bei 
dem geringeren Nährstoffgehalt wohl etwas schneller als im Buchenwalde^ aber 
der schlimmste Feind des Waldbestandes, der Ortstein, tritt im Kiefernwalde, 
wenigstens in einem vorher noch nicht verheidet gewesenen, nicht mit der 
Intensität auf, wie in einem Laubwalde mit verarmten oberen Bodenschichten. 
Die Gründe dafür werden folgende sein: Ein Laubwald ist meist ziemlich 
dicht, die Kronen schließen meist ziemlich eng zusammen und erschweren da- 
durch der Luft, besonders den Winden, den Eintritt in den geschlossenen Wald. 
Oft kommt noch dazu, dass ein mehr oder weniger dichtes Unterholz gewisser- 
maßen eine zweite Decke bildet, und so der Zutritt der Luft zum Boden noch 
mehr erschwert wird. Die Folge davon ist die: Das alljährlich fallende Laub 
und die absterbenden Teile der den Boden bedeckenden Waldpflanzen können 
nicht genügend verwesen, die Wirkung der Pilze an den abgestorbenen Pflanzen 
ist eine verhältnismäßig geringe gegenüber der der Bacterien, weil ihnen die 
nötige Luft zum Gedeihen fehlt'). Die Humification tritt also vor der Ver- 
wesung in den Vordergrund, und es bildet sich der Waldboden, auf dem sich 
eine dicke Schicht stark (oft fast rein) humoser Erde findet. Diese Bodendecke 
ist reich an Humussäuren, die mit jedem versickernden Regentropfen in ver- 
hältnismäßig großer Menge in die Tiefe befördert werden und so ein reich- 
hches Material für die Bildung dicker und fester Ortsteinschichten liefern hn 
Kiefernwaide ist die Sache anders. Die Kiefern schließen bei weitem nicht so 
dicht zusammen, der Wind streicht viel ungehinderter über den Boden und die 
Sonne beleuchtet den Boden um vieles reichlicher. Unterholz findet sich in 
Kiefernwaldern, besonders in den ärmeren nur wenig. Es ist daher die Ver- 
wesung eine verhältnismäßig (d.h. dem Procentgehalt des gefallenen Laubes 
entsprechend) ausgiebigere, und die obere Bodenschicht meist bei weitem nicht 
so humos wie in dichten Buchenwäldern. Außerdem geht die Venvesung der 
Nadeln, die in lange nicht so großer Menge fallen wie das Laub, verhältnis- 
mäßig schwerer vor sich, wohl wegen der Menge der Harze. Dazu kommt 
noch, dass die Kiefernwälder an ihrer Oberfläche wegen des reichlicheren Luft- 
zutrittes trockener sind als die Laubwälder. Der Humus der Kiefernwälder, der 
in trockenem Zustande ziemlich fettig erscheint, hat nun die Eigentümlichkeit, 
dass er sehr schwer W^asser aufnimmt, wenn er etwa lufttrocken geworden ist. 
Uaher ist eine Erscheinung zu erklären, die man stets nach Perioden größerer 

I) Vgl. z. B. Otto, Tschaplowitz. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtliclien Verhältnisse der Heide etc. 71^ 

Trockenheit beobachten kann. Hat es geregnet, so ist bald das gesamte 
Wasser im Boden verschwunden, wenn man aber mit der Hand die oberste 
Schicht entfernt, so findet man, dass unter der Oberfläche alles trocken " ist, 
und dass das Wasser sich seinen Weg durch einige ganz bestimmte Wege 
hindurch gebahnt hat und sich dann im darunter liegenden Sande verbreitet 
hat. In der obersten Humusschicht ist alles trocken geblieben außer den 
wenigen röhrenartigen Wasserbahnen. Dem Gärtner ist diese Eigenschaft der 
Kiefernnadelerde wohl bekannt, er weiß, dass ein »ballentrocken« gewordener 
Blumentopf sehr schwer und nur durch langes Untertauchen im W'asser wieder 
zu befeuchten ist. Das Regenwasser löst infolge dieser Eigenschaft verhältnis- 
mäßig wenig Humusstofife, und daher geht die Bildung des Ortsteins in noch 
nicht verheideten oder verheidet gewesenen Kiefernwäldern langsamer vor sich 
als in Buchen- und Eichenwäldern unter fast gleichartigen Bedingungen. 

Eine weitere Art der Heidebildung behandelt C. Grei'.E in seiner vortreff- 
lichen Studie: »Aufforstung von Ödländereien. Waldbauliche Beobachtungen 
aus dem westfälischen Bergland«'). Durch diese Arbeit aufmerksam gemacht, 
habe ich den Einfluss des Rohhumus ^), den Greue gerade besonders hervor- 
hebt, mehrfach studieren können. — Vornehmlich in dichten schattigen Wäl- 
dern, namentlich F'ichtenwäldern, wird die Verrottung des gefallenen Nadel- 
oder Blattmaterials, besonders in feuchten Klimaten, so langsam vor sich gehen, 
dass bei weitem das meiste zu Humus umgewandelt wird, der sich nach und 
nach zu einer festen Schicht verdichtet. Grebe schildert ihn^) mit folgenden 
Worten: Man findet, . . . dass da, wo die Fichten kümmern, die obere Erd- 
schicht in der Stärke von 5 bis 8 cm eine abnorme Beschafi'enheit hat. Der 
Boden ist hier durch Humusstoffe am dunkelsten gefärbt und vor allem durch 
einen feinen haarförmigen Wurzelfilz so innig verwebt und verschlungen, dass 
sie sich in compacter, zusammenhängender Masse vom Erdboden abheben 
lässt. Mit dem Messer lässt sie sich leicht durchschneiden und dann eben so 
leicht abheben, ohne dass ein Zerfallen zu befürchten wäre. Im nassen Zu- 
stand ist sie dicht gelagert und von fettigem Aussehen, in trockenem Zustand 
locker und verfilzt. Sie überzieht wie eine Filzdecke den gesamten Heide- 
boden . . .« 

Grebe beschreibt den Boden, wie er in späteren Entwickelungsstadien 
aussieht, nachdem er schon ein Verkümmern der Fichten herv^orgerufen und 
sich mit Heide bedeckt hat. Im Anfange bildet er sich meist fladenweise und 
trägt entweder gar keine Vegetation oder vielleicht nur einzelne Moose oder 
Moosrasen. Der Rohhumus besitzt dann aber auch bereits eine filzige Be- 
schaffenheit, aber ohne die feinen Heidewurzeln. Die »Filzfasern« sind in 
diesem Falle die noch unzersetzten mechanischen Elemente der Fichtennadeln. 

1) Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen XXVIII (1896;, p. 513—542. 

2) F. E. MÜLLER. Die natürlichen Humasformen. Berlin 1S87. — Hamann, Neues Jahrb. 
Mineralogie. Beil. Bd. X (1895 . p. 119 ff. 

3 A, a. O. 519. 



74 Erster Teil. 

Die Heidebildung aus diesem Boden ist deswegen interessant, weil sie ohne 
Verarmung des Bodens vor sich gehen kann, ja sogar oft auf schweren Lehm- 
und'Thonböden vor sich geht. Ich habe besonders auf der mit Unterstützung 
der Kgl. Akademie der Wissenschaften unternommenen Reise, die mich auch 
durch Westfalen führte, in Oberbayern, im Riesengebirge, im Mährischen Ge- 
senke und im Rheinischen Schiefergebirge solche Heiden auf schweren Böden 
beobachtet und kann daher die Angaben Grebe's im vollsten Maße bestätigen. 
Auch im Harz sind derartige Heiden nicht selten, im Flachlande dagegen finden 
sie sich nur w-enig und meist von ganz geringer Ausdehnung. 

Die Wirkung der Rohhumusdecke auf die V^etation schildert nun Grebe 
S. 520 etwa in folgender Weise: 

i) Die Rohhumusdecke schließt den darunter liegenden Boden von der 
atmosphärischen Luft fast vollständig ab. »Sie verhindert also die rege Wechsel- 
wirkung zwischen dem Erdboden und dem atmosphärischen Sauerstoff. Die 
Atmosphärilien können also nicht ungehindert in den Erdboden eindringen und 
dessen fortschreitende Verwitterung in Gang halten. Der Boden bleibt deshalb 
unthätig und kann außerdem den in ihm haftenden Pflanzenwurzeln nicht den 
zur Unterhaltung ihrer Lebensthätigkeit erforderlichen Sauerstoff liefern.. 

2) ^Die Heidehumusdecke und der Wurzelfilz verhindern aus denselben 
Gründen die Wassercirculation im Boden. Sie verhindern die Verdunstung der 
überschüssigen Nässe im Winter und Frühjahr und lassen umgekehrt im Sommer, 
wenn sie erst ausgetrocknet sind und jede Capillarität verloren haben, die 
leichteren Regen und erfrischenden Morgentau nicht mehr in den Boden' ein- 
ziehen. Der Heideboden kann deshalb allen und namentlich solchen Pflanzen 
kerne rechten Existenzbedingungen bieten, welche, wie die Fichte, Bodenfrische 
und regen Luftwechsel im Boden lieben und dies Bedürfnis durch die flach- 
.streichenden Wurzeln zu erkennen geben.« 

3) =»Es ist wahrscheinlich, dass unter der Heidefilzdecke der Boden mit- 
unter aus dem Stadium der Oxydation in das der Stagnation und Reduction 
übergeht. Die im Regenwasser gelösten und in den Boden einsickernden 
Humussauren finden darin nicht den zu ihrer Oxydation erforderlichen Sauer- 
stoff.^ Da sie ständig das Bestreben haben, in höhere Oxydationsstufen über- 
zugehen, um schließlich in Kohlensäure zu zertällen, so entnehmen sie dem im 
Boden stets vorhandenen Eisenoxyd und Eisenoxydhydrat einen Teil seines 
Sauerstoffes, reducieren es in Eisenoxydul, um alsdann mit ihm humussaures 
und kohlensaures Eisenoxydul zu bilden, welches bekanntlich zu den Pflanzen- 
giften gehört. € 

4) »Es lassen sich noch weitere Gründe zur Erklärung des dürftigen Fichten- 
wuchses im Heideboden auffinden; es liegen verschiedene Anzeichen vor, dass 
er an seiner Oberfläche verarmt und erschöpft ist. Bis zur Tiefe von 10 bis 
15 cm ist er nämlich fester zusammengebacken, wenn er trocken ist, und 
weich und knetig, wenn er nass ist; darunter aber auf einmal ausgezeichnet 

ocker und porös auch im sterilsten Heideboden. Dieser verschiedene Krüme- 
lungszustand ist charakteristisch und deutet an, dass die obere Erdschicht an 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 75 

löslichen Mineralsalzen relativ arm, der Mittel- und Untergrund aber reich daran 
ist. Diese Folgerung ist wenigstens auf Grund der Beobachtungen und Mit- 
teilungen gerechtfertigt, die Herr Prof. Ramann in seiner »Standortslehre« 
und »Waldstreu« im Näheren anführt, wonach der lockere Krümelungszustand 
eines Bodens hauptsächlich durch, die Gegenwart löslicher Mineralsalze hervor- 
gerufen oder doch erhalten wird.« 

Grebe meint dann weiter, dass die junge Fichtenwurzel deshalb in der 
oberen Krume keine ausreichende Ernährung findet, sondern erst später, wenn 
sie in den tieferen Untergrund eingedrungen sei, »namentlich wenn gleichzeitig 
die Heidekruste inzwischen durchbrochen, gehoben und zum Besseren um- 
gewandelt ist«. So wäre das öfter mit 15 bis 25 Jahren teilweise einsetzende 
Höhenwachstum der Heideculturen zu erklären, welches freilich oft »nicht oder 
spät erreicht wird«. 

5) setzt Grebe auseinander, dass der Rohhumus der Heide ebenso reich 
ist, als der Humus der Buchen- und Kiefernwälder"), doch sind seine Nährstoffe 
wegen seiner torfigen Beschaffenheit so fest an ihn gebunden, dass sie den 
Bäumen nicht zu gute kommen. In seiner torfartigen Natur steht er dem 
eigentlichen Heidetorf ganz nahe^). Grebe constatiert dann noch einmal, was 
schon P. E. Müller (a, a. O.) betont, dass der Rohhumus nicht nur an arme 
Böden gebunden sei, »sondern sogar auf gutem, an auf löslichen Alkalisalzen, 
Kalk und dergleichen reichem Boden vorkommen könne«. 



Wie schon hervorgehoben, kann ich die Beobachtungen Grebe's im vollsten 
Maße bestätigen, nicht aber scheinen mir seine Folgerungen aus diesen Beob- 
achtungen in allen Teilen zutreffend, besonders da sie sich teilweise in gewisser 
Weise widersprechen. Ein Teil der Hypothese i) dürfte wohl den haupt- 
sächlich wirkenden Factor berühren. Grebe hat richtig erkannt, dass durch 
den Rohhumus die Durchlüftung des Bodens fast völlig verhindert wird. Meines 
Erachtens genügt nun dieser Factor fast ganz allein, um den Waldbäumen das 
Gedeihen gänzlich unmöglich zu machen, resp. je nach der Intensität seiner 
Wirkung Erkrankung, Verkümmerung oder Absterben hervorzurufen. Es existiert 
eine umfangreiche Litteratur über die Einwirkung solch ungünstiger Boden- 
beschaffenheiten und des Sauerstoffabschlusses auf Wurzeln. Die umfassendste 
Zusammenstellung eigener und fremder Beobachtungen in dieser Richtung liefert 
wohl Sorauer^), dem ich die meisten der folgenden Daten entnehme. Er 
zeigt z. B. a. a. O. S. 5 1 die verheerenden Wirkungen des Verschlämmens des 
Bodens, durch welches in ganz ähnlicher Weise wie durch den Rohhumus die 
Sauerstoffzufuhr in den Boden erschwert wird und wie dadurch Wurzeln und 



I Vgl. Ramann, Waldstreu (1890), p. 29. 

2) P. E. Müller, Studien über die natürl. Humusfonnen p. 43, 100— 118. 

3) Handbuch der Pflanzenkrankheiten I (1886;, p. 27 ff., 35 ff., soff. 



76 Erster Teil. 

Samen zur Fäulnis gebracht werden. Robinet schildert z. B. in der Revue 
horticole') die Wirkung einer Verschlammung in einer Toulouser Baumschule, 
die zum größten Teile nur 2 Tage lang unter Wasser gestanden hatte, in der 
aber während dieser Zeit beträchtliche Mengen Schlamm abgelagert waren. 
Diejenigen Pflanzen nun, auf deren Boden nicht viel Schlamm lag, blieben 
vollkommen gesund, solche Bäume dagegen, an deren Stammbasis etwa 10 bis 
12 cm Schlamm sich befand, litten beträchtlich. »Mandeln, Akazien, Kirschen 
(auch die Weichselkirschen), Ebereschen, Ligustrum, Mahonia, Evonymus 
und die meisten Coniferen gingen gänzlich zu Grunde. Von Crataegus, 
Pirus communis (wovon die auf Quitte veredelten weniger litten), P.Malus, 
Castanea, Mespilus, Catalpa u. a., welche 8 bis 10 Tage unter Wasser 
gestanden hatten, schwärzten sich nur diejenigen Exemplare an der Basis und 
starben ab, bei denen der Schlamm nicht entfernt war. .Von einer großen 
Reihe von Pflanzenarten starben auf dem verschlämmten Boden nicht 5le In- 
dividuen ab, viele erhielten gelbes Laub oder warfen es gänzlich ab, lebten 
aber nach Entfernung der Schlammkruste weiter. — Ganz gleichartige Erschei- 
nungen des Erkrankens und Absterbens kann man bei den meisten Baumarten 
beobachten, wenn sie zu tief gepflanzt worden sind. Auch hier fehlt, besonders 
in schwereren Böden, den Wurzeln in der größeren Tiefe der nötige Sauerstofl" 
außerdem wird der Stammgrund dabei mit Erde bedeckt. Je nach der Schwere 
des Bodens und der damit zusammenhängenden Luftdurchlässigkeit sieht man 
die Baume kranken oder ganz zu Grunde gehen. Sind Samenkörner zu tief 
m den Boden gebracht, sehen wir dieselbe Erscheinung des Verfaulens wie 
bei verschlammtem Saatboden. ' 

Über die Vorgänge bei dem Erkranken und Absterben der Bäume, ihrer 
Wurzeln in sauerstoffarmem Boden liegen mancherlei Beobachtuno-en und Ver- 
suche vor ganz abgesehen von den zahlreichen Versuchen an in sauerstoff- 
armen Medien cultivierten Pilzen, die auch genau dieselben Erfolge ergaben 1. 
Lechartier und BELLAMY^j wiesen nach, dass nicht nur in mancherlei Früchten, 
sondern auch in Blättern und Wurzeln in den ohne Sauerstoffzufuhr vegetie- 
renden Parenchymzellen, besonders in wachsenden Organen, sich Alkohol 
bildet^ Münz fand außer seinen oben citierten Untersuchungen an Pilzen, 
dass höhere Pflanzen in sauerstoffarmer Atmosphäre oder Wasserpflanzen in 
Wasser ohne freien Sauerstoff Alkohol bilden, während sie bei Sauerstoffzutritt 
sofort die Alkoholbildung einstellen und unter normalen Verhältnissen über- 
haupt niemals welchen erzeugen*). Dasselbe zeigten Pasteür^) und BÖHN^j. - 

I) Vgl. Wiener Obst- u. Gartenzeitung 1876. p. 37. 

über t ^'^^^\ ^T'' ''"*^"'' ^^^^ ^^^75), P. I, 178. - A. Mavek, Untersuchungen 

un" TT^l . V . ^'^™°^- ^^'^^-^^<=^- Versuchsstationen xSyx. - Brefeld, über Gäh- 
rung. III, Bot. Zeit. :i876 , p. 381. 

3 Comptes rendues LXXIX (1875), P- 949. 1006. 

4. Annales de Chimie et de Physique 1878, p. 543. 

5 Comptes rendues LXXIV 1872). p. 784. 

6; Sitz.-Ber. K. Akad. Wissensch. Wien LXVII, i. 



Drittes Capitel. Die entwickelungägeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 77 

Bei der Alkoholgähmng entstehen auch organische Säuren, darunter Essigsäure, 
die in größerer Concentration als Gift auf den Organismus wirken müssen. 

Vergegenwärtigen wir uns nun den Vorgang des Erkrankens und Ab- 
sterbens in seinen einzehien Stadien! Es kann dies natürlich nur in großen 
Zügen geschehen, auf alle physiologischen Vorgänge einzugehen, fehlt hier 
der Raum, es muss deshalb auf die einzelnen Quellen verwiesen werden'). 

In jeder lebenden, besonders wachsenden Zelle wird eine Quantität von 
Kohlehydraten, also Stärke und Zucker, zur Atmung verbraucht. Nach PFEFFER ') 
kann man sich die Atmung als aus zwei Processen bestehend vorstellen. Der 
erstere Process ist die sogenannte intramoleculare Atmung, welche in Gährungs- 
erscheinungen besteht, ganz ähnlich den bei den Gährungspilzen bekannten Vor- 
gängen. Dieser erste Process besteht demgemäß natürlich in der Bildung von 
Alkohol etc. BoROniN nennt nach SoraUER (a. a. O. 32) diesen Vorgang 
auch innere Verbrennung. Der zweite, sich dem ersteren ganz unmittelbar 
anschließende Process besteht in der sofortigen Verbrennung der entstandenen 
Gährungsproducte in Kohlensäure und VVa.sser. Dieser Process kann natürlich 
nur unter Einwirkung von außen, von der atmosphärischen Luft her zutretendem 
Sauerstoff geschehen, er entspricht der tierischen Atmung. Wenn nun wachsen- 
den Wurzeln aus irgend einem Grunde der Sauerstoff entzogen wird oder der 
Sauerstoffgehalt des Bodens unter das nötige Maß vermindert wird, so wird 
die in dem Wachstum und der plasmatischen Thätigkeit bedingte Alkoholbildung, 
also der erste Atmungsprocess vor sich gehen, die darauf folgende Verbrennung 
der Gähnmgsproducte wird aber nur so lange fortgesetzt, als der gerade noch 
vorhandene Sauerstoffvorrat reicht, nachher wird die Alkoholbildung übenviegen 
und so lange fortschreiten, bis der vorhandene Alkohol mit den Säuren eine 
lähmende Wirkung auf die Thätigkeit des Protoplasmas ausübt. Die Zelle 
^vird starr und unthätig und verharrt in dieser Unthätigkeit bis zum erneuten 
Sauerstoffzutritt, der den Alkoholgehalt wieder herabmindert und der Zelle die 
Wiederaufnahme der Arbeit ermöglicht. Dauert diese Starre des Proto- 
plasmas zu lange Zeit, so stirbt die Zelle allmählich ab. — Gewöhnlich tritt aber 
noch ein weiteres Moment der Schädigiuig in den luftarmen Böden hinzu. Die 
von den Zellen der Wurzeln bei der normalen Thätigkeit ausgeschiedene 
Kohlensäure wird normalerweise durch die lebhafte Atmung aus den Inter- 
cellularen der Wurzel gezogen, durch den allgemeinen physikalischen Ausgleich 
von den Wurzeln entfernt und vom Boden an die Atmosphäre zurückgegeben. 
ßei dem Mangel an Sauerstoff hört aber, wie bemerkt, die Atmung auf, der 
Boden selbst ist mit Kohlensäure geschwängert, die er als Ersatz für den vor- 
handen gewesenen Sauerstoff erhielt, und in den Intercellularräumen finden sich 

I) Außer den sonst citierten besonders Sor.^uer, Handbuch der Pflanzenkrankheiten I 1886 . 
p. 29. — Wolf, Tagebl. Naturforscher\ers. Leipzig 1872, P- 209. — Höhxel, Pringsheim's Jahrb. 
^vissensch. Bot. XII, i, p. 120. — Wortmann, Über die Beziehungen d. intramolecularen zur nor- 
malen Athmung der Pflanzen. Inaug. Diss. Würzbarg 1879. — Borodin, Acad. imp. sciences 
St. Petersbourg, 7. S^r., 1881. 

2 Landwirtschaft!. Jahrb. 1878. 



78 Erster Teil. 

beträchtliche Mengen von Kohlensäure. Von den oberirdischen, unter normalen 
Bedingungen lebenden Organen wird nun immer weiteres plastisches Material 
herabgefördert, welches nicht in normaler Weise verarbeitet werden kann. 
Sobald nun Kohlensäure längere Zeit oder in größerer Concentration auf 
lebende Zellen wirkt, macht sich eine in höchstem Maße giftige Wirkung 
bemerkbar. Die durch die Alkoholeinwirkung geschwächten Zellen werden 
dadurch, wenn sie nicht bereits durch den Alkohol getötet sind, vernichtet. 
Es tritt eine Verjauchung der Zellen ein, die durch das Vorhandensein vorher 
noch unzersetzter Kohlehydrate vergrößert wird. Die Wurzeln des ober- 
wärts noch völlig lebensfähigen Baumes saugen nun nach dem Absterben statt 
der normalen Nährlösung die in den Zellen befindliche jauchige Substanz in 
den Gefäßen (resp. Tracheiden) in die Höhe und die im höchsten Maße giftige 
Substanz tötet auch die Zellen ab, in die sie weiter gelangt. Man kann die 
Entfernung, bis zu der die Vergiftung nach oben vordringt, sehr leicht erkennen 
an den im Querschnitt selbst älterer Wurzeln sich zeigenden mehr oder weniger 
großen, schwarzen, abgestorbenen Stellen, die nach oben in einzelne nur 
mikroskopisch erkennbare, abgestorbene Gefäße (resp. Tracheiden) endigen. 
Dieses Absterben einzelner Zellen und Zellgruppen oberhalb der eigentlich ver- 
jauchten Wurzeln verhindert sehr oft die Neubildung der Wurzeln und befördert 
die Abtötung des gesamten Individuums, welche gewöhnlich eintritt, wenn die 
Giftstoffe bis in den Stamm oder bis in die ältesten Wurzeln vorg-edrungen 
sind. Die von Grebe (a. a. O. 520) erwähnten Humusverbindungen, im Über- 
maß vorhanden, befördern natürlich ebenfalls die Abtötung der Wurzeln. 
Auf et^vas trockneren Böden bemerkt man plötzlich während der heißen Zeit 
das Absterben der Bäume; der Baum welkt und vertrocknet, weil die erkrankten 
Gefäße oder Tracheiden nicht mehr das nötige Wasser leiten können. 

Ist der Luftabschluss nun aber kein so vollkommener, wie in dem beschrie- 
benen Falle angenommen ist, also der unter der Rohhumusschicht liegende 
Boden leichter, sandiger, daher lufthaltiger, oder ist die Humusschicht nicht so 
dick, so erhalten die Wurzeln zwar Sauerstoff, aber nicht so viel, wie eine dem 
Nährstoffgehalt des Bodens entsprechende intensive Vegetation erfordern würde. 
Die Pflanzen sterben nicht ab, kranken aber, da die Ernährung infolge der 
■mangelhaften W^urzelthätigkeit eine ungenügende ist, die Pflanzen also denen 
zu vergleichen sind, die auf ganz nährstoffarmem Boden wachsen. Bei so ver- 
kümmernden Pflanzen kann man oft die Bemerkung machen, dass der Früh- 
jahrstrieb verhältnismäßig sehr kräftig einsetzt, der weitere Zuwachs dann nach- 
her aber schwächer und immer schwächer wird, und bald ganz aufhört. Bei 
Kiefern ist z. B. öfter der neue Spross (der »Maischuss«) ziemlich lang, aber 
die Nadeln wachsen nur sehr kurz und schwächlich daran aus. Der Grund der 
Erscheinung wird der sein, dass während der Zeit der Ruhe, während des 
Winters ein wenn auch langsamer Ausgleich der Bodenluft mit der oberirdi- 
schen vor sich geht, so dass zu Beginn der Vegetation die Bodenluft ungefähr 
ihren normalen Gehalt an Sauerstoff besitzt, die Anfangsentwickelung der Bäume 
daher eine normale ist. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgescbichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 79 

Hat man die dichte Rohhumusschicht im Walde entfernt, so wird erst eine 
Zeit vergehen, ehe der Boden wieder vollständig ertragsfähig ist, bis die Bäume 
ein normales Wachstum zu zeigen beginnen. Es liegt dies daran, dass durch 
die Giftstoffe, die durch die anormale Atmung einerseits und durch die Ver- 
jauchung der Wurzeln andererseits in den Boden übergegangen sind, der Boden 
für die Pflanzen mehr oder weniger stark vergiftet ist und erst dadurch wieder 
ertragsfähig wird, dass er längere Zeit den Atmosphärilien und der Sonne aus- 
gesetzt wird. Einen vortrefflichen Beweis für das Vorhandensein solcher Boden- 
vergiftung gibt J. BÖHM ' ) bei einer Schilderung von zu tief gepflanzten und 
infolge dessen abgestorbenen Allan thus-Bäumen auf der Ringstraße in Wien. 
Erde, die unter den abgestorbenen Bäumen entnommen war, erwies sich als 
so giftig, dass Samen verschiedener Pflanzen, die in derselben ausgesäet wurden 
(teils frei, teils unter Glas), in kurzer Zeit abstarben und ebenfalls verjauchten. 
Erst nachdem die Erde etwa acht Tage der Sonnenhitze ausgesetzt und mehr- 
fach bewässert war, keimten Samen in normaler Weise darin. Diese Dauer- 
haftigkeit des Bodengiftes selbst in kleinen Quantitäten Bodens zeigt zur Genüge, 
wie stark der Einfluss in einem Waldboden, der doch nicht in erheblicher 
Weise umgearbeitet werden kann, sein muss. 

Die von Gref.E erwähnte Behinderung der Atmosphärilien, die die fortschrei- 
tende Verwitterung des Bodens hindern soll, kann kaum auf das W'achstum der 
Bäume irgend einen bemerkenswerten Einfluss haben. Bei einer erheblich 
dicken Rohhumuschicht ist die Behinderung des Wachstums durch den Sauer- 
stoffmansfel so srroß, dass der Baum bei weitem nicht alle in einem besseren 
Boden gelösten Nährstoffe für sich verwenden kann, da ja die Wurzelthätigkeit 
eine vollkommen ungenügende ist. Zudem widerspricht die in der vierten These 
angenommt;ne Verarmung der oberen Bodenschichten der Annahme vom Still- 
stande der Verwitterungf. Die oberen Bodenschichten können doch nur durch 
die von oben nach unten hindurchsickernden Atmosphärilien ausgelaugt, also 
gelöst sein. Nach Ramann ^) muss auch die Thätigkeit der auch von Grebe 
in der dritten These angenommenen in den Boden einsickernden, aus der Roh- 
humusschicht gelösten Humussäuren gerade das Gegenteil bewirken. Ramann 
sagt a. a. O. ausdrücklich: Die Humussäuren >^ veranlassen eine rasch fort- 
schreitende Verwitterung der Gesteine und bringen Stoffe in Lösimg, welche 
sonst als Verwitterungsrest zurückbleiben«. Die ungeheuere Armut der Heide- 
sande gegenüber denen mancher Sandfelder, die eben keinen Humus besitzen, 
entspricht dem ja auch vollkommen. 

Weiter scheint mir auch die Angabe, dass die Humusdecke die Wasser- 
circulation im Boden hindere und deshalb ungünstig wirke, nur sehr bedingt 
richtig. Richtig ist, dass die leichteren Regen und der Tau von der Rohhumus- 
schicht festgehalten werden, aber diese Niederschläge würden auch ohne die 



1) Über die Uräache des Absterbenä der Götterbäume und über die Nenbepflanzung der 
Ringstraße in Wien. Wien 1885. 

2) Nenes Jahrb. f. Mineralogie. Beil.-Bd. X. [iSgJ, p. 12S. 



80 Erster Teil. 

Humusschicht nicht tief in den Boden eindringen und dann sehr bald wieder 
verdunsten, während sie von dem Humus, der bekanntlich eine sehr stark wasser- 
haltende Kraft besitzt'), festgehalten werden. In den feuchteren Zeiten giebt der 
Humus das Wasser an den Boden ab und verhindert später eine intensive Aus- 
trocknung. Er bewahrt dem Boden eine gleichmäßige Feuchtigkeit, da er 
selbst sehr wasserleitend ist, eine Eigenschaft des Heidehumus, auf die wir später 
zurückkommen müssen. 

Lässt man den Rohhumus sich ungestört im Walde entwickeln, so erreicht 
er eine Dicke, bei der ein Leben der Bäume nicht mehr möglich ist. Sie 
sterben aus den angegebenen Gründen bald ab und die Fläche verkahlt. Nun 
bedeckt sich aber der Rohhumus nicht unmittelbar mit Heide, sondern er liegt 
meist mehr oder weniger lange Zeit fast ganz vegetationslos da. Gewöhnlich 
ist er zu Regenzeiten mit einem grünen Schimmer, der meist von blaugrünen 
Algen herstammt, bedeckt. Hin und wieder trägt er einen Po lytrichum- oder 
Dicranum rasen und an feuchten Stellen öfter größere Massen von Amblyste- 
gium serpens oder gemeiner Heide -Hyp na. Es scheint, als ob er erst 
einer gewissen Auswitteauig unterliegen müsste, ehe er für die Heidepflanzen 
günstige Vegetationsbedingungen bietet. Erst nach und nach sieht man die 
Heidepflanzen mit Calluna sich einstellen. In den außerhalb der großen Heide- 
gebiete gelegenen Formationen tritt meist gar keine Heidevegetation auf den 
Rohhumusstrecken ein, sondern es finden sich gewöhnlich Aera flexuosa, 
Senecio silvaticus, S. viscosus, auch Epilobium angustifolium u. a. 
in großen Beständen. Mitunter überzieht auch Thymus weitere Strecken sol- 
cher Böden. Die Eigentümlichkeit des Ostens, meist keine Heideflächen auf 
Rohhumus entstehen zu lassen, dürfte wohl ihren Grund in den klimatischen 
Verhältnissen haben. Die langen Trockenperioden des Sommers und besonders 
des Frühjahres mit sehr trockener Atmosphäre sind dem Gedeihen der Heide- 
pflanzen bekanntermaßen nicht günstig. Ein völliges Austrocknen des Bodens 
vertragen sie nicht. 

Eine Erscheinung, die gewissermaßen eine Vorstufe der Heidebildung dar- 
stellt, ist das Rückschreiten von anspruchsvollen Gehölzen und die Weiter- 
verbreitung anspruchsloserer Baumarten in manchen Gebieten. Wahrscheinlich 
ist im größten Teile des norddeutschen Flachlandes ein solcher Wechsel ein- 
getreten, aber in den wenigsten Gebieten ist sie urkundlich bestätigt. E. H. L. 
Krause hat in den verschiedenen citierten Arbeiten eine Reihe von Docu- 
menten niedergelegt, die eine ganz erhebliche Vermehrung des Kiefernbestandes 
gegenüber den Laubhölzern erkennen lassen. — In neuerer Zeit hat H. Hals- 
RATH'j in einem Artikel: »Zum Vordringen der Kiefer und Rückgang der 
Eiche in den Waldungen der Rheinebene« durch Urkunden klargelegt, dass auch 
hier die Laubhölzer, besonders die Eiche der Kiefer an den meisten Orten 



i) Vgl. F. TscHAPLOWiTZ, Humus und Humuserden im Gartenbetriebe und in der Land- 
wirtschaft. Oppeln 1892. 

2) Verh. NaUirw. Ver. Karlsruhe XIII 1895 — 1900 . 514 (igoo). 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeächichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 81 

habe weichen müssen. Nur etwa 31 Procent aller Waldungen ist vorwiegend 
mit Laubholz bestanden, während in früherer Zeit das Verhältnis gerade um- 
gekehrt war, ja im Mittelalter war die Kiefer an vielen Orten nachweislich 
sehr wenig oder gar nicht. 

Hausrath legt aber in seiner Erklärung der Gründe dieses Vegetations- 
wechsels zum Teil wenigstens irrtümlich angenommene Factoren unter. Haus- 
RATH nimmt an. dass durch die Flusscorrectionen der Grundwasserspiegel 
gefallen sei. Dieses Fallen, meint er aber selbst, könnte die mit den Wurzeln 
tiefgehende Eiche nicht allein zum Verschwinden veranlasst haben, sie würde 
auch bei tieferem Grundwasserstande noch gediehen sein. Die Grasnarbe in- 
dessen, die sich in den lichten Wäldern angesiedelt hätte, hätte die Regen 
und die Zersetzungsproducte des Humus für sich verwendet und zusammen 
mit dem über den Boden streichenden Wind eine austrocknende Wirkung ge- 
habt. Sie hätte auf diese Weise für die Kiefer günstigere Bedingungen als für 
die Eiche geschaffen. Diese Erklärung kann wohl nicht gut angenommen 
werden, denn erfahrungsgemäß ist die Wirkung einer Grasnarbe gerade ent- 
gegengesetzt, sie bewirkt die Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit') (ja sie kann 
bekanntermaßen an feuchten Orten direct eine Versumpfung veranlassen). Eine 
weitere Wirkung einer dichten Grasnarbe ist die Herabsetzung der hitensität des 
Gasaustausches zwischen Boden und atmosphärischer Luft. Nun ist aber die 
Eiche wieder gerade derjenige von unseren Waldbäumen, der am meisten be- 
fähigt ist, in luftärmeren (öfter auch sumpfigeren) Böden zu gedeihen, während 
die Kiefer, wie fast alle Nadelhölzer, gegen ungenügenden Gasaustausch zwischen 
Boden und Luft außerordentlich empfindlich ist. 

Die Streunutzuns, die Hausrath dann weiter als laubwaldfeindlichen Factor 
angiebt, hat wohl sicher ihr Teil zur Verarrnung des Bodens beigetragen, obgleich 
sie auch hier, wie so sehr oft, in ihrer Wirkung überschätzt wird. Der Nähr- 
stoffgehalt des fallenden Laubes ist, wie bereits erwähnt, recht gering, und 
nirgends zeigen die humosen Böden, die sich aus solchen Resten zusammen- 
setzen, einen hohen Nährstoffgehalt. Die Wirkung des Humus ist vornehmlich 
eine physikalische''), weil er die wasserhaltende Kraft des Bodens erhöht und 
die Verschlammung der Oberfläche, sowie die dadurch bedingte Krustenbildung 
verhindert. Die bekannte Angabe, nach welcher zur Erzeugung der Blätter bei 
der Buche jährlich das sechsfache, bei der Kiefer das dreifache an Nährstoffen 
verbraucht wird, was zum Aufbau der jährlich zuwachsenden Holzmasse gehört, 
reduciert sich sehr, wenn man die Analysen der abfallenden Blätter mit denen 
der frischen vergleicht. Der riesige Gehalt der ersteren an Kohlenstoffverbin- 
düngen, die im Boden als Nährstoffe nicht in Betracht kommen, täuscht leicht 
über die thatsächlichen Verhältnisse weg. 



2) Vgl. Warming, Ökologische Pflanzengeogr. p. 85 fF. 

3) Vgl. TscHAPLOwiTZ, Humus u. Humuserden. Oppeln. (1892 p. 2 ff. — Otto. Die Düngung 
gärtnerischer Culturen. Stuttgart (1896; p. 16 fif. — Ram.\nn, Waldstreu 1890. — Udo Müllee, 
Verh. Naturw. Ver. Karlsruhe XIII 1895—1900;, p. I24ff. (1900;. 

Graebner, Die Heide. 6 



82 Erster Teil. 

Die weiteren Gründe die Hausrath angiebt, liegen außer der Angabe, 
dass das Wild die Laubbäume mehr zerfräße als die Kiefer und dass die Samen 
der Kiefer mit ihren Flügeln verbreitungsfähiger wären als die unserer Laub- 
bäume, auf dem Gebiet der historischen Ent\vickelung der Rheinebene. Durch 
die Waldverwüstimg in den Kriegen und die Vernachlässigung der Acker, die 
sich dann selbständig mit der sich leichter verbreitenden Kiefer bewaldeten, sei 
der Kiefer die Oberherrschaft geworden, die jetzt von den Forstvenvaltungen 
zum Teil künstlich erhalten und vergrößert würde. 

So weit sich dieser von Hausrath vorgetragene Fall von hier aus beur- 
teilen lässt, liegen dort genau dieselben Verhältnisse vor, wie bei uns im Nord- 
deutschen Flachlande. So weit ich die Rheinebene kenne, findet sich in ihr 
ziemlich viel leichter Boden, der eben, wenn er früher Laubwald getragen hat, 
zu der Zeit nährstoffreicher war als jetzt. Er ist also augenscheinlich durch 
Regen ausgelaugt und durch Holzabfuhr zusammen mit der Streu- und Weide- 
nutzung verarmt, so dass er nicht mehr im Stande ist, anspruchsvollere Gehölze 
zu tragen. Die Nährstoffarmut, besonders der oberen Schichten, hat aber jenen 
Grad erreicht, der der Kiefer die Prävalenz sichert, und wenn nichts zur Auf- 
besserung der Böden geschieht, wird eben auch der Rest noch vorhandener 
Nährstoffe in die Kiefernstämme und in den Untergrund gewandert sein und der 
Wald auch in seiner jetzigen Gestalt wird vor ihnen weichen müssen^ um einer 
baumlosen Heide oder einem Sandfelde Platz zu machen. 

In seltenen Fällen sind auch andere Factoren als die soeben geschilderten 
Veranlassung zur Verarmung oder zur Austrocknung von Wäldern, die dann 
gewöhnlich absterben oder kranken. So kommt es hin und wieder vor, dass 
durch Erdarbeiten etc. der Grundwasserspiegel um große Höhen, bis zu meh- 
reren Metern gesenkt wird, oder dass durch einen Durchbruch oder eine Ab- 
leitung die regelmäßige Bewässemng abgeleitet wird. Das Austrocknen hat 
dann oft eine Verheidung oder eine Sandfelderbildung zur Folge. Weiter 
wird mitunter durch das Beschütten des Bodens mit Sand, beispielsweise beim 
Eindringen einer Wanderdüne, der Wald vernichtet, und meist ist dann die 
Heide oder ein Sandfeld die entstehende Formation. Aber alle diese Arten der 
Entstehung der Heide aus Wald sind zu unbedeutend, als dass ihre genaue Be- 
schreibung gerechtfertigt wäre. 



b. Entstehung der Heide auf nacktem Sande. 

Die Entstehung der Heide auf nacktem Sande wird man wohl als die 
eigentlich ursprüngliche zu betrachten haben, obgleich sie, wie erwähnt, jetzt 
nur noch viel seltener eintritt als die auf verwüstetem Waldboden. Ehe die 
Heide die ehemals von Wäldern bewohnten Flächen in den großen Heidege- 
bieten zu besiedeln begann, also etwa bei der Einwandemng unserer Flora nach 
dem Abschmelzen des Inlandeises, da können die nackten, aus armem Sand- 
boden gebildeten Felder die einzigen gewesen sein, die als ursprüngliche Vege- 
tation Heide getragen haben. Die Verbreitung dieser Heiden kann aber m 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. ^3 

damaliger Zeit auch nur im Bereiche der vom atlantischen Klima beherrschten 
Gebiete gelegen haben. Wenn das Klima so war wie heute, wohnten diese 
Heiden also nur in den jetzigen Heidegebieten, oder wenn man annimmt, dass 
das continentale Element unseres Klimas nach dem Zurückweichen des Eises 
allmählich von Südosten gegen den feuchten Nordwesten vordrang, dann sind 
auch die Heiden auf armem Sande stets in dem von dem atlantischen Klima 
beherrschten Gebiete entstanden. In den östlichen Gebieten (natürlich außer an 
der Ostsee) habe ich keinen Fall beobachten können, in dem mit Sicherheit eine 
Heide auf einem nackten Sande entstanden wäre. Die sommerliche Trockenheit, 
die es ja schon bedingt, dass Calluna sich in jenen Gebieten zumeist in den 
Schatten der Bäume flüchtet, lässt in dem vollständig austrocknenden Sande 
keine Heidevegetation aufkommen. Wir finden als Ersatz zumeist Sandfelder, 
die öfter mehr oder weniger dicht mit Gräsern bedeckt sind. 

Solche nährstofifarmen Sandflächen oder Sandhügel finden wir fast nur als 
vom Winde aufgeworfene Dünen oder auch als vom Winde (öfter über weite 
Felder) auseinander geworfene Dünensande. Den letzteren Fall konnte ich 
mehrfach an der Ostsee-Küste (auf besonders weiter Ausdehnung einmal in 
Hinterpommern beim Dorfe Lübtow im Kreise Lauenburg) beobachten, wo 
Wanderdünen, nachdem sie eine Strecke landeinwärts gewandert waren seltener 
feststehende Dünen), vom Winde auseinandergeweht wurden. Diese Dünen- 
böden sind gewöhnlich ziemlich nährstoffarm, da die feinsten Teile des Bodens 
meist vom Winde weiter getragen und nicht in der Düne mit abgelagert 
werden. 

Die erste Vegetation, die sich auf einer Düne oder einem aus einer Düne 
gebildeten Sandfelde einfindet, ist nun je nach der Lage der betreffenden For- 
mation verschieden. Die Dünen der Meeresküste zeigen zuerst eine mehr oder 
weniger halophile Strandflora') mit Elymus arenarius, Ammophila are- 
naria, Festuca rubra var. arenaria, Triticum junceum, Juncus bal- 
ticus, Polygonatum officinale, auch P. multiflorum, Epipactis ru- 
biginosa, Salix daphnoides var. angustifolia (= S. pommeranica), 
Corispermum intermedium, Salsola Kali, Honckenya peploides, 
Cakile maritima, Anthyllis Vulneraria var. maritima, Lathyrus nia- 
ritimus, Hippophaes rhamnoides, Viola tricolor var. maritima (var. 
syrtica), Eryngium maritimum, Linaria odora, Jasione montana, 
Petasites tomentosus, Artemisia campestris, Hieracium Pilosella, 
H. umbellatum var. dunale und Tragopogon floccosus. — Auf den 
Dünen des Binnenlandes ist die Flora im ganzen ähnlich ohne die vorerwähn- 
ten maritimen Elemente. Hauptsächlich treten hier Jasione montana, Tees- 
dalea nudicaulis, Erophila verna, Spergula vernalis auf, dazu Se- 
necio silvaticus und S. viscosus und eine Anzahl sandliebender Gräser, 
besonders Calamagrostis epigea, Carex arenaria u.a. Auch Solidago 



i) Vgl. auch Abromeit in: Gerhardt, Handbuch des Deutschen Dünenbaues. Berlin 1900. 
in. Abschnitt Dünenflora p. 171 — 278. 

6* 



84 Erster Teil. 

Virga aurea und Chrysanthemum Leucanthemum treten wie auch 
auf den Stranddünen oft in großer Menge auf. Jedenfalls ist es sehr bemer- 
kenswert, dass die meist mit den Wurzeln oder Rhizomen sehr tief gehenden 
Gewächse im Vergleich zu den Heidepflanzen eine ganz auffallend starke 
Stoffproduction zeigen. Die charakteristischen Dünenpflanzen haben oft einen 
recht erheblichen jährlichen Zuwachs, der besonders bei einjährigen Arten wie 
z.B. Cakile maritima, die öfter über meterhohe und ebenso breite Büsche 
bildet, recht auffällig ist. Wenn auch die Dünenpflanzen im allgemeinen die 
Eigenschaft zeigen, ihre reichverzweigten Wurzelsysteme sehr weit im Boden 
herumzuschicken und dadurch den Nährstoffgehalt ziemlich großer Bodenmeno-en 
sich zu nutze zu machen, eine Eigenschaft, die den mit zahllosen feinen Wurzeln 
eine kleinere Bodenmasse dicht durchziehenden Heidepflanzen im allgemeinen 
fehlt, so muss ihnen doch eine größere Nährstofimenge zur Verfügung stehen 
zur Erzeugung der großen Krautmassen. Man kann daraus wohl schließen, 
dass in den Dünensanden, wenigstens in den erst in den letzten Jahrzehnten 
aufgewehten, sich doch meist erhebliche Mengen von Nährstoffen befinden, die 
allerdings in den losen Sanden leicht und schnell ausgewaschen werden. So- 
lange die Dünen nicht mit Wald bedeckt sind, in dessen Schatten sich bald 
eine mehr oder weniger dichte Decke von Moosen oder Waldpflanzen einfindet, 
bemerkt man im ganzen recht wenig von einer Humusbildung. Die auf den 
Dünen stehen oder liegen bleibenden oder auch von dem lockeren Sande ein- 
gebetteten abgestorbenen Teile der Dünenpflanzen nehmen meist bald ein 
bleiches Aussehen an, d. h. sie verwesen fast vollständig, von einer Humus- 
bildung ist nichts oder wenig zu bemerken. 

Erst nach und nach geht eine Veränderung im Dünenboden und damit 
in der Dünenflora vor sich. Der lose, von jedem Windstoße hin und her ge- 
triebene Sand fängt, wahrscheinlich infolge der dauernden Einwirkung der Nieder- 
schläge, an mehr stabil zu werden. Die einzelnen Sandkörner liegen fester 
an einander und miUinter bemerkt man eine leichte Krustenbildung. Schon 
während sich dieser Vorgang der Verdichtung des Sandes vollzieht, stellen sich 
einige sonst der Dünenflora eigentlich nicht eigentümliche niedere Pflanzenarten 
ein, die dann ihrerseits wieder zur weiteren Festlegung des Sandes beitragen. 
Während längerer Regenperioden, besonders aber im Herbst und Frühjlhr, 
bemerkt man größere und kleinere Stellen, die einen grünlichen Schimmer 
zeigen und deren Oberfläche als etwas stärkere Kruste zusammenhängt. Unter- 
sucht man diese Stellen genau, so findet man entweder Algen, in großer Menge 
die Bodenoberfläche durchsetzend, öfter sich eng den einzelnen Sandkornchen 
anschmiegend, besonders Pleurococcus vulgaris, Ulothrix radicans, 
U. parietina, Zygogonium ericetorum u. a. m., oder es sind Moosproto- 
nemata vonCeratodon purpureus oder einer Pol ytric hu m- Art (wohl meist 
P. piliferum), die die grünliche Färbung hervorrufen. Die Moosprotonemata 
verschwinden meist sehr rasch wieder bei Eintritt trockener Witterung, aber 
immerhin tragen sie dazu bei, dass der Sand weiter und weiter befesttgt wird 
und die bei ihrer Verxvesung übrig bleibenden feinen Teilchen dem Boden bei- 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 85 

gemischt werden. Dieses Festlegen des Sandes ist ftir die weitere Ent^vickelung 
der Formation von Wichtigkeit, da es die Anfangsentwickelung vieler Keim*^ 
pflanzen in vorteilhafter Weise beeinflusst. 

Die Thätigkeit der Algen resp. der Moosprotonemata im Boden scheint 
mir noch deshalb von großer Wichtigkeit und zugleich interessant für die Be- 
urteilung der Thätigkeit der Heidepflanzen, besonders der ganz feinwurzeligen 
Ericaceae, da sie augenscheinlich ganz langsam erhebliche Mengen von Nähr- 
stoffen von den einzelnen Sandkörnern und feinsten Teilchen im Boden 
lösen. Es scheint mir zweifellos, dass die Algen- und Moosprotonemata eine 
mit der der meisten Heidepflanzen übereinstimmende Art der Ernähruno- be- 
sitzen, die von der der meisten in besseren Böden wachsenden sich sehr erheb- 
lich unterscheidet. Ich habe schon beim Unterschiede im Wachstum der Dünen- 
und Heidepflanzen kurz darauf hingewiesen. Die Unterschiede dürften sich 
kurz in folgender Weise darlegen lassen: Die Pflanzen nährstoffreicherer Böden 
möchte ich in ihrer Ernährung etwa mit den Wasserpflanzen vergleichen, 
sie nehmen die Nahrung in der Weise auf, dass sie das Bodenwasser wie die 
Wasserpflanzen das der Flüsse oder Seeen aufnehmen, so wie sie es gerade 
finden, wie es sich im Boden bewegt, oder wie es gerade den feinsten Teilchen 
anhaftet, dass sie also gewissermaßen aus dem Vollen schöpfen. Ihre Wurzeln 
und großzelligen Wurzelhaare sind meist zum Aufsaugen und zum Transport 
größerer Wassermengen eingerichtet, wie ja auch die größere Massenproduction 
die Beförderung großer Mengen von Nährlösung, wenn man das Wasser so 
nennen will, erfordert. Die Wurzelhaare und Wurzelrindenzellen sind deshalb 
verhältnismäßig weitlumig und groß. Betrachtet man die Wurzelhaare, wie sie 
aus dem Boden kommen, mikroskopisch, so bemerkt man, dass sie sich zwar 
den einzelnen Bodenpartikelchen anlegen und sich an ihnen festsaugen, dass sie 
aber nur mit einem verhältnismäßig sehr kleinen Teile ihrer Oberfläche an festen 
Bodenbestandteilen festsitzen und sich verhältnismäßig leicht loslösen lassen. 
Ganz anders bei den Heidepflanzen, ebenso wie bei den eben erwähnten Algen. 
Die feinsten Würzelchen, mit denen die Heidepflanzen den ganzen Boden durch- 
ziehen und verfilzen, oder die meist sehr feinen Wurzelhaare, wo solche vor- 
handen, sind so eng mit den einzelnen Bodenpartikelchen verbunden, wachsen 
an ihnen entlang oder um sie herum, dass sie fast ein integrierender Bestand- 
teil derselben zu sein scheinen. Nicht selten fand ich Gesteinspartikelchen, auf 
denen das Ende eines Wurzelhaares oder eines Algenfadens genau einem Ein- 
druck auf dem Gestein entsprach. Findet man diese Eindrücke an einer Stelle, 
an der das mittlere Ende eines solchen Haares oder Fadens entlansr läuft, so 
liegt die Möglichkeit nahe, dass das Haar dem schon vorhandenen Eindrucke 
gefolgt, in ihm entlang gewachsen ist. Wenn aber, wie in diesem Falle, sich 
öfter Stellen finden, an denen das Ende solcher Gebilde genau in die Ver- 
tiefung des Steinchens passt, so kann man vermuten, dass dieser Eindruck 
durch das Wurzelhaar oder die Alge hervorgerufen worden ist, dass also die 
Wurzeln in irgend einer Weise auf die Lösung der Gesteine einwirken. Ich 
will natürlich nicht die Behauptung aufstellen, dass diese Vermutungen in allen 



86 Erster Teil. 

Teilen richtig sind, möchte aber auf die auffällige Erscheinung aufmerksam 
machen, damit ihr etwa von anderer Seite Aufmerksamkeit geschenkt wird und 
eine physiologische und chemische Untersuchung Licht in die Frage bringen 
kann. Ich will dabei noch einiger Eigentümlichkeiten der Heidepflanzen Er- 
w^ähnung thun, die mit ihren Ernährungsverhältnissen zusammenhängen. Bei 
keiner Pflanze ist mir das Vorkommen an so verschieden feuchten Standorten 
bekannt geworden, w^ie bei vielen Heidepflanzen. Empetrum, Calluna und 
viele andere kann man ebenso im trockenen Sande der Dünen beobachten, 
wie an den wasserzügigsten Stellen der Moore, die man nicht zu betreten ver- 
mag. — Von einer großen Reihe von Pflanzen habe ich Wasserculturen mit 
Erfolg angelegt, aber bei den meisten Heidepflanzen missglückten sie nach 
kurzer Zeit. 

Sehr auffällig ist eine Eigentümlichkeit, die meines Wissens in dem Maße 
nur bei Heidepflanzen vorkommt, nämlich die Fähigkeit, in zahlreichen Genera- 
tionen hinter einander auf demselben Boden zu gedeihen, ohne auch nur im 
mindesten in ihrem normalen Gedeihen gestört zu werden. Jedem Landwirt 
ist bekannt, dass es nicht angängig ist, mehrere Jahre hinter einander dieselbe 
Pflanzenart auf einem Acker zu bauen, dass er eine Wechselwirtschaft ein- 
führen muss, um normal gedeihende Pflanzen zu erhalten. Es ließe sich da- 
gegen einwenden, dass ja avich der Landwirt jährlich einen erheblichen Teil 
des Bodenertrages fortfährt, dass dadurch gewisse Stoffe, die gerade die be- 
trefl*ende Pflanze zum Aufbau der Knollen, der Samen oder der Blätter und 
Stengel verwendet, in unverhältnismäßiger Menge entführt werden, während 
andere Stoffe, die gerade die betreffende Pflanze wenig für sich verbraucht, in 
großer Masse übrig bleiben. Dass aber derartige Verhältnisse nicht allein die 
Wechselwirtschaft bedingen, beweist das Verhalten von Pflanzen mit intensiverer 
Stoffproduction, die ungestört wachsen, von denen jedenfalls nichts fortgenommen 
wird, sondern deren ganzer jährlicher Zuwachs wieder dem Boden zurück- 
gegeben wird. Betrachten wir zuerst solche Fälle, bei denen solche Cultur- 
pflanzen »bodenmüde« werden, so möchte ich 2 Fälle hervorheben, in denen 
die Pflanzen nach einiger Zeit nicht mehr gedeihen wollen. Da sind zuerst ui 
botanischen Gärten eine Menge Arten, bei denen sehr auffällig das Zurück- 
weichen von ihren ehemaligen Standorten hervortritt. Die ausdauernden Arten 
verlassen vermittelst kriechender Grundachsen etc. den Platz, an den sie gepflanzt 
sind, sterben an dieser Stelle ab und wandern nach benachbarten Orten. 
Wieder an die erste Stelle zurückverpflanzt, kranken sie meist. Bei einjährigen 
Pflanzen ist es oft noch auffälliger, die an der Stelle der vorjährigen Stand- 
orte aufgegangenen Exemplare zeigen meist ein sehr kümmerliches Gedeihen, 
sind klein und wenigblütig, bringen auch wenig Samen, die auf ein benachbartes 
Feld gefallenen dagegen sind sehr oft erheblich größer und kräftiger. Alle 
diese Pflanzen können während des Sommers ihren ganzen Entvvickelungsgang 
durchmachen, es wird ihnen nichts oder doch höchstens das im Winter stehen- 
bleibende, aller Nährstoffe beraubte Stroh der Stengel und Blätter genommen. 
Nichts desto weniger vermögen ^e nach einigen Jahren nicht mehr normal zu 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. S7 

gedeihen. Dasselbe Bild zeigen die Teppichbeetpflanzen großer Parterres, die 
jährlich mit denselben Arten besetzt werden. Hier wird meist im Herbst nach 
Eintritt des ersten Frostes das ganze Pflanzenmaterial untergegraben, also alles 
Material dem Boden wiedergegeben. Trotzdem muss zur Sicherung des nor- 
malen Gedeihens der in späteren Jahren gepflanzten Individuen der ganze Boden 
bis zu gewisser Tiefe ausgehoben und durch neuen ersetzt ^verden. 

In der Natur spielt sich derselbe Vorgang ab. Wir können ihn z. B. 
deutlich beobachten bei Waldpflanzen, die in keiner Weise in ihrem normalen 
Gedeihen gestört werden. Auch sie zeigen, soweit sie kriechende Grundachsen 
besitzen, die Tendenz, ihre Standorte zu verlassen, an einer Stelle zu ver- 
schwinden und an einer anderen wieder aufzutauchen. Am auffälligsten spielt 
sich diese Wandenmg bei rasenbildenden Arten durch Bildung der sogenannten 
Hexenrinsre ab. Der Rasen stirbt in der Mitte aus, die dort stehenden Triebe 
verkümmern und vergehen, nur die am Rande stehenden gedeihen weiter. Im 
Laufe der Jahre wird der dadurch gebildete Ring weiter und immer weiter; in 
ihm siedeln sich alle möglichen anderen Pflanzen an, aber das Wiederauftreten 
der den Rine bildenden Art an dieser Stelle ist nicht wieder zu beobachten. 
Die bekanntesten Hexenringbildner sind Pilze'), Moose, Gräser und Cyperaceen, 
aber auch eine ganze Reihe dikotyler Pflanzen. — Recht augenfällig konnte ich 
diesen Standortswechsel einjähriger und ausdauernder Waldpflanzen im Stadt- 
walde bei Colberg, in dem ich meine ersten botanischen Studien machte, be- 
obachten. Dort hatten wir Schüler uns einige ganz bestimmte, uns bequem 
zugängliche Orte als Fundorte der betrefl"enden Arten gemerkt, hier war es ein 
Holzapfelbaum, dort ein eigentümlich gewachsener Corylus oder eine große 
Eiche oder Buche, die als Merkzeichen dienten. Als ich nach lo Jahren an 
dieselben Stellen zurückkehrte, fand ich den Wald in keiner Weise verändert, 
dieselben Bäume, dieselben Äste, nicht merklich größer geworden, — aber 
der große Fleck mit Asperula war verschwunden und nicht weit davon neue 
erstanden, Melampyrum nemorosum umsäumte nicht mehr dieselben Ge- 
büsche wie vordem, das von Stellaria Holostea ausgefüllte Ende eines Wald- 
grabens war mit Gras bedeckt, auch die große Erdbeerstelle, die uns Kindern 
oft ihre Früchte geliefert hatte, und viele andere waren weiter gezogen. Alle 
diese Anzeichen beweisen, dass diese Pflanzen höherer Stoffproduction wenig- 
stens nach einer Reihe von Generationen den alten Standort verlassen und ver- 
schwinden oder weiter wandern. 

Vergleicht man damit die Standhaftigkeit der Calluna. Es giebt Heiden, 
die bestimmt seit dem Mittelalter Calluna tragen. Nehmen wir nun an, dass 
die Heiden ganz ungestört gewachsen sind, so waren die ältesten Calluna- 
pfianzen, die ich untersuchen konnte, lo bis 12 Jahre, nie älter. Die letzteren 
waren meist schon ganz oder fast ganz abgestorben. W^enn man also I2^ , Jahre 
als mittleres Alter annimmt, so sind das 8 Generationen in 100 Jahren, also m 
500 Jahren wenigstens 40 Generationen hinter einander, sicherlich mehr (et\va 50). 



I) Vgl. Magnus, Verh. Bot. Ver. Brandenburg XXXIX (1897; p. 27. 



88 Erster Teil. 

Nun verschwindet aber selbst auf Heiden, die meist alle 5 (bis 8) Jahre ab- 
geplaggt werden (vgl. die Cultur der Heide), das Heidekraut nicht, trotzdem 
da alle 5 Jahre eine neue Generation ersteht, also 20 Generationen in 100 Jahren 
einander folgen. Es ist entschieden auffällig, wie anders sich hier die Heide 
verhält gegenüber den Pflanzen anderer Formationen, wenigstens solcher, über 
die sich irgend Sicheres feststellen ließ. — Ich will noch einmal betonen, 
dass ich die Gründe der soeben erwähnten, gerade bei der Bildung der Heiden 
auf kahlem Sande grell in die Augen springenden Eigentümlichkeiten der 
Heidepflanzen durchaus nicht erklärt haben will, dass es mir nur wahrscheinlich 
erscheint, dass zwischen ihnen ein gewisser wichtiger Zusammenhang besteht, 
und dass ich zu weiteren Beobachtungen und Versuchen in dieser Richtung 
auffordern will. 



In der Entwickelung der Heide auf nacktetn Sande hatten wir als erste 
Vertreter der Heidevegetation einige Algen und Moosprotonemata kennen ge- 
lernt, die zur Festigung des Sandes beitragen und die in ihrem eigentümlichen 
Wachstum mit dem des Heidekrautes übereinzustimmen scheinen. Die Art 
ihres Wachstums illustrieren sehr gut einige Versuche, die ich bereits 1895') 
beschrieben habe, von denen einer, der nicht vernichtet wurde, hauptsächlich 
Lyngbya vulgaris enthält. Das Glas hat bei mir fest verkorkt bis Sommer 
1900 gestanden und wurde erst dann aus Unvorsichtigkeit zerschlagen. A. a. O. 
habe ich die Herrichtung der Gläser beschrieben. Von einem feuchten Sand- 
felde am Bahnhof Luckaitz in der Lausitz, welches wohl beim Eisenbahnbau 
bloßgelegt war und sich mit Heidemoorpflanzen zu bedecken begann, habe ich 
mir seinerzeit eine Flasche weißen Quarzsandes mitgenommen. Dieser Sand 
wurde, um möglichst alle löslichen Nährstoffe und feinsten Teilchen zu ent- 
fernen, zuerst solange gewaschen, bis das Wasser ganz klar blieb, dann unter 
mehrmaligem Wasserwechsel ca. 3 Stunden gekocht und schließlich stark erhitzt. 
Einige Reagensgläser wurden nun an einer Seite mit einer 1—5 mm dicken 
Sandschicht bedeckt und der Sand dann mit destilliertem Wasser befeuchtet. 
In die so präparierten Gläser wurden einige Portionen des Heidesandes, in dem 
sich nach der Untersuchung') Sirosiphon ocellatus, Ulothrix radicans, 
(Nostoc lichenoides), Palmogloea macrococca, Oscillaria tenerrima; 
Lyngbya vulgaris und Pleurococcus vulgaris befanden. Im Laufe der 
Jahre wurden die Gläser nun einige Male geöffnet und destilliertes Wasser in 
einigen Tropfen dazu gebracht. Die Gläser, und schließlich das eine Glas, 
lagen fast stets an einem sonnigen Fenster. Wie a. a. O. 505 erwähnt, war 
schon nach einigen Monaten der Sand mit den Algen so durchsetzt, dass er 
nach Abtötung der Algen eine graue Färbung (wie Bleisand) annahm. Damals 

1) Exgler's Jahrbücher XX 1895; P- 5o5- 

2) Mit Herrn Custos P. Hennings. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 89 

ahnte ich nicht, dass die Vegetation erst in den späteren Jahren eine große 
Üppigkeit zeigen würde. Das übrig gebliebene Reagensglas blieb ungestört 
am Fenster und während im ersten Jahre der Sand eine grünliche Färbung 
annahm, wurde er bald dunkelgrün und zuletzt fast schwarzgrün. Die ab- 
gestorbenen Reste hatten eine dichte schwarze Kruste gebildet. Ich hatte 
immer erwartet, dass die Algen schließlich, da keine weiteren Nährstoffe dazu- 
kamen, absterben würden, aber anscheinend hatten sie eine bestimmte Nähr- 
stoffmenge aus den Steinchen gelöst, die immer und immer wieder von den 
nachfolgenden Generationen den Resten der früheren entzogen wurden. Es 
war hier sehr augenfällig, welche Menge plastischen Materials im Laufe der 
Zeit aus dem armen Sandboden gelöst wurde. 

Nachdem der Boden so durch die Thätigkeit der Algen etwas fester ge- 
worden ist und wohl auch durch die steten Regen die Sandkörner etwas dichter 
gelagert sind, hat sich auch in der angegebenen Weise die erste Spur von 
Humus gebildet. An feuchteren Stellen sieht man schon ziemlich früh, an 
trockneren erst später aus den Vorkeimen der Moose beblätterte Stämmchen 
hervorwachsen, die die Algen nun in der Festlegung des Bodens und besonders 
in der Bildung humoser Schichten unterstützen. Die ersten Moose, die man 
auf den Dünen bemerkt, sind meist Polytrichum-Arten, und zwar an feuch- 
teren Stellen P. juniperinum, an trockenen P. piliferum. Diese Moose 
spielen bei der Festlegung des Sandes eine große Rolle. Wenn man eine 
Stelle, an der die genannten Polytricha in großer IV'Ienge auftreten, näher 
betrachtet, so sieht man, dass sich um jedes einzelne der kleinen starren Moos- 
stämmchen ein Häufchen Sandes gelagert hat. Der vom Winde fortbewegte 
Sand ist von den Stämmchen aufgehalten worden. Je dichter nun die Stämm- 
chen an einander stehen, desto schwerer wird es für den Wind, den Sand 
wieder in Bewegung zu bringen. Man kann das sehr leicht dadurch consta- 
tieren, dass man auf einer Düne bei stärkerem Winde den Handrücken dicht 
über dem Boden dem Winde entgegenhält. Ist der Boden kahl, fühlt man 
ein Prickeln von zahllosen gegen die Hand geschleuderten Sandkörnern, ist 
dagegen eine Stelle auch nur mäßig dicht mit Polytrichum bestanden, so ist 
nichts dergleichen zu bemerken. Im Schutze der Moose gedeihen nun wieder 
die Algen viel ungestörter, als auf der freien Fläche, und die Humusbildung 
beginnt erheblicher zu werden. Mit den Polytrichum-Arten oder doch wenig 
später, aber nur an Stellen, die bereits eine gewisse Festigkeit zeigen und auch 
meist schon etwas humose Reste erkennen lassen, stellt sich Ceratodon pur- 
pureus ein, und zwar meist in großen Massen. Während man die Poly- 
trichum-Arten zwar gesellig und auf größeren und kleineren Flecken an- 
gesiedelt findet, und nur selten weitere Strecken bedeckt sieht, ist es bei 
Ceratodon eigentlich die Regel, dass es auf größere Entfernungen mit 
größeren oder kleineren Abständen alles überzieht Die mit Ceratodon 
bedeckten Flächen sind ähnlich wie die von Polytrichum piliferum äußerst 
günstige Lagen für die Keimung von höheren Heidepflanzen, besonders von 
Heidegräser^. GewöhnUch erst verhältnismäßig spät und meist bereits im 



90 Erster Teil. 

Schutze höherer Pflanzen treten die anderen Moosfamilien, besonders die rasen- 
bildenden auf. Rhacomitrium canescens, Dicranum scoparium, Thui- 
dium abietinum sind die wichtigsten unter ihnen. Bis diese Moose in 
größeren Mengen den Boden bedecken, zeigt der Sandboden noch immer 
keine in allen Teilen genügende Stabilität. Man sieht auch die letztgenannten 
rasenbildenden Moose noch oft mehr oder weniger stark eingeschüttet und 
verweht. Ich habe meine Versuche über die Wirkung des Verschüttetwerdens 
auf diese Moose beschrieben und gezeigt, dass das Bedecken mit Sand eine 
sehr starke vegetative Vermehrung zur Folge hat. Haben diese Moose nun 
erst hier und da dichte Rasen erzeugt, so ist ihre Thätigkeit als Humusbildner 
für die Ausbildung der ganzen Formation von großer Wichtigkeit. Hebt man 
einen älteren Rasen in die Höhe, so bemerkt man darunter eine dicke humose 
Schicht, gebildet aus den verrotteten Teilen der Moospflanzen, die unter der 
dichten Decke der lebenden Moose nicht zu ver\vesen vermochten. Mit der 
Moosdecke wächst die wasserhaltende Kraft des Bodens und die Formation 
wird dadurch für die Heidepflanzen immer geeigneter. Sehr bald sieht man 
dann, oft schon zwischen den Strandgräsern, die echten, höheren Heide- 
pflanzen sich ansiedeln, besonders Empetrum und Calluna. Dazu finden 
sich einige Heidegräser, namentlich Festuca ovina und Weingaertneria 
an trocknen Stellen, Sieglingia an feuchteren und Nardus an stärker humo- 
sen Orten an. 

Meist mit den Moosen zugleich siedeln sich auch die Flechten an, die an 
manchen Orten, an denen wir die Dünenpflanzen (besonders auf ebenerem Boden) 
vor der vordringenden Heide zurückweichen sehen, eine sehr große Rolle 
spielen. Man kann nicht selten sandige Stellen finden, die von aufgewehten 
Sanden gebildet sind, die ganz und gar dicht mit Flechten bedeckt sind. Meist 
sind es Cladonien, die die dichten Rasen bilden. Zwischen ihnen fangen die 
echten Dünenpflanzen an zu verkümmern, die Gräser sind fast alle steril und 
bringen nur schwächliche Triebe hervor, die aus der festen Flechtenkruste her- 
vorragen. Den Heidepflanzen, wenigstens Calluna und den Heidegräsern, 
scheint der Flechtenteppich nicht zu schaden, sie wachsen kräftig aus ihm 
hervor. 

Die Flechtenvegetation kann öfter so üppig sich entwickeln, dass sie jeder 
anderen Vegetation als der der Heide sehr schädlich ist. Ich habe mehrfach 
auf solchen mit Flechten bedeckten Sandflächen Kiefernschonungen arg 
verkümmern sehen. Einige Male konnte ich constatieren, dass die Kiefern, 
die nicht am Grunde von einem Flechtenrasen umgeben waren, gut gediehen, 
die in der Flechtenkruste steckenden aber verkümmerten. Die Wirkung 
auf den Boden muss also eine ganz ähnliche sein wie die des Rohhumus (vgl 
oben S. 73). 

An solchen am Boden mit Flechten bedeckten und infolgfe dessen ver- 
kümmernden Schonungen kann man oft eine Erscheinung beobachten, die auch 
oft an Stellen sich zeigt, wo junge Baumpflanzen auf der Heide infolge an- 
derer Ursachen kranken. Es sind die gesamten Zweige, oft sogar die jung- 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 91 

sten dicht mit Flechtenkrusten bedeckt (Cladonia). Est ist nun die Meinung 
weit verbreitet, dass die Flechten auf den Bäumchen es wären, die das Ab- 
sterben hervorrufen. Dem ist aber nicht so. Erst dadurch, dass die Bäume 
infolge ungünstiger Bodenbeschafifenheit oder Bodendecke kranken, bieten sich 
auf den Zweigen für die Flechten günstige Vegetationsbedingimgen. hgend 
wie parasitierend, wie vielfach angenommen wird, kann eine solche Flechte 
niemals auftreten']. 

V^ergleicht man die zur Heidebildung übergehenden Sandflächen mit ein- 
ander, so treten natürlich nicht alle oben beschriebenen Formationsänderungen 
nach oder neben einander auf. Nicht überall ist in gleicher Weise eine Algen-, 
Moos- und Flechtenvegetation neben einander zu bemerken. An einzelnen 
Orten finden sich alle Typen, oft aber nur einer derselben stärker hervortre- 
tend. Je nach ihrem Auftreten wirken sie nun auch auf die vorhergehende 
Vegetation verschieden. Die Flechtenvegetation wirkt oft ziemlich schnell und 
radical vernichtend auf die Dünenpflanzen. Die Moose und Algen wirken 
nicht so stark, und bei Formationen, die ohne die massenhafte Entwickelung 
von Flechten entstanden sind, finden sich oft noch sehr lange typische Ver- 
treter der Strandflora vor. Ja, in einigen solcher auf Dünen oder Dünensanden 
entstandenen Heiden sind selbst in alten Formationen noch Typen erhalten, 
die bereits der ursprünglichen Flora angehörten. Besonders Jasione mon- 
tana ist eine solche Pflanze, die zwar eigentlich als Charakterpflanze der Dünen- 
sande anzusehen ist, auf denen sie oft große dichte Bestände bildet, die aber 
kaum irgend wo in den trockenen sandigen Heiden fehlt. Sie verschwindet 
meist erst, wenn sich eine dicke filzige Humusschicht gebildet hat. 

Wenn erst einzelne Heidepflanzen in die Dünen eingewandert sind, findet 
die Besiedelung gewöhnlich ziemlich rasch statt, nur vielleicht Empetrum und 
Calluna siedeln sich im noch lockeren Sande an und bilden vereinzelte größere 
Rasen inmitten der Düne, ehe der Sand fest genug geworden ist, um den 
Heidepflanzen insgesamt die V^orherrschaft zu sichern. 

c. Entstehung der Heide- oder Moosmoore. 

Auch bei den Heidemooren kann man ähnlich wie bei den trockenen 
Heiden mehrere Arten der Entstehung unterscheiden, die, so verschieden sie 
in ihrer Ausbildung erscheinen, schließlich zu demselben Resultat führen. Die 
verschiedenen Typen sind folgende: 
Entstehung im Wasser, 
Entstehung auf nacktem Boden, 
Entstehung aus Wald. 
Betrachten wir nun nach dieser Reihenfolge die verschiedenen Entstehungs- 
phasen bis zum fertigen Heidemoor. 



i) Vgl. Linda r, Flechtenstudien. 



92 Erster Teil. 

Entstehung im Wasser, 

Wo in früherer Zeit vor Ausbildung der Heiden in den jetzigen Heide- 
gebieten sich Landseen, Waldseen oder Tümpel befanden, da wurden sie von 
den von den Wäldern nach den Seen abfließenden Wassern oder meist aus 
den am Grunde der Hügel entspringenden Quellen gespeist. Das Wasser war 
dem Nährstoffgehalt der Böden entsprechend ziemlich nährstoffreich und daher 
war auch, wie noch heute in den Landseen, eine üppige Wasserpflanzenvege- 
tation in ihnen. Diese Wasserpflanzenvegetation, deren abgestorbene Reste auf 
den Boden des Gewässers sanken, erzeugten am Grunde eine Schicht jenes 
schwarzen Torfes, der dem des Wiesentorfes ungemein ähnlich und auch oft 
in gleicher Weise brennbar ist, wenn er nicht zu viele Schlickteile enthält, nur 
dass er gewöhnlich ziemlich kalkreich ist. 

Mit der Abnahme des Nährstoffgehaltes der Böden nimmt naturgemäß 
auch die Zufuhr an Nährstoffen in den Gewässern ab, der Procentgehalt der 
in Lösung in den Teichen und Seen befindlichen Salze etc. nimmt stetig ab, 
und wenn er erst bis auf nur 3 oder noch weniger Teile in 100 000 Teilen 
Wassers gesunken ist, ist für die Bewohner der Landwässer mit hoher Stoff- 
production, für Elodea, die Potamogeten etc., sowie für die zahlreichen 
Ufergewächse, die Rohrgräser und Binsen der Nährstoffgehalt viel zu gering. 
Sie alle gehen nach und nach aus Mangel an geeigneter Ernährung zu Grunde. 
Oft stehen dann solche Gewässer völlig vegetationslos da, das Auge vermag 
in dem meist durch beigemengte Humusstoffe braun gefärbten Wasser irgend 
eine Vegetation nicht zu entdecken. Am Rande wächst meist in dichten Be- 
ständen Eriophorum vaginatum. — Wenn solche Heidetümpel keinerlei 
Vegetation zeigen oder nur wenige Gewächse in ihnen vegetieren, ist das 
Zuwachsen und die dadurch veranlasste Bildung eines Heidemoores natürlich 
in unabsehbare Zeiten gerückt. Ganz bedeutend schneller geht das Verschwin- 
den des offenen Gewässers, wenn sich flutende Sphagna in ihnen einstellen. 
Mit dem Verschwinden der Pflanzen der Landseen sind auch die ihnen eigen- 
tümlichen Moose verschwunden, und mit den Heidepflanzen haben sich auch 
die Heidemoose, also an den feuchten Stellen besonders die Sphagna, ein- 
gestellt. Befinden sich nun unter den neuen Bewohnern eines solchen Tümpels 
Sphagna, die flutende Formen zu bilden im Stande sind, so wachsen die- 
selben meist üppig in das Wasser hinaus, und in nicht allzu langer Zeit ist 
der ganze Tümpel mit flutendem Torfmoose durchsetzt. Zuerst sehr locker, 
so dass beim Hindurchstreichen mit der Hand einige der langen Sphagnum- 
stengel an den Fingern hängen bleiben, dann dichter und immer dichter, bis 
das gesamte Wasser mit den Trieben durchsetzt ist. Dann gewinnt die ganze 
Formation ein verändertes Aussehen, die Spitzen der Sphagnumpflanzen, die 
bisher bei ihrem Wachstum im Wasser seitlich gerichtet waren, richten sich 
gegen einander auf und streben nach oben. Die obersten Rosetten ragen 
etwas aus dem Wasser hervor, sind aber stets vollständig mit Wasser getränkt 
und haben infolge dessen noch die eigentümliche Tracht der flutenden Sphagna 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschlchtlichen Verhältnisse der Heide etc. 93 

mit langen schlaffen, gestreckten Seitenästen. In diesem Zustande verharren 
die Tümpel längere Zeit, zwar hin und wieder an einzelnen Stellen erheben 
sich die Sphagnumpflanzen bis über i dm über die Wasserfläche, aber im 
Winter sinken sie immer wieder zurück ins W^asser. Dieser Vorgang wieder- 
holt sich so lange, bis das ganze Wasser mit den abgestorbenen Resten des 
Sphagnum ausgefüllt ist, bis die Masse dieser Reste der oberen lebenden 
Decke der Moose eine feste Stütze gibt, so dass die abtauende Schneelast im 
Frühjahre die Moose nicht wieder unter den Wasserspiegel herabdrückt. 

Erst jetzt, nachdem das Zuwachsen schon einen verhältnismäßig hohen 
Grad erreicht hat, sieht man einige andere Pflanzen zwischen den Moosen 
aufgehen. Hier und da kommen einige Blätter von Eriophorum v^aginatum 
aus dem dichten Polster hervor, und vereinzelt sieht man einige, meist sehr 
üppig gedeihende Pflanzen von Drosera rotundifolia oder Dr. anglica aus 
der Masse hervorlugen. Auch Scheuchzeria palustris, Carex pulicaris 
und C. limosa treten oft schon sehr früh auf Natürlich ist die Sphagnum- 
decke in diesem Zustande der Entwickelung noch nicht zu betreten, eine hin- 
eingesteckte Stange sinkt tief in den scheinbar unergründlichen Moorschlamm 
des Untergrundes, und es müssen wenigstens noch mehrere Jahrzehnte vergehen, 
bis die an der Oberfläche erzeugten Pflanzenteile eine so dichte Schicht ab- 
gestorbener Reste hinterlassen haben, dass die Moordecke einen Menschen 
tragen kann. Aber auch in diesem Zustande ist das Betreten noch lebens- 
gefährlich, es brauchen nur an einer Stelle die in einander v^erwebten Rhizom- 
und Wurzelteile unter der Last aus einander zu weichen, der Mensch bricht 
durch, und wenn nicht schleunige Rettung kommt, versinkt er in die Tiefe, 
ohne dass Aussicht vorhanden wäre, auch nur seinen Leichnam wieder zu 
finden. Eine große Zahl von Menschen haben so ihren Tod gefunden und 
noch alljährlich hört man von solchen Opfern tückischer Moore. Ein so ent- 
standenes Moor, gewöhnlich wie auch die analoge Bildung auf Wiesenmooren') 
»Schaukelmoor« genannt, weil der Boden bei jedem Schritte schwankt, kann 
erst nach Jahrhunderten größere Festigkeit erlangen. Durch den alljährlichen 
Zuwachs der Pflanzendecke wird die obere Wurzelschicht dicker und dicker, 
dabei aber auch immer schwerer, so dass sie sich stetig etwas mehr senkt, 
dabei die Massen des Untergrundes allmählich zusammendrückt und ihm da- 
durch eine festere Consistenz verleiht. Die untere Masse wird dadurch zu 
einem herausstechbaren Torfe verdichtet, wie er jetzt in vielen so entstandenen 
Mooren allein gefunden wird. An sehr vielen Orten aber befindet sich der Torf 
noch in dem vorher beschriebenen schlammigen Zustande; aber auch so wird 
er oft schon eenutzt, indem man den Schlamm auf die Erdoberfläche brmgt, 
austrocknen lässt und alsdann erst in Stücke sticht, die man dann erst zum 
völligen Austrocknen auf Haufen setzt. 

Sobald die Decke des Moores durch das Weiterwachsen derEriophorum- 
oder Rhynchospora-Rasen eine gewisse Festigkeit erlangt hat, besonders 



I) Vgl. Warming, Ökologische Pflanzengeographie p. 363 ff. 



94 Erster Teil. 

wenn durch Eriophorum die ersten festen Rasen, »Bülten< gebildet sind, stellen 
sich plötzlich eine Menge anderer Heidepflanzen ein. An den Büken siedelt 
sich Erica Tetralix an, Myrica und Andromeda poliifolia erscheinen, 
auch Aspidium Thelypteris findet sich in großer Menge an, und Agrostis 
canina beginnt sich auszubreiten. Mit ihnen und nach ihnen treten auch die 
übrigen Heidemoorpflanzen auf, so Molinia coerulea, Scirpus caespitosus, 
Carex dioeca, C. limosa, Narthecium ossifragum, Empetrum nigrum, 
Viola palustris, Ledum palustre, Vaccinium uliginosum, V. Oxycoc- 
cos und viele andere. 

Ein Verlanden der Gewässer vom Rande her durch Zuwachsen, durch 
immer weiteres Fortschreiten der Uferpflanzen nach dem Innern des Gewässers 
zu konnte, wenigstens in größerem Maßstabe, nicht beobachtet werden. Die 
Vegetation der Ufer ist in der Heide eine so mangelhafte und dürftige, dass 
der Zuwachs ein zu minimaler ist, um irgendwie erheblich zur Verlandung bei- 
tragen zu können. Diejenigen Heideseen und Tümpel, die den Eindruck 
machten, als gingen sie allmählich der Verlandung entgegen, da die Bülten 
von Eriophorum etc. nach dem Wasser zu entfernter standen und schließlich 
vereinzelt aus dem Wasser hervorragten, waren meist entweder augenscheinlich 
schon lange in diesem Zustande oder es fanden sich Elemente der Landseen 
an ihnen vor, wie z. B. am Saal bei Traun unweit Munster in der Lüneburger 
Heide (Scirpus lacustris, Carex Goodenoughii etc.). Diese Seen haben 
dann aber auch sicher einen höheren Nährstoflgehalt als die typischen Heide- 
gewässer und können als Übergangsformation angesehen werden. 

Künstlich erzeugte Wasserflächen, wie z. B. Torflöcher, Torfgräben etc., 
wachsen selbstredend genau in derselben Weise wieder zu, wie es natürliche 
Gew^ässer der Heide thun. 

Entstehung auf nacktem Boden. 

Betrachten wir zunächst die Entstehung eines Heidemoores auf feuchtem 
oder doch nur zeitw^eise überschwemmtem Sandboden. Ich habe bereits 1895'] 
die Ausbildung eines Heidemoores beschrieben, wie sie an einem Ausstiche in 
der Nähe des Bahnhofs Luckaitz vor sich ging. Ich habe nun später noch 
mehrfach Gelegenheit gehabt, solche in der Entstehung begriffenen Moore zu 
beobachten. 

An den Stellen des feuchten Sandes, der noch keine Moos- oder Siphono- 
gamenvegetation zeigte, war eine üppige Algenvegetation zu bemerken. Bis 
zu 3 mm Tiefe oder tiefer war der gesamte Sandboden mit den Algen durch- 
setzt, so dass er auf dem Querschnitte eine dicke blaugrüne (denn es waren 
fast ausnahmslos blaugrüne Algen) Zone zu haben schien. An den der Sonne 
unmittelbar ausgesetzten Stellen, die nicht so sehr feucht waren, sah man, dass 
die größte Menge der Algen nicht in der unmittelbaren Nähe der Oberfläche 
vegetierte, von oben gesehen sah der Sand nur mäßig bläulich grün aus. Die 



i) Engler's Jahrbücher XX '1895] P- 5o7- 



Drittes Capitel. Die entwickdungsgeschichtlichen Verhältnisse ».ler Heide etc. 95 

dichteste Algenvegetation befand sich etwa i mm unter der Oberfläche. Die hier 
viel beobachteten Algen waren Oscillaria tenerrima, Phormidium vulgare, 
Gloeocapsa livida und viele andere. Durch die Vegetation der Oscillarieen, 
die bekanntlich mit einer Gallertscheidc umgeben sind, werden die einzelnen 
Sandkörner der Oberfläche fest mit einander verklebt, so dass man einzelne 
Stücke des Sandes herausschneiden kann, ohne dass sie aus einander fallen. 
Im trocknen Zustande wird die Schicht ganz fest. Noch eigentümlicher ist die 
durch die Vegetation von Lyngbya lateritia hervorgerufene Bildung. Die 
eenannte Algre bildet an nassen Stellen auf der Oberfläche dichte, fest zu- 
sammenhängende Schichten. Die einzelnen Fäden sind oft so dicht zusammen- 
sredränp-t, dass sie wie die Blätter im Rasen senkrecht in die Höhe gerichtet 
erscheinen. Wird die betreffende Stelle trocken, so blättert die Algenschicht 
in einzelnen Stücken ab und wird schwarz. Ich habe sowohl die Algen im 
Boden als auch Lyngbya lateritia längere Zeit cultiviert und kann bei den 
ersteren vollkommen das, was ich oben S. 84 über die Art und Weise des 
Wachstums und der Ernährung der Heidealgen gesagt habe, bestätigen. 

Bereits während des Wachstums der Algen finden sich eine Menge von 
Pflanzen feuchter Heiden oder der Heidemoore ein, besonders Polytrichum 
juniperinum, welches stellenweise Rasen bildet, Juncus capitatus, Illece- 
brum verticillatum, Radiola multiflora, Centunculus minimus, Cicen- 
dia filiform is und andere. Von ausdauernden Arten sehen wir auftreten: 
Pilularia globulifera (oft bald weite Strecken überziehend), Lycopodium 
inundatum, Agrostis canina, Molinia coerulea, Carex dioeca, C. 
Oederi, Scirpus setaceus, Rhynchospora alba, Rh. fusca, Juncus 
squarrosus, J. supinus, Drosera rotundifolia, Dr. intermedia, Erica 
Tetralix, Vaccinium Oxycoccos etc. 

Alle die genannten Pflanzen würden aber nicht ausreichen, der Formation 
den Charakter eines Heidemoores aufzuprägen, es fehlt der wichtigste Bestand- 
theil, das Sphagnum. Aber auch dieses findet sich mit den übrigen Ver- 
tretern der Heidemoorflora vor. Überall zwischen den höheren Pflanzen sieht 
man auf dem feuchten Boden, je nach dem höheren oder geringeren Feuchtig- 
keitsgrade dichter oder lockerer gestellt, kleine Sphagnumpflänzchen aufgehen. 
Zuerst kleine knopfartige Erhebungen auf dem Boden darstellend, wachsen die 
Sphagna bald mehr und mehr heran und bilden halbkugelige Polster auf dem 
Sande. Wo der sich stetig vergrößernde Rasen seitlich auf eine größere 
Pflanze trifft, wächst er bald um sie herum und schließt sie ein, als ob sie in 
ihm aufgegangen wäre. Stehen die Sphagnum rasen ziemlich dicht neben 
einander, so dauert es nicht lange, so berühren sie sich und verschmelzen voll- 
kommen mit einander. Das ganze Gelände ist dann bald dicht mit einem 
Sphagnumrasen bedeckt, giebt also das typische Bild eines Heidemoores. Die 
vorher genannten ausdauernden Pflanzenarten, vielleicht Lycopodium inun- 
datum und Pilularia ausgenommen, welche selten im dichten Verbände mit 
anderen Pflanzen gedeihen, wachsen in dem Torfmoose normal weiter, die ein- 
jährigen verschwinden und an ihrer Stelle sehen wir eine Reihe anderer Arten, 



96 Erster Teil. 

die gern im dichten Filze der Torfmoose leben, auftreten, so Aspidium cri- 
statum, Eriophorum vaginatum, Scirpus caespitosus, Myrica Gale, 
*Salix rosmarinifolia, Drosera anglica, Viola palustris, Ledum palu- 
stre, Vaccinium uliginosum, Andromeda poliifolia, Pedicularis sil- 
vatica u. a. 

Zuerst ist ein solches Moor selbstredend sehr flach, aber im Laufe der Zeit 
kann es auch eine recht erhebliche Dicke erreichen, wenn die nötige Menge 
Wasser durch den Regen oder durch Zuleitung von selten des Sphagnum 
vorhanden ist. Eine solche Mächtigkeit, wie die im vorigen Abschnitt geschil- 
derten Moore haben können, wird ein auf dem soeben beschriebenen Wege ent- 
standenes kaum oder doch nur in sehr sehr langer Zeit zu erreichen vermögen. 
Das Wachstum der Moore, die aus Heidegewässern hervorgegangen sind, ist 
in der ersten Zeit, so lange bis die gesamte Wassermasse erfüllt ist, ein unver- 
hältnismäßig schnelles, erst wenn die Pflanzen sich über dem Wasserspiegel 
erheblich erhoben haben, wird das Wachstum langsam. Der Zuwachs von auf 
feuchtem Sande entstandenen Mooren ist naturgemäß ein unverhältnismäßig 
langsamer, da ihnen gewöhnlich nicht die zur vollkommen normalen Entwicke- 
lung notwendige Wassermasse zur Verfügung steht und sie mit dem von ihnen 
festgehaltenen Regenwasser oder seitlich zugeführten Wasser auszukommen ge- 
zwungen sind. 

W^as schließlich die Bedingungen zur Entstehung solcher Moore auf nack- 
tem Boden betrifft, so ist die Vorbedingung ein nährstofifarmer Grund. Ich 
habe nie ein Heidemoor gesehen, welches unmittelbar auf Lehm- oder Thon- 
boden gelagert war. Über die Fälle, bei denen im Liegenden sich schwerer 
Boden befand, vergl. unten bei der Entstehung von Heidemooren auf Wiesen- 
mooren. Überall da also, wo sich unter dem Heidemoor nicht erst Wiesentorf 
oder etwa festes Gestein befand, war stets der Untergrund Sand und zwar 
echter Heidesand. 

Die zweite Art der Entstehung von Heidemooren auf nacktem Boden ist 
die auf einem Wiesenmoore. Sehr häufig findet man in Mooren von großer 
Mächtigkeit am Grunde eine mehr oder weniger dicke Schicht von schwarzem 
Wiesenmoortorf, der an einer ganz bestimmten, oft Baumstämme enthaltenden 
Zone nach oben in den Heide torf übergeht'). Nicht selten, besonders in 
Nordwestdeutschland, zerfällt auch der Heidetorf in zwei Schichten, den unteren 
und oberen Heidetorf (vergl. auch C. A. Weber a. a. O.). Diese auf Wiesen- 
mooren aufgesetzten Heidemoore können nun erstens dadurch entstanden sein, 
dass sich der Wasserstand geändert hat und das Wiesenmoor mit nährstoff- 
armem Wasser überschwemmt worden ist. Dieser Fall dürfte indessen nur 
sehr selten eintreten. Ich glaube ihn bei einigen kleinen Mooren an der Ost- 
seeküste annehmen zu müssen, wo die Aufstauung von Heidewässern wohl durch 

i) \gl. z. B. C. A. Weber, Jahresb. der Männer vom Morgenstern. Heimatbund an Elb- 
und Wesermündnng 1900. Heft 3. p. 12 und 16. Fig. 2. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 97 

Versandung des Abflusses hervorgerufen wurde und wo sich z. B. bei Stutt- 
hof am Frischen Haff eine Lage ganz lockerer Sphagnumreste ohne Bei- 
mischung von anderen Pflanzen auf einem Lager schwarzen VViesentorfes 
fand. 

In der Mehrzahl der Fälle entsteht ein Heidemoor auf einem VV'iesenmoor 
ziemlich in derselben Weise wie es aus einem Walde sich bildet. Man wird 
deshalb gut thun, die Entstehung nicht gesondert von der aus dem Walde zu 
besprechen, zumal ja die Moorfunde beweisen, dass sehr oft an der Grenze 
der Wiesen- und Heidemoorschicht sich Baumwurzelschichten befinden. Das 
Moor war also, ehe es sich mit Heidemoor bedeckte, bewaldet gew'esen. 

Entstehung aus Wald. 

Wie bereits eben bemerkt, finden wir oft bei den aus VViesenmooren her- 
vorgegangenen Heidemooren am Grunde abgestorbene Baumwurzelschichtcn. 
Aber nicht nur bei diesen, sondern auch bei zahlreichen anderen unmittelbar 
auf dem Sandboden aufliegenden Heidemooren finden sich im Liegenden 
Wurzelschichten und Stammreste und zwar von verschiedenen Baumarten. Es 
müssen also Wälder in irgend einer Weise versumpft sein. So zahlreiche 
Moore mit Wurzeln und aufrechten Stämmen ich gesehen, es wollte mir lange 
nicht gelingen, ein solche Versumpfung eines Waldes im Entstehen beobachten 
zu können. Schließlich aber hatte ich doch Gelegenheit, zwei solche Moore 
in der Bildung zu sehen. Einmal bei Schloppe (Salm] im westpreuflischen Kreise 
Dt. Krone und das andere Mal in Oberbayern bei Kolbermoor. 

Es ist allgemein bekannt, dass die Heidemoore in ihrer Physiognomie sich 
von den Wiesenmooren schon dadurch unterscheiden, dass sie nicht eben sind 
wie die Wiesenmoore, die in ihrer Oberfläche dem des Wassers folgen müssen, 
sondern dass sie in der Mitte erhaben sind, dass sie also von den Rändern 
nach der Mitte zu allmählich ansteigen. Nun heben sie sich aber nicht allein 
in der Mitte, sondern auch ihre Ränder wachsen, wenn auch langsam, allmählich 
in die Höhe. Ist nun ein solches Moor, wie dies meist der Fall ist, in einer 
seichten Mulde entstanden, so rückt es mit seinen Rändern langsam an den Ab- 
hängen der Mulde in die Höhe. Schließlich erreicht es dabei, wenn es nicht 
etwa vorher infolg-e Wassermangels sein Wachstum hat einstellen müssen, an 
irgend einer Seite einen Einschnitt der die Mulde umgebenden Hügel, die oft, 
wie z. B. bei Kolbermoor eine recht beträchtliche Höhe haben können. 
Nun wächst das Moor in dem Einschnitt zuerst zungenförmig in der Ebene 
weiter, bis die Zunge an dem an der andern Seite wieder abfallenden Hügel 
wieder an einen schrägen Abhang kommt, an dem sie sich herunter zieht. Jetzt 
wird dadurch, dass die Zunge des Moores auf ein abfallendes Terrain geraten 
ist, innerhalb derselben eine lebhafte Wasserbewegung bemerkbar. Da die 
Zunge tiefer hänet als die Oberfläche des Moores und die Sphagna das Wasser 
bis zu einem gewissen Grade festhalten, das überschüssige aber langsam nach 
unten sickern lassen, so ist die Zunge ständig vom Wasser triefend voll und 
meist fließt sogar, wie es bei Kolbermoor in großem Maßstabe der Fall 

Oraebner. Die Heide. 7 



9J^ Erster Teil. 

ist, eine Wassermenge thalwärts. Ist nun der Boden an jenem Abhänge und 
der sich an seinem Grunde dehnenden Niederung an seiner Oberfläche nicht 
o-erade ein besonders nährstoffreicher, so wird die Heidemoorbildung üppig 
fortschreiten. Die Sphagnumpolster ziehen sich weiter und weiter bis auf den 
Grund der betreffenden Niederung, immer von oben mit Wasser gespeist, hn 
Grunde angelangt finden sie durch die constant fließende Strömung reichliche 
Feuchtigkeit zum Weiterwuchern, wenn nicht bereits vorher, wie das oft der 
Fall ist, durch das herabsickernde Wasser sich am Grunde bereits eine Ansie- 
delung größerer oder geringerer Sphagnummassen gebildet hat, mit denen 
sich dann die vom Abhänge herabkommenden vereinigen. Ist nun die Mulde 
oder der Abhang und der Einschnitt mit Wald bedeckt, so wird der Boden 
durch die Sp ha gnum Vegetation versumpfen und ihm besonders die Luft 
entzogen. Die physiologische Wirkung auf den Baumwuchs wird dieselbe sein 
wie in dem Falle, in dem sich Rohhumusschichten auf dem Waldboden bilde- 
ten, nur wird das Absterben der Stämme wegen des nahezu vollständigen Luft- 
abschlusses durch die Sphagnen ganz ungemein viel schneller vor sich gehen. 
Es ist ein ganz eigentümlich trauriges Bild, inmitten des jungen Moores die 
zahllosen Leichen großer Bäume stehen zu sehen, die zum Teil, bereits ganz 
ihrer Rinde entblößt, ihre gebleichten Äste gen Himmel strecken. Aus einem 
üppig grünenden Wald ist ein ödes Moor geworden, ein Stamm nach dem 
andern stürzt um und bald sind sie alle im Moore vergraben und nichts ge- 
mahnt mehr ohne genaue Untersuchung des Untergrundes an den Wald, der 
einst die Stelle bedeckte. In dem Falle, in dem ich einen größeren Wald- 
complex (bei Salm) stehen sah, waren es Kiefern, die dem fortschreiten- 
den Moore zum Opfer fielen, aber oft sind es auch Laubbäume aller Art. Im 
o-roßen Moor bei Alt-Tramm bei Colberg wurzeln große dicke Eichenstämme 
im sandigen Untergrunde. Hier ist also augenscheinlich ein großer Eichen- 
hochwald vom Moore vernichtet. Die Gestalt der Stämme, die im Liegenden 
eines solchen Moores sich finden, ist eine recht eigentümliche '). Bis über den 
Wurzelhals ist der Stamm gewöhnlich ganz intact, oft sogar noch ganz mit der 
Rinde bekleidet, darüber sind die Außenschichten zersetzt, und je höher man 
kommt, desto tiefer dringt die Verwesungsschicht ins Innere. Die Baum- 
stümpfe haben daher meist eine deutlich conische Gestalt, sind nach oben zu- 
gespitzt. 

Zur Darstellung des ganzen Vorganges der Versumpfung eines Waldes') 
habe ich absichtlich Fälle gewählt, bei denen das Moor eine kleinere Höhe 
überschreiten muss, wenngleich sie verhältnismäßig viel seltener eintreten als 
solche, bei denen sich der gesamte Vorgang in der Ebene abspielt. Bei den 
beschriebenen Fällen sind die so wichtigen Vorgänge der Wasserbewegung 



I, Vgl. C. A. Weber, Jahresb. der Männer vom Morgenlande. Heimatbund an Klb- 
iind Wesermündnng igco, Heft 3, p. 16. 

2] Die seltene Versumpfung von Wäldern, die zur Wiesenmoorbildung führt, geht natürlich 
in ganz anderer Weise vor sich und wird später berührt. 



Drittes Capitel. Die entwickelungägeschichtlicheu Verhältnisse der Heide etc. 99 

viel klarer, als bei den gewöhnlichen Vorkommnissen, Meist geht die Bildung 
von Heidemooren auf Wiesenmooren oder auch in Niederungswäldern voll- 
ständig in der Ebene v^or sich, und z\\ar in folgender Weise : Die Niederungen 
haben sich mit Wiesenmooren ausgefüllt, die Landseen sind in der bekannten 
Weise verlandet und haben sich in ein Wiesenmoor umgewandelt. Dieses 
Wiesenmoor wächst nun mit dem jährlichen Zuwachs der Gräser und Wiesen- 
pflanzen langsam in die Höhe, aber nur soweit, als die Pflanzen aus dem 
Grundwasser ihre Nahrung zu ziehen im Stande sind. Ist so das Moor etwas 
über den Grundwasserspiegel gewachsen, so finden sich oft Bäume, besonders 
Erlen und Eichen ein und bilden Wälder. Oft aber bleibt das Moor auch 
kahl. Der Wiesenmoortorf hat nun die Eigentümlichkeit, dass er die Wasser 
sehr schlecht leitet (vergl. das Capitel über die Bodenarten der Heide), ganz 
im Gegensatz zum Heidemoortorf, der eine sehr stark wasserleitende Kraft 
besitzt. Deshalb verschwinden die Wiesenmoorpflanzen sofort, sowie sie mit 
ihren Wurzeln nicht mehr in den Untergrund zu gelangen vermögen, und zu- 
erst sterben die flachwurzelnden Arten ab. Es bleibt ein Bestand ziemlich 
hochgehender ausdauernder Stauden, meist Gräser übrig. 

Jetzt ist der Zeitpunkt für die Umwandlung in ein Heidemoor gekommen. 
An tiefer gelegenen, durch die Atmosphärilien (!j feuchteren Stellen siedeln 
sich die Sphagna an, und in gleicher Weise wie auf dem feuchten Sandboden 
schließen sie zusammen und füllen zuerst die Mulden und Gräben in den 
Wiesenmooren aus. Sobald die Sphagna einigen Umfang erreicht, einen 
Graben oder eine Mulde am Boden ausgefüllt haben, beginnen an jener Stelle 
wieder ganz andere Feuchtigkeitsverhältnisse Platz zu greifen. Während vor- 
dem jeder trockene sonnige Tag genügte, die schwarze Oberfläche des Moores 
auszutrocknen und scharf zu erhitzen (vgl. wieder die Bodenarten der Heide), 
halten die Sphagnumpolster mit großer Zähigkeit vermittelst ihrer eigenartigen 
anatomischen Structur das Wasser fest^). Selbst nach langer Trockenperiode 
ist der Moosrasen im Inneren noch milde feucht, während alles ringsum ver- 
trocknet liegt. Es ist mir äußerst interessant gewesen, solche Heidemoorbil- 
dungen auf W^iesenmooren zu beobachten. In jungen Stadien der Moostorf- 
bildung findet man die Sphagnen nur in Gräben und Mulden, die sie bald 
ganz und gar ausfüllen. Oft sieht man solche Gräben am Boden und Rande 
mit dichten Moospolstern besetzt und über dem Rande ist noch alles trockene 
Wiesenmoorvegetation. Hat nun die Moostorfschicht eine gewisse Stärke er- 
reicht, so bildet sie ein mächtiges Wasserreservoir und das Emponvachsen der 
Moose geschieht immer üppiger. Dabei breiten sie sich seitlich immer weiter 
und weiter über die Ebene des Wiesennioores aus, immer größere Wasser- 
massen festhaltend, die bei der großen Undurchlässigkeit des unter dem Heide- 
torf liegenden Wiesenmoortorfes auch am Grunde sehr stark festgehalten werden. 



1) Vgl. Oli MANNS. Über die Was^erbewegung in der Moospflanze und ihren Einfluss auf die 
Wasserverteilung in. Boden. Diss. Breslau 18S4. - C. A. WEBER,^Jahresber. der Männer vom 
Morgenstern. Heimatbnnd an Elb- und Wesermündung 1900. Heft 3. 



7* 



\Q0 Erster Teil. 

Nach längerem Wachstum wachsen die verschiedenen Sphagnuniflächen seit- 
lieh zusammen und schließen sich über dem Wiesenmoor zusammen. Die 
Grundbedingung für ein solches Moor ist, sofern nicht seidiche Zuleitung von 
Wasser eintreten kann, dass die jährliche Niederschlagsmenge höher 
ist, als die durch Verdunstung und Versickern verloren gegangene 
Wassermenge beträgt. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass die stark 
wasserhaltende Kraft der Sphagna und des Heidetorfes, sowie die starke 
Undurchlässigkeit des letzteren in älteren Stadien der Vertorfung, wenn er 
völlig mit Wasser gesättigt ist, ganz andere Wasserstandsverhältnisse hervor- 
rufen, als im Wiesenmoor herschen können. Diese Abhängigkeit derartiger 
Moore von den Niederschlagsverhältnissen einer Gegend erklärt auch die That- 
sache der großen Häufigkeit von Heidemooren in den großen Heidegebieten 
und die Seltenheit resp. auch das völlige Fehlen in den Regionen trockener 

Klimate. 

Solche Moore, deren ich bei der Beschreibung der Heidemoore unten 
einige schildere, können sich oft noch sehr erheblich über die Oberfläche der 
Wiesenmoore erheben. — Hatte sich auf dem absterbenden Wiesenmoor vor 
Eintritt der Moostorfbildung ein Wald entwickelt, so geht die Heidemoorbildung 
meist erheblich schneller vor sich, wie man auch aus dem überaus üppigen Ge- 
deihen der Sphagnum rasen ersehen kann. Augenscheinlich hat das seinen 
Grund in dem Schutz, den die Bäume dem Sphagnum gegen plötzliches 
Austrocknen geben, hi solchen Wäldern findet man fast nie kleine einzelne 
Rasen, sondern fast stets größere Rasen oder zusammenhängende Flecke. Auf 
einem offenen Moor aber, auf dem die Heidetorfbildung beginnt, trifft man in 
kleinen Senkungen, im notdürftigen Schutze einer Grasbülte kleine, dichte 
Moospolster, deren einzelne Stämmchen ganz dicht zusammengedrängt sind und 
die oft eine rötliche Färbung zeigen. Alles dies deutet darauf hin, dass sie 
vorläufig noch kümmerlich ihr Dasein fristen, dass sie kaum genug Wasser 
festzuhalten vermögen, um während einer Trockenperiode für sich notdürftig 
genug zu haben. 

Als Zwischenstufe zwischen dem Wiesenmoor und dem Heidemoor ent- 
wickelt sich oft eine aus Wiesen- und Heidepflanzen gemischte Vegetation. 
Es sind meist Pflanzen mäßig feuchter Heiden, die sich zwischen den Wiesen- 
pfianzen ansiedeln, so traf ich besonders Call u na, EricaTetralix, Genist a 
anglica, Arnica montana, auch Juncus squarrosus auf solchen Stellen. 
Der Grund des Auftretens derartiger Heidepflanzen ist wohl der, dass beim 
Zurücktreten der Wiesenpflanzen infolge Nährstofifmangels in dem oberen, ziem- 
lich armen Torfboden sich die Heidepflanzen ansiedeln, da ihnen von den an- 
spruchsvolleren Gewächsen keine Concurrenz gemacht wird. 

(/. Entstehung der Heide ans einem Heidemoor. 

Hin und wieder begegnet man auf der Wanderung durch die Heiden 
Nordwestdeutschlands oder durch die der Ostseeküsten Flächen mit der 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 1()1 

typischen Vegetation trockener Heiden, die durch ihre unregelmäßige höckerige, 
aus reinem Torf gebildete Oberfläche erkennen lassen, dass sie ehemals ein 
Heidemoor bildeten. Es scheinen mannigfach verschiedene Gründe zu sein, 
die die Austrocknung und damit die Verheidung der Moore zur Folge haben 
können. Am häufigsten sind es entschieden Einflüsse menschlicher Cultur, 
durch die eine Entwässerung veranlasst wird. Durch Gräben, durch Torf- 
löcher etc. wird ein großer Teil des Wassers, welches sonst vom Moore fest- 
gehalten und in regenarmen Zeiten verbraucht wird, abgeleitet, und so fehlt 
den betreffenden Moorflächen resp. den Sphagnumpflanzen in der Dürre die 
nötige Feuchtigkeit. Ein mehrmaliges Austrocknen ist nun aber bekannter- 
maßen den Sphagnen ungemein schädlich und bewirkt ihr baldiges Absterben. 
Mit dem Verschwinden der Sphagn um decke fangen auch sofort die Mehrzahl 
der Heidemoorpflanzen zu kranken an, zuerst trocknet Vaccini um uliginosum 
ein, dann folgen Myrica, Vaccinium Oxycoccos, Erica Tetralix und 
auch Ledum, welch letzteres sich öfter in vereinzelten großen Büschen länger 
erhält. Auch die charakteristischen Krautgewächse verschwinden nach und nach. 
In den Senkungen resp. in den Torflöchern und Gräben bleiben meist noch 
größere oder kleinere Reste der ehemaligen Vegetation übrig, selbst Spuren 
von Sphagnum bleiben lebend, hi den Gegenden sehr intensiver Heide- 
bildung werden die Mulden und Löcher von der Heidemoorvegetation oft bald 
wieder ausgefüllt, und wenn die Moorbildung wieder über den oberen Rand 
der Senkungen hinausgewachsen ist, müssen die Pflanzen trockner Heiden, so- 
fern sie nicht auch im Moore zu wachsen im Stande sind, das occupierte Ter- 
rain wieder räumen und das Moor nimmt den ehemaligen Charakter wieder an. 

Nicht immer aber stellt sich auf einem durch Torfstich entwässerten Moor- 
damme eine typische Heidevegetation ein, mitunter siedeln sich Pflanzen mit 
höherer Stoffproduction auf ihnen an. Größere Flecke sind öfter bedeckt mit 
Epilobium angustifolium oder Urtica dioeca. An anderen Stellen bilden 
Rubus, besonders R. dumetorum-Formen, aber auch R. plicatusetc. undurch- 
dringliche Dickichte. Auch Rhamnus carthartica stellt sich mitunter ein. Auf 
einigen derartigen Mooren bemerkte ich sogar eine gut entwickelte Ruderal- 
flora. Die Anwesenheit solcher im Verhältnis zu den Heidepflanzen einen 
starken jährlichen Zuwachs zeigenden Pflanzen lässt auf die Anwesenheit größerer 
Nährstoffmengen schließen. Thatsächlich lässt sich an solchen Stellen denn 
auch immer eine längere Thätigkeit von Menschen und besonders von den 
Torf abführenden Pferden constatieren, die zur Erhöhung des Nährstoffgehaltes 
beigetragen haben. Nach nicht allzu langer Zeit, oft schon nach einigen Jahren, 
verschwindet aber diese Pflanzengesellschaft wieder und man trifft dann öfter 
ganze Brombeerdickichte abgestorben, nur am Grunde noch kümmerliche Triebe 
zeigend. Sobald die geringe Nährstoffmenge verbraucht ist, tritt die ursprüng- 
liche Vegetation wieder in ihre Rechte. 

Nicht immer aber kann man die Ausbildung einer trocknen Heide auf die 
Einwirkung des Menschen zurückführen. Oft ist sie ohne oder doch wenig- 
stens ohne sichtbare künstliche Veränderung vor sich gegangen. So ist z. B. 



102 Erster Teil. 

das östlich von Colberg am Ende des Salinentorfmoores auf der Diluvialhöhe 
gelegene, »Lange Heide« genannte Torfmoor fast völlig ausgetrocknet; es 
finden sich auf ihm nur noch geringe Spuren der Heidemoorvegetation in den 
Senkungen, et^vas Sphagnum, Vaccinium uliginosum, Juncus squarro- 
sus, Drosera rotundifolia und Radiola multiflora, sonst ringsum weit 
und breit nur Calluna mit Aera praecox, Teesdalea und anderen. Kleinere 
Moore sah ich öfter ohne erkennbare Veranlassung in trockene Heiden um- 
gewandelt. 

Es scheinen mir zwei Gründe möglich, die zu solcher Austrocknung führen 
können. Den ersten dieser beiden möchte ich indes nur hypothetisch hin- 
stellen, da ich keinen Maßstab habe zu ermessen, wie weit oder ob er über- 
haupt wirksam sein kann. Es ist dies das Sinken des Grundwasserstandes, 
welches ich z. B. bei der Bildung der Langen Heide bei Colberg als Grund 
anzunehmen geneigt war, da unter dem Untergrunde des, wie gesagt, hoch 
gelegenen Moores seitlich eine Lehmschicht zu Tage tritt, die in irgend einer 
Weise vom Wasser durchbrochen oder seitlich zerstört sein kann, so dass das 
früher aufgehaltene Wasser abfließt. So plausibel dies im ersten Augenblick 
erscheint, so fragt es sich doch sehr, ob die Senkung des Wasserstandes in 
den unterhalb des Moores gelegenen Bodenschichten thatsächlich irgend eine 
bemerkenswerte Einwirkung auf den Wassergehalt des Heidemoores haben kann. 
Es niuss durchaus daran festgehalten werden, dass ein Heidemoor fast nur an 
solchen Orten existieren kann, an denen die Niederschlagsverhältnisse derartige 
sind, dass die dem Moore gelieferte Feuchtigkeit (einschließlich Tau) größer 
sind, als die Verdunstungshöhe ausmacht, dass mit anderen Worten die Ver- 
teilung der Niederschläge eine derartige ist, dass das nach einem Regen etc. vom 
Moor und von den Sphagnen festgehaltene und allmählich verbrauchte Wasser 
bereits nach kürzerer Zeit durch neue Niederschläge ersetzt wird, ehe es so 
weit abgenommen hat, dass es zur Erhaltung der Moorpflanzen 'nicht mehr 
ausreicht. Weber hat auch, wie bereits citiert, darauf hingewiesen, dass die 
Kraft der Sphagna resp. des Heidemoortorfes, Wasser vom Grunde in die 
Höhe zu saugen, keine sehr große ist, sondern dass Wasser, mit dem die 
Moose getränkt worden sind, wenigstens so lange es im Überschuss vorhanden 
ist, langsam abwärts geleitet wird. Auf geringe Höhen, so weit eben die Ca- 
pillarität ausreicht, kann man ja aufsaugende Kräfte und damit eine Abhängig- 
keit vom Untergrunde annehmen, falls dieses Wasser auch noch zur Heide- 
moorbildung geeignet ist. In dickeren Moorschichten ist aber ein solcher 
physikalischer Zusammenhang schwer logisch zu construieren. Wie weit die 
Bodenarten unterhalb der Moorschicht bei Wasserabnahme etwa Feuchtigkeit 
entziehen können oder in wie weit der physikalische Ausgleich zur Herstellung 
der gleichmäßigen Wasserverteilung eine Abgabe der Heidemoorschicht an den 
Untergrund veranlassen kann, kann nur durch genaue Messungen festgestellt 
werden. Alle theoretischen Erwägungen für oder wieder scheinen nutzlos, weil 
sie jeder sicheren Basis entbehren. 

Die Verhältnisse in einem Torfstich oder in einem mit Gräben durch- 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 



103 



zogenen Moore sind ganz andere, denn erstens wird die Oberfläche durch die 
Löcher vergrößert und damit die Verdunstung befördert, und zweitens wird 
durch die Löcher und Gräben ein großer Teil des Wassers, welches sonst in 
kleinen Vertiefungen, zwischen Biilten etc. im Cberschuss festgehalten wird, 
also jedenfalls längere Zeit an oder in der Nähe der Oberfläche festgehalten 
wird, in tiefere Regionen (aus denen die oberen Schichten nichts erhalten können) 
geleitet oder gar durch die Gräben ganz aus dem Moore fortgeführt. Dieser 
Verlust muss sich natürlich, wenn das Moor sich nicht gerade in einer Gegend 
sehr feuchter Klimate befindet, in einem Wassermangel in trocknen Zeiten be- 
merkbar machen. 

Die zweite Art und Weise, wie ohne sichtbaren Einfluss des Menschen 
ein Heidemoor sich in eine trockne Heide verwandeln kann, ist die besonders 
bei kleineren Mooren öfter zu beobachtende, durch Verschwinden des Waldes 
in der Umgebung hervorgerufene. Im Walde sieht man selbst in bereits ziem- 
lich regenarmen Gebieten noch kleinere Heidemoore entstehen, deren Sphag- 
num gewöhnlich eine große Üppigkeit zeigt. Kleinere Mulden, Senkungen und 
Thäler sind oft ganz damit ausgefüllt. An der Ostseeküste bemerkt man in 
den Längsthälern der Dünen nicht selten lang gestreckte, schmale Heidemoore. 
Wird nun der Wald abgeholzt oder er verschwindet allmählich infolge der Ort- 
steinbildung, so wird die Verdunstung auf der Mooroberfläche durch die unge- 
hindert darauf scheinende Sonne und den jetzt unmittelbar darüber streichenden 
Wind ganz erheblich erhöht. Die Sphagnen werden dadurch oft starker Aus- 
trocknung ausgesetzt und verschwinden allmählich. Mit ihnen geht auch ge- 
\\'öhnlich die Mehrzahl der Heidemoorpflanzen zu Grunde und wird dann durch 
Pflanzen trocknerer Heiden ersetzt. Mit der Wiederbewaldung des abgeholzten 
Stückes sieht man dann oft die Heidemoorpflanzen, besonders Sphagnum, 
wieder erscheinen. Ein Beispiel des letzteren Falles sah ich z. B. bei Swine- 
münde unweit des bekannten Fundortes von Rubus Chamaemorus auf dem 
Swinemoor. Hier waren auf und neben dem mit trockner Heide bedeckten 
Moore Kiefern angeschont, nachdem augenscheinlich, wie die alten Stubben 
bewiesen, der frühere Bestand heruntergeschlagen war. Die Kiefern gediehen 
ja nicht gerade üppig, hatten aber an einigen Stellen doch einen buschigen 
Bestand gebildet. Dort waren hin und wieder bereits große Sphagnumrasen 
sichtbar. Hier überwog also im Schatten der Kiefern bereits die Zufuhr der 
atmosphärischen Niederschläge die Menge des verdunstenden und versickernden 
W^assers. Es sind eben geringe Differenzen zwischen Zufuhr und Abnahme 
des Wassers, die eine ganz einschneidende Verändenmg in der Zusammen- 
setzung der Vegetation veranlassen können. Selbstredend werden diese durch 
Änderung eines Factors veranlassten Verschiebungen in den Gegenden, die 
ein sehr feuchtes, ein echtes Heideklima besitzen, am seltensten sein und an 
den Grenzgebieten der Heidevegetation häufiger werden. Ein Heidemoor ist 
eben vollständig von den Atmosphärilien und ihrer Verteilung auf das Jahr 



abhängig 



104 



Erster Teil. 



2. Veränderung der Heidevegetation. 

Die meisten Veränderungen der Heide sind künstliche, durch den Menschen 
hervorgerufene. Wir haben bereits S. 86 die Zähigkeit der Formation be- 
sprochen und gesehen, dass viele Generationen einander folgen können, wenn 
nicht durch Anbau oder Bewirtschaftung eine Veränderung vorgenommen wird. 
Diese Veränderungen sind nun ziemlich mannigfacher Natur. Abgesehen von 
den im Capitel über die Cultur der Heide zu besprechenden menschlichen Ein- 
griffen, ist es hauptsächlich die Aufforstung, die mancherlei Modificationen be- 
dingen kann. Gelingt die Aufforstung vielleicht durch Durchbrechung des 
Ortsteins, der sich an der Grenze der Heidegebiete nicht so bald und stark 
wieder bildet, und es erwächst auf der Heide ein Kiefernhochwald, so ist schon 
durch die alljährlich fallende Nadelmenge eine Veränderung in den physikali- 
schen Verhältnissen des Bodens und damit die Ansiedelung einer Reihe von 
Kiefernwaldpflanzen bedingt. Ich erinnere nur an das Vorkommen von Linnaea 
borealis und anderer in den angeschonten Wäldern der Lüneburger Heide. 
Aber die Aufforstung kann noch viel einschneidender wirken in den echten 
Heidegebieten. Die angepflanzten Kiefern gedeihen dort meist sehr schlecht, 
oft gehen sie bekanntermaßen wieder ganz zu Grunde. An feuchteren Heide- 
stellen indes sieht man sie oft viele Jahre kümmern, ihr krüppelhafter Wuchs 
und die gelben Nadeln haben ihnen bei den Bewohnern der Niederlausitz den 
Scherznamen der >Pommeranzenbäume« eingetragen. Wenn die Bäume sich 
so auch nichts weniger als normal entwickeln können, so genügt ihre Anwesen- 
heit und ihre Laubmasse indes doch, einen wesentlichen schützenden Einfluss 
auf den Boden auszuüben, resp. die V^erdunstung auf demselben herabzusetzen. 
Ich habe solche 1^'älle mehrfach beobachten können, in denen kleine Kiefern 
eine vollständige Umgestaltung der Formation hervorriefen. War z. B. der 
Boden der Heide mäßig feucht, so bemerkte man bei genauerer Beobachtung 
zwischen oder unter den einzelnen Calluna- oder Erica-Pflanzen kleine ver- 
kümmerte Sphagnumpflänzchen, wie fast auf jeder feuchteren Heide. Der 
darüber hinstreichende Wind und die austrocknende Wirkung der Sonne ver- 
hindern aber die normale Weiterentwickelung. Erst das langsame Empor- 
wachsen der Kiefern giebt ihnen genügenden Schutz zum Gedeihen, die 
Sphagnumpolster werden größer und größer und bedecken bald mehr oder 
weniger dicht den ganzen Waldboden, verwandeln also die Heide in ein Heide- 
moor. Je feuchter der Boden und besonders je feuchter das Klima des be- 
treffenden Landstriches ist, desto schneller geht die Moorbildung vor sich. 
Es braucht deshalb auch nicht besonders hervorgehoben zu werden, dass 
überhaupt nur in den eigentlichen Heidegebieten solche Vermoorungen zu 
beobachten sind, in den östlichen binnenländischen Gebieten ist die Luft zu 
trocken und die Trockenperioden des Sommers sind zu lang und zu heftig, 
um an solchen Orten eine Sphagn um Vegetation denkbar erscheinen zu 
lassen. 



Drittes Capitel. T)'ie entwickelungsgescWcbtUclien Verhältnisse der Heide etc. 105 

In den Landstrichen größerer Trockenheit kann man indessen eine ent- 
gegengesetzte Veränderung der Heide beobachten. Wie bereits bemerkt, 
werden, je weiter wir uns von den eigentlichen Heidegebieten entfernen, die 
offenen Heideflächen seltener und seltener und dabei immer weniger aus- 
gedehnt. Im Osten finden wir größere Callunamengen fast ausschließlich 
in Wäldern. W^ird nun ein solcher Wald abgeholzt oder v^erschwindet er aus 
irgend einem andern Grunde, so tritt oft durch den jetzt den Boden berühren- 
den W^ind und die starke Bestrahlung und Erwärmung durch die Sonne eine 
so starke Austrocknung ein, dass die Calluna und mit ihr die übrigen Heide- 
pflanzen ganz oder zum größten Teile verschwinden, da sie bekanntlich voll- 
ständige Bodentrockenheit sehr schlecht ertragen. Oft sind es dann noch 
Weingaertneria oder Festuca ovina resp. F. rubra, die sich erhalten 
und weiter ausbreiten, nicht selten sterben aber auch diese ab und dann ist 
meist nur Cornicularia aculeata die einzige Bewohnerin dieser öden Fläche. 
Durch die starke Lufttrockenheit wird also sogar die trockene Heide öfter 
durch Abholzung vernichtet. 

Weitere Veränderungen der Heide können natürlich durch Veränderung 
des Standortes in mannigfacher Weise vor sich gehen. Eine häufig beobachtete 
Zerstörung der ursprünglichen Heide ist die durch Verschüttung aufgewehter 
Sande. Besonders auf Dünen, die sich mit Heide bedeckt haben, kann man 
solch Verwehen der Vegetation constatieren. Bei einem sehr starken Sturme 
oder durch das Aufreißen der bereits festliegenden bewachsenen Düne durch 
die elementaren Gewalten werden oft so große Sandmengen in Bewegung 
gesetzt, dass die Heide ganz oder teilweise verschüttet werden kann. Ist die 
Sandschicht nicht dick, so wachsen die Heidepflanzen bald wieder hindurch. 
Am Schnittbruch bei Ossecken im Kreise Lauenburg i. P. sah ich sogar solch 
venvehtes Heidemoor, aus dem Myrica etc. wieder hervorwuchsen. Ist die 
Sandschicht dicker, stirbt die Heide ab und wird wieder von Dünenpflanzen 
abgelöst. An Durchstichen durch größere Dünen kann man oft mehrere 
Schichten solcher Heidereste als schwarze Streifen erkennen, in denen sich 
noch Teile abgestorbener Heidepflanzen, besonders Calluna erkennen lassen. 



3. Cultur der Heide. 

a. Die Aufforstung. 
Große Flächen Heide, besonders so weit sie Eigentinii des preußischen 
Staates sind, sind zur Aufforstung, und zwar fast ausnahmslos mit Kiefern 
bestimmt. In denjenigen Gebieten, in denen die Heidebildung keine besonders 
intensive ist, gelingt die Aufforstung fast jedesmal, wenn auch nicht immer 
ein gerade hervorragender V\'aldbestand das Resultat ist. Die Heide wird tief 
umgepflügt, und wenn kein Ortstein vorhanden ist und der Bleisand keine sehr 
große Dicke erreicht hat, so wird durch das Pflügen eine mehr oder weniger 



106 Erster Teil. 

große Menge des unter dem Bleisande gelegenen, in Verwitterung begriffenen 
Sandes oder gar noch Teile des unveränderten Bodens werden an die Ober- 
fläche gebracht. Der obere Sand erhält dadurch wieder nährstoffreichere 
Bodenteile beigemischt und die Sämlinge oder jungen Pflanzen anspruchsloserer 
Gehölze, wie z. B. der Kiefer, gedeihen wieder leidlich, bis ihre Wurzeln in 
den unteren besseren Boden gelangt sind und dadurch das Emporwachsen 
eines Baumbestandes gesichert ist. Solche Heiden, die ohne Ortstein und auf 
nur verhältnismäßig dünnen Bleisandschichten stehen, gibt es indes nicht 
viele und meist sind sie lediglich erst durch vorhergegangene Abholzunf^ ent- 
standen. 

Viel schwieriger, ja sehr oft unmöglich, gestaltet sich dagegen die Auf- 
forstung älterer Heiden, besonders solcher im eigentlichen Heidegebiete. Hier 
liegen, wie bekannt, dicke Ortsteinlagen unter dem Bleisande und oft ist nur 
ein schwerer Dampfpflug im Stande, den Ortstein zu brechen. Bei größerer 
Dicke der Bleisandschicht und der obersten humosen Schicht kommen auch 
dann meist nur geringe Mengen des unter dem Ortstein liegenden besseren 
Bodens nach oben. Ein Ansäen von Kiefern oder gar von Laubbäumen hat 
in solchem Falle gar keine Aussicht auf Erfolg. Es kann nur durch Pflanzung 
schon mehrjähriger Bäumchen auf ein Gedeihen gehofft werden. Aber auch 
diese Versuche schlagen oft vollständig fehl. Ich habe mehrfach Gelegenheit 
gehabt missglückte Anbauversuche zu sehen, und zwar in verschiedenen Stadien. 

Ein ganz eigentümliches Bild bietet eine Schonung, in der sich der Ortstein 
wieder mit großer Intensität zu bilden beginnt. Bei sehr dicken Lagen wird 
oft aus Sparsamkeitsrücksichten nicht die gesamte Oberfläche der anzuschonen- 
den Heide umgepflügt, sondern es werden in bestimmten Abständen Furchen 
gezogen und nur hier der Ortstein durchbrochen. In die Furchen werden 
dann d.e jungen Bäume gesetzt. Aber auch in Fällen, wo das ganze Stück 
umgepflügt war, zeigten sich folgende Erscheinungen: Einige Jahre gediehen 
die K,efern ganz normal, wenn auch nicht gerade sehr üppig. Sobald sie in- 
dessen Schulterhohe, auch etwas mehr (häufiger weniger) erreicht hatten, 
erschien zwar der Fruhlmgstrieb (der .Maischuss«) ganz normal, aber bei Ein- 
tritt der ersten Hitze, vor Entwickelung der Nadeln an diesen Trieben fin^^en 
sie plötzlich an zu welken und die jungen Triebe begannen sich zu krümmten. 
Bei genauer Be rachtung zeigten auch die alten Nadeln ein stumpfes Aussehen. 
Allmah ich trockneten die jungen Triebe ein und im Sommer schon waren die 
Exemplare abgestorben. Auf diese Weise sind mitunter in einem Jahre etwa 
?len f"^^""^^P,^^"^^^" ^^-me zu Grunde gegangen, im nächsten Jahre 
folgen wieder einige, dann wieder einige und so fort, bis oft nur einige wenige 
Pflanzen auf der weiten Fläche stehen oder auch nicht selten kein einziger 

tZ "f . tv '^''^ ■^''''■'" '" ''^"" '''■ E^"^ g-ß^ Menge von Heiden 
haben auf diese Weise der Aufforstung energisch widerstanden. Kenntlich 

itZ Tw . "'" "^' ^'"^"" ^"'^^"" ^^"'■'^^^^ durchzogen sind, in denen 
uie gesagt, hm und wieder eine oft krüppelhafte Kiefer steht 

Die Art und Weise, wie die Kiefern zu Grunde gehen, ist eine äußerst 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 107 

charakteristische, mehrere Oberförster in Heidegebieteii schilderten mir überein- 
stimmend das Bild des Absterbens, wie ich es auch einige Male zu beobachten 
Gelegenheit hatte. Gräbt man in dem Boden nach, so findet sich, dass sich 
der Ortstein unter den Wurzeln oder um die noch ziemlich dünnen Wurzeln 
herum wieder gebildet hat. Ein Verhungern ist also nicht der Grund ihres 
Absterbens, sondern Wassermangel oder doch wenigstens gehinderte Wurzel- 
thatigkeit, wodurch das Aufsaugen der nötigen Wassermenge verhindert wird. 
Hat sich der Ortstein unter den Wurzeln gebildet, so ist naturgemäß die über 
ihm liegende Erdschicht größeren Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt und 
trocknet in Trockenperioden so stark aus, dass die Pflanzen die genügende 
Feuchtigkeit nicht mehr vorfinden und dann zu Grunde gehen. In solchen 
Fällen zeigen aber die Pflanzen, die ganz in dem Bleisande wurzeln, bereits 
vorher ein sehr kümmerliches Wachstum und haben kurze, gelbe Nadeln. In 
der Mehrzahl der Fälle trifit dies aber nicht zu. Der Ortstein hat sich um die 
meist Stricknadel- bis fast bleistiftstarken Wurzeln, die in den unteren besseren 
Boden gedrungen w^aren, gebildet und legt sich wie eine Klammer um die 
Wurzeln herum. Ich glaube dies daraus schließen zu müssen, dass ich in 
solchen Ortsteinstücken die Wurzeln fest eingekeilt und mit knotigen Anschwel- 
lungen versehen fand, die ein Herausziehen oder auch nur eine Bewegung im 
Ortstein absolut nicht zuließen. Zu erklären ist die Erscheinung also so, dass 
durch dieses Einpressen das Dickenwachstum der Wurzeln behindert ist, und 
dadurch die Zufuhr des nährstofli-eicheren Wassers aus dem Untergrunde ver- 
mindert wird. In dem Frühjahr nun, in dem die Wurzeln absolut nicht mehr 
in die Dicke wachsen können, die Thätigkeit des Cambiums also lahmgelegt 
ist, wie wenn ein festes Band um einen Stamm gelegt ist, kann auch nur ein 
sehr mangelhafter Zuwachs der unter dem Ortstein befindlichen Wurzeln statt- 
finden, weil natürlich auch der Transport des plastischen Materials in die 
wachsenden Wurzelspitzen gehemmt ist. Während der Frühjahrsfeuchtigkeit 
saugen die über dem Ortstein in dem Bleisande steckenden Wurzeln nun ge- 
nügend Wasser auf, dass die Pflanze die Mobilisierung der Reservestofle in 
normaler Weise bewerkstelligen kann. Das Austreiben erfolgt deshalb auch 
ohne merkliche Störung. Wenn nun aber die ReservestofFe zum Aufbau der 
neuen Triebe verwandt sind und in der Frühsommerhitze ein verhältnismäßig 
starkes Austrocknen der Bleisandschicht erfolgt, dann sind die durch mangelnde 
Zufuhr plastischen Materials geschwächten und außerdem in der Mitte völlig 
eingepressten Wurzeln unterhalb des Ortsteins nicht im Stande, die nötigen Nähr- 
stoffe und damit auch vor allem nicht das nötige Wasser zu leiten. Es 
erfolgt ein Welken und Eintrocknen der verhältnismäßig üppig gewachsenen 
jungen Triebe und dann bei weiterem Wassermangel das Absterben der ganzen 
Pflanzen. Für diese Anschauung spricht noch die Thatsache, dass das Aus- 
sterben der Schonungen immer fleckenweise vor sich geht, an diesen Stellen 
ist die Ortsteinbildung schon so weit fortgeschritten, an anderen ist der Ort- 
stein noch verhältnismäßig- weich oder noch dünn, so dass er dem Drucke 
der in die Dicke wachsenden Wurzel allmählich nachgibt, was der feste Ort- 



108 Erster Teil. 

stein nicht mehr thut. Daher auch das Jahr für Jahr weiter fortschreitende 
Absterben der Bäumchen. Haben die Wurzeln erst eine bestimmte Dicke 
(etwa Armesdicke) erreicht, so scheint es, als ob der Ortstein dann nicht mehr 
in der Weise schädlich wirken könnte, als ob die Kraft des Dickenwachstums 
dann groß genug wäre, auch festeren Ortstein zu sprengen, denn wenn auch 
größere Bäume in altem Ortsteinboden meist nicht ganz normal gedeihen, 
zeigen sich doch keine so erheblichen Schäden mehr. 

Sind sehr dicke Bleisandschichten auf einer Heide vorhanden, so kommt 
es nach dem Anpflanzen der jungen Bäume sehr oft gar nicht zu einer kräf- 
tigeren Anfangsentwickelung, sondern die Pflanzen beginnen gleich zu kümmern 
und selbst auf feuchtem Boden sterben sie meist aus Nahrungsmangel bald ab. 
Ich sah im Kreise Neustadt i. Wpr. eine solche Heide, in der statt mit 
Kiefernsämlingen die ganze Fläche des verwundeten Bodens mit Polytrichum 
juniperinum bedeckt war. 

Ein weiteres Hindernis der Aufforstung von Heiden ist die oft in Gebieten 
hoher Regenmengen, besonders an feuchten Stellen, auf feuchteren Heiden 
auftretende Vermoorung des Geländes nach der Anschonung. Sobald die 
Kiefern eine gewisse Größe erreicht haben, kann der Wind nicht in der früheren 
Weise über das Gelände streichen, das Sphagnum beginnt mit den übrigen 
Heidemoorpflanzen zu wachsen und überzieht bald den Boden (vgl. darüber 
S. 104). Die Wirkung auf die Waldvegetation ist nun naturgemäß eine sehr 
ungünstige. Durch die Bedeckung des Bodens mit einer Moorschicht wird 
demselben die nötige Bodenluft entzogen und mit dieser Entziehung geht eine 
Wachstumshemmung am Wurzelkörper der Pflanze vor sich Die Wurzel- 
thätigkeit ist lahm geworden (vgl S. 76} und die Bäume erhalten gelbes, 
kümmerlich entwickeltes Laub. Der jährliche Zuwachs ist ein ganz schwacher, 
sowohl was das Dickenwachstum des Stammes, als was das Längenwachstum 
der Zweige betrifft. Die Bäume erreichen auf diese Weise oft ein recht hohes 
Alter und sind dabei oft nur wenig über mannshoch. Ihre gelbe Farbe und 
eigentümliche Tracht hat denselben, wie bereits bemerkt, in der Lausitz den 
Namen .loriimeranzenbäume. eingetragen. Bei einer solchen Versumpfung 
feuchter Heiden tritt abweichend von den durch Ortsteinbildung fehlschlagen- 
den Anbauversuchen gewöhnlich kein Absterben des ganzen Bestandes ein. 

Li t'^K r'l-,T' '^'^ '^^P''"'^'" Heidemooren die Moorkiefer') lichte, 
nednge Bestände bildet, so erhält sich die gewöhnliche Form unserer Kiefer. 

Geländf H- "°'■'^^^^^^"^^^"^" kümmerlichen Tracht, auf dem vermoorten 

wird dB rr uV""' '""'■^'"^^ '^""^^^ ^^"^ Pfl— -b und dadurch 

u beoh U r T u"' "'^" ""^ "^^" ^'^'''''^'' -^"« »-ht, wie ich öfter 

dLLlt p ^j'^^-heit hatte, die Moorkiefer, die dann gleich durch ihre 

Ständig rf "' "'^ ^"" ^'"^"^ ^-'^"^'^ht in der Nähe befindlichen 

Standorte aus ansiedelt und die entstandenen Lücken wieder ausfüllt. 



t) Vgl. Graebner, Natura. Wochenschr. XIV i 



899: 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtllchen Verhältnisse der Heide etc. 109 



b. Der PlaggcnJiieb. 

Unter Plaggenhieb versteht man die besonders im nordwestdeutschen 
Heidegebiete übliche Manipulation, alle vier bis acht, zumeist alle fünf Jahre 
den Heiderohhumus mit der darauf stehenden Vegetation vollständig vom Bo- 
den abzuschälen. Der Heidefilz wird in einigen Stücken etwa wie Rasen- 
fladen abgestochen und diese Fladen nennt man eben »Plaeeen«. 

Die Flaggen sind für den Heidebauern von großer Wichtigkeit. Sie werden 
zu allen möglichen verschiedenen Zwecken venvandt. Zur Stallstreu werden 
sie allgemein gebraucht und nach der Durchtränkung mit tierischen Excremen- 
ten werden sie auf die Äcker gefahren. Oft sieht man auch, dass frische Heide- 
plaggen auf die Äcker gebracht und untergepflügt werden, wahrscheinlich um 
neben der Nutzbarmachung der geringen in dem Heidetorf befindlichen Nähr- 
stoffe (vergl. S. ig) die wasserhaltende Kraft des ja zumeist aus Bleisand 
bestehenden Ackerbodens zu erhöhen. W'eiter werden die Heideplaggen sehr 
häufig zur Deckung von Dächern für Schuppen und Ställe verwandt, ja mit- 
unter sieht man ganze Schutzhütten etc. ganz aus Heideplaggen gebaut. Das 
Dach besteht aus einigen dar übergelegten Baumstämmchen, über die die Heide- 
plaggen gedeckt sind. Um Stallgebäude herum aufgeschichtet, sollen die Heide- 
tafeln während des Winters sehr zur Warmhaltung der Räume beitragen. 

Ist der Heideboden durch die beschriebene Manipulation aller seiner 
Pflanzen beraubt, so bedeckt er sich sehr bald wieder mit Heide. Dicht neben 
emander sieht man die Sämlinge von Calluna und anderen Pflanzen auf- 
sprießen. Hin und wieder bemerkt man, besonders in solchen Heiden, auf 
denen einzelne Bäume stehen oder die an einen Wald grenzen, Sämlinge von 
Bäumen, besonders Kiefern, in großer Menge in dem dem Abplaggen folgen- 
den Frühjahre aufgehen. Aber bald, meist schon im Laufe des Frühsommers 
verkümmern sie und gehen zu Grunde, bereits im zweiten Jahre sieht man fast 
nichts als Heidepflanzen, unter denen gewöhnlich Calluna dominiert, auf der 
abgeplaggten Fläche. Wenn dann wieder fünf Jahre vergangen sind, ist die 
Heide meist wieder zum Abplaggen weit genug entwickelt. Für alle Heiden 
kann das natürlich auch nicht gelten, ich sah mehrfach Heiden, die einen sehr 
dürftigen und lockeren Bestand von Heidepflanzen aufwiesen, auf denen augen- 
scheinlich selbst diese bedürfnislosen Gewächse nicht mehr die nötige Nahrung 
finden. Es wird dies so zu erklären sein, dass eben an diesen Stellen, die 
keineswegs zu trocken waren, durch den fortdauernden Plaggenhieb auch die 
für die Heide notwendigsten Nährstoffe fortgefahren worden waren und der 
Boden dadurch derartig verarmt ist, dass er selbst die zum Aufbau des Kör- 
pers der Heidepflanzen gebrauchten Materialien nicht mehr zu liefern im 
Stande ist. 

In Gegenden, in denen die Heidebildung keine so intensive ist, wo sich 
der Heidehumus nicht zu einer festen torfartigen Masse verfilzt, sondern mehr 
oder weniger sandig bleibt, kann natürlich ein Abplaggen nicht vorgenommen 



110 Erster Teil. 

werden, da die Heidetafeln nicht zusammenhalten würden. Der Piaggenhieb 

ist des! 

fahren. 



ist deshalb auch ein lediglich in den großen Heidegebieten bekanntes Ver- 



c. Das Heidebreiinen. 

\\\ vielen Heidegegenden, besonders in den schwach besiedelten Teilen der 
Lüneburger Heide ist der Heidebauer natürlich nicht im Stande, auch nur einen 
erheblichen Teil der Heide durch Abplaggeii sich nutzbar zu machen, er würde 
auch für die große Menge der auf weiten Flächen zu gewinnenden Heide- 
plaggen keine Verwendung wissen. Es wird deshalb die Heide dadurch viel 
genützt, dass auf ihnen im großen Maßstabe Bienenzucht betrieben wird, der 
Heidebauer fahrt die Bienenkörbe auf die Heide, stellt sie dort auf und holt sie 
nach der Heideblüthe wieder. 

Wie nun bereits bemerkt wurde, wird eine einzelne Heidekrautpflanze nicht 
viel über zehn Jahre alt, die ältesten von mir beobachteten Exemplare zeigten 
zwölf Jahresringe. In so hohem Alter zeigt die Calluna nur noch geringen 
Zuwachs, die Pflanzen fangen an zu verkahlen und blühen nicht mehr reichlich. 
In diesem Zustande sind sie für den Heidebauern und Imker von geringem 
Nutzen und er zieht es deshalb vor, etwa alle zehn Jahre die Fläche anzu- 
zünden und alles Heidekraut dadurch zu verbrennen. Nach dem Abbrennen 
sieht das ganze Feld schwarz und verkohlt aus, aber bald bedeckt es sich 
wieder mit frischem Grün. Zahllose junge Pflanzen keimen und aus dem 
Grunde des Stammes vieler älteren Exemplare sprossen neue Triebe hervor. 

Die vereinzelten auf den Heiden stehenden Bäume oder das Buschwerk-, 
besonders von Wachholder, wird gewöhnlich vorher von den Heidebauern aus- 
gerodet und als Brennholz fortgefahren. Man sieht oft auf solcher zum Ab- 
brennen bestimmten Heide zahlreiche umgeschlagene Bäume zum Trocknen 
liegen. 

In einigen Gegenden wird die Heide auch gebrannt, um dann für ein oder 
zwei Jahre als Acker ver^vandt zu werden, wo sie dann Buchweizen oder Hafer 
trägt. Darauf wird sie, nachdem die geringen Nährstoffe verbraucht sind, wie- 
der sich selbst überlassen und wird wieder schnell zur Heide. 



d. Die Weide. 
An vielen Stellen der Lüneburger Heide sieht man, oft in größeren Heer- 
den die kleinen dunkelgefärbten Fleischschafe, Heidschnucken genannt, sich auf 
den Heideflächen ihre NahAng suchen. Fast alle Pflanzen, die in den Bereich 
des gierigen Zahnes dieser Tiere kommen, werden abgebissen, so weit es die 
Härte der meist holzigen Stengel gestattet. Nur wenige Arten, wie z.B. Em- 
petrum, werden selbst von diesen anspruchslosen Wesen verschmäht. Das 
Heidekraut, auch der Wachholder und die Kieferkusseln sahen wie geschoren 
aus, jeder Trieb, der sich irgendwie emporwagt, wird sofort wieder abgefressen 
und die ganze Heide erhält durch dies andauernde Beweiden ein ganz eigen- 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 1]] 

tüniliches Aussehen. Eine bevveidete Heide ist an den verbissenen Pflanzen 
leicht kenntlich. 

Solche Heiden, die jahraus jahrein von Schafen begangen werden, können 
natürlich keinen Baumwuchs hervorbringen. Jeder Baumsämling wird sehr bald 
beschädigt und es kann sich höchstens ein krüppelhaftcr Busch entwickeln, sehr 
schwer aber ein Baum. Ganz unmöglich ist es aber auch nicht, denn wenn 
auch die Kiefern etc. stets abgefressen werden, so vergrößert sich solch ver- 
bissener Busch doch alle Jahre etwas, wenn auch nicht viel. Daher kommt 
es, dass man nicht selten auf beweideten Heiden Sträuchenverk von einer Höhe 
sieht, wo es längst über den Kopf der Schafe fortgewachsen ist. So entsteht 
hin und wieder auch auf beweideten Heiden ein vereinzelter meist krüppelig 
gewachsener Baum einer Kiefer oder eines VVachholders. Irgend welche weitere 
Eingriffe des Menschen scheinen auf beweideten Heiden nicht üblich zu sein, 
weder Plaggenhieb noch gar Heidebrennen. Das letztere wird ganz bestimmt 
nicht angewandt, denn sonst könnten die ebenerwähnten vereinzelten Bäume 
sich nicht auf den Flächen erhalten. 

BuRCGREVE') und E. H. L. Krause "; nehmen an, dass lediglich durch das 
Beweiden der Heide dieselbe als solche erhalten werden könne, und dass sie 
sich, wenn die Schafe sie verlassen würden, ohne weiteres wieder mit Wald 
bedecken würde. Ich habe bereits früher^) die Irrtümlichkeit dieser Annahme 
betont und aus der in den früheren Capiteln beschriebenen Enhvickelung der 
Heide geht auch die Unhaltbarkeit der Behauptung hervor. 



4. Die Bodenarten der Heide. 

(Vgl. auch >Entstehuiig der Heide ans Wald« . 

Bei einem Studium allein der Heiden des norddeutschen Flachlandes wird 
man den Eindruck erhalten, als sei die Heide im wesentlichen an bestimmte 
sandige Böden gebunden, denn nur selten wird man, wie bereits S. 97 ff. beim 
Capitel über die Verheidung der Wälder betont wurde, Heiden auf schweren 
Böden antreffen. Kommt man aber z. B. in Gebirge oder in die feuchtigkeits- 
triefenden Striche mancher unter dem directen klimatischen Einflüsse des atlan- 
tischen Oceans stehender Gebiete, da ist die Heide und das nicht von ihr zu 
scheidende Heidemoor an allen erdenklichen Plätzen, auf allen möglichen Sub- 
straten anzutreffen. Die Sandböden sind dort auch mit Heide bedeckt, die 
Mulden von Heidemooren ausgefüllt, aber auch sonst tritt sie uns überall ent- 
gegen. Von den isolierten Felsblöcken aller möglichen Gesteinsarten hängt 
über die ganze Oberfläche ein dichter Teppich von Heidepflanzen herab, den 



ij Abh. naturw. Ver. Bremen III 1873 p. 217 — 250. 

2) Engler, Bot. Jahrb. XIV (1892 p. $17—539 und Globus LXI (1892, p. <i— 7- 

3) Engler, Bot. Jahrb. XX 1895 p. 511— 516. 



112 Erster Teil. 

man leicht von seinem Substrate abheben kann. Calluna und auch Vacci- 
nium Myrtillus und V. Vitis Idaea hängen oft in Fladen weit über den 
Rand des Steins herab, hi Norwegen gesellt sich ^ft zu ihnen als Charakter- 
pflanze Chamaepericlymenum (Cornus) suecicum und in höheren Regionen 
treten Phyllodoce coerulea, Andromeda tetragona und andere dazu. 
Ist der betreffende Heidefladen feuchter, resp. die das betreffende Gestein tref- 
fenden Niederschlage höher, so finden sich in dem Polster hin und wieder 
Sphagnumpolster an, die je nach dem Überschuss der Feuchtigkeit größer und 
größer sind. In den ganz feuchten Gebieten, so besonders im westlichen Nor- 
wegen, aber auch in manchen Schluchten der regenreichen Teile der Gebirge 
besonders des Harzes und der Sudeten, aber auch der Alpen und anderer, da 
bildet Sphagnum öfter über die exponiertesten Steine hinweg ein dichtes 
Polster, oft an den herabhängenden Enden von Wasser triefend. In diesem 
Sphagnumpolster stecken mancherlei Heide- und Heidemoorpflanzen, auch 
Calluna oft in großer Menge. Im westlichen Norwegen geht die Heide- und 
Heidemoorbildung stellenweise so weit, dass fast jedes Substrat sich damit be- 
deckt, da sind nicht nur Felsen und verschiedene Bodenarten mit einem Heide- 
teppich bedeckt, sondern sogar auf alten Baumstümpfen, auf und an Mauern 
und last not least auf alten Dächern finden sich Heidepflanzen. In o-roßer 
Menge beobachteten AschersüN und ich in Norwegen Calluna, Empetrum, 
Rubus Chamaemorus, auch Vaccinium Myrtillus, V. Vitis idaea und 
viele andere Charakterpflanzen der Heide auf den Dächern von Häusern und 
Hütten. 

Kehren wir indes zu den Heiden Norddeutschlands zurück, so ist schon 
betont, dass die Heiden, die durch die Rohhumusbildung in Wäldern entstanden 
sind, auf schweren Böden sich bilden können. Auch bei diesen Böden finden 
wir nicht selten an der Oberfläche eine mehr oder weniger starke Schicht, die 
durch Auslaugung nährstoffärmer oder öfter ganz nährstoffarm geworden ist. 
Auf alle diese Böden indes näher einzugehen, dürfte wenig Wert haben, da 
wir die verschiedensten Bodenarten unter der Heidedecke finden. Meist 'sind 
es lehmige Sandböden, selten sandige Lehm- oder noch schwerere Böden. 

Was zunächst die Kalkarmut der Heideböden betrifft, so ist bereits oben 
S. i8 darauf hingewiesen worden, dass die Kalkfeindlichkeit der Heidepflanzen 
nicht in der meist angenommenen Form existiert, sondern dass dieselben sehr 
wohl auf Kalk zu gedeihen vermögen. Hat doch Wei5ER die Sphao-na so- 
gar in reinem Kalke (Kreide) cultiviert, wie ich mich durch Augenschein über- 
zeugen konnte'). Wenn diese directe Kalkfeindlichkeit der Heidepflanzen 
widerlegt ist, kann es auch nicht Wunder nehmen, dass thatsächlich sich Heide- 
flachen auf Kalkboden finden, ja dass sie sogar auf Kalkstein gedeihen. Man 
kann denn auch leicht beobachten, dass z. B. auf Muschelkalk nicht selten 

1000 HeTf ; ■^^^'''^"- f " ^^f "" ^''^"^ Morgenstern. Heimatbund an Elb- u. Wesermündun? 
1900. Heft 3, p. II, Fußnote **. 



Drittes Capitel. Die entwickelimgsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 113 



Heidepflanzen wachsen. In der Nähe der Rüdersdorfer Trias, auch im Hakel- 
walde im Magdeburgischen sowie auf den Schiefern des Rheinischen Schiefer, 
gebirges kann man solches Vorkommen constatieren. Bei Soltau in der 
Lüneburger Heide fand ich einmal Erica Tetraiix in den Ritzen einer aus 
Kalkstein gebauten mit Mörtel verschmierten Brücke. Trotzdem sich solche 
Angaben in der Litteratur bereits mehrfach finden, auch bei durchaus ernst- 
haften Schriftstellern, taucht nicht gar selten in Lehrbüchern und auch in 
forstwirtschaftlichen und physiologischen Schriften die alte Fabel von der heide- 
tötenden Wirkung des Kalkes auf Einzig und allein die Jurakalke scheinen 
vollständig von der Heide gemieden zu sein. Das dürfte aber auch seinen 
Grund nicht in dem Kalkreichtum dieser Gesteine haben, sondern in der ver- 
hältnismäßig leichten Löslichkeit der mit dem Kalk verbundenen, bei seiner 
Zersetzung frei werdenden Salze. 

Betrachten wir nun aber die Heideböden, die wir in Norddeutschland zu 
sehen gewohnt sind, so sind es, wie schon aus der Entwickelung der Heiden her- 
vorgeht, zumeist Sandböden oder Torfböden, die wir nach einander besprechen 
wollen. Es wird gut sein, der Klarheit halber die Böden in ihrer Entstehung, d. h. 
die allmähliche Veränderung des ursprünglichen Mincralbodens zu betrachten. 

Ramann giebt in seinem bereits erwähnten Buche »Die Waldstreu« einige 
Analysen unverändeter Sandböden, in seiner »Forstlichen Bodenkunde und 
Standortslehre«') behandelt er eingehend die einzelnen bei der Verwitterung 
wirkenden Factoren. Es würde hier zu weit führen, darüber ausführlicher zu 
berichten, und es muss deshalb auf das Original verwiesen werden. Es ist 
auch deshalb nicht notwendig, die allgemeinen Vorgänge bei der Verwitterung 
und Auslaugung zu besprechen, da sie ja bei jeder Formation, nicht nur bei 
der Heidebildung, eine Rolle spielen, wenngleich ja die Heide ihnen in erster 
Linie ihre Entstehung verdankt. 

In der Oberförsterei Eberswalde hat Ramann weißen Sandboden, der in 
einer Tiefe von etwa 5 dm begann und noch nicht verwittert war, untersucht. 
Er hat dabei folgende Werte sfefunden: 



Kali 

Kalk . . . . 
Magnesia . . . 
Eisenoxyd . . 
Thonerde . . 
Phosphorsäure 



Löslich in Salzsäure 
Proc. des Bodens 



0,048 
0,041 
0,055 
0,241 
0,132 
0,030 

0,547 



Unlöslicher Rück- 
stand des Salzsäiire- 
auszuges 



Gesamtgehalt des 
Bodens 



r,04 
0.32 
0,06 
0.68 
2.48 
0,07 



1,09 
0,36 
0,12 
0,92 
2,61 
0,10 



i) Berlin 1893, P- 114 ff- Vgl. auch Ramann, Die Verwitterung diluvialer Sande. Jahrb. 
d. prenß, geolog. Landesanst. 1884. 

Graebner, Die Heide. 8 



114 



Erster Teil. 



Über diesem unvenvitterten Mincralboden befand sich eine etwa 3 dm dicke 
Schicht gelb gefärbten Sandes, der die eigentliche Verwitterungszone des Bo- 
dens darstellt und der dem entsprechend reich an löslichen Salzen ist, während 
er an Gehalt an unlöslichen Stofifen wenig abweicht. Der gelbe Sand zeigte 
folgenden Gehalt: 



Löslich in Salzsäure 
Proc. des Bodens 



Unlöslicher Rück- 
stand des Salzsäure- 
auszuges 



Gesamtgehalt des 
Bodens 



Kali 

Kalk 

Magnesia . . . 
Eisenoxyd . . 
Thonerde. . . 
Phosphorsäure 



0.035 
0,041 
0.052 
0,215 
0.272 
0,068 

0,683 



1,19 
0.43 
0,07 
0,76 
2,40 
0.04 



1,23 

0,47 
0,12 

0,98 
2,67 



An der Oberfläche des et\va 100— 120jährige, gutAvüchsige Kiefern und 
40— 6ojährige Buchen als Unterholz tragenden Bodens befanden sich etwa 
16 cm schwach humoser Sand, welcher die am stärksten verwitterte und durch 
Auswaschung an löslichen Stoffen bereits teilweise verarmte Schicht bildet. 
Dieser verarmte Sand enthielt: 



Löslich in Salzsäure 
Proc. des Bodens 



Unlöslicher Rück- 
stand des Salzsäure- 
auszuges 



Kali 

Kalk 

Magnesia . . . 
Eisenoxyd . . 
Thonerde . . 
Phosphorsäure 



Gesamtgehalt des 
Bodens 



0,020 
0.019 
0.025 
0,197 
0.174 
0,040 

0475 



0.96 
0,36 
0.06 
0.69 
2,84 
0.05 



0.9S 
0,38 
0,09 
0.89 
3.01 
0.09 



t^ hat also bei dieser obersten Bodenschicht eine allgemeine Auslaugung 
jmd Venv,tterung stattgefunden, die sich besonders in der Abnahme wichtiger 
Nahnstoffe bemerkbar macht. Der Kallgehalt hat, entsprechend der leichten 
Loshchkeit dieses Materials, bereits bei dem gelben Sandboden eine Abnahme 
erfahren, er ,st m löslicher Form von 0,048 auf 0,020, also unter die Hälfte 
gesunken. Der kalkgehalt des gelben Sandes ist dem des weißen noch an- 
.u^rif ^t' f''' ™ humosen Sande von 0,41 bis 0,19 in den Pflanzen 

zu anghcher Form abgenommen. Phosphorsäure stand besonders in dem Sta- 
dium der Venvittemng. im gelben Sande den Pflanzen verhältnismäßig viel. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 115 

nämlich 0,068 Proc. der Bodenmasse zur Verfügung. Diese Zahl ist im humosen 
Sande auf 0,04 zurückgegangen, während sie im unlöslichen Rückstand im 
gelben und humosen Sande etAva die gleiche Höhe bewahrt hat. Die leichter 
zersetzbaren Phosphorverbindungen sind also bei der Verwitterung des gelben 
Sandes in Lösungen übergeführt worden. 

Der Boden an der so eben beschriebenen Stelle ist nun, wie ja schon aus 
der Vegetation des Waldes hervorgeht, ein noch verhältnismäßig guter. Bei 
dem geringen Grade der Auslaugung würde an eine Heidevegetation noch nicht 
zu denken sein. Das gegebene Beispiel ist aber deshalb sehr interessant und 
lehrreich, weil es sich hier um einen nur schwach humosen Boden handelt, auf 
dem noch keine nennenswerte Einwirkung von Rohhumus zu constatieren ist. 
Eberswalde liegt in einem Gebiete ziemlich geringer Regenhöhe, es weist nur 
526 mm Regen jährlich auf). Deshalb ist die Auslaugung auch erst in so 
geringe Tiefen fortgeschritten und der ausgelaugte Boden noch von relativ 
hohem Nährstoffgehalt. Die folgenden Tabellen werden zeigen, wie in den 
Heidegebieten sich ganz andere Verhältnisse finden. Die Verwittennig und Aus- 
laugung kann hier einen sehr hohen Grad erreichen. Lehmböden sind natürlich 
viel weniger der auslaugenden Wirkung des Regenwassers ausgesetzt als Sand- 
böden, aber auch bei ihnen lassen sich oft sehr energische Veränderungen con- 
statiren. Mitunter zeigt sich, dass ein guter lehmiger Mergelboden von einer 
Schicht lehmigen Sandes überdeckt ist, die genau dieselbe Korngröße besitzt 
wie der Mergelboden. Dieser Sand ist dadurch entstanden, dass der Kalkgehalt 
des Bodens durch die Atmosphärilien herausgewaschen ist (vgl. auch S. 64). 
Dadurch entstehen nun zuerst Lehmböden, welche durch allmähliche Verschlam- 
mung einen Teil ihres Thongehaltes verlieren und in sandigen Lehm beziehent- 
lich lehmigen Sand übergehen können^). Die Verwitterung und Auslaugung 
schreitet allmählich von oben nach unten vor. Die Atmosphärilien treffen den 
Boden als etwas kohlensäurehaltiges, fast ganz salzfreies Wasser. Auf der 
obersten Bodenschicht werden sie sich »rasch mit löslichen Salzen sättigen und 
soviel von diesen aufnehmen, wie es bei dem statischen Gleichgewichte, welches 
sich zwischen der Zusammensetzung des Bodens und den wirkenden Wasser- 
mengen herausstellt, zu lösen vermag« ''). In die tieferen Bodenschichten ge- 
langt das Wasser dann bereits mit Salzen beladen, es wird nur noch wenig 
lösen, und wenn dann auch die Kohlensäure des Regenwassers bereits in den 
oberen Schichten gebunden ist, dann wird kaum eine bemerkbare Veränderung 
der unteren Schichten durch das hindurchsickernde Wasser hervorgerufen werden. 
Ja, mitunter kann sogar eine Anreicherung an gewissen Stoffen stattfinden. 

Es wären das die Vorgänge, wie sie lediglich durch Einwirkung der Nieder- 
schläge veranlasst werden. Meist aber kommt ein zweites Moment hinzu, wel- 
ches eine starke Veränderung des Bodens und damit eine Veränderung der 



1; Vgl. Oder-Werk. Berlin 1896. Meteorologische Tabellen p. 30, Karte. 
2) Ramann, Die Waldstreu. Berlin 1890, p. 22. 

3^ Ramanx. Forstliche Bodenkunde und Standortslehre. Berlin 1893, p. 141, Abb. 16. 

8* 



116 Erster Teil, 

Vegetation veranlasst. Die meisten Böden sind ziemlich dicht mit Vegetation 
höherer Pflanzen bedeckt, und wenigstens in früherer Zeit hat die größte 
Mehrzahl Wald getragen, so weit das nicht heute noch der Fall ist. Die 
Blatt- und zum Teil auch die Stengelorgane dieser Pflanzen, besonders der 
Waldbäume, sterben regelmäßig im Herbst ab und fallen alljährlich als Streu 
auf den Boden. Werden nun die Pflanzenreste vollständig zersetzt, d. h. fallen 
sie ganz und gar der Verwesung anheim, so wird die Hauptmasse (also die 
Kohlenhydrate) ihres Körpers zu Kohlensäure und Wasser verwandelt. Durch 
die Thätigkeit der niederen Organismen wird der ganze Pflanzenkörper wieder 
zersetzt und die noch in den Resten vorhandenen Mineralstoffe, die allerdings 
im fallenden Laub sehr gering sind, dem Boden zurückgegeben \!. Der Boden 
erfährt dadurch eine verhältnismäßig geringe Veränderung, besonders wird seine 
Farbe nicht wesentlich verändert, es sei denn, dass die erhöhte Kohlensäure- 
zufuhr, veranlasst durch Lösung eines Teils der gebildeten Kohlensäure, die 
sonst in die Atmosphäre entweicht, und Hinabführung derselben in den Boden 
eine stärkere Verwitterung des Bodens veranlasst. Man kann solche vollständige 
Verwesung bei uns oft auf den mergelhaltigen Böden der sonnigen pontischen 
Hügel beobachten, die besonders im Osten unseres Vaterlandes ausgebildet sind. 
In den meisten Fällen werden die organischen Reste nicht vollständig ver- 
wesen, sondern besonders in regenreichen Gebieten und vorwiegend in Wäldern 
wird die Fäulnis wenigstens an einzelnen Stellen die Verwesung über^viegen. 
Wahrend die Ver^vesung einen Oxydationsprocess darstellt, ist die Fäulnis im 
wesentlichen ein Reductionsprocess. Statt dass bei ersterem bei genügender 
Sauerstofl-zufuhr fast aller Kohlenstoff- der Kohlenhydrate in der gebildeten 
kohlensaure der Atmosphäre wieder zugeführt (resp. vom Regen^^■asser ab- 
sorbiert) wird, wird bei letzterer, also bei der Fäulnis unter Luftabschluss oder 
bei ungeniigender Sauerstoffzufuhr, eine Anreicherung von Kohlenstoff- herbei- 
geführt. Der entstehende Rest ist dunkel gefärbt und wird .Humus« genannt. 
Diese allgemem bekannte, in ihren physikalischen Eigenschaften recht ver- 
schiedenartig sich verhaltende Masse ist aus einer Reihe kohlenstofflialtiger Ver- 
bindungen zusammengesetzt, die zum größten Teile noch sehr ungenügend be- 
kannt sind. Der Humus bildet sich in mancherlei Weise auf dem Erdboden, 
je nach dem Lber^v.egen der Verwesung oder der Fäulnis in den abgestorbenen, 
den Boden bedeckenden Pflanzenresten. Außerdem ist von größter Wichtig- 
kei^ ob die Humusbildung unter der Mitwirkung von Tieren, besonders von 
Regenwurmern vor sich geht, oder ob sich keine Regenwürmer im Boden 
finden . Je nachdem sich also der Humus (auf dem Trockenen natürlich) ver- 
schiedenartig enüvickelt, kann die humose Schicht ein krümeliger Müllboden 
sein^der der Rohhumus überzieht den ganzen Erdboden mit einer dichten 

I) Vgl. W01.1.NY, Joarn. f. Landwirtsch. XXXIV [1886I p 213 
PflZngeojr. ,896;' p 88 " ° "■""°='°™™- " W-»"". L-t'b. ükolog. 



Drittes Capitel. Die eatwickelimgsgeschlchtlichen Verhältnisse der Heide etc. 117 

filzigen Schicht') (Torf). Zwischen beiden Extremen giebt es natürlich alle 
Übergänge. 

Sobald sich nun Humusschichten auf einem Boden gebildet haben, machen 
sich in demselben mancherlei Veränderungen bemerkbar. Sind die Humus- 
schichten, wie die bei der Heidebildung fast allgemein vorkommenden, filzig, 
also torfartig, so zeigt sich in den darunter liegenden Schichten bald eine dichtere 
Aneinanderlagerung der einzelnen Teile des Bodens; der Boden wird, auch 
wenn er sandig ist, dicht, und selbst bei nur mäßiger Feuchtigkeit haften die 
einzelnen Sandkörner und feinen Teilchen ziemlich fest an einander. Damit 
geht aber auch eine chemische Veränderung der Böden vor sich. Jeder Regen- 
tropfen löst in den oberen humosen Schichten verschiedene Humusstofte, be- 
sonders Humussäuren, und diese wirken, in die tieferen Bodenschichten befördert, 
ziemlich stark zersetzend, jedenfalls viel stärker als reines Regenwasser. Durch 
Rohhumusschichten werden selbst schwerere Böden allmählich in den oberen 
Teilen ausgelaugt"). Bei Sandböden geht die Auslaugung ziemlich schnell vor 
sich. Die obersten Bodenschichten sind durch den Humus ziemlich dunkel ge- 
färbt, aber bald nimmt nach unten die Intensität der Färbung ab und der aus- 
gelaugte Sand zeigt eine im feuchten Zustande graue oder schwach grauviolette 
Färbung, die ihm den Namen »Grau- oder Bleisand« eingebracht hat. Dieser 
äußerst nährstoffarme Sand (vgl, unten die Analysen) ist für die größte Mehr- 
zahl der Heiden des norddeutschen Flachlandes außerordentlich charakteristisch. 
Ist diese Bleisandschicht noch nicht sehr stark ausgebildet, vielleicht i bis 2 dm 
stark, so geht sie unten, meist mit ziemlich scharfer Grenze, in einen meist gelb- 
lich (oder gelbbraun) gefärbten Sandboden über, der dem S. 114 beschriebenen 
des Kiefernwaldes entspricht, und die in Verwitterung begriffene Schicht des 
darunter liesrenden unveränderten Mineralbodens darstellt. Hat die Bleisand- 
Schicht eine bestimmte Dicke erreicht, so bildet sich zwischen ihr und dem 
gelben Sande (resp. der ihn ersetzenden entsprechenden Bodenart) der Ortstein, 
über den wir aber besser nachher gesondert sprechen. Zum richtigen Ver- 
ständnis des Ganzen müssen aber noch einige Daten über den Rghhumus re- 
feriert w^erden. 

Es könnte leicht der Glaube entstehen, dass die chemische Zusammen- 
setzung der verschiedenen Arten des Rohhumus unter den verschiedenen Bäu- 
men eine wesentlich verschiedene Einwirkung auf den Boden veranlasse. Das 
ist aber nicht der Fall. Ramann hat durch Analysen festgestellt, dass der 
Heidehumus sich chemisch nicht w^esentlich von den anderen unterscheidet. Er 
fand folgendes^): 

I) P. E. MÜLLER, Die natürlichen Hamusformen. Berlin 1887. — R.'VMANN, Die Waldstreu. 
Berlin 1890, S. 21. Forstl. Bodenkunde u. Standortslehre. Berlin 1S93, p. 142. 
2; Grebe, Zeitschr. Forst- u. Jagdwesen XXVIII 1896]. 
3' Die Waldstreu. Berlin 1890, p. 29. 



118 



Erster Teil. 





Oberfst. Biensenthal 
Rohhumus unter der 


Lauenbrück 


Oberfst. 


Oberfst. 
Hohenbrück 


Oberfst. 
Apenrade 




Moosdecke eines 


in Hannover 


Glashütte 


gemischter 


Heidehumus 




Kiefernbestandes 


Kiefern- 


Buchen- 


Rohhumus 


(Heidetorf) 




(Mittel von drei 


humus 


rohhumus 


(Kiefer, Buche 


Plantage 




Analysen) 






u. Beerkräuter} 


Beftoft 


Kali 


0.470 


0.283 


0,404 


0,921 


0.781 


Natron 


0-134 


0,325 


0.160 


0.059 


0,890 


Kalk 

Magnesia 


1.619 
0.415 


2.130 
1,280 


1.306 
2,600 


3.090 
1.302 


2-393 
0.984 


Manganoxyduloxyd . 


0.252 


0.203 


0.213 


0.360 


0,036 


Eisenoxyd 

Thonerde 

Phosphorsäure . . . 
Reinasche 


2.0S6 
4.827 

1-3+5 
29.05 


3,280 

10.700 
2.140 
20.34 


1,150 
7,410 

2,'>.8o 

15-52 


3,565 
6.402 

2-558 
18.257 


4,879 
10,094 

1,696 
22,08 



Aus dem Gehalt an Mineralstoffen lässt sich daher weder die verschiedene 
Consistenz noch das verschiedenartige Verhalten der Rohhumusstoffe erklären. 
E.MMERLiNG und LoGos'), sowie TUXEN constatierten nach Ramann (a, a. O.) 
einen hohen Gehalt an Humussäuren im Buchentorf. Eine Eigentümlichkeit 
die vielleicht sehr stark auf den Boden zu wirken im Stande ist.*' 

Wie bereits er^vähnt, bildet sich zwischen der Bleisandschicht und dem 
darunter liegenden, noch nicht ausgelaugten Boden sehr häufig Ortstein, wenn 
der Bleisand eine bestimmte Dicke erreicht hat. Meist liegt der Bleisand in 
einer 2 bis 3 dm dicken Schicht unterhalb des Humustorfes, seltener ist er noch 
mächtiger. -RAMANN ^) giebt eine Reihe von Profilen über Bodenarten unter- 
halb der Heidevegetation, von denen hier einige erwähnt seien. 

Lüneburger Heide, Oberförsterei Eschede bei Unterlüss. 

Jagen 153. 

a) Heidehumus 12 cm, 

b) Bleisand, nach unten steinig, 18 cm, 

c) Ortstein, grandig, durch Humus verkitteter oberer diluvialer Grand, 
10 cm, 

d) unterer Diluvialsand. 

Jagen 166. 

a) Heidehumus 15 cm, 

b) Bleisand 20 cm, 

c) Ortstein 4—10 cm, 

d) lehmiger Sand, Reste des oberen Mergels, 40 cm 
el unterer Diluvialsand. ' 



i) Vereinsbl. Heide-Cultur-Ver. Schlesw.-Holst. 1886. p 63 82 

Jahrb'K^rpr''euTte T T^T" ^"^^^''^l^-g- - den Alluvial- und Diluvialsanden. 
jatirb. Kgl. prenß. geolog. Landesanst. für 1885. Berlin 1886, p. 1-37. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 119 

Schleswig, westlich von Flensburg. 

A. Heidesand. 

a) Humoser Sand, 

b) Bleisand (in den unteren Schichten schon zum Sand des Blachfeldes 
gehörig), 

c) Ortstein. 

B. Oberes Diluvium. 

d) Blachfeldsand, 



Die drei Formen gehen ganz allmäh- 
lich in einander über. 



- e) schwach lehmiger Sand, 

f) oberer Diluvialmergel (Lehm). 
C. Unteres Diluvium. 

g) Geschichteter unterer Diluvialsand, in 4 m Tiefe steht 
h) Brockenmergel an. 

Dieser letztere Aufschluss ist dadurch interessant, dass er alle über ein- 
ander folgenden Diluvialschichten unter einem typischen Heideboden berück- 
sichtigt. — Die gegebenen Beispiele werden genügen. Fast überall in der 
Heide findet man die typischen Schichten in der Nähe der Oberfläche unter 
einander. 

So wenig durchgreifende Unterschiede die chemische Analyse bei den ver- 
schiedenen Rohhumusschichten gezeigt hat, so verschieden ist der Gehalt der 
einzelnen Schichten des Heidebodens an pflanzlichen Nährstoffen resp. an 
Mineralstoffen überhaupt. Es liegen in verschiedenen Arbeiten zahlreiche Ana- 
lysen von Böden vor, es sei hier besonders auf die von Lalter und VV^\HN- 
SCHAFFE') hingewiesen. In dem angegebenen Werke finden sich sowohl 
mechanische wie chemische Analysen in großer Zahl. Für unsere Zwecke sind 
jedoch die Arbeiten von Ramann, der zahlreiche Analysen von Heideböden 
veröffentlicht hat, am besten zu verwenden, da die Untersuchungen meist zum 
Zwecke forstwissenschaftlicher Arbeiten vorg-enommen wurden. 



'fc>^ 



Lüneburger Heide bei OerreP). 
Ortsteinboden: Der Ortstein ist in der weicheren, leichter durchdringlichen 
Form als sogenannte »Branderde« ausgebildet. Er lagert auf feucht rotem, 
trocken mehr gelbem Sande, der in tieferen Lagen in den gewöhnlichen weißen 
Sand übergeht. 

Profil: 

45 cm stark humoser Sand 
15 — 20 - Bleisand, schwach violett gefärbt 
5 — 10 - Ortstein 

50 - rotbrauner, loser Sand 
? - weißer Sand. 



I' Untersuchungen des Bodens der Umgegend von Berlin. — Abh. geol. Specialkarte von 
Preußen III, H. 2, 1881, p. 283. 

2) Jahrb. Kgl. preuß. geol. Landesanst. f. 1885. Berlin 1S86. Vgl. auch S. 19. 



lOQ Erster Teil. 

Von loo Teilen Boden sind in Salzsäure löslich 



Humoser 

Sand 



Kall 

Natron 

Kalkerde .... 
Magnesia .... 
Manganoxyduloxyd 
Eisen oxyd .... 
Thonerde .... 
Phosphorsäiire . . 
Gliihverlust', . . 



0,0 1 80 
0.0137 
0.0164 
0,0197 
0.0074 
0,4100 
0.4216 
0,0356 
4,22 



Bleisand 



0.0135 
0.019S 

0,0104 

0.0035 
0,0032 
0,1942 
0.0736 
0.0104 
0,55 



0,9424 



0,3286 



Ortstein 
(Branderde; 



0.0169 
0.0141 
0.0236 
0.0137 
0.0056 
1.3876 
0,7168 
0.0710 
2,19 



Braunroter 
Sand 



0,0138 
0.0207 
0,0176 
0,0185 
0,0050 
0,8308 
0.7168 
0,0389 
1,41 



2,2493 



1,6621 



Weißer 
Sand 



0,0142 
0,0103 

0,0092 
0.0038 

0.0442 
0,1780 
0,0131 
0,22 



0.2728 



Der Eisenoxydg-ehalt ist hier im Ortstein ungewöhnlich hoch, in einigen 
Ortsteinproben sinkt er bis 0,15 Proc. und weniger. — Ein weiteres vorzüg- 
liches Beispiel, welches deshalb hier interessant ist, da auch die in Salzsäure 
nicht löslichen (also auch die den Pflanzen in absehbarer Zeit nicht zugänglichen) 
Stoffe Berücksichtigung gefunden haben, gibt Ramann') von einem Ortstein- 
boden der Oberförsterei Hohenbrück in Pommern. 

i) Bleisand (15 — 20 cm mächtig mit 1,05 Proc. organischer Stoffe): 



In Salzsäure 

löslich 

Proc. des Bodens 



Der Rückstand 
in Salzsäure unlös- 
lich, 



Gesamtboden 



Kali 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Manganoxyduloxyd 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Phosphorsäiire 

Ciesamtgehalt ausschließlich der 
Kieselsäure 



0,0076 
0,01 II 
0,0110 
0,0026 
0,0032 
0,0964 
0.0268 
0,0058 



0.618 
0,167 
0,060 
0.020 
0,060 
0,450 
1,650 
0,043 



0,626 
0,178 
0.071 
0,023 
0,063 
0,546 
1.677 
0.049 



0,1646 



2,068 



2,233 



i) Bezieht sich auf den ursprünglichen Boden. 
2; Die Waldstreu. Berlin 1863, p. 30. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 121 

2) Ortstein (5 — 8 cm mächtig, mit 7,28 Proc. organischer Stoffe) enthielt: 



In Salzsäure 



löslich 



unlöslich 



Gesamt- 
boden 



Kali 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Manganoxyduloxyd 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Phosphorsäure 

Mineralstoffe (ausschließlich der 
Kieselsäure 



0,01 7S 
0,0033 
0,0194 
0.0137 
0,0044 
0.1936 
1,5256 
0.2966 




0.772 

0.363 
o. "89 
0,042 
0,051 
0,884 

3-845 
0.338 



2,0744 



4,4" 



6,482 



3) Der unter dem Ortstein liegende gelbbraune Sand enthielt: 



In Salzsäure 
löslich unlöslich 



Gesamt- 
boden 



Kali 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Manganoxyduloxyd 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Phosphorsäure 

Mineralstoffe (ausschließlich der 
Kieselsäure 



0,0085 


1.103 


0.0213 


0,528 


0,0254 


0,225 


0,0401 


0.064 


0,0068 


0,026 


o.3m8 


0.760 


0.4000 


3.210 


0.0281 


0,043 



I,III 

0-549 
0,250 

0,104 

0-033 
H05 
3.610 
0.071 



0,895 



5,938 



6,833 



Diese letztere Analyse des Heidebodens von Hohenbrück ist für unsere 
Zwecke noch lehrreicher als die vorher angegebene von Oerrel, denn bei der 
ersteren haben wir nur die in Salzsäure löslichen Stoffe aufgeführt, während 
die letztere Analyse alle im Boden befindlichen Stoffe angiebt. Sie zeigt daher, 
dass der Bleisand nicht nur seinen Gehalt an löslichen Stoffen durch Auslaugiuig 
verloren hat , sondern dass auch die größte Mehrzahl der überhaupt Nährstoffe 
enthaltenden Gesteinsreste durch Verwitterung zersetzt ist und dass ihre Zer- 
setzungsproducte wieder durch Auslaugung fortgeführt sind. Es ist diese That- 
sache der vollständigen Verarmung gewisser Bodenschichten, die wir sowohl 
in Wäldern als auf (den meist aus solchen Wäldern hervorgegangenen) offenen 
Heiden beobachten, deshalb so außerordendich wichtig, weil sie geeignet 
erscheint, das in den meisten forsdichen Lehrbüchern sich wiederfindende 



122 



Erster Teil. 



Dogma von der stetigen Ergänzung der Nährstoffe durch Laubfall und 
neue Verwitterung im Boden zu zerstören. Die Erneuerung der Nährstoffe 
kann eben nur so lange erfolgen, als die Wegnahme durch Auslaugung und 
Abfuhr nicht die alljährliche Verwitterung und die durch den Laubfall zurück- 
gegebenen geringen Mengen von brauchbaren Mineralstoffen') überwiegt. 

Wie sich die ärmeren Böden, also die meist stark ausgelaugten, in ihrem 
Nährstoffgehalt zu den guten Bodenarten verhalten, zeigt in ausgezeichneter 
Weise folgende Übersicht ""] : 

loo Theile Boden enthalten: 



L-i 

S 

H 


Ertragsklasse 


Tiefe der Bo- 
denschichten 


Probe aus 
Zolltiefe 


Phosphor- 
säure, Ge- 
samtmenge 


Lösl 
Kalk 


ich in kochender Salzsäure 
Magnesia Kali Natron 


3 

£ 


Abschlemm- 
bare Teile 


I a 


I 


IZ 


4-8 


0.0622 


0,1602 


0,0406 


0,0339 


0,0114 


0,892 


„ 


b 




24 


20—26 


0,0407 


0,1298 


0,0336 


0,0613 


O.Ol 18 


— 


8,53 


c 




24 


58-64 


0,0536 


4.5092 


0,0670 


0,0360 


0.014g 


— 


1,73 


2 a 


II 


17 


12—18 


0.0562 


0.0842 


0.0709 


0,0284 


0,0042 


0,555 




b 




27 


39—45 


0,0409 


0,1219 


0,0719 


0,0568 


0,0072 




5,52 


c 




i6 


72 


0,0849 


0.3130 


0,0720 


0,1109 


0,0082 


— 


7,51 


3a 


II/III 


lO 


4-8 


0,0553 


0,0535 


0.0343 


0,0176 


0,0127 


1,401 




b 




8 


14—18 


0.0656 


0,0514 


0.0414 


0,0289 


0,0047 


— 


2,45 


c 




8 


24 — 28 


0,0258 


0,0468 


0.0439 


0,0331 


0,0006 


— 


1,38 


d 




34 


60 


0.0442 


0,1772 


0.1429 


0,1939 


0,0127 


— 


36.62 


4 a 


III 


19 


6 


0,0638 


0.1748 


0.1075 


0,0417 


0,0015 


1,825 




b 




26 


31—37 


0,03 1 1 


0.0589 


0,0714 


0,0402 


0.0025 




1,29 


c 




15 


46—52 


0,0206 


0,0618 


0,0604 


0,0344 


0.0053 


— 


0,67 


5a 


IV 


12 


1—8 


0,0383 


0,0276 


0,0375 


0,0216 


0,00 1 7 


I;524 




b 




12 


14—18 


0.0419 


0.0364 


0.0543 


0,0231 


0,0004 




1,01 


c 




24 


36—40 


0.0234 


0,0206 


0.0508 


0,0261 


0,0029 






d 




12 


60 


0,02 1 7 


0,0298 


0,0592 


0,0234 


0,0000 


— 


0.39 


6a 

1 


V 


8 


3-8 


0.0393 


0,0289 


0,0203 


0,0142 


0,0048 


1,429 


_ 


b 




14 


14—20 


0,0252 


0.0538 


0.0495 


0,0246 


0,0020 




1,46 


c 




38 


46-52 


0.0197 


0.0456 


0.0467 


0,0216 


0,0031 





0,87 



2 

4 

5 
6 



1 
II 

ii/ni 
ui 

IV 
V 



Dl 


jrchschnittsgehalt. 






0,0501 


1,8876 


0,0484 


0,0457 


0,0129 


0,0569 


0,1622 


0,0716 


0,0632 


0.0065 


0,0464 


0,1224 


0,0981 


0,1235 


0,0097 


0,0388 


0,0963 


0,0800 


0,0392 


0,0029 


0,0299 


0,0270 


0,0505 


0,0241 


0.0016 


0,0236 


0,0453 


0,0438 


0,0215 


0,003 1 



^) ^^l'" den Stickstoff, vgl. S. 66. Die Analysen des Laubes der Bäume sind deshalb 
hanfag irrtümlich angewandt, weil oft solche frischer (nicht abgeworfener) Blätter benutzt sind! 
2 Ans Ramann, Die Waldstren. Berlin 1890, p. 51. 



Drittes Capitel. Bie entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 123 

Ortsteinbildung. Was dann schließlich die Natur des Ortsteins und 
seine Entstehung betrifft, so wurde er in früheren Jahren und leider auch jetzt 
noch mitunter in ganz neuen botanischen Lehrbüchern mit dem Raseneisen- 
stein (Eisenoxydhydratausfällungen) verwechselt. Emeis') erkannte zuerst den 
Unterschied des Raseneisensteins vom Ortstein, er erkannte zuerst, dass 
Ortstein ein Humussandstein ist, entstanden durch die Verkittung der Sand- 
körner durch Humusverbindungen. P. E. MÜLLER^) und Ramann ^j sind 
unabhängig von einander zur Entdeckung der Entstehungsgeschichte des 
Ortsteins gekommen. Bei meinen Studien über die Norddeutsche Heide ^) 
war mir leider die Arbeit MÜLLER' s und das erst kurz vorher erschie- 
nene Werk Ramann's^) nicht zugänglich und daher schrieb ich die Ent- 
deckung der Entstehungf des Ortsteins dem letzteren allein zu und wurde 
dadurch zu meinem größten Bedauern die unschuldige Veranlassung zu einer 
mehrfachen Polemik gegen den verdienten Ra.\l\nn, der sogar des Pla- 
giats beschuldigt wurde. Ramann hat aber bereits 1893^) hervorgehoben, 
dass »die hier mitgeteilte Theorie der Ortsteinbildung in ihren Hauptzügen 
zuerst von Emeis angedeutet worden ist«, *die Bedeutung der Rohhumus- 
bedeckung erkannt zu haben ist das unbestrittene Verdienst MüLLER's«. Der 
Verfasser (also Ramann) kannte bei seinen eigenen Arbeiten über diesen 
Gegenstand nur die erste Abhandlung des letztgenannten Forschers »On Böge- 
muld og Bögemor«, in der die Ortsteinbildung nicht behandelt wurde, die 
deutschen Referate über die späteren Veröffentlichungen sagten ebenfalls über 
diesen Hauptgegenstand nichts (!). Verfasser ist daher vollständig selbständig 
und ohne Kenntnis von den MüLLER'schen Arbeiten zu haben zu fast gleich- 
artigen Schlüssen wie jener gekommen«. 

Die Entstehung des Ortsteins ist nun die folgende. Durch die Roh- 
humusbildungen auf der Erdoberfläche wird, wie wir bereits gesehen haben, 
die Auslaugung der oberen Bodenschichten befördert. Durch die Fortführung 
der löslichen Salze verliert der Boden seine Krümelstructur und die einzelnen 
Sandteilchen, die Bodenkörner werden in der für Heideböden charakteristischen 
Form fest zusammen gelagert^). Nun werden naturgemäß von jedem Regen- 
tropfen in der Rohhumusschicht Humusverbindungen gelöst und sickern in 
den Untergrund ein. Das Wasser führt dieselben nur so weit mit in die Tiefe, 
als es durch an löslichen Salzen arme Schichten hindurchsickert. Kommt es 
aber mit Bodenschichten in Berührung, die noch größere Mengen löslicher 
Mineralien enthalten, so nimmt es plötzlich deren einen Teil in sich auf und 



1) Waldbauliche Forschungen 

2) Die natürlichen Humusformen. Berlin 1887, p. 314- 

3) Ortstein und ähnliche Secundärbildungen in den Alluvial- und Diluvialsanden. — Jahrb. 

Kgl. preuß. geol. Landesanst. f. 18S5. Berlin (1886;, p. i— 57- 

--jt) Engler, Bot. Jahrb. XX (1895, p. 634. 

S; Forstliche Bodenkunde und Standortslehre. Berlin 1S93. 

6 Vgl. u. a. Ramann, a. a. O. p. 239, Fußnote ***}. 

7 a. a. O. p. 240. 



124 Erster Teil. 

die Folge ist die Ausfällung eines Teiles der mitgeführten Humusverbindungen. 
In größerer Menge ausgefällt, wie man es mitunter am Grunde frisch ausge- 
worfener Gräben in Heidegebieten beobachten kann, bei denen das humus- 
haltige Wasser auf dem nährstoffreicheren Grunde des Grabens zusammenfließt, 
stellen diese Humusverbindungen eine gallertige Masse dar, die die Eigen- 
tümlichkeit besitzt, dass sie, wenn sie einen gewissen Grad von Trockenheit 
erreicht (unter Sauerstoffaufnahme?), zu einer braunen Masse erhärtet und dann 
in Wasser unlöslich ist. Gelangen nun diese Humusverbindungen durch den 
armen Sandboden hindurch an die untere Grenze des nährstoffarmen Bleisan- 
des, so kommen sie an die eigentliche Verwitterungszone des darunterliegenden 
unveränderten Mineralbodens, welche am reichsten an allen löslichen Bestand- 
teilen ist (vergl. die Analysen S. 120 und S. 121). Mit der Aufnahme von Salzen 
aus dieser Zone fallen die Humusteile aus und verkitten den Sand zu einer 
(etwas trocken geworden in Wasser unauflöslichen) braunen oder rotbraunen 
Schicht. Natürlich geht diese Bildung nicht plötzlich vor sich, sondern erst 
nach und nach geschieht durch allmählich vermehrte Einlagerung von Humus- 
verbindungen die Festigung des Sandes. In jungen Stadien ist das Gebilde 
leicht zerreiblich und auch noch für Pflanzenwurzeln durchdringlich , es heißt 
dann »Branderde«. Im vorgeschrittenen Stadium bei seiner völligen Ausbilduno- 
ist der Ortstein indessen sehr hart, kann oft große Mächtigkeit erreichen und 
stellt dann den Pflanzenwurzeln ein unüberwindliches Hindernis in den Weg. 

Man könnte nun die Frage aufwerfen, warum dann der Ortstein sich nfcht 
direct an der Oberfläche unterhalb der Rohhumusschicht oder doch in nur 
wenigen Centimetern Tiefe bildet. Der Ortstein wird indessen vom Frost sehr 
leicht zerstört, wenn er durch Dampfpflüge auf die Oberfläche gebracht wird 
zerfriert er sehr rasch und zerfällt in ein braunes Pulver. Ist nun die Bleisand- 
schicht noch nicht so dick, dass größere Temperaturschwankungen bis zu ihrer 
unteren Grenze einzudringen vermögen, so kann es zu keiner Ortsteinbildung 
kommen Die jahri.ch abgelagerten Humusteile werden in jedem Winter wie- 
der zerstört. Es scheint mir indes nicht ganz sicher, ob der Boden thatsächlich 
stets bis zur unteren Grenze des Bleisandes gefrieren muss (meist ist es ja sicher 
der Fall), um die Ortsteinbildung zu verhindern. Mitunter habe ich den Ein- 

^ntrTT'"'c.f,f '"'^ ''''^' Abkühlung noch über o'^ besonders an im 
Winter feuchten Stellen Ortsteinbildung verhindern kann 

vor etLtT!r''''-^^'w'''''''^' ^^'""^ ^^^ Ortsteinbildung hin habe ich 
Z '3-^, " ""'" "^"-^"^^ ^"^^^^^"^> Örtstein oder eine ähnliche Bil- 
dung kunsthch zu erzeugen. Es wurde ein weites Glasrohr im unteren Teile 

ZZTZ IT c"'/ ^''""'' '^"" ^'"^ ^^^"^^ Schicht mit gewöhnlichem 

Lrkier ^TT .^-^^'^ darauf gethan, die Schicht an der Seite des Glases 
markiert und dann das übrige Glas mit gewaschenem Sande ausgefüllt. Das 

Von 1 r f""'^^ "'^ °^ ^^ ^^"^ ^"^ -^iß-- Sande erfüllt war. 

ser saurer fTI "" fortwährend Wasser, welches aus stark schwammig humo- 
den unten ^''^'^'S^^^^^'t war, hindurchgeleitet. Das Wasser tropfte durch 

den unten eingesetzten Fließpapierpfropfen ab. Ich hatte erwartet , dass das 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 125 

stark dunkel gefärbte Wasser sehr bald den oberen Sand ganz braun färben 
würde. Dies geschah aber nicht; nur die alleroberste Schicht war ganz schwarz 
und die Färbung verlor sich nach unten sehr schnell. Das Wasser sickerte 
in groiJer Menge ab, aber an der Salzschicht war keine Veränderung zu 
bemerken, keine Färbung ließ sich constatieren. Ich gab den Versuch als 
fehlgeschlagen nach einiger Zeit auf, ließ aber das Rohr stehen. Durch 
Unvorsichtigkeit eines Bediensteten wurde ein Stück aus dem Glas seitlich 
herausgeschlagen und ich legte das Rohr auf die Seite, um das Herausrieseln 
des doch nun allmählich austrocknenden Sandes auf den Tisch zu verhindern. 
Kaum aber begann die mit Salz versetzte Schicht zu trocknen, ließ sich eine 
ganz auffällige Braunfärbung derselben bemerken. Die Schicht hielt auch 
merklich fester zusammen als der übrige Sand. Es müssen also in Lösung 
völlig farblose Humusverbindungen sein, die die Ortsteinbildung veranlassen, 
und die erst durch den Luftzutritt ihre braune Färbung annehmen. — Unter- 
scheiden lassen sich Raseneisenstein und Ortstein sehr leicht dadurch, dass der 
letztere sich in einer Säurelösung (besonders Salzsäure) sofort vollständig auf- 
löst, der erstere aber nicht. 

Über das Vorkommen des Ortsteins ist schon beim Capitel über die Bil- 
dung der Heide aus Wald gesprochen werden. Meilenweit zieht er sich unter 
den Heideflächen in ununterbrochener Schicht dahin. In den Wäldern wirkt 
er in der beschriebenen Weise verwäistend. Ist er gebrochen und eine Scho- 
nung auf Ortsteinboden angelegt, bildet er sich oft in wenigen Jahren von 
neuem wieder. 

Einer häufigen Erscheinung in Ortsteinböden mag noch Erwähnung ge- 
than werden, da sie für die Physiognomie vieler unserer Heiden von Wichtig- 
keit ist. Es sind dies die Ortsteintöpfe. Dieselben entstehen auf folgende 
Weise: Haben sich bei der Ausbildung der Ortsteinschicht einige Löcher in 
derselben erhalten, die oft nur durch eine verfaulende Baumwurzel veranlasst 
w^urden, um die herum sich Ortstern gebildet hatte, so w^ird das von oben 
durch den Boden hindurchsickernde Regenwasser, welches nur schwer durch 
den festen Ortstein hindurchdringt, sich durch jene Löcher mit größerer Ge- 
schwindigkeit und in größerer Menge seinen Weg suchen. Die Folge davon 
ist, dass die unter den Löchern liegenden Bodenteile schneller ausgelaugt, ihrer 
Nährstoffe beraubt werden. Die fortschreitende Ortsteinbildung wird deshalb 
das Loch nicht schließen, sondern der neue Ortstein wird sich stets seitlich 
unterhalb des Loches ansetzen, so dass ein Trichter oder eine sich ganz all- 
mählich nach unten verjüngende Ortsteinröhre entsteht. Diese Gebilde nennt 
man Ortsteintöpfe; dieselben sind öfter über i m lang und fast nie unten ge- 
schlossen. Ist ein Waldbaum, etwa eine Kiefer, über einem solchen Ortstein- 
topfe gekeimt, so gelingt es mitunter einer Wurzel des auf dem armen Sand- 
boden verkümmernden Gewächses an einer feuchteren Stelle durch einen 
Ortsteintopf hindurchzuwachsen und die untere bessere Bodenschicht zu errei- 
chen. So lässt sich das Vorkommen vereinzelter kräftiger gedeihender Bäume 
(Kiefern und Wachholder} auf der offenen Heide erklären. 



12H Erster Teil. 

Ebenso eigentümlich wie die Bodenverhältnisse der trockenen Heide sind 
die der Heidemoore. Es ist auffällig, wie wenig verbreitet die Kenntnis von 
der physikalischen Verschiedenheit der Moorerde aus Wiesen- und aus Heide- 
mooren ist. Selbst in sonst sehr guten, weit verbreiteten Lehrbüchern über 
Bodenkunde finden sich die sonderbarsten Anschauungen über die Moorerde. 
Oft sind Wiesenerde, Rasenerde, Dammerde und noch einige ganz genau ge- 
schieden, aber Moorerde ist Moorerde und die Capitel darüber enthalten deshalb 
oft die merkwürdigsten Widersprüche. Denn thatsächlich giebt es kaum in 
ihren physikalischen Eigentümlichkeiten verschiedenere Humuserden, als die 
aus dem Wiesenmoor oder dem Heidemoor gewonnenen. Die Erde der Wiesen- 
moore ist meist sehr dunkel gefärbt und sehr bindig, daher verhältnismäßig 
stets sehr luftarm. Ist sie trocken, so ist sie leicht zerreiblich und zerfällt dann 
in ein staubiges Pulver oder sie trocknet ganz fest zu einer schwarzen, fast 
holzartigen Masse zusammen (Brenntorf), je nach dem Grade der Zersetzung 
und dem Gehalt an Resten größerer Pflanzen. Im nassen Zustande ist er sehr 
schmierig. Seine hauptsächliche Eigentümlichkeit, die ihn, abgesehen von der 
Luftarmut, für Culturen empfindlicherer Gewächse, besonders also für gärtne- 
rische Zwecke ganz unbrauchbar macht, ist das schlechte Wasserleitungsver- 
mögcn. Wenn eine Schicht solchen Wiesenmoorbodens der Wirkung des 
Windes und der Sonne unmittelbar ausgesetzt ist, so trocknet die Oberfläche, 
die sich leicht stark erwärmt, ziemlich schnell aus und der Wind treibt dem 
Wanderer dann oft größere Mengen des staubigen Moorbodens ins Gesicht. 
Wenn man nun aus dem trocknen Aussehen des dunklen Bodens auf eine all- 
gemeine Trockenheit des Moores schließen wollte, so wäre ein solcher Schluss 
durchaus irrig, denn sobald man mit der Hand in den Boden eindringt, kommt 
man, kaum einige Centimeter tief, auf den schmierigen feuchten Untergrund. 
Wenn in längeren Trockenperioden die Feuchtigkeit einer dickeren Schicht 
entzogen ist, so findet man nichts desto weniger bald unterhalb der trocknen 
Zone den nassen Boden, der fast mit Wasser gesättigt erscheint. 

Der Torf der Heidemoore verhält sich nun ganz anders. Meist erheblich 
heller gefärbt als der Wiesenmoortorf,, ist er sehr locker und lufthaltig. Trocken 
wird er mehr oder weniger filzig und bleibt auch im nassen Zustande faserig, 
lufthaltig und wird niemals schmierig. Er besitzt eine sehr stark wasserleitende, 
daher wasserausgleichende Kraft. Zumeist aus Sphagnumresten zusammen- 
gesetzt, behält er, solange die abgestorbenen Reste der Sphagnumblätter 
noch teilweise ihre Structur bewahren, einen Teil der den Sphagnumpflanzen 
eigentümlichen physikalischen Eigenschaften bei. Trocknet das Moor an einer 
Stelle, etwa an der Oberfläche, aus, so geben die in der Nähe der aus- 
trocknenden Stelle liegenden feuchteren Teile einen Teil ihres Wassers an die 
wasserärmeren Partien ab und gleichen somit die Feuchtigkeit stets bis zu 
einem bestimmten Grade aus. Man kann diese Eigentümlichkeit des Heide- 
moortorfes besser als in den Mooren selbst in den Gärtnereien resp. botani- 
schen Gärten beobachten, in denen solche Moorerde viel verwendet wird. 
Werden tiefere Beete oder Mistbeetkästen mit solcher Erde ausgefüllt, so zeigen 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 127 

sie in jedem Stadium der Feuchtigkeit einen annähernd gleichen Wassergehalt 
in den oberen, wie in den unteren Schichten, vielleicht die allerobersten, der 
Sonne direct ausgesetzten l^odenteilchen ausgeschlossen, während wir in mit 
VViesenmoorerde angelegten Beeten die zuerst beschriebenen Verhältnisse finden. 
Noch viel stärker fast zeigt sich der Unterschied in mit den beiden Bodenarten 
gefüllten Blumentöpfen. Diese Eigentümlichkeit des Sphagnumtorfes macht 
ihn für gärtnerische Culturen geradezu unentbehrlich und erklärt den hohen 
Preis der bei den Gärtnern als »Gamewalderde« berühmten Bodenart. In den 
Heidegebieten wird er stellenweise zu Torfballen verarbeitet, die, in Holzleisten 
verpackt, in weite Fernen gesandt werden. Seine stark saugende Fähigkeit 
bewahrt der Heidemoortorf ziemlich lange, in den Mooren findet man ihn oft 
in ziemlicher Tiefe unverändert vor. Im Gebrauche zu Culturen muss er erst 
längere Zeit den verwesenden und verfaulenden Wirkungen von Luft, 
Wasser und Regenwürmern ausgesetzt sein, ehe er auch anfängt, bindig und 
schmierig zu werden. Dann hat er selbstredend seinen Wert als Culturboden 
verloren. 



5. Die Abhängigkeit der Heide von den klimatischen Verhältnissen 

des norddeutschen Flachlandes, 

Bei der Besprechung der in eigentümlicher Weise übereinstimmenden Ver- 
breitung vieler Heidepflanzen resp. der die Heide meidenden Arten und der 
dementsprechenden Ausdehnung der Heidegebiete ist bereits darauf hingewiesen 
worden, dass nur klimatische Gründe diese bemerkenswerte Übereinstimmung 
hervorgerufen haben können. Es ist deshalb nötig, die wichtigsten meteoro- 
logischen Daten hier wiederzugeben, soweit sie für das Verständnis des Ganzen 
notwendig erscheinen. 

Bereits in meiner Arbeit in EnGLER's Jahrbüchern') habe ich einige Über- 
sichten über die klimatischen Verhältnisse des norddeutschen Flachlandes ge- 
geben. Ich habe schon damals darauf aufmerksam gemacht, dass es leider 
wenige für unsere Zwecke brauchbare Tabellen giebt und dass es eine äußerst 
zeitraubende Arbeit ist, die Daten für ein bestimmtes Gebiet zusammen zu 
suchen resp. aus den alljährlichen Aufzeichnungen heraus zu rechnen. Für 
einen Teil des norddeutschen Flachlandes liegt jetzt allerdings ein vortreffliches 
Werk vor. Es ist dies das Oder-Werk''), in dem ausgezeichnete meteoro- 
logische Tabellen sich finden^). Cassner ist meines Wissens der Erste, 
der die Errungenschaften der Meteorologie für landwirtschaftliche Dinge ver- 
wertete und namentlich die Abhängigkeit des Rübenbaues vom Klima 



1) XX (1895) P- 628 ff. 

2) Berlin 1896. 

3: Ich verdanke diese Tabellen der Güte des Herrn Dr. Cassner vom Kgl. meteorologischen 

Institut in Berlin. 



12S 



Erster Teil. 



darlegte^). Weit früher hat der Oberlandforstmeister K. Donner^) auf die 
Beziehungen zwischen Forst und Klima hingewiesen, es ist unzweifelhaft sein 
Verdienst, hier zuerst die Anregung in dieser Richtung gegeben zu haben. 
Die Tabellen aus diesem Werke habe ich vielfach benutzt. 



a. Die Regcnvcrhältjiisse. 
(Wenn nichts ausdrücklich bemerkt, ist stets Regen einschließlich Schnee gemeint.) 

Bei der Betrachtung der Regenverhältnisse im norddeutschen Flachlande 
macht sich nicht nur eine verschiedene Verteilung des jährlich fallenden 
Regens, also der jährlichen Regenhöhe bemerkbar, sondern die Verteilung 
der Regenfälle auf das Jahr ist eine durchaus verschiedene. Beide Thatsachen 
müssen naturgemäß auf die Ausbildung der Vegetation und auf die Auslaugung 
des Bodens in starkem Maße einwirken. Von der Verteilung der Niederschläge 
muss die ganze Heidebildung, besonders die Heidemoorbildung abhängen, wie 
aus der Entstehung dieser Vegetationsformationen hervorgeht. Im allgemeinen 
macht sich eine Zunahme der jährlichen Regenmenge von Südosten nach 
Nordwesten bemerkbar. Wie die östliche Flora an den großen Flussläufen nach 
Norden an die Ostsee vordringt, so schieben sich die Gebiete geringerer Nieder- 
schlagsmengen dementsprechend an das Meer vor. 

Die trockensten Orte befinden sich alle im Flussgebiete der Oder, und 
zwar giebt es dort zahlreiche Striche, deren durchschnittliche Regenhöhe nicht 
einmal 50 cm erreicht. Am wenigsten Regen fällt außer den unsicheren An- 
gaben von Penkun (39,2 cm) um Neuwelt an der oberen Netze, nämlich nur 
40,7 cm, danach bei Werben an der unteren Oder 41,5, bei Prenzlau 43 und 
bei Meseritz 43,7 cm. Weitere Orte unter 50 cm sind^^): 



Am Unterlauf der 
mittleren Oder 


cm 


An der Übra 


cm 


An der unteren 
Oder 


cm 


Wellmitz 

Reppen 

I.ebns 


46 
48 
49 


Kammthal .... 
Kowalewo .... 
Alt Widzim . . . 
Meseritz 


46 
46 

49 
44 


Küstrin 

Soldin 

Bärwalde .... 

Zäckerick 

Wriezen 

Bahn 

Werben 


49 
45 
49,6 

48 
49,6 


An der unteren 


cm 


44 


Netze 


An der unteren 
Warthe 


cm 


41 


Braciscewo .... 


47 






Landsberg a. W. . 


48 





I; Vgl. Litteratur p. 7. 

2) Die forstlichen Verhältnisse Preußens von O. v. Hagen. 3. Aufl., herausgegeben von 
K. Donner. IL Berlin 1894, p. 6—7. 

3) Oder-Werk, Meteorologische Tabellen p. 30, 31, Tab. IX Jahresmittel 185 1-1890. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 



129 



An der mittleren 
Warthe 

Pleschen 

Klenka 

Schrimni 

Posen 

Iwno 

Wierzebaum . . . 



cm 

49 
47 

48 

49,8 
49 

49,5 



An der oberen 
Netze 


cm 


Neuwelt 


41 


Schubin 


46 


Kl. Butzig .... 


49 


Wolfsbrach .... 


48 


Ratzebuhr .... 


48 


Schneidemühl . . . 


47 



Im Küstengebiet 


cm 


Prenzlau 


43 


Malchow 


48 


Pasewalk 


47 


Vorheide 


48 


Koserow .... 


48 



In dem ganzen Gebiete finden .sich nur wenige kleine Enclaven, deren 
Regenhöhe über 6 dm steigt, und zwar ist es die Umgebung der sogenannten 
Pommerschen Schweiz, Wusterwitz im Kreise Dramburg mit 61 cm'), während 
das nahe gelegene Dramburg selbst nur 56 cm aufweist, Tcmpelburg mit 
67 cm und Pammin mit 62 cm. Die zweite t^nclave liegt in der Provinz Posen 
im Plusssfebiete der mittleren Warthe und umfasst die Orte Ostrowo und 
VVygoda mit 63 cm und Tumidaj mit 60 cm Regenhöhe, aber auch dieser 
Bezirk ist sehr beschränkt, denn wie aus der oben angeführten Tabelle her- 
vorgeht, sinkt bereits in der Nähe dieser Orte, so in Pleschen, Klenka und 
Schrimm, die Regenhöhe unter 50 cm. Dann sind einige vereinzelte Orte mit 
mehr als 6 dm Regen jährlich, nämlich Schönlanke in Posen mit 62 cm und 
Paprotsch an der Obraniederung in der Gegend von Neutomischel mit 66 
(1891—93 nur 64) cm. Der Grund der verhältnismäßig hohen Niederschlags- 
mengen ist wohl, wenigstens am Pommerschen Höhenrücken, durch vereinzelte 
Erhebungen zu erklären, die die constanten Winde zum Aufsteigen und da- 
durch zur plötzlicheren Abgabe des mitgeführten Wassers veranlassen. 

Alle übrigen Orte des östlichen continentalen Gebietes halten sich zwischen 
50 und 60 cm. In der Nähe der Ostseeküste steigt dann die Regenhöhe con- 
stant mit Ausnahme der Orte in der Nähe der Mündungen der Oder und 
Weichsel. In der oben mitgeteilten Tabelle der Orte mit unter 5 dm Nieder- 
schlag sind bereits einige Orte in der Nähe der Odermündung mitgeteilt, die 
übrigen bewegen sich, wie die Mehrzahl der binnenländischen, zwischen 50 und 
60 cm. So besitzt Danzig 54 cm, Stettin 52 cm; über die übrigen Orte in der 
Nähe der Oder, deren Regenhöhe zwischen 43 und 57 cm schwankt, vgl. das 
Oderwerk^). Nach Osten und Westen ist bald eine Zunahme zu constatieren, 
so bilden Triebsees mit 59,8, Dargun mit 57 cm auf der einen Seite, Kammin 
mit 55 und Pribbernow mit 58 cm auf der andern Seite den Übergang zu den 
charakteristischen Niederschlagsverhältnissen der Orte in der Nähe der See. 
Hier steigt der Durchschnitt wieder erheblich über 60 cm. Es haben 



1) Bruchteile über 5 sind nach oben abgerundet. 

2) Meteorologische Tabellen p. 3', ^^t). IX. 



Graebner, Die Heide. 



130 



Erster Teil. 



Tilsit \i 

Königsberg i. l'r. . 
Lauenburg i. Pomm. 

Köslin 

(Kolberg 

Regenwalde . . . 
Segeberg .... 
Kiel 



cm 



64 

64 
62 
66 

58?) 

63 

70 

67 



Die letzteren beiden Orte liegen bereits im eigentlichen nordwestlichen 
Heidegebiete. 

Nach der Lausitz zu nimmt die Regenhöhe entsprechend der Verbreitung 
der Heide wieder beträchtlich zu. Die Niederschlagsmenge beträgt in Dahme 
bereits ca. 57 cm, steigt dann nach dem Heidegebiete mehr und mehr. 





cm 


Lauban 


78 


Sagan 


61 


Kohlfurt 


73 


Sorau 


61 



cm 



Schönberg 
Görlitz. . 
Rothenburg 
Priebus . 
Muskaii . 



71 

66 

63 
64 

65 



Von dem zum Spreegebiete gehörigen Teile der Lausitz liegen mir leider 
keine Durchschnittszahlen längerer Beobachtungsreihen vor, aber die Zahlen 
der in den Ergebnissen der Beobachtungen") verglichenen Zahlen stimmen 
mit denen der vorgenannten Orte im wesentlichen überein. Das Heidegebiet 
der Lausitz ist dann durch einen breiten, etwa der Elbe folgenden Streifen 
eines teilweise unter 50 cm , teilweise über 50 cm Regenhöhe aufweisenden 
Gebietes von dem des Nordwestens getrennt. Der regenarme Streifen hängt 
mit dem über den größten Teil der Mark Brandenburg verbreiteten regen- 
armen Gebiete zusammen, welches klimatisch wieder sich unmittelbar an" das 
östliche Binnenland anschließt. Im größten Teile der Provinz Brandenburg 
hält sich die Regenhöhe zwischen 50 und 55 cm, Frankfurt a. O. besitzt 52 cm, 
Berlin 58, Prenzlau dagegen, wie bemerkt, 45 cm, Lübbenau 50 cm. 

Westlich der Elbe und nördlich gegen Schleswig-Holstein nimmt dann 
die Regenmenge wieder ganz erheblich zu. Salzwedel mit 57 und Lüneburg 
bis 60 cm 3) sind hier die regenärmsten Gebiete wieder dem großen Flusse 



I) Tilsit liegt etwa an der Südgrenze einer gerade noch das deutsche Gebiet berührenden, 
tief nach Rassland eindringenden Zone mit hohen Niederschlägen maritimem Klima, welche auch 
durch nordische atlantische Pflanzen ausgezeichnet ist. 

2 Herausgegeben von von Bezold. 

3 Hannover, bereits am festen Gestein liegend, mit 59 cm kommt nicht in Betracht. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. IHl 

der Elbe folgend, in der Priegnitz fällt bereits meist schon über 6 dm Regen. 
Von Kiel und Segeberg ist bereits erwähnt, dass sie 67 und 70 ein Nieder- 
schläge besitzen, weiter folgen dann 



westlich der Elbe cm östlich der Elbe cm 



Otterndorf . . . .71 Altona 65 

Wilhelmshaven . . 65 Neumiinster .... 70 

Emden 74 Husum 74 

I Flensburg .... 70 

Apenrade 67 

Clramm 69 

I 

In den Emsländern fallen ebenfalls, wenigstens in den Hauptheidestrichen 
westlich der Ems 70 bis 80 cm Regen, in einigen Strichen steigt dort die 
Niederschlagshöhe bis über 8 dm. In der Lüneburger Heide zeigt der Regen- 
messer alljährlich etwa gegen 7 dm, nur im Norden gegen die Nordsee und 
in der Mitte dieses Heidestriches steigt die Niederschlagshöhe über 80 cm^}. 

Die Zahl der Niederschlagstage 
ist natürlich in den verschiedenen Gebieten des norddeutschen Flachlandes 
entsprechend verschieden, in den regenarmen Teilen fällt durchschnittlich an 
zwischen 130 und 150 Tagen Regen, während es in der Mehrzahl der Orte 
im Heidegebiete an über 170 Tagen regnet. Diese Steigerung mit der Regen- 
höhe findet indes keineswegs überall statt, es machen in vielen Fällen häufiger 
eintretende Niederschläge von noch nicht 0,2 mm Höhe das Bild unklar. 
Solche Regenfälle können kaum als solche gelten. Als Beispiel seien Stettin 
und Görlitz genannt, von denen Stettin, wie bemerkt, eine Niederschlagshöhe 
von 51 cm, Görlitz eine solche von 66 cm besitzt. In einem Zeiträume 
von 43 Jahren") wurden in Stettin 1097, in Görlitz aber nur 606 Tage mit 
Niederschlägen nicht über 0,2 mm beobachtet, Niederschläge von 0,3 bis 
1,0 mm fielen in demselben Zeiträume in Stettin 1991, in Görlitz nur 1757, 
erst die Zahl der Niederschlagstage mit 1,1 bis 5,0 sind bei beiden annähernd 
gleich mit gegen 3000 Tagen. Bei größeren Niederschlagsmengen überwiegt 
dann Görlitz natürlich erheblich, 5,1 bis 10,0 mm 1064 {gegen. Stettin mit nur 
794), 10,1 bis 15,0 mm 377 Tage (gegen Stettin mit nur 250 Tagen), 15,1 bis 
20,0 mm 171 Tage (gegen Stettin mit nur 108 Tagen) und so fort. Diese ver- 
schiedene Verteilung der Regenfälle muss natürlich sehr erheblich auf die 
Vegetation wirken, denn wenn man berechnet, dass in dem schon viel regen- 
ärmeren Stettin die Zahl der Niederschläge bis zu i mm, die der allergrößten 



1) Vgl. W. V. Bezold, Ergebnisse der Beobachtungen an den Stationen IL und III. Ord- 
nung. Berlin. 

2] Oderwerk. Berlin 1896. Meteorologische Tabellen p. 34- Tab. XI. 



132 



Erster Teil. 



Mehrzahl iiach verdunsten, ohne in den Boden einzudringen, in 43 Jahren über 
3000 beträgt und man den Niederschlag" im Durchschnitt mit 0,5 mm annimmt, 
so gehen noch etwa 4 cm Regen jährlich verloren. 

Die Übersicht über die Zahl der Niederschlagstage, die von der Haupt- 
station des forstlichen Versuchswesens berechnet sind^), stimmt mit den im 
Oderwerk angegebenen nicht ganz überein, da in letzterem Werke die Tage 
mit bis 0,2 mm Regenhöhe als zu große Fehlerquellen nicht mit gerechnet 
sind. Nach »Die forstlichen Verhältnisse Preußens« sind Tage mit Nieder- 
schlag beobachtet worden: 

(Die mit * versehenen vergleiche unten nach den Angaben des Oderwerkes. 1 



Stationen 



Zahl der Tage 
mit Niederschlag 



Stationen 



Zahl der Tage 
mit Niederschlag 



Tilsit 

Klaus sen 

Königsberg i. Fr. 

Danzig 

Bromberg 

*Posen 

Breslau 

Laaenburg i. Pomm. 

Cöslin 

Regenwalde . . . . 

♦Stettin 

♦Frankfurt a. Ü. . , 

Berlin 

*Prenzlau .... 
*Lübbenow . . . 



156 
171 

167 
161 

154 
149 

164 
»54 

145 

143 
148 

»33 

•45 



Dahme . . . . 
♦Görlitz . . . , 

Kiel 

Segeberg . . , 
Neumünster . 
Apenrade . . 
Husum . . . 
Gramm . . . 
Flensburg . . 
Altona . . . 
Lüneburg . . 
Salzwedel . , 
Ottemdorf 
Wilhelmshaven 
Emden ... 



145 
173 
173 

173 

169 
162 

147 
130 

151 

152 
165 
165 
161 
170 
174 



Das Üderwerk giebt") dagegen an für Görlitz 150, Frankfurt a. O. 141, 
Posen 137, Stettin 145, Prenzlau 123 (?) und Lübbenow 142 Tage. 

Die Verteilung der Niederschläge auf das Jahr 
spielt sicher eine sehr große Rolle bei der Ausbildung der Vegetationsforma- 
tionen, es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Entwickelung der 
Keimlinge vieler Pflanzen durch Niederschläge oder Trockenperioden zur un- 
rechten Zeit stark gefährdet wird, dass dagegen ältere Pflanzen, an die be- 
trefl-ende Stelle gebracht, normal gedeihen. Die größere Regenhöhe in den 
Heidegebieten verteilt sich zum größten Teile auf diejenigen Monate, in denen 
m den ösdichen Gebieten größere Trockenperioden zu constatieren sind, 
besonders die Frühsommerdürre der östlichen Landstriche scheint den Heide- 



I. K. Dosner, Die forstlichen Verhältnisse Preußens von O. v. Hagen, -i Aufl 
1893. II, p. 7. ■ ^ 

2) Meteorologische Tabellen p. 35. Tab. XII. 



Berlin 



Drittes Capitel. Die entvvickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 



i;j3 



gebieten zu fehlen. Leider sind mir nur die Tabellen des Oderwerkes, die 
fast nur Stationen des Flussgebietes der Oder umfassen, zugänglich. Von den 
übrigen Flussgebieten existieren solche Zusammenstellungen meines Wissens 
zur Zeit noch nicht und ich bin deshalb genötigt gewesen, die Resultate des 
Oderwerkes mit den Aufzeichnungen in einzelnen Jahren zu vergleichen. 
Ich glaube mit Sicherheit constatiert zu haben, dass die für die Heide- 
gebiete des Oderstromgebietes zutreffenden Eigentümlichkeiten in der Regen- 
verteilung im Jahre im wesentlichen wenigstens auch auf die Heidegebiete 
des Nordwestens zutreffen. Allerdings scheint mir, dass die größten Feuchtig- 
keitsperioden des Frühlings und Herbstes etwas früher eintreten, als im 
Lausitzer Heidegebiete. Vergleicht man z. B. die Frühjahrsniederschläge der 
Ebene von Görlitz mit denen anderer Orte im nordostdeutschen Flachlande, 
so tritt der Unterschied sehr klar hervor. Das Normalmittel (185 1 bis 1890J 



beträgt: 



Niederschlas: in nim^l 



Stationen 


März 


April 


Mai 


Görlitz 


44 


46 


62 


Breslau 


33 


36 


56 


Frankfurt a. O 


35 


34 


47 


Posen 


30 


34 


42 


Stettin 


31 


32 


44 


Berlin 


44 


37 


48 


Konitz 


36 


33 


48 



Stationen 




Mai 



Grünberg . . . 
Landäberg a. W. 
Eberswalde . . 
Pammin .... 
Prenzlau. . . . 
Liibbenow . . . 
Hinrichshagen . 



35 
35 
30 
40 
28 
28 

31 



41 

35 

36 
42 

26 

32 
29 



50 
46 

42 
48 
40 
40 
40 



In ganz ähnlicher Weise findet eine Verschiebung der Niederschläge in 
den nordwestlichen Gebieten statt. Die Erhöhung in einem kurzen Zeitraum, 
hier einem Vierteljahr, ist viel höher, als dass sie et^va dem betreffenden Bruch- 
teil entspräche, welcher bei einer Regenhöhe von 66 cm für Görlitz gegen die 
der anderen Orte vierteljährlich mehr fallen müsste. So fallen von den 16 cm, 
die in Görlitz alljährlich mehr zur Erde kommen als in Posen (mit 50 cm), in 
den drei Frühjahrsmonaten allein 5 cm, welches also bei gleichmäßiger Ver- 
teilung auf das Jahr 20 cm entsprechen würde. Bei anderen Orten ist das Ver- 
hältnis noch ausgeprägter. 

Bei der allgemein ausgeprägten Tendenz der Heidegebiete mit atlantischen 
Klimaten nach einer allgemeinen Ausgleichung sowohl der Temperaturen als 
auch der Niederschläge ist es denn auch nicht zu verwundern, wenn im Sommer, 
in dem besonders im Juli und August sich hohe Maxima der Niederschläge 
bemerkbar machen, ein Rückschlag in den Niederschlägen der Heidegebiete 
eintritt, trotzdem sie selbst in jenen Zeiten ein Maximum aufweisen. Dem- 
entsprechend ist das Sommermaximum natürlich verhältnismäßig gering (in 



II Oderwerk. Berlin 1896. Meteorologische Tabellen p. 29, Tab. Villa. 



184 Erster Teil. 

Procenten der Jahressummen ausgedrückt). Das Winterminimum ist nun wieder 
verhältnismäßig hoch, sodass also die allgemeinen Schwankungen in den Regen- 
höhen der einzelnen Monate und Jahreszeiten in den Heidegebieten lange nicht 
so erheblich sind als in den Gebieten trockener Klimata. Ein allgemeiner 
Ausgleich, der bei den Temperaturen noch schärfer hervortritt. 



b. Die Luftfeuchtigkeit. 

Die Verteilung der Luftfeuchtigkeit über das Gebiet ist in den verschie- 
denen Teilen und in den einzelnen Jahreszeiten recht verschieden. In der 
Nähe der Küsten ist natürlich infolge der dort oft herrschenden Seenebel und 
überhaupt durch die ständig verdunstende Wassermasse die Luftfeuchtigkeit 
verhältnismäßig hoch, indessen ist sie keineswegs überall höher als im Binnen- 
lande. Stettin zeigt z. B. in manchen Monaten, besonders wieder Mai und 
Juni, eine geringere relative Luftfeuchtigkeit, nämlich 67 und 68 Proc, als 
Görlitz, wo sie auch in diesen Monaten im Durchschnitt nicht unter 69 Proc. 
sinkt^). Diese charakteristische Eigentümlichkeit, die sich hier in der Um- 
gehung von Görlitz, als dem Lausitzer Heidegebiet angehörig, bemerkbar 
macht, ist in viel ausgeprägterem Maße in den Heidegebieten des Nordwestens 
zu constatieren. Ein Vergleich einer Reihe von Tabellen in den von VON 
Bezold alljährlich herausgegebenen Beobachtungen an meteorologischen 
Stationen zeigt sehr deutlich, wie besonders in den trockenen Sommer- 
monaten ein viel höherer Grad relativer Luftfeuchtigkeit in den großen nord- 
westlichen Heidegebieten herrscht als im östlicheren Binnenlande. Selbst an 
den an den Küsten gelegenen Orten des Westens und Ostens macht sich in 
dieser Beziehung ein großer Unterschied bemerkbar. So hat Hambur«- im 
Durchschnitt des Jahres eine relative Luftfeuchtigkeit von 78 Proc. Könio-s- 
berg in Ostpreußen aber nur 72 Proc. Die absolute Feuchtigkeit ist in 
Wirklichkeit in Königsberg noch geringer im Verhältnis zu der von Hamburg, 

da die Winterkälte in Königsberg unverhältnismäßig stärker ist ( 31° 

durchschnittliches Minimum), also gerade in den Zeiten stärkster Sättigung 
(also höchster relativer Feuchtigkeit) die Luft durch die Kälte wenig aufnahme- 
fähig ist. 

Die Abweichung in der relativen Feuchtigkeit ist ein für das Gedeihen 
der Heidepflanzen sehr wesentlicher Factor. Es ist durch die Cultur der 
meisten Ericaceen bekannt^ dass sie zum normalen Gedeihen einer feuchten 
Luft bedürfen, dass trockene Klimate stets ein mangelhaftes Wachstum, einen 
sparrigen Wuchs bedingen. Die Eigentümlichkeit des feuchten holländischen 
Klimas z. B. ist der Gmnd, weshalb die in den dortigen Gärtnereien culti- 
vierten, in ganz Mitteleuropa bewunderten Ericaceen einen so tadellos dichten 
buschigen Wuchs zeigen, den sie sehr bald, wenn sie in die trockneren öst- 
lichen Klimate verpflanzt werden, verlieren. In ähnlicher Weise, wie die 

I) Oderwerk, Berlin 1893. Meteorologische Tabellen p. 40, Tab. XIX. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 135 

holländischen cultivierten Ericaceen zu denen im östlichen Mitteleuropa, 
zeigen die einzelnen Callunapflanzen der Lüneburger Heide eine viel dichtere 
buschigere Tracht als die des östlichen Binnenlandes. Wie bereits bemerkt, 
flüchtet sich Calluna im Osten meist in die feuchtere Luft der Wälder und, 
wie mir Herr Prof. Spkibille mitteilte, gelingt es in Inovvrazlaw nicht mehr, 
Calluna unter freiem Himmel zu cultivieren, da stets in der Sonnenhitze des 
Sommers trotz genügend feuchten Bodens die Blätter und Stengel mehr oder 
weniger stark verdorren. Gerade in der Zeit des Hauptwachstums geht dieses 
Eintrocknen vor sich. 

Die Winter- und Frühlingsmonate gehören in den östlichen Teilen wegen 
der herrschenden Nordost- und Ostwinde und der zunehmenden Temperatur 
bei abnehmender Bewölkung und Niederschlagsmenge zu den trockensten 
Monaten; eine gewiss für das Vorkommen vieler Pflanzen, besonders ein- 
jähriger, einjährig-überwinternder und frühjahrsblühender Arten, sehr \\ichtige 
klimatische Eigentümlichkeit. Während z. B. in Breslau in jedem Monate 
nicht unter 8 Proc. der Winde aus S.O. wehen, bis Mai nicht unter 13 Proc, 
hat Görlitz höchstens (den April) 9 Proc. S.O. -Winde zu verzeichnen. Dafür 
herrschen in Görlitz neben S.W.- und W.-Winden in dieser Jahreszeit zuerst 
S.- und dann N.W.-Winde vor. In der nordw-estdeutschen Ebene überwiegen 
die N.W.-Winde bei weitem. Ein absolutes Maximum der Bewölkung und 
Luftfeuchtigkeit treffen wir in der nordwestdeutschen Ebene in den Winter- 
monaten. Durch die Winde mit vorherrschend westlicher Herkunft erhält das 
ganze Gebiet, abnehmend nach S.O., ein atlantisch-oceanisches Klima. Durch 
die Wolken- und Nebelbildung wird besonders die winterliche Kältestrahlung 
in den unbedeckten Himmel um ein bedeutendes herabgesetzt. Der Winter 
W'ird warm, feucht und windig. 

Der höhere Grad der Bewölkung in den westlichen Gebieten geht auch 
aus der Zahl der Sommertage heivor, die in den westlichen Landesstrichen 
sehr erheblich hinter denen des östlichen Binnenlandes zurückbleiben. Ver- 
gleicht man in den Ergebnissen der Beobachtungen an den Stationen II. und 
III. Ordnung mehrerer Jahre bei den Angaben über die einzelnen Tage die- 
jenigen Tage miteinander, an denen eine volle Bewölkung (10) beobachtet ist, 
so lässt sich ebenso wie bei den Monats- und Jahresübersichten der Stationen 
II. Ordnung eine erhebliche Zunahme der Bewölkungszifiern nach dem Nord- 
westen constatieren, sehr deutlich auch in den Frühsommermonaten. Tage 
mit ganz niedriger Bewölkungszifier (o oder i) sind im Osten viel häufiger als 
im Westen. 

Hand in Hand mit der Luftfeuchtigkeit (und Nebelgehalt) geht auch die ver- 
schieden große Durchsichtigkeit der Luft und die damit zusammenhängende 
Intensität der Bodenerwärmung. Leider fehlen hierüber bisher genaue Ermitte- 
lungen. In Halle ist die Durchsichtigkeit größer als in Berlin, wo an einem 
heiteren Apriltage ^/g des Lichtes vernichtet wurden, viermal so viel als auf 
freiem Lande bei senkrechter Durchstrahlung;. Fast in der ganzen Mark 



236 Erster Teil. 

Brandenburg erscheint, jedenfalls wegen des großen Staubgehaltes, die Luft 
weniger durchsichtig. Da nun besonders die kurzwelligen ^blauen, violetten, 
ultravioletten), also die am meisten chemisch wirksamen Strahlen durch eine 
dunstige Atmosphäre absorbiert werden, so ist auch durch einen verschieden- 
artigen Schwächungsindex der Luft eine Einwirkung auf die Ausbildung der 
Vegetation zu erwarten. Von dem auf die Erde gelangenden Licht wird nur 
etwa '/,o — '/„ zurückgeworfen. 



c. Die Vcrduiistungshöhc'-]. 

Ein leider sehr vernachlässigtes, aber für die Pflanzenverbreitung wohl un- 
gemein wichtiges Agens ist die den verschiedenen Landstrichen eigentümliche 
Menge des jährlich verdunstenden Wassers. Es liegen kaum einige langjährige 
einwandfreie Beobachtungen in dieser Beziehung vor, aber schon diese lassen 
erkennen, dass die Verdunstungsmenge in den einzelnen Gebieten ganz un- 
gemein verschieden ist; so verdunstet in Ostfriesland durchschnittlich eine 
Wasserschicht von 78,5 cm Höhe, in Guhrau nur eine solche von 43 cm, in 
Breslau von 40 cm, in Petersburg von 30 cm. Noch höher wie in Ostfriesland 
ist die verdunstete Schicht in Holland, in Kruisdorp 87 cm, in Utrecht 81,1 cm. 
Es ist sehr auffällig, dass gerade in den Gegenden sich die stärkste Verdunstung 
zeigt, wo die jährliche Niederschlagsmenge und die Luftfeuchtigkeit auch am 
srrößten sind. Man wird diese Thatsache wohl nur so erklären können, dass 
im nordwestlichen Gebiet durch die größere Häufigkeit der Winde ein fort- 
währender Verbrauch der verdunsteten Wassermasse durch Entführung in 
andere Gebiete oder durch Verdichtung zu Wolken stattfindet. Dass gerade 
die Verdunstungshöhe ein wichtiger Factor für die Ausbildung der Vegetation 
sein wird, liegt auf der Hand, da ja stärkere Verdunstung eine lebhaftere 
Veeetation bcdinsrt. 



't->' 



d. Die Temperatur. 

Die Temperatur ist naturgemäß von den vorher besprochenen P'actoren in 
hohem Maße abhängig. Zwar zeigen sich, wenn man die Durchschnittszahlen 
für das ganze Jahr nimmt, kaum nennenswerte Abweichungen, wenigstens nicht 
solche, die die Behauptung eines großen Einflusses der Temperatur auf die ver- 
schiedenartige Ausbildung der Vegetation im norddeutschen Flachlande recht- 
fertigen könnte. So hat Bromberg beispielsweise 7,5° durchschnittliche Jahres- 
temperatur und Emden eine solche von 8,5°, im Gegenteil, die ostpreußischen 
Orte an der Küste zeigen im Jahresdurchschnitt eine viel größere Abweichung, 
trotzdem thatsächlich ihr Klima weniger von dem der westlichen Orte abweicht 
als das von Bromberg. Memel hat eine Jahresmitteltemperatur von 6,6", Tilsit 
von 6,4°, Königsberg von 6,7°. 



1; Vgl. Engler, Bot. Jahrb. XX (1895; p. 631—632. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. KJ7 

Vergleicht man indes den Gang der Temperatur im Jahre, so stellen sich 
so erhebliche Differenzen zwischen dem Osten und Westen heraus, dass sie 
wohl geeignet erscheinen müssen, einen erheblichen Einfluss auf die Vegetation 
auszuüben. Die Tabellen über die Häufigkeit der Erwärmungen und Erkaltungen 
im Betrage von mehr als 5° und mehr als 10'' zeigen schon, wie die Orte in 
der Nähe der Meere eine viel gleichmäßigere Temperatur besitzen als die des 
Binnenlandes. Leider liegen von Orten an der Nordseeküste keine langjährigen 
Reihen vor, aber die Thatsache, dass z. B. der Unterschied zwischen Sommer 
und Winter in Stettin noch 17,10° beträgt, während in Emden die Differenz 
nur 15,24° ist, lässt neben den zu vergleichenden vorhandenen Aufzeichnungen 
mit Sicherheit darauf schließen, dass die Schwankungen im Westen eine 
noch viel geringere Höhe erreichen als in Stettin. In Ratibor') lassen sich 
18,0 Tage im Durchschnitt jährlich constatieren , an denen das Thermometer 
um mehr als 5° schwankt, und zwar 7,0 Tage mit plötzlicher Erhöhung, 11,0 
Tage rnit Abkühlung. Für Breslau ergeben sich 17,4 Tage jährlich, und zwar 
6,6 mit positiver und 10,8 mit negativer Schwankung. Ganz erheblich weichen 
nun schon die für Stettin berechneten Werte ab, in Stettin giebt es nur 8,7 Tage 
jährlich mit Schwankungen über 5°, und zwar 3,5 im positiven und 5,2 im 
negativen Sinne. In Stettin sind also noch nicht die Hälfte Tage mit größeren 
Temperaturschwankungen vorhanden als in Breslau und Ratibor. Noch größer 
wird die Differenz, wenn man Tage mit Schwankungen über 10° vergleicht, 
denn während in Ratibor von 1851 — 1890 31 (positiv 14 und negativ 16) und 
in Breslau 26 (positiv 12 und negativ 16) solcher Tage beobachtet wurden, 
hatte Stettin im ganzen nur 8 Tage (positiv 4, negativ 4). Hierdurch prägt 
sich sehr stark das continentalere Klima der beiden ersten Orte gegenüber 
Stettin aus. W'enn nun Stettin, wie bereits erwähnt, durchschnittlich 17,10° 
zwischen der mittleren Sommer- und Wintertemperatur aufweist, so kann man 
ein Bild von der Zunahme der Schwankungen erhalten, wenn man beobachtet, 
dass Bromberg 19,45° und Posen gar 19,60° mittlere Differenz zwischen Sommer 
und Winter hat. Folgende Tabelle") mag einen Überblick geben über die 
mittleren Schwankungen der Temperatur in den einzelnen Jahreszeiten: 



1) Oderwerk. Berlin 1896. Meteorologische Tabellen p. 21, Tab. IV a. 

2j Entnommen resp. berechnet aus Ppestei., Der Boden, das Klima und die Witterung von 
Ostfriesland etc. Emden (1872;. — Donner in: Hagen, Die forstlichen \ erhältnisse Preußens. 
3 Autl. (1894; 6, Tab. 4a. und Oderwerk. Berlin (i8g6. Meteorologische Tabellen p. 19, 
Tab. I. 



138 



Erster Teil. 



Winter 'j Frühling Sommer 



Herbst 



Unterschied 

zwischen 

Sommer und 

Winter 



Norderney 

Emden 

Jever 

Lingen 

(Oldenburg 

Löningcn 

l'remen 

Hannover 

Otterndorf 

Lüneburg 

Altena 

Westerland (Sylt) 

Meldorf 

Kiel 

Berlin 

Frankfurt a. O 

Landsberg a. W 

Putbus 

Demmin 

Swinemiinde 

Stettin 

Xeustettin 

Posen 

Bromberg 

Ostrowo 

Franstadt 

Görlitz 

Breslau 

Katibor 

Konitz 

Danzig 

Marienwerder 

Königsberg 

Klaußen 

Tilsit 

Memel 

Diese Tabelle lässt sehr die Zunahme der VVinterkälte und Sommerhitze 
nach Osten, besonders dem Binnenlande, und die damit zusammenhängende 
Vergrößerung der Temperaturdifferenzen zwischen den extremen Jahreszeiten 
erkennen. Es kann gewiss für eine Pflanze nicht gleichgültig sein, ob sie im 
VVmter eme durchschnittliche Temperatur von mehr als i° über Null oder eine 
solche von fast 4° unter Null zu ertragen hat. Nicht als ob durch die 4^^ Kälte 



+ 1.3 


+ 6.5 


+ 15.7 


+ 9,7 


"4,3 


+ I.I 


+ 7.6 


1 +16.3 


+ 9.5 


»5,2 


+ 1,1 


+ 6.9 


+ 16,6 


+ 9.4 


15,5 


+ 0.9 


+ 7.0 


+ 16,7 


+ 8.3 


15,8 


+ 0.8 


+ 6.7 


+ 16,3 


+ 8.8 


15^5 


+ 0,9 


+ 6.8 


+ 16,6 


+ 8,3 


15,7 


+ 0,6 


+ 8,4 


+ 17,4 


+ 9,4 


16.8 


+ 0,7 


+ 7.6 


+ 16,5 


+ 8,6 


15,8 


+ 0,8 


+ 6.7 


+ 16,3 


+ 8,8 


15,5 


+ 0.7 


+ 7.1 


+ 15.9 


+ 8.1 


1S.2 


+ 0,6 


+ 8.4 


+ 17,0 


+ 8,9 


16.4 


+ 1-5 


+ 6.1 


+ t5.7 


+ 9-4 


14,2 


+ 0.7 


+ 7.2 


+ 16,5 


+ 8.7 


15,8 


+ 0.6 


+ 7.1 


+ 16.6 


+ 8,8 


16 


— 0-3 


4-8.2 


+ 17-7 


+ 9-2 


18 


— 0,3 


+ 7,8 


+ 17,6 


+ 8,7 


17,9 


— 0,8 


+ 7,0 


+ 17.1 


+ 8,1 


17,9 


— 0-3 


+ 5,9 


+ 16,0 


+ 8,3 


16.3 


— 0,2 


+ 6,4 


+ 16,6 


+ 8.3 


16,8 


~o,6 


+ 6,1 


+ 16.5 


+ 8.5 


17,1 


— 0-3 


+ 7.3 


+ 17.5 


+ 8,7 


17,8 


— 2.3 


+ 5-4 


+ 15-9 


+ 7,0 


18.2 


— 1,2 


+ 7.3 


+ 17,8 


+ 8.4 


19,0 


— ij 


+ 6,6 


+ 17-4 


+ 7,8 


19.1 


— 2.0 


+ 7.0 


+ 17,2 


+ 8.0 


19.2 


— 1-4 


+ 7.2 


+ 17-5 


+ 8,2 


18.5 


— 0.9 


+ 7.3 


+ 17,1 


+ 8.4 


18.0 


— i.i 


+ 7.6 


+ 17.7 


+ 8.7 


18,8 


— 1,7 


+ 7,7 


+ 17,8 


+ 8.5 


19,5 


— 2,4 


+ 5-7 


+ 16.5 


+ 7,1 


18,9 


— 1,9 


+ 5-2 


+ 16,1 


+ 7,2 


18,0 


-2.5 


+ 6.4 


+ 17,4 


+ 7,8 


19,9 


— 2,5 


+ 5-3 


+ 16.5 


+ 7,5 


19.0 


— 4.0 


+ 5.5 


+ 16.9 


+ 6.8 


20,9 


— 3-4 


+ 5.2 


+ 16,8 


+6.9 


20,2 


— 2.2 


+ 4.8 


+ 16.2 


+7-7 


18.4 



I Jede Jahreszeit zn drei Monaten. Winter: December, Januar, Februar. 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgeschichtlichen Verhältnisse der Heide etc. 139 

bei uns die Pflanzen erfrieren würden; Kälteperioden ertragen, wenn sie nicht gar 
zu lange dauern, wohl die meisten Arten, vielleicht Hex ausgenommen. Die That- 
sache einer hohen winterlichen Mitteltemperatur bedingt aber notwendigerweise 
das Vorhandensein längerer Perioden warmen, feuchten Wetters während des 
Winters, und diese sind für viele östliche Gewächse, für viele Pflanzen des con- 
tinentalen Klimas äußerst ungünstig. Wir sehen Nelken, Stachys germanicus, 
St upa- Arten und viele andere Charakterpflanzen des östlichen Gebietes nach 
den Wintern, besonders warmen, feuchten in der Gartencultur in anderen atlan- 
tischen Gebieten kranken und oft zu Grunde gehen, während sie im Osten ohne 
Schaden gedeihen. Bei den genannten Pflanzen trocknen die abgestorbenen 
Blätter normalerweise ein und bald friert die ganze Vegetation ein, im Westen 
werden die Reste oft durchnässt und faulen mehr und mehr während des 
Winters, so dass sie im Frühjahr, oft zu einer schmierigen Masse zusammen- 
gefallen, der Pflanze anhaften. Bei genauerer Untersuchung sieht man, dass 
die Fäulnis meist mehr oder weniger tief in die Rinde des lebenden Stengels 
eingedrungen ist. Öfter sind die Vegetationsspitzen ganz ausgefault und das 
Austreiben geht erst wieder durch Seitensprosse vor sich. 

Die Länge der warmen Perioden im Westen geht aus einigen Angaben 
hervor, die ich in der vorher citierten Arbeit Prestel's finde. In Emden 
hatten von loo Januarmonaten nur 34 eine durchschnittliche Temperatur von 
unter o", in Berlin waren während derselben Zeit 65 und in Tilsit 92 Monate 
mit einer Mitteltemperatur unter 0°. In den Februaren in, demselben Zeitraum 
ist der Procentsatz noch etwas höher, hier waren in Emden 26, in Berhn 35, 
in Tilsit 86 im Mittel unter 0°. 

Vergleicht man nun die Zahl der heißen Sommertage'), der Frosttage') 
und der Eistage ^), so macht sich nach dem östlichen Binnenlande eine ganz 
erhebliche Zunahme der heißen Sommertage und die nach dem Osten allge- 
mein bemerkbare Zunahme der Frost- und Eistage geltend. Die Extreme der 
Witterungen machen sich hier noch schärfer bemerkbar als bei der vorigen 
Tabelle, bei der wieder der Charakter der feuchtwarmen Winter im Westen 
und der kalten des Ostens viel deutlicher hervortritt. Die größere Hitze des 
Sommers ist an der größeren Zahl der Sommertage im östlichen Gebiete, be- 
sonders den in Schleswig-Holstein herrschenden Verhältnissen gegenüber an der 
folgenden Tabelle deudich. 



1) Temperaturmaximum im Schatten 25° und mehr. 
2] Temperaturminimum im Schatten unter o''. 
3) Temperaturmaximum im Schatten unter 0°. 



140 



Erster Teil. 



Stationen ^) 



Emden .... 
Otterndorf. . . 
Hannover . . . 
Lüneburg . . . 
Helgoland . . . 
Westerland (Sylt) 
Meldorf. . . . , 

Kiel 

Flensburg . . . , 
Magdeburg . . . 

Berlin =] 

Landsberg a. W. 

Stettin 

Putbns 

Regenwalde . . . 
Cöslin .... 
Lauenburg i. P. 

Posen 

Bromberg . . . . 
Görlitz ...(.. 
Breslau .... 

Ratibor 

Konitz 

Königsberg i. Pr. . 

Klaußen 

Memel 



heißen 
Sommer- 
tage 



Zahl der 

Frost- 
tage 



Eis- 
tage 



20 

22 

25 
4 
5 

15 

5 

4 

36 

34 

33 
20 
II 
41 
«5 
23 

35 
29 

30 



30 

24 

26 

18 



05 
82 
•76 
98 
62 
72 
60 

65 

72 
86 

95 
109 

89 

94 
103 
118 

125 
102 
110 
98 
105 
120? 
118 
112 

134 
120 



20 

21 

24 
22 

16 
21 

22 
21 
22 
20 
24 
31 
32 

34 
26 

32 
41 
32 
41 
33 

25 

36? 
40 

50 
48 

49 



Tag des 

ersten | letzten 

Frostes 



30. X. 

30. X. 
29. X. 

22. X. 

18. XL 
31- X. 
IS- XI. 

9. XI. 
14. XL 

23. X. 

21. X. 

22. X. 
30.x. 

4. XI. 

26. X. 

12.x. 

4.x. 
29. X, 
16. X. 

24. X. 
24. X. 

27. X. 
14. X. 

22. X. 

6.x. 

19. X. 



23- IV. 

17. IV. 

13- IV. 

I.V. 

29. m. 

12. IV. 

13. IV. 
10. IV. 
16. IV. 

20. IV. 
27. IV. 

2. V. 

i6. IV. 

23- IV. 

9. V. 

6. V. 
15. V. 

21. IV. 

30. IV. 
23. IV. 

17- IV. 
23. IV. 
26. IV. 
30. IV. 

7. V. 

29. l\. 



Außer der er^vähnten schwankenden Zahl der heißen Sommer- der Frost- 
und Eistage ist noch die Zeit des Eintrittes des ersten Frostes bemerkenswert. 
Der letzte Frost wird da, wo er regelmäßig sehr spät eintritt, einen großen 

'^ ri'' . J^T'""" ^"'"^""' "' ^^"''■^^" ^^^«"^^«-s solche Gewächse ge- 
schädigt werden die bei den ensten warmen Tagen zu keimen oder auszutreiben 
beginnen, und be. stetigen. Eintritt so später Fröste werden dadurch eine Reihe 
von Pflanzen aus diesen Gebieten ausgeschlossen. Viel einschneidender aber 

e stet "^^^^'J^^f t: ""' 'T ^'"''" ""'' ^'"^"^^ ^- Herb.stfröste sein, da 
erstens alle so che Pflanzen die überhaupt leicht unter der Kälte leiden, von 

f!^^r t^?K "'.''^ ''"'' '"^^^^*'^^" ^^■^^^^"' da sie ihr Holz w;niger 
gut^ausgereift haben, als an solchen Orten, wo der erste Frost nicht vor mL 

T,h l' ^'"f^^^^'^'^'^ ■'^- Hagen, Die forstlichen Verh. Preußens. 3. Aufl. (1894 II p 7 

Tab. 40 und Oderwerk. Berlin 1896. Meteorologische Tabellen p. 23 Tab \a 

^^ ^^2 Äußere Stadt, in der Stadt nur 83 Frost- und 26 Eistage. Erster Frost"2. XI., letzter 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgescHchtlichen Verhältnisse der Heide etc. 



141 



November einzutreten pflegt. Es ist eine bekannte Thatsache, dass viele Pflanzen 
in Gegenden mit langen frostfreien Herbsten viel besser auszuhalten pflegen, 
selbst bei niedrigeren Kältegraden, als in solchen Gegenden, in denen frühzeitig 
gelinde Fröste eintreten. Meines Erachtens ist diese gärtnerisch und landwirt- 
schaftlich wichtige Thatsache des früheren oder späteren Eintrittes des ersten 
Frostes in den verschiedenen Gebietsteilen bei weitem nicht genügend beachtet 
worden. Es muss entschieden für viele Pflanzen von großer Bedeutung sein, 
ob die frostfreie Vegetationsperiode durchschnittlich noch keine 5 Monate oder 
ob sie über 6 Monate dauert. Ich habe bereits bei der Besprechung der alten, 
auch heute noch (nach dem starken vergangenen Winter) tadellosen Sequoia 
des Herrn von GRAS-Klanin (Kr. Putzig) auf diesen Einfluss des Klimas hin- 
gewiesen^). Ein weiteres wichtiges Moment, welches geeignet erscheint, der 
Verbreitung gewisser Pflanzenarten ein Ziel zu setzen, ist die verschiedene Ver- 
teilung der Maxima und Minima der Temperatur. So hohes Interesse die vor- 
angegebenen Mittelwerte der Jahreszeiten bieten, lassen sie doch noch keinen 
deutlichen Zusammenhang mit dem Vorkommen resp. Fehlen mancher nicht 
ganz widerstandsfähiger Pflanzen erkennen, wie Hex, Ulex u. a. Diese und 
zahlreiche andere Pflanzen ertragen die durchschnittlichen Kältegrade des Winters 
sehr gut, sind aber gegen alljährlich auftretende tiefe Minima sehr empfindlich. 
An den Grenzstandorten ist Hex z. B. kein Baum oder Strauch mehr, sondern 
eigentlich ein kriechender Halbstrauch, weil er alljährlich oder fast alljährlich 
abfriert. Ebenso sind, wie bereits bemerkt, die hohen Temperaturen, zumal 
sie ja fast stets mit großer Lufttrockenheit Hand in Hand gehen, für viele 
Arten hinderlich. Eine Tabelle wird die großen Unterschiede im Flachlande 
zeigen. 









Schwankung 




Mittlere 


Absolute 


Mittlere 


Absolute 


zwischen den 


Station 


Maxima 


Minima 


mittleren \ absoluten 
Extremen 



Emden . . . 
Hamburg . . 
Kiel .... 
Apenrade . 
Aschersleben 
Berlin . . . 
Stettin . . . 
Putbus . . . 
Görlitz . . . 
Ratibor . . 



. 








— 15.0^; 




-h 26,0 


+ 32,0 


— 11,0 


-19,8 


37,0 


-faS.o 


— 


— 12,0 


— 


40,0 


+ 29,0 


— 


— 14.0 


— 


43,0 


— 


+ 34-0 


— 


— 24,0 


— 


+ 32,9 


+ 37,0 


— 13,0 


— 24.9 


46.6 


+ 30.6 


+ 36,5 


— 14,2 


- 24.4 


44,8 


+ 28.9 


+ 32,1 


— 12,5 


— 21,2 


41,4 


+ 3I-I 


+ 34,4 


-16,5 


— 24,4 


47.6 


+ 32,2 


+ 36,4 


— 18.0 


— 30-4 


50-2 , 

1 



51,8 



58,0 
61,9 

60,9 

53-3 
58,8 
66,8 



1) Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX (1895) 295. 

2) Nur 1,1 Proc. der Januartage, deren niedrigste Temperatur unter — 10° sinkt. 



142 



Erster Teil. 



Station 



Breslau . . , . 

Posen 

Bromberg . . . 

Konitz 

Königsberg i. Fr. 



Mittlere 



Absolute 



Maxima 



Mittlere 



Absolute 



Minima 



Schwankung 
zwischen den 

mittleren absoluten 

Extremen 



+ 32,8 


+ 37,8 


-16,7 


— 30.8 


49.5 


+ 32,2 


— 


— 16,8 


— 


490 


+ 32-0 


+ 35-0 


— 20,0 


— 36.0 


52.0 


+ 31.6 


4-35-0 


-18,7 


— 30.0 


50.3 


4-32,0 


-f-3S-o 


— 21,0 


— 31,0 


53-0 



68,6 

71,0 
65,0 
66,0 



6. Die Vegetationsbedingungen der Heidepflanzen. 

Bei den einzelnen Capitehij besonders über die meteorologischen Verhält- 
nisse des norddeutschen Flachlandes, ist bereits auf die Eigentümlichkeiten der 
Heidepflanzen in Bezug auf Boden und Klima aufmerksam gemacht \vorden. 
Es erscheint jedoch zweckmäßig, hier noch einmal eine ganz kurze Übersicht 
über die Vegetationsbedingungen der echten Heidepflanzen zu geben. 

Was zunächst die Abhängigkeit der Heidepflanzen von Wasser und 
Feuchtigkeit betrifft, so ist es eine sehr auffällige Eigentümlichkeit, dass die 
echten Heidepflanzen, besonders auffällig tritt dies bei Juniperus, Calluna, 
Erica, Empetrum u. a. hervor, sowohl auf ganz nassen Mooren, die o-anz 
oder fa.st ganz unzugänglich sind, als auch auf trockenen sandigen Plätzen zu 
wachsen vermögen. Erica Tetralix fand ich sogar einmal in den Ritzen einer 
Steinmauer. Es scheint diese Fähigkeit, an Standorten mit fast extremen 
Feuchtigkeitsgraden zu wachsen, einzig und allein den Heidepflanzen eigen zu 
sein. Trotz dieser Unempfindlichkeit gegen zu große Nässe scheint es indes 
sicher, dass keine echte Heidepflanze, wenigstens keine der Heide-Ericaceen. 
ein vollständiges Austrocknen des Bodens ertragen kann, wenigstens wenn es 
mehrfach geschieht. Selbst auf den trockenen Heiden besitzt der Boden in 
der oberen humosen Schicht noch immer einen gewissen Grad der Feuchtio-keit, 
und sobald an einer Stelle durch Abholzung etc. ein vollständiges Austrocknen 
der oberen Bodenschichten herbeigeführt wird, sieht man Calluna absterben 
und verschwinden. Es macht sich diese Empfindlichkeit der Ericaceen z. B. 
auch sehr stark in der Cultur bemerkbar. Es ist eine jedem Gärtner bekannte 
Thatsache, dass, wenn eine Ericacee auch nur einmal ballentrocken geworden 
ist, sie gewöhnlich sehr schnell abstirbt. In den eigentlichen Heidegegenden, 
die unter dem Einflüsse des feuchten atlantischen Klimas stehen, ist ein solches 
vollständiges oder mehrfaches Austrocknen selbst der sandigen Flächen nicht 
zu befürchten, deshalb sehen wir dort die Heide auf den offenen Flächen in 
üppigster Weise gedeihen, je mehr wir aber nach dem Südosten, nach den 
Gegenden continentalerer Klimate mit heißen trockenen Sommern übergehen, 
zieht sich Calluna immer mehr in den Schutz der Wälder zurück. Die Stand- 



Drittes Capitel. Die entwickelungsgescbichtlichen ^'erhältnisse der Heide etc. 143 

orte, die in der Lüneburg'er Heide Heide tragen, sind im Osten mit noch 
öderen Sandfeldern bedeckt. Umgekehrt findet man Ledum palustre, die 
einzig'e in einigen Haupt-Heidegebieten fehlende echte Heidemoorpflanze, im 
östlichen Binnenlande stets in Mooren und in üppiger Entwickelung fast aus- 
schließlich an buschigen oder schwach bewaldeten Plätzen. In der Nähe der 
Ostseeküste, in der feuchteren Luft, geht sie aber (wie auch Myrica es selten 
thut) nicht selten in größeren Beständen auf trockneren Sandboden über, ein 
Bild, welches ich sonst nur an feuchten Abhängen der Gebirge beobachtet 
habe. In den arktischen Gebieten ist sie fast ausschließlich an den feuchten 
Küsten als echte Felsenpflanze anzutreffen. 

Ein unbedingtes Erfordernis für das Gedeihen der Heidepflanzen ist das 
Vorhandensein eines nährstoffarmen Substrates; sobald der Heide- oder Heide- 
moorboden gedüngt wird, verschwindet die Heidevegetation ganz. Es ist nicht 
nur die auf nährstoffreicherem Boden den Heidepflanzen in der Gestalt der 
Pflanzenarten mit stärkerer Stoffproduction er\vachsende Concurrenz, die die 
Veränderung der Flora bedingt, sondern die Heidepflanzen sind auch that- 
sächlich, wie ich mich durch Cultur mehrfach überzeugt habe, nicht im Stande, 
größere Nährstoffmengen, die für andere Pflanzen noch gering erscheinen, zu 
verarbeiten. Sie gehen an den charakteristischen Erscheinungen des Nährstoff- 
überschusses zu Gnmde'). Ist die Concentration der zugeführten Nährlösung 
eine starke, dabei aber noch nicht so stark, dass eine Schädigung sich un- 
mittelbar bemerkbar macht, so beginnt die Pflanze in der üppigsten Weise zu 
wachsen, aber das erste Zeichen anormaler Entwickelung ist der Mangel oft 
jeden Blütenansatzes. Die Pflanze ist zudem gegen Wittcrungseinflüsse un- 
gemein empfindlich und geht meist im Winter zu Grunde, die ausgebildeten 
Zellen sind nicht derb genug gebaut, das ganze Gewebe bleibt weich 
und hinfällig. Ist die Nährstoffconcentration noch stärker, so lässt das Wachs- 
tum der Pflanze bald ganz nach, schließlich beginnen die Blätter von unten 
nach oben abzufallen und der Tod tritt bald ein. Die Wurzeln werden sehr 
schnell braun, schon nach wenigen Tagen ist keine derselben mehr lebens- 
fähig. P:s ist den schwachwüchsigen Ericaceen eben augenscheinlich nicht 
möglich, Nährstoffe, die in zu hoher Concentration zugeführt werden, alle in 
plastisches Material umzuwandeln. Die Wassermenge, die bei der Assimilation 
durch Verdunstung etc. verloren geht oder verbraucht wird, i.st zu gering, um 
für die Umsetzung aller von ihr heraufgeleiteten Mineralstoffe in plastisches 
Material auszureichen. Die Folge ist bei fortdauernder Zufuhr nährstoffreichen 
Wassers eine Anhäufung von Mineralstoffen, besonders Salzen, die zuerst eine 
Starre des Protoplasmas und dann ein Absterben der Pflanze (eine Vergiftung) 
hervorrufen. — Dass die Angaben der Kalkfeindlichkeit der Heidepflanzen irr- 
tümlich sind, wurde bereits her\^orgehoben. Die Annahme ist dadurch ent- 
standen, dass in der Natur Kalkböden fast stets nährstoffreich, also den 



i) Vgl. SoRAUER, Handb. Pflanzenkrankheiten I, 



144 Erster Teil. 

Heidepflanzen unzuträglich sind. Eine Cultur in fast reinem Kalk (Kreide) ge- 
lingt selbst bei den Sphagnen ohne Schwierigkeit'). 

Gleichmäßig feuchte Luft und nährstoffarmer Boden sind die Haupt- 
erfordernisse für das üppige Gedeihen der Heidepflanzen. Je feuchter die Luft 
und je höher die Niederschläge, um so intensiver wird die Heidebildung vor 
sich gehen. Die Heide und das Heidemoor leben nur bei der richtigen Ver- 
teilung der atmosphärischen Niederschläge, Regen, Tau und Luftfeuchtigkeit. 
Sobald auch nur in gewissen längeren Zeitperioden die Verdunstung stärker ist 
als die Zufuhr, können weder Heide noch Heidemoor zu typischer P2ntwickelung 
gelangen (vgl. auch S. 85 ff.). 



I; Vgl. auch C. A. Weber, Jahresb. der Männer vom Morgenstern. Heimatb. an Elb- und 
Wesermündnng 



Zweiter Teil. 

Specielle Darstellung der Heldeformation. 



Erster Abschnitt. 
Gliederung der Heideformation. 

In meinen »Studien über die norddeutsche Heide <') habe ich bereits ver- 
sucht, eine naturgemäße Einteilung der gesamten Heideforniationen zu geben. 
Im weiteren Verlaufe meiner Studien in den folgenden Jahren habe ich nun 
keine Veranlassung gehabt, die Einteilung wesentlich zu ändern, ich habe es 
deshalb im Interesse der Einheitlichkeit für gut gehalten, die früher an- 
genommene Anordnung auch hier zu Grunde zu legen. Von einigen Seiten 
sind Bedenken geäußert worden, ob es wohl thatsächlich zweckmäßig sei, so 
viele Formationen unter den Begriff der Heide zusammenzufassen, wie es ge- 
schehen ist, und eine so große Anzahl von Pflanzen als in der Heide vor- 
kommend aufzuführen. Die Waldheiden und die Grasheiden, um die es sich 
hauptsächlich dabei handelt, aber auszuschließen, erscheint durchaus nicht an- 
gebracht, denn die Mehrzahl ihrer Bestandteile sind echte Heidepflanzen, und 
wenn sie auch thatsächlich Übergangsformationen zu den Formationen nähr- 
stoffreicher Wasser darstellen, so haben sie doch zweifellos innige Beziehungen 
zur Heide und lassen sich ihr zwanglos angliedern. Dass die Gras- und Wald- 
heiden solche ÜbereansTsformationen darstellen und nicht zu den t>-pischen 
Heiden gehören, ist ja genugsam durch die Einteilung angedeutet, die sie als 
gleichwertige Gruppen der ersten Abteilung: »Echte Heiden« entgegenstellt. 
Ich habe es mir als Grundsatz aufgestellt, die Formation so lange als :» Heide« 
aufzuführen, als die Mehrzahl der Componenten Heidepflanzen sind, und alle 
dort beobachteten Species aufzuführen. Das letztere erstens deshalb, weil ge- 
rade die ausnahmsweise oder zufällig in der einen oder anderen Formation auf- 
tretenden Arten, die typische Vertreter anderer Formationen sind, am deut- 
lich.sten die Beziehungen resp. die Verwandtschaft der Heideformationen zu den 
anderen darthun und weil besonders das Vorkommen nicht der Heide eigen- 
tümlicher Formen in gewissen Heideformationen am klarsten erkennen lässt. 



1) Engler, Bot. Jahrb. XX 'iSga; p. 522 ff. 

Graebner, Die Heide. "^ 



146 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

inwieweit und in welcher Richtung gerade an dieser Stelle die vorhandenen 
Vegetationsbedingungen resp. Bodenverhältnisse von den für die echten Heiden 
typischen abweichen. Solche Abweichungen im Feuchtigkeitsgrade, im Nähr- 
stoffgehalt, in der Bodenstructur etc. sind mit anderen Mitteln nur äußerst 
schwierig nachweisbar. Durch das Vorkommen von Pflanzenarten in der Heide, 
die zu bestimmten in ihren Vegetationsbedingungen bekannten oder leicht zu 
studierenden Formationen als Charakterpflanzen gehören, ist aber der sichere 
Schluss möglich, inwiefern sich hier die Vegetationsbedingungen für die Heide 
geändert haben, inwieweit die Heide hier die Neigung zeigt, einer bestimmten 
anderen Formation den Platz zu räumen oder welche Formation an dieser Stelle 
von ihr verdrängt ist oder wird. 

Die P:inteilung der gesamten Heideformation wird etwa in folgender Weise 
geschehen müssen. 

A. Echte Heiden. 

Typus I . C a 1 1 u n a - Heide mit ausschließlicher Vorherrschaft von C a 1 1 u n a. 

Facies b. Calluna-Heide mit Vorherrschen von Pulsatilla. 

Facies c. Calluna-Heide mit Vorherrschen von Genisten. 

F'acies d. Calluna-Heide mit Vorherrschen von Solidago und 
Crepis tectorum. 

Facies e. Calluna-Heide mit Vorherrschen von niedrigen Stauden. 
Typus 2. Tetralix-Heide. 

Facies a. Tetralix-Heide in lockerem Bestand auf sandigem Boden. 

Facies b. Typische Tetralix-Heide. 

Facies c. Tetralix-Heide auf einem Heidemoor. 

Facies d. Tetralix-Heide mit Vorherrschen von Juncus squarro- 
sus und Scirpus caespitosus. 
Typus 3. Empetrum-Heide. 
Typus 4. Heidemoor. — Hierzu 

Heidetümpel und -seen. 
Typus 5. Besenginsterheide. 

B. Grasheiden. 

Typus 6. Molinia-Heide oder Molinietum. 
Typus 7. Sieglingia-Heide. 
Typus 8. Trockenere Grasheiden. 

Facies a. Calamagrostis-Heide. 

Facies b. Aera -Heide. 

Facies c. Nardus-Heide. 

C. VValdheiden. 

Typus 9. Kiefernheide. 

Facies b. Kiefernheide mit Vorherrschen von Juniperus communis. 
Facies c. Kiefernheide mit Vorherrschen von Rubus- Arten. 
Facies d. Kiefernheide mit Vorherrschen von Arctostaphylos. 
Facies e. Kiefernheide mit Vorherrschen von Gräsern. 
Facies f. Feuchte moosige Kiefernheiden. — Hierzu 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 147 

Kiefernheide mit Vorherrschen v^on Vaccinium MyrtiUus und 
V. Vitis Idaea, 
Typus lo. Laubwaldheiden. 
Facies a. Birkenheide. 
Facies b. Eichenheide. 
D. Heidekrautlose Sandfelder. — Hierzu 
Facies b. Weingaertneria-Heide. 



Erstes Capitel. 
Echte Heiden. 

1) Typus I. Callunaheide mit ausschlieCsliclier Vorherr schaft von Calluna. 

I. Schilderung des Typus. Die Heiden, in denen Calluna die bei weitem 
zahlreichste Art darstellt, ja die teilweis sogar fast ausschließlich aus Calluna 
gebildet werden, stellen so recht eigentlich die Heide /.ar l'ioyj^v dar. Weite 
Strecken, besonders des nordwestdeutschen Flachlandes, sind mit diesem Typus 
bedeckt, ' aber auch im ganzen übrigen Europa fehlt derselbe fast nirgend ganz 
in größerer oder geringerer Ausdehnung. 

So typisch und monoton die Vegetationsbedingungen und das Vorkommen 
der echten Callunaheide nun in den großen Heidegebieten ist, so nimmt doch 
gerade dieser Typus unter der Einwirkung verschiedenartiger klimatischer \'er- 
hältnisse in den einzelnen Gebieten Europas recht verschiedenartige Standorte 
für sich in Anspruch. — Besprechen wir zunächst sein Vorkommen in den 
Heidegebieten Norddeutschlands. Hier finden wir die Bestände des gemeinen 
Heidekrautes meist sanft geneigte Hügel oder Abhänge mit sandigem, meist 
nicht gerade trocken zu nennendem Boden ganz überziehend. Meist ist der 
Boden, \\ie oben beschrieben wurde, mit einer mehr oder weniger dicken 
Schicht von filzigem Heidehumus bedeckt, und in gewisser Tiefe lagert unter 
dem Bleisande der Ortstein. Oft fehlt der letztere indessen, dann sind aber 
die Bleisandlagen sehr stark. An feuchteren Stellen geht er meist in eine Te- 
tralixheide oder in ein Heidemoor, an ganz trocknen Orten in ein Sandfeld 
über. Erheblich abweichend gestaltet sind schon ein Teil der Callu nabestände 
in der Provinz Brandenburg, auch in Pommern und Westpreußen in einiger 
Entfernung von der Küste. Hier macht sich im allgemeinen schon die Tendenz 
der Calluna bemerkbar, sich in den Schutz der Bäume zurückzuziehen. Die 
Mehrzahl reiner Callu nabestände findet sich hier im Schatten hoher Kiefern. 
Es giebt allerdings auch hier noch echte offene Callunaheiden, hin und wieder 
sogar solche, die denen der eigendichen Heidegebiete gleichen, nur dass meist 
der Ortstein fehlt. Die meisten der besonders auf Thalsand, mitunter aber auch 



lO^ 



148 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

auf hügeligem Gelände entwickelten Callii nabestände unterscheiden sich aber 
von den meisten in den echten Heidegebieten entwickelten durch eine schwä- 
chere, oft fast ganz fehlende Humusdecke. DaRir ist indessen meist der Sand 
merklich feinkörniger und vor allen Dingen dichter. Wird jedoch die Fein- 
körnigkeit resp. Dichtigkeit so groß, dass der Sand fest verklebt, so verschwindet 
der Typus sofort und macht dann oft einer Flechtenheide Platz. 

Noch weiter nach dem Südosten zu, z. B. bereits im größten Teile der 
Provinz Posen, scheint Calluna in der p:bene in offenen Beständen nur aus- 
nahmsweise vorzukommen. Fast stets sehen wir Calluna hier in die Wälder 
sich zurückziehen. PLs scheint, wie bereits oben bemerkt, als ob die trockene 
Hitze der continentalen Sommer ihr das Gedeihen ohne Schutz unmöglich macht, 
wie sich ja überhaupt fast alle Heidepflanzen gegen dürre Luft sehr empfindlich 
zeigen. 

Ganz im Gegensatz zu dem eben beschriebenen Vorkommen dieses Typus 
nimmt er mit zunehmender Luftfeuchtigkeit immer exponiertere und vom ge- 
wöhnlichen Vorkommen abweichende Standorte ein. In den feuchten Schluchten 
der Gebirge sehen Avir Calluna oft ganz die nassen Felsen überziehen Es 
erreicht hier oft eine ungewöhnliche Höhe und einen voILständi;. strauchartio-en 
Habitus. Der Grund liegt selbstredend in der geschützten Lage "des Standortes 
an dem kein starker Wind das Gedeihen beeinträchtigt. Man kann oft leicht 
die ganz dicken Polster teppichartig von den Steinen abheben. — Eine erheblich 
andere Tracht erhält der Bestand, wenn zwar die nötige Luft- und Nieder- 
schlagsfeuchtigkeit vorhanden ist, um dem Typus das Gedeihen zu gestatten 
wenn aber die Einwirkung der Stürme auf exponierten Felsen oder auf den 
Gipfeln der Berge Calluna zu einem zwergigen Habitus zwingt. Dann stecken 
die sich nur wenig über dem Boden erhebenden Heidekrautpflanzen mit ihren 
Wurzeln meist in einem festen, den Stein überziehenden Humusfilz, der oft 
interessanten Gebirgspflanzen, besonders Monocotylen, als Substrat dient. Wenn 
dieWurzeln der Calluna in den feuchten Schluchten oder auf den exponierten 
telsen in eine Felsritze unter dem Heidehumus gelangen, sieht man oft dichte 
Büschel schneeweißer Würzelchen in den dunstgesättigten Luftraum der Spalte 
nineinragen. ^ 

Besonders verbreitet ist diese Art des Vorkommens an den Küsten des 
westlichen Norwegen mit seinem regenreichen Klima, aber auch in den deut- 
schen Mittelgebirgen, in den Sudeten und in den Alpen finden wir (meist auf 
Gramtj häufig solche Formationen. Wenn durch zu starke Ausbildung des 
Rohhumus m Wäldern, wie es oben besonders aus Westfalen beschrieben 
wurde, der Wald durch die Heide verdrängt wird, dann ist auch Callunaheide 
mit ausschließlicher Prävalenz von Calluna die häufigst dem Walde folgende 
rormation. ** 

Die Callunaheide mit ausschließlicher Prävalenz von Calluna steht mit 
allen übrigen später zu erwähnenden Heidetypen in directer Beziehung, sie ist 
so recht eigendich das Centrum der Heide überhaupt. In zahllosen Varia- 
tionen finaen sich Übergänge zu den verschiedenen Typen und wohl jede Art, 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 149 

die überhaupt als Bestand bildend in der Heide erwähnt ist, kommt hin und 
wieder in der echten Ca llu na beide in größerer Zahl vor, ja ihre Bestände 
sind dann fast stets durch Übergangsformationen mit denen des Heidekrautes 
verbunden. Es wird also w^enig Nutzen haben, alle diese Vorkommnisse etwa 
hier noch einmal als Subtypen etc. aufzuführen, sondern es wird genügen, 
darauf hinzuweisen. Die Flora dieser Übergangsformationen mischt sich fast 
constant genau in demselben Verhältnis, wie es etwa die Leitpflanzen thun, 
eine Thatsache, die ja nicht befremden kann, da fast stets mit der Änderung 
der Vegetation Änderungen im Feuchtigkeitsgehalt etc. des Bodens einher- 
gehen. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Clötze (Altmark) 
am Neuen Quanebecker Wege wuchsen auf mäßig feuchtem, lockerem Thal- 
sande'): Cladonia rangiferina, Carex pilulifera, Genista pilosa, 
G. anglica, Pimpinella Saxifraga, Gnaphalium dioecum, Hieracium 
umbellatum; seltener: Boletus luteus, Pinus silvestris (in kleinen Sträu- 
chern), Agrostis vulgaris, Carex panicea, Betula verrucosa (vereinzelt 
in kleinen Sträuchern), Pulsatilla vulgaris, Radiola multiflora, Succisa 
pratensis, Campanula rotundifolia; Helianthemum guttatum (nur 
stellenweise), Scabiosa suaveolens (stellenweise massenhaft). An einer Terrain- 
senkung trat Calluua zurück, um Erica Tetralix den Vorzug zu lassen: mit 
derselben stellten sich auch Molinia coerulea, Rhynchospora alba, Salix 
repens; seltener Boletus scaber, Salix aurita, Viola palustris u. a. ein. 
Nach der anderen Seite ging der Typus in einen Kiefernhochwald über, wo 
Amanita muscaria, Russula emetica, Hypnum Schreberi, Sieglingia 
decumbens, Anthoxanthum odoratum, Luzula campestris, Potentilla 
silvestris, Euphorbia Cyparissias, Veronica officinalis u. a. stellen- 
weise in Menge auftraten. — Arneburg (Elbe), unweit Billberge, auf trocknerem 
unterem Diiuvialsande : Cladonia pyxidata, Cl. rangiferina, Ceratodon 
purpureus, Weingaertneria canescens, Carex ericetorum, Luzula 
campestris, Teesdalea nudicaulis, Spergula vernalis (mit Abnahme 
von Calluna zunehmend), Genista anglica, Hieracium Pilosella; vereinzelt: 
VVebera nutans, Cerastium caespitosum, Hypericum perforatum, 
Achillea Millefolium, Hieracium Auricula. 

Bei der verhältnismäßig großen Monotonie der Heiden mit ausschließlicher 
Vorherrschaft der Calluna mag diese Probe genügen und es sei nur noch auf 
einige interessantere Vorkommnisse außerhalb des nordwestdeutschen Heide- 
gebietes aufmerksam gemacht. (Weitere Beschreibungen vgl. auch bei den 
einzelnen Facies dieses Typus. 

Nördlich von Rheine in Westfalen dehnen sich bereits große Heideflächen, 
die von zahlreichen eingesprengten Heidemooren unterbrochen sind. Hin und 
wieder sehen wir einige Bäume, Kiefern, Eichen und Wachholder. Auf den 



I) Engler, Bot. Jahrb. XX (1895) p. 525. 



150 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Mooren herrscht oft Myrica vor und an feuchten Stellen nimmt weit und breit 
Erica Tetralix den ersten Rang ein. 

Die typischen Dünenpflanzen mischen sich an den Meeresküsten oft mit 
den Heidepflanzen. Am Strande in der Nähe der pommersch-westpreußischen 
Grenze') beobachtete ich Xanthoria parietina (sehr viel an den Holzresten 
und Zweigen], Hypnum Schreberi, H. purum, Amblystegium serpens, 
Ceratodon purpureus, Pinus silvestris in niederliegenden Formen^), 
Weingaertneria canescens (viel), Festuca rubra var. arenaria, *Salix 
pomeranica, S. spec. (mit bereiften Zweigen, stark behaart), S. Caprea, 
Hetula alba (Strauch), Sedum acre, Pirus Aucuparia (sehr niedrig), An- 
thyllis Vulneraria var. A. maritima, Calluna vulgaris (viel), Linaria 
Loeselii, Veronica Chamaedrys, Jasione montana (in den Senkungen 
sehr viel), Artemisia vulgaris, A. campestris (die silberig behaarte Strand- 
form), Hieracium umbellatum. An den Rändern an offenen Stellen herrschten 
Ammophila arenaria und A. baltica. 

Ein Beispiel einer kahlen Calluna- Heide im Gebirge bietet der Ostabhang 
des Altvater. Hier finden sich zumeist in Menge: Cetraria islandica, 
Cladonia (rangiferina?), Thuidium tamariscinum, Hypnum Schreberi, 
Hylocomium splendens, Calamagrostis spec, Aera flexuosa, A. 
caespitosa (stellenweise), Festuca ovina, Carex atrata, Luzula albida, 
Veratrum Lobelianum (einzeln), Polygonum Bistorta, Potentilla aurea, 
Carum Carvi, Vaccinium Myrtillus, V. Vitis Idaea, Homogyne alpina, 
Solidago Virga aurea var. alpestris, Hieracium alpinum und einige 
andere Sudeten-Hieracien. 

Beginnende Heidebildung sieht man leider auch im hmern Westpreußens 3) 
nicht selten auf den Diluvialrücken mit besseren Böden, besonders in der Nähe 
der Küste; so bemerkt man z. B. in der Nähe von Panklau und Kadinen und 
in der sogenannten Dörbecker Schweiz, im Kreise Elbing, nicht allzu selten 
Stellen, an denen unter Laub- oder Nadelbäumen eine typische Heideflora 
herrscht und an denen augenscheinlich der Nachwuchs der jungen Baum- 
sämlinge durch dicke Bleisandbildung erheblich gehemmt ist. So zeigte ein mäßig 
feuchter Abhang, der aus ausgelaugtem oberen Diluvialsande bestand und et^va 
30° nach S üden geneigt war, einen dichten Bestand von Calluna und nur 

i: Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX '1898) p. 71. 

2' Die an der baltischen Küste so häufigen niederliegenden Formen der Kiefer scheinen 
znm Teil mehr zu sein als Standortsformen. Man beobachtet häufig Exemplare n.it kräftigen, 
bis zu 20 cm langen, jährigen Trieben, die sich jedoch meist nicht über 3 bis höchstens 5 dm 
über den Boden erheben; die älteren Äste, welche niederliegen, sind in den Sand eingeweht. 
Die ganze Pflanze, die einen dichten Busch oder Rasen darstellt, erscheint von der Tracht der 
Kmeholzkiefer in höheren Lagen. Die Zapfen sind klein, etwa 3 cm lang, meist dunkelviolett 
überlaufen, schief, auf der dem Zweige abgewendeten Seite mit hakig herabgebogenen Apo- 
physen versehen. Die Kümmerformen der gewöhnlichen Kiefer, die nicht selten mit ihnen 
zusammenstehen, sind höher, spärlich und sparrig verzweigt, kurz gelb benadelt und besitzen ein 
krankhaftes Aussehen die >Pommeranzenbäume.< der Lausitzer Bauern. 

3 Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX 1898; p. 72. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



151 



krüppelhafte Exemplare von Kiefern, nur stellenweise baumartig, Rot- und 
Weißbuchen, Birken und Eichen in sehr lichtem Bestände. Dazwischen fanden 
sich Juniperus communis, Molinia coerulea, Agrostis vulgaris, Poa 
pratensis, Rubus plicatus (am Grunde), Knautia arvensis (vereinzelt), 
Galiuni Mollugo (vereinzelt), Jasione montana, Achillea Millefolium 
(vereinzelt am Grunde), Solidago Virga aurea. Überall tritt die große Arten- 
armut der Östlichen Heiden hervor. 



3. Aufzählung der Pflanzen. 

Stigoneina silvestris (Itzigs.). 
Mesotaenium Braunii de Bary 
Stichococcus baccillaris Näg. 



Pleurococcus vulgaris Menegh, 



Sacc. 



Kbr. 



C. 
C. 
C. 
C. 



Schrot, 
an 



Ulothrix radicans Ktzg. 
Humaria leucoloma (Hedw. 
H. rutilans (Fries) Sacc. 
Peziza aurantia Müller 
Baeomyces roseus Pers. 
Sphyridium byssoides (L., Flot.) 
Peltigera canina (L.). 
P. spuria (Ach.). 
Cetraria islandica (L.). 
Cladonia alcicornis (Lghfif.). 
C. pyxidata (L.). 
C. fimbriata (L.). 

coccifera (L.). 

gracilis (L.). 

rangiformis Hofifm. 

rangiferina L. 
Stereocaulon tomentosum (Fr.). 
Cornicularia aculeata (Schreb.) 
Thelephora laciniata Pers. 
T. caryophyllacea PLhrh. 
T. terrestris Ehrh. 
Ciavaria ligula Schaeffer 
Cl. fragilis Holmsk, 
Ochroporus perennis (L. 
Boletus piperatus Bull. 

Stellen. 
B. luteus L. 
Hypnum cupressiformc L. var. ericetorum 
H. cupr. var. elatum Br. et Seh. 
Pinus silvestris L. 
Juniperus communis L. oft baumartig. 



Charakterpflanzen. 

Hygrophorus psittacinus (Schaefif.) Fr. 

H. pvmi.ceus Fr. 

Limacium Vitellum (Alb. et Schw^) Fr. 

Lactaria deliciosa (L.) Fr. 

Marasmius alliatus (Schaeff.) Schrot. 



moosigen 



Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
D. crustuliniformis (Bull.) Schrot. 
Cortinarius cinnamomeus (L.) Fr. 
C. cinnam. var. croceus (Schaefif.) 
Rhodosporus cancrinus (Fr.) Schrot 
Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 
R. lacc. var. rosella (Batsch) 
Agaricus (Omphalia) Fibula Bull. 

A. umbelliferus L. 
Tylostoma mammosum (Mich.) Fr. 
Ptilidium ciliare (L.) N.v.E. 
Pt. ciliare var. ericetorum N.v.E. 
Sphagnum nioUc Sulliv. 
Dicranum scoparium (L.) Hedw. 
Ceratodon purpureus (L.) Brid. 
Barbula ruralis 'L.j Hedw. 
Rhacomitrium canescens (Dill.) Brid. 
Rh. canescens var. ericoides ;Dicks.) 
Enthosthodon ericetorum C. Müll. 
Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
Bryum cacspiticium L. 

B. argenteum L. 
Polytrichum junipcrinum VVilld. 
P. strictum Banks 

piliferum Schreb. 



P. 



Br. et Seh. \ 



an trockenen Stellen 



152 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt 



Aira flexuosa L. 

Weingaertneria canescens (L.) Beruh. 
Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 
Molinia coerulea (L.) Mnch. 
Festuca ovina L. 

F. rubra L. scheint frischeren Boden zu lieben als vorige. 
Carex arenaria L. oft große Strecken überziehend und durch die lang kriechen- 
den Rhizome für die Befcstigvmg des Sandbodens von großem Einfluss; 
sie macht es besonders in den Dünen den Heidepflanzen möglich, sich 
anzusiedeln. 
C. ligerica Gay liebt anscheinend etwas festeren Boden als die vorige. 
C. praecox Schreb. trägt viel zur Bodenbefestigxuig bei. 
C. pilulifera L. 

C. ericetorum Pollich mehr an trockenen, sandigen Orten als vorige; oft 
auf Heideflächen mit Cladonien und C. arenaria die einzige Vegetation 
bildend. 
C. verna Vill. oft mit voriger. 
Juncus squarrosus L. aiif maßig feuchtem, besonders anmoorigem Grunde, auf 

nacktem Boden oft in großer Menge. 
Luzula campestris (L. p. p.) DC. häufig auf unbedeckten, trockenen Sandflächen, 

aber oft auch zwischen Gräsern und Moosen. 
Salix daphnoides Vill. charakteristisch für die Dünenheiden der Ostsee. 
S. daphn. var. pomeranica W'illd. seltener in Beständen, oft baumartig. 
S. repens L. var. argentea Sm. 
Sagina subulata Torr, et Gray 

Spergula vernalis Willd. meist auf lockerem, unbedecktem Sandboden, wichtig 

für die Befestigvuig des Bodens während der Herbst- und Frühjahrsstürme. 

S. pentandra L. (Boreau), wie vorige; gesellig, aber unbeständig. 

Illecebrum verticillatum L. fast immer an kahlen Stellen, seltener zwischen Gras 

und Moos in aufrechten Formen. Oft jahrelang ausbleibend und plötzlich 

massenhaft auftretend. 

Pulsatilla vulgaris Mill. liebt leichten, sandigen oder etwas humosen, mäßig 

feuchten, begrasten oder moosigen Boden in hügeligem Gelände. 
P. pratensis (L.) Mill. wie vorige. 

Teesdalea nudicaulis (L.) R. Br. gern auf lockerem oder mäßig festem Sand- 
boden, aber selbst auf trockeneren Torfstellen oft kleine Strecken dicht 
bedeckend. 
Stenophragma Thalianum (L.) Celak, gern an grasigen Orten. 
Genista pilosa L. liebt leichten Sand und sonnige Lage; oft in großen Mengen 

auftretend und kleinere Strecken überziehend. 
Sarothamnus scoparius (L.) Koch liebt leichten, unbedeckten Boden; scheint 

eine mäßige Grund feuchtigkeit nicht entbehren zu können. 
Empetrum nigrum L. selbst auf dürrem Sande. Stellenweise in den Dünen- 
ketten der Ostsee mit Carex arenaria die einzige Vegetation; bildet in der 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 253 

Lüneburger Heide oft einen dichten, grünen Kranz um vereinzelte Bäume 
oder Strauchgruppen; wird vom weidenden Vieh verschmäht. 

Hypericum humifusum L. in Menge auf sandigem Grunde; mitunter ziemlich 
unbeständig, verschwindet, wenn sich der Boden bedeckt. Wohl in der 
Heide heimisch und erst von ihr auf Culturland übersfcoanoen. 

H. pulchrum L. auf offenem oder buschigem, sandigem Gelände. In einigen 
Jahren massenhaft auftretend, in anderen fast spurlos verschwunden oder 
selten. 

Epilobium angustifolium L. liebt leichten, dünn begrasten oder mit Hypnum 
bedeckten Sandboden, findet sich aber auch oft auf nacktem, trock- 
nerem Torf 

Arctostaphylos uva ursi (L.) Spr. stellenweise kilometerweite Strecken Bodens 
dicht überziehend, liebt lockeren, nicht zu trockenen Sandboden, einen 
gewissen Windschutz und leichte Beschattung durch buschige oder \'er- 
einzelte Kiefern. Sowohl auf kahlem Boden, wie zwischen Moos und 
dünnem Grase. Ein Exemplar vermag einen kreisrunden Fleck von 
mehreren (3 bis 4) Metern im Durchmesser zu bedecken. 

Cicendia filiformis (L.) Delarbre auf Sand und anmoorigem Gmnde, gern 
auf nacktem, verwundetem Boden, verschwindet bei dichterer Besiedelung; 
oft unbeständig. 

Thymus Serpyllum L. an dürren Stellen, oft kleinere, dichte Bestände bildend 
und den Boden zur Blütezeit rot färbend. 

Euphrasia officinalis L. var. E. gracilis Fr. Gern zwischen Calluna und anderen 
Heidepflanzen auf nacktem, sandigem, leichtem Boden, seltener kleine Be- 
stände bildend, meist in Massen über die Flächen verstreut. 

Galium saxatile L. meist in Menge zwischen Moos. 

Scabiosa canescens Waldst. und Kit. stellenweise so massenhaft auftretend, 
dass durch sie die Formation ein charakteristisches Aussehen erhält, auf 
leichtem Sandboden und anmoorigem Grunde. 

Gnaphalium dioecum L. zwischen Calluna, gern an grasigen und moosigen 
Plätzen auf nicht zu losem Sandboden, weniger auf anmoorigem oder 
torfigem Grunde. 
2. Häufiger vorkommende Pflanzen. 

Leocarpus fragilis (Dicks.) Link Ciavaria argillacea Pers. 

Mesotaenium amphioxys Ktzg. Phaeodon compactus (Pers.) Schrot 

Peziza aurantia Müller Boletus scaber Bull. 

Peltigera rufescens Hofim. 

P. horizontalis (L.). 

Cladonia verticillata (Hoffm.). 

C. furcata (Huds.) gern zwischen Moos. 

C. uncialis (L.). 

Stereocaulon paschale (L.). 

St. incrustatum P^lke. 

St. condensatum Hoffm. 



B. bovinus L. 

Leptoglossum muscigenum (Bull.) Kar- 
sten 

Cantharellus cibarius Fr. 

C. muscoides (Wulf. ap. Jacq.) Schrot. 
Hygrophorus puniceus Fr. 
Lactaria rufa (Scop.) Fr. 
Russula fragilis iPers.) Fr. 



154 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Coprinarius ericaceus (Pers.) Schrot. 

Fsylocybe bullacea (Bull.) Fr. 

P. physaloides (Bull.) Fr. 

P. atrorufa (Schaeff.) Fr. 

Derminus semiorbicularis (Bull.) Schrot. 

Inocybe cristata (Scop.) Schrot. 

Cortinarius obtusus Fr. zwischen Moos. 

C. castaneus (Bull.) Fr. 

Naucoria furfuracea (Pers.) Ouelet. 

Hyporhodius mammosus (L.) Schrot. 

H. asprellus (Fr.) Schrot. 

H. sericellus (Fr.) Schrot. 

H. sericeus (Bull.). 

Agaricus rusticus Fr. 

A. hepaticus Batsch 

A. (Mycaena) vulgaris Pers. 

A. epipterygius Scop. 

A. roseus Bull. 

A. (Collybya) murinus Batsch 

A. sinopicus Fr. 

A. infundibulifomiis Schäffer 

A. equestris L. 

Lepiota granulosa (Batsch). 

Amanitopsis plumbea (Schäffer) Sehr. 

Amanita muscaria (L.) Pers. 

Bovista plumbea Pers. 



Lycoperdon caelatum Bull. 

Jungermannia minuta Crtz. 

J. excisa (Dicks.) Hook. 

J. Starckii N. v. E. zerstreut. 

Scapania obtusifolia Hook. 

Sarcoscyphus Funckii (W. et M.) N. v. E. 

Alicularia minor Limpr. 

VVeisia viridula (Dill.) Brid. 

Dicranum undulatum Hedw. 

Pottia truncata (L.) Fürnr. 

P. intermedia (Turn.) Fürnr. 

Bryum atripurpureum W. et M. 

Webera nutans (Schreb.) Hedw. 

Pogonatum urnigerum (L.) Schimp. 

P. aloides (Dill.) P. Beauv. 

P. nanum (Dill.) P. Beauv. 

Buxbaumia aphylla L. an festeren Stel- 
len. 

Diphyscium folio.sum (L.) Mohr 

Thuidium abietinum (L.) Br. et Seh. 

Brachythecium albicans (Neck.) Br. et 
Seh. 

Hypnum cupressiforme L. 

H. Schreberi VVilld. an mäßig feuchten 
I Orten. 
I H. purum L. 



B. nigrescens Pers. 

Hylocomium splendens (Hedw.) Br. et Seh. oft in Mengen. 

H. triquetrum L.) Br. et Seh. ebenso. 

Polypodium vulgare L. hin und wieder. Eine kleine Form (pumilum Hausm.) 

auf trockenen Dünen. 
Botrychium Lunaria (L.) Sw. 
B. ramosum (Rth.) Aschers, seltener als vorige. 
B. Matricariae Schrk.) Spr. auf VValdlichtung^'en. 
Silene Otites (L.) Sni. 

S. nutans L. gern an Abhängen und Wegerändern auf trockenem, sandigem, 
wenig begrastem Boden. 

S. chlorantha Ehrh. ähnlich wie vorige, gern mit Gypsophila fastigiata, mehr 

an sandigen Stellen. 
Gypsophila fastigiata L. 

G. muralis L. liebt festeren, mäßig feuchten Sandboden, unbedeckte oder 

verwundete Stellen. 
Dianthus Carthusianorum L. 
D. deltoides L. 



Erstes Capltel. Echte Heiden. 155 

D. caesius Sm, auf leichtem, sandigem Boden. 

Cerastium semidecandrum L. gern an Wegen, Ausstichen etc. 

C. caespitosum Gil. wie vorige, aber auch auf grasigem und moosigem Boden. 

Holosteum umbellatum L. auf mäßig trockenem, nacktem Sandboden mit 

etwas Lehmgehalt an Wegen, Abstichen etc. 
Sagina procumbens L. auf feuchtem Grunde an Ausstichen, Wegen, Gräben, 

selten auf unberührtem Boden. 
Alsine viscosa Schreb. gern an mäßig begrasten Stellen auf lockerem, 

trockenem Sandboden, auch an kahlen Stellen mitunter in Menge. 
Equisetum arvense L. 

E. palustre L. 

Anthoxanthuni odoratum L. häufig auf Dünenheiden als Überrest der Strand- 
flora. 

Koeleria cristata (L.) Fers. 

K. glauca (Schk.) DG, meist seltener als vorige, doch stellenweise in größerer 
Menge. 

Aira caryophyllea L. 

A. praecox L. 

Lolium perenne L. hin und wieder, besonders auf Heiden am Strande. 

Hordeum murinum L. an Wegen etc. 

Scirpus compressus (L.) Pers. besonders auf Strandheiden, auf kahlem Sand- 
boden kleine Bestände bildend. 

S. paluster L. 

Carex muricata L. sowohl auf trocknerem Sandboden als besonders auf an- 
moorigem Grunde. 

C. virens Lmk. 

C. supina Wahlenb. gern an der oberen Kante und auf der Fläche steilerer 
Diluvialhügel; liebt etwas feuchten, sandigen Boden. 

C. distans L. besonders an begrasten Stellen. 

C. hirta L. ohne Vorliebe für einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad, deshalb 
in fast allen Typen gleichmäßig verteilt; sowohl auf reinem Flugsand, 
wie auf Torfmoor (hier allerdings wohl nur auf unbedecktem Boden] und 
an quelligen Stellen mit anmoorigem oder humosem Sande gut gedeihend. 

Juncus effusus L. in reinem Sande auf etwas feuchtem Untergrund. 

J. capitatus Weigel gern auf verwundetem, mäßig feuchtem, sandigem, etwas 
humosem Boden. Öfter unbeständig, häufig in großer Menge. 

J. silvaticus Reich, an feuchteren, besonders grasigen und moo.sigen Orten. 

J. atratus Krock. wie vorige. 

Allium fallax Schult. 

Anthericus Liliago L. fast nur an Abhängen, auf sandigem, humushaltigem 

Boden, gern zwischen Hypnum und Gras. 
A. ramosus L. 
Piatanthera bifolia L. p.p. Schmidt) Rchb. gern zwischen Gras an mäßig 

feuchten Orten. 



156 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Epipactis rubiginosa (Crantz) Gaud. sowohl an grasigen Stellen wie auf 

nacktem Sande der Dünenheiden. 
Salix alba L. 

S. repens L. mit der var. leiocarpa E. Mey. 
Betula verrucosa Ehrh. 
Quercus Robur L. p. p. oft vereinzelt und strauchartig auf mäßig feuchtem, 

festerem Sandboden. 
Q. sessiliflora Sm. ähnlich wie vorige, aber seltener. 
Thesium ebracteatum Hayne 

Rumex Acetosella L. trägt durch seine Adventivsprosse viel zur Befestigung 

des Bodens bei. 
Arenaria serpyllifolia L. meist auf kahlem Boden, an Abstichen, Graben- 
rändern etc.; seltener zwischen Gras. 
Spergularia campestris (L.) Aschers. 

Herniaria glabra L. auf nicht zu lockerem Boden, zuweilen zwischen Gras. 
Scleranthus annuus L. auf leichtem und mäßig festem Sandboden, stellenweise 

an nackten oder wenig bedeckten Orten große Bestände bildend. 
S. perennis L. oft mit voriger, stellenweise häufiger oder seltener. 
Berberis vulgaris L. an mäßig feuchten Orten auf nicht zu lockerem, sandigem 

oder anmoorigem Boden. 
Erophila venia (L.) E. Mey. sowohl auf reinem, lockerem, als auf festerem 

Sandboden. 
Arabis hirsuta (L.) Scop. an grasigen und dünnmoosigen Orten; liebt einen 

nicht zu festen, unbedeckten Sandboden mit mäßig feuchtem' Untergrund, 

gern an etwas geschützten Stellen. 
A. arenosa (L.) Scop. oft charakteristisch für ganze Heideflächen, so am Strande 

als Dunenpflanze in großen Mengen selbst auf losem Flugsande 
Alyssum montanum L. an unbedeckten und moosigen Orten oft in großen 

Mengen; hebt trockenen, leichten Sandboden. 
Rubus plicatus W. et N. 

R. Schummelii W^he. gern an grasigen und moosigen Orten, doch auch auf 

unbedecktem Boden. 
R. Radula W. et N. 

R. Schleichen Arrhen. selbst auf mäßig trockenem Kiesboden. 
R. caesuis L. selbst auf ziemlich trockenem, sandigem Boden, allerdings an 

f^"c^te", grasigen oder moosigen Stellen üppiger entwickelt. 
I otentiUa sdvestris Neck, auf mäßig feuchtem Boden zahlreich. 

akk""''"''"'?' ^"''^^''- ^^- ^^^"^ ^"^^-^ "^^'^t ^"f trockneren, sonnigen 
Abhangen, oft ganze Strecken überziehend. 

P- cinerea Chaix liebt leichten, warmen Sandboden, weniger auf anmoorigem 

Grunde oder trockenem Torf. 
P. rubens (Crtz.) Zimm. weniger als vorige, gern zwischen Gras. 
Kosa tomentosa Sm. 

R. tomentosa var. venusta Scheutz liebt leichten, warmen Sandboden. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 157 

R. canina L. auf Dünenheiden. 

R. glauca Vill. liebt anscheinend leichten Sandboden; doch auch auf Kalk. 

R. dumetorum Thuill. wie vorige, jedoch anscheinend größere Feuchtigkeit 

und geschütztere Orte liebend. 
R. coriifolia Fr. an buschigen Orten, doch nicht directen Schatten liebend. Auf 

mäßig feuchtem Boden. 
R. elliptica Tausch (= R. graveolens Gren.) gern auf leichtem Sandboden, an 

grasigen, mäßig feuchten Stellen. 
Genista tinctoria L. liebt buschige Orte; gern zwischen Gras und Moos. 
G. germanica L. seltener als vorige. 

Ulex europaeus L. auf trockenen und mäßig feuchten Flächen, sowohl auf 
losem Sandboden, als besonders auf etwas schwererem (lehmhaltigem) 
Grunde. Oft mit Sarothamnus dichte Bestände bildend. 
Ononis spinosa L. liebt leichten, warmen Sandboden ohne oder mit dünner 

Grasdecke. 
O. repens L. oft mit voriger, scheint w^eniger Dürre zu vertragen; mehr zwi- 
schen Gras. 
Trifolium arvense L. auf trockenem Sandboden. 
T. agrarium L. auf mäßig trockenem Boden, gern zwischen Gras. Nicht selten, 

aber meist vereinzelt. 
Anthyllis Vulneraria L. charakteristisch für viele Dünenheiden, oft auf reinem 

Flugsande; besonders die 
A. vuln. var. A. maritima Schweiars'. 
Lotus corniculatus L. an Küsten ziemlich verbreitet, seltener in Menge, meist 

vereinzelt auf grasigem Gelände. 
Astragalus arenarius L. stellenweise in Menge, gern auf losem, fast unbedeck- 
tem oder dünn begrastem Sandboden, auch an kiesigen Orten, in Aus- 
stichen etc. lose Bestände bildend. 
Vicia lathyroides L. sowohl auf unbedecktem Boden wie zwischen kurzem 
Gras und Moos ; selten in größeren Mengen, meist einzeln ; liebt trockenen, 
sandigen bis anmoorigen Grund (weniger Torf). 
Lathyrus montanus Bernh. gern auf frischem Boden zwischen Gras und Moos 
an geschützten Stellen. Seltener Bestand bildend, meist zwischen anderen 
Pflanzen wenig auffällig. Besonders die 
L. var. linifolius Reichard 

Geranium pusillum L. liebt unbedeckten oder dünn begrasten, lockeren Sand- 
boden und wenig Schatten. Besonders an Wegrändern. 
G. molle L. liebt einen höheren Feuchtigkeitsgrad und erträgt festeren Boden. 
Tithymalus Cyparissias (L.) Scop. häufig an offenen Stellen, gern auf dünn- 
grasigem oder unbedecktem Sandboden, seltener auf trocknerem Torf. 
Polygala ciliatum Lebel (P. blepharopterum Borb.). 
Hypericum perforatum L. 

Helianthemum guttatum (L.) Mill. liebt lockeren, unbedeckten oder mit Calluna 
(resp. Gräsern) spärlich bestandenen Sandboden. 



158 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

H. Chamaecistus Mill. meist zerstreut zwischen Gras (und Moos). Auf mäßig 

feuchtem, sandigem bis anmoorigem Boden. 
Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. an moosigen und grasigen, trockenen 

Orten. 
Viola tricolor Lr 

Eryngium planum L. im Osten an der Küste. 
Pimpinella Saxifraga L., auf trocknerem und festerem, grasigem oder moosigem 

Gelände oft in großen Mengen. 
Archangelica sativa (Mill.) Bess. in Dünenheiden sogar an sehr wenig feuchten 

Stellen (mit Solidago, Hieracium umbellatum etc.); auf kiesigem oder losem 

Sande und Torfboden meist an Gebüschen. 
Peucedanum Oreoselinum (L.) Mnch. an grasigen Stellen auf mäßig trockenem 

Boden. 
Pirola media Sw. an buschigen Orten, meist einzeln oder in geringen Mengen; 

gern zwischen Moos. 

Vaccinium uliginosum L. bisweilen an mäßig feuchten Sandstellen (an Dünen). 
Erica Tetralix L. 

Androsaces septentrionale L. an sandigen, trockenen Abhängen, gern auf un- 
bedecktem oder dünnbegrastem Boden, an den Standorten meist in Meno-e. 
besonders in Dünenheiden. 

Armeria elongata (Hofifm.) Boiss. meist auf lockerem Sandboden. 

Erythraea pulchella (Sw. erw.) Fr. an grasigen Stellen, besonders in Dünen- 
heiden. 

Myosotis hispida Schlechtend. sen. gern auf unbedecktem, lockerem Sand- 
boden an trockenen bis mäßig feuchten (schattigen] Stellen. 

Brunella vulgaris L. p. p. 

Galeopsis ochroleuca Lam. an grasigen, mäßig trockenen Stellen. 

G. Tetrahit L. p. p. an buschigen, nicht zu trockenen Orten. 

Stachys Betonica Benth. an buschigen Orten zwischen Gras oft in Menge. 

Teucrium Scorodonia L. an buschigen Stellen. 

Marrubium vulgare L. besonders an buschigen Abhängen nicht selten. 

Calamintha Acinos (L.) Clairv. oft massenhaft, sowohl auf offenem Boden wie 
zwischen Gras und Hypnum. 

Solanum Dulcamara L. an feuchteren Stellen, in Gebüschen. In den Dünen 
in einer behaarten Form nicht selten. 

V^erbascum Lychnitis L. mitunter zahlreich. 

V. nignmi L. oft mit voriger, meist zahlreicher; gern in Gebüschen zwischen 
Gras. 

V. phoeniceum L. an trockenen, grasigen Stellen, gern mit Teesdalea, Sper- 
gula, Pulsatilla u. a. 

V^eronica officinalis L. gern an moosigen und grasigen Plätzen, häufig aber auch 
auf lockerem, unbedecktem Sande, erträgt große Trockenheit und scharfe 
Besonnune. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. I59 

V. prostrata L. liebt mäßig- trockenen, losen, etwas humosen Sandboden, gern 

an grasigen Plätzen. 
V. triphylla L. liebt losen, nackten oder dünn begrasten Sandboden. 
Euphrasia lutea L. auf grasigem Boden, an den Standorten meist in Menge. 
Asperula cynanchica L. an g-rasigen Plätzen. 
Galium boreale L. an grasigen Orten. 
G. verum L. liebt mäßig trockenen, leichten Sandboden mit etwas Humusgehalt, 

aber auch auf Torf; auf nacktem Gnmde oder zwischen Gras und Moos. 
G. Mollugo L. oft mit voriger, aber mehr an buschigen Orten. 
G. silvestre Poll. auf trocknerem Sandboden, gern auf Hügeln. 
Sambucus nigra L. 

Valerianella olitoria (L.) Poll. oft massenhaft sowohl auf Sand wie auf torfigem 
Gnmde (besonders in den Dünen). 

Knautia arvensis (L.) Coulter p. p. an grasigen Plätzen. 

Scabiosa Columbaria L. auf trockneren Hügeln und Grasplätzen. 

Jasione montana L. oft große Strecken dicht überziehend, besonders in den 
Dünenthälern, die von der Heide noch nicht vollständig besiedelten Stellen 
blau färbend. Beträchtlich häufiger auf Sandboden als auf trockenem Torf. 

Campanula rotundifolia L. mitunter zahlreich sowohl auf humosem Sandboden, 
meist zwischen Gras oder Moos, als auch auf trockenem, kahlem Torf. 

C. persicifola L. gern an grasigen, buschigen Plätzen. 

Solidago virga aurea L. besonders in den Dünen oft große Strecken dicht 
überziehend und gelbförbend, verschwindet bis auf wenige Exemplare, so- 
bald sich eine dichtere Bodendecke bildet; gern an dünngrasigen Orten 
auf lockerem Boden. 

Aster Linosyris (L.) Beruh, auf losem, sandigem Boden. 

Erigeron acer L. auf dünnbegrastem, lockerem Sandboden, weniger auf Torf. 

Filago arvensis L. auf trockenen, sandigen Abhängen mit nacktem oder dünn- 
begrastem Boden, meist in großer Menge auftretend. 

F. minima (Sm.) Fr. meist zahlreicher als vorige. 

Gnaphalium silvaticum L. an trockenen grasigen Plätzen. 

Helichr\^sum arenarium (L.) DC. liebt lockeren, (unbedeckten oder) dünngrasigen 
Heideboden. 

Inula Britannica L. in den Dünen auf ziemlich trockenem, wenig begrastem 
Sandboden häufig in großen Mengen. 

Achillea Millefolium L. 

A. Ptarmica L. oft mit voriger, aber an feuchteren Orten. 

Chr)^santhemum vulgare (L.) Beruh, in Dünenheiden oft massenhaft. 

Chr. Leucanthemum L. ebenfalls meist in Dünen, hier selbst an trockenen, 
sandigen Abhängen, oft in großen Mengen und ganze Strecken weiß 
färbend. 

Petasites tomentosus (Ehrh.) DC. in Dünenheiden in lockerem, trockenem bis 
mäßig feuchtem Sande. 



160 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Arnica montana L. auf Hügeln mit festerem Boden an bewachsenen Plätzen, 
gern zwischen Gras. 

Senecio viscosus L. 

S. silvaticus L. oft mit voriger. 

S. vernalis W. K. 

Carlina vulgaris L. an dünngrasigen Plätzen, sowohl auf unbedecktem, locke- 
rem Sandboden wie auf feuchterem, lehmigem Grunde. 

Cirsium arvense (L.) Scop. 

Carduus cripus L. 

Jurinea monoclona (L.) Aschers, an dürren Stellen. 

Serratula tinctoria L. auf nicht zu losem Sandboden an buschigen und grasigen 
Plätzen. 

Centaurea Jacea L. an nicht zu trockenen, sandigen und humosen Plätzen; gern 

an grasigen Stellen. 
Arnoseris minima (L.j Lk. auf unbedecktem Boden. 

Hieracium Pilosella L. auf leichtem Boden oft kleine Strecken dicht überziehend. 
H. vulgatum Fr. 

H. laevigatum Willd. an buschigen Stellen auf mäßig feuchtem Sand- und 
Torfboden. 

H. umbellatum L. .sowohl auf losem Sande wie auf Torfboden oft dichte Be- 
stände bildend und größere Strecken gelb färbend. Meist auf offenem oder 
dünn begrastem Grunde. 

Hypochoeris glabra L. gern an dünnbegrasten Plätzen. 

Leontodon autumnalis L. mitunter sehr häufig und massenhaft. 

Thrincia hirta Rth. auf nicht zu losem, humosem Sande oder anmoorigem 
Grunde oft massenhaft. 

Tragopogon floccosus W. K. auf dürren Dünenheiden. 

3. Accessorisch auftretende, sich hin und wieder findende 
Pflanzen: 



Ulothrix parietina Ktzg. 

Thelephora cristata (Pers.) Fr. 

Th. palmata (Scop.) Fr. 

Geoglossum ophioglossoides (L.) Sacc 

Ciavaria muscigena Karsten 

C. fastigiata L. 

Sistotrema confluens Pers. 

Inocybe geophylla (Sow.j Karst. 

Agaricus dryophilus Bull. 

A. dealbatus Sowerby 

A. butyraceus Bull. 

Lepiota Carcharias (Pers.) Karsten 

L. procera (Scop.) Quelet. „. 

Amanita bulbosa Bull. ' Orten Tn" den 

Campylopus fragilis (Dicks.) Br. et Seh. var. anceps Wallr. und 



auf feuchtem Sandboden auch der 

Heiden. 
Barbula tortuosa (L.) VV. et M. 
Dicranum spurium Hedw. 
Leucobiyum glaucum (L.) Schimp. 
Bryum erythrocarpum Schwägr. 
Hypnum chrysophyllum Brid. 
Aspidium montanum (Vogler) Aschers. 

auf Heidehügeln. 
Blechnum Spicant (L.) Rth. 
Equisetum hiemale L. 
Lycopodium clavatum L. 
L. complanatum L. meist an feuchten 



Erstes Capitel. Echte Heiden. IßJ 

var. Chamaecyparissus A. Br. 

Larix decidua Mill. hier und da angeschont. 

Picea excelsa (Lmk.) Lk. meist angeschont. 

Anthoxanthum Fuelii Lee. u. Lam. 

Stupa capillata L. 

Calamagrostis arenaria (L.) Rth. 

C. bahica (Flüg.) Htn. seltener als vorige, nur an der Meeresküste. 

Avena pubescens L. an grasigen Orten. 

Dactylis glomerata L, an grasigen Orten. 

Festuca pseudomyurus Soy.-Will. meist in großer Menge auftretend. 

F. sciuroides Rth. seltener als vorige. 

Bromus arvensis L. wohl nur verschleppt. 

Triticum rcpens L. 

Hordeum (Elymus) arenarium (L.) Aschers, in Dünenheiden als Überbleibsel der 
Strandflora. 

Carex disticha Huds. an feuchten Stellen. 

C. humilis Leyss. mit Cladonien und anderen Erdflechten auf Heideabhängen, 
fast immer in großen Mengen, an grasigen Orten. 

C. glauca Murr, an mäßig trockenen, sandigen Abhängen. 

Juncus balticus Willd. als Überbleibsel der Strandflora in Dünenheiden. 

J. alpinus Vill. 

AUium vincale L. 

A. oleraceum L. 

Asparagus altilis (L.) Aschers, in Dünenheiden. 

Polygonatum officinale All. hin und wieder auf reinem, unbedecktem Sand- 
boden in ziemlicher Menge. 

P. multiflorum (L.) All. ähnlich wie vorige. 

Salix Caprea L. strauchig, an trockenen Orten. 

S. cinerea L. 

Rumex auriculatus (Wallr.) auf sandigen, trockenen Hügeln und am Seestrande. 

Polygonum amphibium L. die Landform in Dünenthälern etc. 

P. aviculare L. auf Wegen und in einigen Formen in Dünenheiden. 

Atriplex litorale L. unweit der Küsten. 

A. patulum L. ) r .. • i.- ^ t • 

. , ^ ^ oft mit voriger, häufiger als sie. 

A. hastatum L. p. p. J ^ 

Dianthus arenarius L. 

Moenchia erecta (L.) Fl. Wett, auf sandigen, sonnigen Hügeln mit Aera 

caryophyllacea und A. praecox. 
Cerastium arvense L. 
Alsine tenuifolia (L.) Wahlenb. 
Spergula arvensis L. 
Thalictnmi flexuosum Bernh. 
Th. minus L. (Koch). 
Lepidium ruderale L. auf trockenem, besonders etwas festem Sandboden. 

Graebn er, Die Heide. *^ 



162 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Cardaminc hirsuta L. auf mäßig feuchtem, verwundetem Sandboden. 

Sedum maximum (L.) Suter 

S. purpureum (L.) Lk. 

Rubus fissus Lindl. hin und wieder an offenen Localitäten, an trockenen Stellen 

spärlich und wenig entwickelt. 
R. sulcatus Vest. 

Fragaria vesca L. an grasigen Plätzen. 
F. collina Ehrh. 
Potentilla anserina L. sowohl auf feuchten als trockenen Formationen; auf 

Sand- und Torfboden anscheinend gleich verbreitet. 
P. argentea L. 
P. collina Wib. 
P. rupestris L. 

Filipendula hexapetala Gill. auf Heidehügeln. 
Rosa pimpinellifolia L. auf Dünenheiden. 
R. rubiginosa L. nur an mäßig feuchten Orten. 
Ononis arvensis L. mitunter zahlreich. 
Trifolium procumbens L. 
T. minus Reih. (T. filiforme auct.) 
T. rubens L. 
Oxytropis pilosa (L., DC. 
Coronilla v^aria L. 

Vicia Cracca L. an buschigen und grasigen Stellen mitunter zahlreich. 

Vicia sepium L. liebt festeren Boden. 

V. cassubica L. 

V. hirsuta (L.) Koch fast nur an grasigen und moosigen Orten, selten auf 

unbedecktem Boden oder Bestand bildend, meist zerstreut. Liebt frischen, 

humosen Sand. 

V. tetrasperma (L.) Mnch. auf grasigen Sandflächen mit mäßiger Boden- 
feuchtigkeit. 

Lathyrus maritimus (L.) Big. auf Dünenheiden oft in Menge; nur in losem, 

tiefgründigem Sande, verschwindet bei der Zunahme der Humusdecke. 
Geranium columbinum L. 
Erodium cicutarium (L.) L'Herit. 

Polygala vulgare L. an grasigen Stellen mitunter in Menc^e 
P. comosum Schk. ^ 

Evonymus europaea L. in buschigen Heiden. 
Malva Alcea L. wie vorio-e. 
Hypericum montanum L. 

Hippophaes rhamnoides E. hin und wieder in den Dünenheiden in einiger 
Menge. '^ 

Oenothera muricata L. 

Epilobium parviflorum Schreb. an feuchten Stellen oft massenhaft. 
Eryngium campestre L. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 1(53 

E. maritimum L. häufig in den Heiden der Dünenthäler, gern auf unbedecktem 

Sande. 
Peucedanum Cervaria (L.) Cuss. 
Pirola rotundifolia L. nach Euchenau in Dünenthälern zwischen Salix repens 

und Hippophaes rhamnoides in Menge. 
P. chlorantha S\v. 
Vaccinium MyrtiUus L. 
V. Vitis idaea L. oft mit vorigem. 
Centuncukis minimus L. 
Erythraea Centaurium (L.) Pers. 
Anchusa arvensis (L.) M. B. an verwundeten Stellen. 
Cynoglossum officinale L. an grasigen Orten. 
Myosotis intermedia Lk. 
Echium vulgare L. 
Stachys rectus L. an Abhängen, gern zwischen Gras auf festerem, mäßig 

trockenem Boden. 
Salvia pratensis L. an Abhängen; gern auf frischem Boden. 
Linaria odora (M. B.) Chav. auf sandigen und heidigen Plätzen der Ostsee, 

an den Standorten meist in Menge. 
L. vulgaris Mill. an W^egen und Rändern, seltener in Beständen. 
V^eronica spicata L. auf trockenem, nicht zu lockerem Sandboden. 
Pedicularis silvatica L. 

Plantago lanceolata L. an Heidewegen mitunter in Menge. 
Cirsium acaule (L.) AU. 
Carduus nutans L. 
Centaurea Scabiosa L. 
C. panniculata Jacq. 
Crepis tectorum L. 
Hieracium murorum L. 

H. boreale Fr. auf buschigen, grasigen Stellen. 
Hypochoeris radiata L. an festeren, grasigen Plätzen. 
Chondrilla juncea L. 

Tragopogon pratensis L. an grasigen Plätzen. 
Scorzonera humilis L. 
S. purpurea L. an grasigen Plätzen. 

Der echten Callunaheide müssen noch einige F"acies oder Subtypen 
zugerechnet werden, die nicht gut den andern Typen der Heide zugesellt 
werden können, die aber nicht häufig und entschieden genug auftreten, um 
als eigene Typen betrachtet zu werden. Meist finden wir Calluna in diesen 
Formationen in so großer Menge, dass die Zahl der Pflanzen wohl die aller 
andern siphonogamen Gewächse übersteigt, nur die Menge der beigemischten 
Individuen einer bestimmten Art, die, besonders wenn sie mit lebhaft gefärbten 
Blüten versehen ist, zu gewissen Jahreszeiten, wenn das Heidekraut recht 

II* 



|g4 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

ansehnlich aussieht, giebt dem Subtypus ein so charakteristisches Gepräge, dass 
man versucht ist, die beigemischte Art für die bestandbildende zu halten. 
Nicht immer ist allerdings Calluna die wirklich überwiegende Art, oft machen 
ihr andere Pflanzen den Vorrang streitig. Je mehr das nun mit Erfolg ge- 
schieht, desto mehr entfernt sich die Formation von der der Heide und gerade 
bei diesen der eigentlichen Callunaheide sich eng anschließenden Subtypen 
haben wir oft einen so schroffen Gegensatz zwischen einem echten, zur Heide 
o-ehörisen Verein und einer Formation, die mit der Heide so gut wie nichts 
mehr zu thun hat. Die vorher in der echten Heide häufige Art begleitet dann 
mitunter auch noch die Charakterpflanzen der andern Formation. Als wichtigste 
sind zu nennen: 



Facies b. CalhinaJicide mit Vorherrschen von Pnlsatilla. 

r. Schilderung der Facies. So charakteristisch einige unserer Pulsatilla- 
arten, besonders P. pratensis und P. vulgaris (vgl. S. 37, 46) für gewisse Heide- 
formationen sind, sind sie doch nicht ausschließlich an Orte, an denen Calluna 
wächst, gebunden. Nicht selten treten sie auch auf trockneren Hügeln mit 
nährstoffreicherem Boden auf. Wenn sie dort auch gewöhnlich größer und 
kräftiger werden, als auf der offenen Heide, treten sie fast nie in so großer 
Menge auf solchen sonnigen (pontischen) Hügeln auf, dass sie das Aussehen 
der Formation wesentlich beeinflussen. Massenhaft sah ich sie nur in heidigen 
Formationen, vorzüglich in der offenen Callunaheide. Ihre Vegetations- 
bedingungen scheinen also derart zu sein, dass sie nicht absolut an nährstoff- 
arme Böden gebunden sind, dass also ihre Wurzeln nicht, wie etwa die von 
Calluna, durch stärkere Nährstoffzufuhr krankhafte Veränderungen erfahren, 
sondern Nährstoffreichtum g-ut zu ertragen vermögen. Sie bedürfen also zu 
ihrem Gedeihen nur einer Stelle, an der durch irgend einen Factor Bildung 
dichter Laubmassen verhindert wird. 

Meist findet man die Pulsatiilaheide an den Hängen, den sanften Lehnen 
oder den welligen Kuppen von Diluvialhügeln, deren obere Bodenschichten 
stärker ausgelaugt sind, als bei den pontischen Hügeln, die deshalb mit Heide 
statt mit der letztgenannten Formation bedeckt sind. Meist sind die Stellen, 
an denen Pulsati IIa in Menge vorkommt, für den botanischen Sammler 
außerordentlich interessante und einträgliche Localitäten. Es wird deshalb an- 
gebracht erscheinen, unten die Schilderung einiger solcher interessanterer Fund- 
orte zu geben. 



tj^ 



2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Burg (Bz. Magde- 
burg], wo in der Gegend von PietzpuhP) Pnlsatilla vulgaris die südlich 
gelegenen Heiden im Frühjahr stellenweise blau färbt, waren Dicranum 
scoparium, Hypnum Schreberi, Spergula vernalis, Teesdalea nudi- 



i] ESGLER, Bot. Jahrb. XX (1895), p. 526. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



165 



caulis, Erophila venia, Stenophragma Thalianum, Potentilla Taber- 
naemontani (die an den tiefer gelegenen Stellen den Boden mit einer dichten 
Decke überzog), Gnaphalium dioecum u. a. in größerer Menge vertreten, 
am Rande eines angrenzenden Kiefernvväldchens wuchs Verbascum phoeni- 
ceum in einiger Zahl. 

Bei Emden, unweit Neuhaldensleben, waren in Gesellschaft von Pulsa- 
tilla vulgaris auf einem aus dem Acker hervorragenden, Priesterberg ge- 
nannten Heidehügel außer Triodia decumbens, Potentilla cinerea. 
Hypericum perforatum, Linaria vulgaris u. a. noch Reseda lutea, 
Eryngium campestre, Veronica spicata, Euphrasia lutea (in Menge), 
Scabiosa suaveolens (die auch bei Götze und Nauen mit Pulsatillen vor- 
kommt) etc. zu finden. Auch sonst erscheinen die beiden Charakterpflanzen 
dieser Facies häufig in Gesellschaft bezeichnender Arten, von denen einige oft 
an der Zusammensetzung der Vegetation auf »pontischen Hügeln« teilnehmen. 

Arten, die fast alle sowohl auf. dem Heidesand in dieser Facies, als auf 
mergelhaltigem Boden wachsen, sind: 



Polypodium vulgare, 
Botrychium spec. div., 
Carex Schreberi, 
C. supina, 

Thesium ebracteatum, 
(Agrimonia odorata), 
Genista germanica, 
Vicia lathyroides, 
(Oxytropis pilosa), 
Hypericum humifusum, 
Gentiana campestris, 
Salvia pratensis, 



(Calamintha Acinos), 

Origanum vulgare, 

(Verbascum Thapsus, V. thapsi- 

forme), 
Veronica verna, 
V. Dillenii, 
V. prostata, 
Melampyrum pratense, 
(Centaurea Scabiosa), 
Scorzonera purpurea (Schwedt a. 0.\ 
Sc. humilis u. a. 



Facies c. CallunaJieide mit VorJierrschen von Genisten. 

I. Schilderung der Facies. Genista anglica, G. pilosa und G. ger- 
manica 'mitunter auch G. tinctoria überziehen an geeigneten Standorten 
oft ziemlich große Strecken, nicht selten sind sie mit dem vorigen Sub- 
typus vergesellschaftet und in der Mehrzahl der Fälle an Calluna gebunden. 
Ganz gleichartig sind auch die Standorte der hauptsächlich genannten 
Arten nicht (G. tinctoria liebt mehr die Kiefern- und Laubwaldheide), denn 
während G. pilosa und auch G. germanica große Neigung zur Gesell- 
schaft der Calluna auf trockneren Hügeln zeigen, zeigt die ja nur im west- 
lichen Heidegebiet vorkommende G. anglica große Vorliebe für feuchtere 
Standorte, wie sie vorzugsweise sich an der Grenze der t\'pischen Calluna- 
heide zur Tetralixheide zu beobachten sind. Da so die genannten Arten in 
ihren Ansprüchen auch an die klimatischen Verhältnisse verschieden erscheinen, 
kann es nicht Wunder nehmen, dass die Heiden mit viel G. pilosa mehr im 



166 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



mittleren Gebiete, die mit G. angiica, dort im Volksmunde Steekheide ge- 
nannt, natürlich ausschließlich im westlichen Gebiete verbreitet ist (vgl. S. 38). 
Die Besenginsterheide gehört nicht hierher, sie bildet einen gesonderten Typus 
Kit sich. Hin und wieder findet sich G. pilosa auch ganz ohne Calluna, ent- 
weder geht sie durch die Kiefernheide in den Kiefernhochwald oder durch die 
Grasheide auf trocknere, etwas steppenartige Grasplätze über. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Arneburg feinem 
Punkte der Ostgrenze von Genista angiica) war diese Facies auf einem 
sanft nach Nordwesten ansteigenden Diluvialhügel entwickelt'), außer Calluna 
und Erica waren zu bemerken. 

Häufig: 
Cladonia spec, 
Ceratodon purpureus, 
Polytrichum juniperinum, 
Hypnum purum, 
H. Schreberi, 
Holcus lanatus, 
Sieglingia decumbens, 
Molinia coerulea, 
Luzula campestris, 

Vereinzelt: 
Weingaertneria canescens, 
Carex arenaria, 
Juncus effusus, 



Carex ericetorum, 

C. verna, 

Juncus squarrosus, 

Salix repens var. rosmarinifolia), 

Rumex Acetosella, 

Spergula vernalis, 

Hypericum humifusum, 

Pedicularis silvatica. 



Potentilla silvestris, 
Hypericum perforatum, 
Achillea Millefolium. 



J. silvaticus, 

Eine Pflanzengesellschaft, die aus einem eigenartigen Gemisch von charak- 
teristischen Arten trockner und feuchter Standorte zusammengesetzt erscheint. 
In ganz ähnlicher Weise war die Formation in anderen Gebieten ausgebildet, 
bei Clotze in der Altmark fanden sich noch Peziza aurantia, Boletus 
luteus, Agrostis vulgaris, Radiola multiflora, Melampyrum pratense. 



Facies d. Calhmahdde mit Vorherrschen von Solidago ?md 

Crepis tcctorian. 
Auch diese beiden hier zu einem Subtypus vereinigten Formationen bilden 
eigendich Ubergangsformationen zu der Heide nicht zugehörigen Formationen. 
Dort, wo sie auf natürlichem unberührten Heideboden vorkommen, wie es be- 
sonders an den Dünenheiden der Ostsee der Fall ist, geht der Subtypus fast 
stets in eine echte Sanddüne über. Während nach dieser Seite Calluna 
mehr und mehr verschwindet, bleiben doch Solidago Virga aurea und 



I) Knci.er. Bot. Jahrb. XX 1895;, p. 527 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 167 

Crepis tectoruni oder eine von beiden, besonders Solidago, als bestand- 
bildende oder doch den Charakter der Vegetation wesentlich beeinflussende 
Pflanzen i.ibrig. Sehr oft kann man an den Dünen drei deutliche Zonen unter- 
scheiden, und zwar besteht die erste an der dem Meere zugekehrten Seite 
aus ersten Strand- und Dünenpflanzen, wie Calamagrostis (Ammophila) 
arenaria, C. baltica, Hordeum (Elymus) arenarium, Salsola Kali, 
Honckenya peploides, Cakile maritima, Lathyrus maritimus, 
Petasites tomentosus und anderen. Hinter dieser Zone kommen dann Soli- 
dago und auch Crepis tectorum besonders vergesellschaftet mit Aera 
praecox, Anthoxanthum odoratum, Spergula vernalis, Arabis 
arenosa (meist in der rötlich blühenden Form), A. hirsuta, Chrysanthe- 
mum Leucanthemum und anderen. An der Binnenseite dieses Pflanzen- 
vereines tritt dann, wie es bei der Entstehung der Heide auf Dünensand be- 
schrieben ist, Calluna mit auf und zwar nicht selten in so großer Zahl, dass 
sie entschieden überwiegt. Oft ist der bei weitem größte Teil der Fläche mit 
Heide überzogen und besonders Solidago findet sich in solchen Massen 
dazwischen, dass die Düne zur Blütezeit ganz gelb erscheint. Crepis tritt auf 
der Dünenheide des Seestrandes meist viel eher zurück. Wieder weiter nach 
dem Binnenlande zu, gewöhnlich an dem nächsten tieferen Dünenthal, in dem 
dann meist auch schon einige Kiefern stehen, wird Calluna sehr dicht, es 
bildet, oft mit Empetrum gemischt, einen dichten Bestand. Hier pflegt dann 
auch Solidago zu verschwinden oder doch nur noch spärlich aufzutreten. 
Nicht selten ist bei dem Übergange des Soli dag obestandes in eine Heide 
das massenhafte Auftreten von Flechten, besonders Cladonien (Cl. rangi- 
ferina etc.) und Moosen, wie Hypnum (H. Schreberi besonders), Dicra- 
num, Polytrichum (P. piliferum) und anderen bemerkenswert, die den 
Boden für die Calluna Vegetation günstig machen und besonders die Humus- 
bildung befördern. 

Crepis tectorum zeigt nun außer dem genannten Vorkommen mit 
Solidago noch eine weitere Beziehung zur Heide. Im Binnenlande ist 
Crepis bekanntlich eine der häufigsten Ruderal- und auch Segetalpflanzen, 
besonders an VVegerändern häufig zu trefi-en. Daher kommt es, dass Crepis 
tectorum oft auf Heiden auftritt, die dadurch, dass sie betreten, vom Vieh 
beweidet oder in anderer Weise verwendet werden, eine Veränderung 
erfahren haben. Es stellen sich dann mit der genannten Pflanze noch 
eine große Zahl von Ruderalpflanzen ein, die z. T. uns auch als Charakter- 
pflanzen der politischen Hügel bekannt sind, wie z. B. Thymus Serpyllum, 
oft in Mengen, dazwischen 



Festuca ovina, 
;Chenopodiuni album), 
Rumex Acetosella, 
Dianthus deltoides, 
(D. Carthusianorum), 
Spergula vernalis, 



Lotus corniculatus, 
Euphorbia Cyparissias, 
Helichrysum arenarium, 
fSenecio vulgaris, S. vernalis), 
Hieracium Pilosella. 



16B Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Facies e. Calliinaheide mit Vorherrschen von niedrigen Standen. 

I. Schilderung der Facies. Der Subtypus der Calliinaheide mit vielen 
niedrigen Stauden findet sich an ungenutzten Stellen sehr selten, nur hin und 
wieder sieht man an einer Binnendüne den Bestand des Heidekrautes nach 
der Grenze einer sandigen, mit Stauden oder Kräutern bestandenen Fläche 
mit sehr viel Stauden, besonders Frühlingspotentillen und Hieracium Pilo- 
sella. Dieselben Pflanzen beobachtet man auch oft in Heiden, die häufig 
beweidet, die besonders durch Schafe regelmäßig kurz gefressen werden"! 
Zwischen dem geschorenen Heidekraut macht sich oft eine recht interessante 
Flora breit, die jedoch oft stark mit Ruderalelementen gemischt ist. Die 
letzteren treten allerdings bei dieser Formation verhältnismäßig selten derartig 
auf, dass sie das Vegetationsbild sofort beeinflussen. Meist sind sie auch vom 
Vieh so stark zurückgebissen, dass sie nicht sehr stark ins Auge fallen, nur 
Urtica dioeca-Büsche bemerkt man mitunter in größerer Zahl. 

Übergänge dieses Subtypus zu Beständen von Nardus sind nicht selten 
zu finden, stellenweise scheint es, als ob Nardus, je länger die Heide bc- 
weidet wird, immer mehr zunähme, sodass schHeßlich eine Nardus -Heide 
daraus entstände. — Wenn man will, kann man auch eine Reihe von Flechten- 
heiden, auf denen Cladonia rangiferina, Cornicularia aculeata, Peltigera 
canina, gemischt mit Moosen (Polytrichum piliferum und Rhacomitrium 
canescens) und einigen Stauden diesem Subt>^pus zurechnen. 

2. Aufzählung der Arten, i. Charakterpflanzen: 
Thelephora laciniata Pers. 
Th. terrestris Ehr. 

Lycoperdon gemmatum Batsch scheint die Gesellschaft von Nardus zu lieben 

I-'unana hygrometrica (L.) Sibth. 

Nardus stricta L. führt den Typus häufig in 8c über; liebt festeren, nicht allzu 
trockenen und meist anmoorigen Sandboden. 

Spiranthes spiralis (L.) C. Koch gern mit Euphrasia officinalis (i. gracilis Fr und 
Nardus, oft in großen Mengen zwischen kurzem Grase und niedrio-en 
Stauden. ° 

2. Häufig vorkommende Pflanzen: 
Lepiota amianthina (Scop.) Karsten 
Amanita muscaria (L.J Pers. 
Scleroderma vulgare Hörn. 
Hypnum purum L. 
Lycopodium clavatum L. 
Carex virens Lmk. 
C. supina VVahlenb. 
C. hirta L. 
Urtica urens L. häufiger als vorifre. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 1»)9 

Ornithopus perpusillus L. auf mäßig feuchtem bis trockenem Sande, gern auf 
nacktem oder verwundetem Boden, besonders auf Heidewegen oft in Menge; 
doch auch zwischen Gras und Moos. 

Gentiana campestris L. auf Abhängen auf nicht zu losem Sandboden zwischen 
Gras; auch auf anmoorigem Grunde. 

3. Accessorische, sich hin und wieder findende Arten: 

Amanita pustulata (Schäffer) Sehr. 

Vicia tenuifolia Rth. nicht selten. 

Cirsium lanceolatum (L.) Scop. meist auf kurzgrasigem oder moosigem Sand- 
boden. 

2) Typus IL Tetralixheide. 

I. Schilderung des Typus. Ganz erheblich seltener als Calluna tritt 
Erica Tetralix als Bestandbildner der Heide auf, selten ganz ausschließlich, 
wie Calluna, meist mehr oder weniger stark mit anderen Heidepfianzen ge- 
mischt, aber doch hin und wieder auf weite Strecken dominierend. Als ich 1893 
meine Arbeit über die Norddeutsche Heide schrieb'), waren mir größere Be- 
stände von Erica Tetralix, in denen die Erica dichte filzige Rasen bildet, 
nicht entgegengetreten. Erst später habe ich besonders auf der 1 898 im Auf- 
trage der Akademie der Wissenschaften unternommenen Reise in Ostfriesland 
weit ausgedehnte Tetralixheiden gesehen. 



Facies a. Tctralixhcide in lockerem Bestände auf sandigem Boden. 

Die Standorte der Tetralixheiden sind recht verschiedenartig, im allgemeinen 
sind sie feuchter als die Callunaheiden oder zeigen wenigstens in einer bestimmten 
Jahreszeit einen höheren Wassergehalt. An den Stellen, an denen Erica einen 
lockeren Bestand bildet, findet man sie sehr häufig auf feuchtem Bleisand- 
boden, zwischen ihr oft kurze gedrungene Rasen von Sphagnum. An 
mehreren solchen Stellen, an denen der Boden verwundet, d. h. die gesamte 
V^egetation entfernt war, konnte ich constatieren, dass sich eine Tetralixheide 
mitunter als Vorstufe des Heidemoors ausbildet, wie ja dieser Typus überhaupt 
in vielen Formen seines Auftretens sich als Übergangsglied zum Heidemoor 
darstellt. Auf feuchtem Sande tritt Erica oft sehr bald bestandbildend auf 
und zwischen ihr sieht man oft allmählich, gewissermaßen erst unter ihrem 
Schutze, die Sphagnumpflanzen sich entwickeln, wie es S. 94 beschrieben ist. 
Hat Sphagnum dann erst eine dichte Decke gebildet, tritt Erica wieder 
mehr und mehr zurück, und wenn auch die Zahl der Individuen sich nicht 
erheblich vermindert haben wird, fällt sie doch vor der großen Zahl der auf- 
tretenden, meist größeren Heidemoorpflanzen nicht mehr stark auf. 



I) Engi.er, Bot. Jahrb. XX (1S95:, p. 530. 



170 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Facies b. Typische Tctralixhcide. 

Dort wo Erica Tetralix auf weiten oder doch größeren Strecken einen 
dichten Teppich bildet, ist aber der Boden stark humos, die Oberfläche bildet 
meist einen festen Filz von Heidehumus, der sich mit dem Messer leicht in 
Stücke zerschneiden lässt. Unter dem Heidehumus lieort dann auch gewöhnlich 
wieder Bleisand. Der Feuchtigkeitsgehalt dieser Tetralixheide ist nun oft ein 
sehr wechselnder, denn während in manchen Jahreszeiten der Heidefilz so mit 
Wasser vollgesogen erscheint, dass er sich gleich wie ein Schwamm auspressen 
lässt, ist der Humus oft längere Zeit ziemlidi stark ausgetrocknet. Solche öfter 
mehr oder weniger stark austrocknenden Tetralixheiden sind leicht kenntlich 
durch den gänzlichen oder fast gänzlichen Mangel anSphagnum, welches ja, 
wie bereits bemerkt, das öftere Austrocknen nicht verträgt. Diese Eigentum- 
lichkeit des Torfmooses scheint mir der Hauptgrund zu sein, weshalb sich die 
ausgedehnteren Tetralixheiden als solche erhalten und sich nicht in ein Heide- 
moor verwandeln. Sehr oft ist eine Tetralixheide sehr stark bültig und uneben, 
man macht dann gewöhnlich die Bemerkung, dass auf allen erhabenen Stellen 
sich Pflanzen trocknerer Heiden, besonders Calluna anfinden. Es dürfte dies 
wohl ein Zeichen dafür sein, dass diese doch entschieden noch stärker als die 
nicht erhabenen Teile austrocknenden Hervorragungen einen Grad der Trocken- 
heit erreichen, der Erica nicht mehr zuträglich ist, dass also Sphagnum, 
Erica, Calluna (dann, wie wir später sehen werden, Weingaertneria und 
schließlich Cornicularia) sich in ihren Vegetatioasbedingungen sehr wesent- 
lich dadurch unterscheiden, dass sie zeitweilig einen verschieden starken Grad 
von Trockenheit zu ertragen im Stande sind. 

Der Hauptgrund der Entstehung der Tetralixheiden an solchen Orten scheint 
nun, abgesehen von den beschriebenen Feuchtigkeitsverhältnissen, die eine 
Umbildung in ein Heidemoor verhindern, der zu sein, dass Erica in noch 
höherem Maße als Calluna mit einem luftarmen Boden vorliebnehmen kann. 
Bei der Entstehung der Heiden haben wir oben S. 73 gesehen, wie durch 
Bildung von Rohhumusschichten Heiden entstehen können und wie sich in 
Wäldern feuchterer Gegenden öfter solche Verheidung bemerkbar macht. Nun 
lässt sich leicht constatieren, dass auf solchem Rohhumus Calluna wächst, 
wenn er nicht längere Zeit zu nass ist; er zeigt dann fast stets eine milde 
Feuchtigkeit, ist zu gewissen Jahreszeiten oft sogar ziemlich trocken und nur 
kürzere Zeit vollständig mit Wasser getränkt. An nasseren Stellen fängt 
Calluna an zu kränkeln und tritt schließlich ganz zurück. In den großen 
Heidegebieten wird sie dann meist durch Erica Tetralix ersetzt. Das Auf- 
treten so großer dichter Erica beiden auf dem beschriebenen Boden, die ent- 
schiedene Frävalenz dort vor Calluna, wie ich es in der Lüneburger Heide etc. 
nie zu beobachten Gelegenheit hatte, findet dann seine natürliche Erklärung 
m dem Umstände, dass die Niederschlagshöhe jener Gegenden eine noch er- 
heblich höhere ist als in den übrigen Heidegebieten Norddeutschlands. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. J71 

Eine solche Tetralixheide würde also ihre Existenz den eigentümlich 
complicierten Vegetationsbedingiuigen der betreffenden Striche verdanken, dass 
also die Feuchtigkeit des Rohhumus zu gewissen Jahreszeiten eine so hohe ist, 
dass die Luftarmut dieses Bodens zu jenen Zeiten selbst für Calluna unzu- 
träglich ist, dass aber abwechselnd mit jenen Perioden großer Feuchtigkeit sich 
solche bemerkbar machen, in denen der Boden mehrmals so stark austrocknet, dass 
ein üppiges Gedeihen von Sphagnum, was zur Bildung eines Heidemoores 
führen würde, unmöglich wird. Diese merkwürdige Complication der Vegeta- 
tionsbedingungen kann es auch nur erklären, dass trotz der weiten Verbreitung 
der lüica Tetralix reine Bestände sich so selten finden. 

Facies c. Tetralixheide auf einem Heidemoor. 

Wie schon bemerkt, ist die Tetralixheide eine dem Heidemoor nahe 
verwandte Formation und mit ihr durch allerlei Übergänge verbunden. Da 
kann es dann auch nicht Wunder nehmen, dass sich kleinere Bestände von 
Erica Tetralix auch auf echten Heidemooren finden. Zwar ist fast nie die 
Glockenheide dort so auffällig hervorstechend wie auf typischen Tetralixheiden, 
aber doch in so großer Masse, dass sie hier Erwähnung verdient. 

Facies d. Tetralixheide mit Vorherrschen von Juncus sqnarrosus 

nnd Scirpiis caespitosns. 

Nicht selten trifft man in Gesellschaft größerer Massen von Erica Tetralix 
große Mengen von Juncus squarrosus und Scirpus caespitosus, von 
denen bald der eine, bald der andere stärker hervortritt. Ebenso wie die bei der 
Besprechung der Heidemoore zu beschreibenden Bestände dieser beiden Arten 
ein sehr eierenartipes Aussehen besitzen, verleihen sie der Tetralixheide durch 
ihre Anwesenheit in größerer Zahl ein charakteristisches Gepräge. In Ostfries- 
land sah ich sie in größerer Ausdehnung mit den Charakterpflanzen feuchter 
Heiden. In der Lüneburger Heide fand ich bei Soltau, bei Munster, am Saal 
bei Traun und an anderen Orten hierhergehörige Formationen. Vorherrschend 
war Juncus squarrosus auf einer Tetralixheide auf feuchtem Sande [als 
Typus 2a) in Gesellschaft von Eriophorum vaginatum, *Salix rosmarini- 
folia, Genista anglica und Pedicularis silvatica bei Fallingbostel in der 
Lüneburgrer Heide. 



'tj^ 



2. Schilderung charakteristischer Localitäten des Typus. Bei Clötze 
.Altmark) am neuen Quanebccker Wege') wuchsen in einem trockneren Eri- 
cetum, welches sich nach der einen Seite zu, wo der Boden fester und etwas 
feuchter wurde, in ein Molinietum, auf den anderen Seiten auf sanft ansteigen- 
dem Terrain in ein Callunetum verwandelte, außer Calluna noch Cantha- 
rellus cibarius. Boletus scaber, Molinia coerulea, Rhynchospora 



i) Engler, Bot. Jahrb. (1895;, p. 530. 



172 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



alba, Salix repens, Drosera rotundifolia, Potentilla silvestris, Ra- 
diola multiflora, Viola palustris, Lysimachia vulgaris (ziemlich zahl- 
reich, aber in schlechten, niedrigen, sterilen Exemplaren); hin und wieder 
standen niedrige Gebüsche, die von Pinus silvestris, Salix aurita, Populus 
tremula, Betula alba und Quercus pedunculata gebildet wurden. Unfern 
dieser Localität fanden sich in einem nassen Ericetum, welches nur durch ein 
Betreten der Polster und Balten passierbar war, folgende Pflanzen: Häufig 
Calluna vulgaris, Molinia coerulea, Holcus lanatus, Agrostis alba, 
Festuca ovina var., Carex flava, Rhynchospora alba (oft die Wasser- 
löcher ganz ausfüllend), Eriophorum angustifolium (massenhaft), Juncus 
squarrosus, J. supinus (im Moorschlamm), J. silvaticus, Salix repens, 
Drosera rotundifolia (zwischen dem Sphagnum), D. intermedia (in Menge 
im Schlamm), Viola palustris. Vereinzelt: Aspidium spinulosum, 
A. cristatum, Potentilla silvestris, Thysselinum palustre, Lycopus 
europaeus; die kleinen Gebüschgruppen bestanden aus Salix aurita, Pinus 
silvestris und Betula verrucosa. 

Bei Arneburg, auf den Heiden nach Hämerten zu, wuchsen auf einem 
ziemlich trockenen Boden (unterer Diluvialsand) in Gesellschaft von Erica: Di- 
cranum scoparium, Bryum caespiticium, Polytrichum juniperinum, 
Hypnum Schreberi, Molinia coerulea, Poa pratensis, Sieglingia 
decumbens, Carex ericetorum, Juncus effusus, Rumex AcetoseHa, 
Calluna vulgaris, Pedicularis silvatica, Hieracium Auricula, hin und 
wieder niedriges Gesträuch von Pinus silvestris. 



3. Aufzählung der Arten, i. C 
Gloeocapsa livida Ktzg. 
Chroococcus minor Naegr. 
Lyngbya vulgaris (Ktzg.) Kirchner 
Oscillaria tenerrima Ktzg-. 
Nostoc lichenoides Vauch. 
Scytonema callitrichoides Ktzg. 
Stigonema ocellatuni Thur. 
Mesotaenium l^raunii de Bary 
Stichococcus bacillaris Naesr. 
Protococcus viridis Ag. 
Schizogonium murale Ktzg. 
Peziza aurantia Müller 
Ciavaria ligula Schäffer 
Cl. fragilis Holmsk. 

Leptoglossum muscigenum (Bull.) 
Karsten 

Cantharellus muscoides (Wulf ap. Jacq.) 
Schrot. 

Hygrophorus psittacinus (Schaeff.) Fr. 



haraktcrpflanzen: 

Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
'D. crustuliniformis (Bull.) Schrot. 

Cortinarius cinnamomeus (L.) Fr. 

var. croceus (Schaeff.) 

Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 

R. laccata var. rosella (Batsch) 

Agaricus umbelliferus L. 

Ptilidium ciliare (L.) N. v. E. var. erice- 
torum N. V. E. 

Chiloscyphus polyanthus (L.) Corda 

Sphagnum moUuscum Bruch 

S. acutifolium Ehrh. 

S. cuspidatum Ehrh. 

Leptotrichum tortile (Schrad.) Hampe 

Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
! Bryum caespiticium L. var. ericetorum 
; Klinggr. 

i Polytrichum commune E. 
! P. juniperinum Willd. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



17^ 



P. strictuni Banks 
Lycopodium inundatum L. 
Juniperus communis L. meist strauch- 
artig. 
Alisma ranunculoides L. selten. 



Agrostis vulgaris With. 

Aera discolor Thuill. auf anmoorigem 

Boden. 
Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 
Molinia coerulea (L.) Mnch. 
Cyperus flavescens L. meist auf nassem Sande; liebt unbedeckte, verwundete 

oder dünnbegraste Orte. 
C. fuscus L. anscheinend mehr festen, lehmhaltigen Boden liebend. 
Eriophorum vaginatum L. 
Scirpus caespitosus L. auf Sandboden an nicht allzu nassen, aber auch nie an 

trockenen Stellen. 
Rhynchospora alba (L ) Vahl auf reinem Sandboden Bestände bildend. 
R. fusca (L.) R. u. Seh. oft mit voriger. 
Carex pilulifera L. 
C. flava L. var. Oederi Ehrh. auf sandigem Boden, oft an Teichen. Verschwindet, 

sobald andere Pflanzen, besonders Gräser (oder Moose) sich einstellen, oder 

wird durch die var. lepidocarpa ersetzt. Häufig mit Radiola multiflora, 

Drosera rotundifolia, Lycopodium inundatum. 
Juncus supinus Mnch. gern an unbedeckten Orten, besonders an zeitweise 

überschwemmten Stellen, da sie sowohl im Wasser (lang flutend), wie auf 

dem Lande lebt. 
J. squarrosus L. besonders auf anmoorigem Grunde, auf nacktem Boden oft 

massenhaft. 
J. Tenageia Ehrh. auf kahlem feuchtem Sandboden, besonders an verwundeten 

(abgeplaggten) oder vom Wasser verlassenen Orten meist heerdenweise 

auftretend und oft plötzlich wieder verschwindend ; auch auf lehmigem und 

thonigem Boden. 
Luzula campestris (L. p. p.) DC. häufig auf unbedeckten, trockenen Sandflächen, 

oft aber auch zwischen Gräsern und Moosen. 
Narthecium ossifragum (L.) Huds. 

Salix aurita L. auf anmoorigem Sandboden in lichten Beständen oder einzeln. 
S. repens L. var. rosmarinifolia Koch oft auf anmoorigem Sandboden in kleinen 

Beständen dichte Gruppen bildend. 
S. repens L. var. leiocarpa E. Mey. 

Montia fontana L. (M. minor Gmel.j stellenweise in Menge auf feuchtem Sand- 
boden, Heide wegen etc., aber oft unbeständig. 
M. rivularis Gmel. auf feuchtem, besonders quelligem Sandboden die Landform. 
Illecebrum verticillatum L. fast immer an kahlen Stellen, seltener zwischen Gras 

und Moos in aufrechten Formen, vielfach am Rande der Tümpel, sowohl 

auf rein sandigem wie anmoorigem bis torfigem Grunde. Oft jahrelang 

ausbleibend und plötzlich massenhaft auftretend. 
Drosera rotundifolia L. auf Torf und Sand an mäßig feuchten unbedeckten 

Stellen. 
Radiola multiflora (Lmk.) Aschers. Sowohl auf reinem, feuchtem Sandboden, 



174 



Zweiter Teil. Purster Abschnitt. 



wie auf Torf an verwundeten oder unbedeckten Orten in Masse auftretend 
und oft dichte Rasen bildend. 

Folygala depressum Wender sowohl auf mäßig feuchtem Sandboden wie auf 
anmoorigem Grunde und Torf oft in Menge. 

Empetrum nigrum L. 

Hypericum humifusuni L. in Menge auf sandigem Boden: verschwindet mit- 
unter, wenn sich der Boden bedeckt. Wohl in der Heide heimisch. 

Vaccinium uliginosum L. 

Gentiana Pneumonatithe L. auf sandigem und moorigem Boden. 

Cicendia filiformis (L.) Delarbre, auf Sand und anmoorigem Grunde. Gern 
auf nacktem verwundetem Boden, verschwindet bei dichterer l^odenbe- 
deckung. Oft in einem Jahr massenhaft, in anderen spärlich oder aus- 
bleibend. Häufig mit Radiola multiflora, Centunculus, Illecebrum, Dro- 
sera u. a. 

Pedicularis silvatica L. 

Galium hercynicum Weig. (G. saxatile auct.) meist in Menge zwischen Moos. 
2. Häufiger vorkommende Arten: 



Aphanocapsa Grevillei Berkel. 
Lyngbya lateritia (Ktzg.; Kirchner 
Symploca minuta Rabenh. 
S. lucifuga (Harv. Breb. 
Nostoc rupestre Ktzg. 
N. commune Vauch. 
Cylindrospermum macrospermum Ktzg. 
Navicula tumida Sm. 
Achnantidium coarctatum Breb. 
Nitschia amphioxys Ktzg. 
Mesotaenium amphioxys Ktzg, 
Chlamydomonas pulvisculus (Müller) 

Ehrh. (besonders wo sich hin und 

wieder Pfützen bilden). 
Ulothrix radicans Ktzsr. 
Vaucheria sessilis DC, 
Humariella umbrata (Fr.) Cook 
Leptogium ininutissimum Flke, 



H. flammans (Scop.) Schrot. 

H. miniatus (Scop.) Schrot. 

H. ceraceus Wulf. ap. Jacq. 

Lactaria subdulcis (Bull.j Fr. 

L. pyrogala (Bull.) Fr. 

L. rufa (Scop.) P>. 

L. helva Fr. 

Russula emetica (Schaefif.) Vr. 

Coprinarius ericaeus (Pers.) Schrot. 

Agaricus tricolor Alb. et Schw. 

A. hepaticus Batsch 

A. maculatus Alb. et Schw^ 

Amanita muscaria (L.) Pers. 

Riccia crystallina L. 

Marchantia polymorpha L. 

Jungermannia exsecta Schmid 

J. minuta Crtz. 

J. bicrenata Lindenb. 



Icmadophila aeruginosa (Scop.) Trevis. J. Francisci Hook, sehr selten 



Peltigera malacea (Ach.) 
P. polydactyla Hofifm. 
Stereocaulon tomentosum (Fr.) 
St. incrustatum Flke. 
Ciavaria argillacea Pers. 
Boletus bovinus L. 
Hygrophorus nitratus Pers. 
H. conicus (Scop.) Fr. 



J. dentata Raddi 

J. divaricata N. v. E. 

J. bicuspidata L. 

Scapania curta (Mart.) N. v. E. 

S. compacta (Roth) Lindenb. 

Pleuridium alternifolium Br. et Seh. 

Dicranella heteromalla (Hedw.) Schimp. 

Trematodon ambiguus (Hedw.) Hornsch. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



175 



Leucobtyum glaucum (L.) Schimp. 
Pottia truncata (L.) Fürnr. 



Hypnum purum L. 
H. cuspidatum L. 



Didymodon rubellus (Roth) Br. u. Seh. Aspidium Thclypteris Rth. 

Barbula unguiculata (Dill.) Hedw. ! A. montanum (Vogler) Aschers, an 

Rhacomitrium lanuginosum (Dill.) Brid, buschigen Plätzen 



Bryum brinum Schreb. 

B. cirrhatum Hornsch. 

B. intermedium (VV. et M.) Brid. 

B. erythrocarpum Schwägr. 

B. atripurpureum W. et M. 

B. alpinum L. 

B. pendulum (Hornsch.) Schimp. 

B. inclinatum (S\v.) Bland. 

B. uliginosum (Bruch) Br. et Schw. 

Webera annotina (Hedw.) Schwägr. 

W. nutans (Schreb.) Hedw. 

Philonotis marchica fWilld.) Brid. 



Blechnum Spicant (L.j Rth. seltener. 

Botrychium Lunaria (L.) Sw. 

B. ramosum (Rth.) Aschers, seltener als 

vorige. 
Pilularia globulifera L. 
Equisetum palustre L. 
Lycopodium clavatum L. 
L. complanatum L. var. anceps Wallr. 
L compl. var. Chamaecyparissus A. Br. 
Pinus silvestris L. oft massenhaft, aber 

meist schlecht gedeihend. 
Triglochin palustris L. 



Polytrichum piliferum Schreb. hin und Alopecurus geniculatus L 



wieder. 
P. gracile Menz. 
Pogonatum urnigerum (L.) Schimp. 



A. fulvus Sm. seltener als voriger. 
Agrostis alba L. oft mit A. vulgaris, 
aber wohl mehr an trockenen Stellen. 



Atrichum augustatum (Brid.) Br. et Seh. Calamagrostis lanceolata (L.) Rth. selten. 

A. tenellum (Raehl) Br. et Seh. ! Koeleria cristata (L.) Pers. 

Eurhynchium praelongum (L.) Br. et ; Aera flexuosa L. 
Seh. an feuchten Steinen. | 

Eriophorum polystachyum L. steht gern an grasigen Orten und oft massen- 
haft. 

Scirpus pauciflorus Lightf. an feuchten, grasigen Orten. 

S. setaeeus L. auf feuchten, sandigen Stellen, oft mit dem Standort wechselnd, 
nicht jedes Jahr in gleicher Menge, bisweilen ausbleibend. 

S. ovatus Rth. meist in abgelassenen Fischteichen. 

Cladium Mariscus (L.) R. Br. auf offenen Flächen mit sandig-moorigem und 
torfigem Grunde. 

Carex dioeca L. auf anmoorigem Sandboden. 

C. Goodenoughii Gay 

C. ericetorum Pollich 

C. verna Vill. oft mit vorigen. 

C. panieea L. an mäßig trockenen Orten auf Sandboden. 

C. distans L. 

Juncus filiformis L. an sandigen Stellen. 

J. silvatieus Reich, in großen Beständen an grasigen und moosigen Stellen. 

J- atratus Krock. wie vorige. 

J- alpinus Vill. auf feuchtem Sandboden, auch an Gräben. 

J. bufonius L. auf feuchtem Sand- und Lehmboden, auf Wegen. 



176 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Orchis maculatus L. liebt feuchte und mäfiig trockene Helden. 
Populus tremula L. meist strauchartig. 

Salix pentandra L. an feuchtsandigen (oder anmoorigen) Orten. 
S. alba L. 
S. cinerea L. 
Rumex Acetosella L. 

Polygonum amphibium L., die Landform stellenweise. 
Montia lamprosperma Cham. 

Sagina procumbens L. an Ausstichen, Wegen, selten auf unberührtem Boden. 
Spergularia campeitris (L.) Aschers. 

Corrigiola litoralis L. auf feuchtem Boden, liebt nackte oder dünnbegraste 
Stellen. 

Herniaria glabra L. liebt nicht zu lockeren, .sandigen bis torfigen Boden; zu- 
weilen zwischen Gras. 

Nasturtium silvestre (L.) R. Er. auf feuchtem Sandboden. 

N. palustre (Leyss.) DC. auf Sand wie Torf 

Drosera anglica Huds. oft mit D. rotundifolia. 

Saxifraga granulata L. meist auf mäßig feuchtem, anmoorigem Sandboden, 
seltener auf Torf oder lockerem Sande, gern an grasigen und moosigen 
Plätzen; gern an Abhängen. 

Potentilla reptans L. an feuchten und mäßig trockenen Orten den Boden 
stellenweise dicht überziehend. 

P. mixta Noite meist an feuchten Orten auf begrastem Boden oder zwischen 
Calluna. 

P. procumbens Sibth. ähnlich der vorigen. 

P. silyestris Neck, auf mäßig feuchtem Boden zahlreich; gern auf leichterem 
Sandboden oder Torf 

Vicia lathyroides L. auf unbedecktem Boden wie zwischen kurzem Gras und 
Moos; selten in Menge, meist einzeln; Hebt trockenen, sandigen bis an- 
moongen Grund (weniger Torf). 

Peplis Portula L. auf Schlamm, Sand (selbst Kies) und Torf 

Hydrocotyle vulgaris L. auf Sand und anmoorigem Boden 

I hysselinum palustre (L.) Hoffm. sowohl auf Torfboden wie auf Sand. 

Chamaepenclymenum (Cornus) suecicum (L.) Aschers, et Graebn. auf anmoori- 
gem Sandboden. 

Ledum palustre L. 

Vaccinium Myrtillus L. 

V. Vitis idaea L. oft mit vorigem. 

Lysimachia thyrsiflora L. 

L. vulgaris L. meist in vereinzelten Büschen. 

Centuriculus minimus L. mitimter massenhaft, dann wieder jahrelang aus- 
bleibend; verschwindet bei dichterer Besiedelung des Bodens. Oft mit 
Cicendia filiformis, Radiola multiflora, Illecebrum verticillatum u a. 

l^^r>thraea Centaurium (L.) Pers. auf Sand und Torf; liebt etwas grasigen Boden. 



Erstes Capitel. Kchte Heiden. 



177 



Myosotis caespitosa Schultz oft in Menge auf Sand- und Schlammboden. 

Scutellaria galericulata L. 

S. minor L. liebt buschiges Land; meist auf Torf, seltener auf Sand. 

Brunella vulgaris L.p.p. oft massenhaft. 

Lycopus europaeus L. 

Scrophularia nodosa L. gern auf humosem Boden. 

Limosella aquatica L. auf feuchtem Sandboden, gern an übersclnvemmt ge- 
wesenen Stellen. 

Veronica scutellata L. gern auf Schlamm und an verwundeten Stellen, Ab- 
stichen etc., auf nassen Sandflächen; oft zwischen Gras. 

V. Anagallis aquatica L. wie vorige. 

V. serpyllifolia L. gern zwischen Moos. 

Valeriana dioeca L. auf sandigem und torfigem Boden. 

Gnaphalium uliginosum L. auf feuchten Sand- und Schlammflächen, besonders 
an überschwemmt gewesenen Stellen. 

G. lutei-album L. oft dichte Bestände bildend, aber oft unbeständig. 

Chrysanthemum Leucanthemum L. an feuchtgrasigen Stellen. 

Cirsium acaule (L.) All. 

3. Accessorische, hin und wieder auftretende Arten: 

Alicrocystis punctifornis (Ktzg.) Kirchner (auf verwundetem Boden). 



Chroococcus cohaerens Naeg. 

Palmella miniata Leibl. 

Ulothrix parietina Ktzg. 

Sistotrema confluens Fers. 

Riccia glauca (L.) auf verwundetem 

Boden. 
Anthoceros punctatus L. 
Jungerniannia trichophylla L. 
Sphagnum rufescens Br. germ. 
S. obesum Wils. 

Dicranella Schreberi (Hedw.) Schimp. 
Brentelia arcuata (Sw.) Schimp. 
Pogonatum aloides (Dill.] P. Beauv. 
P. nanum (Dill.) P. Beauv. 
Hypnum cupressiforme L. 
Aspidium cristatum (L.) Sw. 
Ophioglossum vulgatum L. 
Anthoxanthum odoratum L. 
Salix fragilis L. 
Phleum pratense L. 
Poa annua L. auf feuchten Heidewegen 

etc. sehr häufig. 
P. palustris L. hin und wieder in eini- | 

ger Menge. i 



P. pratensis L. mitunter in Menge. 
Scirpus compressus (L.) Pars. 
S. acicularis L. an sandigen Stellen. 
Carex flava L. var. vulgaris Doli nicht 

oder selten auf nassen Heiden. 
Juncus Leersii Marss. in Gebüsch. 
J. glaucus Ehrh. 
J. capitatus Weigel 
J. lamprocarpus Ehrh. 
J. compressus Jacq. 
Orchis incarnatus L. auf anmoorigem 

Boden. 
Rumex maritimus L. auf nassem Boden 

(mitunter zahlreich in Dünenheiden). 
R. Acetosa L. 
Polygonum Hydropiper L. stellenweise 

auf nassen Wegen. 
P. mite Schrk. 
P. minus Huds. 
Chenopodium polyspermum L. an ver- 

wamdeten, feuchtsandigen Orten; oft 

in einem Jahre massenhaft, dann 

wieder verschwindend. 



G 



raebner, Die Heide. 



12 



178 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Coronaria flos cuculi (L.) A. Br. in 
Gräben. 

Sagina nodosa (L.) Fenzl 

Caltha palustris L. 

Myosurus minimus L. gern an Orten, 
wo im Frühjahr Wasser gestanden hat. 

Ranunculus Flammula L. auf Sand- 
boden, aber auch auf anmoorigem 
Grunde oder Torf. 

R. acer L. 

R. repens L. 

Nasturtium aniphibium (L.) R. Br. 

Cardamine pratensis L. 

Tillaea muscosa L. mit Radiola, Limo- 
sella etc., auch auf Lehmboden. 

Saxifraga tridactylites L. hin und wieder 
in Menge, vorzugsweise auf verwun- 
detem Boden. 

Potentilla nor\vegica L. an Tümpeln und 
auf überschwemmt gewesenem Boden 
auf Sand, seltener auf an moorigem 
Grunde oder Torf. 

Lotus uliginosus Schk. 

Vicia sepium L. 

Hypericum perforatum L. 



H. tetrapterum Fr. an feuchten Orten. 

H. quadrangulum L. öfter in Menge 
zwischen Gras. 

Epilobium hirsutum L. bisweilen in 
Menge. 

E. roseum Schreb. oft in Menge. 

Helosciadium repens (Jacq.i Koch be- 
sonders an grasigen und nackten 
Ufern von Teichen und Gräben. 

Pimpinella Saxifraga L. 

Menyanthes trifoliata L. 

Myosotis intermedia Lk. 

Galeopsis Tetrahit L. p. p. 

Stachys paluster L. 

Thymus Serpyllum L. 

Mentha arvensis L. 

M. Pulegium L. an sandigen Stellen. 

Veronica Beccabunga L. fast nur an 
ganz nassen, besonders quelligen Orten 
auf Schlamm oder Sand. 

Alectorolophus minor (Ehrh.) VVimni. 
et Grab. 

A. maior (Ehrh.j Rchb. 

Campanula patula L. 



3 Typus III. Empetmmheiden. 

I, Schilderung des Typus. Der Typus der Empetrumheide tritt nur 
selten als eigener streng geschiedener Typus auf und es könnte deshalb zweck- 
mäßiger erscheinen, ihn nicht als selbständigen Typus aufrecht zu erhalten, 
sondern ihn als Subtypus zu einem andern zu stellen, wie es etwa mit den 
Bestanden von Arctostaphylos, der doch entschieden in Norddeutschland 
viel größere Flächen überzieht als Empetrum, geschehen ist. Es lag auch 
zuerst in nieiner Absicht es zu thun, aber wie 1895 zeigten sich auch jetzt 
wieder die Schwierigkeiten einer natürlichen Einreihung. Während das Empe- 
tretum in gewissen Gegenden fast ausschließlich einen Subtypus der Calluna- 
heide darzustellen scheint, ist es in anderen Teilen ein integrierender Bestand- 
teil der Heidemoore, ander^värts tritt es wieder auf ganz eigentümlichen For- 
mationen sandiger Dünen auf und wieder ander^värts bildet es einen an die 
Tetralixheide auf humosem Boden sehr stark erinnernden Typus. Es erhellt 
daraus, dass Empetrum eigene, mit den übrigen oft bestandbildenden Heide- 
pflanzen nicht übereinstimmende Vegetationsbedingungen besitzen muss. Die 
Einreihung seiner Bestände unter einen bestimmten Typus würde also zu einer 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



17S) 



widernatürlichen Vereinigung- heterogener Dinge führen, oder wollte man die 
verschiedenartigen Bestände dieser Art jedesmal bei den verwandt erscheinenden 
Typen der Heide erwähnen, würde man eine sehr unübersichtliche Zusammen- 
stellung und viele Wiederholungen erhalten. Dazu käme noch, dass die Wich- 
tigkeit gerade der Empetrumheide für die Beurteilung der Yegetationsbe- 
dingungen der Heidepflanzen im allgemeinen durch die Unterordnung nicht in 
ein genügend klares Licht gesetzt wird. 

Bestände oder größere Mengen vonEmpetruni finden sich an den allcr- 
verschiedenartigsten Localitäten, so verschiedenartig, wie wohl bei keinem 
anderen Typus der Heide. Demgemäß sind auch die Begleitpflanzen ent- 
sprechend verschieden. 

Facies a. Empetrumheide auf iiacktevi Dinuiisaude. 

Besonders in der Nähe der Ostsee finden sich auf lockerem rieselndem 
Dünensand nicht selten ziemlich große Bestände von Empetrum. Von weitem 
schon charakterisiert sich dieser Subtypus als große grüne Flecken auf dem 
weißen Sande. Seltner sind mehrere solche wohl meist von einem Exemplar 
abstammende Pflanzen zu einer großen Decke zusammengeflossen. Gewöhnlich 
hat sich um jede Pflanze ein flacher Hügel Sand gebildet. 

2. Aufzählung der Arten des Typus, i. Charakterpflanzen: 



Ochroporus perennis (L.) Schrot. 

Polytrichum piliferum Schreb. 

Hypnum cupressiforme L. var. ericeto- 
rum Br. et Seh. 

H. cupr. var. elatum Br. et Seh. 

Weingaertneria canescens (L.) Bernh. 

Carex arenaria L. 

C. ligerica Gay 

C. pilulifera L. 

C. ericetorum Pollich 

C. verna Vill. oft mit vorigen. 

Spergula vernalis Willd. meist auf un- 
bedecktem, lockerem Sandboden. 

2. Häufiger vorkommende A 
Brachythecium albicans (Meck.) Br. et 

Seh. 
Hypnum purum L. 
PI. cupressiforme L. 
Anthoxanthum odoratum L. 
Aera caryophyllea L. 
A. praecox L. 
Juniperus communis L. hin und wieder. 



S. pentandra L. (Boreau) wie vorige; 
gesellig, aber unbeständig. 

Teesdalea nudicaulis (L.) R.Br. auf locke- 
rem oder mäßig festem Sandboden. 

Erophila verna (L.) E. Mey. sowohl auf 
reinem, lockerem, als auf festerem 
Sandboden. 

Stenophragma Thalianum (L.] Celak. 
wie vorige. 

Genista pilosa L. 

Thymus Serpyllum L. 

Galium harcynicum Weig. (G. saxatile 
auct.) 

rten: 

Molinia coerulea (L.) Mnch. 
Festuca ovina L. 
F. rubra L. 

Carex praecox Schreb. 
Luzula campestris (L. p. p.) DC 
Arenaria serpyllifolia L. meist auf kah- 
lem Boden. 
Spergularia campestris (L.) Aschers. 

12* 



180 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Arabis hirsuta (L.' Scop. liebt nicht zu 
festen, unbedeckten Sandboden mit 
mäßig feuchtem Untergrund. 

Potentilla cinerea Chaix liebt leichten, 
warmen Sandboden. 

P. rubens (Crtz.) Zimm. ähnlich der vo- 
rigen, gern zwischen Gras. 

Ononis spinosa L. liebt leichten, warmen 
Sandboden ohne oder mit dünner 
Grasdecke. 

O. repens L. oft mit voriger, scheint 
weniger Dürre zu vertragen ; oft zwi - 
sehen Gras. 

Hypericum perforatum L. 

Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. 

V. tricolor L. 

Epilobium angustifolium L. 

Armeria elongata (Hoffm.) Boiss. 

Verbascum nigrum L. 



Veronica officinalis L. 

V. triphylla L. 

Galium verum L. 

G. Mollugo L. oft mit voriger. 

Valerianella olitoria (L.) Poll. 

Jasione montana L. oft große Strecken 

dicht überziehend. 
Campanula persicifolia L. 
Erigeron acer L. 
Pllago arvensis L. 
F. minima (Sm.) Fr. meist zahlreicher 

als vorige. 
Helichrysum arenarium (L.) DC. 
Crepis tectorum L. auf leichtem, selbst 

rieselndem Sande; oft dichte Bestände 

bildend. 
Hieracium Pilosella L. sehr viel. 
H. umbellatum L. 



3. Acccssorische, hin und w 
Agaricus rusticus Fr. 
Lepiota amianthina (Scop.) Karsten 
W'ebera nutans (Schreb.) Hedw. 
Triticum repens L. 
Neottia cordata (L.) Rieh. 
Rumex Acetosella L. 
Silene Otites (L.) Sm. 
Cerastium semidecandrum L. 
C. caespitosum Gil. 



ieder auftretende Pflanzen: 
Holosteum umbellatum L. 
Potentilla silvestris Neck. 
Potentilla Tabernaemontani Aschers. 
Trifolium ärvense L. auf trockenem 

Sandboden. 
Calamintha Acinos (L.J Clairv. 
Knautia arvensis (L.) Coulter p. p. 
Artemisia Absinthum L. 



4) Typus IV. Heidemoor oder Moosmoor. 

I. Schilderung des Typus. Wie bereits bei dem Capitel von der Ent- 
stehung der Heide betont worden ist, ist wohl keine Formation, kein Pflanzen- 
verein so oft und viel und sogar so häufig von den namhaftesten Pflanzen- 
geographen missverstanden worden wie die des Heidemoores. Der in allen 
leien so außerordentlich scharfe Unterschied gegen die Wiesen- oder Grün- 
landmoore ist zu wenig beachtet und dadurch sind beide Formationen ver- 
wechselt, ^icht zum mindesten trägt der Name Hochmoor, der in Gegensatz 
zum Ntederungsmoor (dem Wiesenmoor) gesetzt wurde, die Schuld an den 
unglücklichen Verkennungen. Naturgemäß musste der Name Hochmoor den 
Begritf erwecken, als lägen die Moore hoch, als lägen die Niederungsmoore 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 3J><1 

in der Niederung, also tief. Ich ziehe es deshalb mit Warming vor. den 
Namen Sphagnuni-, Moos- (Drude) oder Heidemoor zu gebrauchen. 

Zuerst wird es nötig sein, nochmals eine kurze Charakteristik des Heide- 
moores zu geben. Im Heidemoor befindet sich fast stets in mehr oder 
weniger großen Mengen Sphagnum, welches in den Wiesenniooren absolut 
fehlt und in den Heidemooren nur in gewissen, zeitweise sehr trockenen 
Mooren des östlichen Binnenlandes (also in trocknerer, heißerer Luft) fehlt 
und hier dann durch Polytrichum juniperinum ersetzt wird, ein Moos, 
welches ich auch niemals in echten Wiesenmooren in Menge fand. Die Flora 
setzt sich sonst zum größten Teile aus echten Heidepflanzen zusammen. Die 
Oberfläche der Heidemoore ist stets sehr uneben und holperig, man kann 
kaum zwei Schritte gleichmäßig gehen, fortwährend tritt man auf die Bülten 
und wieder herunter, sodass das Wandern äußerst beschwerlich wird. Ein 
Wiesenmoor ist meist ganz eben und daher leichter zu begehen und mit der 
Sense glatt abzumähen, wenn es nicht etwa so nass ist, dass überhaupt nur 
Carex-Bülten dem Fuße einen Halt zu bieten vermögen. Abgesehen von 
der Unebenheit der Oberfläche in den einzelnen Teilen ist ein älteres Heide- 
moor auch in der Mitte meist höher als an den Rändern. Diese Eigenschaft 
der großen Mehrzahl hat ihm auch den unpassenden Namen des Hochmoores 

eingetragen. 

Die Heidemoore haben nun je nach dem Grade der ihnen innewohnenden 
Feuchtigkeit ein recht verschiedenartiges Aussehen. Ist das Terrain ganz nass 
oder gar zeitweilig überschw^emmt, so besteht das Ganze meist ähnlich wie 
bei den Wiesenmooren nicht aus einer zusammenhängenden Vegetationsdecke, 
sondern zwischen den einzelnen Inseln und Bülten befindet sich eine schlam- 
mige schwarze Moormasse, die wohl deswegen, weil sie sich bei schwanken- 
dem Wasserstande oder bei windigem Wetter in Bewegung befindet, nicht 
bewächst. Die Bülten sind im Heidemoor aus Eriophorum vaginatuin, 
nicht aus großen Car ex -Arten gebildet wie im Wiesenmoor. Die Passage 
eines solchen Moores, wie es sich in den Heidegebieten besonders in der 
Umgebung von Heidegewässern befindet, ist oft außerordendich lebensgefährlich, 
weil der Wanderer leicht mit dem schlammigen Boden in die grundlose Tiefe 

versinkt. 

Ist ein Moor weniger feucht und weniger den Schwankungen des Wasser- 
standes ausgesetzt, so wird die Oberfläche meist von einem dichten Filz von 
Sphagnum, Polytrichum etc. gebildet, und zwischen diesen Moosen wachsen 
die Heidesträucher und Heidekräuter. Auch hier ist der Boden sehr uneben, 
bültenartig, aber die Erhöhungen haben einen anderen Ursprung. Die einzelnen 
Heidesträucher geben dem Sphagnum und auch den Krautgewächsen mehr 
Schutz, und um jeden Busch herum wächst das Sphagnum mit den anderen 
Pflanzen in die Höhe, das Ganze zu einem festen Filz vereinigend. Dieser 
Formation sehr nahe stehend ist die dritte, die sich hauptsächlich durch den 
Mangel an Sphagnum unterscheidet, welches sich nur an den Seiten der 
Höcker im Schatten der Kräuter und Sträucher mitunter findet. Diese Moore 



182 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

sind, \\ie gesagt, wohl nur im östlichen Binnenlande des norddeutschen Flach- 
landes entwickelt (wo allerdings, besonders in Kiefernwäldern, die echten 
S p ha gnuni -Moore auch nicht fehlen). Diese Gegenden sind durch längere 
Trockenperioden in den warmen Sommern ausgezeichnet. Dadurch trocknen 
die Moore zeitweilig ganz aus und tritt solches Austrocknen mehrfach ein und 
ist sehr heftig, sodass nicht einmal des Nachts eine Befeuchtung des Mooses 
durch Tau eintritt, so sind die Vegetationsbedingungen für Sphagnum un- 
günstig und es tritt mehr und mehr zurück. Polytrichum juniperinum ist 
in dieser Beziehung viel widerstandsfähiger und vertritt deshalb das Sphag- 
num an solchen Orten. In manchen Jahreszeiten sind diese Moore oft sehr 
nass. Calluna ist auf Mooren mit mehrfach oberflächlich austrocknender 
Vegetationsschicht öfter häufiger als auf nassen Mooren. Sphagnum-Moore, 
die im echten Heidegebiete durch Austorfen etc. plötzlich an einigen Stellen 
trocken gelegt werden, nehmen, wenigstens für eine gewisse Zeit, ein den 
sphagnumarmen Heidemooren vollständig entsprechendes Aussehen an. 

Die Vegetationsbedingungen der einzelnen Heidemoore sind, soweit sie 
nicht direct vom Klima abhängig sind, sehr ähnlich, es lassen sich schwer 
charakteristische Subtypen aufstellen. Die durch eine charakteristische bestand- 
bildende Art ausgezeichneten Moore lassen sich deshalb schwer nach Subtypen 
gliedern, weil entweder diese gerade vorliegende Formation nur eine Stufe in 
der Entwickelung des Moores darstellt, wie z. B. ein Bestand von fast reinem 
Sphagnum oder ein Eriophoretum bei dem Zuwachsen eines Heidetümpels, 
oder weil die in der einen Gegend bestandbildende Art in der anderen durch 
eine entsprechende Species vertreten wird, wie z. B. Myrica Gale, Ledum 
palustre und auch Vaccinium uliginosum. Wie S. 37 und 51 bemerkt 
ist, schließen sich die beiden ersten fast ganz aus, nur an der pommerschen 
Küste und an einer Stelle in der Lausitz (bei Luckau zwischen Beesdau und 
Stiebsdorf) wachsen sie zusammen. Vaccinium uliginosum fehlt auch auf 
weite Strecken, in der ganzen Mittelmark z. B. lässt es dem Ledum palustre 
allein den Vorrang. Die Standortsverhältnisse dieser drei Sträucher sind 
annähernd die gleichen und wo sie sich treffen, machen sie sich meist gegen- 
seitig das Terrain streitig. Es ist eine sehr auffällige Thatsache, dass sich ge- 
rade bei den Heidemoorpflanzen der Einfluss des Klimas am stärksten bemerkbar 
macht. Gerade auf den Heidemooren sind in den eigentlichen Heidegebieten 
eine Anzahl von Pflanzen vertreten, die den ganz ähnlichen Formationen des 
Ostens vollständig fehlen. So z. B. fehlen Sparganium affine, Aera dis- 
color, Närthecium ossifragum, (Ranunculus hederaceus auch in 
anderen Formationen), R. hololeucus und andere in den nordwestdeutschen 
Heidemooren häufige Pflanzen östlich der t:ibe ganz. Sparganium diver- 
sifohum, Potamogeton polygonifolius (auch selten in der Provinz 
Brandenburg}, Scirpus caespitosus, Myriophyllum alterniflorum, 
Helosciadium inundatum, Erica Tetralix (auch noch bei Berlin: Köpe- 
nick) und Vaccinium uliginosum finden .sich auch noch an der Ostsee- 
küste. Scirpus fluitans und Scutellaria minor wachsen noch in der 



Erstes Capitel. Echte Meiden. XgJJ 

Priegnitz, Scirpus multicaulis, Hypericum elodes, Cicendia filiformis 
in der Lausitz. Alle außer Ledum palustre finden sich also lediglich oder 
doch fast ausschließlich in den eigentlichen Heidegebieten. 

Hcidetmnpcl und -sccn. 

Bei der Besprechung und Schilderung einzelner Heidemoore sind gleich 
die in ihnen liegenden Heidegewässer mit beschrieben worden. Es ist aber 
wohl gut, hier anhangsweise nochmals auf sie hinzuweisen. Im östlichen Ge- 
biete sind sie, ausgenommen an der Ostseeküste, sehr wenig verbreitet, finden 
sich dagegen in den großen Heidegebieten in großer Menge. Meist ist ihre 
Flora eine sehr ärmliche, besonders wenn sie, wie die Mehrzahl, von einem 
Heidemoor umgeben sind, welches ihnen immer mehr und mehr Platz raubt. 
Dann geht die Flora der Moore bis an ihre Ufer. Nur wenn ihr Boden sandig 
ist und das klare Wasser ein sandiges Ufer bespült, ist ihre Flora interessant, 
dann kann man erwarten Isoetes lacustris, I. echinospora, Sparganium 
affine, Potamogeton polygonifolius, Litorella lacustris, Lobelia 
Dortmanna und andere zu finden. Umgeben .sind solche sandige Tümpel 
meist von Heiden. 

Zwischen zwei Waldungen südlich des im westprevißischen Kreise Putzig 
gelegenen Dorfes Ostrau z. B. liegen einige kleinere solche Heidetümpel, von 
denen der eine östiichere ganz mit Sparganium ziiino. erfüllt, während ein 
anderer, ungemein flacher am Boden ganz dicht mit Litorella uniflora 
bedeckt ist, zwischen der hin und wieder Potamogeton polygonifolius und 
Lobelia Dortmanna wachsen, am Rande steht viel Ranunculus reptans. 
In der Umgebung der Tümpel sind feuchte Heiden meist mit Vorherrschen 
von Erica Tetralix zu finden, auf denen Scirpus caespitosus, Rhyn- 
chospora alba, Rh. fusca, Juncus squarrosus, J. filiformis häufig und 
oft massenhaft auftreten. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten des Typus. 

Bei der Beschreibung der Heidemoore stellte sich eine große Schwierig- 
keit in den Weg. Im Laufe der Zeit hatte ich eine so große Menge von in- 
teressanten Heidemoofen auf den Excursionen notiert, dass ich, wie dies auch 
bei vielen anderen Typen der Fall ist, unmöglich alle hier aufführen könnte. 
Es lag die Absicht vor, möglichst wenig Beschreibungen bei diesem Typus 
zu geben, schon um nicht zu viele in das Gebiet der »Moore, die in diesem 
Sammelwerke einen eigenen Band bilden sollen, hineinragende Dinge zu 
bringen. Dabei war aber die Verlegenheit die, dass die Heidemoore gerade 
eine so große Menge von Beziehungen zu den übrigen Typen und anderen 
Formationen aufweisen , dass eine Aufführung nur weniger Localitäten ein ein- 
seitiges Bild hätte geben müssen, welches wieder die Gesamtübersicht über 
den ökologischen Pflanzenverein der Heide stark beeinträchtigt hätte. Die 
Thatsache der Vielseitigkeit der Beziehungen erklärt auch die Länge der 
Listen der gerade in den Heidemooren beobachteten Pflanzen. 



184 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Im Brink bei Wolterdingen, unweit Soltau (Lüneburger Heide) bewohnten 
ein nasses Moor, in dem Myrica Gate und Vaccinium uliginosum aus- 
gedehnte Bestände bildeten: 



Eriophorum vaginatum, 

E. angustifolium (sehr viel), 

Scirpus caespitosus (sehr viel), 

Carex dioeca (viel), 

C. pulicaris, 

C. rostrata, 

Juncus squarrosus (viel), 



Narthecium ossifraguni (sehr vielic 

Drosera intermedia, 

D. rotundifolia, 

Calluna vulgaris, 

Erica Tetralix (viel), 

Pinguicula vulgaris, 

(Chry sosplenium aiternifolium). 



Es erinnert dieses Heidemoor in seiner Zusammensetzung stellenweise sehr 
an den vorigen Typus und geht auch in denselben, besonders in 2a, über: 
noch mehr ist dasselbe der Fall bei einem Moor, welches den Saal bei Traun 
(unweit Munster in der Lüneburger Heide) begrenzt; hier finden sich Erio- 
phorum spec. (wenig), Scirpus caespitosus (sehr viel), Rhynchospora 
alba, Carex pauciflora (nicht beobachtet), C. panicea, C. Goodenoughii, 
Juncus supinus (viel), J. squarrosus (sehr viel), Vaccinium Oxycoccus, 
Calluna vulgaris, Erica Tetralix (sehr viel), außer Sphagnum beteiligte 
sich viel Hypnum paludosum an der Bodenbedeckung. Im Wasser des 
Sees standen Scirpus lacustris und Lobelia Dortmanna sehr zahlreich. 

Das große Heidemoor des Grunewaldes bei Berlin, in dem sich mancherlei 
Übergänge zu anderen Formationen finden, ist außerordentlich pflanzenreich, 
ich notierte aus ihm folgende Pflanzen: 



Geoglossum hirsutum, 

Ciavaria Ligula, 

Cl. fragilis, 

Boletus flavidus, 

Leptoglossum muscigenum, 

Limacium Vitellum, 

Lactaria helva, 

L. rufa, 

L. deliciosa, 

Psilocybe uda, 

Ps. Polytrichi, 

Derminus Hypni, 

D. Sphagnorum, 

D. crustaliniformis, 

Naucoria (Flammula) Henningsii, 

Russuliopsis laccata, 

Agaricus epichysium, 

Aspidium Thelypteris, 

A. cristatum, 

A. spinulosum. 



(Phegopteris Dryopteris), 
(Lycopodium annotinum), 
Scheuchzeria palustris, 
;Molinia coerulea, 
Triodia decumbens (viel am Rande), 
Calamagrostis neglecta, 
Cyperus flavescens, 
Rhynchospora alba (sehr viel), 
Eriophorum vaginatum (sehr viel), 
E. latifolium, 
E. gracile, 
Carex dioeca (viel), 
C. di Stic ha, 
C. panniculata, 

C. diandra (besonders am Rande], 
C. echinata (viel), 
C. leporina, 
C. canescens, 
(C. 



graciltsj. 
C. Goodenoughii, 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



ISO 



C. 1 i ni o s a , 
C. panicea, 
C. Oederi, 
C. vesicaria, 
(C. paludosa), 

C. filiformis (besonders an den Rän- 
dern der Seen und Tümpel), 

Calla palustris, 
Juncus effusus, 
Malaxis paludosa, 
(Liparis Loeselii), 
*Salix rosmarinifolia, 
Stellaria crassifolia, 
Drosera rotundifolia, 

D. anglica (nebst Bastard mit voriger), 
D. intermedia, 

Comarum palustre, 
Potentilla reptans, 
P. procumbens (am Rande), 



P. silvestris, 

(Sedum villosum früher), 

Viola palustris (sehr viel), 

Hydrocotyle vulgaris (sehr viel) 

Pirola uniflora, 

Andromeda poliifolia, 

V^accinium Myrtillus, 

V. Oxycoccos, 

Lysimachia thyrsiflora, 

L. vulgaris, 

Gentiana Pneumonanthc, 

Menyanthes trifoliata, 

Brunella vulgaris, 

Mentha aquatica, 

Pedicularis palustris, 

Galium uliginosum, 

Valeriana dioeca, 

Senecio paluster 



Im Wasser der Tümpel und Gräben wachsen Ricci a fluitans, Sparga- 
nium minimum, S. diversifolium, Potamogeton natans, P. grami- 
neus, P. mucronatus, Alisma Plantago, Stratiotes Aloides, Hydro- 
charis Morsus ranae, Utricularia vulgaris, U. minor u. a. 

Einiges Interesse beansprucht ein Heidemoor in der Nähe von Schloppe 
im Kreise Dt. Krone, das sogenannte Semmelchenbruch bei Salm. Dasselbe 
ist im Kiefernhochwald entstanden, und infolge der durch die Moorbildung 
herbeigeführten Versumpfung des Geländes sind die Kiefern zum Absterben 
gebracht und stehen nun als Leichen inmitten des Moores (vgl. S. 97). Die 
Flora ist etwa folgende: 



Sphagnum cymbifolium, 
Sph. acutifolium, 
Paludella squarrosa, 
Polytrichum juniperinum. 
Aspidium spinulosum, 
Carex rostrata, 
C. echinata, 
C. Goodenoughii, 
C. diandra, 
C. leporina, 

Eriophorum vaginatum, 
E. polystachyum, 
Potentilla silvestris. 



Hydrocotyle vulgaris, 
Vaccinium Oxycoccos, 
V. Myrtillus, 
V^. Vitis idaea, 
Ledum palustre, 
Andromeda poliifolia, 
Calluna vulgaris, 
Naumburgia thyrsiflora, 
Nardus stricta, 
Aera flexuosa, 
Juncus conglomeratus, 

(letztere 3 am Rande). 



186 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Nicht selten scheint es vorzukommen, dass sich ein wachsendes Heidemoor 
im Walde bildet. Ebenfalls bei Dt. Krone, in der Nähe des Bahnhofs Alte Eiche 
befindet sich im Birkenhochwald ein aus Sphagnum (Sph, cymbifolium, 
Sph. acutifolium) und Polytrichum juniperinum gebildetes Heidemoor. 
Ledum bildet hier stellenweise Bestand, dazwischen wachsen Eriophorum 
vaginatum, C alluna vulgaris, Vaccinium Myrtillus, V. Vitis idaea, 
V. Oxycoccos, V. uliginosum und am Fuße der Bäume Hypnum Schre- 
beri, Aniblystegium serpens, Climacium dendroides und Cladonien. 

Am etwas tiefer gelegenen Rande des Moores wuchsen Calamagrostis 
lanceolata (viel), Glyceria fluitans, Carex vulgaris, C. rostrata (viel), 
Potentiila palustris (vereinzelt), Thysselinum palustre (vereinzelt), 
Lysimachia thyrsiflora, Veronica scutellata (vereinzelt), Galium 
palustre. 

Eine ähnliche Flora zeigte ein Waldmoor in der Nähe von Krug Baben- 
thal an der Radaune im Kreise Karthaus, das ebenfalls ausSphagnum (meist 
Sph. cymbifolium) und Polytrichum juniperinum zusammengesetzt war. 
Daselbst gediehen nur wenige Arten: Psilocybe spec, Pinus silvestris 
(strauchig), Aera flexuosa, Eriophorum vaginatum (sehr viel), E. poly- 
stachyum, Drosera rotundifolia (am Rande), Ledum palustre (viel), 
Rhamnus Franguia, Vaccinium Myrtillus und V. Vitis idaea. 

Auf den Mooren in der Umgebung von Kolberg'), besonders auf dem 
städtischen Moor in der Richtung nach Deep bilden Vaccinium uligino- 
sum, Myrica und Ledum vollständig gemischte Bestände mit einer sehr 
interessanten Flora. Meist ist der Boden mit einer dichten Sphagnum decke 
überzogen, seltener sieht man wasserführende oder von Bülten ausgefüllte 
Tümpel, in denen Myrica häufig dominiert. Die Pflanzengesellschaft in diesem 
Moore setzt sich aus folgenden Arten zusammen: 

Zahlreich: 



Aspidium Thelypteris, 
A. spinulosum, 
Agrostis alba, 
Holcus lanatus, 
Molinia coerulea, 
Eriophorum vaginatum, 
E. angustifolium, 
Rhynchospora alba, 
Scirpus palustris, 
S. pauciflorus, 
S. caespitosus, 
Carex Goodenoughii, 
C. panicea, 
C. limosa. 



C. Oederi, 

C. rostrata, 
Juncus squarrosus, 
Drosera rotundifolia, 

D. anglica (nebst Bastard mit voriger), 
Potentiila palustris, 

P. silvestris, 
Radiola multiflora, 
Empetrum nigrum 

Polster bildend), 
Viola palustris, 
Peplis Portula, 
Hydrocotyle vulgaris (stellenweise 

mit den Blättern schwimmend), 
Andromeda poliifolia (viel), 



(stellenweise 



I) Engler, T5ot. Jahrb. XX 1895^ p. 533. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 
Vaccinium Oxycoccos (oft den ! S. aurita, 



187 



Boden mit einem dichten Filz be- 
deckend], 

V. Myrtillus, 

V. Vitis idaea, 

Calluna vulgaris, 

Erica Tetralix, 

Lysimachia thyrsiflora, 

Pedicularis silvatica, 

Euphrasia officinalis. 

Vereinzelt: 

Aspidiuin cristatum, ' 

Carex fiacca, 

C. flava, 

C, Pseudo-Cyperus, 

Juncus effusus, 

Malaxis paludosa, 

Salix repens, 



Rumex Acetosella, 
Ranunculus Flammula, 
R, Lingua, 

Ulmaria pentapetaia, 
Frangula Alnus, 
Selinum Carvifolia, 
Lysimachia vulgaris, 
Alectorolophus major, 
Succisa pratensis, 
Briza media, 
Sagina procumbens, 
Cardamine pratensis, 
Polygala vulgaris, 
Epilobium angustifolium, 
Menyanthes trifoliata, 
Mentha aquatica, 
Scutellaria galericulata, 



Valeriana dioeca u. a. 
In den VVasserlöchern und Tümpeln zwischen den Bülten wachsen: 



Typha spec, 
Sparganium minimum, 
S. diversifolium, 
Ranunculus aquatilis, 
Callitriche verna, 
Epilobium palustre, 
Myriophyllum spicatum, 
Berula angustifolia. 



Helosciadium inundatum, 
Hottonia palustris, 

Utricularia vulgaris, 

U. neglecta (!), 

U. minor (viel), 

Senecio paluster. 

Alisma Plantago aquatica, 

Oenanthe aquatica. 



Ahnliche Lokalitäten finden sich bei Kolberg mehrfach, so bei Alt-Tramm 
unweit Degovv (Myrica fehlt, Rhynchospora und Scirpus caespitosus 
sehr viel), das berühmte Salinentorfmoor (jetzt zum größten Teil ausgetorft), 
auf dem Dobbert Chamaepericlymenum (Cornus) suecicum und Viola 
uliginosa entdeckte, und zahlreiche kleinere Moore. 

In Pommern an der westpreußischen Grenze befinden sich westlich der 
Piasnitz^) später zu besprechende Wiesen, die dann bald in die großen Wier- 
schutziner Moore "") übergehen, welches vom Zarnowitzer See an sich mit Ein- 
schluss des Wittenberger Bruchs 3,5 bis 5 km lang bis an die Dünenwaldungen 
erstreckt. Große Flächen dieses weiten Moores sind mit Buschwerk dicht 
bedeckt, an einigen Orten bildet Myrica mit Ledum und Vaccinium 



i) Vgl. Lehmann-, P., Das Küstengebiet Hinterpommerns. Zeitschr. Ges. Erdk. Berlin 
XIX, 1884, p. 332 — 404 (p. 386}. 

2; Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX 1895, p. 288. 



188 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

uliginosum große dichte Bestände, anderwärts ist es besonders die *Betula 
carpatica, die umfangreiche, schwer passierbare Dickichte bildet. Im übrigen 
zeigt das Moor in seinem mittleren Teile eine typische Heidemoorflora ohne 
viel bemerkenswerte Seltenheiten, nur Epilobium obscurum tritt stellenweise 
auf. In der Nähe des Strandes stellt sich dichte Busch- und Baumvegetation 
ein, die wie auch die ganze Flora an die unmittelbar anschließenden buschigen 
Piasnitz- Wiesen erinnert; interessant ist hier der Anblick der großen von Schoe- 
nus ferrugineus dicht, oft in fast reinem Bestände, bedeckten feuchtsandigen 
Wiesenflächen'). Unmittelbar hinter den Dünen zieht sich ein prachtvoller 
Hochwald hin, meist aus Kiefern, mit beigemischten Eichen und Birken be- 
stehend; große Strecken des moosigen (Hypnum) Waldes sind mit Vaccinium 
Myrtdlus (auch in der f. melanocarpa) in kniehohen Exemplaren überzogen, 
in den emgesprengten Sphagnum-Brüchen (bes. Sph. cuspidatum "und 
Sph. cymbifolium) findet sich Drosera intermedia in dichten Moos- 
polstern (Sph. cymbifolium var. glaucescens) in großer Menge. 

D,e Forst Darslub westlich von Putzig in Westpreußen enthält höchst 
interessante Heidemoore, deren eine größere Zahl in der Forst eingesprengt 
hegt. Das größte derselben, welches einen Flächenraum von 22,9 Morgen be- 
deckt, befindet sich in der Nähe der Försterei Vaterhorst 

Der torfige Boden ist meist mit Moosen (Sphagnum acutifolium, 
Sph cuspidatum, Sph. recurvum, auch in der var. parvifolium, Sph. 
cymbifolium var. glaucescens, var. squarrosulum, Polytrichum juni- 
perinum Hypnum triquetrum) und Flechten (Cladonia rangiferina, 
<^1. rangiformis) dicht überzogen und mit Kiefern oder Birken (Betula 
verrucosa, B. pubescens) locker bestanden; an Niederpflanzungen konnten 
nur Calamagrostis (cf lanceolata), nicht blühend aber in Massen, Carex 
canescens, C. Goodenoughii, auch var. chlorostachya, Eriophorum 
vaginatum (sehr viel), Ledum palustre (in sehr großen Exemplaren), 
Calluna vulgaris, Erica Tetralix, Vaccinium Mvrtillus. V Vitis 

M- li- "^'^^"°^^"^' V- Oxycoccos constatiert werden. ' 
Ae\.n^eT 7.-T ^^^'L"' ^"^ ^^'^«tpreußischem Kreise Putzig-, liegen ausge- 
t slh f '' ""/'"'" ^'""'^'^ ^-«^-1- in Menge her;orleuchtet, .md 
nach t " T"-^" Unterbrechungen durch Wiesen und Weiden bis zu den 
Moore forT'f ""'''' f t^'"'" ^°'^"'"" g^n^^nnten Werbliner und Klein Starsiner 
d L Mon rt' """^"^'' "'"^^'^^ botanische Interesse darbieten. Wenn auch 
wfrd r^h V ."k "'^; '"''''"^^' ^•"'' ^«"^^"^ d-^' -- "'Cht Torf gestochen 
nL stl, t "f"' "'"' ^^'""^^ ^^"^ ^^-äht werden, so sind doch an 
rSe H r ''' ' "^'^ ^^^''"^ anzutreffen, welche noch eine charakte- 
ristische Heidemoorvegetation zeigen; es fanden sich dort folgende Arten: 



Sphagnum acutifolium 

Sph. fimbriatum, 

Sph. cymbifolium (sehr viel), 



Polytrichum juniperinum, 
Hypnum cuspidatum, 
Sparganium minimum, 



I; Schriften Naturf. Ges. Danzig. N.F. IX fiSg 



5. P- 279. 



Erstes Capitel. Kchte Heiden. 189 

Molinia coerulea, S. aurita, 

Eriophorum vaginatum, Betula verrucosa, 

E. polystachyiim, B. pubescens, 

E. gracile, Drosera rotundifolia, 

Carex dioeca, Dr. anglica, 

C. pulicaris (beide meist auf bevveide- Potentilla silvestris, 

ten kurzgrasigen Stellen viel), Comarum palustre, 

C. paradoxa, Andromeda poliifolia, 

C. echinata, Vaccinium Oxycoccos, 

C. flava und var. C. Oederi, Erica Tetralix, 

C. Goodenoughii, Calluna vulgaris, 

C. panicea, Lysimachia thyrsiflora, 

Juncus lamprocarpus, Lycopus europaeus, 

J. supinus, Galium uliginosum, 

J. squarrosus, Succisa pratensis. 
Salix repens und var. S. rosmari- 

nifolia, 1 

In einer Torflache auf der Ostseite des Bruches wuchs in einiger Menge 
Utricularia neglecta; U. vulgaris ist in Torfgräben und -löchern mehrfach 
zu finden. Den früher hier gefundenen Rubus Chamaemorus habeich ^wie 
auch Klinggraef) trotz mehrstündigen Suchens nicht beobachtet. 

Das Bielavvabruch, westlich von Putzig in Westpreußen'), ist ein ungeheures 
Heidemoor, welches zu einem großen Teile vollständig ungenutzt daliegt. Es 
führt nur ein Wes direct darüber, der im südlichen Teile des Moores von 
Brünhausen-Miruschin westwärts nach Slavoschin geht, sodass das Botanisieren 
ungemein schwierig ist. Der größte Teil des Moores besteht aus einem 
moosigen (besonders Sphagnum acutifolium, Sph. cuspidatum, Sph. 
fimbriatum, Sph. cymbifolium mit der var. squarrosulum, Dicranum 
Sehr ade ri, an kahlen Stellen oft Webcra nutans) Untergrund oder 
ist stellenweise mit Flechten (Cladonia pyxidata. Gl. fimbriata, Gl. 
rangiferina) dicht bedeckt. In zahllosen Mengen sind Galluna vulgaris 
und Erica Tetralix, an einigen Stellen auch Myrica Gale, Vaccinium 
uliginosum und viel Ledum palustre verbreitet, die meist mit Eriopho- 
rum vaginatum und E. polystachyum (von deren weißen Fruchtköpfen 
das Moor seinen Namen haben dürfte) auf bis kniehohen Bülten stehen, welche 
wieder durch Moos und Flechten zu einer compacten Masse verbunden sind. 
Das Gehen auf einem solchen Moor, wo man nie auch nur wenige Schritte 
ungehindert vorxvärts schreiten kann, ist sehr beschwerlich und ermüdend. 
Die Flora ist an solchen gänzlich uncultivierten Orten sehr eintönig, an den 
Rändern der Bülten finden sich häufig Calypogeia Trichomanis, Cepha- 
loziabicuspidataundPellia calycina, zwischen ihnen Drosera rotundi- 
folia, Rhynchospora alba und häufige Carices, hin und wieder etwas 

l) Schriften Natiirf. Ges. Danzig N.F. IX (i895\ P- 275- 



190 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Buschwerk aus niedrigen Kiefern, die Ed. Lehmann sehr passend als Krüppel- 
kiefer bezeichnet, Juniperus communis, Betula verrucosa und B. 
pubescens var. B. carpatica. Im nördlichen Teile, wo stellenweise sandige 
Flächen aus dem Moore hervorragen, sind ganze Strecken von Rhyncho- 
spora fusca dicht überzogen, auch Juncus filiformis trifft man dort in 
großen Mengen. Nach Osten zu schließt sich eine ganze Reihe von Heide- 
tümpeln an, die zwar Sandgrund, die Vorbedingung für eine interessante Heide- 
vegetation, besitzen, aber von einem so schwarzen Moorwasser gefüllt sind. 
dass kaum etwas anderes als einige Algen und Hypnum fluitans, welches 
hier in colossalen Massen auftritt, darin gedeihen kann; am Rande sind Büken 
von Carices und Eriophorum. Ich glaube sämtliche Tümpel besucht zu 
haben, habe aber deren keinen getroffen, der eine andere Vegetation zeigte, 
Im südlichen Teile des Bielawabruches scheint es erheblich mehr cultivierte 
Stellen zu geben, denn abgesehen von einigen Heidebauerngehöften, die mitten 
auf dem Moore liegen, wird vielfach Wiesencultur getrieben oder Torf ge- 
stochen. Die wenigen Heidetümpel gleichen denen im Norden vollkommen, 
in den feuchten bis nassen Gräben finden sich Sparganium minimum 
(viel), Scirpus setaceus. Juncus filiformis, Peplis Portula u. a. In 
einem solchen Graben südlich an dem von Slawoschin nach Brünhausen- 
Miruschin führenden Damm wuchs in einiger Menge Sparganium diversi- 
folium. An einigen etwas höher gelegenen Orten sind größere Bestände von 
Scirpus caespitosus zu nennen, und unweit davon fand ich jene hellbläulich 
blühende Polygala, welche stellenweise für jene Gegend charakteristisch zu 
sein scheint und wohl zu der P. oxypterum zu zählen sein wird, in Gesell- 
schaft von Juniperus communis, Anthoxanthum odoratum, Sieglingia 
decumbens, Festuca ovina, Nardus stricta, Carex panicea, C. pilu- 
lifera, Myrica Gale, Calluna vulgaris, Erica Tetralix, Brunella 
vulgaris. 

Auf der ungeheuren Ebene des Brückschen Bruches nördlich von Rheda 
zwischen Neustadt (VVestpr.) und Danzig finden wir kaum einen erheblichen 
Baumwuchs, nur hier und dort Gruppen von höheren Sträuchern oder kleinen 
Bäumchen; Pinus silvestris, Betula verrucosa und B. pubescens, auch 
in der var. B. carpatica, bilden die einzigen auffallenden Erhebungen in dem 
flachen Moor. Bei weitem der größte Teil des Moores wird cultiviert, ent- 
weder beweidet oder gedüngt und zur Wiese umgewandelt oder zum Torfstich 
benutzt, nur wenige Stellen zeigen eine wenig oder nicht veränderte Flora, eine 
Flora des Heidemoors. Hier finden wir noch dichte Sphagn um -Polster 
(Sph. cuspidatum, Sph. fimbriatum, Sph. cymbifolium) und Dicra- 
num palustre, auf denen Erica Tetralix und Ledum stellenweise in 
Mengen auftreten, Myrica ist nur hin und wieder, nicht in dichten Beständen 
vorhanden. Solche Heideflecken, auf denen auch Salix aurita und Fran- 
gula Alnus oft eine hervorragende Rolle spielen, sehen wir meist an den 
zum Torfstich benutzten Flächen. Die Torflöcher, die oft von einer Pflanze 
ganz erfüllt werden, zeigen eine sehr einförmige Flora, Sphagnum cuspi- 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



191 



datum var. plumosum und Hypnum fluitans durchsetzen wie auch Pota- 
mogeton fluitans und Juncus supinus (f. fluitans) mit Myriophyllum 
verticillatum und M. spicatum das ganze Wasser, am Rande stehen Auln- 
comnium palustre, Carex paradoxa, C. diandra, C. panniculata, 
C. acutiformis, C. Pseudocyperus oft in Menge, in älteren zugewachsenen 
bildet Lysimachia thyrsiflora mit Carices (Carex Goodenoughii und 
C. panicea) dichte Bestände. — Interessanter ist bei weitem die Flora der be- 
weideten Stellen, hier ist meist von Strauch- und Baumvegetation wenig mehr 
vorhanden, hin und wieder ein verwachsener Juniperus, sonst ist die ganze 
Fläche, die unebenes, holperiges Terrain darstellt, von kurzen, rasenartigen 
Stauden dicht bedeckt; es verdient die Flora deshalb ein besonderes Interesse, 
weil wir hier Stellen vor uns haben, die von Kühen regelmäßig abgeweidet, 
sonst aber durch Menschenhand nicht verändert, nur durch die Weide aus 
dem unberührten Heidemoor hervorgegangen sind. 

Es fällt an diesen Orten besonders die große Häufigkeit von Carex 
pulicaris auf, die zusammen mit C. dioeca kleinere Stellen dicht bedeckt. 
Ein derartig beweidetes Stück des Moores unweit Polchau und Bresin 
zeigte folgende Pflanzen: 



Hypnum cuspidatum, 

Briza media, 

Carex dioeca, 

C. pulicaris, 

C. Oederi, 

C. panicea, 

C. Goodenoughii. 

Juncus supinus, 

Sagina procumbens (viel), 

Cerastium caespitosum, 

Ranunculus acer, 

R. Flammula, 



P. anserina, 
Trifolium pratense, 
Tr. repens, 
Myosotis palustris, 
Mentha aquatica, 
Lycopus europaeus, 
Plantago lanceolata, 
Knautia arvensis, 
Valerianella olitoria, 
Bellis perennis, 
Cirsium palustre, 
Hieracium Pilosella, 
H. Auricula (viel). 



Potentilla silvestris, 

Die gedüngten und zu Wiesen umgewandelten Teile des Brückschen 
Bruches tragen keine sehr interessante Flora (Polemonium coeruleum); nur 
in der Nähe der zahlreichen das Bruch durchziehenden Gräben und Wasser- 
läufe, die für einen Fremden infolge ihrer Brückenarmut das Botanisieren 
äußerst zeitraubend und oft nicht ganz ungefährlich werden lassen, besonders 
an den beiden größten Mündungsarmen der Rheda (dem Stremming und der 
Rheda) sind Wiesen, die fast als natürliche zu bezeichnen wären; denn da die 
Rheda trotz ihrer geringen Größe einen sehr verschieden hohen Wasserstand 
aufweist und selbst in trockenen Zeiten kaum mehr als einen Fuß unter die 
Wiesenkante sinkt, sind diese Wiesen während des größten Teils des Jahres 
überschwemmt. 



J92 Zweiter Teil. Erster Abächnitt. 

Am Übererano- vom Altvater zum kleinen Altvater im mährischen Gesenke 
befindet sich ein echtes Heidemoor mit viel Sphagnum und Polytrichum. 
Den Untergrund bildete ein schwarzer mooriger Torf, darauf wuchsen ver- 
krüppelte Fichten und sehr viel Carex pauciflora, Eriophorum vagina- 
tum und E. alpinum, Scirpus caespitosus, Drosera rotundifolia, 
Empetrum nigrum und Vaccinium uliginosum. Am Abhang geht das 
Moor dann in eine wiesige Formation über, die Fichten werden höher und 
dichter und in den Lichtungen sieht man massenhaft Mulgedium alpinum, 
Senecio Fuchsii und andere hohe Stauden. Unter den Fichten ist stellen- 
weise eine echte Laubwaldflora mit Lysimachia nemorum und dergleichen. 

Kolbermoor in Oberbayern etwa 550 m über dem Meere. Unter dem 
Heidetorf liegt schwarzer schmieriger Wiesenmoortorf, der wieder auf einer 
blauen Thonschicht lagert. Augenscheinlich ist also aus einem Landgewässer 
mit thonigem Untergrunde ein Wiesenmoor hervorgegangen, welches, nach- 
dem es über den Wasserspiegel hinausgewachsen war, dem Heidemoor Platz 
gemacht hat. Wo an der Seite des Moores der thonige Boden zu Tage trat, 
wuchs viel Tussilago Farfara, am Rande des Moores selbst sowie an den 
bis auf den unteren Thon hindurchgeführten Gräben war viel Agrostis 
canina, Populus trcmula und Rubus plicatus zu bemerken. Auf der 
P"läche des Moores, welches sehr feucht ist, waren folgende Pflanzen vor- 
handen: Exobasidium Vaccinii (auf Andromeda), Sphagnum acuti- 
folium, S. cymbifolium (beide viel), Polytrichum juniperinum, Pinus 
silvestris (strauchig), Picea excelsa (mäßig hoch), Molinia coerulea 
(viel), Sieglingia decumbens, Eriophorum vaginatum (sehr viel, stellen- 
weise bestandbildend), E. polystachyum, Juncus squarrosus, J. bufo- 
nius, J. effusus (sehr wenig), Salix aurita, Betula pubescens (sehr viel, 
meist strauchig, nur stellenweise hoch), Potentilla silvestris, Drosera 
rotundifolia, D. anglica, Calluna vulgaris (viel), Andromeda polü- 
folia, Vaccinium uliginosum (stellenweise sehr viel), V. Oxycoccos 
(stellenweise viel), Vaccinium Myrtillus, Melampyrum pratense. 

In einem ziemlich feuchten Heidemoor, welches auf dem Tertiär \'on 
Teublitz in der Oberpfalz 360 m über dem Meere sich findet, beobachtete 
H. PoEVERLEiN (briefl.) folgende Arten: Sphagnum, Polytrichum com- 
mune, P. spinulosum, Rhynchospora alba, Juncus effusus, Ahaus 
glutinosa, Potentilla palustris, Drosera rotundifolia, Viola palustris, 
Prangula Alnus, Thysselinum palustre, Vaccinium Oxycoccos, 
Lysimachia palustris. — Seitlich ging dieses Moor allmählich in einen 
Kiefernwald über. Hier an der Übergangsstelle wuchsen Pinus silvestris, 
Juncus squarrosus, Salix aurita, Calluna vulgaris, Vaccinium Myr- 
tillus, V. Vitis idaea, V. Myrtillus X Vitis idaea, V. uliginosum. 

Die sogenannten * Filze Kolbermoor- liegen auf der Höhe, steigt man 
von der Bahn aus den schluchtenreichen, besonders mit Fichten bestandenen 
Diluvialabhang hinan, so kommt man oben an das Kolbermoor, welches stellen- 
weise mit den Rändern über den Rand der Diluvialhöhe hinüberreicht. An 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



193 



Stellen, an denen der Torf sehr tief ausgestochen ist, sieht man unten den 
braunen filzigen Moostorf meist ziemlich oder ganz plötzlich in unteren schwarzen 
schmierigen VViesentorf übergehen. Li allen Teilen des Moores finden sich 
Wurzeln, und noch jetzt gehen stellenweise Fichten und Kiefern, wenn auch 
nicht normal entwickelt, ziemlich weit auf das Moor herauf Mit ihnen finden 
sich dann auch eine Reihe von Wald- und Buschpflanzen an, die mit den 
Heidemoorpflanzen gemischt sind, so 



Rubus idaeus, 
Pirus aucuparia, 
Oxalis Acetosella, 
Frangula Alnus (viel), 
Epilobium angustifolium, 
Vaccinium Myrtillus (sehr viel), 
V. Vitis Idaea, 
Lactuca muralis. 



Polytrichum juniperinum, 

P. commune, 

Amblystegium serpens (sehr viel), 

Thuidium abietinum, 

Aspidium spinulosum, 

Molinia coerulea, 

Festuca elatior, 

Betula pubescens, 

Quercus (sehr schlecht), 

Hin und wieder bemerkt man Stellen, wo sich zwischen den Torf eine 
Ihonschicht eingelagert findet, hier liegt stets auf dem Thon eine Schicht 
schwarzen Schmiertorfes, ehe wieder der filzige Heidetorf darauf folgt. An 
einer Stelle trat der Wiesentorf auf dem Thon (künstlich) zu Tage. Hier 
wuchsen auf ihm Catharinea, Mnium hornum, Hypnum spec, Poa 
pratensis, Luzula pilosa, Prunus Padus und andere Pflanzen nährstoff"- 
reicher Formationen (vgl. S. 27). 

Denen von Kolbermoor ähnliche Heidemoore sind im südlichen Bayern 
recht verbreitet. Ich sah solche noch bei Feilenbach, südlich des Chiemsees 
(mit Birken und Kiefern und viel Calluna und Rhynchospora alba), bei 
Assling (mit viel krüppeligen Kiefern) etc. Viele dieser Moore zeigen in aus- 
gezeichnetster Weise das Aufsteigen der Oberfläche nach der Mitte zu. 

In der Schweiz beobachtete ich mit Ascherson und KAISER-Ragaz bei 
Sarganz im oberen Rheinthal in der Richtung nach Vilters und Wangs ein 
großes Moor, welches an vielen Stellen, besonders den dicht mit Eriophorum 
alpinum bewachsenen, zahlreiche Anklänge an ein Heidemoor zeigte und 
nach Südwesten in ein echtes Wiesenmoor (Streuried) mit viel Phragmites, 
Cirsium oleraceum, C. palustre etc. überging. Das Moor liegt etwa 
400 m über dem Meere, ist mäßig feucht bis nass und besteht aus etwas 
filzigem Torf. Wegen seiner interessanten Flora sei dieselbe hier erwähnt, es 
wurden notiert: An Moosen nur Hypnaceae, 



Agrostis canina, 
Anthoxanthum odoratum, 
Briza media, 
Dactylis glomerata, 
Molinia coerulea (viel), 
Scirpus caespitosus, 

Ora ebner, Die Heide. 



Rhynchospora alba (sehr viel, stellen- 
weise bestandbildend), 

Eriophorum alpinum ^stellenweise 
massenhaft), 

Carex dioeca, 

C. panniculata, 

13 



194 



Zsveiter Teil. Erster Abschnitt. 



C. flava, 

Tofieldia calyculata, 
Orchis incarnata, 
Salix repens var. fusca. 
Ranunculus spec. (acer?), 
Aconitum Napellus, 
Parnassia palustris. 
Filipendula Ulmaria (wenig), 
Potentilla silvestris, 
Trifolium pratense (wenig), 
Frangula Alnus, 



Angelica silvestris, 

Thysselinum palustre, 

Gentiana Pneumonanthe, 

Menyanthes trifoliata. 

Primula farinosa, 

Euphrasiaofficinalis'Rostkoviana), 

Pedicularis palustris, 

Galium MoUugo, 

Succisa praemorsa, 

Serratula tinctoria, 

Centaurea Jacea. 



Am hindurchfließenden Gewässer standen Sparganium neglectum var. 
microcarpum und Carex acutiformis viel, im Wasser des Grabens wuchs 
in Menge Utricularia intermedia. Am Wege, der das Moor seitlich 
schneidet, standen als Ruderalpflanzen : Equisetum palustre, Alopecurus 
pratensis, Rhamnus cathartica, Hypericum perforatum, Selinum 
Carvifolia, Daucus Carota, Alectorolophus major, Linaria vulgaris, 
Betonica officinalis (wenig), Cirsium olcraceum (ranzweni?, Hieracium 
oreale. 

Das Desselfließ bei .Schloppe ') fließt durch aus armem Sandboden be- 
stehendes Gelände, und daher kommt wohl die eigenartige Erscheinung zu 
Stande, dass man ein sehr nasses, sich wenig über das Niveau des Flusses er- 
hebendes, wiesenartiges Gelände trifft, welches zahlreiche Anklänge an die 
Heideflora zeigt und auf der Grenze zwischen Formationen nährstofi'reicher und 
denen nährstoffarmer Gewässer steht. Oberhalb Schloppe, östlich des großen 
Teiches, finden wir folgende Flora: 



Sphagnum acutifolium (stellenweise 

alles überziehend), 
Polytrichum juniperinum, 
Aspidium Thelypteris, 
Pinus silvestris (Strauch). 
Anthoxanthum odoratum, 
Festuca ovina, 
Poa pratensis (wenie . 
Holcus lanatus, 
Carex echinata, 
C. diandra, 
C. leporina, 

C. rostrata (nach oben zunehmend), 
C. Goodenou£Thii. 
C. acutiformis. 



Eriophorum polystachyuni (viel), 
E. angustifolium, 
Epipactis palustris, 
Salix aurita, 
Rumex Acetosa, 
Polygonum Bistorta, 
Cerastium triviale, 
Coronaria Flos cuculi, 
Geum rivale, 
Drosera rotundifolia, 
Potentilla palustris, 
P. silvestris, 
Lotus uliginosus, 
Viola palustris, 
iGeranium pratense, 



I) Schriften Natiirf. Ges. Danzig N. F. IX. iL 3. p. 63 JiSo?). 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



105 



Rhamnus Frangula. 
Menyanthes trifoliata (sehr viel], 
Mentha aquatica, 
Pedicularis palustris, 



Galium palustrc. 
Cirsium palustre, 
Sonchus oleraceus. 



An den nicht passierbaren, ins Wasser ragenden Vorsprüngen bei den 
zahlreichen Windungen des Flüsschens zeigte die Vegetation einen bisweilen 
mehr an die W'iesenflora erinnernden Charakter: es fanden sich dort: 



Cerastium triviale, 
Ranunculus Lingua, 
Caltha palustris, 



Lotus uliginosus, 
Cicuta virosa, 
Mentha aquatica (viel), 
Myosotis palustris, 
Galium uliginosum. 



Equisetum limosum (viel), 

Poa pratensis, 

Carex acutiformis, 

C. gracilis, 

Scirpus palustris, 

Juncus obtusiflorus (ziemlich viel)'), 

Acorus Calamus''), 

Rumex Hydrolapathum, 

Coronaria Flos cuculi. 

Im ziemlich stark fließenden Wasser selbst bemerkte ich nur Clado- 
phora spec, Spirogyra spec, Potamogeton natans, P. perfoliatus, 
Nuphar luteum, Sium latifolium. Seitwärts stieg das Terrain zuerst ali- 
mählich und dann plötzlicher auf. 

Wir sahen soeben, dass sogar einige Flusswiesen, wie die des Dessel- 
fließes, deutliche Anklänge an die Vegetation der Heidemoore zeigen. Ein 
Analogon dazu ist ein Terrain bei Dt. Krone nördlich vom großen Radun- 
See^). Ehemals Seealluvium, besteht der obere Boden vollständig aus Moos- 
torf und ist trotz der zeitweise in ihm herrschenden Nässe mit sehr viel 
Calluna bestanden. An Moosen wiegen kleine P^ormen von Sphagnum 
und Polytrichum juniperinum vor, dazwischen treten zahlreiche Cladonien 
(Cladonia pyxidata, Cl. coccifera etc.) auf, hin und wieder kleine buschige 
Exemplare von Pinus silvestris und Betula alba. Zv/ischen den t>-pi.schen 
Heidepflanzen findet sich auch eine größere Zahl von echten Wiesenbewohnern, 
sodass die Formation als eine Übergangsformation anzusehen ist. Es wurden 
notiert : 



Phragmites communis (vereinzelt), 
Triodia decumbens (viel), 
Molinia coerulea (viel), 
Briza media, 
Lolium perenne, 



Anthoxanthum odoratum, 
Avena elatior, 

Luzula campestris (vereinzelt), 
Salix repens var. S. rosmarinifolia. 
S. aurita. 



I, Die Häufigkeit dieser sonst doch meist recht seltenen Art im südwestlichen Zipfel West- 
preußens ist sehr bemerkenswert. 

2) Diese Art tritt in den von mir bereisten Gegenden Westpreußens bei weitem häufiger 

und massenhafter auf als in der Provinz Brandenburg. 

3; Schriften Naturf. Ges. Danzig N. F. IX (1S9S . p. 72. 

13* 



196 



Zweiter Teil. Erster Absclinitt. 



Arabis arenosa, 
Geum rivale, 

Ulmaria palustris (vereinzelt), 
Potentilla silvestris, 
P. an s er i na (vereinzelt], 
Vicia Cracca (verkümmert], 
Linum catharticum (vereinzelt), 
Pimpinella Saxifraga, 



Thymus Serpyllum, 

Galium Mollugo, 

Campanula rotundifolia (vereinzelt), 

Achillea Millefolium, 

Cirsium palustre, 

Centaurea austriaca, 

Hieracium Pilosella, 

H. vulgatum. 



Auf einem getretenen Wege stand in großer Menge Juncus tenuis mit 
Scirpus pauciflorus und Carex Oederi. Allmählich wurde das Terrain 
grasiger, Alolinia coerulea nahm die herrschende Stelle ein, und Calluna 
trat zurück. Hier fanden sich Juniperus communis (vereinzelt), Carex 
panicea, Rumex Acetosa, Parnassia palustris, Potentilla silvestris 
(sehr viel), Viola palustris, Linum catharticum, Aegopodium Poda- 
graria (vereinzelt), Brunella vulgaris, Alectorolophus major, Plantage 
lanceolata, Valeriana dioeca, V. officinalis (vereinzelt), Chrysanthe- 
mum Leucanthemum, 



3. Aufzählung der Arten des Typus und seiner Gewässer. 
X. Charakterpflanzen: 
Lyngbya vulgaris (Ktzg.) Kirchner 
Calothrix sabulicola sA. Br.) Kirchner 



b. ericetorum Itzigs. 
Zygogonium ericetorum (Ktzg.) de Bary 
Botrydina vulgaris Breb. 
Stichococcus baccillaris Näp-. 
Protococcus viridis Aer. 
Schizogonium murale Ktzg. 
Geoglossum hirsutum Pers. 
Ciavaria ligula Schäffer 
Cl. fragilis Holmsk. 
Cantharellus muscoides (Wulf ap. Jacq.) 

Schrot 
Lactaria deliciosa (L.) F"r. 
Psilocybe uda (Pers.) Fr. 
P. Polytrichi (Fr.) Henn. 
Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
D. h. var. Sphagnorum Pers. 
Xaucoria Henningsii (Bresad.). 
Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 
R. 1. var. rosella Batschj. 
Agaricus umbelliferus L. 
A. epiphysium Pers. 



Jungermannia inflata Huds. 

Sphagnum cymbifolium Ehrh. 

S. imbncatum Hornsch. selten. 

S. rigidum (N. et H.) Schimp. 

S. r. var. compactum Schimp. 

S. mollusum Bruch 

S. acutifolium Ehrh. 

S. tenellum v. KlinfT-gfr. var. rubelluni 
Wils. an offenen Stellen. 

S. cuspidatiun Ehrh. 

S. c. var. falcatum Russ. in den Heide- 
tümpeln flutend und sie nach und 
nach ausfüllend. 
j S. recurvuni P. d. B. 
j S. r. var. angustifolium Russ. an mäßig 
feuchten, selbst trockneren Stellen. 

S. r. var. mucronatum Russ. mehr die 
sumpfigen Stellen ausftillend. 

S. r. var. amblyphyllum Russ. wie vor. 

Campylopus brevipilus B. S. 

Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
|PoIytrichum commune L. 
|P. juniperinum Willd. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



ly? 



P. strictum Banks 
V. gracile Menz. 
Aspidiuni Thelypteris Rth. 
Lycopodium inundatum L. 
Juniperus communis L. 
Sparg-anium affine Schnizl. in moorigen 
Tümpeln und Seen mit Ranunculus 
hololeucus. 
Sp. minimum Fr. besonders in zeitweise 

wasserfreien Tümpeln. 
Potamogeton polygonifolius Poir. auf 

nassem Schlamm und im Wasser. 
Scheuchzeria palustris L. meist z^vischen 

Sphagnum. 
Echinodorus (Alisma) ranunculoides (L.) 

Engelm. selten. 
Agrostis vulgaris With. 
A. canina L. 

Calamagrostis neglecta (Ehrh.) Fr. 
Aira discolor Thuill. 
Molinia coerulea (L.) Mnch. 
Cyperus flavescens L. auf nassem Torf- 
boden und anmoorigem Grunde. 
C. fuscus L. anscheinend mehr festen, 
lehmhaltigen Boden liebend. j 

Eriophorum alpinum L. an nasseren I 
Orten. \ 

E. vaginatum L. oft als fast reiner Be- | 
stand große Strecken überziehend. 



C. pauciflora Lightf. 

C, chordorrhiza Ehrh. 

C. diandra Rth. besonders an den 
Rändern. 

C. limosa L. meist zwischen Sphagnum, 
an den Standorten zahlreich, aber an 
Individuenzahl hinter anderen Pflanzen 
zurücktretend; ist, wie es scheint, an 
die Heide gebunden. 

C. flava L. var. Oederi Ehrh. auf an- 
moorigem und torfigem Grunde und 
zwar fast stets auf unbedecktem Boden, 
mitunter in ungeheuren Mengen; ver- 
schwindet, sobald andere Pflanzen, 
besonders Gräser (oder Moose) sich 
einstellen oder wird durch die var. 
lepidocarpa ersetzt. Häufig mit Ra- 
diola multiflora, Drosera rotimdifolia, 
Lycopodium inundatum. Sehr häufig 
an Teichen. 

C. filiformis L. sowohl auf offenem Moor. 
wie an den Rändern der Heidetümpel, 
-Seen und -graben dichte Bestände 
bildend und der ganzen Formation 
durch die zahllosen dünnen Blätter 
ein eigentümliches Aussehen gebend, 
oft spärlich oder gar nicht blühend. 
Wohl immer an nassen Orten. 
Juncus supinus Mnch. gern an unbe- 



E. gracile Koch nie in dichten Beständen ! deckten Orten, besonders an zeitweise 
auftretend (obwohl an den Standorten I überschwemmten Stellen, lebt sowohl 



reichlich). 
Scirpus caespitosus L. nicht an zu nassen, 
aber auch nie an trockenen Standorten. 



im Wasser (lang flutend) wie auf dem 
Lande. 
J. squarrosus L. auf sanften Erhebungen 



S. fluitans L. eine Charakterpflanze derj mit mäßig feuchtem Boden. 



Tümpel und Gewässer. 
S. multicaulis Sm. 
Rhynchospora alba (L.) Vahl zwischen 

Sphagnum dichte Bestände bildend. 
R. fusca (L.) R. et Seh, oft mit \^origer, 

vielleicht etwas mehr sandliebend. 
Carex dioeca L. 
C. pulicaris L. an unbedeckten Stellen 

sowohl auf Torf wie auf Sandboden. 



Narthecium ossifragum (L.) Huds. auf 
nacktem Moorboden mitunter dichte, 
aber niedrig bleibende Bestände bil- 
dend. 

Orchis maculatus L. var. elodes Grsb. 
zwischen Sphagnum. 

Malaxis paludosa (L.) Sw. besonders 
an nassen, schlammigen Stellen, oit 
in einem Jahre an einer Stelle 



198 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



verschwindend, dann plötzlich 
Mensre wieder erscheinend. 



m 



j\Ivrica Gale L. besonders an nassen, 
aber auch mäßig feuchten Orten mit 
Torf- oder anmoorigem Sandboden, 
oft weite Strecken überziehend und 
als Bestand dem Typus oft ein charak- 
teristisches x^ussehen gebend. Nicht 
selten in tiefgründigen, mit Wasser be- 
deckten oder schlammigen Mooren 
Büken bildend, an denen sich Sphag- 
num, Erica Tetralix (Ledum in Hinter- 
pommern) etc. ansiedeln. 
Salix aurita L. häufig in lichten Be- 
ständen oder vereinzelt, auf Torf- oder 
anmoorigem Satidboden. 
S. myrtilloides L. zwischen Sphagnum, 
gern auf schwimmendem Rasen mit 
Eriophorum gracile, Carex limosa etc. 
S. repens L. var. rosmarinifolia Koch. 
Betula pubescens Ehrh. var. carpathica 

(Willd.). 
Montia rivularis Gmel. in Gräben und 
an schlammigen, moorigen Orten oft 
in Menge. 
Ranunculus hololeucus Lloyd Charakter- 
pflanze der Heidetümpel. 
Drosera rotundifolia L. gern zwischen 

Sphagnum an nassen Orten. 
D. anglica Huds. 

D. intermedia Hayne an kahlen Stellen, 
fast nie zwischen Moos (nur ganz 
dünne Hypnum-Decken ertragend). 
Verschwindet, sobald sich andere 
Pflanzen anzusiedeln beginnen, all- 
mählich vollständig. 
Rubus Chamaemoms L. mitunter Cha- 
rakterpflanze, an den Standorten meist 
in Menge. Wohl nur auf torfigem Boden. 
P. silvestris Neck, auf mäßig feuchtem 
Boden zahlreich ; gern zwischen Sphag- 
num. 
Radiola multiflora (Lmk.) Aschers, so- 
wohl auf reinem Sandboden wie auf 



Torfan verwundeten oder unbedeckten 
Stellen in großen Mengen auftretend 
und oft dichte Rasen bildend. 

Polygala depressum Wender sowohl 
auf Sandboden wie auf anmoorigem 
Grunde und Torf oft in Menge. 

Empetrum nigrum L. zwischen Sphag- 
num selbst an Stellen, an denen das 
Wasser beim Auftreten hervorquillt: 
selten ohne Calluna. 

Hypericum humifusum L. auf nacktem 
Torf, verschwindet oft, sobald sich 
der Boden bedeckt. Wohl auf der 
Heide heimisch. 

H. elodes L. in moorigen Sümpfen und 
Torflöchern. 

Viola palustris L. fast immer zwischen 
Sphagnum, seltener auf unbedecktem 
Sand oder Torf, meist in großen Mas- 
sen auftretend und größere Strecken 
überziehend. 

j Isnardia palustris L. hin und wieder an 
den Rändern der Tümpel und Gräben 
auf Schlammboden, meist unbeständig. 

Oft mit Peplis Portula. 

Myriophyllum alternifolium DC. gern 
mit Scirpus fluitans, Helosciadium 
inundatum und Montia rivularis. 

Helosciadium inundatum (L.) Koch gern 
mit Scirpus fluitans, Myriophyllum 
alternifolium u. a. besonders in Torf- 
löchern. Sowohl auf anmoorigem und 
sandigem Boden wie auf Torf. 

Ledum palustre L. auf torfigem und 
anmoorigem Boden, meist in Menge. 

Andromeda poIiifoliaL. zwischen Sphag- 
num, selten in größeren Mengen, meist 
vereinzelt und wenig auffallend. Fast 
immer auf Torf, seltener auf nassem 
Heidesande. 

Vaccinium uliginosum L. oft dichte Be- 
stände bildend, sowohl auf unbedeck* 
tem Boden wie zwischen Sphagnum 
und anderen Sumpfmoosen. Hält sich 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



199 



beim Austrocknen des Moores noch 
sehr lange und fruchtet dann reichlich. 

V. Oxycoccus L. fast immer zwischen 
Sphagnum dahinkriechend, selten auf 
nacktem Torf oder in nassen, san- 
digen Ausstichen. 

Erica Tetralix L. zwischen Sphagnum 
und Torf. 

Gentiana Pneumonanthe L. gern zwi- 
schen Sphagnum und Gras. 

Cicendia filiformis (L.) Delarbre auf 
Sand und anmoorigem Grunde. Gern 
auf nacktem, verwundetem Boden, 
verschwindet bei dichterer Kodenbe- 
deckung, oft unbeständig. Häufig mit 
Radiola multiflora, Centunculus, Ille- 
cebrum, Drosera etc. 

Pedicularis silvatica L. zwischen Moos 
in großen Mengen. 



Utricularia intermedia Hayne an nassen, 
.schlammigen Stellen oder in Torf- 
löchern und Heidegräben flutend. 

Litorella uniflora (L.) Aschers, auf .san- 
digem bis kiesigem, selten auf schlam- 
migem Boden oder Torf Sowohl an 
den Rändern der Heidetümpel als auf 
nassen oder feuchten, sandigen, zeit- 
weise von Wasser überschwenmiten 
Flächen, an den Standorten meist in 
Menge, oft dichte Rasen bildend. 

Galium harcynicum W'cig. (G. saxatile 
auct.) meist in Menge zwischen 
Moos. 

Lobelia Dortmanna L. Charakterpflanzc 
sandiger und kiesiger Heidetümpel, 
an den Rändern oft dichte Be- 
stände bildend, gern mit Litorella, 
Isoetes u. a. 



2. Häufiser vorkommende Pflanzen: 



Gloeocapsa coracina Ktzg. 
Chroococcus turgidus Naeg. 
Scytonema turfosum Ktzg. 
Nephrocytium Agardhianum Naeg. {in 

Gewässern). 
Protococcus infusionum (Schränk) Ag. 
Chara foetida A. Br. 
Ch. fragilis Desv. 
Ch. contraria A. Br. 
Ch. hispida L. p. p. 
Humariella umbrata (Fr.) Cook 
H. scutellata jL.) Schrot. 
Boletus flavidus Fr. 
Hygrophorus nitratus Pers. 
H. conicus (Scop.) Fr. 
H. flammans (Scop.) Schrot. 
H. miniatus (Scop.) Schrot. 
H. ceraceus Wulf. ap. Jacq. 
Lactaria helva Fr. 
L. vieta Fr. 

Russula fragilis Pers.) Fr. 
R. emetica (Schacff.) Fr, 



Agaricus tricolor Alb. et Schw. 
Lycoperdon uteriforme Bull. 
Marchantia polymorpha L. an Torf- 
stichen, Gräben, quelligen Orten u. s. w. 
Sphagnocoetis communis ^Dicks.) N. v. E. 
Jungermannia barbata Schmidt 
J. quinquedentata Web. 
J. bicuspidata L. 
Scapania curta (Mart.) X. v. E. 
Sphagnum papülosum Li ndl. 
S. Russowii Warnst, in waldigen Heide- 
mooren. 
S. fimbriatum Wils. 
S. squarrosum Pers. 
S. subnitens Warnst, et Russ. 
S. quinquefarium W^arnst. zerstreut. 
S. fuscum V. Klinggr. 
Pleuridium alternifolium Br. u. Seh. 
Gymnostomum microstomum (C. Müll.) 

Vledw. 
Dicranella heteromalla (Hedw.) Schimp. 
D. cerv-iculata -'Hedw.) Schimp. 



Coprinarius semilanceatus (Fr.) Schrot. | Dicranum undulatum Hedw. 



200 



Zweiter Teil. Erster Absclirvitt. 



D. Schraderi W. et M. auf Torfboden, 

der mit Kiefern bestanden ist. 
D. flagellare Hedw. 

Campylopus turfaceus Br. et Seh. be- 
sonders an buschigen Stellen. 
Dicranodontium longirostre (VV. et M.) 
Br. et Seh. auf faulen Stümpfen etc. 
Fissidens adiantoides (Dill.) Hedw. 
F. osmundoides (Sw.) Hedw. 
Leptodontium flexifolium Hampe 
Leptotrichum tortile (Schrad.) Hampe 
Rhacomitrium lanuginosum (Dill.) Brid. 
Brj'inn bimum Schreb. 
B. intermedium (W. et M.) Brid. 
B. erylhrocarpum Schwägr. 
B. uliginosum (Bruch) Br. et Seh. 
Webera nutans (Schreb.) Hedw. 
Leptobry'-um pyriforme (L.) Schimp. 
Mnium affine Bland, in kleinen Formen. 
Amblyodon dealbatus (Dicks.) F. Beauv. 
Meesea uliginosa Hedw. 
Gymnocybe palustris (L.) ¥r. in dege- 
nerierenden Formen. 
Philonotis marchica (Willd.) Brid. 
Polytrichum formosum Hedw. 
Atrichum angvistatum (Brid.) Br. et Seh. 
A. tenellum (Raehl.) Br. et Seh. häufiger 

als vorige an faulenden Stümpfen. 
Tetraphis pellucida (Dill.) Hedw. 
Fontinalis antipyretica (Dill.) L. in Torf- 
löchern und Tümpeln, sie oft dicht 
erfüllend. 
Thuidium tamariscinum (Hedw.) Br. et 
Seh. auf modernden Stümpfen mit 
Ledum. 
Climacium dendroides (Dill.) W. et M. in 
verkümmerten Formen mit Ledum. 
Plagiothecium silesiacum (Sei.) Br. et 
Seh. an modernden Baumstämmen 
mit Ledum. 



gern 
geht 



anderem Gesträuch in kleineren For- 
vnen an feuchten Stellen. 
H. fluitans L. in vielen Formen, 
zwischen Ledum, oft in Gräben, 
aus ihnen über die Ufer hinaus. 
H. exannulatum Gümb. 
H. scorpioides L. 
H. Kneifii Schimpf 
H revolvens Sw. an Grabenrändern. 
Aspidium cristatum (L.) Sw. 
Blechnum Spicant (L.) With. 
Osmunda regalis L. 
Botrychium Lunaria (L.) Sw. 
B. ramosum (Rth.) Aschers, seltener 

als vorige. 
Pilularia globulifera L. 
Equisetum palustre L. 
Lycopodium Selago L. 
iL. clavatum L. an den Rändern 
t Moore. 

I Isoetes lacustris L. auf sandigem 
kiesigem Grunde von Heidetümpeln 
und -Seen. 
Pinus silvestris L. oft massenhaft, aber 

meist schlecht gedeihend. 
Potamogeton gramineus L. in den Tüm- 
peln und nicht selten auf feuchtem 
Schlamm. 
P. praelongus Wulf. 
P. perfoliatus L. häufiger als vorige, 
crispus L. 
compressus L. 
acutifolius Lk. 
obtusifolius M. K. 
mucronatus Schrad. 
pusiUus L. 
rutilus Wolfo-. 

trichoides Cham, et Schlechtend. in 
Torflöchern und Altwässern. 
P. pectinatus L. 



der 



und 



P. 
P. 
P. 
P. 
P. 
P. 
P. 
P. 



Hypnum filicinum L. in degenerirenden Triglochin palustris I 



Formen an Baumstümpfen und Ge- 
sträuch mit Ledum. 



Stratiotes Aloides 
ganz ausfüllend. 



L. die Tümpel oft 



H. uncinatum an Junipenis-Zweigen und Hydrocharis Morsus ranae L. auf Gräben 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



201 



und Tümpeln oft eine dichte Deqkc 

bildend. 
Alopecurus genicvilatus L. 
A. fulvus Sm. seltener als vorige. 
Agrostis alba L. oft mit A. vulgaris, 

aber wohl mehr an trockncren Orten. 
Aira flexuosa L. auf trockneren Stellen. 

A. praecox L. an trockneren Stellen in 
kleineren Beständen. 

Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 
Bromus mollis L. auf Wegen und ehe- 
maligen Torflagerstätten. 

B. tectorum L. an ähnlichen Stellen. 
Eriophorum polystachyum L. p. p. gern 

an grasigen Orten und oft massenhaft. 

E. latifolium Hoppe. 

Scirpus pauciflorus Lightf sowohl auf 
sandigem wie torfig-em Boden. 

S. setaceus L. an torfigen, mäßig feuch- 
ten Stellen hin und wieder, oft mit 
dem Standort wechselnd und nicht je- 
des Jahr in gleicher Menge, mitunter 
ausbleibend. 

S. compressus (L.) Pers. 

S. paluster L. an Torflöchern. 

S. p. var. uniglumis Lk. an Torfstellen. 

Cladium Mariscus (L.) R. Br. an den 
Ufern von Seen und Tümpeln, auch 
auf offenen Flächen mit sandig-moo- 
rigem oder torfigem Boden. 

Carex Davalliana Sm. an Grabenrän- 
dern etc. 

C. muricata L. besonders an den 
Rändern. 

C. echinata Murr, gern zwischen Sphag- 
num, Polytrichum und anderen 
Moosen. 

C. leporina L. 

C. elongata L. an nassen, sumpfigen 
Orten. 

C. canescens L. sowohl an nassen Stel- 
len zwischen Torf- und Sumpfmoo- 
sen, als an grasigen, mäßig feuchten 
Stellen. 



C. Goodenoughii Gay 

C. gracilis Curt. 

C. panicea L. auf Torfboden oft in dich- 
ten Beständen größere Strecken über- 
ziehend. 

C. flava L. var. lepidocarpa Tausch. 

C. distans L. an den Rändern in klei- 
neren Beständen. 

C. Hornschuchiana Hoppe an den Stand- 
orten oft in großen Beständen weite 
Strecken überziehend, sowohl auf san- 
disrem Boden als auf Torf 

C. Pseudo-Cyperus L. mehr an Rändern 
von Teichen, Gräben etc. zwischen 
Hypnum oder an grasigen Stellen 
und in Torflöchern. 

C. rostrata With. ähnlich. 

C. vesicaria L. seltener. 

C. acutiformis Ehrh. auf Torf oder an- 
moorigem, selbst sandigem Boden. 

Calla palustris L. in Tümpeln und 
Gräben. 

Lemna trisulca L. oft Torflöcher und 
Gräben dicht erfüllend. 

L. minor L. 

Juncus Leersii Marss. sowohl auf Sand- 
boden wie anmoorigem und torfigem 
Grunde: oft auch an Grabenrändern, 
Heidedämmen und anderen Orten 
mit ver\vundetem Boden. 

J. eflfusus L. zwischen Sphagnum und 
Hypnum. 

J. filiformis L. 

J. silvaticus Reich in großen Beständen 
an grasigen und moosigen Stellen. 

J. atratus Krock. wie vorige. 

J. obtusiflorus Ehrh. 

J. alpinus Vill. 

j. pygmaeusThuill. nachPRAHL an einem 
See mit moorigen Heideufern auf 
feuchtem Sandboden. 

Orchis latifolius L. besonders an gra- 
sigen Stellen. 



2(J2 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



O. Traunsteineri Saut. (O. angustifolius 

Rchb.) an nassen Stellen in Gras. 
O. incarnatus L. 
Epipactis palustris L.) Crantz 
Neottia cordata (L.) Rieh, zwischen 

Moos. 
Liparis LoeseUi (L. erw.) Rieh, mit Ma- 

laxis paludosa. 
Populus tremula L. 
Salix pentandra L. 
S, cinerea L. 

l^etula verrucosa Ehrh. als Strauch. 
B. pubescens Ehrh. erw. an nassen 

und sumpfigen Stellen strauchartig, in 
. trockneren Lagen als Baum. Bildet 

charakteristische Gruppen mit Vacci- 

nium uIiginosum,Ledum resp. Myrica, | 

Empetrum, Oxycoccus etc. 
11 humilis Schrk. meist an buschigen 

Stellen kleinere Bestände bildend; 

an feuchten und nassen Plätzen. 
Quercus Robur L. p. p. oft vereinzelt 

und strauchartip-. 

o 

Q. sessiliflora Sm. ähnlich wie vorio-e 

aber seltener. 
Polygonum amphibium L. in Tümpeln 

und Gräben; auch die Landform 

häufig. 

I\Tontia lamprosperma Cham. 

Stellaria crassifolia Ehrh. nirgends häu- 
fig, gern zwischen Hypnen und Grä- 
sern auf Torfboden. 

Spergula vernalis Willd. auf Wegen und 
trockenen Stellen auf Torf. 

S. pentandra L. (Boreau) wie vorige. 

Illecebrum verticillatum L. fast ir^mer 
an kahlen Stellen, selten zwischen 
Gras oder Moos in aufrechten Formen, 
vielfach am Rande der Tümpel. 

Ceratophyllum demersum L. 

Ranunculus hederaceus L. die Tümpel 
oft fast ausmUend, gern mit Montia 
rivularis, Stellaria uliginosa etc. 

R. Lingua L. gern an Rändern von 



Gräben, Seen, Tümpeln, Torfstichen, 

auch zwischen Sphagnum. 

R. sceleratus L, stellenweise in oroßen 

Massen an den Rändern der Tümpel 

(oft schwimmend), in Torfstichen, 

Gräben. 

Thalictrum flavum L. besonders an 

buschigen Stellen und Rändern von 

Tümpeln und Gräben. Gern auf 

Sandboden zwischen Gras und Moos. 

Nasturtium silvestre (L.) R. Br. an 

Tümpeln. 

N. palustre (Leyss.j DC. oft in großen 

Mengen am Rande der Tümpel und 

in Gräben, sowohl auf Sand wie Torf 

Sedum villosum L. auf nassen, grasigen 

I Stellen. 

Bulliarda aquatica (L.) DC. an den Ufern 
von Tümpeln und Seen mit sandigem 
oder schlammigem Grunde meist in 
großen Mengen. 
Comarum palustre L. oft in großer 
Menge, auch an Rändern von Tüm- 
peln und Gräben. 
PotentiUa reptans L. 
P. mixta Nolte auf begrastem ]3oden 

oder zwischen Calluna. 
P. procumbens Sibth. wie vorige, gern 

an den Rändern. 
Ulmaria pentapetala Gil. meist in Ge- 
büschen. 
Callitriche stagnalis Scop. in Tümpeln 
und Dorfteichen oft in großen Mengen, 
besonders in flachen Gewässern mit 
Sandboden. 
C. verna L. in klaren, stehenden und 

fließenden Gewässern. 
Rhamnus cathartica L. meist in niedri- 
gen Büschen. 
Elatine Hydropiper L. an schlammigen 
oder sandigen Ufern der Tümpel, 
oft jahrelang ausbleibend. 
E. hexandra DC. auf dem Grunde der 
Tümpel und Teiche oft! in großer 



Erstes Capitel. - Echte Heiden. 



203 



Menge, auch an ziemlich trockenen,} ten Stellen auf Sand und Torf, seltener 



vom Wasser verlassenen Orten be 
obachtet. 

E. Aisinastrum L. wie vorige. 

Feplis Fortula L. 

Epilobium palustre L. liebt nackten 
Boden. 

Myriophyllum verticillatuni L. Tümpel 
und Gräben, Torflöcher etc. oft ganz 
ausfüllend. 

^I. spicatum L. oft mit voriger, mehr 
in fließenden Gewässern. 

Hydrocotyle vulgaris L. oft in Menge 
auf Torf, ebenso an Abstichen, Gra- 
benrändern etc. auf Sand und an- 
moorigem Boden; in Gräben oft mit 
Schwimmblättern flutend. 

Cicuta virosa L. nicht selten. 

Oenanthe fistulosa L. in Tümpeln, 



in großen Alengen, meist in einzel- 
nen Büschen. 

Myosotis caespitosa Schulz an feuchteren, 
verwundeten Stellen. 

M. arenaria Schrad. auf unbedecktem 
Boden oft in dichten Rasen. 

Scutellaria galericulata L. 

S. minor L. meist auf buschigem Torf- 
land, seltener auf Sandboden. 

Brunella vulgaris L. p. p. oft massenhaft. 

Stachys paluster L. 

Thymus Serpyllum L. hin und nieder 
auf Torf. 

Lycopus europaeus L. zwischen Gras 
und Moos ; auf Sand und Torf. 

Mentha aquatica L. oft massenhaft an 
Rändern der Tümpel und Gräben, in 
Torfstichen und Sümpfen. 
Gräben und Torf löchern mitunter in Scrophularla nodosa L. gern auf hu- 
Menge, aber fast nie Bestände bildend, | mosem Boden. 



gern zwischen Röhricht. 
Oe. aquatica (L.J Lmk. ähnlich wie 

vorige, aber meist massenhafter, oft 

dichte Bestände bildend. 
Thysselinum palustre (L.) Hoffm. sowohl 

auf Torfboden wie auf Sand. 
Chamaepericlymenum (Cornus) suecicum 

(L.) Aschers. etGraebn. meist zahlreich 

und Bestände bildend, den Boden oft 

durch die zahlreichen Rhizome zu 

dichtem Filz verflechtend. 
Andromeda calyculata L. an buschigen 

Stellen. 
Vaccinium Myrtillus L. oft große Strecken 

bedeckend. 
V. Vitis idaea L. oft mit vorieer. 



Veronica scutellata L. an verwundeten 
Stellen, an Ufern der Tümpel und 
Gräben, weniger auf sandigen (und 
moorigen) Flächen, gern auf Schlamm, 
oft zwischen Gras, 

V. Anagallis aquatica L. wie vorige, oft 
im Wasser. 

V. serpyllifolia L. nicht selten auf 
nacktem Torf. 

Alectorolophus minor (Ehrh.) Wimm. 
et Grab, auf Torf und Sand mitunter 
in Menge. 

Pinguicula vulgaris L. sowohl auf nacktem 
Torfboden und Torfschlamm, als auf 
anmoorigem Sandboden, an den 
Standorten meist in Menge. 



Hottonia palustris L. Gräben, Torfstiche jUtricularia vulgaris L. in Torf löchern, 



und Tümpel mitunter ganz ausfüllend. 

Lysimachia thyrsiflora L. zwischen Gras 
und Moos, an Rändern der Tümpel 
und Gräben, auf grobkörnigem Sande 
wie auf anmoorigem Grunde und Torf. 

L. vulgaris L. ffern an buschigen, feuch- 



Heidetümpeln etc. 
U. neglecta Lehm, ähnlich wie vorige. 
U- ochroleuca Hartm. an nassen, schlam- 

miofen Stellen oder in Torflöchern 

und Heidegräben. 
U. minor L. oft mit voriger. 



204 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



U. Bremii Heer 

Galium uliginosumL. meist zwischen Gras. 

G. palustre L. 

Valeriana officinalis L. 

V. dioeca L. gern zwischen Moos. 

Succisa praemorsa (Gil.j Aschers, mit- 
unter in Menge. 

Campanula patula L. 

Gnaphalium uliginosum L. an Rändern 
der Heidetümpel. 

Bidens tripartitus L. auf torfigem Boden, 
wie an Rändern der Tümpel und 
Gräben auf Sand und Schlamm. 

B. cernuus L. oft mit voriger, aber 
weniger häufig. 

Achillea Ftarmica L. mitunter zahlreich. 

MatricariainodoraL. an Stellen, wodurch 



Torfstechen etc. eine Entwässerung 
v^eranlasst oder das Moor durch auf- 
gewehten Sand bedeckt ist, oft größere 
Strecken dicht bedeckend und weiß 
färbend. 

Chrysanthemum Leucanthemum L. 

Arnica montana L. auf festerem Boden 
an bewachsenen Plätzen, gern zwischen 
Gras. 

Senecio paluster (L.) DC. in Torfstichen 
und neuen Gräben, aber auch an 
sumpfigen und unverletzten Stellen mit 
Moorgrund und dünner Bodendecke 
sehr viel, an den Standorten meist in 
Menge, oft unbeständig. Auf typischen 
Heidemooren oft sehr klein, einköpfig. 

Cirsium acaule (L.) All. 



3- Accessorische, hin und wieder auftretende Arten: 



Eremosphaera viridis de By. 
Lactaria subdulcis (Bull.) Fr. 
L. pyrogala (Bull.) Fr. 
L. rufa (Scop.) Fr. 

Riccia glauca (L.) auf verwundetem 
Boden. 

Jungermannia attenuata (Mart.) Lindenb. 

Sphagnum subsecundum N. v. E. 

S. nifescens Br. germ. 

S. obesum Wils. 

S. Girgensohnii Russ. 

Phegopteris polypodioides Fee. 

P. Dryopteris (L.) Fee. 

Athyrium filix femina (L.) Rth. 

Ophioglossum vulgatum L. an grasigen 
Stellen. "^ 

Equisetum silvaticum L. 

E. limosum L. besonders an künstlich 

erzeugten Lachen und Tümpeln. 
Isoetes echinospora Durieu auf dem 
Grunde von Heidetümpeln und -seen, 
gern an schlammig moorigen Orten 
Typha latifolia L. | an Rändern von 
T. elatior Bönningh. Heidetümpeln und 
1. angustifolia L. J in Torf löchern 



Sparganium ramosumL. [in Heidegräben 

S. Simplex Huds. ju. Torf löchern. 

jPotamogeton natans L. in Torflöchern 

I und Tümpeln oft massenhaft. 

|P. alpinus Balb. in Moorgräben und 

Tümpeln oft in Menge, wohl mehr 

im fließenden Wasser. 
P. nitens Web. 
P. lucens L. 
Triglochin maritima L. 
Sagittaria sagittifolia L. 
Alisma Plantago L. 
Caldesia parnassifolia (L.) Pari. 
Oryza clandestina (Web.) A. Br. 
Poa palustris L. hin und wieder in einiger 

Menge. 
P. pratensis L. mitunter sogar in Menge. 
Glyceria aquatica (L.) 

Wahlb. 
G. fluitans (L.) R. Br. 
G. plicata Fr. 
Festuca arundinacea Schreb. mitunter 

in einiger Menge. 
Schoenus nigricans L. 
S. ferrugineus L. 



m 



Gräben und 
Teichen. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



205 



Carex disticha Huds. 
C. VLilpina L. auf lehmigem und schlam- 
migem Boden. 
C. panniculata L. gern an nassen, quel- 
ligen Orten. 
C. paradoxa Willd. an Gräben und 

Torflüchern. 
C. heleonastes Ehrh. 
C. microstachya Ehrh. 
C. striata Good. in Sümpfen und Tümpeln. 
C. glauca Murr. 
C pallescens L. 
C. riparia Gurt. 
Lemna polyrrhiza L. 
L. gibba L. 

Juncus lamprocarpus Ehrh. 
J. compressus Jacq. an Gräben und 

Tümpelrändern. 
Iris Pseudacorus L. in Tümpeln und 

Gräben. 
Coralliorrhiza innata R. Br. zwischen 

Sphagnum und Hypnum. 
Gymnadenia conopea (L.) R. Br. 
Salix alba L. 
S. Caprea L. 
S. livida Whlnb.? 
Alnus glutinosa (L.) Gaertn. 
Rumex Acetosa L. auf Torfboden. 
R. Acetosella L. auf torfigem, mäßig 

feuchtem Grunde. 
Coronaria flos cuculi (L.) A. Br. in Gräben 

bisweilen in Menge. 
Dianthus superbus L. an trockneren 

Stellen. 
Stellaria srlauca With. in Gräben und Aus- 

Stichen, meist in den Übergängen zur 

Wiese. 
S. uliginosa Murr, hin und wieder in 

Menge. 
Sagina nodosa (L.) Fenzl. 
Spergularia campestris (L.) Aschers. 
Nuphar luteum (L.) Sm. 
Nyniphaea alba L. mitunter selbst als 

Landform. 



in stehenden 
Ge\väs.sern. 



Ceratophyllum submersum L. in stehen- 
den Gewässern. 

Caltha palustris L. 

Myosurus minimus L. gern an Orten, 
wo im Frühjahr Wasser gestanden hat. 

Ranunculus aquatilis L. 

R. circinatus Sibth. R. 
divaricatus Schrk.) 

R. Flammula L. 

R. acer L., R. repens L. 

Nasturtium amphibium (L.) R. Br. an 
Rändern von Tümpeln etc. 

Cardamine pratensis L. besonders in 
Gräben etc. 

C. amara L. wie vorige, bisweilen mas- 
senhaft. 
! Saxifraga Hirculus L. mitunter in groüen 
1 Mengen. 

i S. tridactylites L. meist auf verwundetem 
Boden. 

Parnassia palustris L. an grasigen Orten. 

Rubus plicatus W. et N. auf trocknerem 
Torfboden. 

Potentilla norvegica L. 

Geum rivale L. stellenweise zahlreich. 

Ulmaria Filipendula (L.) A. Br. an trock- 
neren Orten. 

Lotus uliginosus Schk. mitunter zahl- 
reich. 

Vicia sepium L. liebt festeren Boden; 
auch auf Torf. 

Lathyrus paluster L. fast nur an culti- 
vierten, gedüngten Orten. 

Linuni catharticum L. stellenweise in 
Menge auf torfigem Boden, gern 
zwischen Gras, mitunter selbst auf 
ziemlich trockenem Grunde (hier aller- 
dings vorzugsweise auf Kalk). 

Callitriche auctumnalis L. in stehendem 
und langsam fließendem Wasser. 

Frangula Alnus Mill. zwischen Gras und 
Moos an feuchten, selten an nassen 
Orten, oft in ziemlich dichten Be- 

I ständen oder als vereinzelte Büsche. 



20() 



Zweiter Teil, Erster Abschnitt. 



Elatine triandra Schk. an Ufern der 
Tümpel. 

Lythrum Salicaria L. oft in Mengen. 

Epilobium hirsutum L. hin und wieder 
in Menge. 

E. parviflorum Schreb. an cultivierten 
oder verwundet gewesenen Stellen 
und an Gräben, meist massenhaft. 

E. roseum Schreb. oft in Menge an den 
grasigen Rändern von Tümpeln und 
Gräben. 

Helosciadium repens (Jacq.) Koch be- 
sonders an grasigen und nackten Ufern 
von Teichen und Gräben. 

Carum Carvi L. mitunter zwischen Gras 
in Menge. 

Berula angustifolia (L.j Koch in Gräben 
und Torflöchern oft in großen Massen. 

Sium latifolium L. oft mit vorig-er. 

Selinum Carvifolia L. an grasigen Stellen 
hin und wieder massenhaft. 

Angelica silvestris L. 

Pirola rotundifolia L. 

Lysimachia Nummularia L. 

Anagallis arvensis L. an trockenen, ver- 
wundeten Stellen. 

Centunculus minimus L. 

Erythraea Centaurium (L.) Pers. 

Menyanthes trifoliata L. hin und wieder 
massenhaft. 

Limnanthemum Nymphaeoides (L.) Lk. 
in Tümpeln und Moorlöchern. 

Symphytum officinale L. oft in Meno-e 
an grasigen Plätzen. 



Anchusa arvensis (L.) M. B. an trockenen 
Stellen. 

Myosotis palustris (L.) With. z\\ischen 
Hypnum u. s. w. 

M. intermedia L. an grasigen Stellen. 

Nepeta Glechoma Benth. 

Mentha arvensis L. auf feuchtem Sand 
und Torf, wie an den Ufern der Tüm- 
pel und Teiche. 

Alectorolophus major (Ehrh.) Rchb. 

Pedicularis palustris L. 

Galium Aparine L. an mäßig feuchten 
Plätzen. 

Eupatorium cannabinum L. an den Ufern 
der Tümpel, anmoorigen Orten und 
Torfstichen. 

Erigeron acer L. auf Torf. 

Filago arvensis L. auf trocknerem 
Torf 

Gnaphalium lutei-album L. 

Pulicaria prostrata (Gil.j Aschers, hin und 
wäeder zahlreich an den Rändern von 
Heidetümpeln und Teichen. 

P. dysenterica (L.) Gaertn. wie vorige; 
meist zwischen Gras. 

Senecio aquaticus Huds. z^^•ischen Gras 
und Moos, meist auf moorigen Grün- 
den (seltener Sand] nicht selten. 

Cirsium palustre (L.) Scop. auf cultivier- 
ten oder verwundeten Stellen. 

Serratula tinctoria L. 

Tragopogon pratensis L. an grasigen 
Plätzen, 



5} Typus V. Besenginsterheide. 



I. Schilderung des Typus. Sarothamnus scoparius bildet in den 
echten He.degegenden oft weite Bestände. Nicht selten trifft man Stellen, an 
denen der Besenginster in weit über mannshohen, dichten, öfter fast undurch- 
drmghchen Massen auftritt. Solche Formationsbilder, die man auch in der 
Luneburger Heide antreffen kann, haben nun mit einer echten Heide sehr 
wenig Ähnlichkeit mehr, sie machen entschieden den Eindruck einer Formation 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 2()7 

nährstoftreichcr Böden. Nichtsdestoweniger kann man indessen die Besen- 
p-insterheide nicht von den »echten« Heiden trennen, denn die bei weitem größte 
Mehrzahl der hierher zu rechnenden Geländestriche bietet sich auch dem Auge 
als Strauchheiden dar. Mei.st auf lockererem, nährstoffarmem Sande finden 
sich die Sarothamnusbestände über den größten Teil Norddeutschlands ver- 
breitet. Nicht nur in den eigentlichen Heidegebieten häufig, ist er auch für 
manche sandige Teile der continentalen Striche charakteristisch, und gerade 
hier nehmen die einzelnen Exemplare so recht den für Heidesträucher t>-pischen 
Zwerghabitus an, da sie in den strengeren Wintern der südöstlicheren Gebiets- 
teile häufio- p-anz bis auf den Erdboden zurückfrieren und dann immer wieder 
junge Triebe von imten erzeugen. Gerade hier nehmen die Sarothamnus- 
bestände unter der Gesamtzahl der in jenen Gebieten vertretenen echten Heide- 
formationen einen hervorragenden Platz ein. 

Auf ganz dürren, locker sandigen Stellen findet sich meist eine äußerst 
ärmliche Flora unter Sarothamnus vor. Oft ist nur hier und da eine Cal- 
lunapflanze zu bemerken, oft fehlt diese Art ganz und gar. Dann sieht man 
meist nur wenige Vertreter, wie sie für heidekrautlose Sandfelder charakte- 
ristisch sind, den kahlen Boden zwischen den Ginsterbüschen bedecken. Hier 
und da haben Rasen von Cladonien den Boden etwas befestigt und sonst 
wachsen in einiger Menge Rhacomitrium canescens, Aera flexuosa, 
Spergula vernalis, Erophila verna, Potentilla cinerea, Viola tricolor 
u. a. Besonders in den östlichen Gebieten beobachtet man die Besenginster- 
heide auch auf festerem Boden, unter dem meist ziemlich dichten Bestände 
bildet Hypnum Schreberi große zusammenhängende Polster und mit ihm 
stellen sich dann meist eine große Menge verschiedener Stauden ein. Die 
einjährigen Arten verschwinden mehr und mehr. Eine Anzahl Gräser und 
Carices, dazu Hieraciuni Pilosella und andere Arten dieser Gattung, finden sich 
an. Die Zusammensetzung der ganzen Formation ähnelt, was den Nieder- 
wuchs anbetrifft, dann immer mehr und mehr der der Kiefernwälder oder der 
Kiefernheiden. Meist hat sich unter der rasenartigen Vegetationsdecke eine 
erheblich dicke Humusschicht gebildet, die dem Boden eine größere Festigkeit 
giebt, die aber wohl nie die feste, filzige Consistenz annimmt, wie in typischen 
Callunaheiden. - Häufig überwiegen an solchen soeben beschriebenen Stellen 
die Heidegräser, und der Typus geht thatsächlich ebenso oft in eine oftene 
Grasheide wie in einen Kiefernwald über. 

Die Lebensbedingungen von Sarothamnus im Vergleiche mit denen der 
Mehrzahl der anderen Heidepflanzen sind sehr lehrreich. Denn wahrend die 
Mehrzahl der letzteren sich absolut ablehnend gegen jede Nährstoffanhaufung 
im Boden verhält und bei zu großer Nährstofifzufuhr bald zu Grunde geht, 
scheint dies bei Sarothamnus nicht der Fall zu sein, der oft m Formationen 
mit nährstofi-reicherem Boden sich findet und hier oft eine starke Stoffproduction 
zeigt, also abweichend von den t>-pischen Heidepflanzen. Interessant ist nun 
dabei die Fähigkeit des Besenginsters, auch in ganz nährstoftarmem Boden mit 
ganz geringer jähriicher Stoffproduction als echte Heidepflanze zu vegetieren. 



208 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Durch diese Fähigkeit, die er z. B. mit Juniperus teilt, ist es ihm möglich, 
viele Jahre als niedriger Stiauch zu wachsen, bis seine ganz allmählich defer 
dringenden Wurzeln auf Heiden, die keinen Ortstein besitzen (und unter 'den 
Sarothamnusheiden findet sich fast nie welcher), bis in tiefere bessere 
Bodenarten gelangen, aus denen sie dann mehr Nährstoff zu ziehen vermögen. 
Sofort beginnt der Ginster nun stärker zu wachsen, er wird höher und höher 
und bildet dann die oben beschriebenen Dickichte. Juniperus (und vielleicht 
noch Pinus) ausgenommen, können die übrigen Heidepflanzen nicht, wenn sie 
wirklich in bessere Böden gelangen, so groi3e Stofifmengen producieren, und 
die Pflanzen nährstofl-reicherer Formationen sind sonst nicht im Stande, so lange 
mit geringer Nahrung zu leben. Sie vertrocknen oder verhun^xern vorher. 



2. Aufzählung der Arten, i. C 

Thelephora caryophyllea (Schäfier) Fers. 
Ochroporus perennis (L.) Schrot. 
Polytrichum piliferum Schreb. 
Weingaertneria canescens (L.j Bernli. 
P'estuca ovina L. 
F. rubra L. 
Carex arenaria L. 
C. ligerica Gay 
C. ericetorum Pollich 
C. venia Vill. oft mit voriger. 
Spergula vernalis Willd. meist auf locke- 
rem, unbedecktem Sandboden. 

2. Häufiger vorkommende Pfl 
Thelephora terrestris Ehrh. 
Rhodosporus cancrinus (Fr.) Schrot. 
Amanita muscaria (L.j Pers. 
Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
Brachythecium albicans (Neck) Br et 
Seh. 

Equisetum arvense L. 

Juniperus communis L. hin und wieder. 

Anthoxanthum odoratum L. 

Aera caryophyllea L. 

A. praecox L. * 

Carex praecox Schreb. 

C. piiulifera L. 

Euzula campestris (L. p. p.) DC. 

Rumex Acetosella L. 

Cerasttum semidecandrum L. 

C. caespitosum Gil. 



wie 



vorige 



harakterpflanzen: 
S. pentandra L. (Boreau) 

gesellig, aber unbeständig. 
Teesdalea nudicaulis (L.) R. Br. auf locke- 
rem oder mäßig festem Sandboden. 
Erophila verna (L.) E. Mey, 
Stenophragma Thalianum (L.) Celak. 
Genista pilosa L. liebt sonnige Lage. 
Oft in Mengen kleinere Strecken über- 
ziehend. 
Thymus Serpyllum L. 
j Galium saxatile L. 
i Gnaphalium dioecum L. 

anzen: 

IHolosteum umbellatum L. 
, Arenaria serpyllifolia L. gern auf kahlem 
I Boden. 

Arabis hirsuta (L.) Scop. auch an grasigen 
! und dünnmoosigen Orten, liebt nicht 

zu festen, unbedeckten Sandboden 

mit mäßig feuchtem Untergmnd. 
Potentilla cinerea Chaix liebt leichten, 

warmen Sandboden. 
P. rubens (Crtz.) Zimm. ähnlich wie 

vorige, gern zwischen Gras. 
Ononis .spinosa L. liebt leichten, warmen 

Sandboden ohne oder mit dünner 

Grasdecke. 
O. repens L. oft mit voriger, scheint 

weniger Dürre zu vertragen; mehr 

zwischen Gras. 



Erstes Capitel. Echte Heiden. 



209 



Trifolium arvense L. auf trockenem 

Sandboden. 
Vicia lathyroides L. auf unbedecktem 

Boden, wie zwischen Gras und Moos ; 

selten in Menge. 
Erodium cicutarium (L.j L'Herit. 
Tithymakis Cyparissias (L.) Scop. 
Hypericum perforatum L. 
Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. 
V. tricolor L. 

Epilobium angustifoHum L. 
Arnieria elongata (Hoffm.) Boiss. 
Verbascum Lychnitis L. mitunter zahl- : 

reich. 
V. nigruni L. oft mit voriger, meist 

zahlreicher. 
Veronica officinalis L. 
V. prostrata L. 
V. triphylla L. liebt losen, nackten oder 

dünn begrasten Sandboden. 
Galium boreale L. an grasigen Stellen. 
G. verum L. 

G. Mollugo L. oft mit voriger. 
Valerianella olitoria (L.) PoU. 
Knautia arvensis (L.) Coulter p. p. 



Scabiosa Columbaria L. 

Jasione montana L. oft große Strecken 
dicht überziehend. 

Campanula persicifolia L. 

Erigeron acer L. 

Filago arvensis L. 

F. minima (Sm.) Fr. meist zahlreicher 
als vorige. 

Helichrysum arenarium L.) DC. 

Achillea Millefolium L. 

A. Ptarmica L. mit voriger. 

Senecio viscosus L. 

S. silvaticus L. oft mit voriger. 

S. vernalis \VK. 

Carlina vulgaris L. 

Centaurea Jacea L. an nicht zu trocke- 
nen Plätzen. 

C. Scabiosa L. 

C. panniculata Jacq. weniger als vorige. 

Crepis tectorum L. auf leichtem, selbst 
rieselndem Sande; oft dichte Be- 
stände bildend. 

Hieracium Pilosella L. sehr viel. 

H. vulgatum Fr. 

H. umbellatum L. 



3. Accessorische, hin und w 

Peziza aurantia Müller 

Agaricus rusticus Fr. 

Hypnum cupressiforme L. 

Triticum repens L. 

Silene Otites (L.) Sm. 

Spergularia campestris (L.j Aschers. 

Potentilla silvestris Neck. 

P. Tabernaemontani Aschers. 

Coronilla varia L. 



ieder auftretende Pflanzen: 

Galeopsfs Tetrahit L. p. p. 
Calamintha Acinos (L.) Clairv 
Veronica spicata L. 
Gnaphalium silvaticum L. 
Hieracium murorum L. 
H. laevigatum Willd. 
Hypochoeris glabra L. 
Thrincia hirta Rth. 
Chondrilla juncea L. 



Graebuer Die Ileiile 



H 



210 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Zweites Capitel. 
Grasheiden. 

Den Grasheiden sind eine Anzahl Arten, die zwar nicht als Charakter- 
pflanzen aber doch häufiger oder sporadisch in ihnen auftreten, eigentümlich. 
Zur Vermeldung von Wiederholungen habe ich deshalb diese sowohl in den 
trockneten als in den feuchten Grasheiden auftretenden Arten hier voraneestellt. 



I. Häufiger vorkommende Pfl 
Amanitopsis plumbea (Schäffer) Sehr. 
Amblyodon dealbatus (Dicks.) P. Beauv. 
Eurhynchium piliferum (Schreb.) Br. et 

Seh. 
Brachythecium Rutabulum (L.) Br. et Seh. 
Hypnum purum L. 
H. Schreberi Willd. meist an mäßie 

feuchten Orten. 
Botr>'chium Matricariae (Schrk.) Spr. auf 

Waldlichtungen. 
Juniperus communis L. hin und wieder. 
Orchis Morio L. 
Salix repens L. 



anzen: 

Genista tinctoria L. liebt buschige Orte. 
G. germanica L. seltener als v^orige. 
Lotus corniculatus L. an Küsten ziemlich 

verbreitet, seltener in Menge, meist 

vereinzelt. 
Malva neglecta Wallr. auf trockenem 

Boden. 
Linaria vulgaris Mill. an Wegen und 

Rändern. 
Plantago lanceolata L. 
Valeriana dioeca L. auf sandigem und 

torfigem Boden. 



2. Accessorische, hin und wieder auftretende Pflanzen: 
Avena elatior L. hin und wieder, dann Lathyrus silvester L. 

aber meist in Mengen. ^ Malva Alcea L. 

Scirpus Holoschoenus L. in der Nähe M. silvestris L. 

von Flüssen an mäßig trockenen Orten. Epilobium parviflorum Schreb. an Gra- 
Gagea saxatilis Koch ben, meist massenhaft. 



F'ragaria vesca L. 
Potentilla argentea L. 
P. coUina Wib. 

Vicia tetrasperma (L.) Mnch. auf mäßig 
feuchtem Boden. 



Pirola chlorantha Sw. 
Cynoglossum officinale L. 
Veronica Teucrium L. 



1 Typus VI. Molinia-Heide oder Molinietum. 

I. Schilderung des Typus. Unter allen Grasheiden ist das Molinietum 
bei weitem die verbreitetste und auch für die Heide am meisten charakteristische. 
Auf ziemlich feinkörnigem, feuchtem, oft eben gelegenem Sande, meist Thal^ 
sanden überzieht Molinia oft weite Strecken und die ganze Formation erhält 



Zweites Capitel. (Irasheiden. 



1^1 



durch die zahlreichen straff aufstrebenden Stengel und l^latter das Aussehen 
eines Röhrichts im kleinen. Aber nicht nur auf solch feuchtem Sandboden 
finden wir Molinia-Heiden, auch auf echten Heidemooren sind oft stellenweise 
oroße Bestände des Grases zu bemerken. Diese letzteren sind meist wesentlich 
höher und meist aus der var. arundinacea gebildet. Last not least sieht man 
Molinieten auch auf filzigem Heidehumus an vielen Stellen. Hin und wieder 
kommt es vor, dass Molini a an feuchteren Heidestellen der Calluna oder 
wohl noch öfter der Erica Tetralix durch ihr massenhaftes Auftreten Con- 
currenz macht. Wenn auch die typische Form der IMolinia mitunter an 
trockneren Stellen auftritt, setzt das Vorkommen der Molinia-Heide doch stets 
das Vorhandensein einer steten gleichmäßigen Feuchtigkeit im Boden voraus. 
Mehrfaches schärferes Austrocknen verträgt die Pflanze nicht. Die var. arun- 
dinacea verlangt noch mehr Feuchtigkeit als die typi.sche Form der M. 
coerulea. 

Wie aus Obigem hervorgeht, zeigt dieser Typus die meisten Beziehungen 
zu den Heidemooren, auf denen er sich ja auch findet. Indessen stellt er durch 
seine gleichfalls innigen Beziehungen zum Callunetum und zur Tetralixheide 
ein Bindeglied zwischen diesen Formationen dar. Auch der Übergang zu den 
übrigen Grasheiden, besonders zur Sieglingiaheide, ist keine Seltenheit. Hie und 
da, besonders in den großen Heidegebieten tritt das Molinietum auch im Schutze 
von Bäumen auf, in der Lüneburger Heide und an der Ostseeküste besonders 
unter Kiefern, aber auch unter Birken. Bei Neuhaldensleben beobachtete ich 
ein typisches Molinietum unter alten Eichen. (Vgl. S. i49> '72 • 



2. Aufzählung der Arten 

Boletus luteus L. 

Hygrophorus psittacinus (Schaeff.) Fr. 
Limacium Vitellum (Alb. et Schw.) Fr. 
Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 
Leptotrichum tortile (Schrad.) Hampe 
Sieglingea decumbens (L.) Bernh. 



I. Charakterpflanzen: 

chen Stellen, wo zwischen den Gra.s- 
pflanzen unbedeckter Boden hervor- 
tritt ; verschwindet, sobald sich andere 
Pflanzen anzusiedeln beginnen, all- 
mählich vollständig. 
Erica TetralLx L. 
! Gentiana Pneumonanthe L. 



Drosera intermedia Hayne nur an sol- 1 Pedicularis silvatica L. 



2. Häufigfer vorkommende 
Humariella umbrata (Fr.) Cook 
Hygrophorus conicus (Scop. Fr. 
H. flammans (Scop.) Schrot. 
H. miniatus (Scop.) Schrot. 
H. ceraceus Wulf. ap. Jacq. 
Lactaria subdulcis (Bull.) Fr. 
L. pyrogala (BuU.J Fr. 
L. rufa (Scop.) Fr. 
Russula emetica fSchaeff.j Fr. 



Pflanzen: 

Coprinarius ericaeus (Fers., Schrot. 

C. seniilanceatus (Fr.) Schrot. 

i\garicus tricolor Alb. et Schw. 

A. equestris L. 

Amanita muscaria (L.) Pers. 

Gymnostomum microstomum (C. Müll.) 

Hedw. 

Fissidens osmundoides (Sw.) Hedw. 
Barbula unguiculata (Dill.) Hedw. 



212 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Bryum erythrocarpum Schwägr. 

P2urhynchium Stockesii (Turn.) Br. et Seh. 

Hylocomium squarrosum ^L.) Br. et Seh. 
hin und wieder. 

Aspidium Thelypteris (L.) Sw. 

Equisetum palustre L. 

Lycopodium clavatum L. 

Holcus lanatus L. in Übereänsfen zu 
Wiese und Wiesenmoor. 

Carex echinata Murr, auf mäßig feuchtem 
Sandgrunde. 

Juncu.s Leersii Marss. sowohl auf Sand- 
boden wie anmoorigem Grunde. 

Populus tremula L. 

Sagina procumbens L. auf feuchtem 
Boden an Ausstichen, Wegen, Gräben 
etc., selten auf unberührtem Boden. 

Ranunculus Lingua L. 

Thalictrum flavum L. 

Drosera rotundifolia L. an mäßig feuch- 
ten, unbedeckten Stellen. 

D. anglica Huds. oft mit voriger. 

Potentilla reptans L. 

P. mixta Nolte an feuchten Orten. 

P. procumbens Sibth. 

P. silvestris Neck, auf mäßig feuchtem 
Boden zahlreich. 

Rosa tomentosa Sm. 

Genista anglica L. 

Vaccinium Myrtillus L. 

V. Vitis idaea L. oft mit voriger. 

Lysimachia thyrsiflora L. 



L. vulgaris L. meist in vereinzelten 
Büschen. 

Centunculus minimus L. mitunter massen- 
haft, dann wieder jahrelang ausblei- 
bend; verschwindet bei dichterer Be- 
siedelung des Bodens. Oft mit Cicen- 
dia filiformis, Radiola multiflora, Ille- 
cebrum verticillatum etc. 

Cicendia filiformis (L.) Delarbre 

Calamintha Clinopodiuni Spencer an 
buschigen Orten. 

Scrophularia nodosa L. 

Veronica scutellata L. besonders an ver- 
wundeten Stellen, x^bstichen etc. 

V. Anagallis aquatica L. wie vorige oft 
im Wasser. 

V. serpyllifolia L. 

Euphrasia officinalis L. var. E. gracilis Fr. 

Alectorolophus minor (Ehrh.) Wimm. et 
Grab, mitunter in Menge. 

Galium uliginosum L. 

Succisa praemorsa (Gil.) Aschers, mit- 
unter in Menge. 

Campanula patula L. 

Gnaphalium lutei-album L. 

Bidens tripartitus L. 

B. cernuus L. oft mit voriger, aber 
weniger häufig. 

Chrysanthemum Leucanthemum L. 

Cirsium acaule (L.) All. 

Serratula tinctoria L. gern an buschigen 
Plätzen. 



Accessorische, hin und wieder auftretende Pflanzen: 



Peziza aurantia Müller 
Ciavaria fastigiata L. 
Hygrophorus nitratus Pers. 
Agaricus cyathiformis Bull, 
A. sinopicus Fr. 
Amanita bulbosa Bull. 



Webera nutans (Schreb. 
Briza media L. 
Poa palustris L. 
Carex hirta L. 
Juncus silvaticus Reich. 
J. atratus Krock. 



Hedw. 



Jungermannia attenuata (Mart.) Lindenb. J. squarrosus L 
Ephemerum serratum Hampe • Rumex Acetosa L 

Pissidens adiantoides ;DilI.] Hedw. auf R. Acetosella L 
torfigem Boden. Ranunculus acer L. 



Zweites Capitel. Grasheklen. 91 '^ 

Myosotis intermedia Lk. 
Origanum vulgare L. 
Thymus Seipyllum L. 



R. repens L. 

Fumaria officinalis L. 

Cardamine pratensis L. 

Parnassia palustris L. ^ Alectorolophus major (Ehrh.. Rdib. 

Vicia sepium L. liebt festeren Boden. iBellis perennis L. oft in IMeno-e. 



Polygala vulgare L. 
P. comosum Schk. 
Lysimachia Nummularia L. 



Matricaria inodora L. 
Senecio aquaticus Huds. 



2) Typus YIL Sieglingia-Heide. 

r. Schilderung des Typus. Sieglingia dccumbens ist ein typischer 
Bestandteil mäßig feuchter bis feuchterer Heiden, auch trocknerer Heidemoore. 
Meist aber findet sie sich untermischt mit den übrigen Heidepflanzen, und 
wenn auch ihre Zahl mitunter wohl die jeder einzelnen der anderen Arten 
überwiegen mag, so fällt sie doch wegen der meist schräg in das Stengel- 
gewirr der sie begleitenden Pflanzen hineinragenden Rispen nicht erheblich 
auf Ihre Prävalenz muss schon eine ganz erhebliche sein, wenn man 
den Eindruck einer Sieglingiaheide haben will. Daher erklärt sich auch 
trotz der großen Verbreitung der Art das verhältnismäßig spärliche Auftreten 
des Typus. 

Am meisten Verwandtschaft in ihrem Auftreten scheint sie nur mit Erica 
Tetralix zu haben, trotzdem diese letztere Pflanze stets erheblich zurückgeht 
oder oft ganz verschwindet, wenn, wie so oft, eine echte Tetralixheide in einen 
Sieglingiabestand übergeht. Sieglingia bevorzugt meist frischen, niemals 
nassen, meist etwas festen, ziemlich feinkörnigen Sandboden oder auch auf 
den Mooren etwas feuchten festeren Torfboden ohne oder mit nur wenig 
Sphagnum. Sehr häufig sieht man die Sieglingiaheide um den Fuß sanft 
geneigter Hügel herum an den bereits ganz schwach ansteigenden Stellen 
einen Gürtel bilden. Im unteren Teile geht sie an den ebenen und auch 
feuchteren Stellen in eine Tetralixheide oder in ein Molinietuni über, an der 
oberen Grenze der Sieglingiaheide folgt gewöhnlich eine echte Callunaheide 
auf dem nun trockneren Boden. 

Auf Heidemooren überzieht der Typus mitunter größere Flächen und 
zwar, wie bereits bemerkt, an festeren, mäßig feuchten Orten. Es ist hier 
interessant, zu bemerken, dass Sieglingia sowohl die auf natürlichem Wege 
durch die Vegetation oder durch die Wasserverhältnisse etc. als auch die durch 
Betreten fester gewordenen Teile solcher Moore bewohnt und überzieht. Sie 
folgt deshalb oft in dichtem Bestände den sich durch ein Moor hindurch- 
ziehenden Wegen. Mit Juncus squarrosus, der vereinzelt dazwischen wächst, 
und oft noch Potentilla silvestris, tritt sie so oft an die Stelle auf den 
Heidemooren, die Juncus effusus und J. tenuis in Gemeinschaft mit einigen 
Gräsern und Potentilla anserina auf den Wiesenmooren einnehmen. 



'^14 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



2. Aufzählung der Arten, i. Ch 
Thelephora laciniata Pers. 
Ochropoms perennis (L.) Schrot. 
Boletus Intens L. 

Limacium Vitellum (Alb. et Schw.) Fr. 
jMarasmius alliatus (Schaefif.) Schrot. 
Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
D. crustuliniformis i'BuII.) Schrot. 
Cortinarius cinnamomeus (L.) Fr. 
C. c. var. croceus (Schaeff.) 
Rhodosporus cancrinus (Fr.) Schrot. 
Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 
AgaricLis (Omphaliaj Fibula Bull. 

A. unibelliferus L. 
Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
l^ryum caespiticium L. var. ericetonim 

KHnggr. 

B. argenteum L. 
Polytrichum piliferum Schreb. 
Hypnum cupressiforme L. var. erice- 

torum Br. et Seh. 



arakterpflanzen: 

H. c. var. elatum Br. et Seh. 

Molinia coerulea (L.j Mnch. 

Carex pilulifera L. 

Teesdalea nudicaulis (L.) R. Br. auf 
lockerem oder mäßig festem Sand- 
boden. 

Genista anglica L. beansprucht gleich- 
mäßige Feuchtigkeit, fast nie auf 
trockenem oder nassem Boden; ver- 
trägt keine dichte Bodenbedeckung 
durch Gras oder Moos. 

Hypericum humifusum L. in Menge auf 
sandigem Boden; oft unbeständig, 
verschwindet, wenn sich der Boden 
bedeckt. Wohl ursprünglich in der 
Heide heimisch. 

Epilobium angustifolium L. 

Galium harcynicum VVeig. (G. saxatile 
auct.l. 



2. Häufiger vorkommende Pfl 
Thelephora terrestris Ehrh. 
Hygrophorus conicus (Scop.) Fr. 
Coprinarius ericaeus iPers.) Schrot. 
Psilocybe physaloides (Bull.) Fr. 
Derminus semiorbicularis (Bull.) Schrot, 
hiocybe cristata (Scop.) Schrot. 
Hyporhodius mammosus (L.) Schrot. 
H. a.sprellus (Fr.) Schrot. 
H. sericeus (Bull.). 
Agaricus dryophilus Bull. 
A. flavi-brunneus Fr. 
A. equestris L. 

Lepiota amianthina (Scop.) Karsten 
L. granulosa Batsch 
Barbula unguiculata (Dill.) Hedw. 
Rhacomitrium canescens (Dill.) Brid. 

var. ericoides (Dicks.j. 
Br\aim atripurpureum W. et M. 
Webera nutans ^Schreb.) Hedw. 
Thuidium abietinum (L.) Br. et Seh. 
Brachythecium albicans (Neck.) Br. etSch. 



a n z e n : 



Hypnum cupressiforme L. 
Hylocomium splendens (Hedw.) Br. et 

Seh. oft in Mengen. 
H. triquetrum (L.) Br. et Seh. ebenso. 
H. squarrosum (L.) Br. et Seh. hin und 

wieder. 
Botryxhium Lunaria (L.) Sw. 
B. ramosum (Rth.) Aschers. 

B. Simplex Hitchcock 
Lycopodium clavatum L. 
Carex arenaria L. 

C. ligerica Gay 

C. echinata Murr, auf mäßig feuchtem 

Sandgrund. 
C. supina Wahlenb. 
C. ericetorum Pollich 
C. verna Vill. oft mit voriger. 
C. hirta L. 
Luzula .sudetica (VVilld.) Presl zwischen 

Gras und Moos. 
Rumex Acetosella L. 



Zweites Capitel. Grasheiden. 



215 



Silene Otites (L.j Sm. 

Holosteum umbellatum L. 

Arenaria serpyllifolia L. gern auf l<ahlem 
l^oden. 

Spergula vernalis Willd. gern auf locke- 
rem, unbedecktem Sandboden. 

S. pentandra L. (Boreau) wie vorige; 
gesellig, aber unbeständig. 

Spergularia campestris (L.) Aschers. 

Herniaria glabra L. liebt nicht zu locke- 
ren l^oden und offene Lage. 

Arabis hirsuta (L.) Scop. auch an dünn- 
moosigen Orten; liebt nicht zu festen, 
unbedeckten Sandboden mit mäßig 
feuchtem Untergrund. 
Drosera intermedia Hayne nur an solchen 
Stellen, wo zwischen den Graspflan- 
zen unbedeckter Boden hervortritt. 
Sedum reflexum L. auch an moosigen 
Orten: auf humosem Sand- und auf 
trockenem Torfboden. 
Saxifraga granulata L. meist auf mäßig 



obwohl oft massenhaft zwischen an- 
deren Pflanzen. Liebt frischen, hu- 
mosen l^oden. 

Lathyrus montanus Bernh. gern auf 
frischem Boden zwischen Gras und 
Moos an geschützten Stellen. Seltener 
bestandbildend. Besonders die 

L. mont. var. linifolius Reichard 

Tithymalus Cyparissias (L.) Scop. 

Hypericum perforatum L. 

Helianthemum Chamaecistus Alill. meist 
zerstreut. Auf mäßig feuchtem, san- 
digem bis anmoongem Boden. 

Viola tricolor L. 

Pimpinella Saxifraga L. auf trocknerem, 
festerem Boden oft in Menge. 

Peucedanum Oreoselinum (L.) Mnch. 

Erica Tetralix L. 

Centunculus minimus L. mitunter massen- 
haft, dann wieder jahrelang ausblei- 
bend, verschwindet bei dichter Be- 
siedelung des Bodens. 



feuchtem, anmoorigem Sandboden; Armeria elongata Hoffm.) Boiss. 

Eiythraea Centaurium (L.) Pers. 
Ajuga genevensis L. 



gern an Abhängen. 
Potentilla reptans L. 



P. silvestris Neck, auf mäßig feuchtem : Brunella vulgaris L. p. p. 

Boden zahlreich. Galeopsis Tetrahit L. p. p. an buschigen 

P. Tabernaemontani Aschers, auftrock-j Orten. 

neren sonnigen Abhängfen oft ganze Calamintha Acinos L.) Clairv. 



Strecken überziehend. 
Medicago lupulina L. 
Trifolium montanum L. hin und wieder 

in Menffc. 
Ornithopus perpusillus L. auf mäßig Solanum Dulcamara L. 

feuchtem bis trockenem Sande, gern j Verbascum nignmi L. 

auf nacktem oder vermmdetem Boden, jVeronica Chamaedrys L 



C. Clinopodium Spenner an buschigen 

Orten. 
Thymus Seq^yllum L. an verwundeten, 

trockenen Stellen. 



besonders auf Heidewegen oft in 
Menge, doch auch zwischen Gras und 
Moos. 

Vicia lathyroides L. auf unbedecktem 
Boden wie zwischen kurzem Gras und 
Moos, selten in ]\Ienge: liebt trocke- 
nen Sandboden. 

V. hirsuta (L.j Koch meist zerstreut, 



V. officinalis L. an trockneren Orten 

als vorige. 
V. prostrata L. liebt mäßig trockenen, 

losen, etwas humosen Sandboden. 
V. serpyllifolia L. 
V. verna L. gern auf unbedecktem 

lockerem auch humosem) Sandboden, 

an den Standorten meist in Menge. 



216 



Zweiter Teil, lirster Abschnitt. 



V. Dillenii Crtz. gern auf feuchtem Un- 
tergrund ; an Abhängen oft mit voriger. 

V. triphylla L. 

Euphrasia officinahs L. var. E. gracilis Fr. 

Asperula cynanchica L. 

Galium boreale L. 

G. verum L. 

G. Mollugo L. oft mit voriger. 

Knautia arvensis (L.) Coulter p. p. 

Scabiosa Columbaria L. 

Campanula rotundifolia L. mitunter 
zahh'eich. 

C. persicifolia L. 

Erigeron acer L. 

Gnaphalium dioecum L. 

G. silvaticum L. 

Achillea Millefolium L. 

A. Ptarniica L. oft mit voriger, aber an 
feuchteren Orten. 

Senecio vernalis WK. 



Carlina vulgaris L. 
Cirsium acaule (L.) AU. 
Serratula tinctoria L. gern an buschigen 
Plätzen auf nicht zu losem Sandboden. 
Centaurea Jacea L. an nicht zu trocke- 
nen, sandigen und humosen Plätzen. 
Arnoseris minima (L.) Lk. auf unbe- 
decktem Boden. 
Hieracium Pilosella L. sehr viel. 
H. vulgatum Fr. 

H. laevigatum Willd. an buschigen Stel- 
len auf mäßig feuchtem Boden. 
Hypochoeris glabra L. 
Thrincia hirta Rth. auf nicht zu losem, 
humushaltigem Sande oder anmoori- 
gem Grunde. 
Scorzonera humilis L. auf leichtem oder 
etwas lehmhaltigcm, etwas humosem 
Sandboden, auf unbedecktem oder 
bewachsenem (Moos-)Boden. 



3- Accessorische, hin und wieder auftretende Pflanzen: 



Thelephora cristata (Pers.j Fr. 
Ciavaria fastigiata L. 

Marasmius caryophylleus (Schaeff.) 

Schrot. 
Agaricus roseus Bull. 
A. sinopicus F"r. 

Lcpiota Carcharias (Pers.) Karsten 
L. procera (Scop.j Quelet 
Jungermannia bicrenata Lindenb. 
Ephemerum serratum Hampe 

Gymnostomum microstomum (C Müll ) 
Hedw. ^ '^ 

Thuidium delicatulum (L.) Br. et Seh. 
Equisetum ar\^ense L. 
Koeleria cristata (L.) Pers. 
Briza media L. 
Populus tremula L. 
Fumaria officinalis L. 
Thlaspi arvense L. an grasigen Ab- 
hängen. 
Coronilla varia L. 
Vicia tenuifolia Rth. nicht selten. 



V. sepium L. liebt festeren Boden. 

V. cassubica L. 

Polygala vulgare L. mitunter in Menge. 

P. comosum Schk. 

Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. 

Vaccinium Myrtillus L. 

V. Vitis idaea L. oft mit voriger. 

Lysimachia vulgaris L. 

Myosotis intermedia Lk. 

Salvia pratensis L. 

Origanum vulgare L. 

Scrophularia nodosa L. an feuchten 

Stellen. 
Veronica spicata L. auf trockenem, nicht 

zu lockerem Sandboden. 
V. arv'ensis L. 
V. hederifolia L. 
Asperula tinctoria L. 
Bellis perennis L. oft in Menge. 
Helichrysum arenarium (L.) DC. 
Senecio viscosus L. 
S. silvaticus L. oft mit vorlcrcv 



Zweites Capitel. Grasheiden. 



21- 



Centaurea Scabiosa L. 
C. panniculata Jacq. 
Crepis tectorum L. 
Hieracium murorum L. 



H. umbellatum L. 
Hypochoeris radicata L. 
Tragopogon pratensis L. 
Scorzonera purpurea L. 



3) Typus VIII. Trocknere Grasheiden. 

1. Schilderung des Typus. Wenn auch das Molinietuni und die Sieg- 
lingiaheide dadurch, dass die den Hauptbestand bildenden Gräser oft 7a\ 
dichten oder doch ziemlich dichten Rasen zusammenschließen, eigentlich der 
Definition der Heide nicht entsprechen und deshalb auch hier nicht zu den 
»echten Heiden« gerechnet sind, so ist doch nicht zu leugnen, dass sie ganz 
erheblich innige Beziehungen zu den echten Heiden, besonders zu den feuch- 
teren unter ihnen zeigen. Nun finden sich aber noch eine ganze Reihe von 
grasigen Formationen, deren Hauptbestandteile Heidepflanzen sind, die aber 
meist keine so innigen Beziehungen zu den echten Heiden aufweisen wie die 
vorerwähnten beiden Typen. Besonders sind es Calamagrostis epigea, 
Aera flexuosa (auch A. praecox und A. caryophyllea), Nardus stricta, 
Weingaertneria canescens und auch Festuca ovina (resp. F. rubra), 
seltener Agrostis vulgaris, A. canina oder auch Holcus lanatus (an 
feuchteren Stellen und an Übergangsformationen zum Heidemoor), die derartige 
Bestände bilden. Betrachten wir die vier \\ichtigsten, die immerhin noch recht 
verschiedene Vegetationsbedingungen aufweisen, etwas genauer. 

2. Aufzählung der Arten des Typus, i. Charakterpflanzen 



Brid. 



Thelephora laciniata Pers. 

Rhodosporus cancrinus (Fr.) Schrot. 

Tylostoma mammosum (Mich.) Fr. 

Lycoperdon gemmatum Batsch 

Rhacomitrium canescens (Dill.) 
var. ericoides (Dicks.). 

Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 

Bryum argenteum L. 

Dicranum scoparium (L.) Hedw. 

Ceratodon purpureus (L.) Brid. 

Polytrichum piliferum Schreb. 

Hypnum cupressiforiue L. var. 
torum Br. et Seh. 

H. c. var. elatum Br. et Seh. 

Carex ericetorum Pollich 

C. verna Vill. oft mit voriger. 

Erophil a verna (L.) E. Mey. sowohl auf 
reinem, losem, als auf festerem Sand- 
boden. 



ence- 



Spergula vernalis Willd. meist auf un- 
bedecktem, lockerem Sandboden. 

S. pentandra L. (Boreau) wie vorige; 
gesellig, aber unbeständig. 

Teesdalea nudicaulis (L.) R. Br. auf lo- 
ckerem oder mäßig festem Sandboden. 

Stcnophragma Thalianum (L.) Celak. 
ähnlich der vorigen. 

Genista pilosa L. oft in großen Mengen 
kleinere Strecken überziehend. 

Sarotliamnus scoparius (L.) Koch liebt 
leichten, unbedeckten Boden ; scheint 
eine mäßige Grundfeuchtigkeit nicht 
entbehren zu können. 

Epilobium angTistifolium L. 

Thymus Serpyllum L. 

Galium harcynicum \^'eig. (G. saxatile 
auct.). 

Gnaphalium dioecum L. 



218 



Zweiter Teil. Erster Abschuitt. 



2. Häufiger vorkommende Pflanzen: 



Psilocybe physaloides iBull.) Fr. 

Hyporhodius mammosus iL.) Schrot. 

H. asprellus (P>.) Schrot. 

H. sericeus (Bull.). 

Pisolithus arenarius Alb. et Schvv. 

Thuidium abietinum (L.) Br. et Seh. 

Brachythecium albicans (Neck.) Br. et Seh. 

Hypnum cupressiforme L. 

Botrychium simplex Hitchcock 

Equisetum arvense L. 

Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 

Carex praecox Schreb. 

C. pilulifera L. 

C. arenaria L. 

C. ligerica Gay 

C. hirta L. 

Luzula sudetica (Willd.) Presl zwischen 
Gras und Moos. 

AUium oleraceum L. gern auf Heide- 
hügeln und Abhängen. 

Rumex Acetosella L. 

Silene Otites (L.) Sm. 

Cerastium semidecandrum L. 

C. caespitosum Gil. 
Holosteum umbellatum L. 
Arenaria serpyllifolia L. gern auf kahlem 
Boden, Abstichen, Grabenrändern etc. 
Arabis hirsuta (L.) Scop. auch an dünn- 



Mcdicago lupulina L. 

Trifolium montanum L. hin und wieder 

in Menge. 
Erodium cicutariuni (L.) L'Herit. 
Tithymalus Cyparissias (L.) Scop. 
Hypericum perforatum L. 
Helianthemum Chamaecistus Mill. meist 
zerstreut. x\uf mäßig feuchtem, san- 
digem bis anmoorigem Boden. 
Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. 
V. tricolor L. 
Eryngium planum L. 
Pimpinella Saxifraga L. auf trocknerem, 

festerem Boden oft in Men^e. 
Peucedanum Oreoselinum (L.) Ahich. 

auf mäßig trockenem Boden. 
Armeria elongata (Ploffm.) Boiss. 
Gentiana campestris L. auf nicht zu losem 
Sandboden, auch auf anmoorigem 
Grunde, 
•^j'-iga genevensis L. 
Galeopsis Tetrahit L. p. p. an buschigen 

Orten. 
Calamintha Acinos (L.) Clairv. 
Verbascum thapsiforme Schrad. 
V. phlomoides L. 
V. Lychnitis L. mitunter zahlreich. 
V. nigrum L. oft mit voriger. 



moosigen Orten; hebt nicht ZU festen, IVeronica officinalis L. erträgt große 



unbedeckten Sandboden mit mäßig 
feuchtem Untergrund. 
Potentilla Tabernaemontani Aschens, auf 
trockeneren sonnigen Abhängen oft 
in Mengen. 

cinerea Chaix liebt leichten, warmen j V-^DiÜenrCrtz. oft mit voriger 
^^""^'^°^^"- ^ V. triphylla L 



I 



Trockenheit und scharfe Besonnung. 
V. prostrata L. liebt mäßig trockenen, 

losen, etwas humosen Sandboden. 
V. venia L. an den Standorten meist 

in Menge. 



P. mbens (Crtz.) Zimni. ähnlich 



wie 



vorige. 



Euphrasia officinalis L. var. E. 
Fr. 

\sperula cynanchica L. 



gracilis 



OnonisspinosaL. liebt leichten, warmen,...^..... .,,.,„,„„ 

Sandboden mit nur dünner Grasdecke. iGalium boreale L 
J- repensL. oft mit voriger, scheint weni- j G. verum L 

^Dürre zu vertragen, mehr zu ischen;G. Mollugo L. oft mit voriger. 

i Knautia arv^ensis (L.) Coulter p. p. 



Zweites Capitel. Grasheiden. 



219 



Scabiosa Columbaria L. 
Jasione montana L. oft große Strecken 
dicht überziehend. 

Campanuia persicifolia L. 

Aster Linosyris (L.) Bernh. 

Erigeron acer L. 

Filago arvensis L. 

F. minima (Sm.) Fr. meist zahlreicher 

als vorige. 
Gnaphalium silvaticum L. 
Helichry.si!m arenarium (L.) DC. 
Inula Britannica L. 

Achillea Millefolium L. 
A. Ptarmica L. mit voriger. 
Senecio viscosus L. 
S. silvaticus L. oft mit voriger. 
S. vernalis WK. 
Carlina vulgaris L. 
Cirsium arvense (L.) Scop. 
Jurinea monoclona (L.) Aschers, an 
dürren Stellen. 



Centaurea Jacea L. an nicht zu trocke- 
nen, sandigen und humosen Orten. 

C. Scabiosa L. 

C. panniculata Jacq. weniger häufig. 

Arnoseris minima (L.) Lk. auf unbe- 
decktem Boden. 

Crepis tectonim L. auf leichtem, selbst 
rieselndem Boden; oft dichte Bestände 
bildend. 

Hieracium Pilosella L. sehr viel. 

H. vulgatum Fr. 

H. laevigatum W^illd. an buschigen 
Stellen auf mäßig feuchtem Boden. 

H. umbellatum L. 

Hypochoeris glabra L. 

Thrincia hirta Rth. auf nicht zu losem, 
humushaltigem Sande oder auf an- 
moorigem Grunde. 

Scorzonera humilis L. auf leichtem oder 
wenig lehmhaltigem, etwas humosem 
Sandboden, auf unbedecktem oder 
bewachsenem (Moos-] Grunde. 



3. Accessorische, hin und wi 
Thelephora cristata (Fers.) Fr, 
Ciavaria fastigriata L. 
Marasmius caryophylleus (Schaefif.) 

Schrot. 
Inocybe cristata (Scop.) Schrot. 
I- geophylla (Sow.) Karst. 
Agaricus rusticus Fr. 
Lepiota amianthina (Scop.) Karsten 
Tliuidium delicatulum (L.) Br. et Seh. 
Botiychium Lunaria (L.) Sw. 
B. ramosum (Rth.) Aschers. 
Lycopodium clavatum L. 
Koeleria cristata (L.) Fers. 
Triticum repens L. 
Carex supina Wahlenb. 
Allium vineale L. 
Sedum maximum (L.) Suter 
S. purpureum (L.) Lk. 
Saxifraga granulata L. 
Potentilla silvestris Neck. 



eder auftretende Pflanzen: 

P. alba L. 

Coronilla varia L. 

Vicia tenuifolia Rth. nicht selten. 

V. sepium L. 

V. cassubica L. 

Lathyrus montanus Bernh. 

L. m. var. linifoiius Reichard 

Eryngium campestre L. 

Pastinaca sativa L. bis^veilen in Menge. 

Anagallis arvensis L. 

Erythraea Centaurium (L.) Fers. 

Bnmella vulgaris L. p. p. 

Salvia pratensis L. 

Veronica spicata L. auf trockenem, 

nicht zu lockerem Sandboden. 
V. arvensis L. 
Echium vulgare L. 



Asperula tinctoria L. 
Valerianella olitoria (L.) Poll. 
Campanuia rotundifolia L. 



220 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Cirsium acaule (L.) All. 
Hieracium echioides Lumnitzer 
H. muronim L. 



Hypochoeris radicata L. 
Chondrilla juncea L. 
Scorzonera purpurea L. 



Facies a. Calamagrostis-Hcide . 

I. Schilderung der Facies. Calamagrostis epigea, der Hauptbestand- 
teil dieser Facies, kann als ganz echte Heidepflanze eigentlich nicht be- 
trachtet werden. Ihre große jährliche Stofifproduction weist schon darauf hin, 
dass sie eine Pflanze nährstoffreicherer Böden ist. Und doch lässt sie sich bei 
der Heideformation absolut nicht vernachlässigen. Ihre Wurzeln gehen sehr 
tief und dringen deshalb in leichtem, locker-sandigem Boden, den sie bevor- 
zugt, viel tiefer ein als die echten Heidepflanzen. Im wesentlichen bildet die 
Facies einen Übergang zu den steppenartigen Formationen. In der Heide 
bemerkt man Calamagrostis epigea meist in größeren Mengeii in sanften 
Mulden zwischen mit trocknerer Heide bestandenen Hügeln oder sehr oft in 
Kiefernheiden. Meist überzieht der Bestand eine größere oder kleinere Strecke 
ziemlich dicht, und der Boden ist dann meist fast ganz mit den schwer ver- 
wesbaren Blatt- und Stengelresten bedeckt. Daher ist die Flora solcher Stellen 
sehr uninteressant, es wachsen dort fast nur Spergula vernalis, Erophila 
verna, Vicia lathyroides, V. hirsuta, Calluna vulgaris (fast stets sehr 
spärlich), Veronica verna, V. Dillenii und wenige andere, die z. T. 
schon Charakterpflanzen unserer sonnigen (steppenartigen) Hügel darstellen. 
An nicht zur Heide gehörigen Stellen bevorzugt Calamagrostis epigea 
feuchtere sandige Dünen oder den feuchten Sand oder kiesigen Grund kahler 
Flächen im Überschwemmungsgebiete größerer Flüsse. Ihr Vorkommen in 
den echten Heiden erscheint, trotz der oft nicht geringen Ausdehnung der 
Bestände, fast stets als etwas Fremdes und Accessorisches. 



Fades b. Aera-Hcidc. 

I. Schilderung des Typus. So gleichartig die Standorte der Trocken- 
heit liebenden Aera- Arten bei uns sind, so lassen sich doch in diesem 
Subtypus noch zwei Gruppen unterscheiden: Die Bestände der A. flexuosa 
und die der A. caryophyllea und A. praecox. Während die Bestände der 
letzteren Arten seltener eine große Ausdehnung annehmen, finden wir A. 
flexuosa oft weite Strecken überziehend. Besonders im nordöstlichen Teile 
des norddeutschen Flachlandes sieht man besonders an Holzschlägen oder an 
Windbruchstellen im Walde alles mit den zarten Rispen der Aera bedeckt, 
das ganze Gelände sieht aus, als sei es mit einem feinen rötlichen Schleier 
bedeckt. Diese Formation bietet besonders deshalb einiges Interesse, weil sie 
die echte Callunaheide in vielen Teilen des östlichen Flachlandes vertritt. Bei 
der Besprechung der Vegetationsbedingungen und der klimatischen Verhält- 
nisse des norddeutschen Flachlandes ist bereits betont worden, dass sich Cal- 



Zweites Capitel. ( irasheiden. 221 

luna im östlichen Binnenlande mehr und mehr in die Wälder zurückzieht, 
wohl wegen der trockenen Luft der Sommermonate, hi diesen Gegenden 
ersetzt nun Aera flexuosa das Heidekraut besonders in den offenen Lagen. 
Aera flexuosa kann augenscheinlich einen erheblich größeren Grad der Luft- 
trockenheit ertragen als Calluna und gewinnt ihr deshalb in den trockncren 
Gebieten den Vorrang ab. Bereits in meinen »Studien über die norddeutsche 
Heide« habe ich betont, dass fast jeder Waldschlag auf trocknerem Sandboden 
in den Heidegebieten mit einem Callunetum, im übrigen I^^Iachlande aber fast 
•Stets mit Aera flexuosa sich bedeckt. Da, wie oben bemerkt, die sandigen 
Böden des östlichen Teiles des norddeutschen Flachlandes, in denen gerade 
dieser Aera-Typus vorherrscht, frei oder fast frei sind v^on Ortstein und auch 
die Bleisande meist noch keine sehr erhebliche Dicke erreicht haben, so geht 
meist in einiger Zeit eine, wenn auch langsame, Wiederbewaldung der Fläche 
vor sich. Diese Heide ist meist nur von kurzer Lebensdauer und an nicht von 
Menschenhand veränderten Localitäten verhältnismäßig selten in großer Aus- 
dehnung zu treffen. Der Boden ist meist sandig, seltener stark humos. Bei 
Clötze i. d. Altmark notierte ich an solcher Stelle: Hypnum Schreberi, 
Nardus stricta (wenig), Scleranthus annuus, Helianthemum guttatum, 
Calluna vulgaris, Erica Tetralix (wenig), Jasione montana, Filago 
minima, Hieracium umbellatum. 

Bestände von Aera caryophyllea und /\. praecox finden sich, wie er- 
wähnt, seltener in größerer Ausdehnung und an ähnlichen Orten wie die von 
A. flexuosa. Auch sie lieben meist einen lockeren, sandigen Boden, doch 
scheint es, als ob A. flexuosa empfindlicher gegen das völlige Austrocknen 
des Untergrundes ist, als diese beiden einjährigen Arten, die zur Zeit der 
Sommertrocknis ihre Vegetation bereits beendet haben und dann abgestorben 
sind. Sie bilden also einen gewissen Übergang von den Aera flexuosa- 
Heiden zu den Sandfeldern, ihre Feuchtigkeit dürfte im Frühjahr der der A. 
flexuosa- Heide wenig nachstehen, im Sommer aber scheint sie erheblich 
hinter derselben zurückzubleiben. Für diese Auffassung spricht auch die That- 
sache, dass zwischen Aera caryophyllea und der sehr oft mit ihr gemischten 
A. praecox eine ganze Reihe von einjährigen überwinternden Frühlingsblühern 
sich finden, die zwischen A. flexuosa nicht in dem Maße aufzutreten pflegen, 
wie z. B. Spergula vernalis, Erophila verna, Veronica verna, V. 
Dillenü und andere. 

2. Aufzählung der Arten, i. Charakterpflanzen: 

Marasmius alliatus (Schaeff.) Schrot. | Molinia coerulea (L.) Ahich. 

Derminus hypni (Batsch) Schrot. Carex arenaria L. 

Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. C. ligerica Gay 

2. Häufiger vorkommende x-\rten: 
Carex hirta L. j feuchtem bis trockenem Sande, gern 

Ornithopus perpusillus L. auf mäßig | auf nacktem oder verwundetem Boden, 



222 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

besonders auf Heidewegen oft in: Moose, selten in großen Mengen, 
großer Menge ; doch auch zwischen meist einzehi. 
Gras und Moos. V. hirsuta L. 

Vicia lathyroides L. auf unbedecktem Veronica Chamaediys L. 
Boden wie zwischen kurzem Grase und 



Facies c. Nardiis-Hiide. 

I. Schilderung der Facies. Im norddeutschen Flachlande kommt die 
Nardus-Heide seltener an natürlichen Localitäten in größerer Ausdehnung 
v'or, die größten Bestände der Art, die ich sah, dehnten sich auf lange bewei- 
deten Heiden, auf denen Calluna durch das dauernde Verbissenwerden all- 
mählich zurückgegangen und durch Nardus stricta, welche wegen ihrer 
harten Blätter nicht gern vom Vieh gefressen wird, ersetzt worden war. An 
natürlichen Orten wachsen die Nardus -Bestände fast stets auf einer mit 
filzigem Rohhumus bedeckten Stelle an den Rändern von heidigen Wäldern 
oder an feuchten Stellen der echten Calluna-Heide. Die dichten, sehr festen 
Rasen mit den starren borstenförmigen Blättern geben dem ganzen Bestände 
ein recht charakteristisches Aussehen. Besondere Charakterpflanzen lassen sich 
hier kaum nennen, oft steht Nardus fast ganz allein, mu- Thelephora laci- 
niata fand ich auffallend oft die Rasen von Nardus verfilzend. 



Facies d. Fcstuca-Heidc. 

Die Festucaheide, die ich in meinen »Studien über die norddeutsche 
Heide« nicht als besonderen Subtypus aufgenommen habe, wird doch wohl 
richtiger als solcher betrachtet, da, wie ich mich später überzeugen konnte, doch 
eine recht erhebliche Menge von entschieden zur Heideformation zu rechnenden 
Geländen existiert, auf denen Fes tue a ovina oder F. rubra, oder öfter auch 
beide gemischt Bestände bilden. Ähnlich wie Acra flexuosa lieben die 
Fes tu ca- Arten sandigen lockeren Boden, nur scheinen den letzteren noch 
lockerere oft kaum festliegende und oft sehr stark austrocknende Sande eigen 
zu sein. Am meisten sieht man die Festucaheide einen Übergang herstellen 
zwischen den echten Callunaheiden und den Dünenformationen, sowohl des 
Binnenlandes als der Küste. Nicht selten bilden Fe st uca bestände auch die 
sonnigen Ränder von im Innern mit Calluna beide bestandenen Kiefernwäldern, 
besonders im ösdichen Gebiete. 



Drittes Capitel. VValdheiden. 22H 

Drittes Capitel. 
Waldheiden. 

1. Schilderung der Waldheiden. In der Besprechung der Typen der 
echten Heiden ist bereits mehrfach bemerkt worden, dass besonders die Im- 
stande von Call u na sich im östlichen Gebiete in die Wälder zurückziehen. 
dass die Mehrzahl der Heideformationen überhaupt sich dort in Wäldern be- 
findet. In den eigentlichen Heidegebieten nun giebt es auch eine große Reihe 
von Wäldern, deren Boden mit typischer Heidevegetation bedeckt ist. Zumeist 
sind dies solche Wälder, die auf der im 3. Capitel la beschriebenen L'ber- 
gangsstufe vom Walde zur Heide sich befinden oder die künstlich aus Heide 
wieder zum Walde gemacht sind. In ganz typischer Ausbildung in den Heide- 
gebieten zeio-en diese Heidewälder oder besser Waldheiden meist einen lichten 
Bestand alter Bäume mit sehr wenig Unterholz oder einen gleichfalls etwas 
lockeren Bestand von jüngerem oder doch schwächlichem Stangenholz. Von 
dieser typischen Waldheide bis zum echten Kiefern- oder Laubhochwald sind 
nun natürlich alle Übergänge vorhanden und es ist oft nicht gut möglich, eine 
scharfe Grenze zu ziehen. Man begegnet oft Wäldern, in denen der bestand- 
bildende Baum in schöner Üppigkeit entwickelt ist. Seine Wurzeln stecken in 
nährstoffreichem Boden, aber die oberste Schicht des Waldbodens ist bereits 
erheblich ausgelaugt, sodass die nicht tief wurzelnden Kräuter bereits an Nahrung.s- 
mangel zu leiden beginnen. Unter dem Schutze des Walddaches bildet sich 
auf dem keine dichte Grasnarbe tragenden Boden ein zusammenhängender 
Moosteppich von Hypnum Schreberi und Hylocomium-Arten aus und 
in diesem Moosteppich wachsen Calluna und andere Heidepflanzen oft in 
großen Massen. Ist nun der Bestand der Heidepflanzen selbst in diesem moosigen 
Walde ein halbwegs dichter, so wird man nicht zweifelhaft sein, dass die For- 
mation der Heide zugerechnet werden muss, treten aber neben Calluna andere 
Pflanzen, besonders Brombeeren oder saftigkrautige Stauden in größerer Menge 
auf, sodass das Heidekraut nach und nach zurücktritt, so kann man nur durch 
willkürliche Trennung die Formation scheiden. 

Weit stärker als bei den Grasheiden tritt bei den Waldheiden die Über- 
einstimmung einer großen Zahl von Arten in den sämdichen Typen dieses 
Capitels hervor. Ich habe mich ^ieshalb zur möglichsten Vermeidung von 
Wiederholungen entschlossen, voran eine Liste der fast allen Waldheiden eigenen 
Bestandteile zu geben und bei den einzelnen Typen nur gerade diesem Typus 
eigentümliche Arten aufzuführen. 

2. Aufzählung der Arten der Waldheiden, i. Charakterpflanzen: 
Peltigera spuria (Ach. | Derminus hypni (Batsch) Schrot. 
Boletus luteus L. | Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 



224 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Sphagnuni rigidum (N. et H.) Schimp. 

var. squarrosum Russ. an moorigen 

Stellen. 
S. acutifolium Ehrh. an feuchten Stellen. 
Dicranum scoparium (L.) Hedw. 
Ceratodon purpureus (L.) Brid. 
Leptotrichum tortile (Schrad.) Hampe 
Rhacomitiium canescens (Dill.) Brid. 
Lycopodium clavatum L. var.tristachyum 

(Nutt. et Hook.) an trockenen Orten 

mit leichtem Sandboden. 
Agrostis vulgaris With. an feuchteren 

Orten. 



Calamagrostis epigea Rth. 

Aera flexuosa L. besonders auf Kahl- 
schlägen Bestand bildend. 

Festuca ovina L. 

F. rubra L. 

Luzula campestris (L. p. p.) DC. häufig 
auf unbedeckten, trockenen Sand- 
flächen, oft aber auch zwischen Gräsern 
und Moosen. 

Salix aurita L. auf anmooripem Sand- 
boden in lichten Beständen oder 
einzeln. 



2. Häufiger vorkommende Pfl 
Peziza aurantia Müller 
Sphyridium byssoides (L., Flot.) Kbr. 
Stereocaulon tomentosum (Fr.) 
St. incrustatimi Flke. 
Hygrophorus ceraceus Wulf ap. Jacq. 

an feuchten Stellen. 
Rozites caperata (Pers.) Karsten 
Agaricus tricolor Alb. et Schw. an 

sumpfigen Stellen. 
A. roseus Bull. 
A. infundibuliformis SchäfTer 
Lepiota procera (Scop.) Quelet 
Amanitopsis plumbea (Schäffer) Sehr. 
A. plumb. var. fulvus Schäffer an 

moorigen Stellen. 
Amanita pustulata (Schäffer) Sehr. 
Lycoperdon uteriforme Bull. 
Geaster stellatus (Scop.) 
G. striatus DC. 

Pisolithus arenarius Alb. et Schw. 
P. crassipes (DC.) seltener. 
Chiloscyphus pol}'anthus (L.) Corda 
Jungermannia inflata Huds. hin und 

wieder in Erlenbrüchen. 
J. barbata Schmidt 
J. quinquedentata Web. 
Sarcoscyphus Funckii (W. et M.) N. v. E. 
Sphagnum squarro.sum Pers. anmoorio-en 

Stellen. 



anzen: 

S. tenellum v. Klinggr. zerstreut. 
Dicranum flagellare Hedw. an sumpfigen 

Stellen und modernden Stümpfen. 
Fissidens adiantoides (Dill.) Hedw. an 

sumpfigen Stellen. 
F. osmundoides (Sw.) Hedw. 
Pottia truncata (L.) Fürnr. 
Leptotrichum pallidum (Schreb.j Hampe 
L. homomallum (Hedw.) Hampe 
Orthotrichum speciosum N. v. E. an 

Stämmen oder erratischen Blöcken. 
O. affine Schrad. 
Ulota crispa (Hedw.) Brid. 
U. crispula Bruch oft auch an errati- 
schen Blöcken. 
Webera nutans (Schreb.) Hedw. 
Polytrichum piliferum Schreb. 
Tetraphis pellucida (Dill.) Hedw. an fau- 
lenden Stümpfen. 
Diphyscium foliosum (L.) Mohr 
Eurhynchium piliferum (Schreb.) Br. et 

Seh. auf Sandboden. 
E. praelongum (L.) Br. et Seh. an feuch- 
ten Steinen. 
E. Stockesii (Turn.) Br. et Seh. 
Plagiothecium denticulatum (Dill.) Br. et 

Seh. in halbfeuchtem Gebüsch. 
P. silesiacum (Sei.) Br. et Seh. 
Braehythecium albicans (Neck.) Br. et Seh. 



Drittes Capitel. Waldheklen. 



225 



B. Rutabulum X. Br. et Seh. auf Stäm- 
men und Baumwurzeln. 

Hypnum purum L. 

H. cupressiforme L. gemein. 

Pteridium aquilinum (L.) Kuhn in Lich- 
tungen. 

Aspidium montanum (Vogler) Aschers. 

Blecbnum Spicant (L.) an feuchteren 
Stellen. 

Polypodium vulgare L. 

Equisetuni arvense L. 

Agrostis alba L. oft mit A. vulgaris, 
aber wohl mehr an trockneren Orten 
und schattenliebend. 

Triticum repens L. 

Carex leporina L. an feuchten, sandigen 
und anmoorigen Stellen. 

C. elongata L. an nassen, sumpfigen 
Orten. 

C. hirta L. 

Calla palustris L. 

Juncus filiformis L. auf nassen oder mä- 
ßig feuchten, sandigen Stellen. 

J. squarrosus L. an mäßig feuchten Orten. 

Luzula sudetica (VVilld.j Presl. 

Anthericus Liliago L. auf sandigem, 
humushaltigem Boden. 

A. ramosus L. 

Gagea arvensis (Pers.) Schult, an kahlen 
Stellen mit gröberem Sande. 

AUium oleraceum L. besonders in Ge- 
büschgruppen. 

Piatanthera bifolia (L. p. p., Schmidt) 
Rchb. 

Neottiacordata (L.)Rich. zwischenNadeln. 

Populus tremula L. an den Rändern. 

Salix repens L. 

S. rep. var. argentea Sm. 

Silene Otites (L.) Sm. 

Dianthus Carthusianorum L. an trocke- 
neren, eüvas grasigen oder moosigen 
Abhängen. 

Holosteum umbellatum L. auf mäßig 
trockenem, nacktem Sandboden mit 

Graebner. ]_>> Heide. 



einigem Lehmgehalt an Wegen, Ab- 
stichen etc. 
Arenaria serpyllifolia L. fast nur auf 
kahlem Boden, Abstichen, Graben- 
rändern etc., selten zwischen Gras. 

^ , , besonders auf leich- 

Scleranthus an- I , ■■^. r 

I tem und maßig tes- 

- . T 1 tem Sandboden, sel- 

S. perennis L. I r ^ r 

^ ' tener auf lorf. 

Rubus rhamnifolius W. et N. 

R. rham. var. R. Maassii Pocke. 

R. Sprengelii W. et N. an feuchteren 
Stellen. 

R. Schummelii Whe (= R. glaucovircns 
Maass) vorzugsweise an frischem Bo- 
den, gern an grasigen und moosigen 
Orten, doch mitunter auch auf trock- 
nerem Sande, selbst an kiesigen Stel- 
len in Menge. 

R. pyramidalis Kaltb. an feuchten 
Rändern. 

R. Radula VV. et N. ähnlich der vo- 
rigen; stellenweise große Bestände 
und Dickichte bildend. 

R. caesius L. selbst auf ziemlich trocke- 
nem, sandigem Boden, allerdings dort 
minder üppig entwickelt, als an feuch- 
ten, grasigen oder moosigen Stellen. 

R. saxatilis L. 

Potentilla reptans L. an feuchten und 
mäßisf trockenen Orten den Boden 
stellenweise dicht überziehend. 

P. silvestris Neck, auf mäßig feuchtem 

Boden; gern auf leichterem Sand oder 
Torf. 

Rosa canina L. an lichten Stellen. 

R. coriifolia Fr. auf mäßig feuchtem Bo- 
den; liebt keinen directen Schatten. 

R. elliptica Tausch (= R. graveolens 
Gren.J gern auf leichtem Sandboden, 
an grasigen Stellen. 

Trifolium medium L. an grasigen Orten 
i nicht selten in Menge. 

Rhamnus cathartica L. 

15 



226 



Zweiter Teil. Lrster Abschnitt. 



Viola tricolor L. 

Pirola uniflora L. besonders an feuchten 
Stellen, gern in mäßigem Schatten 
zwischen Moos, weniger zwischen 
Gras. 

Vaccinium Myrtillus L. so\\ohl auf rei- 
nem Torfboden wie auf Sand. 

V. Vitis idaea L. oft mit voriger. 

Armeria elongata (Hofifm.) Boiss. meist 
auf lockerem Sandboden. 

Tcucrium Scorodonia L. 

Galeopsis ochroleuca Lam. an grasigen, 
mäßig trockenen Stellen. 

G. Tetrahit L. p. p. an lichten Stellen. 

Stachys Betonica Benth. gern zwischen 
Gras. 

Verbascum phoeniceum L. an trockenen, 
grasigen Stellen, gern mit Teesdalea! 
Spergula, Pulsatilla etc. 

Linaria vulgaris Mill. besonders an We- 
gen und Rändern. 

Scrophularia nodosa L. gern auf luimo- 
sem Boden. 

Veronica Chamaediys L. an den Stand- 
orten meist in Menge, zwischen Gras 
und Moos, obgleich seltener kleinere 
Bestände bildend. Liebt mäßig feuch- 
ten, etwas humosen oder anmoorigen, 
nicht zu losen Sandboden. 

V. prostrata L. liebt mäßig trockenen, 
losen, etwas humosen Sandboden. 

V. serpyllifolia L. an feuchtem Sandbo- 
den, gern zwischen Moos. 

Plantago lanceolata L. 

Galium verum L. liebt mäßig trockenen, 
leichten Sandboden mit etwas Humus- 
gehalt, aber auch auf Torf, auf nack- 
tem Grunde oder zwischen Gras und 
Moos. 

G. Mollugo L. oft mit voriger, aber mehr 
G. silvestre Poll. auf trocknerem Sand- 
^ boden, gern auf Hügeln. 
Sambucus nigra L. 
Succisa praemorsa ;Gil.; Aschers, an 



feuchteren, torfigcn Orten mitunter in 
Menge. 
Knautia arvensis (L.) Coulter p. p. an 

grasigen, trockenen Plätzen. 
Scabiosa Columbaria L. 
Jasione montana L. beträchtlich häufiger 
auf Sandboden als auf trockenem Torf, 
wenn auch hier mitunter in großen 
Mengen. 
Gnaphalium silvaticum L. an trockenen, 

grasigen Plätzen. 
Helichr>'sum arenarium (L.) DG. liebt 
lockeren, (unbedeckten oder) dünnbe- 
grasten Heideboden. 
Bidens tripartitus L. an feuchten Stellen. 
B. cernuus L. oft mit voriger, aber we- 
niger häufig. 
xA.chillea Millefolium L. gern zwischen 

Gras und Moos. 
A. Ptarmica L. oft mit voriger, aber mehr 

an feuchten Orten. 
Chiysanthemum (Tanacetum) vulgare L. 

oft massenhaft zwischen Gras. 
Artemisia vulgaris L. 
Senecio viscosus L. in Waldblößen und 
Hauungen plötzlich den Boden in dich- 
tem Bestände bedeckend. Nach dem 
Höhenverden der Holzpflanzen ver- 
schwindend. 
S. silvaticus L. oft mit voriger, noch 

massenhafter. 
Cariina vulgaris L. an lichten Plätzen so- 
wohl auf unbedecktem, leichtem Sande 
wie zwischen Gras und Moos, auf feste- 
rem, lehmigem Grunde. 
Cirsium acaule (L.) All. auf Sand und 

Torfboden. 
Centaurea Jacea L. an nicht zu trocke- 
nen, sandigen und humosen Orten, 
gern auf grasigen Plätzen. 
Arnoseris minima (L.) Lk. auf unbe- 
decktem Boden. 
Hieracium PilosellaL. auf leichtem Boden 
oft kleinere Strecken dicht überziehend. 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



227 



II. vulgatum Fr. j Hypochoeris glabra L. gern an dünn 

H. umbellatum L. sowohl auf losem | begrasten Plätzen. 

Sande wie auf Torfboden oft dichte Leontodon autumnalis L. mitunter sehr 
Bestände bildend und o-rößcre Strecken häufig und massenhaft. 



gelb färbend. 

dünn begrastem Grunde. 



Meist auf oftenem oder \ 



meist in 
Kiefern- 
heiden. 
) Sehr. 
E. 



an lichten 



Beauv. an 



3. Accessorische, hin und wie 
Hygrophorus nitratus Fers, an grasigen 

Plätzen. 
Agaricus odorus Bull. 
A. clavipes Pers. ] 

A. (Tricholoma) nudans Bull 
A. (Trich.) saponaceus ¥r. 
Scleroderma verrucosum (Bul 
Jungermannia intermedia N. v 
J. attenuata (Mart.) Lindenb. 
J. trichophylla L. 
Barbula convoluta Hedw. 

Stellen. 
Ulota Ludvvigii Brid. 
Atrichum undulatum (L.) P 

feuchteren Localitäten. 
Brachythecium velutinum (Dillen) Br. et 

Seh. auf Baumwurzeln und Steinen. 
Aspidium Filix mas (L.) Sw. 
Phleum pratense L. var. nodosum L. 

häufig. 
Holcus lanatus L. 

H. mollis L. noch seltener als vorige. 
Carex Goodenoughü Gay 
C. pallescens L. an feuchten Orten be- 
sonders in Kiefernheiden. 
C. Pseudo-Cyperus L. 
C. rostrata W'ith. 
Luzula pilosa (L. p. p.) DC. mitunter in 

großer Menge, besonders auf humosem 

Sandboden. 
Gagea pratensis (Pers.) Schult, auf grasi- 



gen, trockenen Hügeln. 



Asparagus altilis L.) Aschers. 
Polygonatum officinale All. 
P. multiflorum (L.) All. mehr wie vorige 
in schattigen Laubwäldern. 



der auftretende Pflanzen: 

Convallaria majalis L. selbst an trocke- 
nen, fast unbedeckten Stellen in losem 
Sandboden, meist in Menge. 

Orchis Mono L. 

Epipactis latifolia (L.) All. mitunter in 
INIenee, aern zwischen Gras auf Sand. 

Salix Caprea L. besonders an den Rän- 
dern bäum- oder strauchartig. 

S. cinerea L. 

Thesium intermedium Schrad. oft in 
Menge. 

Th. alpinum L. 

Silene venosa (Gil.) Aschers, auf Heide- 
hügeln. 

Dianthus Armeria L. an lichten Orten, 
o-ern auf trockenen, sandigen oder 
lehmigen Abhängen zwischen Gras. 

Stellaria uliginosa Murr, an sumpfigen 
und quelligen Orten, vorwiegend in IX. 

Cerastium glomeratum Thuill. auf feuch- 
ten Wegen, vorwiegend in IX. 

Moehringia trinenia (L.) Clairv. 

Spergula arvensis L. vorwiegend in IX. 

Ranunculus repens L. gern zwischen 
Moos, besonders in IX, auf Sand- 
boden. 

Turritis glabra L.hin und wieder in Menge. 

Rubus sulcatus Vest. 

R. silvaticus Whe. an feuchteren Stellen. 

R. nemorosus Hayne an feuchten Stand- 
orten. 

R. berolinensis E. H. L. Krause = R. 
serrulatus Lindeb.) an ähnlichen Orten 
wie vorige. 

Fragaria vesca L. 

Potentilla anserina L. 



228 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



P. argentca L. 
P. collina Wib. 
Rosa rubiginosa L. 
Trifolium rubeiis L. 
T. Lupinaster L. an sonnigen Orten. 
Astragalus glycyphyllus L. 
Vicia Cracca L. mitunter zahlreich. 
Lathyrus Silvester L. an den Rändern, 
besonders an grasigen Orten zuweilen 
in Menge. 
L. pisiformis L. 
Euonymus verrucosus Scop. an den 

Rändern und in Gebüschen. 
Hypericum tetrapterum Fr. in Gebüschen. 
Epilobium parviflorum Schreb. an Grä- 
ben, meist massenhaft. 
Pimpinella magna L. 
Chaerophyllum temulum L. 
Angelica silvestris L. an feuchten Orten. 
Torilis Anthriscus (L.) Gmel. an trocke- 
nen, sandigen, besonders dünngrasi- 
gen Orten oft in Menge. 
Lysimachia vulgaris L, 
L. Nummularia L. 
Galeopsis pubescens Bess. an feuchten 

Stellen. 
Nepeta Glechoma Benth. an feuchten 

Orten. 
Salvia pratensis L. gern auf frischem 
Boden. 



Origanum vulgare L. 
Verbascum Thapsus L. besonders in 
Hauungen, meist auf dünn begrastem 
Boden. 
Limosella aquatica L. 
Veronica spicata L. 
V. arvensis L. 
V. hederifolia L. 

Asperula tinctoria L. zwischen Gras 
oder Moos auf nicht zu losem Sand- 
boden. 
Galium Aparine L. meist an cultivierten 

Orten. 
Senecio Jacobaea L. nicht selten zwischen 

Gras und Moos. 
Cirsium lanceolatum (L.) Scop. meist auf 
kurzgrasigem oder moosigem Sand- 
boden. 
Centaurea Scabiosa L. 
C. panniculata Jacq. 
Hieracium muroruni L. an grasigen und 

moosigen Orten. 
H. boreale Fr. 
Hypochoeris radicata L. an festeren, 

grasigen Plätzen. 
Leontodon hispidus L. an lichten Stellen 

zwischen Gras. 
Thrincia hirta Rth. 

i Scorzonera purpurea L. an grasigen 
Plätzen. 



1) Typus IX. Kiefernlieide, 

I, Schilderung des Typus. Die Kiefernheide nimmt unter den Wald- 
heiden bei weitem den ersten Platz ein, in großer Ausdehnung finden wir sie 
im nordwestdeutschen Flachlande wie im Nordosten vertreten. Auch auf den 
mitteldeutschen Gebirgen ist sie zahlreich vertreten. Gerade bei ihr tritt es am 
deutlichsten in den Vordergrund, dass die Heide keine kalkfeindliche Formation 
ist, denn sowohl auf Sand als auch auf kalkigen Böden, sowohl freiliegendem 
Wiesenkalk als auf verwitterten Muschelkalkschichten ist sie zu finden, wenn 
nur die oberste Bodenschicht einen stärkeren Grad der Auslaugung zeigt 

In ganz typischer Ausbildung begegnen wir in der Kiefernheide einem 
dichten Teppich von Calluna vulgaris. Das Heidekraut ist meist lockerer 
gebaut und höher als in der offenen Heide. Oft kann man bis an die Knie 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



229 



in den verstrickten Ästen der Heide wandern. Die begleitenden Arten sind 
meist nicht sehr zahlreich, einige charakteristische Vertreter der echten oftcnen 
Callunaheide finden sich spärlich an. und nicht selten treffen wir auch Arten 
des Kiefernhochwaldes dazwischen eingesprengt. Im östlichen Gebiete erreicht 
Calluna im Kiefernwalde seltener eine größere Höhe als sonst unter freiem 
Himmel. 



2. Aufzählung der Arten des Typus, i. Charakterpflanzen: 



Stigonema silvestris (Itzigs.). 

Cosmarium curtum (Breb.) Balf 

Thelephora laciniata Pers. 

Th. caryophyllea (Schäfifer) Pers. 

Ochroporus perennis (L.) Schrot. 

Boletus piperatus Bull. 

Cantharellus muscoides (Wulf ap. Jacq.) 

Schrot. 
Limacium Vitellum (Alb. et Schw.) 

Fr. 
Lactaria deliciosa (L.) Fr. 
Marasmius alliatus (Schaefl*.) Schrot. 
Psilocybe Polytrichi (Fr.) Henn. 
Derminus crustuliniformis (Bull.) 

Schrot. 
Cortinarius cinnamomeus (L.) Fr. 
C. c. var. Ag. croceus Schaefi'. 
Rhodosporus cancrinus (Fr.) Schrot. 
Ptilidium ciliare (L.) N. v. E. var. erice 

torum N. v. E. 
Dicranum scoparium (L.) Hedw. 
Strecken an Abhängen etc. 
ziehend. 
Barbula ruralis (L.) Hedw. 
Rhacomitrium canescens (Dill.) Brid 

ericoides (Dicks.j. 
Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
Br^aim caespiticium L. var. ericetorum 



ganze 
über- 



var. 



Klinggrr. 
argenteum 



B. argenteum L. 

Polytrichum juniperinum Willd. 

P. strictum Banks 



H. triquetrum (L.) Br. et Seh. ebenso. 

Juniperus communis L. 

Weingaertneria canescens (L.) Beruh. 

Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 

Molinia coerulea (L.) Mnch. nicht selten 
Bestände bildend. 

Nardus stricta L. liebt festeren, nicht all- 
zu trockenen, meist anmoorigen Sand- 
boden. 

Eriophorum gracile Koch an moorigen 
Stellen; nie in dichten Beständen : ob- 
wohl an den Standorten reichlich). 

Carex arenaria L. 

C. ligerica Gay 

C. praecox Schreb. 

C. pilulifera L. 

C. ericetorum Pollich seltener als vorige, 
mehr an trockenen, sandigen Orten. 

C. verna Vill. oft mit voriger. 

Spergula vernalis Willd. oft an Abhängen 
fast die einzige Vegetation bildend, 
gern mit Teesdalea, Erophila etc., meist 
auf unbedecktem, lockerem Sand- 
boden. 

S. pentandra L. (Boreau) wie vorige; 
gesellig, aber unbeständig. 

Pulsatilla vulgaris Mill. gern auf leichtem, 
sandigem, mäßig feuchtem, begrastem 
oder moosigem Boden in hügeligem 
Gelände, auch auf etuas humosem 
Grunde. 
P. pratensis (L.) Mill. wie vorige. 



Hypnum Schreberi Willd. oft den Boden Teesdalea nudicaulis (L.) R. ßr. auf locke- 
ganzer W^älder bedeckend. rem oder mäßig festem Sandboden, 



Hylocomium splendens (Hedw.) Br. 



Seh. 



m 



großen 



Massen auftretend, 



et ' aber selbst auf trockeneren Torfstellen . 
Erophila verna (L.) E. Mey. sowohl auf 



230 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



reinem, losem, als auf festerem Sand- 
boden, auch auf Torf an trockeneren 
Orten. 

Stenophragma Thalianum (L.) Celak. wie 
vorige, gern an grasigen Oiten. 

Genista pilosa L. liebt leichten Sand- 
boden und sonnige Lage; oft kleinere 
Strecken überziehend. 

Sarothamnus scoparius (L.) Koch liebt 
leichten, unbedeckten Boden; scheint 
aber eine mäßige Grundfeuchtigkeit 
nicht entbehren zu können. 

Epilobium angustifolium L. liebt leichten, 
dünn begrasten oder mit Hypnum 
bedeckten Sandboden, findet sich aber 
auch oft auf nacktem, trockenerem Torf. 

Hypericum pulchrum L. sowohl auf un- 
bedecktem Boden wie zwischen Gras; 
in vielen Jahren massenhaft, dann 
wieder fast spurlos verschwunden. 

Ledum palustre L. an torfigen Stellen, 
im Osten auch auf Sand. 

Arctostaphylus uva ursi (L.) Spr. stellen- 
weise kilometerweite Strecken den 

2. Häufiger vorkommende Pfl 
Ciavaria muscigena Karsten 
C. argillacea Fers. 
Phaedon compactus (Pers.) Schrot. 
Suillus cyanescens (Bull.) Karsten 
Boletus bovinus L. 
Cantharellus cibarius Fr. 
Hygrophorus psittacinus Schaefif.) Fr. 
Russula fragilis (Pers.) Fr. 
R. emetica iSchaeff.) Fr. 
R. adu.sta (Pers.) Fr. 
R. nigricans ^Bull.) Fr. 
Lactaria rufa (Scop.) Fr. 
L. helva Fr. 

Marasmius androsaceus L.) Fr. 
Psilocybe uda (Pers.) P"r. 
P. bullacea Bull.) Fr. 
P. physaloides (Bull.) Fr. 
P. atrirufa Schaefif.; Fr. 



Boden dicht bedeckend, liebt lockeren, 
nicht zu trockenen Sandboden, einen 
gewissen Windschutz und leichte Be- 
schattung durch buschige oder ver- 
einzelte Kiefern. Sowohl auf kahlem 
Boden wie zwischen Moos und dünnem 
Grase. Ein Exemplar vermag einen 
kreisförmigen Fleck von mehreren 
(3 — 4) Metern im Durchmesser zu be- 
decken. 

Thymus Serpyllum L. besonders an 
Rändern und Hauungen oft kleinere, 
dichte Bestände bildend und den Boden 
zur Blütezeit rot färbend. 

Galium saxatile L. sowohl auf Sand- 
wie Torfboden, an den Standorten 
meist in Menge zwischen Moos. 

Scabiosa canescens Waldst. et Kit. (= S. 
suaveolens Desf) an grasigen und 
moosigen Orten. 

Gnaphalium dioecum L. besonders an 
grasigen und moosigen Plätzen auf 
nicht zu losem Sandboden, weniger 
auf anmoorigem oder torfigem Grunde. 

anzen: 

j Inocybe cristata (Scop.) Schrot, 
i Cortinariüs obtusus Fr. 

Naucoria furfuracca (Pers.) Quelet 

Hyporhodius mammosus (L.) Schrot. 

H. asprellus Fr.) Schrot. 

H. sericellus (Fr.) Schrot. 

H. sericeus (Bull.). 

Agaricus vulgaris Pers. 

A. epipterygius Scop. 

A. murinus Batsch 

A. dryophilus Bull. 

A. flavi-brunneus Fr. 

A. equcstris L. 

Armillaria robusta (Alb. et Schw.) 
Quelet 

Lepiotha amianthina Scop.) Karsten 

L. granulosa Batsch 
JAmanita porphyria Alb. et Schw. 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



281 



A. ]\Iappa Batsch 
Scleroderma vulgare Hoin. 
Rhizopogon aestivum (Wulf.) Fr. 
Jungermannia bicrenata Lindenb. 

J. Starckii N. v. E. zerstreut am Wald- 
saum, in Lichtungen etc. 

Scapania compacta Roth) Lindenb. 

S. obtusifolia Hook. 

Dicranclla heteromalla (Hedw.) Schimp. 

Dicranum spurium Hedw. 

Leucobryum glaucum (L.) Schimp. 

Karbula subulata (L.) Brid. 

Amblyodon dealbatus (Dicks.) P. Beauv. 
an feuchten Stellen. 

Pogonatum aloides (Dill.) P. Beauv. 

P. nanum (Dill.) P. Beauv. 

Buxbaumia aphylla L. an festeren 
Stellen. 

Thuidium abietinum (L.) Br. et Seh. 

T. delicatulum (L.) Br. et Seh. 

Pylaisia polyantha (Schreb.) Schimp. an 
Juniperus und Pinus, auch auf Steinen. 

Plagiothecium Schimperi Jur. et Milde 

Amblystegium serpens (L.j Br. et Seh. 

Brachythecium Starckii (Brid.) Br. et Seh. 

Hypnum uncinatum Hed\\-. an Juniperus- 
zvveigen und anderem Gesträuch in 
kleineren Formen an feuchten Stellen. 

H. imponens Hedw. oft charakteristisch 
für trockene Kiefernheiden; auch auf 
Steinen. 

Hylocomium squarrosum (L.) Br. et Seh. 
hin und wieder. 

Pteridium aquilinum (L.) Kuhn 

Aspidium Thelypteris Rth. 

Botrj'chium Lunaria (L.) Sw. 

B. jVIatricariae Schrk.) Spr. 
Lycopodium clavatum L. 
L. complanatum L. 

var. anceps Wallr. 

var. Chamaecyparissus A. Br. 

Anthoxanthum odoratum L. oft bestand- 
bildend. 

Aera carj^ophyllea L. 



A. praecox L. 
Poa bulbosa L. 

Festuca ovina L. var. duriuscula L. 
Bromus mollis L. 

B. tectoruni L. 

Eriophorum latifolium Hoppe an moori- 
gen Stellen. 

Carex muricata L. sowohl auf trock- 
nerem Sandboden als besonders auf 
anmoorigem Gamde. 

C. hirta L. 

C. diandra Bth. auf Moorgrund. 

C. echinata Murr, auf Moorgrund. 

C. supina Wahlenb. liebt mäßig feuchten, 
sandigen ]3oden. 

C. flava L. var. lepidocarpa Tausch an 
nassen und feuchten, begrasten Stellen. 

C. vesicaria L. in Wiesenmooren selbst 
an mäßig feuchten Orten. 

Juncus capitatus Weigel gern auf ver- 
wundetem, mäßig feuchtem, sandi- 
oem etwas humosem Boden. 

J. silvaticus Reich, an grasigen und 
moosigen Stellen. 

Juncus atratus Krock. ähnlich wie die 
vorige. 

Gagea saxatilis Koch 

AUium fallax Schult. 

Betula verrucosa Ehrh. auf Moorboden. 

Urtica urens L. 

U. dioeca L. häufiger als vorige. 

Thesium ebracteatum Hayne hin und 
wieder. 

Rumex Acetosella L. auf nacktem, aber 
auch auf moosigem und grasigem 
Boden. 

Silene nutans L. gern an Abhängen 
und Wegerändern auf lockerem, wenig 
begrastem, sandigem Boden. 

S. chlorantha Ehrh. ähnlich wie vorige, 
gern mit 

Gypsophila fastigiata L. auf trockenem, 
leichtem Sandboden, meist an un- 
bedeckten oder wenig bewachsenen 



232 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Orten, seltener zwischen Gras und 
Moos. 

G. niuralis L. liebt festeren, mäßig- 
feuchten Sandboden, unbedeckte oder 
verwundete Stellen, aber auch auf 
grasigem und moosigem Boden. 

Dianthus Carthusianorum L. 

D. deltoides L. liebt lichte Stellen in wal- 
digen oder wenigstens buschigen La- 
gen, bildet stellenweise kleinere Be- 
stände. 

D. caesius Sm. auf leichtem, sandigem 
Boden. 

D. arenarius L. 

Cerastium semidccandrum L. an lichten 
Stellen, besonders Wegen, Ausstichen 
etc. 

C. caespitosum Gil. mehr als vorige, 
auch auf grasigem und moosigem 
Boden 

Spergularia campestris (L.) Aschers, auf 
nackten, sandigen Stellen. 

Herniaria glabra L. liebt nicht zu locke- 
ren, sandigen bis torfigen Boden und 
offene Lage, zuweilen zwischen Gras. 

Berberis vulgaris L. liebt nicht zu locke- 
ren, sandigen oder anmoorigen Boden. 

Biscutella laevigata L. auf lockerem Sand- 
boden. 

Arabis hirsuta (L.) Scop. an grasigen 
oder dünnmoosigen Orten, hin und 
wieder auf v^erwundetem trockenem 
Torf, sehr oft auch an Wegrändern, 
trockenen W'^iesen und Waldstellen; 
liebt einen nicht zu festen, unbe- 
deckten Sandboden mit mäßig feuch- 
tem Untergrund, gern an etwas ge- 
schützten Stellen. 

Alyssum montanum L. an unbedeckten 
und moosigen Orten oft in großen 
Mengen; liebt trockenen, leichten 
Sandboden. 

Drosera rotundifolia L. an mäßig feuch- 
ten, unbedeckten Stellen. 



D. anglica Huds. oft mit voriger. 

Sedum reflexum L. sowohl auf humosem 
Sand- als auf Torfboden. 

Sempervivum soboliferum Sims an dür- 
ren, sandigen Orten mit dünner Gras- 
oder Moosdecke, gern auf hügeligem 
Gelände. 

Saxifraga granulata L. meist auf mäßig 
feuchtem, anmoorigem Sandboden, 
seltener auf Torf oder lockerem Sande, 
gern an grasigen und moosigen Plätzen. 

Rubus fissus Lindl. gern auf frischem 
Boden. 

R. plicatus W. et N. an mäßig feuchten 
Orten. 

R. villicaulis Koehl. frischere Lagen vor- 
ziehend, dort oft in großer Menge, aber 
hin und wieder auch auf trocknerem, 
sandigem, selbst kiesigem Grunde. 

R. Wahlbergii Arrhen. an den Rändern. 

R. Idaeus L. überzieht besonders an 
mäßig feuchten grasigen oder moosi- 
gen Orten oft ganze Strecken in dich- 
tem Bestände ; fast nie an offenen Orten. 

R. saxatilis L. an moosigen Orten oft 
große Strecken überziehend, aber selten 
dichte Bestände bildend. 

Potentilla procumbens Sibth. gern an 
Rändern. 

P. Tabernaemontani Aschers. (P. verna 
auct.) meist auf trockneren, sonnigen 
Abhängen, oft größere Strecken über- 
ziehend. 

P. cinerea Chaix liebt leichten, warmen 
Sandboden, weniger auf anmoorigeni 
Grunde oder trockenem Torf 

P. mbens (Crtz.) Zimm. ähnlich wie vorige. 
seltenerBestand bildend, gern zwischen 
Gras an offenen oder mäßig beschat- 
teten Orten. 

Rosa tomentosa Sm. 

Genista anglica L. an lichten Stellen, 
beansprucht gleichmäßige Feuchtig- 
keit, fast nie auf trockenem oder nassem 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



Boden, kann weder dichte Gras- und 
Moosdecke noch intensive Beschattung 
vertragen. 

G. tinctoria L. 

Ononis spinosa L. an lichten Orten. 
Liebt leichten, warmen Sandboden 
ohne oder mit dünner Grasdecke. 

O. repens L. oft mit voriger, scheint 
weniger Dürre zu vertragen, mehr 
zwischen Gras. 

Medicago kipuhna L. namentlich an gra- 
sigen Stellen. 

M. minima (L.) Lmk. massenhaft auf- 
tretend. 

Trifolium arvense L. auf trockenem Sand- 
boden an unbedeckten Orten nicht 
selten. 

T. montanum L. hin und wieder in 
Menge. 

Astragalus arenarius L. stellenweise in 
Menge: gern auf losem, fast unbe- 
decktem oder dünngrasigem Sandbo- 
den, in Ausstichen etc. lose Bestände 
bildend. 

O.Kytropis pilosa (L.) DG. 

Ornithopusperpusillus L. auf mäßig feuch- 

. tem bis trockenem Sande, gern auf 
nacktem oder verwundetem Boden, 
aber auch zwischen Gras, Moos und 
Nadeln. 

Vicia lathyroides L. sowohl auf unbe- 
decktem Boden, als zwischen kurzem 
Gras und Moos, selten in großen Men- 
gen, meist einzeln, liebt mäßig trocke- 
nen, sandigen bis anmoorigen Grund 
(weniger Torf), und erträgt eine nicht 
zu dichte Beschattinig. 

V. hirsuta (L.) Koch meist zerstreut, ob- 
wohl oft massenhaft zwischen anderen 
Pflanzen. Liebt frischen, humosen 
Sand. 

Lathyrus montanus Bernh. gern auf fri- 
schem Boden zwischen Gras und Moos 
an geschützten Stellen, seltener be- 



standbildend; besonders die Varietiit 
— — var. linifolius Reichard. 

Geranium pusillum L. liebt unbedeckten 
oder dünn begrastan, lockeren Sand- 
boden. 

G. molle L. liebt einen höheren Feuch- 
tigkeitsgrad und erträgt festeren Boden. 

Erodium cicutarium (L.) L'Herit. auf 
trockenen Sandstellen oft in Masse. 

Tithymalus Cyparissias (L.) Scop. an 
offenen Stellen, gern auf dünngra- 
sigem oder unbedecktem Sandboden, 
seltener auf trocknerem Torf. 

Empetmm nigmm L. 

Malva neglecta Wallr. an lichten, trocke- 
enen Stellen. 

Hypericum perforatum L. 

Helianthemum guttatum (L.) Mill. mitun- 
ter in großen Mengen; liebt lockeren, 
unbedeckten oder mit Calluna (resp. 
Gräsern) spärlich bestandenen Sand- 
boden. 

H. Chamaecistus Mill. meist zerstreut 
zwischen Gras (und Moos) ; auf mäßig 
feuchtem, sandigem bis anmoorigem 
Boden. 

Viola palustris L. besonders auf moo- 
risfem Boden. 

o 

Epilobium obscurum (Schreb.) Rchb. 

mitunter in frischen Tümpeln und 

Bächen in großer Menge. 
Pimpinella Saxifraga L. auf festerem, 

grasigem oder moosigem Gelände oft 

in großen Mengen. 
Peucedanum Oreoselinum (L.) Mnch. an 

grasigen Stellen auf mäßig trockenem 

Boden. 
Chamaepericlymenum (Cornus) suecicum 

(L.) Aschers, et Graebn. an feuchten 

Orten, meist zahlreich und dichtere 

Bestände bildend, den Boden oft durch 

die zahlreichen Rhizome zu dichtem 

Filz verflechtend. 
Pirola chlorantha Sw. an trockenen Orten 



234 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



zwischen Nadeln oder Moos, seltener 
zwischen kurzem Gras, Hebt unbe- 
deckten, leichten Boden und mäßigen 
Schatten. 

P. media Sw. meist einzeln oder in se- 
ring-en Mengen, gern zwischen Moos. 

Firola minor L. gern an grasigen Orten, 
nicht so viel wie unter Laubholz. 

Ramischia secunda (L.) Gcke. oft in Men- 
gen, aber seltener kleine Bestände 
bildend, gern zwischen Hypnum 
Schreiber an mäßig feuchten Orten. 

Chimophila umbellata (L.) Nutt. auf 
trockenem und mäßig feuchtem Boden. 

Andromeda Poliifolia L. 

V^accinium Oxycoccos L. an lichten, 
moosigen Stellen. 

Armeria elongata (Hoffm.) Boiss. meist 
auf lockerem Sandboden in großen 
Mengen. 

Erythraea Centaurium (L.) Pers. liebt etwas 
grasigen Boden : auf Sand und Torf. 

Myosotis arenaria Schrad. auf Torf und 
Sand an unbedeckten, trockenen Orten 
oft in dichten Rasen. 

M. hispida Schlechtend. sen. gern auf 
unbedecktem lockerem Sandboden an 
trockenen bis mäßig feuchten (schat- 
tigen) Stellen. 

Ajuga genevensis L. auf nicht zu losem, 
trockenem Sandboden an grasigen 
Stellen. 

I^runella vulgaris L. p. p. gern zwischen 
Gras und Moos; oft massenhaft. 

Galeopsis Tetrahit L. p. p. 

Stachys paluster L. an feuchten Orten. 

Calamintha Acinos (L.) Clairv. sowohl 
auf offenem Boden wie zwischen Gras 
und Hypnum. 

Verbascum thapsiforme Schrad. in Lich- 
tungen große Bestände bildend, gern 
auf lockerem Sandboden, seltener auf 
Torf. 

\'. phlomoides L. 



V. Lychnitis L. auf Sandboden an Lich- 
tungen in Menge. 

V. nigrum L. oft mit voriger, meist zahl- 
reicher; gern in Gebüschen zwischen 
Gras. 

Veronica officinalis L. wie V. Chamaedrys 
gern an grasigen und moosigen Plätzen, 
häufig indessen auf lockerem, unbe- 
decktem Sande; erträgt mehr Trocken- 
heit und Besonnung als jene. 

V. venia L. auf unbedecktem, lockerem 
(auch humosem) Sandboden, seltener 
auf Torf, an den Standorten meist in 
Menge. 

V. Dillenii Crtz. gern auf feuchtem Un- 
tergrund: an grasigen Abhängen oft 
mit voriger. 

V. triphylla L. hin und wieder. 

V. serpyllifolia L. 

V. Chamaedr^\s L. 

Euphrasia officinalis L. var. E. gracilis Fr. 

Pedicularis silvatica L. an moorigen 
Stellen. 

Melampyrum pratense L. nicht selten. 

Asperula cynanchica L. sowohl auf leich- 
tem Sand- oder anmoorigem Boden 
wie auf torfigem Grunde. 

Galium palustre L. besonders an moori- 
gen Stellen oft massenhaft. 

G. boreale L. an grasigen Stellen. 

Scabiosa Columbaria L. 

Jasione montana L. 

Campanula rotundifolia L. sowohl auf 
humosem Sandboden, meist zwischen 
Gras oder Moos, als auf trocknerem, 
kahlem Torf. 

C. patula L. an feuchten, besonders gra- 
sigen Plätzen. 

C. persicifolia L. zwischen Gras und 
Moos. 

Solidago Virga aurea L. an humushalti- 
gen Stellen, selten auf trocknerem 
Torf. 

P>igeron acer L. auf loserem, dünn- 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



235 



begrastem Sandboden, weniger auf 
Torf. 

Filago arvensis L. auf trockenen sandigen 
Abhängen mit nacktem oder dünnbe- 
grastem Boden, meist in großer Menge 
auftretend. 

F. minima (Sm.) Fr. meist zahlreicher 
als vorige. 

Matricaria inodora L. 

Artemisia campestris L. 

Senecio vernalis VVK. 

Carlina vulgaris L. 

Cirsium acaule (L.) All. 

C. arvense (L.) Scop. an lichten Stellen 
und in Hauungen massenhaft auftretend 



Carduus crispus L. 

Serratula tinctoria L. auf nicht zu losem 
Sandboden an buschigen grasigen 
Plätzen. 

Centaurea Jacea L. 

Crepis tectorum L. oft dichte Bestände 
bildend, auf leichtem Sand und Torf. 

Chondrilla juncea L. auf lockerem, etwas 
humosem Sandboden an dünngrasigen 
Plätzen vielfach. 

Scorzonera humilis L. an lichten, trocke- 
nen Orten, auf leichtem oder etwas 
lehmhaltigem, etwas humosem Sand- 
boden, auf unbedecktem oder be- 
wachsenem (Moos-jGrundc. 



3. Accessorische, hin und un 
Gongrosira ericetorum Ktzg. 
Geoglossum ophioglossoides (L.) Sacc. 
Thelephora cristata (Pers.) Fr. 
Th. palmata (Scop.) Fr. sehr verbreitet. 
Cyphella muscigena Fr. 
Craterellus clavatus (Pers.) Fr. 
Clavulina rugosa (Bull.) Schrot. 
C. cinerea (Bull.) Schrot. 
C. fastigiata L. 

Hydnum cyathiforme Schäffer 
H. melaleucum Fr. 
H. nigrum Fr. 
H. graveolens Fr. 
Phaedon aurantiacus (Batsch b. Alb. et 

Schw.) Schrot. 
Ph. ferrugineus (Fr.) Schrot. 
Ph. imbricatus (L.) Schrot. 
Boletus luridus Schäffer 
B. variegatus Swartz 
Cantharellus aurantiacus (Wulf. Fr. 
Hygrophorus ovinus (Bull.) F'r. 
Limacium eburneum (Bull.) Fr. 
Lactaria piperata (Scop.) Fr. 
L. vellerea Fr. 

Russulina xerampelina (Schaeff.) Schrot. 
Inocybe geophylla (Sow.) Karst. 
Cortinarius castaneus (Bull.) Fr. 



d wieder auftretende Pflanzen: 

j C. brunneus (Pers.) Fr. 
i C. violaceus (L.) Fr. 
Agaricus elegans Pers. auf unbedecktem 

Boden. 
A. tenacellus Pers. nach Schröter fast 

immer auf einem in der Erde liegenden 

Kiefernzapfen. 
A. butjTaceus Bull, massenhaft. 
A. fucatus Fr. 
Lepiota cinnabarina Fr. 
L. clypeolaria (Bull.) Quelet 
Amanita muscaria (L.) Pers. 
A. bulbosa Bull. 

Rhizopogon virens (Alb. et Schw.) Sehr. 
Jungermannia bicuspidata L. 
Bryum roseum (Dill.) Schreb. 
Mnium affine Bland. 
Aulacomnium androgynum (L.) Schwägr. 
Aspidium cristatum (L.) Sw. 
Phegopteris polypodioides F'ee 
P. Dn-opteris (L.) Fee 
Osmunda regalis L. 
Botrychium ramosum (Rth.) Aschers. 
Equisetum hiemale L. 
Avena (Arrhenatherunr elatior L. 
Briza media L. 
Poa palustris L. 



23(5 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Carex supina VVahlnb. 

C. virens Lmk. 

C. panniculata L. gern an nassen, 

quelligen Orten. 
Juncus tenuis Willd. gern zwischen 

Gras. 
Majanthemum bifolium (L.) Schmidt 
Coraliiorrhiza innata R. Br. 
Polygonum Convolvulus L. 
Silene tatarica Pers. an trockenen, 

sandigen Stellen. 
Melandrjaim album (Mill.) Gcke. 
Tunica prolifera (L.) Scop. gern an 

kalkhaltigen Orten. 
Dianthus superbus L. 
Stellaria media (L.) Cirillo besonders die 
St. m. f. apetala Op. an feuchten Orten, 
aber selbst an trockeneren Abhängen 
auf nacktem, seltener grasigem oder 
moosigem Boden. 
Moehringia trinervia (L.) Clairv. 
Pulsatilla vernalis (L.) Mill. 
P. patens (L.J Mill. 
Thalictrum flexuosum Bernh. 
Th. minus L. (Koch). 
Papaver Argemone L. 
P. dubium L. 
Fumaria officinalis L. 
Thlaspi arvense L. an Rändern. 
Cardamine hirsuta L. auf mäßig feuch- 
tem, verwundetem Sandboden. 
Capsella Bursa pastoris (L.) Mnch. 
Sedum maximum (L.) Suter 
S. purpureum (L.) Lk. 
S. acre L. mitunter rasenbildend. 
S. mite Gil. oft mit voriger. 
Rubus suberectus Anders, mituntej in 
großen Mengen, gern auf moorigem 
Boden und an moosig oder grasig 
feuchteren Stellen. 
R. thyrsoideus Wimmer b. thyrsanthus 

Focke an feuchteren Orten. 
Geum urbanum L. mitunter in Menge. 
G. rivaleL. an feuchten Orten nicht selten. 



Filipendula hexapetala Gill. 

Alchemilla arvensis (L.) Scop. an den 
Rändern mitunter in Menge. 

Agrimonia Eupatoria L. oft in Menge. 

A. odorata Mill. mitunter. 

Cytisus nigricans L. an trockneren Orten. 

C. sagittalis (L.) Koch auch an grasigen 
Orten. 

Ononis arvensis L. mitunter zahlreich. 

Trifolium agrariumL. gern zwischen Gras 
auf mäßig trockenem Boden. 

T. procumbens L. wie vorige Art. 

T. minus Reih. (T. filiforme auct.) weni- 
ger als vorige Art. 

Vicia tenuifolia Rth. nicht selten. 

V. sepium L. liebt festeren Boden; auch 
auf Torf. 

V. angustifolia Rth. an grasigen Plätzen. 

V. cassubica L. an trockenen, lichten 
Orten, meist zwischen Gras. 

Coronilla varia L. 

Geranium lucidum L. stellenweise kleinere 
Bestände bildend. 

Polygala vulgare L. mitunter in Menge. 

P. comosum Schk. häufiger als vorige, 
kalkliebend. 

Euonymus europaea L. 

Frangula Alnus Mill. an feuchten Orten 
vielfach. 

Hypericum montanum L. 

Viola caninaL. var. V. ericetorum Schrad. 

Oenothera muricata L. 

Pirola rotundifolia L. an feuchten Orten. 

Monotropa Hypopitys L. an moosigen 
oder grasigen Orten nicht selten in 
Menge. 

i Centunculus minimus L. 

I Convolvulus ai-vensis L. 

i Cynoglossum officinale L. in Hauungen 

' zu\\eilen plötzlich massenhaft auftre- 
tend. 

Anchusa officinalis L. 

A. arvensis (L.) MB. 

Myosotis versicolor (Pers.) Sm. 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



237 



M. intermedia Lk. 

Lithospermum arvense L. 

Echium vulgare L. 

Lamium amplexicaule L. hin und wieder 
in Menge. 

L. purpureum L. oft mit vorigem. 

Leonurus Cardiaca L. besonders an den 
Rändern, 

Stachys rectus L. gern auf mäßig trocke- 
nem, festerem Beden zwischen Gras. 

^larrubium vulgare L. 

Calamintha Clinopodium Spenncr 

Veronica hederifolia L. 

Plantago ramosa (Gil.) Aschers, an Rän- 
dern. 



Aster Linosyris (L.) Bernh. auf losem, 

sandigem Boden. 
Gnaphalium lutei-album L. 
Arnica montana L. 
Carduus nutans L. an lichten, moosigen 

Stellen bisweilen häufigf. 
Jurinea monoclona (L.) Aschers. 
Hieracium AuriculaL. an feuchten Orten. 
H. echioides Lumnitzer 
H. laevigatum VVilld. 
Sonchus arvensis L. mitunter zahlreich. 
Tragopogon pratensis L. an grasigen 

Stellen. 



Facies b. Kiefernheide mit Vorherrschen von Jnniperus ccmviiniis. 

Schilderung der Facies. Wer die Wälder Norddeutschlands durchstreift 
hat, dem ist sicher jene besonders im Nordosten unseres Vaterlandes verbreitete 
Formation aufgefallen, die ausgezeichnet ist durch das massenhafte Auftreten 
des Wachholders. Einen eigenartig melancholischen Eindruck machen die an 
sich schon dichteren Kiefernwälder, in denen sich die meist säulenförmig ge- 
wachsenen Wachholder erheben. Unregelmäßig zerstreut und groß und klein 
gemischt, erinnert das Ganze an einen italienischen Kirchhof im Kleinen mit 
seinen zahlreichen Cypressen. Am meisten entwickelt ist bei uns dieser Be- 
stand auf Thalsand, hin und wieder jedoch auch auf Dünensanden oder auf 
welligem sandigem Diluvialboden, ja selbst die Kalkböden meidet Juniperus 
nicht ganz, wie das Vorkommen auf den Rüdersdorfer Kalkbergen und auf 
anderen kalkhaltigen Gründen beweist. Die noch neuerdings öfter behauptete 
Kalkfeindlichkeit des Wachholders gehört ebenso in das Reich der Fabel wie 
die der Sphagnen. 

Der Erdboden ist bei den Juniperus -Heiden meist mit dichtem Moos- 
teppich überzogen. Hypnum Schreberi besonders, mit ihm meist einige andere 
Hypnum-, Hylocomiuni und Thuidium-Arten überziehen alles ganz dicht. 
Hin- und wieder leuchten die weißlichen Polster von Leucobryum glaucum aus 
dem Dunkel hervor. Von siphonogamen Arten sind es vorzüglich die Preißel- 
und Heidelbeere, die mit Calluna den Hauptbestand ausmachen. Dazu kommen 
dann noch sehr häufig A er a flexuosa, Festuca ovina, Carex pilulifera, 
Spergula vernalis, Teesdalea nudicaulis, Fragaria vesca, Genista 
pilosa, Pirola minor, P. secunda und Campanula rotundifolia. Die 
Feuchtigkeit des Bodens ist meist eine mäßige. 

Im Gebiete der Lüneburger Heide und in den anderen großen Heide- 
strichen kommt Juniperus zumeist in offenen Heiden vor, bildet aber daselbst 



238 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

wohl niemals größere Bestände. Die einzelnen Exemplare erreichen, was in 
den östlichen Teilen selten vorkommt, riesige, oft baumartige Dimensionen, aber 
selten sieht man auch nur einen aus zahlreicheren Individuen bestehenden Trupp 
in der Heide stehen. Ich habe bereits früher auseinandergesetzt, dass in der 
Ca Unna -Heide Juniperus (wie auch Pinus) augenscheinlich dann baumartig 
wird, wenn seine Wurzel zufällig durch die Öffnung eines Ortsteintopfes hin"^ 
durch in bessere Böden hineinwächst. 

Das Dorf Ostrau im westpreußischen Kreise Putzig liegt am Nordabhang 
einer ausgedehnten Binnendüne, die in ihrem westlichen Teile meist kahl ist, 
aber äußerst interessante subfossile Heidereste und ältere und jüngere Ort- 
steinbildungen aufweist, der östliche Teil ist von einem durchaus typischen 
Heide^A-ald (Kiefern) bedeckt, der sich mit einer Unterbrechung durch eine 
feuchte, .sandige Niederung bis nach Czarnauermühle (einigen Gehöften, die 
etua dem Tupadeler Moor gegenüber auf dem linken Ufer der Czarnau liegen) 
erstreckt. Hier im Walde finden sich große Mengen von Juniperus, Pul- 
satilla vernalis, Arctostaphylus uva ursi (die ganze Strecken dicht über- 
zieht) und Achyrophorus maculatus. 



Facies c. Kiefenihcide mit Vorherrschen von Rtibns-Arten. 
Beschreibung der Facies. Wie bereits bei der allgemeinen Besprechung 
der \\ aldheiden hervorgehoben ist, bildet das Vorkommen strauchigen Unter- 
holzes m größeren Mengen im Ganzen eine Grenze der Heideformation. Dichte 
Bestände von Rubus-Arten in Kiefern- und anderen Wäldern stellen fast nie 
mehr eigentliche Heideformationen dar. Und doch giebt es eine ganze Reihe 
solcher Walder, denen irgend eine Rubus-Art ein charakteristisches Gepräge 
giebt, die aber nach dem ganzen übrigen Niederwuchs, nach dem massenhaften 
Vorkommen von Calluna, die meist, wie es bei voriger Facies beschrie- 
ben wurde in dichten Moosteppichen hängt, als heidige bezeichnet werden 
müssen. In den eigentlichen Heidegebieten habe ich solche Formationen fast 
me angetroffen dagegen sind sie im mittleren und östlichen Teile des nord- 
deutschen Flachlandes keine Seltenheiten. Sobald Rubus große zusammen- 
hangende Dickichte bildet, verschwinden Calluna und die übrigen Heidepflanzen 
ast ganz und der Wald zeigt dann meist eine sehr ärmliche Flora; oft gesellt 

felis si i;^ r'\v ^^'? "^'"""'^ "^' charakteristischer Begleiter hinzu. Jeden- 
falls sieht der Wald dann einem Heidewalde sehr bald so unähnlich wie mög- 

einte 1 ''^"T'T^ "^'''''^'^ °^' ^^'^'"'^ St'-^*^^^'^"- Sehr eigentümlich sind 
e^n.ge solche heidigen Wälder im Magdeburgischen, in denen R. Maassii in 

wdtem ?'^"""^' f^ I'fl^-^ bildet ganz eigenartige halbkugelige Büsche, von 
c wL T'l" . ''^"'^'^' ""' '"^^^^^^ ^^^ält die ganze Formation ein sehr 
S ^d? r r^'l""- ^^'^ ^'^^^ h.o^...^.t.t man R. plicatus in 
^ofT^y!^' r '5 '^'"^^'"^ '^"^^'^"^ Formationen übergeht und mitunter 
^o.ar auf Flugsand sich findet. Die durch seine Anwesenheit ausgezeichneten 



Drittes Capitel. Waldheiden. 2H9 

meist trockneren Wälder sind durch das ganze mittlere und östliche Gebiet 
verbreitet. Ganz ähnlich tritt R. caesius auf, während R. villicaulis, R. 
Wahlbergii, R. rhamnifolius, R. Schummelii und R. Radula, wo sie in 
heidigen Wäldern vorkommen, meist an feuchteren Stellen zu finden sind. R. 
sulcatus und R. fissus beobachtet man mitunter auf mäßig trockenem sandisem 
Boden. Nicht selten auf Rohhumus im Walde, der zur Verheidun«- nei^t 
wachsen R. Schleicheri, R. Sprengelii, R. nemorosus, R. bcrolinensis, 
R. oreogeton, R. silvaticus, (R. thyrsanthus und R. subcrectus, meist 
noch an ziemlich schattigen Orten]. 

Wenig Beziehungen zur Heideformation zeigt der die größten und häufigsten 
Bestände bildende R. Idaeus. Nur hin und wieder sieht man die Himbeere 
in einer kleinfrüchtigen niedrigen Form in echten Heidewäldern truppweise auf- 
treten. — Mehrfach habe ich Kiefernheiden mit Vorherrschen von Rubus- 
Arten (besonders R. plicatus oder R. caesius) eine Übergangsformation bilden 
sehen zwischen einer echten Kiefernheide mit Vorherrschen von Calluna etc. 
und einem sonnigen (pontischen] Hügel. 



Facies d. KiefcrnJicide mit Vorherrschen von Arctostophylos . 

I. Beschreibung der Facies. Arctostaphylos Uva ursi ist neben 
Calluna, Erica Tetra lix und Empetrum eine der charakteristischsten 
Heidepflanzen. Bereits bei meinen Studien über die Norddeutsche Heide war 
ich zweifelhaft, ob es nicht geraten sei, die Arctostaphylosheide als beson- 
deren Typus zu betrachten. Aber auch jetzt wieder scheint es mir zweck- 
mäßiger und natürlicher, sie lieber mit der Kiefernheide zu vereinigen, da ja 
Arctostaphylos, bei uns wenigsten!?, in den bei weitem meisten Fällen sich 
an die Kiefern anschließt und sich in ihrer Gefolgschaft findet. Nicht selten 
allerdings begegnet man ja kleineren Beständen der Bärentraube auch auf 
offenem Gelände; aber diese Vorkommnisse treten doch so zurück hinter dem 
ma.ssenhaften Auftreten unter Kiefern, dass diesem als den typischen der Vorzug 
zu geben ist. Kilometerweit bedeckt Arctostaphylos den Boden der Kiefern- 
wälder mit einem dichten Teppich, so dass nur vereinzelte Arten zwischen dem 
dichten Geäst der niederliegenden Gezweige ihr Dasein fristen können. Wo 
der Bestand nicht so dicht ist und die einzelnen Pflanzen der Arctostaphylos 
noch nicht zusammengekommen und durcheinander gewachsen sind, da bildet 
die Bärentraube gewöhnlich runde oder rundliche Rasen, zwischen denen sich 
eine andere Formation der Kiefernheide hinzieht, meist werden die Zwischen- 
räume ausgefüllt von Beständen von Calluna oder von Stauden der Heide- 
^välder, seltener von dichten Mengen von Hypnaceae. 

Im östlichen Gebiete ist die Arctostaphylosheide keiiieswegs selten, 
stellenweise sogar häufig, in den eigentlichen Heidegebieten tritt sie dagegen 
sehr spärlich auf, ja im W^esten fehlt sie ^außerhalb des \'erbreitungsgebietes 
der Art) ganz. 



240 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Brüclc unweit 
Beizig') überzieht Arctostaphylos in der Richtung nach Rädel zu, soweit das 
Auge reicht, den mäßig festen, feinkörnigen Sandboden (Thalsand); auf einer 
offenen Heide, die allmählich sich in ein Sandfeld verliert, beginnend, wird der 
Bestand zwischen kleineren strauchartigen Kiefern immer dichter, und endlich 
schließen beim Höherwerden der Kiefer die einzelnen Exemplare von Arcto- 
staphylos zu einer festen dichten Decke zusammen, die nur wenigen Arten 
noch ein Gedeihen gestattet; es wurden bemerkt: 

Cladonia rangiferina fviel), 
Gl. fimbriata, 
Lactaria rufa, 
Polyporus perennis, 
Polytrichum piliferum. 



Hypnum Schreberi, 
(Panicum lineare^, 
Agrostis vulgaris, 
Weingaertneria canescens (viel), 
Sieglingia decumbens, 
Garex pilulifera, 
G. muricata, 



G. ericetorum, 

G. arenaria, 

Luzula campestris, 

Rumex Acetosella, 

Scleranthus annuus, 

Potentilla Tabernaemontani, 

Euphorbia Gyparissias, 

Galluna vulgaris (stellenweise sehr 

viel), 
Thymus Serpyllum-, 
(Erigeron canadensis), 
Hieracium Pilosella. 



Faaes e. Kiefernheide mit Vorherrschen von Gräsern. 

I. Schilderung der Facies. Unter denjenigen Kiefernheiden, deren Boden 
nicht ganz vonviegend mit Galluna bedeckt ist, nimmt die Grasheide bei 
weitem den hervorragendsten Platz ein; besonders außerhalb der großen Heidc- 
gebiete, hauptsächlich also im nordostdeutschen Binnenlande, überwiegt sie viel- 
leicht selbst die Gallunaheide im Kiefernwalde bei weitem. Im allgemeinen 
ieilc wurde bereits hervorgehoben, dass in continentalen Klimaten mit trock- 
nerem Sommer Galluna fast nur unter dem Schutze der Bäume gedeiht, und 
gerade diese Gebiete sind es, die auch der Grasheide so sehr günstig sind. 
Ult sieht man bei oberflächlicher Betrachtung dieser Formation fast nur Gräser, 
besonders , st es Aera flexuosa, die weite Flächen überzieht, und' erst bei 
näherem Hinsehen oder im Herbste in der Blütezeit der Galluna bemerkt man, 
dass das Heidekraut in recht beträchtlicher Menge in meist niedrigen, aber 
aicnte Käsen bildenden Exemplaren zwischen den viel höheren Grashalmen 
spneut bo dicht die Grashalme auch stehen, so geben sie doch bei ihrer 
einneit, der Kleinheit der Ahrchen und der dadurch bedingten lockeren Stellung 
ur scnr wenig Schatten, gerade so viel, um vielleicht die Verdunstung beim 
neidekraut in der trockenen Luft etwas hei-abzusetzen. Man hat öfter Gelegen- 
neit zu beobachten, dass (natürlich immer außerhalb der Heidegebiete) Gal- 
una viel kräftiger und normaler gedeiht, wenn ein lockerer Schleier von 

I; ExGiEE, Bot. Jahrb. XX ,1895 P- 541. 



Drittes Capitel. Waldhciden. 241 

Grasrispen sich darüber breitet, als wenn sie (auch im Walde) der trockenen Luft 
unmittelbar ausgesetzt erscheint. 

Außer der Aera flexuosa, die bei weitem am häufigsten und massen- 
haftesten in Waldheiden bestandbildend auftritt, ist es besonders Festuca 
ovina, die solche Orte in Menge bewohnt. Ihnen mischen sich außer einer 
Reihe anderer Heidepflanzen noch mitunter einige andere Gräser zu wie 
Agrostis-Arten, Anthoxanthum odoratum , Poa bulbosa (meist subruderal 
in der Nähe bebauter Orte), seltner Nardus stricta. Die Flora der Aera- 
Bestände ist oft sehr reich, die unter Festuca wohl wegen der größeren 
Bodentrockenheit meist ziemlich arm. Hier finden wir vorwiegend die Cha- 
rakterpflanzen trocknerer Kiefernwälder oder ärmerer sonniger Hügel. Die 
Kiefern selbst sind über einer solchen Festucaheide krüppelhafter und niedriger 
als über Aera und die sie begleitende Flora ist zumeist zusammengesetzt aus 
Buxbaumia aphylla, Carex arenaria, C. verna, C. ericetorum, C. hirta, 
Gypsophila fastigiata, Spergula vernalis, Scleranthus perennis, 
Teesdalea nudicaulis, Potentilla cinerea, P. rubens, Viola tricolor, 
V. canina var. ericetorum, Jasione montana und anderen. 

2. Beschreibung charakteristischer Loc alitäten. Bei Götze (Altmark) 
wuchsen in einem Ikstande von Aera flexuosa unter Kiefern'): Russula 
emetica, Hypnum Schreberi (nur in getrennten Rasen), Anthoxanthum 
odoratum, Nardus stricta, Luzula campestris, Scleranthus perennis, 
Euphorbia Cyparissias, Helianthemum guttatum, Hypericum per- 
foratum, Calluna vulgaris (sehr viel), Veronica officinalis, Scabiosa 
suaveolens, Jasione montana, Filago minima, Hieracium Pilosella 
i^ind an den W^egrändern: Pimpinella Saxifraga, Plantago lanceolata, 
Achillea Millefolium, Solidago Virga aurea und Leontodon autum- 
nalis. 

Facies f. Feuchte moosige Kicfcrnheiden . 

I. Schilderung der Facies. Bei der vorliegenden Facies (oder Subtypus) 
kann man sehr zweifelhaft sein, ob sie überhaupt der P'ormation der Heide noch 
zugerechnet werden kann. Man gerät durch ihre Vereinigung mit der Heide 
in die Gefahr, fast die gesamten Kiefernwälder schließlich als Heide (also etwa 
dem märkischen Sprachgebrauch entsprechend) anzusehen, eine Verallgemeine- 
'^ng, die aber nicht als natürlich angesehen werden kann. Andererseits weist 
diese Übergangsformation zwischen einem typischen Kiefernhochwald und der 
Heide so viele und auffällige Beziehungen zur letzteren auf, dass es ganz un- 
möglich erscheint, sie an dieser Stelle zu übergehen. Der Hauptgnmd, weshalb 
dieser Subtypus hierher gerechnet werden muss, ist das oft massenhafte Vor- 
kommen von Heidesträuchern, wie z. B. Calluna und mitunter auch Ledum. 
In erster Linie tritt natüriich wieder Calluna auf, die an diesen für sie eigen- 

I) Engler, Bot. Jahrb. XX (1895 p. 542. 

Graebner, Die Heide. 16 



242 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

artigen Standorten oft eine ganz veränderte Tracht annimmt; der kleine sonst 
niederliegende Strauch bildet dichte, bis über Va ^n hohe Strauchmassen mit 
verflochtenen Zweigen. Durch die vorhandene Feuchtigkeit und günstigen 
Vegetationsbedingungen unter dem Schutze der Bäume wächst das Heidekraut 
üppig heran, blüht aber wenig. Während man bei uns Ledum fast nur auf 
den Heidemooren antrifft, findet man es besonders im östlichen Gebiete, dann 
auch in Skandinavien (im hohen Norden ist es schließlich bekanntermaßen eine 
echte Felsenpflanze) vielfach in moosigen Kiefernwäldern. Ich hatte auf meinen 
Wanderungen mehrfach Gelegenheit (auch einmal auf der Oberbayrischen Ebene), 
die Pflanze an solchen Orten zu beobachten. Sie ist wie die Calluna auch 
meist höher und schlanker, aber infolge der kahlen am Grunde niederliegenden 
Stengel und der schlanken weniger verzweigten Äste nicht so schön und an- 
sehnlich wie die kugeligen Büsche unserer Moore. 

Der Boden dieser Kiefernheiden ist oft, wenigstens in den etwas tiefer ge- 
legenen Schichten, noch ziemlich nährstofl"reich und in der feuchten Luft bildet 
sich auf dem Boden ein dichter Teppich von Moosen, die zahlreichen Pflanzen, 
besonders den saprophytischen Pirola-Arten, Goodyera repens, Linnaea 
borealis und anderen günstige Bedingungen bieten. Das Unterholz, meist aus 
Wachholder und Laubhölzern bestehend, vermag sich üppiger zu entwickeln, 
und wenn auch die Sämlinge in den ersten Jahren in den oberen ziemlich armen 
Bodenschichten sich nur mäßig entwickeln können, sind sie doch in der feuchten 
Luft des moosigen Waldes, am Grunde durch das Moos direct geschützt, in der 
trockenen Jahreszeit bei weitem nicht so der Gefahr des Verdorrens ausgesetzt, 
wie die Pflanzen der offenen Heiden. Dadurch gedeihen sie einige Jahre, solange 
ihre Wurzeln noch nicht die oberen ausgelaugten nährstoffarmen Bodenschichten 
durchwachsen haben, kümmerlich; die oberirdischen Triebe sind schwach und 
kurz und zeigen alle Erscheinungen des Nährstoffmangels. Gräbt man indessen 
ein solches Holzgewächs aus, so ist man erstaunt über die unverhältnismäßige 
Länge der Wurzeln; dieselben sind zwar nicht sehr reich verzweigt, aber bei 
geringer Dicke sehr lang. Dem praktischen Pflanzenzüchter ist ein derartiges 
Missverhältnis der Wurzel gegenüber den Stengelorganen bekannt als untrügliches 
Zeichen für Nährstoffarmut, ganz besonders aber für Stickstoffmangel'). Die 
Pflanze sucht gleichsam durch die langen Wurzeln nach Nahrung. Durch diese 
Eigenart der Ausbildung langer Wurzeln wird es aber der Pflanze erleichtert, 
bald durch den armen Sandboden hindurch zu dringen und aus den unteren 
besseren Bodenarten reichliches Baumaterial heraufzuschaffen. Die Pflanze 
wachst dann ganz plötzlich viel stärker, und während sie vorher durch die vielen 
Kurztriebe krüppelig hin und her gebogen war, erscheinen jetzt plötzlich 
schlanke aufstrebende Triebe. Durch das üppige Wach.stum des Unterholzes 



I; Am bekanntesten ist das Experiment, Pflanzen mit großen Samen, also etwa Mais etc.. in 
stickstoffarmer Nährlösung zu cnltivieren; sobald die Reservestoife des Samens aufgebraucht sind, 
langen d,e I aabteile von der Spitze her an abzusterben, alles verfügbare plastische Material 
wandert m d,e Wurzeln, die eine Länge bis über 2 m erreichen können. 



Drittes Capitel. Waldhelden. 243 

wird die Heide dann stark bedrängt, sie muss mehr und mehr das Feld räumen 
und bleibt schließlich auf einige isolierte lichte Stellen beschränkt. 

Interessant ist es zu beobachten, wie auf solchem ortsteinlosen Heideboden, 
der wohl nur in der von E. H. L. Krause geschilderten Weise durch Ab- 
holzen oder vielleicht durch große Windbrüche sich mit Heide bedeckt hat, 
allmählich die Formationen wechseln. Oft findet man, besonders in den Öst- 
lichen Gebietsteilen (meist nicht zu weit von der Küste), solche Heideflächen, 
die sich von selbst nicht w^ieder mit Wald bedecken. Meist gedeiht auch das 
Heidekraut wegen der Sonnenhitze nur mäßig. Die Samen der Waldbäume 
einschließlich der Kiefer gehen wohl auf, verdorren aber bald, da sie in dem 
armen Bleisand keine Nahrung finden und so in dem jugendlichen Zustande 
die Trockenperioden nicht überstehen können. Werden aber durch Anschonen, 
durch Forstcultur sogleich günstigere Bedingungen geschaffen, dadurch dass 
man die Kiefern in künstliche Furchen, also an geschützte Stellen sät oder dass 
man (auf ganz schlechtem Boden) gleich schon etwas entwickelte Individuen 
pflanzt, so gedeihen die Bäumchen zwar zuerst nicht sehr üppig, erhalten sich 
aber am Leben und dringen mit ihren Wurzeln tiefer und tiefer. Haben sie nun 
die besseren Bodenarten erreicht, so gehen sie stark in die Höhe und schließen 
bald zusammen. Das Heidekraut hat jetzt Schutz bekommen und gedeiht, wie 
oben beschrieben wurde, außerordentlich üppig. Allmählich wächst die Scho- 
nung zu einem Hochwald heran, unter dessen schirmendem Dach die moosige 
Heide ihren Platz findet. Zugleich mit der völligen Entwickelung des Hoch- 
waldes, mit der Bildung des feuchten moosigen Untergrundes findet sich in der 
vorerwähnten Weise das Unterholz an, und je nachdem es höher und höher 
wächst, verdrängt es die Heide. Ich habe sogar Waldungen gesehen, in denen 
die Buche sich so in einer moosigen Kiefernheide entwickelte; die jungen 
Exemplare waren krüppelig, kleinblättrig, die großen gediehen üppig, hatten 
stellemveise die Höhe der Kiefern bereits fast erreicht; in ihrem Schatten war 
die Heide g-anz verschwunden und es war nur eine sehr ärmliche Flora übrig 
geblieben. An Stellen, wo die Buchen sehr dicht stehen, kann man sich vor- 
stellen, dass nach dem Absterben der Kiefern dann ein echter Buchenwald 
übrig bleibt, gewissermaßen als Endglied dieser Entwickelung. Ob er aller- 
dings dann für mehrere Generationen ein solcher bleibt, muss dahingesteUt 
bleiben. Mitunter scheint auch eine Gebüschformation von Haselnuss, Rot- 
dorn u. s. w. der auf den Hochwald natürlicherweise folgende Verein zu sein, 
da man in diesen Hochwäldern oft so gut wie gar keinen Kiefernnachwuchs 
bemerkt, dagegen auf weite Strecken ein undurchdringliches Dickicht der ge- 
nannten Gebüsche, die nach dem Absterben des Waldes ohne Zweifel domi- 
nieren müssen. Ich sah besonders in Westpreußen im Kreise Karthaus solche 
Gebüschformattonen, deren Ursprung mir der eben geschilderte zu sein schien. 

Anhangsweise an diese Facies könnte die Formation mit großen Be- 
ständen von Vaccinium Myrtillus und V. Vitis idaea angeführt \verden. 
In der Mehrzahl der Fälle wird man Wälder mit großen Massen dieser Vaccinien 
kaum der Heide zurechnen können, aber oft giebt es selbst im Gebiete der 

i6* 



244 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

Lüneburger Heide, z. B. bei den Sieben Steinhäusern bei Fallingbostel, solche 
entschieden der Heideformation zugehörigen Bestände. Die Flora derselben ist 
oft äußerst arm, selbst Calluna tritt oft zurück. Die Arten, die diese Vacci- 
niumbestände begleiten, sind im östlichen Gebiet ziemlich dieselben wie allgemein 
in den moosigen Kiefernheiden, da ja die Moose fast stets mit den Heidel- und 
Preißelbeeren wachsen. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Wie schon im all- 
gemeinen Teile hervorgehoben wurde, zieht sich die Heide in den östlichen, 
besonders dort in den binnenländischen Gebieten, zumeist in den Schutz der 
Wälder und zwar meist der Kiefernwälder zurück. Es folgt daraus, dass in 
den westlichen Kiefernheiden die Flora ungemein arm ist; es sind fast nur 
Arten der typischen trockenen Callunaheide zu finden, im Osten sind ihr aber 
eine Menge interessanter Arten beigemischt. Es wird deshalb überflüssig er- 
scheinen, hier noch Schilderungen monotoner westlicher Kiefernheiden, die 
meist einem auf der Heide angeschonten Kiefernwald ihr Dasein verdanken, zu 
geben. Ich beschränke mich daher hier auf die Darstellung einiger östlicher 
Formationen. 

Sehr wechselnd ist das Bild, wenn man einen Kiefernhochwald durchstreift, 
der über die mannigfach gefaltete Oberfläche eines Diluvialplateaus sich aus- 
dehnt. Mitunter erstreckt sich dieselbe Formation einen oder mehrere Kilo- 
meter weit, manchmal wechselt sie an kleinen Terrainwellen fast auf Schritt 
und Tritt. So zeigt der Kiefernwald, der sich zwischen Schloppe und Tütz 
im Kreise Dt. Krone in Westpreußen ausdehnt, zuerst moosigen, dann begrasten 
Boden mit Sempervivum soboliferum, Astragalus glycyphyllus, Ra- 
mischia secunda, Melampyrum pratense, dann bleibt er eine Strecke 
lang fast eben. 

Zwischen Tuchel und Krone a. Br. befindet sich eine ziemlich ausgedehnte 
moosige Kiefernheide, die durch das häufige Vorkommen von Pulsat illa 
pratensis, P. patens und P. vernalis ausgezeichnet ist. Zwischen den drei 
Arten fand ich in der Grünfelder Forst im Kreise Brombere die Bastarde P. 
vernalis X patens und P. vernalis X pratensis. An einem abgestorbenen 
Kiefernstamm ließ sich unter der Rinde das rosafarbene Mycel von Merulius 
lacrymans, dem Hausschwamm, constatieren. 

Hier fallen ebenso die Mengen von Sarothamnus ins Auge, wie das 
gänzliche Fehlen von Juniperus; die leichten Senkungen sind dicht überzogen 
mit Gras oder Vaccinium Myrtillus, dazwischen viel Pol ygo natu m anceps 
und P. multiflorum. Die Kiefern werden niedriger und weniger üppig, da 
nimmt Cailuna den herrschenden Platz ein. An grasigen Plätzen überzieht 
Carex hirta oft dicht den Boden. In den Schluchten bemerken wir eine 
üppige Adlerfarnvegetation und zahlreiche Wachholder, die jetzt auch wieder 
vereinzeh auf der Höhe stehen, dazwischen sehr viel Chimophila umbellata 
und Anthericus ramosus. An .sandigen Rändern tritt Arctostaphylos in 
den Vordergrund, unter eingesprengten Eichen finden wir Thalictrum 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



245 



silvaticum, Geranium sanguineum und Cusciita Epithymum, außerdem 
Calamagrostis epigea, Convallaria majalis, Polygonatum multi- 
florum, Cirsium silvaticum und in ziemlicher Menge Lathyrus Silves- 
ter. Weiter nördlich werden die Terrainwellen größer; auf der Höhe bemerkt 
man in dem ziemlich trockenen und öden Kiefernwalde Dianthus arenarius 
in ungezählten Exemplaren, in den Gründen dehnen sich stellenweise große 
Bestände von Calamagrostis epigea aus, während an den Abhängen Dian- 
thus Carthusianorum mit Sarothamnus scoparius und Calluna vulgaris 
stehen. 

In der Nähe des Schmalen Mehlgast -Sees erscheint der Boden stellen- 
weise sehr arm, an einer Stelle sieht man zwischen Krüppelkiefern fast nichts 
als Cladonien mit Hypnum Schreberi, am Abhang Arabis hirsuta und 
Centaurea rhenana. 

Vergleicht man die Schilderung dieses Waldes mit der folgenden der ganz 
ähnlichen Formationen in der Nähe der Küste, so fällt die Menge der pontischen 
Pflanzen auf, die sich an der Zusammensetzung auch der binnenländischen 
heidigen Formationen beteiligen. — Der soeben beschriebene Wald zeigt kaum 
irgend eine erhebliche Einmischung von Laubholz, einige Eichen und Eber- 
eschen mit wenigen Birken sind in er\\ähnenswerten Exemplaren anzutreffen. 
In der Filehner Frorst erscheint der Boden noch ärmer: hier sah ich nur Juni- 
perus und Bctula, zwischen denen in Menge Pteridium aquilinum, Ver- 
bascum Thapsus, Jasione montana und Carlina vulgaris wuchsen. 

In den Dünen bei Wordel im Kreise Danziger Niederung in der Nähe des 
neuen Weichseldurchstichs befindet sich ein interessanter feuchter Kiefernhoch- 
wald, in dem dicht bei einander alle im Gebiete vorkommenden Pyrolaarten 
wachsen. Auch hier ist der Boden noch befähigt, Laubhölzer als Unterholz 
gedeihen zu lassen. Es wuchsen hier: 



Hypnum Schreberi, 

Hylocomium splendens, 

H. triquetrum, 

Dicranum scoparium, 

Lycopodium annotinum, 

Aspidium Filix mas, 

Pteridium aquilinum, 

Poa pratensis, 

P. nemoralis, 

Aera flexuosa, 

Calamagrostis arundinacea, 

M a j a n t h e m u m b i f o 1 i u m (truppweise) , 

Salix argentea, 

S. aurita, 

S. Caprea, 

Populus tremula, 

Alnus incana. 



A. glutinosa (wenig), 
Betula alba (auch baumartig), 

B. pubescens, 
Rumex Acetosa, 
Silene tatarica, 

Berberis vulgaris (in den Senkungen), 

Ranunculus repens, 

Pirus aucuparia, 

Lotus corniculatus, 

Tilia parvifolia, 

Acer platanoides, 

Empetrum nigrum, 

Viola canina, 

Angelica officinalis, 

Heracleum sibiricum (einzeln), 

Calluna vulgaris, 

Vaccinium Vitis idaea, 



246 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Veronica Chamaedrys, 
Galium Mollugo, 
Achillea Millefolium, 
Chrysanthemum vulgare, 
Antennaria dioeca, 
Hypochoeris radicata, 
Hicracium Pilosella, 
H. vulgatum, 
H. umbellatum. 



Ramischia secunda, 
Chimophila umbellata, 
Pirola minor, 
P. rotundifolia, 
P. media, 
P. chlorantha, 
Lysimachia vulgaris, ^ 
L. Nummularia, 
Melampyrum pratense. 

Südlich von Schloppe, Kreis Dt. Krone in Westpreußen, dehnt sich ein 
Kiefernwald aus, der sich an die Flusswiesen des Desselfließes anschließt und 
mit ihnen durch einen heidigen Abhang mit Agrostis vulgaris (sehr viel), 
Sedum mite, Trifolium pratense, Rosa tomentosa, Calluna vulgaris^ 
Armeria vulgaris, Plantago lanceolata, Galium verum, Knautia 
arvensis verbunden wird. Der Kiefernwald selbst steht augenscheinlich auf 
alten Binnendünen und besitzt deshalb einen sehr armen Boden, sodass die 
Kiefern stellenweise nicht über Zwergformen hinauszukommen scheinen. Unter- 
holz fehlt fast ganz. Unter den Kiefernkusseln findet sich an einem etwa lo« 
nach Osten geneigten trockenen Abhang folgende Flora: Cladonia rangi- 
fenna(viel), Hypnum Schreberi (einzelne Rasen), Amblystegium serpens 
(wenig), Weingaertneria canescens (viel), Festuca ovina, Anthoxanthum 
odoratum, Carex verna, C. ericetorum, C. hirta, Cerastium semide- 
candrum, Potentilla collina, Astragalus arenarius, Viola canina, 
Armeria vulgaris, Thymus Serpyllum, Veronica verna, V. Chamae- 
drys, Gahum Mollugo, Artemisia campestris, Hieracium Pilosella, 
H vulgatum. Mit der Zunahme der Höhe und Dichtigkeit der Kiefern nimmt 
Cladonia ab, und das Moospolster wird dichter. Im Hochwalde bildet Hyp- 
num Schreberi mit Hylocomium splendens einen dichten Teppich, und 
es kommen zu den obengenannten Arten noch hinzu 
Pteridium aquilinum, Teesdalea nudicaulis, 

Lycopodium annotinum, Rhamnus Frangula (vereinzelt), 

L. complanatum, Vaccinium Myrtillus (viel), 

]: f^""^'^^^ V. Vitis idaea, 

Calamagrostis epigea, Armeria vulgaris, 



Rumex Acetosella, 
Scleranthus perennis 



Senecio silvaticus,. 
Hypochoeris radicata. 



Kiefernheiden mit ähnlicher Flora finden wir im Binnenl^nde VVestpreußens, 
besonders in den südlich gelegenen Teilen, in großer Zahl. Nicht selten, so 
zwischen Laskowitz und Pelplin, tritt in solchen verheidenden Wäldern Arcto- 
n I v'l' ^Z^""''' '" g'-^ße^ Menge auf, oft auch sehr viel Wachholder, so 
dl M.f ti J fi^"" ^^^^^^"bien. In einigen Strecken des Sandlandes scheint 
so z^r T ^^f ^"^^«tände sich nicht über die Strauchform zu erheben, 
so zwischen Terespol und Laskowitz. 



Drittes Capitel. VValdheiden. 



247 



Auf den Diluvialplateaus der großen Landrücken in Westpreußen findet 
man nicht selten die Erscheinung, dass die obere Fläche in einer nicht allzu- 
dicken Schicht mit armem, ausgelaugtem Bleisande bedeckt ist, dass aber bald 
darunter schon in 0,5 m Tiefe ein sehr guter sandiger Mergel ansteht. Die 
Bleisandschicht ist stark genug, aus der großen Zahl der dort keimenden Samen 
die Heidepflanzen zu bevorzugen und ihnen den Vorrang zu sichern. Eine 
große Zahl anderer Pflanzen vermag sich jedoch in dem Schatten der üppig 
gedeihenden Kiefern zu erhalten, und so bekommen wir hier ein sehr buntes 
Vegetationsbild. In der Umgebung von Zuckau im Radaunethal — nach Krug 
Babenthal, Kr. Karthaus in Westpreußen, zu — giebt es einige interessante 
pontische HügeP) an den Abhängen der Diluvialplateaus, die oben auf der 
Fläche mit einem heidigen Kiefernhochwald bedeckt sind. Dieser Wald ist ein 
solcher, bei dem die tiefer in den Boden eindringenden Pflanzen sofort guten 
Boden fanden und sich deshalb üppig entwickelten. Es wird dies sogleich aus 
der Zusammensetzung der F"lora erhellen: 

Tr. repens (aufeinem getretenen Wege), 



Hypnum Schreberi (viel), 
Hylocomium splendens, 
Juniperus communis (viel), 
Aera flexuosa, 
Festuca ovina, 
Calamagrostis arundinacea, 
Agrostis vulgaris, 
Briza media, 
Melica nutans, 
Luzula pilosa, 
Polygonatum anceps, 
Convallaria majalis, 
Piatanthera bifolia, 
Corylus Avellana (viel), 
Quercus pedunculata, 
Stellaria Holostea, 
Dianthus Carthusianorum, 
Ranunculus polyanthemos, 
Rubus saxatilis, 
Potentilla silvestris, 
Fragaria vesca, 
Vicia sepium, 
V. Cracca, 
Trifolium montanum, 

Eine ganz ähnliche Erscheinung zeigt sich in der Karthäuser Forst, halb- 
wegs nach Seeresen in Westpreußen. Dort, in einem Kiefernhochwald, in dem 



Lathyrus montanus, 

Viola silvatica, 

Tilia parvifolia, 

Acer platanoides, 

Epilobium boreale, 

E. angustifolium, 

Daphne Mezereum, 

Pimpinella magna, 

Calluna vulgaris, 

Vaccinium Myrtillus, 

V. Vitis idaea, 

Trientalis europaea, 

Thymus Serpyllum, 

Melampyrum pratense, 

Galium Mollugo, 

Scabiosa Columbaria (am Rande), 

Valeriana officinalis (am Rande), 

Lonicera Xylosteum, 

Campanula persicifolia, 

Achillea Millefolium, 

Senecio vernaiis, 

Solidago Virga aurea (am Rande;. 

Hieracium boreale. 



I) Schriften Naturf. Ges. Danzig N. F. IX (1898), p. 68. 



248 



Zweiter Teil. Erster Absctnitt. 



die Holzgewächse sämtlich strauchig oder halbbaumartig waren, sehen wir unter 
großen Mengen von Sphagnum und Polytrichum junlperinum: 



Aspidium spinulosum, 
Pteridium aquilinum, 
Equisetum silvaticum, 
Aera flexuosa, 
Salix Caprea, 
Populus tremula, 
Alnus glutinosa, 
Carpinus Betulus, 
Potentilla palustris^ 
P. silvcstris, 



Rubus Idaeus, 
R. Bellardii, 
Pirus aucuparia, 
Lotus uliginosus, 
Lathyrus montanus, 
Rhamnus Frangula, 
Calluna vulgaris, 
Vaccinium Myrtillus und 
Ramischia secunda. 



3. Aufzählung der Arten. Außer den allgemein bei der Kiefernheide 
aufgeführten Arten sind hier noch besonders folgende zu nennen: 

1. Charakterpflanzen: 

Hypnum Schreberi Willd. | große Strecken überziehend, gern mit 

Sieglingia decumbens (L.) Beruh. Vaccinium Myrtillus, Chiniophila um- 

Linnaea borealis L. an mäßig feuchten bellata u. a. 
Orten zwischen Moos (Hypnum) oft| 

2, Häufiger vorkommende Pflanzen: 

Lactaria helva Fr. ' Luzula sudetica (Willd.) Presl gern zwi- 

L. rufa (Scop.) Fr. sehen Gras und Moos. 

Lepiota Carcharias (Pers.) Karsten Chimophila umbellata (L.) Nutt. gern 

Thuidium delicatulum (L.) Br. et Seh. mit Linnaea borealis an dick mit Moos 



Pteridium aquilinum (L.) Kuhn 
Lycopodium clavatum L. 
Carex hirta L. 



bedeckten Stellen, an den Standorten 
oft massenhaft, oft aber auch vereinzelt. 
Veronica Chamaedrys L. 

3. Accessorische, hin und wieder auftretende Pflanzen: 



Agaricus lutei-albus Bolton 
A. cyathiformis Bull. 
Athyrium Filix femina (L.) Rth. 
Avena (Arrhenatherum) elatior L. 
Goodyera repens (L.) R. Br. an moosi- 
gen Stellen und in Humus. 
Pulsatilla vernalis (L.) Mill. 
P. patens (L.) Mill. 



Pirus aucuparia (L.) Gaertn. hin und 
wieder als Unterholz Bestände bildend. 

Rubus Schleichen W. et N. 

Agrimonia odorata Mill. selten in Masse. 

Coronilla varia L, 

Geranium lucidum L. stellenweise klei- 
nere Bestände bildend. 



2) Typus X. Laubwaldheiden. 



I. Schilderung des Typus. Unter dem Namen Laubwaldheiden möchte 
ich alle diejenigen Waldheiden zusammenfassen, die sich nicht unter Kiefern 



Drittes Capitel. Waldheiden. 249 

finden. Es ist der Ausdruck z\var nicht vollkommen correct, weil eine For- 
mation, die man vielleicht dieser Gruppe von Waldhciden zuzählen kann, auch 
unter der Fichte vorkommt. Aber diese ist so selten und sie zeigt auch so 
viele Anklänge an die Laubwaldflora, dass man sie ruhig vernachlässigen kann. 
Bekanntlich ist die Flora der Fichtenwälder eine der denkbar ärmsten; unter 
dem dichten, das ganze Jahr über schattenden Blätterdach können nur wenige 
ihr Leben fristen. Meist sind dies Pflanzen schattiger Laubwälder, nur hin und 
wieder treffen wir Repräsentanten heidiger Formationen, wie Vaccinium 
Myrtillusund V. Vitis idaea, auch Carex pilulifera und mitunter Listera 
cordata bewohnen noch solche Stellen. Bei Creutzthal in Westfalen hat sich 
in einem lichten, ziemlich dürftigen Fichtcnbestande, der mit Kiefern gemischt 
ist, eine Calluna-Heide ausgebildet. Auf ziemlich weite Strecken dominiert 
das Heidekraut, zwischen ihm bemerken wir viel Aera flexuosa, die an 
manchen Stellen den Vorrang gewinnt und dann besonders da, wo die Kiefer 
in größerer Zahl auftritt, mit anderen Gräsern Bestände bildet. Die Formation 
geht hier vollständig in die einer grasigen Waldheide über. Der Boden ist 
sandig. (Vgl. auch bei Beziehungen der Heide etc.: Zweiter Abschnitt). 

Bei der Entwickelung der Heide aus Wald wurde der nicht seltene Fall 
besprochen, dass sich ein Buchenwald in Heide verwandelt. Diese Verheidung 
des Buchenwaldes geschieht nun ganz allmählich. Es ist oben beschrieben, 
wie nach und nach die Heidepflanzen die Buchenwaldpflanzen verdrängen und 
allmählich eine echte Heide im Buchenwalde zu finden ist. In Nordwest- 
deutschland kann man viele solcher verheideten Wälder finden, aber auch im 
Osten, besonders in der Nähe der Ostsee, sind Buchenwälder mit echter Heide 
nicht selten ; allerdings zeigt sich die Heide meist nicht in größerer Ausdehnung. 
Ahnliches beobachtet man auch in Eichen^\'äldern. Diese Übergangsformationen 
zwischen Wald und Heide können aber gleichfalls hier kurz übergangen werden, 
da sie nicht eigentlich in den Begriff der Laubwaldheiden mit hineinpassen. 
Laubwaldheiden möchte ich, der Kiefernheide entsprechend, solche Pflanzen- 
vereine nennen, bei denen die Heide zwar den typischen Bestand unter einem 
Laubbaume darstellt, durch ihre Einwanderung, resp. ihr Vorhandensein aber 
das Leben, die W^eiterentwickelung und weitere Vermehrung des betreffenden 
Baumes nicht in Frage stellt. Es mag ja auch vereinzelte echte Buchenheiden 
geben, aber im wesentlichen bedeutet doch die Einwanderung der Heide in 
diese W^älder ihr beginnendes Absterben infolge der Bildung von Ortstein 
(oder vielleicht auch zu dicker Bleisandschichten). In den echten Waldheiden ist 
kern Ortstein vorhanden, ebenso wenig wie in der echten Kiefernheide. Der 
Bleisand darf auch nicht so dick sein, dass er die, wenn auch ganz allmähliche 
c-ntwickelung der Baumsämlinge verhindert; aber er muss doch wieder stark 
genug sein, um das Auftreten anderen Niederwuchses als der Heide vollständig 
unmöglich zu machen. 

Vorzüglich sind es bei uns die Birke und mitunter auch die Eiche, die 
solche Heidebildung unter ihren Kronen zulassen, ohne selbst Schaden zu 
leiden. Die Flora ist meist nicht strerig geschieden von der diesen Bäumen 



250 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



eigentümlichen Laubwaldflora, entsprechend dem gewöhnlichen Charakter dieser 
Floren finden wir auch die Heiden in den Wäldern meist sehr grasreich; oft 
sind es typische Grasheiden, sonst ist die Flora meist ziemlich arm , ' nur 
interessante Pilze sind häufiger an solchen Localitäten zu beobachten. In den 
eigentlichen Heidegebieten ist auch nicht selten eine typische Calluna-Heide 
in den Laubwäldern entwickelt. Durch die dem Gedeihen des Heidekrautes 
günstigen klimatischen Bedingungen wird hier eben in allen für die Heide ge- 
eigneten Stellen der breiteste Raum von Calluna selbst eingenommen. 



I. 



Ch 



2. Aufzählung der Arten. 
Thelephora laciniata Pers. 
liryum caespiticium L. van ericetorum 

Klinggr. 
B. argenteum L, 
Polytrichuni juniperinum VVilld. 
P. strictum Banks 
Sieglingia decumbens (L.) Bernh. 
Carex arenaria L. fast nur auf reinem 

Sandboden. 

2, Häufiger vorkommende Pfl 
Ochroponis perennis (L.) Schrot. 
Russula fragilis (Pers.) Fr. 
R. emetica (SchaefF.) Fr. 
R. adusta (Pers.) Fr. 
R. nigricans (Bull.) Fr. 
Marasmius androsaceus (L.) Fr. 
M. alliatus (Schaeff.) Schrot. 
Derminus crustuliniformis (Bull.) Schrot. 
Inocybe cristata (Scop.) Schrot. 
Agaricus epipteiygius Scop. 
Lepiota amianthina (Scop.) Karsten 
Barbula ruralis (L.) Hedvv. 
Rhacomitrium canescens (Dill.) Brid. var. 

ericoides (Dicks.) 
Mnium affine Bland. 
Thuidium abietinum (L.) Br. et Seh. 
Amblystegium serpens (L.) Br. et Seh. 
Hypnum Schreberi VVilld. 
Hylocomium triquetnim (L.) Br. et Seh. 
H. squarrosum (L.) Br. et Seh. hin und 

wieder. 
Pteridium aquilinum (L.) Kuhn 
Lycopodium complanatum L. als var. 



arakterpflanzen: 

C. Hgerica Gay liebt festeren Boden als 



vorige. 



Genista anglica L. sowohl auf Sand als 
auf anmoorigem Grunde und Torf oft 
in Massen. An lichten Stellen, fast nie 
auf trockenem oder nassem Boden, 
beansprucht gleichmäßige Feuchtig- 
keit. Nur auf unbedeckten oder 
schwach bewachsenen Orten. 

anzen: 

anceps VVallr. und var. Chamaecypa- 
rissus A. Br. 

Pinus silvestris L. 

Juniperus communis L. 

Anthoxanthum odoratum L. 

Weingaertneria canescens (L.) Bernh. 

Molinia coerulea (L.) Mnch. 

Nardus stricta L. liebt festeren, nicht allzu 
trockenen, meist anmoorigen Sand- 
boden. 

Carex virens Lmk. 

C. pilulifera L. 

C. ericetorum Pollich seltener als vorige. 

C. verna Vill. oft mit voriger. 

C. vesicaria L. an Sümpfen oft in großer 
Menge. 

Genista pilosa L. liebt leichten Sandboden. 

Trifolium ^rarium L. auf mäßig trocke- 
nem Boden nicht selten, aber meist 
vereinzelt. Gern an grasigen Orten. 

Vicia lathyroides L. liebt mäßig trocke- 
nen, sandigen bis anmoorigen Grund 
(weniger Torf) und erträgt eine nicht 



Drittes Capitel. Waldheiden. 



251 



zu dichte Beschattung ; sowohl auf un- ] Marrubium vulgare L. 
bedecktem Boden, als zwischen Gras j Calamintha Clinopodium Spenncr. 
und Moos, selten in Mengen, meist Thymus Serpyllum L. an dürren Stellen, 
einzeln. : Verbascum nigrum L. gern in Gebüschen 

Pirola minor L. gern an grasigen Orten. . zwischen Gras. 



3. Accessorische, hin und wie 
Thelephora cristata (Fers.) Fr. 
Clavulina cinerea (Bull.) Schrot. 
Limacium eburneum (Bull.) Fr. 
Lactaria rufa (Scop.) Fr. 
Cortinarius castaneus (Bull.) Fr. 
Naucoria furfuracea (Fers.) Quelct 
Agaricus diyophilus Bull. 

A. butyraceus Bull, massenhaft. 
Lepiota Carcharias (Fers.) Karsten 
L. clypeolaria (Bull.) Quelet 
Scleroderma vulgare Hern. 
Bryum roseum (Dill.) Schreb. 
Brachythecium Starckii (Brid.) Br. et Seh. 
Hylocomium splendens (Hedw.) Br. et 

Seh. in großen Massen. 
Fhegopteris polypodioides Fee 
Phleum Boehmeri Willd. 
Aera caryophyllea L. 
Ae. praecox L. 
Avena elatior L. 
Poa bulbosa L. 
Bromus mollis L. 

B. tectorum L. 

Carex supina VVahlenb. 
Rumex Acetosella L. 
Silene nutans L. 
S. chlorantha Ehrh. 
Dianthus deltoides L. 
Cerastium semidecandum L. an lichten 
Stellen. 

C. caespitosum Gil. 



der auftretende Pflanzen: 

Arabis hirsuta (L.) Scop. 

Sedum reflexum L. 

Fotentilla Tabernacmontani Aschers. 

F. alba L. 

Trifolium arvensc L. auf trockenem Sand- 
boden. 

Vicia tenuifolia Rth. nicht selten. 

V. sepium L. liebt festeren Boden; auch 
auf Torf 

V. angustifolia Rth. an grasigen Plätzen. 

V. cassubica L. an trockenen, lichten 
Orten, meist zwischen Gras. 

Tithy malus Cyparissias (L.) Scop. 

Hypericum perforatum L. 

Helianthemum Chamaecistus Mill. 

Fimpinella Saxifraga L. 

Pirola rotundifolia L. 

Erythraea Centaurium (L.) Fers. 

Calamintha Acinos (L.) Clairv. 

Verbascum thapsiforme Schrad. 

V. phlomoides L. 

V. Lychnitis L. an Lichtungen. 

Veronica officinalis L. 

Campanula rotundifolia L. 

C. persicifolia L. 

Solidago Virga aurea L. 

Erigeron acer L. 

Senecio vernalis W.K. 

Cirsium arvense (L.) Scop. 

Crepis tectorum L. 



Facies a. Birkenheide. 

r. Schilderung der Facies. Die Birkenheide, fast ausschließlich aus 
Betula verrucosa, seltener (in den Heidegegenden mehr) aus B. pubescens 
gebildet, finden wir wenigstens da, wo sie in größerer Ausdehnung auftritt. 



252 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

vorzüglich auf Thalsand oder auf anderen feinkörnigen Diluvial- oder Diinen- 
sanden. Da die Birken nur wenig Schatten geben, verhält sich Calhina meist 
wie auf offenem Gelände, sie ist kurz und meist sehr reichblütig. An sonnigen 
Tagen ist es in Birkenheiden meist ganz außerordentlich warm, oft wärmer als 
auf offenem Gelände, wohl wegen des geringeren Luftzuges. Einjährige, ein- 
jährig-überwinternde und zweijährige Arten sind in der Birkenheide erheblich 
häufiger als in der Eichenheide. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Clötze (Altmark} 
zeigten sich in einer Birkenheidc'}, die allmählich in ein Ericetum überging, 
folgende Arten: Cladonia rangiferina, Boletus edulis, Amanita mappa, 
Russula emetica, Polytrichum juniperinum, Leucobryum glaucum, 
Hypnum Schreberi, Molinia coerulea, Carex pilulifera, Salix repens 
var. argentea, Trifolium arvense, Rhamnus Frangula, Hypericum 
perforatum, Pimpinella Saxifraga, Calluna vulgaris, Melampyrum 
pratense, Leontodon autumnalis, Hieracium Pilosella, H. um- 
bellatum. 

In den Emsländern beobachtete ich vielfach Birkenheiden auf einem meist 
dunkelbläulichgrauen, also stark humosen Bleisande. Hier fanden sich besonders 
Lycopodium inundatum, Rhynchospora alba (auffällig oft in dichtem 
C all u nahestände), Narthecium ossifragum, Salix *rosmarinifolia, Poten- 
tilla silvestris, Calluna vulgaris (oft eine dichte Decke bildend), Andro- 
meda poliifolia. 

Am Waller See bei Salzburg wuchsen in einer Birkenheide große Mengen 
von Sphagnum und dazwischen Flecken von Calluna und viel Aera 
flexuosa, also eine Übergangsformation zum Heidemoor. 

3. Aufzählung der Arten, i. Charaktcrpflanzen: 

Lactaria torminosa (Schaeff.) Fr. | Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 

Br\'um caespiticium L. var. ericetorum j Betula verrucosa Ehrh. bildet meist als 
Klinggr. I Bestand den Typus. 

2. Häufig vorkommende Arten: 

Boletus scaber Bull. Amanitopsis plumbea (Schäffer) Sehr 

Cantharellus cibarius Fr. " " - - . -- 

Lactaria necator (Fers.) Schrot. 
Cortinarius porphyropus (Alb. et Schw.) 
Fr. 

Agaricus flavi-brunneus Fr. in großen 
Herden. 



Amanita muscaria (L.) Pers. 
Leucobr>^um glaucum (L.) Schimp. 
Hieracium laevigatum Wiild. auf mäßig 
feuchtem Sand- und Torfboden. 



?} Engler, Bot. Jahrb. XX (1895) p. 543. 



Dritte* Capitel. Waldheiden. 253 

3. Accessorische, hin und wieder auftretende Arten: 



Boletus olivaceus Schäfifer 
Paxillus involutus (Batsch) Fr. 
Cortinarius armillatus Fr. an sumpfigen 

Stellen. 
C. albiviolaceus (Pers.) Fr. 
Amanita bulbosa Bull. 



Osmunda regalis L. 

Equisetum hiemale L. 

Moenchia erecta (L.j Fl. Wett. auf 

ebenem Gelände. 
Stachys rectus L. gern zwischen Gras, 

auf mäßig trockenem, festerem Boden. 



Facies b. Eichenheide. 

I. Schilderung der Facies. Eichenheiden sind gleichfalls häufig auf Thal- 
sand, weniger auf anderen Sauden zu finden. Selten sieht man eine noch 
natürliche Eichenheide, Da die Eichen ähnlich wie ein Kiefernhochwald dem 
Boden stärkeren Schutz gewähren, die Verdunstung stärker herabsetzen als die 
Birken, ist auch die Vegetation einer Eichenheide in der Mehrzahl der Fälle 
höher und üppiger; deshalb und weil die Früchte der Eichen zur Eichelmast 
für Schweine verwandt werden, werden diese und Schafe gern in Eichenheiden 
getrieben. Dadurch wird die Flora wesentlich verändert, namentlich an den 
zur Schweinehut benutzten Stellen. Weniger stark greift die VVeidenutzung 
durch Schafe in den Artenbestand einer solchen Heide ein, sie behält immer- 
hin deutlich den Charakter einer Heide, nur ist das Heidekraut kurz rasig ver- 
bissen, wie geschoren, und niedrige Stauden treten in größerer Zahl auf, sodass 
die Formation im wesentlichen der von i c. gleicht. 

In einer unveränderten Eichenheide sind, wie bereits bemerkt, die ein- 
jährigen bis zweijährigen Pflanzen ziemlich selten, eine Thatsache, die wohl in 
dem Laubfall ebenso wie in dem höheren Wachstum der Stauden und Halb- 
sträucher ihren Grund hat. Im wesentlichen sind es außer Calluna Gräser, 
die den Hauptbestand ausmachen. An feuchten Stellen überzieht Molinia 
coerulea oft den ganzen Boden und lässt sogar mitunter dem Heidekraute 
kaum mehr Platz zwischen dem Ge\\'irr der Halme. Nicht so massenhaft und 
auch meist in nicht sehr üppiger Entvvickelung tritt Aera caespitosa und an 
trockneren lichteren Orten treten Aera flexuosa und Festuca ovina auf. 
Wo der Wald ziemlich dicht ist, entwickelt sich eine den moosigen Kiefern- 
heiden nicht unähnliche Flora; häufig finden sich Pirolaarten an solchen Stellen 
und mitunter überzieht Lycopodium clavatum, das ja auch in moosigen 
Kiefernheiden nicht zu den Seltenheiten gehört, weite Strecken. Wenn der 
Wald dann noch dichter wird oder das Unterholz üppiger wuchert, dann geht 
auch hier die Heide zurück, zurückgedrängt durch den Schatten aufstrebender 
Sträucher oder junger Bäume oder mitunter durch das intensive Fortschreiten 
Dickichte bildender Brombeerarten. 

Wenige der Heide zuzurechnende Formationen (vielleicht den verheideten 
Buchenwald ausgenommen, der aber formationsgeschichtlich als eine patholo- 
gische Erscheinung angesehen werden muss), haben so viele und so mannig- 
fache Beziehungen und Übergänge zu anderen Formationen wie gerade die 



254 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Eichenheide. Es mag dies seinen Grund wohl in den mannigfachen, ver- 
schiedenartigen Standorten der Eiche selbst haben. Einerseits wächst sie auf 
nassem, andrerseits auf trockenem, heidigem oder fast steppenartigem Boden. 
Je nachdem nun der betreffende Eichenbestand, in dem wir die Heide vor- 
finden, nach der einen oder anderen Seite in einen sumpfigen oder einen 
steppenartigen oder einen Eichenwald mit typischer Hochwaldflora, die mit- 
unter wieder der der Buche sehr ähnlich sein kann'), übergeht, finden wir 
auch in den Randgebieten der betreffenden Eichenheide eine Flora, die ein oft 
sonderbares Gemisch darstellt zwischen echten Heideelementen und typischen 
Vertretern der angrenzenden Formationen. 

Bei Welschenensee in Westfalen befindet sich eine ziemlich ausgedehnte 
Callunaheide mit sehr viel Eichenkusseln. Der Untergrund ist festes Gestein. 

2. Aufzählung der Arten, i. Charakterpflanzen: 

Galium hercynicum Weig. (G. saxatile Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 
auct.). I 



2. Häufiger vorkommende Pfl 
Suillus cyanescens (Bull.) Karsten 



Boletus scaber Bull. 
Cantharellus cibarius Fr. 
Russula emetica (Schaeff.) Fr. 
Orthotrichum affine Schrad. 
Anomodon viticulosus (L.)Hook. et Tayl. 

an Stämmen an dumpfigen Orten, 

seltener an Steinen. 
Antitrichia curtipendula (L.) Brid. mit 

Anomodon an Stämmen und auf 

Steinen in Menere. 
Leucodon sciuroides (L.) Schwägr. sehr 

häufig, seltener an Steinen. 
Amblystegium serpens (L.) Br. et Seh. 
Hypnum cuspidatum L. 
Osmunda regalis L. 
Lycopodium clavatum L. 
Allium fallax Schult. 
Betula verrucosa Ehrh. auf Moorboden 
Quercus Robur L. p. p. bildet nicht 



anzen: 

selten als Bestand den Typus. Auf 

mäßig feuchtem Boden. 
Q. sessiliflora Sm. seltener als vorige. 
Urtica dioeca L. oft um die Stämme 

dichte Büsche bildend. 
Rosa tomentosa Sm. 
Genista tinctoria L. oft in Menge. 
G. germanica L. seltener als vorige. 
Vicia cassubica L. an trockenen, lichten 

Orten. 
Stachys Betonica Benth, oft in Menge 

zwischen Gras. 
Calamintha Clinopodium Spenner auf 

mäßig feuchtem festerem Sandboden. 
Asperula cynanchica L. 
Galium boreale L. 
G. silvestre Poll. 
Arnica montana L. an lichten Stellen 

meist in großer Menge. 
Serratula tinctoria L. 



3- Accessorische, hin und wieder auftretende Pflanzen: 
Boletus bulbosus Schäffer A. bulbosa Bull. 

Amanita muscaria fL.) Pers. Majanthemum bifolium (L.) Schmidt an 



I F.NGI.ER. Bot. Jahrb. XX 1895 P- 521. 



Viertes Capitel. Heidekrantlose Sandfelder. 255 

moosigen (und grasigen) Stellen auf I Hypericum quadrangulum L. 

mäßig feuchtem Sandboden stellen- Chaerophyllum temulum L. mitunter in 



weise sehr viel. 
Dianthus superbus L. 
Sedum maximum (L.j Suter 



Menge. 
Laserpitium prutenicum L. auf mäßig 
feuchtem, dichtbegrastem Boden bis- 



S. purpureum (L.) Lk. weilen in Menge. 

Potcntilla alba L. Myosotis versicolor (Pers.) Sm. 

Geum urbanum L. mitunter in Menge. Stachys rectus L. selten. 
Agrimonia Eupatoria L. i Asperula tinctoria L. 

Astragalus glycyphyllus L. auf frischem, Senecio Jacobaea L, 

humosen Sandboden. , Hieracium Auricula L. 

Lathyrus niger (L.) Wimm. jH. laevigatum Willd. 



Viertes Capitel. 
Heidekrautlose Sandfelder. 

I. Schilderung. Bei der Entwickelungsgeschichte der Heide und bei der 
Besprechung ihrer Vegetationsbedingungen wurde bereits hervorgehoben, dass 
wenn auch die Heidepflanzen im Großen und Ganzen xerophytisch gebaut er- 
scheinen, die echte Calluna-Heide niemals ganz trocken werden darf. Trock- 
net ein solches Terrain für längere Zeit heftig aus und wiederholt sich diese 
intensive Austrocknung alljährlich, wie es besonders in den trockneren Conti- 
nentalgegenden der Fall ist, so sind dem Heidekraute und der Mehrzahl seiner 
Begleiter die Lebensbedingungen genommen, es stirbt ab. Während wir auf 
nährstofifreicherem Boden an solchen trockenen Orten eine Steppen- oder doch 
steppenähnliche Vegetation finden, deren Bestandteile während der feuchteren 
Perioden eine verhältnismäßig hohe Stoffproduction zeigen, ist die Flora solch 
trockenen nährstoffarmen Heidesandes die denkbar dürftigste. Nur die aller- 
bedürfnislosesten Arten vermögen hier ihr Leben zu fristen. Das Heidekraut 
und die Mehrzahl der echten Heidepflanzen fehlen wie bereits bemerkt ganz, 
aber das Vorkommen aller für die Sandfelder charakteristischen Pflanzen auf 
echten Heiden, und zwar das oft massenhafte Auftreten in der Heide zeigt 
die innigen Beziehungen der heidekrautlosen Sandfelder zur echten Heide; sie 
unterscheiden sich lediglich durch den verschiedenen Feuchtigkeitsgehalt, das 
Sandfeld ist das letzte trockenste Glied in der Reihe der heidigen Formationen, 
die wir besprochen haben. 

Die Charakterpflanzen der heidekrautlosen Sandfelder sind entweder solche, 
die ein sehr starkes Austrocknen in der trocknen Jahreszeit überdauern können, 
oder die so kurzlebig sind, dass sie zur Zeit des Eintritts der Trockenperiode 



256 Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 

bereits ihre Samen ausgebildet haben und dann absterben; es sind dies einjährige 
oder einjährig-überwinternde Kräuter wie z. B. Spergula vernalis, Teesda- 
lea nudicauiis und Erophila verna. Die ausdauernden Arten sind auf 
zweierlei Weise geschützt: entweder ist ihr Protoplasma so eingerichtet, dass es 
ohne abzusterben ein starkes Eintrocknen der ganzen Pflanze erträgt, wie bei 
den Flechten, deren bedürfnisloseste Cornicularia aculeata oft große 
Strecken allein überzieht. Zur trockenen Zeit brechen beim Betreten des be- 
treffenden Striches die Strauchflechten mit knisterndem Geräusch unter den 
Füßen des Wanderers. Sobald Regen oder auch nur Tau niedergeht, weichen 
die Cornicularien wieder auf und wachsen weiter, bis wieder eine Trocken- 
periode ihr Wachstum unterbricht. Die wenigen siphonogamen Stauden der Sand- 
felder haben in ihrem Blattbau mächtige Schutzeinrichtungen zur Herabsetzung 
der Verdunstung. Wird der Boden sehr trocken und heiß, so vertrocknen 
auch die Blätter oft fast ganz und bilden eine schützende Hülle um den 
Vegetationspunkt. Die einzelnen Pflanzen dieser Flora, deren einziger siphonogamer 
Vertreter oft W^eingaertneria canescens ist, stehen in der heißen Zeit wie 
völlig abgestorben da; alle Teile, die das Auge erblickt, sind völlig verdorrt, 
aber der erste Regen weckt alsbald neues Leben und aus dem Gewirr der 
toten Blattreste wachsen überraschend schnell die Spitzen der blaugrünen Blätter 
hervor. 

Wie ich bereits in meinen Studien über die Norddeutsche Heide auseinander- 
gesetzt habe, beobachtet man auf den heidekrautlosen Sandfeldern mitunter 
vereinzelte oft krüppelige, oft aber, wenn auch nicht gerade sehr große, doch 
normal und buschig wachsende Kiefern. Wegen dieses Vorkommens vereinzelter 
Pinus auf den dürrsten öden Flächen ist in mehreren Schriften botanischen 
und forstwirtschaftlichen hihalts die Behauptung aufgestellt, worden, dass diese 
Fälle den Beweis erbrächten, dass die Kiefern, auch ihre Sämlinge, noch an- 
spruchsloser an den Boden seien als das Heidekraut selbst. Man glaubte daraus 
schließen zu dürfen, dass die Kiefer selbst an den dürrsten Stellen zum Anbau 
lohne. Erstens zeigt aber schon die Beobachtung, dass, wenn eine solche Kiefer 
auf dem Sandfelde groß und längst ertragsfähig geworden ist, also alljährlich 
hunderte von Samen über die Fläche streut, nur sehr selten ein oder einige 
junge Exemplare in der Nähe stehen. Im Frühjahr sieht man bei dem feuchten 
Wetter zwar zahlreiche Sämlinge keimen, aber im Spätsommer sind sie längst 
alle bis auf den letzten Rest verdorrt. Es liegt also auf der Hand, dass es 
nur ganz außerordentliche Verhältnisse sind, unter denen ein Kiefernsämling 
sich erhalten kann. In den meisten Fällen erfährt man, dass die vereinzelten 
Kiefern die letzten Reste von Anbauversuchen sind, bei denen man bereits etwas 
entwickelte Exemplare auspflanzte, die aber fast alle trotzdem eingingen. A. a. O. 
habe ich aber einen Fall beschrieben, den ich bei Moeser unweit Magdeburg 
zu beobachten Gelegenheit hatte. Durch den Wind waren Haufen Reisig von 
Kiefern und anderen Bäumen zusammengefegt und durch seitlich dagegen ge- 
wehten Sand festgelegt. Unter diesem schattigen Dach fanden sich nun eine 
Reihe von Kiefernsämlingen, \Nährend fast auf dem ganzen Sandfelde keine 



Viertes Capitel. Ileidekrautlose vSandfclder. 



257 



einzige derartige Pflanze lebend melir zu sehen war. Unter dem Schutz des 
dichten Reisigdaches konnten sich die Sämlinge also besser erhalten; höchst- 
wahrscheinlich können sie dabei, wenn nicht gar zu ungünstige Verhältnisse 
eintreten, mit ihren Wurzeln so tief eindringen, bis sie eine dauernd etwas feucht 
bleibende Schicht erreicht haben. Es ist dies alles ein Beweis dafür, dass 
solche vereinzelte Kiefernpflanzen, wenn sie nicht durch den Menschen an die 
betrefifende Stelle hingebracht sind, nur dem Zufall ihre weitere Existenz ver- 
danken; auf einem echten dürren Sandfelde habe ich niemals eine Kiefer sich 
ohne Schutz selbständig entwickeln sehen. 

2. Beschreibung charakteristischer Localitäten. Bei Pretzsch a. d. Elbe 
beobachtete ich auf einem Sandfelde in meist sehr schwächlichem Zustande 
folgende Arten ^): 



Festuca ovina, 
Salix repens, 
Chenopodium album, 
Rumex Acetosella, 
Polygonum Convolvulus, 
P. aviculare, 

Dianthus Carthusianorum, 
D- deltoides, 
Melandryum album, 
Spergula vernalis, 
Herniaria glabra, 
Berteroa incana, 
Potentilla argentea, 
Lotus corniculatus, 
Trifolium procumbens, 



T. 



arvense, 



Tithymalus Cyparissias, 
Daucus Carota, 
Anagallis arvensis, 
Thymus Serpyllum, 
Ballote nigra, 
Plantago lanceolatum, 
Galium verum, 
Knautia arvensis, 
Erigeron canadensis (f), 
Helichrysum arenarium, 
AchiUea Millefolium, 
Artemisia campestris, 
Senecio vulgaris, 
Carduus nutans, 
Centaurea rhenana, 
Hieracium Pilosella, 



Sarothamnus scoparius, 

eine Pflanzengesellschaft, die noch wenig Anklänge an die Heideflora zeigt, an 
Arten bedeutend reicher als das anstoßende Callunetum, und eine beträchtliche 
Anzahl von Ruderal- und Ackerpflanzen enthält. Zwischen diesem Extrem und 
den trockensten Sandfeldern finden sich alle erdenklichen Combinationen vor. 



3. Aufzählung der Arten, i. Charakterpflanzen: 



Pleurococcus vulgaris Menegh. 
Baeomyces roseus Pers. 
Cornicularia aculeata (Schreb.) 
Thelephora laciniata Pers. 
Derminus hypni (Batsch) Schrot. 

i) Engler, Bot. Jahrb. XX (1895] p. 545. 

Graebner, Die Heide. 



Russuliopsis laccata (Scop.) Schrot. 

Agaricus Fibula Bull. 

A. umbelliferus L. 

Tylostoma mammosum (Mich.) Fr. 

Lycoperdon gemmatum Batsch 



17 



258 



Zweiter Teil. Erster Abschnitt. 



Dicranum scoparium (L.) Hedw. 
Ceratodon purpureus (L.) Brid. 
Barbula ruralis (L.) Hedw. 
Rhacomitrium canescens (Dill.) Brid. mit 

Cornicularia. 
Bryum caespiticium L. var. ericetorum 

Klinggr. 
Polytrichum piliferum Schreb. 
VVeingaertneria canescens (L.) Bernh. 
Festuca ovina L. hin und wieder die 

einzige Pflanze auf dürrem Sandboden, 

verlangt aber immer in mäßiger Tiefe 

Grundfeuchtigkeit. 
Carex arenaria L. 

2. Häufig vorkommende Pflan 
Leptogium corniculatum (Hoffm.) Minks 
Cladonia Papillaria (Ehrh.) 
Thelephora terrestris Ehrh. 
Ochroporus perennis (L.) Schrot. 
Marasmius alliatus (Schaeff.) Schrot. 
Naucoria furfuracea (Pers.) Quelet 
Agaricus sinopicus Fr. 
Amanita muscaria (L.) Pers. 
Globaria furfuracea (Schäfifer) Quelet 
Bovista plumbea Pers. 
B. nigrescens Pers. 
Geaster stellatus (Scop.) 
G. striatus DC. 

Pisolithus arenarius Alb. et Schw. 
P. crassipes (DC.) seltener. 
Jungermannia bicuspidata L. 
Brachythecium albicans (Neck. jBr. et Seh. 
Hypnum purum L. 
Pteridium aquilinum (L.) Kuhn var. 

brevipes (Tausch) auf dürrem Sand 

boden. 
Botr>xhium Lunaria (L.) Sw. 
B. Simplex Hitchcock 
Pinus silvestris L. 
Juniperus communis L. 
Panicum lineare Krock. 
Koeleria glauca (Schk.) DC. 
Aera caryophyllea L. 



C. ligerica Gay liebt etwas festeren Bo- 
den als vorige. 

C. praecox Schreb. 

Salix repens L. var. argentea Sm. 

Spergula vernalis "VVilld. oft an Abhän- 
gen fast die einzige Vegetation bil- 
dend, 

S. pentandra L. wie vorige; meist ge- 
sellig, aber unbeständig. 

Teesdalea nudicaulis (L.) R. Br. meist 
mit Erophila. 

Erophila verna (L.) E. Mey. 

Stenophragma Thalianum (L.) Celak. 

Genista pilosa L. 

zen: 

A. praecox L. 
Bromus mollis L. 

B. tectomm L. 
Hordeum murinum L. 
Carex ericetorum Pollich mitunter. 

C. verna Vill. mit voriger. 
Juncus effusus L. 

Gagea saxatilis Koch auf kiesigen, grob- 
sandigen Plätzen. 

Epipactis rubiginosa (Crantz) Gaud. 
Salix repens L. 
Betula verrucosa Ehrh. 
Thesium ebracteatum Havne 
Rumex Acetosella L. 
Gypsophila fastigiata L. 
G. muralis L. 
Dianthus Carthusianorum L. 

D. caesius Sm. 
Cerastium semidecandrum L. an Wegen, 

Abstichen etc. 
C. caespitosum Gil. wie voriges. 
Holosteum umbellatum L. 
Alsine viscosa Schreb. 
Arenaria serpyllifolia L. 
Herniaria glabra L. 
Scleranthus annuus L. stellenweise an 

nackten oder wenig bedeckten Orten 

große Bestände bildend. 



Viertes Capitel. Heidekrautlose Sandfelder. 



259 



Verbascum thapsiforme Schrad. 

V. phlomoides L. 

V. Lychnitis L. oft an grasigen oder 

unbedeckten Stellen. 
V. nisrum L. oft mit vori?em. 



nigrum 



S. perennis L oft mit vorigem, stellen- 
weise häufiger. 

Biscutella laevigata L. 

Rubus plicatus W. et N. meist in kleine- 
ren, isolierten Exemplaren. 

R. rhamnifolius W. et N \ ""^ mäßig | Linaria vulgaris Mill. 

R. rh. var. R. Maassii Pocke / ^";^"^^"" ''^^'"^"'''^'^ ""■""'" ' 

Orten. 

R. Schummelii Whe. 

R. caesius L. mitunter in Menge, wenn 

auch nicht allzu üppig entwickelt. 
Potentilla cinerea Chaix 
P. nibens (Crtz.) Zimm. gern zwischen 

Gras. 
Sarothamnus scoparius (L.) Koch scheint 

eine mäßige Grundfeuchtigkeit nicht 

entbehren zu können. 
Ononis spinosa L. 
O. repens L. oft mit voriger, scheint 

weniger Dürre vertragen zu können. 
Trifolium arvense L. oft größere Be- 
stände bildend, 
Astragalus arenarius L. auch an kiesigen 

Orten. 
Ornithopus perpusillus L. 
Geranium pusillum L. oft massenhaft. 
Erodium cicutarium (L.) L'Herit. 
Tithymalus Cyparissias (L.) Scop. 
Malva neglecta Wallr. 
Hypericum perforatum L. 
Viola silvatica Fr. var. V. arenaria DC. 

oft in großen Mengen. 
V. tricolor L. 
Oenothera biennis L. auf unbedecktem 

Boden wie zwischen Gras. 
Eryngium planum L. an grasigen Plätzen. I 
Armeria elongata (Hofifm.) Boiss. in gro- | 

ßen Mensfen. 



Veronica officinalis L. 

V. verna L. meist in Menge. 

V. Dillenii Crtz. an grasigen Abhängen 
oft mit voriger 

V. triphylla L. 

Plantago ramosa (Gil.) Aschers, nicht 
selten auf trockenem, losem Sande. 

Valerianella olitoria (L.j Poll. nicht sel- 
ten in Menge. 

Jasione montana L. sehr oft. 

Filago arvensis L. 

F. minima (Sm.) Fr. oft größere Strecken 
dicht überziehend und stellenweise fast 
die einzige Vegetation mit einigen 
Flechten bildend. 

Helichrj'sum arenarium (L.) DC. 

Inula Britannica L. 

Achillea Millefolium L. streckenweise 
jnassenhaft. 

Artemisia campestris L. an dünngrasigen 
Stellen oft massenhaft. 

A. vulgaris L. 



Myosotis arenaria Schrad. oft in dichten 
Rasen. 

M. hispida Schlechtend sen. 

Galeopsis ochroleuca Lam. 

Marrubium vulgare L. an grasigen, trock- 
neten Stellen. 



Senecio viscosus L. stellenweise sehr viel. 

S. silvaticus L. oft mit voriger, noch 
massenhafter. 

S. vernalis W.K. 

Carlina vulgaris L. an dünngrasigen 
Plätzen. 

Jurinea monoclona (L.) Aschers, auf 
spärlich bewachsenem oder mit Flech- 
ten bedecktem Boden. 

Arnoseris minima (L.j Lk. 

Crepis tectorum L. 

Hieracium Pilosella L. 

H. umbellatum L. 

Hypochoeris glabra L. 

Leontodon autumnalis L. an feuchteren 
Stellen. 

17* 



260 



Zweiter Teil, Erster Abschnitt. 



Chondrilla juncea L. an dünngrasigen | Tragopogon floccosus W.K. an dünn- 
Plätzen oft massenhaft. Meist auf begrasten Orten auf losem Flugsande, 
lockerem, etwas humosem Sandboden. I 



3. Acccssorische, hin und wie 
Thelephora cristata (Pers.) Fr. 
Clavulina cinerea (Bull.) Schrot. 
Tylostoma fimbriatum (Fr.) 
Scleroderma verrucosum (Bull.) Sehr. 
Panicum sanguinale L. 
Anthoxanthum aristatum Bolss. 
Stupa capillata L. 
Chamagrostis minima (L.) Borckh. 
Agrostis Spica venti L. 
Calamagrostis arenaria (L.) Rth. wohl 
meist verwildert. 

C. baltica (Flug) Hart, seltener als 
vorige; nur an der Küste. 

Festuca pseudomyurus Soy.-Will. 

F. sciuroides Rth. seltener als vorise. 

Carex incurva Lightf. 

Polygonum aviculare L. 

P. Convoivulus L. mitunter in Menge. 

Chenopodium album L. hin und wieder 

in Menge. 
Amarantus retroflexus L. 
Silene nutans L. 
S. chlorantha P2hrh. 
Melandryum album (Mill.) Gcke. 
Tunica prolifera (L.) Scop. 
Dianthus Armeria L. gern zwischen Gras. 

D. arenarius L. 
Cerastium arvense L. 

Sagina maritima Don (S. stricta Fr.) an 
feuchten und nassen Stellen der Küsten. 

Alsine tenuifoHa (L.) Wahlenb. 

Spergula arvensis L. 

Ranunculus repens L. 

Papaver Argemone L. 

P. dubium L. 

Lepidium ruderale L. 

Thlaspi arvense L. 

Sisymbrium officinale (L.) Scop. hin 
und wieder massenhaft. 



der auftretende Pflanzen: 

S. Sophia L. wie vorige.. 

Capsella Bursa pastoris (L.) Mnch. oft 
in Menge 

Alyssum calycinum L. 

Berteroa incana (L.) DC. mehr an gra- 
sigen Stellen. 

Sedum acre L. oft in Massen. 

S. mite Gil. oft mit vorigem. 

Rubus Radula W. et N. in kümmer- 
lichen Exemplaren. 

PotentiUa anserina L. 

P. argentea L. 

P. collina Wib. 

Vicia tenuifolia Rth. 

V. angustifolia Rth. an grasigen Plätzen. 

Tithymalus helioscopius (L.) Scop. mit- 
unter häufig. 

T. Peplus (L.) Gaertn. oft mit vorigem. 

Euonymus europaea L. 

Malva silvestris L. 

Thymelaea Passerina (L.) Coss. et Germ, 
an mäßig trockenen Stellen. 

Oenothera muricata L. 

Eryngium campestre L. an grasigen 
Stellen. 

E. maritimum L. gern auf unbedecktem 
Sande am Strande. 

Anagallis arvensis L. 

Convoivulus arvensis L. 

Cynoglossum officinale L. nicht selten. 

Anchusa officinalis L. 

A. arvensis (L.) M. B. 

Lithospermum arvense L. 

Echium vulgare L. oft massenhaft. 

Leonurus Cardiaca L. 

Calamintha Acinos (L.) Clairv. 

Verbascum Thapsus L. 

Erigeron canadensis L. 

E. acer L. 



Viertes Capitel. Ileidekrautlose Sandfeldcr. 261 



Anthemis arvensis L. mitunter in großen 

Mengen. 
Artemisia Absinthium L. besonders am 

Strande. 
Centaurea Scabiosa L. 



C. panniculata Jacq. 

Hieracium echioides Lumnitzer 

Hypochoeris radicata L. 

Sonchus arvensis L. mitunter zahlreich. 



Facies b. Wcirigaertneria-Heide. 

I. Schilderung der Facies. Die Weingaertneriaheide habe ich a. a. O. 
den trockenen Grasheiden zugezählt. Es ist nicht zu leugnen, dass auch diese 
Vereinigung ihre Berechtigung hat, denn besonders in den Heidegebieten trifft 
man vielfach trocknere Callunaheiden mit überwiesrenden Mengfen von Wein- 
gaertneria canescens. Nachdem ich nun viel größere Strecken Kuropas in 
Bezug auf die in ihnen entwickelten Heideformationen studiert habe, bin ich 
aber doch der Meinung, dass es natürlicher ist, diesen Subtypus den heidc- 
krautlosen Sandfeldern anzugliedern, als den eigentlichen Grasheiden. Es ist 
sicher, dass die Zahl der Weingaertneriabestände ohne Calluna erheblich 
zahlreicher ist als diejenige mit Calluna; bereits a. a. O., p. 539, habe ich 
auch hervorgehoben, dass, je dichter der Weingaertneriabestand ist, desto 
spärlicher Calluna auftritt. 

Wenn Cornicularia aculeata nicht etwa selbst bestandbildend auftritt, 
findet sie sich doch fast stets in ziemlich großer ]\Ienge in Gesellschaft von 
Weingaertneria, meist sind auch Cladonia rangiferina und Polytrichum 
piliferum in Menge vorhanden. Juniperus communis ist an solchen Stellen 
oft nicht selten, wenn auch meist in nicht sehr schönen Exemplaren. 

Bei Rangsdorf unweit Zossen beobachtete ich auf einer Weingaertneria- 
heide Pulsatilla pratensis, Cerastium semidecandrum, Spergula ver- 
nalis, auch Aera praecox, A. caryophyllea (und A. flexuosa). Bei Grünau 
wuchs Spergularia campestris an einer ähnlichen Stelle. Bei Arneburg an 
der Elbe konnte ich nur Polytrichum piliferum, Scleranthus annuus, 
S. perennis, Ornithopus perpusillus, (Calluna vulgaris), Hieracium 
Pilosella auf einer etwas feuchteren Weingaertneriaheide constatieren. 

Man sieht diese Facies hin und wieder auf dem großen sandigen Terrain, 
das sich von der Brandenburgischen Grenze') bis über Dt. Krone hinaus aus- 
dehnt, dann auch in der Gegend von Terespol und Laskowitz. Bei Terespol 
fand sich in einem solchen Weingaertneriabestände in einiger Menge Andro- 
sacesseptentrionale. Bei Schloppe wuchs auf solchem Terrain Silene tata- 
rica mit Weingaertneria canescens, Aera flexuosa, Dianthus arenarius 
(viel), Helichrysum arenarium auf einem immerhin nicht völlig dürren 
Boden. 



1) Schriften Naturf. Ges. üanzig N.F. IX (1898) p. 67. 



262 Zweiter Teil. 



Zweiter Abschnitt. 

Beziehungen der Heide zu anderen 
Vegetationsformationen. 

Sowohl bei der Entwickelungsgeschichte der Heide im allgemeinen Teil 
als auch bei der Besprechung der einzelnen Typen, die der Heideformation 
zugerechnet sind, ist darauf hingewiesen, wie sich die einen und die anderen 
Formationen mehr oder weniger weit von den »echten« Heiden entfernen, und 
mehrfach ist darauf aufmerksam gemacht worden, dass diese oder jene For- 
mation ebenso gut einer andern Vereinsgruppe angeschlossen werden kann als 
der Heide. Hier erübrigt nun noch einige interessante deutsche und auch sonst 
europäische Formationen zu besprechen, über deren Beziehungen zur Heide 
selbst in bekannten pflanzengeographischen Büchern die irrtümlichsten Ansichten 
herrschen. Im allgemeinen Teile ist ausführlich hervorgehoben, welche Vege- 
tationsbedingungen die Heide ausschließlich hervorrufen und welche Factoren 
sie vollständig ausschließen. Da indessen Beispiele das Gesagte viel klarer 
erscheinen und den Unterschied in der Pflanzenzusammensetzung schärfer her- 
vortreten lassen, will ich hier zum Schluss noch einisre Veo^etationsformationen 
erwähnen, die irrtümlich angenommene oder wirklich existierende Beziehungen 
zur Heide zeigen. 



/. Besichtngai der Heide zur Halophytcnvegetation. 

Bei der Besprechung der Vegetationsbedingungen der Heidepflanzen wurde 
hervorgehoben, dass den letzteren nichts schädlicher ist, als wenn der Boden 
eine zu hohe Concentration der Nährstoffe, also besonders eelöster Salze be- 
sitzt. Der Heideboden ist stets arm an löslichen Nährsalzen. Es ist nun 
dabei auffällig, dass ein geringer Gehalt an Kochsalz einer großen Zahl von 
Heidepflanzen nicht unmittelbar schädlich erscheint. Nicht selten sieht man am 
Mecresstrande Heideformationen, besonders solche mit feuchten Böden direct 
in salzhaltige Wiesen, in Strandwiesen oder in die Vegetation des Brack- 
wassers übergehen. An der pommerschen und westpreußischen Ostseeküste 
mischen sich da die Heide- und Salzpflanzen öfter in ganz auffälliger Weise. 
Vereinzelte Büsche von Erica Tetralix, Myrica, Empetrum nigruni, 
seltener Calluna dringen mit einer ganzen Anzahl von Krauteewächsen bis in 
die t>'pische Flora der Salzwiesen vor. Von Krautpflanzen sind es besonders 
die Drosera- Arten (von Dr. rotundifolia die dem Strand eigentümliche stark 
behaarte Rasse maritima], Molinia coerulea, Juncus filiformis-, Sagina 
subulata und andere, die an diesen Standorten auffallen. Andererseits findet 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsfomiationen. 263 

man wieder echte Salzpflanzen inmitten der typischen Strandheiden einge- 
streut, so z. B. Glaux maritima, Juncus Gerardi, Samolus Valerandi 
etc.. Auffällig ist auch hierbei, dass der Übergang der Heidepflanzen auf 
salzige Stellen niemals auf trockenem Boden geschieht, wie überhaupt jede 
Vergesellschaftung der Vertreter beider Formationen an solchen Orten ganz 
ausgeschlossen ist. Es hat das wahrscheinlich denselben Grund, der die Un- 
möglichkeit landwirtschaftlicher Culturen auf trocknerem salzhaltigem Boden 
verursacht. Besonders scharf tritt das in Ägypten hervor (ScilWElNFURTH), wo 
Weizen noch auf feuchtem Salzboden, dessen VV^asser bis 3 Proc. Salz enthält, 
gedeiht, auf trocknerem sehr viel weniger salzigem Grunde abstirbt. Der Grund 
dürfte der sein, dass auf auch nur zeit v\ eise trockenem Boden das Salz aus- 
krystallisiert und so die reinen Salzkrystalle mit den Wurzeln in unmittelbare 
Berühnrng kommen, die dann dadurch abgetötet werden. 

Die Übergänge von Heide in Salzwiesen bemerkt man besonders unter 
zwei Typen. In einem Falle ist es ein Heidemoor, welches allmählich in die 
Salzwiese übergeht. Den größten Teil der pomnierschen und auch der west- 
preußischen Ostseeküste begleiten große Moore, die in ihrer ursprünglichen 
Entwickelung vor den Eingriffen des Menschen zumeist Heidemoore waren und 
zum Teil auch noch als solche erhalten sind. In der Nähe der Küste nun, 
meist unmittelbar hinter der letzten Dünenkette, zieht sich eine Zone von 
Strandwiesen hin, in denen Triglochin maritimum, Plantago maritima, 
Juncus Gerardi und andere Charakterpflanzen sind. Sobald an der Grenze 
des Heidemoores die ersten Salzpflanzen auftreten, verschwindet Sphagnum 
und dadurch erhalten die Übergangszonen schon ein verändertes Aussehen. 
Im andern Falle ist es die Vegetation feuchter sandiger Dünenheiden, die zur 
Salzvegetation Übergänge zeigt und auf denen dann in meist lockerem Bestände 
die einzelnen Elemente sich in den sandigen Boden teilen. 

Interessant ist besonders die Flora des Brückschen Bruches im west- 
preußischen Kreise Putzig, wo infolge des schwachen Salzgehaltes der Danziger 
Bucht die Heidevegetation bis dicht an die Küste reicht. Zuerst tritt ziemlich 
viel Glaux maritima auf, und bald folgen die übrigen Brackvvasserpflanzen, 
bis schließlich an der Mündung der Rheda bei dem Vorwerk Beka') den Strand 
des Wieks ein sandig-schlammiges Erdreich bildet, in dem die Rheda und das 
Wasser des Wieks abgeschlossene Lachen und Tümpel bilden, und fast un- 
merklich das Land in die Wasserfläche übergeht; hier am seichten Strande und 
in den Altwässern findet sich dann im Brack^vasser eine sehr interessante, keine 
Spur von Heideelementen mehr verratende Pflanzengesellschaft: Potamogeton 
pectinatus, Zannichellia palustris, Z. polycarpa, Ruppia rostellata, 
Scirpus Tabernaemontani, Sc. parvulus (in großen Mengen in dem 
flachen Wasser, auch stellenweise blühend in unansehnlichen Rasen durch 
Cladophora vemnreinigt), Juncus ranarius, Ranunculus confusus, R. 



I] Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. X (1895) p. 277. 



264 



Zweiter Teil. 



fluitans (mehr in den Altwässern des Flusses), Callitriche verna, Elatine 
Hydropiper (wenig), Limosella aquatica (viel), Veronica Anagallis var. 
aquatica. 



2. Beziehungen der Heide zum Erlenbriich. 

Es p,iebt wenig Formationen, die so geringe Beziehungen zur Heide zeigen, 
wie ein Erlenbruch. Die Vegetationsbedingungen beider sind zu grundverschie- 
den, und wenn ich in der Litteratur hin und wieder den Angaben echter Heide- 
pflanzen als Begleiter der Erlen begegnet bin, so kann ich diese Angaben 
entweder als rein irrtümlich oder als ganz ausnahmsweise Vorkommnisse an- 
nehmen. Die echten Erlenbruchpflanzen und die eigendichen Heidegewächse 
schließen sich so gut wie ganz aus. Nur sehr selten sieht man unter ganz 
außergewöhnlichen Bedingungen Heidepflanzen im Erlenbruch, hier hat man es 
aber wohl stets mit secundär veränderten Formationen zu thun; so z. B. in 
Diinengegcnden, wo das nährstoffarme Wasser der Dünenheiden sich um den 
Fuß der Erlenstämme sammelt, fand ich selten Sphagnumpolster um die Erlen- 
stubben und einmal sogar dazwischen etwas Ledum. Sonst aber lässt sich von 
Beziehungen beider Pflanzenvereine wenig sagen. Als ein typisches Pflanzen- 
reiches Erlenbruch sei das folgende geschildert: 

In einem nassen Erlenbruch südlich des Herrenseees bei Straußberg in der 
Prov. Brandenburg hatte sich auf dem Boden des Torfes der charakteristische 
Blättertorf in großer Menge ausgebildet. Mit Herrn Dr. Pritzel beobachtete 
ich dort folgende Pflanzen. An den Stämmen und Stubben: 
Mnium cuspidatum. 



Brachythecium rutabulum (viel), 
Aspidium spinulosum, 
Caltha palustris, 
Cardamine pratensis, 
Ribes nigrum (sehr viel). 

Im Wasser: 
Carex stricta, 
C. elongata, 
C. diandra (wenig), 

Am Rande des Bruches: 
Poa nemoralis (viel), 
Triticum repens, 
Carex digitata, 

Majanthemum bifolium (sehr viel), 
Humulus Lupulus, 
Corylus Avellana, 
Anemone nemorosa, 



Peucedanum palustre, 
Lysimachia Nummularia, 
Mentha aquatica, 
Solanum Dulcamara, 
Galium palustre. 



Lemna minor, 
Calla palustris, 
Iris Pseudacorus, 



Rubus Idaeus, 
Oxalis Acetosella, 
Hedera Helix, 
Lathraea squamaria, 
Stachys palustris, 
Lactuca muralis. 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 265 

In der Fortsetzung des Bruches fand sich humoser, lockerer, zeitweise 
überschwemmter Sandboden, der folorende Flora trug": 



Dicranum scoparium, 
Equisetum pratense (sehr viel), 
Poa nemoralis (viel), 
Scirpus silvaticus (viel), 
Corylus Avellana (sehr viel), 
xAnemone nemorosa (sehr viel), 
Stellaria Holostea, 



Rubus Idaeus, 
Frangula Alnus, 
Oxalis Acetosella (viel), 
Aegopodium Podagraria (viel), 
Vaccinium Myrtillus, 
Pulmonaria officinalis, 
Glechoma hederacea. 



3. BesieJmngcn der Heide zu Wiesen und Wiesenmooreii. 

Viel mannigfaltiger sind die Beziehungen der Heide zu den wiesenähnlichen 
Formationen. Besonders bei der Beschreibung der Heidemoore und bei der 
Entwickelung derselben ist auf Übergangsformationen hingewiesen. Fast kein 
Heidemoor, welches irgendwie vom Menschen in Benutzung genommen ist, be- 
steht ausschließlich noch aus Heidepflanzen. Durch die Menschen oder Tiere 
wird absichtlich oder unabsichtlich, wenigstens hie und da etwas nährstoffreiches 
Material hineingetragen und an diesen Orten giebt es bald, wenn auch mitunter 
nur vorübergehend, eine üppige V^egetation der Wiese oder ähnlichen Forma- 
tionen eigentümlicher I'flanzen. Wird gar das Moor gedüngt, haben die Wiesen- 
pflanzen bald den Vorrang. Aus der Entwickelungsgeschichte der Heidemoore 
geht auch hervor, dass in den eigentlichen Heidegegenden sehr oft ein Heide- 
moor auf einem ausgewachsenen Wiesenmoor entsteht. Ist das Wiesenmoor 
soweit gewachsen, dass die Wurzeln seiner Pflanzen nicht mehr genügend Wasser 
aus dem Grunde ziehen können, so siedeln sich die von den Niederschlägen, 
dem Regen und Tau vegetierenden Heidemoorpflanzen an der Oberfläche an. 
Die natürliche Folge davon ist, dass alle Übergangsformen zwischen beiden 
Pflanzenvereinen zu finden sind. 

Auf der anderen Seite finden sich Übergänge zwischen den trockenen 
Wiesen und trockneren, namentlich grasigen Heiden. Nicht selten sieht man, 
dass kleinere Kuppen innerhalb trocknerer Wiesen typische Heidevegetation 
mit viel Calluna zeigen oder dass zwischen den Wiesen größere Horste 
von Heidepflanzen eingesprengt sind. Besonders in Oberbayern bemerkte ich 
mehrere solche Moore, die zwar typische Wiesenmoore z. T. bereits mehr oder 
weniger starke Anklänge an die Heide zeigen. 

Bei Kolbcrmoor (ca. 550 m ü. d. M.) unweit Rosenheim bilden auf steinigem 
Terrain nahe dem Flusse Salix und Hippophäes größere Bestände. Die 
Steine sind mit blauarrünen Alsfen überzogen und vereinzelte Moosrasen finden 
sich in den Lücken zwischen den abgerollten Steinen, hin und wieder größere 
Flecke von Hypnum purum; sonst waren zu beobachten: 

Poa pratensis, Salix viminalis, 

Bromus erectus, S. hippophaifolia, 



266 



Zweiter Teil. 



Thesium, 

Arenaria serpyllifolia, 
Atrag-ene alpina, 
Reseda lutea, 
Poterium minus, 
Coronilla varia (sehr viel), 
Euphorbia Cyparissias, 
Daucus Carota, 
Gentiana ciliata, 



Thymus sp., 
Alectorolophus major, 
Galium Mollugo, 
Lonicera coerulea, 
Centaurea Scabiosa, 
Erigeron acer, 
Hievacium Auricula 
H. Pilosella. 



Jenseits des Flusses war die Formation viel weniger steinig, augenschein- 
lich viel älter, seit viel längerer Zeit nicht vom Wasser gestöit. Hier war ein 
Buschwald entwickelt und zwar waren auch baumartig vorhanden: 



Picea excelsa (viel), 
Salix alba, 



S. fragilis, 



Quercus, 

Pirus Aucuparia. 



Außerdem wurden an dieser 

Phalaris arundinacca, 

Calamagrostis neglecta, 

Agrostis alba, 

Dactylis glomerata, 

Briza media, 

Melica (uniflora?), 

Arundo Phragmites, 

Aera caespitosa, 

Festuca ovina, 

F. heterophylla, 

F. elatior, 

Carex gracilis, 

C. flava, 

Scirpus lacustris (in Furchen), 

Juncus atratus, 

Epipactis palustris, 

E. latifoHa, 

Salix purpurea, 

Alnus incana, 

A. glutinosa, 

Thalictrum flavum, 

Cardamine amara, 

Berberis vulgaris, 

Parnassia palustris, 



Stelle notiert: 



I Rubus caesius, 
jLathyrus paluster, 
iRhamnus Frano-ula, 
! Rh. cathartica, 

Linum catharticum, 

Lythrum hyssopifolia (??), 

Heracleum Sphondylium, 

Angelica silvestris, 
I Mentha aquatica, 

M. piperita, 

Svveertia perennis, 

Euphrasia officinalis (Rostko- 
viana), 

Stachys palustris, 

Symphytum officinale, 

Alectorolophus major, 

Ligustrum vulgare, 

Viburnum Opulus, 

Cirsium oleraceum (viel), 

Eupatorium cannabinum (stellen- 
weise sehr viel), 

Tussilago Farfara, 

Inula Britannica. 



Zweiter Abschnitt. Beziehiragen der Heide zu anderen Vegetatiönsfomiatior 



en. 



267 



Große Stellen des Moores waren in Acker umgewandelt und stellten an 
den entwässerten Stellen einen recht guten Culturboden dar. 

Bei Haspelnioor in Oberbayern befindet sich das gleichnamige Moor, 
welches eigentlich ein Wiesenmoor ist, aber bereits Anklänge an ein Heidemoor 
zeigt. Das Moor befindet sich etwa 540 m über dem Meeresspiegel, besteht aus 
einem schwarzen oder doch dunklen trockenen, oft sehr festen Moorboden und 
ist meist reichlich feucht, stellenweise sogar sehr nass. Der Torf ist stellenweise 
bis 7 m tief, die unterste Schicht, die auf Thonboden lagert, ist erheblich lockerer 
und faseriger und besteht anscheinend aus den Resten der im Wasser gewachse- 
nen Pflanzen, während die obere schwarze Schicht den echten Wiesenmoortorf 
darstellt. Das Moor, welches jetzt stark ausgetorft wird, befindet sich im Über- 
gangsstadium zum Heidemoor, es ist bereits in der Mitte und in der Richtung 
zum Bahnhof leicht gewölbt. An den erhabeneren Stellen findet sich oft bereits 
echte Heide mit sehr viel Calluna, stellenweise wachsen Sphagnum, Mo- 
linia und Vaccinium uliginosum in einiger Menge. Sonst ist die Vege- 
tation fast ganz die eines Wiesenmoors mit Beimischung einiger Heidemoor- 
pflanzen. Ich beobachtete folgende Arten: 



Einige Hypnaceae, 

Polytrichum commune, 

Lycopodium Selago, 

L. inundatum (an feuchten Stellen), 

Picea excelsa (klein), 

Agrostis canina, 

Phragmites communis (stellenweise 

schwach], 
Aera caespitosa, 
Holcus lanatus, 
Dactylis glomerata, 
Molinia coerulea (stellenweise viel), 
Carex vesicaria, 
Juncus effusus, 
J- lamprocarpus, 
Salix aurita, 
S. repens, 

Betula pubescens (viel), 
Ranunculus repens, 
Parnassia palustris, 
Filipendula Ulmaria, 
Potentilla silvestris, 



Rubus plicatus, 

R. idaeus, 

Trifolium pratense, 

Linuni catharticum, 

Epilobium angustifolium (stellen- 
weise viel)'), 

E. palustre, 

Lythrum Salicaria, 

Heracleum Sphondyliuni, 

Angelica silvestris (viel), 

Lysimachia vulgaris, 

Calluna vulgaris (stellenweise viel), 

Vaccinium uliginosum, 

Gentiana Pneumonanthe, 

Erythraea Centaurium (stellen- 
weise viel), 

Euphrasia officinalis (Rostkovi- 
ana), 

E. Odontites, 

Valeriana officinalis, 

Achillea Millefolium, 

Cirsium palustre. 



i] Als Gegenstück zu diesem Vorkommen an oft recht nassen Stellen sei erwähnt, dass 
Herr Professor AsCHEKSON und ich 1895 eine mehrjährige Pflanze dieser Art auf einer vorsprin- 
genden Kante des Hauses Neißstr. 19 in Görlitz beobachteten. 



268 Zweiter Teil. 



C. oleraceum, 
Bidens tripartitus, 
B. cernuus (beide an ausgetorften 
Stellen], 



Sonchus arvensis, 
Leontodon hastile, 
Hieracium Auricula. 



An den tiefer liegenden Gewässern und Gräben notierte ich: 

Typha latifolia, | Nymphaea alba, 

Sparganium neglectum var. micro- Potentilla palustris, 

carpum, 
Potamogeton natans, 
Lenina minor (viel), 
Carex vesicaria, 



Lythrum Salicaria, 

Cicuta virosa, 

Bidens cernuus var. radiatus. 



In einem Falle beobachtete ich eine Umwandlung eines Heidemoores in 
ein Wiesenmoor, und zwar im östlichsten Hinterpommern bei dem nördlich des 
Dorfes Ossecken im Kreise Lauenburg gelegenen Schnittbruch. Die ganze 
Umgebung des Bruches ist ein sehr interessantes Gemisch und soll deshalb auch 
an dieser Stelle mit berührt werden. 

Es wird hier dem Wasser eines W^aldbaches durch das Vorrücken einer 
Wanderdüne der Ausfluss versperrt, und infolge dessen breitet es sich auf einer 
sandigen Ebene aus, die dadurch in ein Bruch mit offenen Wasserflächen ver- 
wandelt wird, aus denen Typha, Alnus und andere hervorragen. Ein Teil 
des Bruches (zum Jagen 28 gehörig) ist mit 35 jährigen Kiefern bedeckt und 
fuhrt den Namen Brandschonung, weil hier der Wald, dessen verkohlte Reste 
sich nocli überall finden, vor der letzten Aufforstung niedergebrannt ist. Die 
Moosflora dieses Teils ist ungemein reich, fast der ganze Boden ist mit Moosen 
dicht bedeckt, besonders Sphagnum inundatum, Sph. acutifolium, bes. 
in den var. versicolor, var. viride, Sph. fimbriatum, Sph. recurvum, 
bph. cymbifoliummitdervar. squarrosulum und Hypnum cuspidatum, 
bilden große Polster. In dem Gebüsch wachsen in großen Mengen Lyco- 
podium Selago und Daphne Mezereum, nach Westen zu schließt ein 
moosiger, zum Teil mooriger Kiefernhochwald an, in dem zwischen Sphag- 
num acutifolium, Sph. cuspidatum und Hypnum Crista castrensis 
sich Carex pulicans in sehr großen Exemplaren und in dichten Rasen vor- 
findet^ In einer quelligen Schlucht stand Carex echinata X remota mit 
den titern Nach der Seeseite zu ist das Schnittbruch, wie schon erwähnt, von 
einer Wanderdüne abgeschlossen; an jenen Stellen, wo die Sandlage, mit der 
das Moor überschüttet wird, noch nicht sehr stark ist, sieht man zählebige 
rnanzen durch 3-5 Fuß starke Sandschichten allmählich hindurchdringen, so 
juncus lamprocarpus; besonders aber vermögen sich Alnus und Myrica 
^ale die auf diese Weise in den trocknen Flugsand der Düne zu stehen 
kommt, lange zu erhalten. Auf der östlichen stabilen Düne und dem angrenzen- 
den Dunenthal finden sich zahlreich Juncus balticus, Drosera rotundi- 
toha, Dr. anghca, Pirola minor, Erythraea linariifolia und Linaria 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 269 

odora, welch letztere den ganzen Strand bis nach Lübtow, dem westlichsten 
von mir erreichten Punkte, begleitet; und besonders dort, wo durch die Wan- 
derung der Dünen der Sand aus der Umgebung von Grasrasen (Calama- 
grostis und Elymus) fortgeweht worden war, und infolge dessen sich eine 
senkrechte oder gar etwas überhängende Wand von festverfilzten Grasrhizomen 
gebildet hatte, stand sie sehr reichlich blühend und duftend. Im Übrigen zeigten 
sich am Strande häufige Arten. Bei Lübtow sind die mehrfachen meist flachen 
Dünenreihen mit einer Flora der trockenen Dünenheiden oder der Sandfelder 
bedeckt, aber stellenweise finden sich darin feuchte bis nasse Partien, auf denen 
Rhynchospora alba, Rh. fusca, Drosera rotundifolia, Dr. anglica, 
Dr. intermedia, Erythraea linariifolia in Menge wachsen. Hinter der 
ersten Dünenreihe am Strande steht ein schöner Kiefernhochwald, auf dessen 
moosigem Grunde sich Listera cordata (in großer Zahl) und Linnaea borea- 
lis sehr viel finden. — Die auf den Generalstabskarten angegebenen Seen bei 
Lübtow sind bis auf einen (bei Koppalin] abgelassen und zu Wiesen umgewan- 
delt. An einem Feldweg bei Lübtow stand eine polystachische Form von 
Equisetum palustre in dichtem Bestände. 

Wie bemerkt wirkt die menschliche Cultur fast stets vernichtend auf die 
Heidemoore ein, die Flora wird nach und nach verändert. Es ist nun 
interessant zu beobachten, welche Pflanzen bald, welche schwer weichen. Es 
sei deshalb hier noch eine kin-ze Schilderung eines solchen alten cultivierten 
Moores gestattet, desjenigen von den mir bekannten, bei dem die Cultur seit 
der längsten Zeit bekannt ist. 

Im Nordwesten grenzen an das bei der Besprechung der Heidemoore be- 
schriebene große Bielawa-Bruch im westpreußischen Kreise Putzig jene großen 
saftigen Wiesenflächen, die zu der holländischen Ansiedelung Kar\venbruch') 
gehören und wahrscheinlich durch Jahrhunderte lange mühevolle Arbeit aus 
einem Heidemoor hervorgegangen sind, dessen Spuren sich noch durch große 
Mengen von Myrica verraten, welche die am Strande gelegenen Wiesengräben 
einfassen, sowie durch feuchtere Sandflächen im Süden mit Erica Tetralix, 
Drosera rotundifolia, Juncus squarrosus u. a. Das Dorf selbst, von 
dem man sagt, es nähme eine Quadratmeile Raum ein, besteht fast nur aus 
zwei etwa i km von einander getrennten Reihen ungemein weitläufig gebauter 
niedersächsischer Häuser. Auf den Wiesen finden sich kaum irgendwie interes- 
sante Pflanzen, außer etwa Erythraea linariifolia; in den großen Abzugs- 
gräben wachsen Potamogeton alpinus und an einer Stelle unweit des Strandes 
Nuphar puniilum, als Ruderalpflanze und Unkraut tritt stellenweise besonders 
bei Wende's Gasthof Silene gallica zahlreich und constant auf 



1) Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX (1895) p. 285. 



270 



Zweiter Teil. 



4. Beziehungen der Heide zu waldigeti Formationen. 

Auch über diese Beziehungen ist oben schon einiges gesagt worden. Es 
ist festgestellt, wie bei der Verheidung eines Waldes Calluna mit ihren Be- 
gleitern einwandert und wie bei der »Waldheide« sich Formationen finden, bei 
denen Heide und Wald innig vereint erscheinen. 

Wie bereits früher bemerkt, sind Wiesenmoore und Wcilder sehr nahe ver- 
wandte Formationen, es sind deshalb auch ihre Beziehungen zur Heide durchaus 
ähnlich. Wie sich alle erdenklichen Übergänge zwischen Wiesenmoor, Wiese 
und Wald finden, sind auch solche zwischen den Wäldern und der Heide zu 
bemerken. Oft sind nur ganz kleine Flecken, ein Stückchen stärker sandigen 
Landes oder etwas Rohhumus mit Heide bedeckt, alles übrige ist echte Wald- 
flora. Ich habe einige Wälder, die entschieden nicht den Heidewaldungen zu- 
gezählt werden können, die aber durch ihre Pflanzenzusammensetzung ein 
charakteristisches Bild ihrer Vegetationsbedingungen und der Beziehungen der 
betreffenden Waldformation zur Heide geben, beobachtet. Die typischen seien 
hier kurz erwähnt. 

Die »Wiesen«, die in der Nähe der Küste gelegen zum Teil zur Provinz 
Westpreußen, teils schon zu Pommern gehören '), bestehen aus kleineren Wald- 
horsten aus Kiefern oder Eichen, zwischen denen sich breite, oft heidige Wiesen- 
streifen mit Buschwerk hindurchziehen. - An einem Orte wuchs folgende Pflanzen- 
gesellschaft durcheinander: 



Webera nutans, 
Pellia epiphylla, 
Hypnum squarrosum, 
Pinus silvestris 
Juniperus communis, 
Anthoxanthum odoratum, 
Calamagrostis epigea, 
C. neglecta, 
Holcus mollis, 
H. lanatus, 
Aera flexuosa, 
Avena pubescens, 
Sieglingia decumbens, 
Briza media, 
Carex Goodenoughii 
C. panicea, 
C. acutiformis, 
Luzula campestris, 
Convallaria majalis, 
Majanthemum bifolium. 



Iris sibirica, 
Gladiolus imbricatus, 
Myrica Gale, 
Populus tremula, 
Orchis maculatus, 
Piatanthera bifolia, 
Salix aurita, 
S. rosmarinifolia, 
Betula verrucosa, 
Quercus pedunculata, 
Rumex Acetosa, 
R. Acetosella, 
Polygonum Bistorta, 
Silene venosa, 
Ranunculus repens, 
R. acer, 

Thalictrum flavum, 
Filipendula Ulmaria, 
Potentilla silvestris, 
Vicia Cracca. 



li Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX ,1895: p. 288. 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zn anderen Vegctationsformationen. 271 



Linuni catharticum, 
Frangula Alnus, 
Hypericum perforatum, 
Laserpitium prutenicum, 
Carum Carvi, 
Erica Tetralix, 
Calluna vulgaris, 
Vaccinium Myrtillus, 
V. Vitis idaea, 
V. Oxycoccus, 
Lysimachia vulgaris, 
Alectorolophus major, 
Melampyrum pratense, 
M. nemorosum, 
Galium Mollugo, 
G. boreale, 



Valeriana officinalis, 

V. dioeca, 

Succisa pratensis, 

Campanula persicifolia, 

C. glomerata, 

C. patula, 

C. rotundifolia, 

Chrysanthemum Lcucanthemum, 

Cirsium palustre, 

Centaurea Jacea, 

Hieracium umbellatum, 

Hypochoeris glabra, 

H. radicata, 

Achyrophorus maculatus, 

Leontodon hispidus, 

Scorzonera humilis. 



Unweit Dembeck findet sich auf einem mäßig feuchten festen Sandboden 
vereinzelt Schoenus ferrugineus. 

Bei der Czarnaumündung gleichfalls in Westpreußen finden wir einen zu- 
sammenhängenden Wald'), der zwar meist noch den gewöhnlichen Charakter 
eines Dünenwaldes trägt, aber etwas westwärts bei dem Dorfe Karwen in einen 
dichten Mischwald übergeht, in dem zwar Pinus noch den Hauptbestand bildet 
und die Flora sich zumeist aus Heidegewächsen zusammensetzt, in dem aber 
Betula verrucosa, B. pubescens, Alnus glutinosa, A. incana, (A. pu- 
bescens), Acer platanoides, Tilia ulmifolia und die wohl aus Anpflan- 
zungen verwilderten Picea excelsa, Acer Pseudoplatanus und Ligustrum 
vulgare eine erhebliche Beimischung bilden. Als Niederpflanzen beobachtet 
man hier an einer Stelle: 



Peltigera canina, 

Cladonia fimbriata, 

Cl. rangiferina, 

Cl. rangiformis, 

Dicranum scoparium (sehr viel], 

Hypnum Schreberi (sehr viel), 

Lycopodium annotinum, 

L. clavatum, 

Juniperus communis, 

Holcus mollis, 

Aera caespitosa 

A. flexuosa. 



Festuca rubra var. F. arenaria, 

Calamagrostis arenaria, 

C. baltica, 

Hordeum (Elymus) arenarium, 

Carex arenaria, 

C. Goodenoughii (in Vertiefungen), 

Salix repens und var. S, argentca. 

S. pomeranica, 

Empetrum nigrum, 

Rhamnus cathartica, 

Frangula Alnus, 

Calluna vulgaris, 



1} Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX .1895: p. 285 



272 



Zweiter Teil. 



Erica Tetralix, 
Jasione montana, 
Gnaphalium dioecum, 
Artemisia campestris, 



Solidago Virga aurea, 
Hieracium umbellatum, 
Leontodon autumnalis; 



die Bäume sind sehr dicht mit Flechten überwuchert (Parmelia saxatilis, 
Ramalina fraxinea, Evernia furfuracea, Bryopogon jubatum). Der 
unmittelbar benachbarte, sich vor dem Dorfe Karwenbruch ausdehnende Strand- 
wald ist aus sehr verschiedenen Formationen zusammengesetzt; während wir im 
östlichen Teile nur kleinere Kiefern (darunter vollständig niederliegende Formen) 
und später einen mittelhohen trockenen Eichenbestand antreffen, hat sich stellen- 
weise ein feuchter Laubwald ausgebildet. In dem Eichenwalde, der sich an der 
Düne emporzieht, beobachtete ich: 



Pteridium aquilinum, 

Pinus silvestris (Baum), 

Juniperus communis, 

Anthoxanthum odoratum, 

Agrostis vulgaris, 

Calamagrostis epigea, 

C. arenaria, 

C. baltica, 

Holcus lanatus, 

Poa pratensis, 

P. trivialis, 

Arundo Phragmites, 

Triticum repens, 

Hordeum (Elymus) arenarium, 

Carex arenaria, 

Convallaria majalis, 

Polygonatum multiflorum, 

Allium oleraceum, 

Epipactis latifolia, 

Myrica Gale, 

Populus tremula, 

Salix pomeranica, 

S. argentea, 

S. Caprea, 

Betula pubescens, 

Alnus glutinosa, 

A. in Ca na (besonders am Graben 

der Landseite), 
Corylus Avellana (wenig), 
Quercus pedunculata, 



an 



Fagus silvatica (strauchartig), 
Ribes rubrum, 
Pirus Malus, 



communis 



prae- 



P. aucuparia, 

Crataegus monogyna, 

Rubus caesius (auch var. 
currens) (viel). 

R. plicatus, 

Fragaria vesca, 

Rosa tomentosa, 

R. canina (in der doppeltgezähnten 
Form), 

Prunus spinosa, 

Pr. Padus (auf den Dünen niederlie- 
gend mit wurzelnden Zweigen), 

Euonymus europaea, 

Rhamnus cathartica, 

Frangula Alnus (beide ziemlich viel), 

Hypericum perforatum, 

Hedera Helix (viel), 

Peucedanum Oreoselinum, 

Anthriscus silvestris (sehr viel), 

Pimpinella Saxifraga, 

Lysimachia vulgaris, 

Fraxinus excelsior, 

Veronica Chamaedrys, 

Linaria vulgaris, 

Solanum Dulcamara, 

Galium MoUugo, 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationcn. 273 



Viburnum Opulus, 
Knautia arvensis, 
Campanula rotundifolia, 
Solidago Virga aurea, 
Achillea Millefolium , 

Unter Buchen finden wir etwa 
Mnium cuspidatum, 
Hypnum cupressiforme mit 

var. filiforme, 
Juniperus communis, 
Milium effusum, 
Aera flexuosa, 
Melica nutans, 
Dactylis Aschersoniana, 
Poa trivialis, 

Polygonatum multiflorum, 
Majanthemum bifolium, 
Convallaria majalis, 
Piatanthera bifolia, 
Populus tremula, 
Quercus pedunculata, 
Corylus Avellana, 
Stellaria Holostea, 
Anemone nemorosa, 
Ribes alpinum, 



Artemisia campestris, 
Hieraciuni umbellatum, 
Hypochoeris radicata, 
Leontodon autumnale. 



folgende Flora: 

Pirus communis (auch am Rande), 
der P. aucuparia, 

iRosa canina [besonders in der ein- 
I fach gezähnten Form), 
Fragaria vesca, 
Prunus Padus, 
Oxalis Acetosella, 
Frangula Alnus, 

Hypericum pcrforatum (am Rande), 
Anthriscus silvestris, 
Peucedanum Oreoselinum (am 

Rande), 
Veronica Chamaedrys, 
Galium Mollugo, 
Viburnum Opulus, 
Achillea Millefolium (am Rande), 
Solidago Virga aurea, 
Hieracium tridentatum, 
H. umbellatum. 



Beim Übergang dieses Bestandes in einen Mischwald von Pinus silvestris 
und Quercus pedunculata stellten sich noch Piatanthera chlorantha (nebst 
Bastard mit PL bifolia), Epilobium angustifolium (besonders an der Dünen- 
seite) und Scrophularia nodosa ein. An einer anderen Stelle unter Eichen 
wuchsen Polygonatum multiflorum und Convallaria majalis in dichten 
Beständen, die Exemplare der ersteren hatten eine Höhe bis zu i m erreicht, 
nicht weit davon fand sich in Menge der interessante Rubus caesius var. 
praecurrens, der keine im zweiten Jahre blühenden Schösslinge besitzt, son- 
dern wie R. saxatilis die blütentragenden Zweige aus der Erde hervortreibt. 
Im westlichen Teile besteht der Wald aus hochstämmigen alten Kiefern, unter 
denen Rosa glauca ziemlich viel steht. 

Der Ossecker Wald^) im östlichen Hinterpommern, zum größten Teil mit 
Kiefern bestanden, birgt auch Partien schönen Buchen- oder Mischwaldes. Die 
Flora der Laub- und Nadelwaldpartien unterscheidet sich hier nicht so scharf 



I) Schriften Naturf. Ges. Danzig N.F. IX ,1895, p. 289. 
Graebner, Die Heide. 



18 



274 



Zweiter Teil. 



von einander, wie wir es sonst gewohnt sind; so fand ich an einer Stelle des 
Kiefernwaldes auf mäßig feuchtem Sandboden folgende Flora: 



Hypnum Schrcberi (sehr viel], 

Aspidium spinulosum, 

Phegopteris Dryopteris, 

Lycopodium clavatum (sehr viel], 

Juniperus communis, 

Anthoxanthuni odoratum, 

Aera flexuosa, 

Poa trivialis, 

P. nemoralis, 

Carex pilulifera, 

C. verna, 

Juncus effusus, 

Luzula pilosa, 

L. campestris, 

Betula verrucosa, 



Runiex Acetosella, 

Moehringia trinervia, 

Rubus Idaeus, 

Sorbus aucuparia, 

Viola silvatica, 

V. canina, 

Calluna vulgaris (wenig), 

Vaccinium Myrtillus, 

V. Vitis idaea, 

Trientalis europaea (sehr viel), 

Veronica officinalis, 

V. Chamaedrys, 

Melampyrum pratense, 

Hypochoeris radicata, 

Lactuca niuralis. 



Am Rande des Bestandes, nach dem Wege zu, kamen noch folgende 
Pflanzen hinzu: Agrostis vulgaris, Aera caespitosa (viel), Weingaertneria 
canescens, Poa pratensis (viel), Nardus stricta, Calluna vulgaris (zahl- 
reicher), Plantago lanceolata, Thymus Serpyllum, Jasione montana, 
Campanula rotundifolia, Leontodon autumnalis. Nicht gar weit von 
dem geschilderten Kiefernbestand war in einem Buchenhochwald in der Nähe 
des Schn.ttbruches eine Flora entwickelt, die wenig den übrigen Buchenwäldern 
eigentümliche Züge zeigte; ich beobachtete dort an einer Localitäf 



Cladonia rangiferina, 
Polytrichum juniperinum, 
Thuidium tamariscinum (viel), 
Hypnum Schreberi, 
Hylocomium splendens, 
Pteridium aquilinum, 
Lycopodium annotinum, 
Aera flexuosa, 
Carex pilulifera. 



Luzula campestris, 
L. pilosa, 

Majanthemum bifolium, 
Lathyrus montanus, 
Empetrum nigrum (viel], 
Calluna vulgaris, 
Vaccinium Myrtillus (sehr viel), 
V. Vitis idaea (viel), 
Melampyrum pratense. 



Mischwald, vorherrschend Kiefern südlich vom Herrensee bei Straußberg 
all maßig feuchtem, nur verhältnismäßig schwach ausgelaugtem sandigem 

wiTi R •^" , ^'""'' "^ ""'' ^^'^'^"^ ^^^^^"d^ Mischwaldflora mit einigen 
^\enlgen Heideelementen notieren: 

Cladonia-Anfiüge, i w^k 

n;^.o II 1. vVebera nutans, 

Uicranella heteromalla j^ u , 

*^^' iLeucobryum g aucum, 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 275 



Polytrichum juniperinum, 
Hypnum Schreberi (viel), 
Juniperus communis, 
Agrostis vulgaris (sehr viel], 
Triticum repens, 
Carex digitata (viel), 
Luzula pilosa, 
L. campestris, 
Carpinus (wenig], 
Betula verrucosa (wenig], 



Corylus (wenig), 
Silene Otites, 
Viola canina, 
Oxalis Acetosella, 
Vaccinium Myrtillus, 
Campanula rotundifolia, 
Erigeron acer, 
Lactuca muralis, 
Hieracium murorum. 



An einer Senkung herrschten vor: 

Pteridium aquilinum, 
Juniperus communis (viel), 
Luzula pilosa, 
Quercus, 
Corylus, 

Fagus silvatica (am Rande, an dem 
der Boden deutlich mergelhaltig war. 



mit ihr vielLamium Galeobdolon], 
Anemone nemorosa, 
Fragaria vesca, 
Sorbus aucuparia, 
Oxalis Acetosella, 
Vaccinium Myrtillus. 



Bei Grafing in Oberbayern befindet sich in der Richtung auf München ein 
Fichtenwald auf steinigem Diluvialsande, der auf der Oberfläche bis 3 cm dicke 
Rohhumusschichten trägft. Auf dem Rohhumus steht stellenweise Calluna in 
größeren oder kleineren Rasen. Ziemlich dasselbe Bild wiederholt sich beim 
Übergang in Kiefernwald und später in Eichen- und Birkenwald. Die Birken 
stehen vorzugsweise auf den Moränenbildungen. 

Wie überhaupt in den Gebirgen die charakteristischen Formationen der 
Ebene, die in der Regel aus einer Gesellschaft ganz bestimmter Pflanzen be- 
stehen, mehr fehlen und viel mehr Mischungen und Übergänge zeigen, so trifft 
man dort in den Gebirgen nicht selten auch Fichtenwaldungen, die in ihren 
einzelnen Teilen deutliche Anklänge an Heideformationen zeigen. Zwei solche 
Wälder sah ich z. B. im mährischen Gesenke. 

Auf dem Wege von Würbenthai nach dem bekannten Badeorte Karlsbrunn 
passiert man einen lichten Fichtenwald mit buckeligem Boden. In den Sen- 
kungen steht stellenweise Wasser, auf den großen Erhebungen ist der Boden 
stellenweise recht trocken, an den Hängen wächst mitunter in einiger Menge 
Calluna mit Vaccinium Mvrtillus und V. Vitis idaea. Sonst zeigen sich 



nur wenige Heideelemente. 



Catharinea, 
Mnium hornum, 



D 



icranum scoparium, 



Polytrichum juniperinum, 



Hypnum Schreberi, 
Amblystegium serpens, 
Hylocomium splendens, 
Aspidium Filix mas, 

i8* 



276 



Zweiter Teil. 



Phegogteris Dryopteris, 
Athyrium Filix fcmina, 
Abies alba, 
Agrostis alba, 
Poa serotina, 
Carex digitata (viel), 
Luzula pilosa, 
Paris quadrifolia, 
Epipactis latifolia, 
Urtica dioeca, 
Ranunculus repens, 
Turritis glabra, 
Pirus aucuparia, 
F'ragaria vesca, 
Oxalis Acetosella (sehr viel), 
Geranium Robertianum, 

Im Wasser und Schlamm waren: 
Mnium undulatum, 
Thuidium tamariscinum, 



Impatiens Noli tangere, 
Viola canina 

Epilobium angustifolium, 
E. montanum, 
Veronica officinalis, 
V. Chamaedrys, 
Linaria spec, 
Lamium Galeobdolon, 
Sambucus Ebulus, 
Lonicera Xylosteum, 
Petasites albus, 
Lappa nemorosa, 
Senecio Fuchsii, 
Lactuca muralis, 
Crepis spec, 
Hieracium murorum. 



Urtica dioeca, 
Cardamine amara, 



Conocephalus (Fegatella) conicus, i Callitriche verna 



Agrostis spec. (flutend), 
Carex remota. 



Myrrhis odorata, 
Galium spec. 



In der Nähe war an einer Stelle Rubus odoratus völlig ver^vildert, der 
SK;h überhaupt ,n dieser Gegend hin und wieder ganz spontan findet. In einer 

Mulde bemerkte ich noch: 



Catharinea, 

Mnium hornum, 

M. spec, 

Hypnum purum, 

Hylocomium splendens, 

Carex pilulifera, 

C. digitata, 

Rumex Acetosella, 

Cerastium triviale 

Fragaria vesca, 

Pirus aucuparia (klein). 



Viola canina, 

Epilobium cf. Lamyi, 

Pirola uniflora (viel), 

Galium rotundifolium (viel), 

Lonicera Xylosteum, 

Senecio Fuchsii (klein), 

Cnsium arvense in der mannshohen, 

kleinköpfigen flachblätterigen Form 

der Gebirgswälder, 
Prenanthes purpurea. 



Fichten vir '",^"™>^birge bemerkte ich einen ziemlich artenreichen 
o^er S 'vawV" '""^;"'''"" Weise eine Florenmischung der echten Laub- 
sind fa so tr V ? " ""'="'" ''''''"''"" "«■''«'^■"-ten enthielt. In Gebirgen 

dortiuers auf hu^rr"""'."" ^™"'^'' "^'=*™P' häufiger. Ich notierte 
zuerst auf buckehgem steinigem Terrain im mäßig dichten Wald: 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 277 



Epipactis (latifolia?), 
Stellaria media var. pallida, 
(Ribes Grossularia), 
Prunus spinosa, 
Oxalis Acetosella, 
Acer platanoides, 
(Aegopodium Podagraria), 

An dichten Stellen wuchsen: 

Aspidium Filix mas, 
Poa sero tina, 
Urtica dioeca, 
Rubus Idaeus, 



(Heracleum j, 

Veronica Chamaedrys, 

Sambucus nigra, 

Senecio Fuchsii (schwache Pflanzen), 

Lactuca muralis, 

Hieracium murorum. 



Pirus aucuparia, 
Geranium Robertianum, 
Oxalis Acetosella (sehr viel), 
Epilobium montanum. 



An einer anderen Stelle etwas dahinter sah ich: 



Aspidium dilatatum, 
Luzula pilosa, 
Ranunculus acer, 
Philadelphus coronarius (!^, 
Viola silvatica, 
Acer Pseudoplatanus, 



Vaccinium MyrtiUus, 
(Calluna vulgaris), 
Lamium Galeobdolon, 
Asperula odorata, 
Campanula rapunculoides, 
Petasites albus. 



Auf einigen Buckeln wuchsen viel Hylocomium splendens, und da- 
zwischen Coralliorrhiza innata, zwischen dem Nadelschutt an einem Ab- 
hang standen Russula emetica, Catharinea, Amblystegium serpens, 
Phegopteris Dryopteris, Luzula campestris, Pirola secunda und Ga- 
Hum rotundifolium. An einem quelligen Orte waren Mnium undulatum, 
M. hornum, Thuidium abietinum, Circaea alpina und Impatiens Noli 
tangere, letztere viel von Erysibe befallen. Hierbei war interessant zu be- 
merken, dass die von Erysibe befallenen Pflanzen nur kleistogam, die gesun- 
den aber zahlreich chasmogam blühen. 



5- Bezielmngen der Heide zu den steppenartigen Vegetationsformationen. 

Wenige Formationen sind so oft venvechselt und missverstanden worden 
als die Steppen und Heiden. Selbst in namhaften Pflanzengeographien finden 
sich die Begriffe nicht geklärt. Bei der Entwickelung der Heide und der Be- 
sprechung ihrer Vegetationsbedingungen ist auf die großen Unterschiede hin- 
gewiesen worden. Während bei den heidigen Formationen der Zwergwuchs 
durch die Nährstoffarmut veranlasst ist, ist der Zwergwuchs der steppenartigen 
Vegetationsformationen, wenn anders man überhaupt von einem solchen sprechen 
kann, durch zeitweise starke Trockenheit verursacht worden. Gerade diejenigen 
den Steppen in weiterem Sinne angehörigen Formationen, die nur aus niedrigen 
Zwergsträuchern oder auch aus Kräutern bestehen, wie gewisse Macchien des 
Mittelmeergebiets, die Garigue und andere, haben wegen einer gewissen 



278 Zweiter Teil. 

habituellen Eigentümlichkeit zur Vermengung und Verwechselung mit Heiden 
Veranlassung gegeben. 

Es würde hier zu weit führen, Beispiele aller dieser Formationen zu beschrei- 
ben, die in ihrer charakteristischen Ausbildung in Pflanzengeographien und 
Schilderungen des Mittelmeergebietes dargestellt sind. Zudem liegen sie uns 
zu entfernt und enthalten zu fremde Bestandteile, um einen klaren Vergleich 
mit den deutschen Heiden abzugeben. Für uns kommt nur die mitteleuro- 
päische Steppe, die eine ganze Reihe solcher Zwerggehölze trägt und in der 
Tracht meist buschigen Heiden ähnlich ist, und die ihr nahe verwandte For- 
mation der sonnigen pontischen Hügel, die wir besonders im nordöstlichen 
Deutschland, hauptsächlich in der Nähe der Ufer der großen Flüsse entwickelt finden, 
in Betracht. Diesen letzteren würde sich dann die Vegetation der Ruderalsteilen 
anhangsweise anschließen, die, wenn sie auch wohl kaum noch Beziehungen zur 
(wenigstens zur unberührten] Heide zeigt, doch als eng an die Formation der 
pontischen Hügel, vielleicht als eine Vorstufe zu ihr betrachtet zu werden 
verdient. 

a. Die echte Steppe, soweit sie hier bei der Heideformation in Betracht 
kommt, enthält zahlreiche Zwergsträucher, die für viele Steppen charakteristi- 
schen riesigen Stauden und Gräser darf sie nur in mäßiger Zahl besitzen, wenn 
sie nicht jede auch äußere Ähnlichkeit mit der Heide verlieren soll. Es seien 
deshalb hier einige charakteristische Partien der ungarischen Steppe geschildert. 

Ein großer Teil der ungarischen Puszta ist mit jener eigentümlichen For- 
mation des Kleinpappelwaldes bedeckt, der, wie mir BernäTSKY auf unseren 
Wanderungen mitteilte, vielfach von den ungarischen Dichtern besungen ist '). 
Diese ungarisch törpe nyärfa erdö (d. h. Zwerg, Populus nigra, Wald] ge- 
nannte Formation bedeckt auf feinsandigem Dünenterrain weite Strecken. Der 
Boden ist wellig und die Pappeln sind bis über mannshoch. Es ist deshalb 
sehr schwer sich zu orientieren, denn die Pappeln verwehren, wenn sie auch sehr 
locker stehen, meist mehrere Meter von einander entfernt, auch wenn man auf 
den höheren Dünenerhebungen steht, den freien Ausblick. Man kann nur 
kürzere Strecken übersehen und wehe dem Wanderer, der die Richtung auf sein 
Ziel nicht eingehalten hat. In einem solchen südlich von Budapest auf der 
großen Donauinsel Csepel gelegenen Kleinpappelwald beobachtete ich folgende 
Pflanzen : 



l) A. V. Petöfi: Kutyakaparo (der Name einer Csärda; »Und wie sie selbst diese Csarda, 
So siehts auch um sie aus, Ringsherum endlose Sandbuzken (Dünen), Im nackten Sande kommt 
kaum fort Ein Fliederbusch Sambncus Ebulus), Der seine schwarzen Früchte allsommerlich 
unlustig bringt . . . .« In einem anderen (iedicht dieses größten ungarischen Dichters betitelt: 
Az alföld {das Alföld, Tiefland) heißt es: »Bei der Csarda ist ein gelber Wald aus zwergigen 
Pappelbäumen (Popnlus nigra] In mit Königsmelonen (Tribulus terrestris) bewachsenem 

^^^'^ Dort blüht das melancholische Waisenmädchenhaar (Stupa pennata und die 

blaue Blüte des Eselsbrodes Echinops ruthenica). 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Yegetationsformation 



en. 



279 



Rhaconiitrium canescens, 

Juniperus communis (darunter viel, 
stellenweise ausschließlich, die Abart 
Weckii), 

*Stupa (= Stipa) Grafiana (viel), 

Panicum glaucum, 

Agrostis spec. (?), 

Koeleria (sehr viel), 

Festuca glauca, 

Calamagrostis spec, 

Polygonatum latifolium (unter Ge- 
büsch), 

Populus alba, 

Kochia arenaria, 

Gypsophila panniculata, 

G. fastigiata, 

Melandryum album, 

Dianthus plumarius, 

Silene Otites, 

Polygonum arenarium, 

Alyssum montanum, 

Berberis vulgaris (wenig), 



Sedum acre, 
S. maximum, 
Astragalus virgatus? 
Cytisus austriacus (viel), 
Rhamnus cathartica, 
Tithymalus Cyparissias, 
Linum austriacum, 
L. hirsutum, 

Helianthemum Fumana (viel), 
Peucedanum arenarium, 
Solanum Dulcamara, 
Euphrasia lutea, 
Verbascum Lychnitis, 
Stachys rectus, 
Scabiosa ochroleuca, 
Artemisia campestris, 
Centaurea spec. (äff. rhenana), 
Helichrysum arenarium, 
Solidago Virga aurea, 
Tragopogon floccosus, 
Crepis hyoseridifolia, 
Hieracium echioides. 



Am Ufer der Donau, an feuchteren Stellen fand sich in der Nähe mensch- 
licher Ansiedelungen folgende ruderale Flora auf dem etwa 20° nach Westen 
geneigten Boden: 



Amarantus retroflexus, 

Chenopodium album, 

Polygonum Convolvulus, 

P. aviculare, 

Nigella arvensis, 

Sedum acre (Hillebrandtii), 

Medicago lupulina, 

Reseda lutea, 

Oenothera biennis, 

Tithymalus Cyparissias, 

Torilis spec. 

Eryngium campestre, 

Marrubium peregrinum (stellenweise 

sehr viel), 
Lamium purpureum, 



Leonurus Cardiaca (wenigri, 
Verbascum phlomoides, 
Verbena officinalis, 
Plantago lanceolata, 
Xanthium spinosum, 
X. strumarium, 
Achillea Millefolium, 
Matricaria inodora, 
Chrysanthemum vulgare, 
Erigeron canadensis, 
E. acer, 
Lappa glabra, 
Carduus acanthoides, 
Centaurea Tauscheri. 



Nach oben g-insr die Formation in einen Bestand von Robinia Pseuda- 
cacia über, welche Pflanze sich überhaupt stellenweise in der Puszta fest 



280 



Zweiter Teil. 



eingebürgert hat. Hier fand sich viel Onopordon Acanthium und Carduus. 
— Unten g-anz am Rande des Flusses notierte ich dann: 



Poa annua, 
Urtica dioeca, 
Chenopodium rubrum, 
Polygonum prostratum, 
Rumex maritimus, 
Potentilla supina, 
P. anserina, 



Lotus tenuifolius, 

Malva spec. 

Mentha aquatica, 

M. Pulegium, 

Pulicaria prostrata, 

Chrysanthemum (Tanacetum) vul- 



gare. 



Wo der Boden der Puszta entblößt ist, bedeckt er sich oft zuerst mit 
großen Mengen von Corispermum nitidum, mit welchem dann, besonders 
an kalkhaltigen Orten') sich einfinden: 

Panicum Crus galli (klein\ 

P. glaucum, 

Eragrostis minor, 

Bromus tectorum, 

Tragus racemosus, 

Triticum spec, 

Populus nigra (kleine Sämlinge), 

Cannabis sativa (klein), 

Chenopodium Botrys, 

Corispermum hyssopifolium, 

Polygonum Convolvulus, 

P. prostratum, 

Erysimum spec. (odoratum?), 

Reseda lutea, 

Medicago lupulina (viel), 



Melilotus officinalis (wenig), 

Lotus spec. (wenig und sehr klein), 

*TribuIus Orientalis, 

Oenothera biennis (einzeln), 

Stachys rectus, 

St. annuus, 

Ajuga spec, 

(A. Chia, montana?), 

Lappula Myosotis, 

Plantago lanceolata, 

PI. ramosa, 

Erigeron canadensis (ganz wenig), 

Centaurea Cyanus, 

Matricaria inodora, 

Crepis tectorum. 



An ähnlichen, dichter bewachsenen Stellen wachsen dort auch Colchicum 
arenarium und Ephedra distachya. — Wo der Boden nicht kalkhaltig ist, 
finden wir an solchen entblößten Stellen fast dieselbe Flora, nur herrscht dann 
oft Polygonum arenarium mit Corispermum nitidum, Eragrostis und 
Tribulus vor. 

Die innigen Beziehungen der Steppe zum Walde wieder zeigt sehr deut- 
lich die Vegetation der Moränenhügel bei Wels in Bayern in der sogenannten 
Welser Heide (etwa 400 m über dem Meere). Wo dort die Steinschutthöhen 
am Rande oft durch Wassergewalt ihrer Vegetationsdecke beraubt sind, da 
siedelt sich zuerst eine der Steppenflora sehr verwandte Vegetation an, trotz 
der relativ großen Feuchtigkeit der Standorte. An einem solchen erst kürzlich 
besiedelten Platze notierte ich: 



1) Zwischen Budapest und Rakos-Palota. 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 281 



Moosanflüge, 

Dactylis glomerata, 

Pappelsämlinge, 

Tunica Saxifraga (sehr viel), 

Alyssum calycinum, 

Coronilla varia, 



Daucus Carota (stellenweise sehr viel), 
Torilis Anthriscus, 
Pimpinella Saxifraga, 
Verbascum Lychnitis, 
Scabiosa ochroleuca, 
Cichorium Intybus. 



Wo die Formation etwas älter war, fanden sich außerdem folgende Arten : 



Hypnum purum, 

Avena elatior, 

Silene venosa, 

Sedum mite, 

Anthyllis Vulneraria, 

Medicago lupulina, 

Lotus corniculatus, 

Tithymalus Cyparissias, 

T. Esula, 

Helianthemum Chamaecistus, 

Verbascum Lychnitis, 



Thymus Serpyllum var. Chamae- 

drys, 
Salvia verticlllata, 
Echium vulgare, 
Galium Molluofo, 
Asperula cynanchica, 
Campanula rotundifolia, 
Senecio Jacobaea (vel äff.], 
Centaurea Scabiosa var. (kleinblütig), 
Achillea Millefolium, 
Hieracium Pilosella. 



Eine Formation, die in den meisten Elementen sehr stark an die unserer 
sonnigen (pontischen) Hügel erinnert. Wenn die Vegetation längere Zeit unge- 
stört von den Naturgewalten Wasser und Wind gedeihen kann, finden sich 
schon sehr bald mit den genannten Arten auch Gehölze ein. Es entwickelt 
sich bald ein Wald, der hier in der Welser Heide aus Picea excelsa unter- 
mischt mit Abies alba gebildet wird. Mit den Bäumen treten auch ihre Be- 
gleiter auf, so: 



Amblystegium serpens, 
Hypnum triquetrum, 
Hylocomium splendens, 
Agrostis vulgaris, 
Aera caespitosa, 
Dactylis Aschersoniana, 
Bromus asper (?), 
Brachypodium silvaticum, 
Carex pilulifera, 
Luzula pilosa, 
Fragaria vesca, 
Rubus Sprengelii (viel), 
R. Id 



|Oxalis Acetosella, 
Epilobium angustifolium, 
E. boreale, 

Melampyrum pratense, 
Calamintha Clinopodium, 
Echium vulgare, 
Galium rotundifolium, 
G. Mollugo, 
Sambucus nigra, 
Senecio silvaticus, 
Solidago Virga aurea (wenig), 
Hieracium murorum (wenig). 



aeus, I 

Am Rande fanden sich dichte Gebüsche von Salix Caprea, Quer- 
cus pedunculata, P"rangula Alnus, Cornus mas, Ligustrum vulgare, 
Lonicera Xylosteum und Viburnum Lantana. In einer Senkung ging 
die Formation in ein Erlenbruch mit Fraxinus excelsior, Frangula Alnus 
und Salix Caprea über. 



282 



Zweiter Teil. 



b. Die politischen Hügel sind gleichfalls eine Formation, die vielfach mit 
der Heide verwechselt ist, weil sie neben einigen Zwergsträuchern im Wesent- 
lichen aus nicht hohen Stauden besteht. In typischer Ausbildung haben diese 
sonnigen, mit mergelhaltigem Boden versehenem Hügel kaum irgend eine Pflanzen- 
art mit der Heide gemeinsam; aber auf der oberen Fläche dieser Hügel und 
Höhen ist öfter der Boden stärker ausgelaugt (an den Abhängen A\ird immer 
wieder neuer Boden freigelegt) und dann findet sich eine der Heide mehr oder 
weniger ähnliche Flora an, ja mitunter schließt sich hier eine t>'pische Heide 
an. Zur Charakterisierung der Unterschiede zwischen den pontischen Hügeln 
und der Heide mögen hier einige Beschreibungen recht charakteristischer Ver- 
treter der ersteren folgen: 

Als ein Beispiel mag die Vegetation des vielen märkischen Botanikern 
wohlbekannten Pimpinellenberges bei Oderberg ') angeführt werden. Am West- 
abhang finden wir zwischen einzelnen kleinen, meist wenig über manneshohen 
Kiefern auf wenig ausgelaugtem Sande: 

Sedum reflexum, 



Phleum Boehmeri (viel), 

Koeleria glauca, 

Festuca ovina, 

(Agrostis alba), 

(A. vulgaris), 

Silene chlorantha, 

S. Otites, 

Alyssum montanum (sehr viel), 

Trifolium minus. 



S. mite, 

Tithymalus Cyparissias, 
Euphrasia lutea (viel), 
Thymus Serpyllum, 
Knautia arvensis, 
Hieracium echioides (viel), 
H. Pilosella. 



An der Südseite desselben Berges kennte ich mit AsCHERSON, H. PoE- 
VERLEIN und E. Pritzel folgende Flora constatieren: 



Cladonia rangiferina, 
Ceratodon purpureus, 
(Polytrichum piliferum), 
Hypnum cupressiforme, 
Stupa capillata, 
Phleum Boehmeri, 
Calamagrostis epigea, 
(Agrostis alba), 
(A. vulgaris), 
Koeleria glauca, 
Festuca ovina, 
(Anthericus Liliago), 
Rumex Acetosa, 
Dianthus Carthusianorum, 



D. prolifer, 

Silene Otites, 

S. chlorantha, 

Scleranthus perennis, 

(Sei. annuus), 

Pulsatilla pratensis, 

Alyssum montanum (viel), 

Sedum reflexum, 

S. mite, 

S. maximum, 

Rosa canina, 

Trifolium arvense, 

Tr. agrarium, 

Tr. minus, 



I, Archiv d. Brandenburgia 1898. Naturw. Wochenschr. XlII 189S; p. 546. 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 



283 



Vicia cassubica, 
V. tenuifolia, 
Ononls spinosa, 
Tithymalus Cyparissias, 
Hypericum perforatum, 
Peucedanum Oreoselinum, 
Armeria elongata, 
ConvolvLilus arvensis, 
Calamintha Acinos, 
Thymus Serpyllum, 
Salvia pratensis, 
Veronica Teucrium, 
Euphrasia lutea (sehr viel], 



Scabiosa suaveolens, 
Knautia arvensis, 
Jasione montana, 
Solidag^o Virga aurea, 
Erigeron acer, 
Helichrysum arenarium, 
Artemisia campestris, 
Centaurea panniculata (viel), 
Hypochoeris radicata, 
Chondrilla juncea, 
Hieracium echioides (sehr viel), 
H. Pilosella, 
Scorzonera purpurea. 



Am unteren Teile des Abhangs wuchs sehr viel Peucedanum Oreose- 
linum, dazwischen besonders 



Weingaertneria canescens, 
Koeleria glauca, 
Carex pilulifera, 
Berteroa incana, 
Potentilla cinerea, 
Astragalus g-lycyphylhis, 



Convolvulus arvensis, 
Galium Mollugo, 

Erigeron canadensis (an verwunde- 
ten Stellen), 
Achillea MillefoHum, 
Centaurea Scabiosa. 



Sehr interessant war der Übergang- der Formation auf dem Gipfel des 
Hügels, wo der Sandboden ganz erheblich verwittert, ausgelaugt und oben von 
emer humosen Schicht überdeckt war. Die charakteristischen pontischen Pflan- 
zen traten mehr und mehr zurück und mit dem zahlreicheren Auftreten von 
Calluna vulg-aris vermehrten sich auch die übrigen Heidepflanzen, von denen 
einige sich weiter unten schon spärlich vorfanden: 



Cladonia rangiferina, 
Ceratodon purpureus, 
Polytrichum piliferum, 
Hypnum cupressiforme, 
Festuca ovina, 
Weingaertneria canescens, 
Agrostis alba, 
A. vulgaris, 



Carex ericetorum, 
(Scleranthus perennis), 
Silene Otites, 
Pulsatilla pratensis, 
Thymus Serpyllum (viel), 
Scabiosa canescens, 
Hieracium Pilosella (viel). 



Zugleich mit der Zunahme der Heidepflanzen wurde auch Pinus sil- 
vestris häufiger und höher, und die Formation ging allmählich in einen 
Kiefernwald mit Heidecharakter über. 

An den Rollmannsbergfen bei Schw^edt a. O. wuchsen u. a. 

Avena pratensis, 
Anthericus Liliag-o, 



Dianthus Carthusianorum, 
V'iscaria viscosa, 



284 



Zweiter Teil. 



Thalictrum flexuosum, 
Pulsatilla pratensis, 
Sedum reflexum, 
Medicago minima, 
Trifolium alpestre, 
T. montanum, 
Coronilla varia, 
Vicia tenuifolia, 
Helianthemum Chamaecistus, 
Peucedanum Oreoselinum, 
Primula officinalis, 

Am Briesenberge fanden sich 
Phleum Boehmeri, 
Thesium intermedium, 
Filipendula hexapetala, 
Viola hirta, 
Peucedanum Cervaria, 
Myrrhis bulbosa, 
Cornus sanguinea, 
Stachys rectus, 

Nicht weit davon fand man noch 

Brachypodium pinnatum, 
Carex montana, 
Anemone silvestris, 
Polygala comosum, 
Sanguisorba minor, 



Ajuga genevensis, 
Salvia pratensis, 
Campanula sibirica, 
C. persicifolia, 
Centaurea Scabiosa, 
C. panniculata, 
Onopordon Acanthium, 
Leontodon hispidus, 
Achyrophorus maculatus, 
Scorzonera humilis. 



Veronica Teucrium, 
Orobanche caryophyllacea, 
Vincetoxicum album, 
Asperula tinctoria, 
Campanula bononiensis, 
C. glomerata, 
Chrysanthemum corymbosum. 



Astragalus Cicer, 
Geranium sanguineum, 
Lithospermum officinale, 
Orobanche lutea, 
Chondrilla juncea. 



Am Schwalbenberg wurden beobachtet: 



Thesium intermedium, 
Thalictrum flexuosum, 
Pulsatilla pratensis, 
Potentilla cinerea, 
P. Tabernaemontani, 
Trifolium alpestre, 

Schließlich am Schäferbersr ■ 
Phleum Boehmeri, 
Bromus inermis, 
Thesium intermedium, 
Dianthus Carthusianorum, 
Viscaria viscosa, 
Silene nutans, 
Anemone silvestris, 
Alyssum calycinum, 



Helianthemum Chamaecistus, 
Falcaria sioides, 
Brunella grandiflora, 
Cynoglossum officinale, 
Centaurea panniculata. 



Polygala comosa, 
Saxifraga granulata, 
Crataegus monogyna, 
Sanguisorba minor, 
Potentilla cinerea, 
Filipendula hexapetala, 
Vicia tenuifolia, 
Trifolium montanum, 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu nnderen Vegetationsformationen. 285 



Medicago minima, 
Anthyllis Vulneraria, 
Helianthemum Chamaecistus, 
Falcaria sioides, 
Ajuga genevensis, 
Stachys rectus, 
Salvia pratensis, 
(S. dumetorum), 
Veronica Teucrium, 
Orobanche caryophyllacea, 

Wenig weiter südwärts wachsen: 

Thalictrum flexuosum, 

Th. minus, 

Oxytropis pilosa (sehr viel), 



O. lutea, 

Vincetoxicum album, 
Asperula tinctoria, 
Galium boreale, 
Scabiosa columbaria, 
Campanula sibirica, 
Centaurea panniculata, 
Leontodon hispidus, 
Crepis biennis, 
Scorzonera purpurea. 

Stachys germanicus, 
Melampyrum arvense. 



Einen sehr deutlichen Beweis der nahen Verwandtschaft der Vegetation 
der pontischen Hügel mit der der Ruderal- und Segetalstellen giebt eine Be- 
obachtung, die ich 1897 bei Deutsch-Krone in Westpreußen machte. Dort 
traf ich am großen Radunsee in der Nähe des Klotzowforstes einen mit einer 
Neigung von etwa 15° nach Südosten gelegenen Abhang, an dem infolge 
eines Regengusses der Boden entblößt und brauner mergelhaltiger sandiger 
Lehm abgespült war. Hier hatte sich der Boden mit einer Vegetation von 
Segetal- und Ruderalpflanzen bedeckt und ich notierte folgende Arten: 



Equisetum arvense, 
Phragmites communis (wenig), 
Agrostis Spica venti (viel), 
Bromus secalinus, 
Triticum repens (vereinzelt). 
Rumex crispus, 
Holosteum umbellatum, 
Arenaria serpyllifolia, 
Cerastium triviale, 
Scleranthus annuus, 
Ranunculus repens, 
Papaver Argemone, 
P. Rhoeas, 
Medicago lupulina, 



Anagallis arvensis, 
Convolvulus arvensis, 
Veronica arvensis, 
Lithospermum arvense, 
Myosotis hispida, 
Anthemis tinctoria, 
j Chrysanthemum inodorum, 
Matricaria Chamomilla, 
Achillea Millefolium, 
Cirsium arvense, 
Sonchus arvensis, 
Centaurea Cyanus, 
Taraxacum officinale, 
Crepis tectorum. 



Viola tricolor, 

Rechts und links von dieser Stelle, wo der Boden unverletzt geblieben 
war, wo die frühere Pflanzendecke sich erhalten hatte, standen]; Büsche von 
Crataegus monogyna und vereinzelt Corylus Avellana. Die niedrige Flora 
war die eines pontischen Hügels, die natürlich, wenn erst einige Jahre ver- 
flossen sind, den ihr durch den Regenguss entrissenen Boden wieder einnehmen 



286 



Zweiter Teil. 



und dann die Vertreter der Segetal- und Ruderalflora fast ganz verdrängen 
wird. An dem unverletzten Abhang wachsen: 



Thuidium tamariscinum, 
Hypnum splendens, 
Equisetum arvense, 
Alopecurus pratensis, 
Poa pratensis, 
Calamagrostis Epigea, 
Festuca rubra. 



|Astragalus glycyphyllus, 
Hypericum perforatum, 
Euonymus europaeus, 
Pimpinella Saxifraga, 
Thymus Chamaedrys, 

jCalamintha Acinos, 
Linaria vulgaris, 



Brachypodium pinnatum (am un- Veronica spicata, 

teren Teile nicht blühend), Galium verum, 

Anthericus ramosus (viel), .Artemisia vulgaris, 

Dianthus prolifer, ;Helichrysum arenarium, 

D. Carthusianorum, i Solidago Virga aurea, 

Sedum mite (viel), jCentaurea Scabiosa, 



Agrimonia Eupatoria, 
Medicago lupulina, 



C. panniculata, 
Hieracium Pilosella. 



Am oberen, sehr steilen Teile des Abhanges kamen noch hinzu 



Dactylis glomerata, 
Phleum pratense, 
Poa compressa var., 
Populus tremula (strauchartig) 



Potentilla argentea, 
Trifolium arvense, 
Plantago lanceolata, 
Scabiosa Columbaria. 



c. Die Ruderal- und Segetalstellen sind eine der Formation der pon- 
tischen Hügel sehr nahe verwandte Formation. Ein Teil der Elemente dieser 
Formationen ist sicherlich mit Culturpflanzen etc. eingeführt, aber ein Teil ge- 
hört wohl sicher unserer Flora ursprünglich an. Wenn irgendwo ein Teil 
eines sonnigen Abhanges mit gutem Boden, also eines pontischen Hügels von 
der Vegetation entblößt wird, etwa durch Regengüsse, so bedeckt sich diese 
Stelle meist locker mit charakteristischen Ruderalpflanzen; zwischen diesen gehen 
dann die ausdauernden Arten der pontischen Hügel auf, die, indem sie dichter 
und dichter werden, den einjährigen Species den Boden entziehen (S. 285). 
Diese Ruderal- und Segetalflora bildet also gewissermaßen eine Vorstufe zu 
der der pontischen Hügel. An einem Abhänge südlich des Dorfes Rheda im 
Kreise Neustadt in Westpreußen beobachtete ich an einem solchen Abhänge 
folgende Arten: 

Festuca ovina, 



Agrostis spica venti, 
Rumex Acetosella, 
Melandryum album, 
Silene Otites, 
Arenaria serpyllifolia, 



Scleranthus perennis, 
Papaver spec, 
Stenophragma Thalianum, 
Viola tricolor, 
Erodium cicutarium, 
Myosotis stricta, 



Zweiter Abschnitt. Beziehungen der Heide zu anderen Vegetationsformationen. 



287 



Convolvulus arvensis, 
Knautia arvensis, 
Gnaphalium uliginosum, 
Anthemis arvensis. 



Senecio vernalis, 
Erigeron canadensis, 
Achillea Millefolium, 
Centaurea Cyanus. 



Um ein klares Bild der charakteristischen Arten ruderaler Orte zu geben, 
wird es gut sein, sich ein Bild der Straßenflora kleinerer Ortschaften zu 
machen. In manchen Städten ist diese Vegetation sehr artenreich. Am zahl- 
reichsten waren die Pflanzen in Oderberg ^) in der Mark. Dort konnte ich mit 
P. AsCHERSON, H. Poeverlein und E. Pritzel im Sommer 1896 folgende 
Pflanzen in bestimmbarem Zustande notieren: 



Cystopus candidus (auf Capsella 

bursa pastoris), 
Barbula muralis, 
Agrostis vulgaris, 
A. spica venti, 
Dactylis glomerata, 
Poa annua, 
P. compressa, 
Bromus tectorum, 
Lolium perenne, 
Triticum repens, 
Hordeum murinum, 
Juncus compressus, 
J. glaucus, 
Urtica urens, 
U. dioeca, 
Rumex crispus, 
Polygonum aviculare, 
P. nodosum, 
Chenopodium glaucum, 
Ch. album, 
Atriplex patulum, 
Amarantus retroficxus, 
A. Blitum, 
Ranunculus repens, 
Chelidonium majus, 
Papaver Argemone, 
Lepidium ruderale, 
Sisymbrium officinale, 
Raphanistrum silvestre, 
Barbarea lyrata, 



Nasturtium silvestre, 

Capsella Bursa pastoris, 

Erysimum cheiranthoides, 

Reseda odorata, 

Ribes Grossularia (Rinnsteinrand am 

Markt), 
Spergula arvensis, 
Sagina procumbens, 
Cerastium triviale, 
Stellaria media, 
Potentilla reptans, 
P. anserina, 
Trifolium arvense, 
Tr. repens, 
Medicago sativa, 
Geranium pusillum, 
Sium latifolium, 
Daucus Carota, 
Coriandrum sativum, 
Torilis Anthriscus, 
Lamium purpureum, 
Elsholzia Patrinii, 
Glechoma hederacea, 
Stachys palustris, 
Mentha aquatica, 
Lycium halimifolium, 
Veronica aquatica, 
V. scutellata, 
Plantago major, 
PI. lanceolata, 
Galium palustre, 



1) Archiv d. Brandenburgia .895. Naturw. Wochenschr. XIII 1898), p. 544. 



288 



Zweiter Teil. 



Erigeron canadensis, 
Gnaphalium ulig-inosum, 
Bidens tripartitus, 
Achillea Millefolium, 
Chrysanthemum inodorum, 
Chr. Parthenium, 
Artemisia vulgaris, 
A. campestris, 

also mit Sicherheit erkennbar 77 Arten. 



Tussilago Farfara, 
Senecio vulgaris, 

o 7 

Cirsium arvense, 
Crepis tectorum, 
Leontodon autumnale, 
Taraxacum vulgare, 
Sonchus asper, 
S. oleraceus: 



Register. 



Da in diesem Buche auch sämtliche in Norddeutschland auf offnem Boden vorkommenden asi- 
phonogamen Pflanzen (Algen, Pilze, Flechten, Moose) soweit als irgend möglich berücksichtigt 
sind xind sich die Autorencitate derselben meist nur mit größerer Mühe erlangen lassen, habe 
ich es für zweckmäßig gehalten, des besseren Verständnisses halber auch stets die Autoren der 
Gattungsnamen beizufügen, auch wenn der Gattungsname nicht ohne Speciesnamen im Texte 

vorkommt. 



Abi es Tourn. 



alba Mill. 276, 281. 

Acer L. 

platanoides L. 50, 245, 247, 277. 

Pseudoplatanus L. 271, 277. 

Achillea Vaill. 

■ Millefoliiim 149, 151, 15g, 166, 

196, 209, 216, 219, 226, 241, 246, 
247, 257, 259, 267, 273, 279, 281, 
283, 285, 287, 288. 

Ptarmica L. 159, 204, 209, 216, 



219, 226. 

salicifolia Bess. 56. 

Achnantidium Ktz. 

coarctatum Breb. 174. 

Achyrophorus Scop. 

maculatus (L.j Scop. 238, 271, 

284. 

Aconitum Tourn. 

Napellus L. 194. 

Acorus L. 

Calamus L. 195, 

Actaea L. 

spicata L. 160. 

Adlerfarn 244. 
Aegopodium L. 

Podagraria L. 196, 265, 277. 

Aera L. (Aschers.) 

caespitosa L. 150, 253, 266, 267, 

271, 274, 281. 

■ caryophyllea L. 155, 161, 179, 

208, 217, 220, 221, 231, 251, 258, 
261. 

discolor Thuill. 35, 173, 182, 

197. 

ür aebner, Die Heide. 



Aera flexuosa h. 80, 150, 152, 185, 
201, 207, 217, 221, 221, 224, 235, 
240, 241, 245, 247, 248, 252, 253, 
261, 261, 270, 271, 273, 274. 

praecox L. 102, 155, i6r, 167, 

179, 201, 208, 217, 220, 221, 231, 
251, 258, 261. 

Agaricus L. 

bulyraceus Bull. 160, 235, 251. 

clavipes Pers. 227. 

(Collybya) murinus Batsch 



230. 



cyathiformis Bull. 212, 248. 
dealbalus Sowerby 160. 
dryophilus Bull. 160, 214, 



154, 



230, 



250. 



elegans Pers. 235. 
epichysium Pers. 184, 196. 
epipterygius Scop. 154, 230, 250. 
equestris L. 154, 214, 230. 
Fibula Bull. 214, 257. 
flavi-brunneus 214, 230, 252. 
fucatus Fr. 235. 
hepaticus Batsch 154, 174. 
infundibuliformis Schäffer 154, 



224. 



lutei-albus Bokon 248. 
maculatus Alb. et Schw. 174. 
nudans Bull. 227. 
odorus Bull. 227. 
(Omphalia) Fibula Bull. 151. 
portentosus Fr. 235. 
roseus Bull. 154, 216, 224. 
rusticus Fr. 154, 180, 209, 219. 
saponaceus Fr. 227. 

19 



290 



Register. 



Agaricus scyphoides Fr. i6o. 
sejunctus Sovverby 235. 

sinopicus Fr, 154, 212, 216, 258. 

tenacellus Pers. 235. 

tricolor Alb. et Schw. 174, 199, 

211, 224. 

umbelliferus L. 151, 172, 196, 



212, 257.^ 

vulgaris Pers. 154, 230. 



Agrimonia (Tourn.) L, 

Eupatoria L, 236, 255, 286. 

cdorata Mill. 165, 236, 248. 

Agrostis L. 241, 276. 

alba L. 172, 175, 186, 201, 225, 

266, 270, 279, 282, 283. 

canina L. 94, 192, 193, 197, 217, 



267. 



Spica venti L. 260, 286, 287. 

vulgaris With. 149, 151, 166, 173, 

194, 217, 224, 225, 240, 246, 247, 
272,274,275,281,282,283,285,287. 

Ahorn 67. 

Aira = Aera L. 

Ajuga L. 280. 

Chia 280. 

genevensis 52, 215, 218, 234, 284, 

285. 

montana 280. 

Akazie 76. 
Albersia Kth. 

Blitura (L.j Kth. 287. 

Alchimilla Tourn. 

arvensis (L.) Sco[). 236. 

Alectorolophus Haller 

major (Ehrh.) Rchb. 177, 194, 

196, 206, 266, 271. 

minor (Ehrh.) Wimm. u. Gr. 177, 

203, 212. 

Alicularia Corda 

minor Limpr. 154. 

Alisma Rivin. 

Michaletii A. u. G. = A. Plan- 

tago aquatica typica. 

Plantago aquatica L. 185, 204. 

ranunculoides L. = Echinodorus r. 

AUium Haller 

■ fallax (Don) Schult. 44. 155, 231, 

254- 



oleraceum L. 44, 161, 218, 225, 

vineaie L. 44, 161, 219. 
Alnus Tourn. 268. 



272. 



Alnus glutinosa (L.) Gaertn. 192, 205, 

245, 248, 266, 271, 272. 
incana (L.) DC. 245, 266, 271, 

272. 



pubescens Tausch 271. 
Alopecurus L. 
fulvus Sm. 175, 201. 

geniculatus L. 175, 201. 

pratensis L. 286. 

Alsine Wahlenb. 

peploides (L.j Wahlenb. = Hon- 

ckenya pepl. 

■ tenuifolia (L.) Wahlenb. 161, 260. 

viscosa Schreb. 46, 155, 258. 



Alyssum L. 

calycinum L. 47, 260, 281, 284. 

montanum L. 47, 156, 232, 279, 

282. 

Amanita Fries 

bulbosa Bull. 160, 212, 235, 253, 

254- 



Mappa Batsch 231, 252. 
— - muscaria (L.j Pers. 149, 154, 168, 
174, 208, 211, 235, 252, 254, 258. 
— porphyria Alb. et Schw. 230. 

pustulata (Schaff.) Sehr. 169, 224. 



Amanitopsis Roze. 

plumbea (Schaff.) Sehr. 154, 212, 

224, 252. 

var. fulvus (Schaff.) 224. 

Amarantus Tourn. 

Blitum L. = Albersia Blitum. 

retroflexus L. 260, 279, 287. 

Amblyodon P. Beauv. 

dealbatus (Dicks.) P. Beauv. 200, 

210, 231. 

Amblystegium Schimp. 

serpens (L.) Br. et Seh. 80, 150, 

186, 193, 231, 246, 250, 254, 275, 
277, 281. 

Ammophila Host 

arenaria (L.) Lk. = Calamagros- 

tis aren. 

baltica Lk. = Calamagr. halt. 

Anagallis Tourn. 

arvensis L. 206, 219, 257, 260, 

285. 

Anchusa L. 

arvensis (L.) M. B. 163, 206, 236, 

260. 



officinalis L. 236, 260. 

Andromeda L. 192. 



Register. 



Andromeda calyculata L. 203. 

polifolia L. 94, 96, 185, 186, 

189, 192, 198, 234, 252. 
tetragona L. 112, 



Androsaces Tourn. 

septentrionale L. 51, 158, 261. 

Anemone Tourn. 

nemorosa L. 264, 273, 275. 

patens L. = PiilsatlUa patens. 

pulsatilla L. = Puls, vulgaris. 

silvestris L. 284. 

vernalis L. = Pulsatilla vern. 

Angelica L. 

silvestris L. 194, 206, 228, 245, 

266, 267. 
Anomodon Hook, et Taylor 

viticulosus (L.) Hook, et Tay!. 222. 

Antennaria Gaertn. 

dioeca Gaertn. 246. 

Anthemis L. 

arvensis L. 261, 287. 

ruthenica M. B. 56. 

tinctoria L. 285. 

Anthericus L. 

Liliago L. 43, 155, 225, 282, 283. 

ramosus L. 43, 155, 225, 244, 286. 

Anthoceros Mich. 

punctatus L. 177. 

Anthoxanthum L. 

■ aristatura Boiss. 35, 161, 260. 

odoratum L. 149, 155, 167, 177, 

179, i9°j i93j 194, 195» 208, 231, 
241, 246, 250, 270, 272, 274. 

Puellii Lee. u. Lara. = aristatum. 

Anthriscus silvestris Hoffm. 272. 
Anthyllis L. 

• maritima Schweigg. (Vulneraria 

var.) 83, 150, 157. 

Vulneraria L. 83, 150, 157, 281, 

285. 

Antitrichia Brid. 

■ curtipendula (L.) Brid. 254. 

Apfel 67. 
Aphanocapsa Naeg. 

■ Grevillei Berkel. 174. 

Aquilegia Tourn. 

vulgaris L. 46. 

Arabis L. 

arenosa (L.) Scop. 47, 156, 166, 

196. 
hirsuta (L.) Scop. 47, 156, 166, 

i8o, 208, 215. 218. 232, 245, 251. 



291 

Stenophragma 



Arabis Thaliana L. : 

Thal. 
Archangelica Hoffm. 

officinalis Hoffm. = sativa 

sativa (Mill.) Bess. 158, 245. 

Archidium Brid. 

alternifolium (Dicks.) Schimp. 160. 

Arctium Willd. 

minus Schk. = Lappa glabra. 

nemorosum Lej, = Lappa nemor. 

Arctostaphylus .\dans. 33, 146, 153, 178, 

244. 

Uva ursi (L.j Spr. 51, 230, 238, 

239, 240, 246. 

Arenaria Rupp. 

serpyllifolia L. 156, 179, 208, 215, 

218, 225, 258, 266, 285, 286. 

Armeria Willd. 

elongata (Hoffm.) Boiss. 51, 158, 

180, 209, 215, 218, 226, 234, 246, 
2595 283. 

vulgaris \^'iild. = elongata. 



Armillaria Fries 

robu.sta (Alb. et Schwab.) Quelet 

230. 

Arnica L. 

montana L. 100, 160, 204, 237, 

254. 
Arnoseris Gaertn. 
■ minima (L.) Lk. 160, 216, 219, 

226, 259. 
Arrhenatherum P. B. = Avena. 

avenaceum P. B. = A. elatior. 

elatius (L.) M. K. = A. elatior. 

Artemisia L. 

Abrotanum L. 261. 

Absinthium L. 180. 

campestfis L. 83, 150, 235, 246, 

257, 259, 272, 273, 279, 283, 288. 

vulgarisL. 150,226, 259, 286, 288. 



Anindo L. 

Phragmites L. = Phragmites com- 
munis. 

Asparagus L. 

altilis (L.) Aschers. 161, 227. 

officinalis L. = altilis. 

Asperula L. 87. 

cynanchica L. 54, 159, 216, 234, 



254, 281. 

— odorata L. 277. 

— tinctoria L. 54, 216, 
284, 285. 



'28, 255, 



19^ 



292 



Register. 



Aspidium Sw. 

cristatum (L.) Sw, 96, 172, 177, 

184, 187, 200, 235. 

dilatatum (Hoffni.) Sm. 277. 

Dryopteris (L.) Baumg. = Phegop- 

teris Dryopt. 

Filix mas (L.) Sw. 227, 245, 275, 

277. 



225. 



montanum (Vogl.) Aschs. 160, 175, 

Oreopteris Sw. = montanum. 

— Phegopteris (L.) Baumg. = Phe- 
gopteris polypodioides. 

— spinulosum (L.) Sw. 172, 184, 185, 
i86, 193, 248, 264, 274. 

Thelypteris (L.) Sw. 94, 175, 184, 



186, 194, 197, 212, 231 
Asplenum L. 

Filix femina (L.) Bernh. = Athy- 

rium F. femina. 

Aster L. 

Amellus L. 55. 

Linosyris (L.) Bernh. 55, 159, 219, 

237- 
Astragalus L. 287. 

arenarius L. 49, 156, 233, 246, 

259- _ 
■ Cicer L. 284. 

danicus Retz. 49. 

glycyphyllus L. 49, 228, 244, 255, 

283, 286. 

hypoglottis L. = danicus. 

Athyrium Rth. 248. 

Filix femina (L.) Rth. 204, 276. 

Atragene L. 

alpina L. 266. 

Atrichum P. B. 193, 275, 276, 277. 

angustatum (Brid.) Br. et Seh. 175, 

200. 

tenellum (Raehl.) Br. et Seh. 175, 

200. 

undulatum (L.j P. 227. 

Atriplex Tourn. 

■ ■ hastatum L. 161. 

litorale L. 161. 

patula Schi. 161, 287. 

Atropis Rupr. = Festuca. 
Aulacomnium Schvvaesr. 

androgynum (L.) Schwägr. 235. 

palustre (L.) Schwägr. = Gym- 

nocybe p. 
Avena L. 



Avena elatior L. 195, 210, 235, 248, 
251, 281. 



pratensis L. 283. 
pubescens Huds. 161, 270. 



Daeomyces Pers. 

roseus Pers. 151, 257. 



Echi- 



Baldellia ranunculoides Pari. 

nodorus ranunc. 
Baldingera arundinacea Dum. = Phala- 

ris arund. 
Bailote Tourn. 

nigra L. 257. 

Barbarea R. Br. 

lyrata (Gil.) Aschs. 287. 

vulgaris R. Br. = lyrata. 

Barbula (Hedw.) Bruch, et Seh. 

convoluta Hedw. 227. 

muralis (L.) Timm. 287. 

ruralis (L.) Hedw. 151, 229, 250, 



258. 



subulata (L.) Brid. 231. 

tortuosa (L.) W. et M. 160. 

unguiculata (Dill.) Hedw. 175, 211, 

2 14. 

Batrachium DC. = Ranunculus. 
Bellis L. 

perennis L. 191, 213, 216. 

Berberis L. 

vulgaris L. 47, 156, 232, 245, 

266, 279. 

Berteroa DC. 

incana (L.) DC. 47, 257, 260, 

283. 

Berula Koch. 

angustifolia (L.) Koch 187, 206, 

Besenginster 146. 
Betonica Tourn. 

officinalis L. = Stachys Bet. 194- 

Betula Tourn. 245. 

alba L. (pubescens und verrucosa) 

carpathica Willd. (= pubescens 

var.) 188, 190. 

humilis Schrk. 44, 202. 

pubescens Ehrh. 188, 189, 190, 

^92, 193» 198, 202, 245, 251, 267, 
271, 272. 

verrucosa Ehrh. 149, 156, 172, 

188, 189, 190, 202, 231, 251, 252, 
254, 258, 270, 274, 275. 

Bidens Tourn. 



Register. 



293 



Bidens cernuus L. 204, 212, 226, 268. 
var. radiatus ÜC. 268. 

tripartitus L. 204, 212, 226, 268, 

288. 

Binsen 92. 

Birke 31, 147, 245, 249, 251, 253, 275. 

Biscütella I.. 

laevigata L. 232, 259. 

Blasia Michel., L. 

pusilla L. 177, 204. 

Blechnum L. 

Spicant (L.) With. 160, 175, 200, 

225, 
Boletus Dill. 

bovinus L. em. 153, 174, 230. 

bulbosus Schäffer 254. 

edulis 252. 

flavidiis Fr. 184, 299. 

luridus Schäffer 235. 

Intens L., Fr. 149, 151, 211, 214, 

223. 



olivaceus Schäfifer 253. 

piperatus Bull. 151, 229. 

scaber Bull. 153, 171, 252, 254. 

variegatiis Sw. 252. 

Botrychium S\v. 

Lunaria (L.) S\v. 154, 165, 175, 

200, 214, 219, 231, 258. 

ISlatricariae (Schrk.) Spr. 154, 210, 



231. 



— matricariaefolium A. Br. = ramo- 
sum. 

matricarioides Willd. = Matrica- 



nae. 

ramosum (Rth.) Aschers. 154, 175. 

200, 214, 219, 235. 

rutaceum Sw. = Matricariae. 

rutaceum Willd. = ramosum. 

rutaefolium A. Br. = Matricariae. 

Simplex Hitchc. 214, 218, 258. 

Botrydina Vauch. 

vulgaris Breb. 196. 

Bovista (Dill.) Fries 

■ nigrescens Pers. 154, 258. 

plumbea Pers. 154, 258. 

Brachypodium P. Beauw. 

pinnatum (L.) P. Beauv. 71, 284. 

286. 



silvaticum (Huds.) P. Beaiiv. 281. 

Brachythecium Schimp. 

albicans (Neck.) Br. et Seh. 154, 

179, 208, 214, 218, 224, 258. 



Brachythecium Rutabuluui (L.) Br. et 
Seh. 210, 225, 264. 

Starkii (Brid.) Br. et Seh. 231, 

251. 

velutinum (Dillen) Br. et Seh. 227. 

Breutelia Schimp. 

arcLiata (Dicks.) Schimp. 177. 

Briza L. 

media L. 187, 191, 193, 195, 

212, 216, 235, 247, 266, 270. 

Brombeeren 223, 253. 

Bromus L. 

arvensis L. 161. 

asper Murr. 281. 

erectus Huds. 265. 

hordeaceus L. = moUis. 

inermis Leyss. 284. 

moUis L. 231, 251, 258. 

secalinus L. 285. 

tectorum L. 42, 201, 231, 252, 



258, 280, 287. 
Brunella Riv. 

grandiflora (L.) Jacq. 284. 

vulgaris L. 158, 177, 185, 196, 

203, 215, 219, 234. 

Bryopogon Lk. 

jubatum (L.) 272, 

Bryum Dill. 

alpinum L. 175. 

argenteum L. 151, 214, 217, 22g, 

250. 

■ atripurpureum W. et M. 154, 175, 

214. 

bimum Schreb. 175, 200. 

caespiticiumL. 151, 172, 214, 231, 

250, 252. 258. 

cirrhatum Hornsch. 175. 

var. ericetorum Klinggr. 258. 



200. 



erythrocarpum Schwägr. 160, 175, 

200, 212. 

inclinatum (Sw.) Bland. 175. 

intermedium (W. et M.) Brid. 175, 

). 

pendulum (Hornsch.) Schimp. 175. 

roseum (Dill.) Schreb. 235, 251. 

uliginosum (Bruch) Br. et Seh. 175, 

200. 

Buche 61, 67, 69, 81, 243, 249, 273, 

273- 
Buchweizen 31, 149. 

BuUiarda DC. 

aquatica (L.) DC. 202. 



294 



Register. 



Bunias Cakile L. = Cakile maritima. 
Buxbaumia Haller. 

aphylla L. 154, 231, 241. 

Lakile Scop. 

maritima Scop. 83, 84, 167. 

Calamagrostis Adans. 146, 150, 166, 
167, 279. 

arenaria (L.) Rth. 83, 150, i6r, 

167, 247, 260, 271. 

• aruiidinacea (L.) Rth. 245. 

baltica (Flügge) Htm. 150, 161, 

167, 260^ 271. 

epigea (L.) Rth. 83, 217, 220, 

224, 245, 246, 270, 272, 282, 286. 

lanceolata Rth. 175, 186, 188. 

neglecta (Ehrh.j Fr. 184, 197, 

266, 270. 

Calamintha Rieh. 

Acinus (L.) Clairv. 51, 158, 165— 

180, 209, 215, 218, 234, 251, 260, 
283, 286. ' 

Clinopodium Spenn. 52, 71, 212, 

215, 237, 251, 254, 281. 

Caldesia Pari. 



pamassifolia (L.) Pari. 204 

Calla L. ^ 

-— palustris L. 185, 201, 225, 264. 
Calhtriche L. 



auctumnalis L. 205. 

• stagnalis Scop. 203. 

— - verna L. 187, 202, 264, 276. 
Calluna Sahsb. 

-—vulgaris (L.) Salisb. 147 etc. etc. 
Caiothn.x Ag. 

ericetorum Itzigs. 196. 

-^ — sabulicola Kirch. 196. 
Caltha Rupp. 

— - palustris L. 178, 195, 205, 264. 
Calypogeia Raddi 

Trichomanis (Spr.) Corda 189. 

Carapanula L. 

bononiensis L. 55, 284. 

Cervicaria L. 55. 

glomerata L. 55, 271, 284. 

patula L. 178, 204, 212, 234, 

271. ^^' 

persicifolia L. 55, 159, ^So, 209, 

219, 234, 247, 251, 271, 284. 

■ rapunculoides L. 277 

rotundifolia L. 149, 15g, ,^e, 



219, 234, 237, 251, 271, 273, 274, 

275, 281. 
Campanula sibirica L, 55, 284, 285. 
Campylopus Brid. 

brevipilus Schimp. ig6. 

fragilis (Dicks.) Br. et Seh. 160. 

turfaceus Br. et Seh. 

Cannabis Tourn. 

sativa L. 280. 

Cantharellus Adans. 

aurantiacus (Wulf. ap. Jacq.] Fr, 



235' 



!54- 



cibarius Fr. 153, 172, 230, 252, 



muscoides (Wulf. ap. Jacq.) Schrot. 

^53, 172, 196, 229. 
Caprifolium Tourn. = Lonieera Sect. 
Capsella Medik. 

Bursa pastoris (L.) Mnch. 236, 

260, 287. 

Cardamine L. 

amara L. 205, 266, 276. 

hirsuta L. 169, 236. 

pratensis L. 178, 205, 213, 264. 

Carduus L. 280. 

acanthoides L. 56, 279. 

crispus L. 160, 235. 

nutans L. 163, 237, 257. * 

Carex Mich. 181. 

acuta = gracilis. 

■ acutiformis Ehrh. 185, 191, 194, 

195, 201, 270. 

ampullacea Good. = rostrata. 

arenaria L. 83, 152, 166, 179, 

208, 214, 218, 221, 229, 240, 241, 
250; 258, 271. 

canescens L. 184, 188, 201. 

chordorrhiza Ehrh. 36, 197. 

diandra Rth. 184, 185, 191, 194, 

197; 201, 231, 264. 

digitata L. 264, 275, 276. 

dioeca L. 94, 175, 184, 189, 

191, 195, 197- 

distans L. 155, 175, 201. 

disticha Huds. 161, 184, 205. 

echinata Murr. 184, 185, 189, 194, 

201, 212, 214, 231. 

echinata X remota 268. 

elongata L. 201, 225, 264. 

ericetorum Poll. 149, 152, 179, 

208, 214, 217, 229, 240, 241, 246, 
250, 258, 283. 



Register. 



295 



Carex filiformis auct. = lasiocarpa. 

flacca Schreb. = glauca. 

flava L. 172, 173, 177, 187, 189, 

194, 198, 209, 231, 266. 

fulva Good. 201. 

Gebhardii Schk. = echinata X 

remota. 

glauca Murray 161, 187, 205. 

Goodenoughü Gay 94, 175, 184, 

185, 1&6, 188, i8g, igr, 194, 201, 
227, 270, 271. 

gracilis Gurt. 184, 195, 201, 266. 

• heleonastes Ehrh. 205. 

hirta L. 155, 168, 212, 214, 218, 

221, 225, 231, 241, 244, 246, 248. 

Hornschuchiana Hoppe = fulva. 

humilis Leyss. 43, 161. 

incurva Lightf. 260. 

lasiocarpa Ehrh. (filiformis) 85, 197. 

lepidocarpa Tausch (flava var). 197. 

leporina L. 184, 185, 194, 201, 

225. 

ligerica Gay 152, 179, 208, 214, 

218, 221, 229, 250, 258. 

limosa L. 93, 94, 185, 186, 197. 

microstachya Ehrh. 205. 

inontana L. 284. 

muricata L. ii:iei, 201, 2-^1, 240. 



155, 201, 231, 

Oederi Ehrh. (flava var.) 95, 



186, 188, 191, 196, 197. 

pallescens L. 227. 

paludosa Good. =^ acutiformis. 

panicea L. 149, 175, 184, 185, 

186, 188, 190, 191, 196, 201, 270. 

panniculata L. 184, igi, 193,205, 

236. 

paradoxa Willd. 189, 191, 205. 

pauciflora Lighft.36, 184,192,197. 

pilulifera L. 149, 152, 173, 179, 

190, 208, 214, 218, 229, 237, 240, 
249, 250, 252, 274, 276, 281, 283. 

praecox Schreb. 42, 152, 179, 208, 

2i8, 229, 258. 

■ Pseudocyperus L. 187, 191, 201, 



227. 



punctata Gaud. 36. 
— pulicaris L. 36, 93, 
189, 191, 197, 268. 



165, 184, 



remota L. 276. 

rostrata With. 184, 185, 186, 194, 



201, 227. 



Carex stellulata Good. = echinata. 

stricta Good. 201, 264. 

supina Wahlenb. 43, 155, 165, 

168, 214, 219, 231, 236, 251. 

teretiuscula Good. = diandra. 

verna Vill. 152, 166, 175, 179, 

208, 214, 217, 229, 242, 246, 250, 
258, 274. 

vesicaria L. 185, 201, 231, 250, 

267, 268. 

Vierhapperi Beck = echinata X 



remota. 

— virens Lmk. 155, 168, 236, 250. 

— vulgaris Fr. = Goodenoughü. 
vulpina L. 205. 



Carlina Tourn. 

- — — acaulis L. 56. 

— vulgaris L. 160, 209, 219, 226, 

235, 245, 259. 
Carpinus Tourn. 275. 

ßetulus L. 248. 

Carum L. 

Carvi L. 150, 200, 271. 

Catharinea Web. et Mohr =^ Atrichum. 
Centaurea L. 27g. 

austriaca Willd. 196. 

Cyanus L. 280, 285, 287. 

Jacea L. 160, 194, 209, 216, 

219, 226, 235, 271. 

maculosa Koch = rhenana. 

panniculata Jacq. = rhenana. 

phrj'gia Koch 57. 

rhenana Boreau 57, 163, 209, 

217, 228, 245, 257, 261, 279, 283, 
284, 285, 286. 

Scabiosa L. 57, 163, 165, 209, 

217, 219, 261, 266, 281, 283, 284, 
286. 

Tauschen Kern. 279. 



Centunculus Dill. 

minimus L. 95, 163, 176, 206, 

212, 215, 236. 

Cephalozia bicuspidata (L.) Dura. = 

Jungerraannia bicusp. 
Cerastium Dill. 

an'ense L. 161. 260. 

caespitosum Gil. 149, 155, 180, 

i()4, 195, 218, 232, 251, 258, 276, 
285, 287. 

glomeratum Thuill. 227. 



Schreberi Schrk. = praecox. 



semidecandrum L. 155, 180, 218, 

232, 246, 251, 258, 261. 



296 



Register. 



Cerastium triviale Lk, = caespitosum. 

vulgatum L. Herb. = caespitosum. 

Cerasus Padus DC. = Prunus Päd. 
Ceratodon Brid. 

purpureus (L.) Brid. 84, 89, 149, 

150, 151, 166, 217, 224, 258, 282, 

. 283. 
Ceratophyllum L. 

demersum L. 201. 

submersum L. 205. 

Cetraria Ach. 

islaudica (L.) 51. 

Chaerophyllum 1^. 

bulbosum L. = Myrrhis bulb. 

temulum L. 228, 255. 

Chamaenerium Tausch = Epilobiura. 
Chamaepericlymenum A. et G. 

suecicum (L.) A. et G. 39, 112, 

176, 187, 233. 

Chamagrostis Borkh. 

minima (L.) Borkh. 260. 

Chara (L.). 

contraria A. Br. 199. 

foetida A. Br. 199. 

fragihs Desv. 199. 

hispida L., Sm. 199. 

Chelidonium Tourn. 

majus L. 287. 

Chenopodium Tourn. 

album L. 167, 257, 260, 279, 



287. 



Botrys L. 280. 
glaucum L. 287. 
polyspermum L. 177. 
rubrum L. 279. 



Chiloscyphus Corda. 

— — polyanthus (L.) Corda 172, 224. 

Chimophila Pursh. 

umbellata (L.) Nutt. 51, 234, 244, 

246, 248. 

Chlamydomonas A. Braun. 

pulvisculum Ehrb. 174. 

Chondrilla Tourn. 

juncea L. 57, 163, 220, 235, 260, 

^ 283, 284. 

Chroococcus Naegeli. 

cohaerens Naeg. 177, 204. 

minor Naeg. 172. 

turgidus Naeg. 199. 

Chrysanthemum L. 

corymbosum L. 56, 284. 

inodorum L. 285, 288. 



Chrysanthemum Leucanthenium L. 84, 
159, 167, 196, 204, 212, 271. 

Parthenium (L.) Bernh. 288. 

Tanacetum Karsch = vulgare. 

vulgare (L.) Bernh. 159, 226, 246, 

279, 280. 

Chrysosplenium Tourn. 

altemifolium L. 184. 

oppositifolium L. 37. 

Cicendia Adans. 

filiformis (L.) Delarb. 40, 95, 153, 

174, 183, 199, 212. 

Cichorium Tourn. 

Intybus (L.) 281. 

Cicuta L. 

virosa L. 195, 203, 268. 

Cineraria L. 

palustris L. = Senecio pal. 

Circaea Tourn. 

alpina L. 277. 

Cirsium Tourn. 

acaule (L.) All. 163, 177, 204, 

212, 216, 220, 226, 235. 

arvense (L.) Scop. 160, 219, 235, 

251, 276, 285, 288. 

lanceolatum (L.) Scop. 169, 228. 

nemorale Rchb. = silvaticum. 

oleraceum (L.) Scop. 193, 194, 

266, 268. 



— palustre (L.) Scop. 193, 195, 196, 
206, 267, 271. 

silvaticum Tausch 245. 



Cladium P. Browne. 

Mariscus (L.) R. Br. 175, 201. 

Cladonia Hoffm. 90, 91, 166, 196, 207, 

245, 274. 

alcicornis (Lghtf.) 151. 

coccifera (L.) 151, 195. 

degenerans (Flke.). 

fimbriata (L.) 151, 189, 240, 271. 

furcata (Huds.) 153. 

gracilis (L.) 151. 

Papillaria (Ehrh.) 258. 

pyxidata (L.) 151, 189, 195. 

rangiferina L. 149, 150, 167, 168, 

188, 190, 246, 253, 261, 271, 274, 
282, 283. 

rangiformis HofFni. 151, 188, 240, 

271, 



uncialis (L.) 153. 

verticillata Hoftm. 153. 

Cladophora Ktzg. 195, 263. 



Register. 



297 



Ciavaria Vaill. 

argillacea Pers. 153, 174, 230. 

fastigiata L. 160, 216, 219. 

fragilis Holmsk. 151, 172, 184, 

196, 212. 

Ligula SchäfFer 151, 172, 184, 



196. 



muscigena Karsten 160, 230. 
Clavulina Schrot. 
cinerea Schrot. 235, 251, 260. 

fastigiata (L.) Schrot. 235. 

rugosa (Bull.) 241. 

Cliraacium Weber et Mohr 

dendroides (Dill.) W. et M. 186, 

200. 

Clinopodium vulgare L. = Calamintha 

Clinopodium. 
Clitocybe = Agaricus. 
Colchicum L, 

arenarium W. K. 280. 

auctumnale L. 

Collema Hoffm. 

pulposum (Bernh.) 174. 

Collybia Fries = Agaricus. 
Comarum L. 

palustre L. 185, 189, 191, 204. 

Conocephalus Hill. 

conicus (L.) Hill. 276. 

Convallaria (L.) Neck. 

majalis I.. 227, 275, 247, 270, 

272, 273. 

multiflora L. = Polygonatum 

mult. 

Polygonatum L. = Polygonatum 

officinale. 

Convolvulus L. 

arvensis L. 236, 260, 283, 285, 

287. 
Conyza squarrosa L. = Inula Conyza. 

vulgaris Lam. = vor. 

Coprinarius Fries. 

dichrous (Pers.) Schrot. 177. 

ericaeus (Pers.) Schrot. 154, 174, 

21 X.. 

semilaceatus (Fr.) Schrot. 199, 211. 

Coralliorrhiza Hall. 

innata R. Br. 44, 205, 236, 277. 

Coriandrum L. 

sativum L. 287. 

Corispermum L. 

hyssopifolium L. 280. 

intermedium Schweigg. 83. 



Corispermum nitidum 280. 
Corniciilaria Ach. 

aculeata (Schreb.) 14, 105, 151, 

168, 256, 257, 261. 

Cornus Tourn. 180. 

• mas L. 281. 

• sanguinea L. 284. 

suecica L. = Chamaepericlyme- 

num suec. 

Coronaria L. 

Flos cuculi (L.) A. Er. 178, 194, 

195, 205. 

Coronilla L. 

■ varia L. 49, 162, 212, 216, 219, 

236, 248, 266, 281, 284. 
Corrigiola L. 

litoralis L. 176. 

Cortinarius Fries. 

albiviolaceus (Pers.) Fr. 253. 

armillatus Fr. 253. 

brunneus (Pers.) Fr. 235. 

castaneus (Bull.) Fr. 154, 235, 



2sl. 



cinnamomeus (L.) Fr. 151, 172, 



214, 229. 



var. croceus Schaff. 172, 
214, 229. 

— decipiens (Pers. Fr. 

— obtusus Fr. 154, 230. 

— porphyropus (Alb. et Schw.) Fr. 



252. 

violaceus (L.) Fr. 235. 

Corylus Tourn. 87, 275. 

• Avellana L. 247, 264, 272, 273, 

285. 
Corynephorus canescens P. B. ^= Wein- 

gaertneria can. 
Cosmarium Corda. 

curtum (Breb.) Balf. 229. 

Crataegus L. 76. 

monogynus Jacq. 272, 284, 285. 

Craterellus Fries 

clavatus (Pers.) Fr. 235. 

Crepis L. 276. 

agrestis VV. K. 

biennis L. 285. 

foetida L. 57. 

hyoseridifolia 279. 

moüis (Jacq.) Aschers. 57. 

praemorsa (L.) Tausch 57. 

tectorum L. 146, 163, 180, 209, 



217, 235, 251, 259, 280, 285, 288. 



298 



Register. 



Cuscuta Tourn. 

Epithymum L. 245. 

Cylindrospermum Ktzg. 

macrospermum Ktzg. 174. 

Cynanchum Vincetoxicum Doli = Vince- 

toxicum album. 
Cynoglossum Tourn. 

officinale L. 163, 210, 236, 260, 

284. 

Cyperaceae Juss. 87. 
Cyperus Tourn. 

flavescens L. 42, 173, 184, 197, 

fuscus L. 42, 173, 197. 

Cyphella Fries 

muscigena Fries 235. 

Cystopus Ldv. 

candidus (Pars.) Lev. 287. 

Cytisus L. 

austriacus L. 279. 

nigricans L. 48, 236. 

sagittalis (L.) Koch 236. 

Uactylis L. 

Aschersoniana Graebn. 42, 273, 

281. 



glomerata L. 161, 193, 266, 267, 

281, 286, 287. 

Daphne L. 

cneorum L. 31. 

Mezereum, L. 247, 268. 

Daucus L. 

Carota L. 257, 266, 281, 287. 

Derminus Fries 

crustuliniformis (Bull.) Schrot. 151, 

172, 184, 2i4j 229, 250. 

hypni (Batsch) Schrot. 151, 172, 

184, 196, 214, 221, 223, 257. 

semiorbicularis (Bull.) Schrot. 154, 



214. 



Sphagnorum Pers. 184, 196. 



Dianthus L, 

arenarius L. 45, i6i, 232, 245, 

260, 261. 

Armeria L. 45, 227, 260. 

caesius Sra. 45, 154, 232, 258. 

Carthusianorum L. 45, 154, 167, 

225, 232, 245, 247, 257, 258, 282, 
283, 284, 286. 

deltoides L. 45, 154, 167, 232, 

251, 257. 

plumarius L. 279, 



Dianthus prolifer L. = Tunica proli- 
fera. 

superbus L. 45, 205, 236, 255. 

Dicranella Schimp. 

cerviculata (Hedw.) Schimp. 199. 

heteromalla (Hedw.) Schimp. 174, 



199, 231, 274. 

Schreberi (Hedw.) Schimp. 177. 



Dicranodontium Br. et Seh. 

longirostre (W. et M.) Br. et Seh. 

200. 

Dicranum Hedw. 80, 167. 

flagellare Hedw. 200, 224. 

palustre Br. et Seh. 190. 

Schraderi W. et M. 200. 

scoparium (L.) Hedw. 90, 151, 

164, 172, 217, 224, 229, 245, 258, 
265, 271, 275. 

spurium Hedw. 160, 231. 

undulatum Hedw. 154, 199. 

Didymodon Hedw. 

rubellus (Roth) Br. et Seh. 175. 

Digitalis Tourn. 

ambigua Murr. 53. 

Diphyscium Mohr. 

foliosum (L.) Mohr 154, 224. 

Dipsacus Tourn. 

laciniatiis L. 55. 

Drosera L. 263. 

anglica Huds. 93, 96, 176, 185, 

186, 189, 192, 198, 212, 232, 268. 

intermedia Hayne 95, 172, 184, 

185, 188, 198, 211, 215. 

longifolia L. = anglica u. inter- 
media. 

maritima Graebn. (rotundifolia var.) 



262. 



— rotundifolia L. 93, 95, 102, 171, 
172, 173, 184, 185, 186, 189, 192, 
194, 197, 198, 212, 232, 262, 268. 



hbereschen 76. 245. 
Echinochloa P. B. = Panicum. 
Echinodorus Rieh. 

parnassifolius (L.) Englm. = Cal- 

desia parn. 

ranunculoides (L.) Englm. 35, i73) 

197. 

F^chinopus Tourn. 

ruthenica M. B. 278. 

Echium Tourn. 



Register. 



299 



Echium vulgare L. 163, 219, 237, 260, 

281. 
Eiche 67, 80, 81, 87, 147, 149, 151, 

245, 249j 253, 275. 
Elatine L, 

Aisinastrum L. 203. 

hexandra (Lap.) D. C. 202. 

■ hydropiper L. 202, 264. 

triandra Schk. 206. 

Eleocharis = Scirpus. 
Elodea Rieh. 92. 
Elsholzia Willd. 

ciistata Willd. = folg. 

Patrinii (Lepech.) Gke. 287. 

Elymus L. = Hordeum. 

Empetrum Tourn. 86, 90, 91, iio, 112, 

142, 146, 167, 178, 239. 
nigrum L. 31, 38, 94, 152, 174, 

186, 192, 198, 233, 245, 262, 270, 

271, 274. 
Entosthodon Schwägr. 

ericetorum C. Müll. 151. 

Ephedra L. 

distachya L. 288. 

Ephemerum Hampe 

serratum Hampe 216. 

Epilobium L. 

■ angustifolium L. 80, loi, 153, 

180, 187, 193, 209. 214, 217, 230, 
247, 267, 273, 276, 281. 

boreale auct. == montanum. 

— hirsutum L. 178, 206. 

Lamyi F. Schultz 276. 

montanum L. 276, 277. 

obscurum (Schreb.) Rchb. 188, 

233- 
palustre L. 187, 203, 267. 

parviflorum Schreb., With. 162, 

206, 210, 223. 

roseum Schreb. 178, 206. 

Epipactis (Hall.) Rchb. 

latifolia (L.) All. 227, 266, 272, 

276, 277. 

pakustris (L.) Crtz. 194, 202, 

266. 

rubiginosa (Crtz.) Gaud. 83, 156, 

258. 
Equisetum L. 

arvense E. 155, 208, 216, 218, 

225, 285, 286. 

• hiemale L. 160, 235, 253. 

limosum L. 195, 204. 



Equisetum palustre L. 155, 175, 194, 
200, 212, 269. 



pratense Ehrh. 265. 
silvaticum L. 204, 248. 



Eragrostis Host 280. 

minor Host 280. 

■ poaeoides P. B. = minor. 

Erdbeere 87. 
Eremosphaera D. By. 

viridis D. By. 204. 

Erica L. 31, 142, i43- 

Tetralix E. 39, 94, 95, 100, 

113, 134, 142, 149? 158, 169, 
182, 184, 187, 188, 189, 190, 



lOI, 



170, 
199, 

211, 211, 215, 221, 239, 262,269, 



271, 272. 

Erigeron L. 

acer L. 159, 206, 216, 217, 

234, 251, 260, 266, 275, 279, 

canadensis L. 240, 257, 260, 

280, 283, 287, 288. 

Eriophoretum 182. 
Eriophorum L. 94, 184, 190. 

alpinum L. 192, 193, 197. 

angustifoHum Rth. 172, 184, 

194. 

gracile Koch 184, 189, 197, 

latifolium Hoppe 184, 201, 

polystachyum L. 185, 189, 

201. 

vaginatum L. 92, 93, 96, 

173, 181, 184, 185, 186, 188, 
192, 197. 

Erlen 14, 67. 

Erodium L'Her. 

cicutarium (L.) L'Her. 162, 

233, 259, 286. 

Erophila D. C. 229. 

verna (L.) E. Mey. 83, 156, 

179, 207, 208, 217, 221, 229, 
258. 

vulgaris DC = verna 218. 

Ervum Tourn. = Vicia. 
Eryngium Tourn. 

campestre L. 162, 165, 219, 



219, 
283. 

279) 



186, 

229. 
231. 

194; 

171, 
189, 



209, 



165, 
256, 



260, 



279 



maritimum L. 83, 163, 260. 
planum L. 158, 218, 259. 



Erysimum L. 280. 

cheiranthoides L. 287 

odoratum Ehrh. 280. 

Erythraea Rieh. 



300 



Register. 



Erythraea Centaurium (L.) Ters. 163, 
176, 206, 215, 219, 234, 251, 
267. 

linariifolia M. 268, 269. 

litoralis Fr. = linariifolia. 

pulchella (Sw.) Fr. 158. 

■ ramosissima Pers. = pulchella. 

Euonymus Tourn. 76. 

europaeus L. 162, 236, 260, 272, 



286. 



verrucosus Scop. 228. 



Eupatorium Tourn. 

cannabinum L, 206, 266. 

Euphorbia L. 

Cyparissias L. = Titymalus Cyp. 

Esula L. == Tith. Esula. 

Euphrasia L. 

gracilis Fr. 234. 

lutea L. 53, 159, 165, 279, 282, 

283. 



Odontites L. 267. 

officinalis L. 153, 187, 194, 212, 

216, 218, 266, 267. 

Rostkoviana Hayne 268. 

Eurhynchium Schimp. 

piliferum (Schreb.) Br. et Seh. 

210, 224. 

praelongum (L.) Br. et Seh. 175, 

224. 

Stockesii (Furn.) Br. et Seh. 212, 

224. 

Evonymus Tourn. = Euonymus. 
Evemia Ach. 

furfuracea" (L.) Fr. 272. 

Exobasidium Woron. 

vaccinii (Fuck.) Woron. 192. 

Fagopyrum Tourn. s. Buchweizen. 
Fagus Tourn. 

silvatica L. 

Falcaria'Riv. 

Rivini Host = sioides. 

sioides (Wib.) Aschs. 284, 285. 

Farsetia incana R. Br. = Berteroa. 
Fegatella Raddi 

conica (L.) Corda = Conocepha- 

lus c. 

Festuca L. 

arundinacea Schreb. 204. 

duriuscula L. 231. 

elatior L. 193, 266. 



Festuca glauca 279. 

heterophylla Lmk. 266. 

ovinaL. 90, 105, 150, 152, 167, 

172, 179, 190, 194, 208, 222, 224, 
237, 241, 246, 247, 253, 258, 266, 
282, 283, 286. ^ 

Pseiidomyurus Soy.-Will. 161, 260. 

rubra L. 83, 105, 150, 152, 179, 

208, 222, 224, 286. 
var. arenaria Osb. 83, 150, 



271, 



sciuroides Rth. 161, 260. 



silvatica (Poll.) Vill. 42. 

Fichte 67, 74, 249, 275, 276. 
Filago L. 

arvensis L. 56, 159, 180, 206, 

219, 235, 259. 

minima (Sm.) Fr. 159, 180, 208, 

219, 221, 235, 241, 259. 

Fihpendula (Tourn.) L. 

hexapetala Gil. 48, 162, 206, 236, 

284. 



pentapetala Gil. 202. 

Ulmaria(L.} Maxim. 187, 194, 196, 

203, 205, 267, 270. 

Fissidens Hedw. 

adiantoides (Dill.) Hedw. 200, 

212, 224. 

osmundoides (Sw.) Hedw. 200. 

211, 224. 

Flechten 90. 
Fontinalis Dill. 

antipyretica (Dill.) L. 200. 

Fragaria Tourn. 

coUina Ehrh. 162. 

vesca L. 162, 210, 227, 237, 

247, 272, 273, 275, 276, 281. 

Frangula Tourn. 

Alnus Mill. 187, 190, 192, 193, 

194, 205, 236, 265, 271, 271, 272, 
281. 

vulgaris Rchb. = vor. 

Fraxinus Tourn. 

excelsior L. 272, 281. 

Fumana Spach, 

vulgaris Spach = Helianthemum 

Fum. 

Fumaria Tourn. 

officinalis L. 213, 216, 236. 

Funaria hygrometrica (L.) Sibth. 151, 

168, 172, 196, 208, 214, 217, 229, 
252, 254. 



Register. 



(jagea Salisb. 

arvensis (Fers.) Schult. 43, 225. 

minima (L.) Schult. 43. 

pratensis (Pers.) Schult. 43, 227. 

saxatilis Koch 43, 210, 231, 258. 

spathacea (Hayne) Salisb. 37. 

stenopetala Rchb. = pratensis. 



Galeobdolon Dill. 
luteum Huds. 



Lamium Galeobd. 



Galeopsis L. 

dubia Leers = ochroleuca. 

ochroleuca Lmk. 40, 158, 226, 

259- 

pubescens Bess. 52, 228. 

Tetrahit L. 158, 178, 209, 215, 

218, 226, 234. 
Galium L. 284. 

Aparine L. 206, 228. 

boreale L. 155, 159, 209, 216, 

218, 234, 254, 271, 285. 

harcynicum VVeig. 40, 71, 153, 

177, 179? i99i 208, 214, 217, 230, 
254- 

Mollugo L. 151, 159, 180, 194, 

196, 209, 216, 218, 226, 246, 247, 
266, 271, 272, 281, 283. 

palustre L. 186, 195, 204, 234, 

264, 287. 

rotundifolium I.. 276, 277, 281. 

saxatile auct. = harcynicum. 

silvestre PolL 159, 237, 254. 

uliginosum L. 185, 189, 195, 204, 

212. 

verum L. 159, 180, 209, 216, 

218, 226, 246, 257, 286. 

Geaster Michel. 

stellatus (Scop.) 224, 258. 

striatus DC. 224, 258. 

Genista L. 146. 

anglica L. 38, 100, 149, 165, 171, 

212, 214, 232, 250. 

germanica L. 31, 38, 157, 165, 

210, 254. 

pilosa L. 38, 149, 152, 165. 179, 



208, 217, 230, 237, 250, 258. 
— tinctoria L. ^8, 157, 165, 210, 



233, 254. 
Gentiana L. 

campestris L. 165, 169, 218. 

ciliata L. 266. 

Pneumonanthe L. 174? ^85, 194, 

199, 211, 267. 



301 

Geoglossum Pers. 

ophioglossoides (L.) Sacc. 160, 

235- 

hirsutum Pers. 184, 196. 

Geraniimi L. 

columbinum L. 161. 

lucidum L, 236, 248. 

moUe L. 157, 233. 

palustre L. 50. 

pratense L. 194. 

pusillum L. 157, 233, 259, 287. 

Robertianum I-. 276, 277. 

sanguineum L. 50, 245, 284. 

silvaticum L. 50. 

Geum T,. 

rivale L. 194, 196, 205, 236. 

urbanum L. 71, 236, 255. 

Ginster 14. 

Gladiolus Tourn. 

imbricatus L. 270. 

Glaux Tourn. 

maritima L. 263. 

Glechoma hederacea L. = Nepeta Gle- 

choma 
Giobaria Quelet. 

furfuracea (Schaff.) Quelet 258. 

Gloeocapsa Naegeli 

coracina Ktzg. 199. 

lividia Ktzg. 95, 172. 

montana Ktzg. 177. 

Glyceria R. Br. 

nemoralis Uechtr. et Körn. 42. 

Gnaphalium Tourn. 

dioecum L. 149, 153, 208, 216, 

217? 231, 272. 

gerraanicum L. = Filago germ. 

lutei-album 177, 206, 212, 237. 

minimum Sw. = Filago minima. 

silvaticum L. 159, 209, 216, 219, 



226. 

uliginosum L. 177, 204, 287, 288. 

Gongrosira Ktzg. 

ericetorum Ktzg. 235. 

Goodyera R. Br. 

repens (L.) R. Br. 44, 242, 248. 

Grass 87, 146. 

Grossularia DC, = Ribes Grossularia. 
Gymiiocybe Fr. 

palustris (L.) Fr. 200. 

Gymnostomum Hedw. 

microstomum (C.Müli.) Hedw. 199, 

211, 220. 



302 



Register. 



Gypsojjhila L. 301. 

fastigiata L. 45, 15^, 231, 241, 

258, 279. 

muralis L. 45, 154, 232, 258. 

panniculata L. 279. 

Hafer iio. 

Halianthus peploides Fr. = Honckenya. 
Hapalosiphon Naegeli 

hormoides Rbh. 199. 

Haselnuss 243. 

Hedera I.. 

Helix L. 264, 272. 

Heidekraut 249, 253, 255. 
Heidelbeere 237. 
Heleocharis R. Br. = Scirpus. 
Helianthemura Tourn. 

Chamaecistus Mill. 50, 158, 215, 

218, 233, 251, 281, 284, 285. 

Fumana Mill. 279. 

guttatum (L.) Mill. 39, 149, 157^ 

221, 233, 241. 

vulgare Gaertn. 



= Chamaecistus. 
Helichrysum Gaertn. 

arenarium (L.) DC. 56, 159, 167, 

180, 209, 216, 219, 257, 259, 261, 
279, 283, 286. 

Helosciadium Koch. 

inundatum (L.) Koch 39, 182, 

187, 198. 

repens(Jacq.) Koch 39, 178, 206. 

Hera oleum L. 277. 

sibiricum L. 245. 

sphondylium L. 266, 267. 

Herniaria Tourn. 

glabra L. 156, 176, 215, 232, 

.257, 257. 

Hieracium Tourn. 

alpinum L. 150. 

auricula L. 149, 172. 161, 244, 

255, 266, 268. 

boreale Fr. 163, 228. 

echioides Lumm. 58, 220, 237, 

261, 279, 282, 283. 

floribundum Wimm. et Grab. 58. 

laevigatum Willd. 160, 209, 216, 

219, 237, 252, 255. 

murorum L, 163, 209, 220, 228, 

275, 276, 277, 281. 

Pilosella L. 83, 149, 160, 167, 

■ 252, 259. 



Hieracium praealtum Vill. 58, 68, 180, 
191, 196, 207, 209, 216, 210, 226, 
249) 241, 246, 251, 257, 260, 261, 
274, 281, 282, 283, 286. 

pratense Tausch 58. 

silvestre Tausch = boreale. 

tridentatum Fr. 273. 

umbellatum L. 83, 149, 160, i8o, 

219, 221, 227, 246, 252, 259, 271, 
272, 273. 

var. dunale G. Meyer 83. 

vulgatum Fr. 160, 196, 216, 219, 

227, 246. 

Hippophaes L. 266. 

rhamnoides L. 83, 162. 

Holcus L. 

lanatus L. 166, 172, 186, 194, 

212, 227, 267, 270, 272. 

■ • moUis L. 2 27j 270, 271. 

Holosteum L. 

umbellatum L. 46, 155, 208, 215, 

218, 225, 258, 285. 

Holzapfelbaum 87. 
Homogyne Cass. 

alpina (L.) Cass. 150. 

Honckenya Ehrh. 

peploides (L.) Ehrh. 83, 167. 

Hordeum Tourn. 

arenarium (L.) Aschers. 83, 161, 

167, 271. 

murinum L. 155, 258, 287. 

Hottonia Boerh. 

palustris L. 187, 203. 

Humaria Fr. 

leucoloma (Hedw.) Sacc. 151. 

rutilans (Fr.) Sacc. 151. 

Humariel la Schrot. 

scutellata (L.) Schrot. 199. 

• umbrata (Fr.) Cooke 174, 199, 

212. 
Humulus L. 

Lupulus L. 264. 

Hydnum L. 

cyathiforme Schaff er 235. 

graveolens Fr. 218. 

melaleucum Fr. 235. 

nigrum Fr. 235. 

Hydrocharis L. 

Morsus ranae L. 200. 

Hydrocotyle Tourn. 

vulgaris L. 176, 185, 186, 203. 

Hygrophorus (Batt.) Fr. 



Register. 



303 



Hygrophorus ceraceus Wulf. ap. Jacq. 

174, 199, 211, 224. 
conicus (Scop.) 174, 199, 214, 



214. 



flammosus (Scop.) Schrot. 174, 199, 



211, 



miniatus (Scop.) Schrot. 174, 199, 



211. 



219. 



nitratus Fers. 174, 199, 212, 

)• 

ovinus (Bull.) Fr. 235. 
psittacinus (Schaff.) Fr. 151, 172, 



2ir, 230. 



puniceus Fr. 151, 153. 

Hylocomium Schimp. 223, 237. 

■ splendens (Hedw.) Br. et Seh. 150, 

154, 214, 229, 245, 246, 247, 251, 
274, 275, 276, 277, 281, 286. 

squarrosum (L.) Br. et Seh. 212, 

214, 231, 250, 270. 

triquetrum (L.) Br. et Seh. 154, 

188, 214, 229, 245, 250, 2S1. 

Hypericum L. 

elodes L. = Tripentas helcdes. 

humifasum L. 153, 165, 166, 174, 

198, 214. 

montanum L. 50, 162, 243. 

perforatum L. 149, 157, 165, 166, 

177, i8o, 194, 209, 215, 218, 233, 
241, 252, 259, 271, 272, 283, 268. 

pulchram L. 38, 153, 230. 

■ quadrangulare Sm. = tetrapherum. 

quadrangulum L. 177, 255. 

tetragonum Fr. = quadrangulum. 

tetrapterum Fr. 177, 228. 

Hypnaceae 194, 239, 267. 
Hypnum Dill. 80, 188, 193. 

chrysophyliurn Brid. 160. 

Crista castrensis L. 276. 

cuspidatum L. 175, 188, 191, 254. 

cupressiforme L. 151, 154» i7 7: 

179, 209, 214, 217, 225, 273, 282, 
283. 

var. filiforme Rbh. 273. 



elatum Br. et Seh. 151, 217. 

ericetorum Br. et Seh. 179, 217. 

exannulatum Gümb. 200. 

filicinum L. 200. 

fluitans L. 190, 191, 200. 

imponens Hedw. 231. 

Kneifii Schimp. 200. 

palustre L. 184. 



Hypnum purum L. 150, 154, 166, 168, 
175, 179, 210, 225, 258, 265, 276, 
281. 

revolvens Sw. 200. 

Schreberi Willd. 149, 150, 154, 

164, 166, 167, 172, 196, 210, 221, 
223, 229, 237, 240, 241, 245, 246, 
247, 248, 250, 252, 271, 274, 275. 

scorpioides L. 200. 

splendens Hedw. = Hylocomium 



spl. 



squan-osum L. 



Hylocomium 



squarr. 

triquetrum L. = Hylocomium tri- 

quetr. 

uncinatum Hedw. 200, 231. 

Hypochoeris L. 

glabra L. 160, 209, 216, 219, 

227, 259, 271. 

maculata L. = Achyrophorus ma- 



culatus. 

radieata L. 163, 220, 228, 246, 



261, 271, 273, 274, 283. 
Hyporhodius Fr. 

asprellus (Fr.) Schrot. 154, 214, 

2i8, 230. 

mammosus (L.) Schrot. 154, 214, 



218, 230. 

— sericellus (Fr.) Schrot. 154, 230. 

— sericeus (Bull.) 154, 214, 218, 230, 



Icmadophila Ehrh. em. 

aeruginosa (Scop.) Trevis. 174. 

Ilex L. 139, 141. 

Aquifolium L. 38. 

lilecebrum L. 

verticillatum L 



i;2. 



173, 



9j7 '■3-7 
203. 
Impatiens Rivin. 

Noli tangere L. 276, 277. 

Inocybe Fr. 257. 

cristata (Scop.) Schrot. 154, 214, 

219, 232. 

geophylla (Sow.) Karst. 160, 219, 



235- 
Inula L. 
Britannica L. 159, 219, 267, 266. 

germanica L. 56. 

hirta L. 56. 

salicina L. 56. 

Iri-s L. 



304 



Register. 



Iris Pseudacorus L. 205, 264. 

sibirica L. 278, 

Isnardia L. 

• palustris L. 39, 198. 

Isoetes L. 

echinosporum Diirieu 183, 204. 

lacustre L. 183, 200. 

Isolepis R. Br. = Scirpus. 
Isopyrum L, 

thalictroides I^. 46. 

Jasione L. 

montana L. 83, 91, 150, 151, 159, 



180, 



221, 



226, 



219, ._., ._, 
272, 274, 283. 



'34, 241, 



209, 
245, 259, 
Juncus L. 

alpinus Vill. i6r, 175, 201. 

atratus Krock. 43, 155, 175, 201, 

212, 231, 266. 

balticus Willd. 83, 161, 268. 

bufonius L. 175, 192. 

capitatusWeigel 95, i55, i77, 23 i. 

compressus Jacq. 177, 205, 287. 

conglomeratus L. 177, 185, 201, 



212. 



effusus L. 155, 166, 172, 185 



35 

187, 192, 201, 213, 258, 267, 274. 

— effusus X glaucus 192, 193, 202. 

— filiformis L. 175, 183, 190, 201, 
225, 262. 

— Gerardi Loisl. 263. 

— glaucus Ehrh. 177, 287. 
lamprocarpus Ehrh. 177, 189, 267, 

I.eersii Marss. = conglomeratus. 
obtusiflorus Ehrh. 43, 195, 201. 
pygmaeus Thuill. 201. 
ranarius Perr. et Song. 263. 
silvaticus Reich 155, 166 



268 



172, 



175, 201, 212, 231. 



— squarrosus L. 95, 100, 102, 146, 
152, 166, 171, 172, 173, 183, 184, 
186, 188, 192, 197, 212, 225, 269. 

— supinus Mnch. 95, 172, 173, 184, 
188, 191, 197. 

var. fluitans (Lam.) 191. 

— Tenagea Ehrh. 173. 

— tenuis Willd. 196, 213, 236. 



Jungermannia L. 

atteniuita 'Mart.] 

227. 



Lindenb. 204, 



Jungermannia barbata Schmidt 199, 224. 

bicrenata Lindenb. 174, 216, 231. 

bicuspidata L. 174, 199, 235, 258. 

dentata Raddi 174. 

— — divaricata Engl. Bot. 174. 
excisa (Dicks.) Hook. 154. 

exsecta Schmid 174. 

Francisci Hook. 1 74. 

inflata Huds. 194, 224. 

intermedia N. v. E. 227. 

minuta Crtz. 154, 174. 

quinquedentata Web. 199, 224. 

Starkii (Herb. Funk) N. v. E. 154, 



231. 

trichophylla L. 227. 

Juniperus L. 142, 146, 191, 208, 237, 

238, 244. 

communis L. 151, 173, 179, 190, 

196, 197, 208, 210, 229, 247, 250, 
258, 261, 270, 271, 273, 274, 275, 
279. 

var. Weckii A. et G. 279. 

Jurinea Cass. 

cyanoides Rchb. = raonoclona. 

monoclona (L.) Aschs. 56, 160, 

219, 237, 259. 



Kiefer 14, 61, 67, 253, 256, 273, 273. 
Kirsche 76. 
Knautia L. 

arvensis (L.) Coult. 151, 159, 180, 

191, 209, 216, 218, 226, 257, 273, 
282, 283, 287. 

Kochia Roth. 

arenaria (FI. Wett.) Roth 279. 

Koeleria Pars. 279. 

cristata (L.) Pers. 41, 155, 175, 

216, 219. 

glauca (Schrk.) DC. 41, 155, 258, 



282, 283. 

Lactaria Pers., Fr. 

deliciosa (L.) Fr. 151, 184, 229. 

helva Fr. 174, 184, 199, 230, 

248. 



— necator (Pers.) Schrot. 252. 
— • piperata (Scop.) Fr. 235. 

— pyrogala (Bull.) Fr. 174, 204, 211, 

— rufa (Scop.) Fr. 153, 174, 184, 
204, 211, 230, 240, 248, 251, 252. 



Register. 



305 



Lactariasubdulcis(Bull.)Fr. 1 74, 204, 2 20. 

torminosa (Schaff.) Fr. 

vellerea Fr. 235. 

. vieta Fr. 199. 

Lactuca L. 

muralis (L.) Less. 71, 264, 274, 

27Sj 276, 277. 

Scariola L. 57. 

Lamium Tourn. 

amplexicaule L. 237. 

— — - Galeobdolon (L.) Crtz, 275, 276, 
277. 

maculatiim L. 71. 

purpureum L. 237. 279, 287. 

Lappa Tourn. 

■ glabra Lmk. 279. 

macrosperma Wallr. = nemorosa, 

minor DC. = glabra. 

nemorosa (L.) Körn. 276. 

Lappula Rivin. 

Myosotis Mnch. 51, 280. 

Larix Tourn. 

decidua Mill. 161. 

— europaea DC. = decidua. 

Laserpitium Tourn. 

prutenicum L. 50, 255, 271. 

Lastrea Bory = Aspidium. 
I^athraea L. 

Squamaria L. 264. 

Lathyrus L. 

linifolius Reich. (montanu.s var.) 



mahtimus (L.) Big. 83, 162, 166. 
— montanus Bernh. 157, 215, 219, 
233, 247, 248, 274. 
- niger (L.) Bernh. 49, 71, 255. 



paluster L. 205, 266. 

Silvester (L.) 210, 228, 245. 

vernus (L.) Bernh. 71. 

Ledum L. 14, loi, 186, 187, 190. 

palustre L. 31, 51, 94, 96, 143, 

176, 182, 185, 188, 189. 198, 230. 

Leersia oryzoides S\v. = Oryia. clan- 

destina. 
Lemna L. 

— minor L. 254, 264, 268. 

— — trisulca L. 201. 
Feocarpus Lk. 

fragilis Lk. 153. 

Leontodon L. 

auctumnalis L. 160, 227, 252, 

259, 272, 273, 274, 288. 

Gr aebner. Die Heide. 



Leontodon hastile L. 268. 

hispidus L. 228, 271, 284, 2S5. 

Taraxacum L. = Taraxacum vul- 
gare. 

Leonturus L. 

Cardiaca L. 237. 260, 279. 

Leonurus = Leonturus. 
Lepidium L. 

ruderale L. 161, 260, 287. 

Lepigonum = Spergularia. 
Lepiota Fr. 

amianthina (Scop.) Karsten 168, 

180, 214, 219, 230, 250. 

Carcharias (Fers.) Karsten 160, 

216, 248, 251. 

cinnabarina Fr. 235. 

clypeolaria (Bull.) Quelet 235, 

251- 



granulosa (Batsch) 154, 214. 230. 

procera (Scop.) Quelet 160. 216. 

Leptobryum Schimp. 

pyriforme (L.) Schimp. 200. 

Leptodontium Hampe. 

flexifolium (Dicks.j Hampe 200. 

Leptogium Fr. 

corniculatum (Hoffm.) Minks 258. 

■ minutissimum Flke. 174. 

Leptoglossum Karsten. 



muscigenum (Bull.) Karsten 153, 

172, 184. 

Leptotrichum Corda. 

homomallum (Hedw.) Hampe 224. 

pallidum (Schreb.) Hampe 224. 

tortile (Schrad.) Hampe 172, 2co, 

211, 224. 

Leucanthemum Tourn. 

vulgare Lmk. = Chrysanthemum 

Leuc. 
Leucobryum Hamp. 

glaucum (L.) Schimp. 160, 175, 

23I5 237, 252, 252, 274. 

Leucodon (L.) Schwägr. 

sciuröides 254. 

Ligustrum Tourn. 76. 

vulgare L. 266, 271, 281. 

Limacium Fr. 

• eburneum (Bull.) Fr. 235, 251. 

Vitellum (Alb. et Schw.) Fr. 151, 

184, 21I5 214, 229. 

Lirananthemum Gmel. 

Nymphaeoides (L.) Lk. 40, 61, 



206. 



20 



306 



Register. 



Limosella Lindern. 

aquatica L. 177, 228, 264. 

Linaria Tourn. 276. 

arvensis (L.) Desf. ex p. 52. 

Loeselii Schweig. = odora. 

odora (M. B.) Chav. 83, 150, 163, 

269. 



vulgaris Mill. 163, 165, 226, 230, 
259, 272, 286. 
Linde 67, 
Linnaea Gronovius. 

borealis L. 104, 248, 269. 

Linosyris vulgaris DC. = Aster Linos. 
Linum L. 

austriacum L. 279. 

catharticuni L. 196, 205, 266, 

271. 

hirsutum L. 279. 

Liparis Rieh. 

— — - Loeselii (L.) Rieh. 44, 185, 

202. 
Listera R. Br. 
cordata (L.j R Br. 180, 202, 

249, 269. 
Lithospermum Tourn. 

arvense L. 237, 260. 285. 

officinale L. 51, 284. 

Litorella Bergius 

juncea Berg. = uniflora. 

lacustris L. = uniflora. 

uniflora (L.) Aschers. 183, 199. 

Lobelia L. 

— - Dortmannia L. 183, 184, 200. 
Lolium L. 

perenne L. 155, 195. 287, 

Lonicera L. 

coerulea L. 266. 

Xylosteum L. 276, 281. 

Lotus L. 288. 

comiculatus L. 156, 167. 210. 

245; 257, 281. 

siiiquosus L. = Tetragonolobus 

siliqu. 

tenuifolius L. = corniculatus var. 

288. 



uhginosus Schk. 178, 194, 195, 

205, 248. 
Luzula Desv. 

albida Desv. = nemorosa. 

angustifolia (Wulf.) Gke. = nemo- 



rosa. 



166, 173. 179, 195, 224, 240. 241, 
270, 274, 275, 277. 
Luzula nemorosa (Poll.) E. Mey. 150. 

pilosa (L. ex p.) Willd. 227, 247, 

274, 27s, 276, 277, 281. 

sudetica (Willd.) Presl 214, 218, 

225, 248. 

Lychnis L. 

dioeca L. = Melandryum album. 

flos cuculi L. = Coronaria. 

vespertina Sibth. = Melandryum 

album. 

Viscaria L. = Viscaria viscosa. 

Lycium L. 

halimifoliura Mill. 287. 

Lycopodium L. 

anceps Wallr. (complanatum var.) 

160, 231, 250. 

annotinum L. 184, 245, 246, 271, 

274. 



Chamaecyparissus A. Br. (compla- 
natum var.) 161, 175, 231, 250. 

clavatum L. 160, 168, 175, 200. 

212. 214, 219, 224, 231, 246, 248, 
253, 254, 271, 274. 

— complanatum L. 160, 175, 231, 
246, 250. 

— inundatum L. 95, 173, 197, 252, 
267. 



Selago L. 200, 267, 268. 



campestiis (L.) DC. 149. 152^ 



Lycoperdon Tourn. 

caelatum Bull. 154. 

- — ~ geramatum Batsch 160, 217. 

uteriforme Bull. 199, 257. 

Lycopsis arvensis L. = Anchusa arv. 
Lycoj^us L. 

europaeus L. 172, 177, 189, 191. 

Lyngbya Ag. 

lateritia (Ktzg.) 95, 174. 

vulgaris Krch. = Phormidium. 

Lysimachia L. 

nemorum L. 39, 192. 

.Nummularia L. 206, 213, 228, 

245, 264. 

thyrsiflora L. 176, 185, 186, 187, 

189, 203, 212, 

vulgaris L. 172, 176, 185, 187, 

192, 203, 212, 216, 228, 246.267, 
271, 272. 

Lythrum L. 

Hyssopifolia L. 266. 

Salicaria L. 206, 267. 



Register. 



H07 



jyiahonia = Berberis 76. 
Majanthenium Web. 

bifolium (L.) Schmidt 236, 245. 

254, 264, 270, 273, 274. 
Convallaria Web. = vor. 



Malaxis (Solander) Sw. 

paludosa (L.) Sm. 185, 187, 197. 

Malus Tourn. = Pirus. 

Malva L. 288. 

alcea L. 50, 162, 213. 

neglecta Wallr. 210, 233, 259. 

silvestris L. (Fr.) 210, 260, 

Mandel 76. 

Marasraius Fr. 

androsaceus (L.) Fr. 230, 250. 

alliatus (Schaff.) Schrot. 151, 214, 

221, 229, 250, 258. 

caryophylleus (Schaff.) Schrot. 228. 

xVIarchantia Raddi. 

polymorpha L. 174, 199. 

Marrubiiim Riv. 

creticum Mill. = peregrinum. 

peregrinum L. 279. 

vulgare L. 52, 158, 237, 251, 

259- 
Matricaria L. 

Chamomilla I-. 285. 

inodora L. 204, 213, 235, 279. 

280. 

Medicago L. 

lupulina L. 215, 218, 233, 279, 

280, 281, 285, 286. 

minima (L.) Lrak. 48, 2^^, 284, 

285. 

sativa L. 287. 



Meesea Hedw. 

uliginosa Hedw. 200. 

Melampyrum Tourn. 

arvense L. 52, 285. 

■ cristatum L. 53. 

nemoiosum L. 53, 271. 

pratense L. 165, 166, 192. 234, 

244, 246, 247, 252, 271, 274, 281. 
silvaticum L. 87. 



Melandryum Roehl. 

album (Mill.) Gke. 236, 257, 260. 

279, 286. 

pratense Roehl. = album. 

vespertinura Fr. = album. 

Melica L. 

nutans L. 247, 273. 

— — imiflora Retz. 266. 



Melilotus Tourn. 

ofücinalis (L.) Desr. 380. 

Mentha Tourn. 

aquatica L. 185, 187, 191. 195, 

203, 264, 266, 280, 287. 

arvensis L. 178, 206. 

piperita L. 266. 

Palegium L. 40, 178, 280. 

Menyanthes Tourn. 

trifoliata L. 178. 185, 187, T94, 

195, 206. 
Me.sotaenium De By. 
~ amphioxys Ktzg. 153, 174. 

Brownii de Bary 151, 172. 

micrococcum Naeg. 174. 

Mespilus L. 76. 

monogyna Willd. = Oataegus 

monog. 

Mibora Adans. 

minima (L.) Desv. = Chama- 

grostis. 

Microcystis Ktzg. 

punctiformis (Ktzg.) Kirchner 177. 

Microcoleus Desm. 

terrestris Desm. 175. 

Milium L. 

effusum L. 273. 

Mnium L. 284. 

affine Bland. 200. 235, 250. 

cuspidatum L. 264, 273. 

hornum L. 193, 275, 276. 277. 

undulatum L. 276, 277. 

Moehringia L. 

trinervia (L.) Clairv. 227. 236, 274. 

Moenchia Ehrh. 

erecta (L.) Fl. Wett. 161, 253. 

Molinia Schrk. 210, 267. 

coerulea (L.) Mnch. 94. 95, 149, 

151, 153, 166, 171, 172, 173, 179, 
184, 186. 189, 192. 193, 195, 197, 
214, 221. 229, 250, 252, 253. 262, 
267. 

var. arundinacea (Schrk.) 211. 

Monotropa L. 

hypopitys L. 236. 

Montia Micheli. 

fontana L, = minor. 

lamprosperma Cham. 37, 176,202. 

minor Gmel. 37, 173. 

rivularis Gmel. 37, 173, 198. 

Moos 87, 281. 

Mulgedium Cass, 

20* 



308 



Register. 



Mulgediiini alpinum (L.) Less. 192. 
Myagrum Tourn., L. = Nasturtiiim. 
Myosotis Dillen. 

arenaria Schrad. 201, 234. 259, 

286. 



caespitosa Schultz 177, 203. 

hispida Schi. 158, 234, 259, 285. 

intermedia Lk. 163, 178, 216, 237. 

palustris (L.) With. 191, 195, 206. 

stricta Lk. = arenaria. 

versicolor (Pers.) Sm. 236, 255. 

Myosurus Knaut, L. 

minimus L. 178, 205. 

Myrica L. 14, 31, 94, 182. 187, 188, 
190, 262. 

Gale L. 37, 96, 189, 190, 198, 

268, 270, 272. 

Myriophylluni Vaill. 

alternifloruni DC. 39, 182. 198. 

spicatum L. 191, 203. 

verticillatum L. 191, 203. 

Myrrhis Scop. 

bulbosa Spr. 284. 

odorata (L.) Scop. 276. 

Wardus L. 90, 146, 168. 

stricta L. 168, 186. 221, 226, 

229, 250, 274. 

Narthecium. 

ossifragum (L.) Huds. 37, 94, 173, 

182, 184, 197, 252. 

Nasturtium R. Br. 

amphibium (L.) R. Br. 178, 205. 

palustre (Ley.ss.) DC. 176, 202. 

silvestre L. 176, 202, 287. 

Naucoria Fr. 

furfuracea (Pers.) Quelet 154, 251, 

258. 



Hennigsii (Bresad.) 184, 196. 
Naiimbiirgia Mnch. = I.ysimachia. 
Navicula Bory. 

tumida Sm. 174. 

Nelken 139. 

Neottia L. 

cordata (L.) Rieh. = Listera cord. 

Nepeta Riv. 

Glechoma Benth. 206, 228, 265, 

287. 

Nephrocytium Meg. 

■ Agardhianum Naeg. 199. 

Nigella Tnurn. 



Nigella arvensis L. 279. 
Nitschia Hassall. 

amphioxys Ktzg. 174. 

Nostoc Vau eh. 

commune Vauch. 174. 

lichenoides Vauch. 88, 172. 

margaritaceum Rbh. 177. 

rupestre Ktzg. 174. 

Nuphar Sm. 

luteum (L.) Sm. 195, 207. 

pumilum DC. 269. 

Nymphaea L. 

alba L. 205, 268. 

lutea L. = Nuphar. 

üchroporus Schrot. 

perennis (L.) Schrot. 151, 179, 

208, 214, 240, 250, 258. 
Odontitis Riv. 

lutea (L.) Rchb. = Euphrasia lutea. 

Oenanthe L. 

aquatica (L.) Lmk. 203. 

fistulosa L. 203. 

Oenothera I.. 

biennis L. 259, 279, 280. 

muricata L. 162, 260. 

Omphalodes Tourn. 

scorpioides (Haenke) Schrk. 51. 

Ononis L. 

arvensis L. 48, 162. 

hircina Jacq. = arvensis. 

procurrens Wallr. = repens. 

repens L. 156, 180, 208, 218, 

232, 259. 

spinosa L. 156, 180, 208, 218, 

233, 259, 283. 
Onopordon Vaill. 

Acanthium L. 280, 284. 

Onothera = Oenothera. 
Ophioglossum L. 

vulgatum L. 177, 204. 

Orchis L. 



incarnatus L. 177, 194, 202. 

latifolius L. 201. 

maculatus L. 176, 197, 270. 

Traunsteineri Saut, (incarnatus var.) 

202. 
Origanum Tourn. 

vulgare L. 51, 71. 165, 213, 

216. 

Ornithopus L. 



Rejjister. 



:]{)\) 



ürnithopus perpusillus L. 38, 169, 221, 

^33, 259, 261. 
Orobanche L. 
alba Steph. 54. 

alsatica F. Schultz 54. 

arenaria Bojrkh. 54. 

Bohemica Cel. 54. 

Buekiana Koch = alsatica. 

caryophyllacea Sm. 54, 284. 285. 

Cervariae Suard = alsatica. 

Cirsii Fr. = reticulata. 

coenilea Vill. = purpurea. 

coerulescens Steph. 54. 

elatior Dietr. = major. 

Epithymum DC. = alba. 

Galii Duby = caryophyllacea. 

Kochii F. Schultz == major. 

lutea Baumg. 54, 284, 285. 

major Rebent. 54. 

pallidiilora W. et. Grab. = reti- 
culata. 

purpurea Jacq. 54. 

Rapum genistae Thuill. 40. 

reticulata Wallr. 54. 

rubens Wallr. = lutea. 

sparsiflora Wallr. = alba. 

Stigmatodes Wimra. = major. 

Orobus Toum. = Lathyms. 

tuberosus L. == L. montanus. 

Orthotrichum Hedw. 

affine Schrad. 224, 254. 

speciosum N. v. E. 224. 

Oryza Toum. 

clandestina (Web.) A. Br. 204. 

Oscillaria Bosc. 

tenerrima Ktzg. 88, 95, 172. 

Osmunda L. 

regalis L. 200, 235, 253, 254. 

Oxalis L. 

Acetosella L. 193, 264, 273, 275, 

276, 277, 281. 

Oxycoccus Tourn. = Vaccinium. 
Oxytropis DC 

pilosa (L.) DC. 49, 162, 165, 

283, 285. 

Padus Mill. = Prunus. 
Palmella Naeg. 
— - miniata Leibl. 177. 
Palmogloea Ktzg. 

raacrococca Ktzg,, A. Br. 88. 



Paludella Ehrh. 

squarrosa (L.) Ehrh. 185. 

Panicum L. 

crus galli L. 288. 

glabrum Gaud. = lineare. 

glauciim L. 279, 280. 

lineare Krock. 258. 

sanguinale L. 260. 

Papaver Tourn. 286. 

Argemone L. 236, 260, 285, 287. 

dubium 2^6^ 260. 

Rhoeas L. 285. 

Pappel 67, 278, 281. 
Paris h. 

quadrifolius L. 276. 

Parmelia Ach., De Not. 



272. 



194, 196, 208, 216, 



saxatilis Ach. 

Parnassia Tourn. 

palustris L 

268, 267. 

Paxillus Fr. 

involutus (Batsch) Fr. 253. 

Pedicularis Tourn. 

palustris L. 185, 194. 195. 

Sceptrum Carolinum L. 53. 

silvatica L. 40, 96, 163. 

171, 172, 174, 187, 199, 211. 

Pellia Raddi. 

• calycina Raddi 189. 

epiphylla (L.) N. v. E. 



166, 
234- 



Peltigera Hoffm 

canina (L.) 151, 168, 

horizontalis (L.) 153. 

malacea (Ach.) 174. 

polydactyla Hoftm. 174 

rufescens Hotfm. 153. 



;7o. 



271. 



spuria (Ach.) 151, 22 



o- 



Peplis L. 

PortulaL. 176, 186, 190, 198, 203, 

Petasites Tourn. 

albus (L.) Gaertn. 276, 277. 

spurius Rchb. 61, 83, 159, 167. 

toraentosus (Ehrh.) DC. == spurius. 

Peucedanum L. 

arenarium W. et K. 279. 

cervaria (L.) Cuss. 50, 163, 

Oreoselinum (L.) Mnch. 50, 



284. 

158. 



215, 218, 233, 272, 283, 284. 



palustre Mnch. = Thysselinum pal. 

Peziza Dillen 

aurantia Müller 15I;, 153. 166, 

172, 200, 212, 224. 



310 



Register. 



Peziza badia Pers. 
Phaeodon Schrot. 

aurantiacus (Batsch b. Alb. et Schw.) 

Schrot. 235, 

compactus (Pers.) Schrot. 153, 



230. 



ferrugineus (Fr.) Schrot. 235. 
irabricatus (L.) Schrot. 235. 



Phalaris L. 

arundinacea I.. 266. 

Phegopteris F6e. 

Dryopteris (L.) Fee 184, 235, 

274, 276. 277. 



- polypodioides Fee 204, 235, 251. 
Phelipaeq Tourn. = Orobanche. 
Philadelphus L. 

coronarius L. 277. 

Philonotis Brid. 

marchica (Willd.) Brid.' 175. 200. 

Phleum L. 

Boehmeri VVib. 41, 251, 282. 284. 

pratense L. 177, 286. 

Phormidiimi Ktzg. 

vulgare Ktzg. 88, 95, 172, 186. 

Phyllodoce (Salisb.). 

coerulea Bab. 112, 

Phragmites Trin. 193. 

communis Trm. 195, 266, 267, 

272, 285. 

Phyteuma L. 55. 

orbiculare L. 55. 

Picea Lk. 

excelsa (Lrak.) Lk. 161. 192, 266. 

267, 271, 281. 
Picris L. 

hieracioides L. 57. 

Pilularia Vaill. 

— — globulifera L. 35. 95, ^y 200. 
Pilze 87. 

Pimpinella Riv. 

■ SaxifragaL. 149, 158, 178, 196. 

215, 218, 233, 248, 252, 272, 281, 

286. 

Pinguicula Tourn. 

-^ vulgaris L. 203. 

Pinus Tourn. 208, 264, 271. 

Abies L. = Picea excelsa. 

Picea L. = Abies alba. 

silvestris L. 149, 150, 172, 175^ 

192, 195, 200, 245, 250. 258, 270, 

.272. 273, 283. o j , : 

Pirola Tourn. 242, 253. 



Pirola chlorantha S\v. 50, 163, 210, 233. 
246. 

media Svv. 50, 158, 234, 246. 

minor L. 234, 237, 246, 251, 268. 



rotundifolia L. 163, 206, 246, 251. 

secunda L. = Ramischia sec. 

umbellata L. = Chimophila imib. 

uniflora L. 51, 185, 226, 276. 

Pirus L. 

aucuparia (L.) Gaertn. 150, 193, 

245, 248, 248, 266, 272, 273, 274. 
275, 276, 277. 

communis L. 76, 272, 273. 

Malus L. 76, 272. 

Pistillaria Fr. 

carnea Preuss. 

Pisum Tourn. 

maritimum L. = Lathyrus marit. 

Pisolithus Alb. et Schw. 

crassipes (DC.) 224, 258. 

arenarius Alb. et Schw. 218, 224, 

258. 

Plagiothecium Schimp. 

denticulatum (L.) Br. et Seh. 224. 

Schimperi Jur. et Milde 231. 

silesiacum (Sei.) Br. et Seh. 200, 

224. 

Plantago L. 

arenaria W. et K. = ramosa. 

Coronopus L. 40. 

lanceolata L. 163, 191, 196, 210, 

226, 241, 257, 264, 279, 280, 286, 
287. 

■ major L. 287. 

maritima L. 263. 

media L. 54. 

ramosa (Gil.) Aschers. 54, 237, 

259? 280. 

Piatanthera Rieh. 

bifolia (L.) Rchb. 71, 155, 247, 

270, 273. 

chlorantha Rchb. 273. 

chlorantha X bifolia 273. 

montana Rchb. fil. = chlorantha. 

■ solstitialis Boenn. = bifolia. 

Pleuridium Brid. 

alternifolium Br. et Seh. 199. 

Pleurococcus Menegh. 

vulgaris Menegh. 84, 88, 151, 257. 

Poa L. 

annua L. 177, 280, 287. 

bulbosa L. 42, 231, 241, 251. 



Register. 



311 



Poa compressa L. 280, 287. 

nemoralis L. 245, 264, 274. 

palustris L. 177, 204, 235, 276, 

277. 

pratensis L. 151, 172, 177, 193, 

195, 204, 245, 265, 272, 274, 286. 

serotina E^hrh. = palustris. 

— — trivalis L. 272, 273, 274. 



Pogonatum P. Beauv. 

aloides (Dill.) P. Beauv. 154, 175, 

177, 231. 

ciliatum Lebel 156. 

comosum Schk. 50, 162, 213, 217, 

236. 284. 
depressum P. Schultz 38, 174, 

199. 
— — nanum (Dill.) P. Beauv. 154, 177. 

231. 

oxypterum Rchb. 190. 

urnigerum (L.) Schinip. 154. 

vulgare L. 162, 187, 213,217, 242. 

Polemonium Tourn. 

coeruleum L. 191. 

Polygala L. 190. 

coraosum Schk. 216. 

depressum Wender 198. 

vulgare L. 216. 

Polygonatum Tourn. 

anceps Mnch. = officinale. 

latifolium Des f. 279. 

multiflorum (L.) AU. 71, 83, 161, 

227, 244, 24s, 272, 273. 

officinale All. 44, 71, 83, 161, 



227, 244, 247- 
Polygonum L. 

amphibium L. 161, 176, 202. 

arenarium W. K. 279. 

avicuiare L. 161, 257, 260, 279, 

287. 



Bistorta L. 150, 194, 270. 

Convolvulus L. 236, 257, 260, 

279, 280. 

danubiale Kern. = prostratuni. 

Hydropiper L. 177. 

lapathifolium Koch = nodosum. 

minus Huds. 177. 

mite Schrk. 177. 

nodosum Pers. 287. 

proStratum Wimm. 280. 

Polypodium L. 

Dryopteris L. = Phegopteris 

Dryopt. 



Polypodium montanum Vogler = Aspi- 
dium mont. 

Phegopteris L. = Phegopteris 



polypodioides. 

vulgare L. 154, 165. 



Polyporus Fr. 

perennis L. = Ochroporus perenn. 

Polystichum (Rth.) DC. = Aspidium. 
Polytrichura L. 80, 89, i8r, 192. 

aloides Hedw. = Pogonatum a. 

commune L. 172, 192, 196, 267. 

formosum Hedw. 200. 

gracile Menz. 175. 

— — juniperinum VVilld. H9, 95, 151, 

166, 172, 182, 185, 186, 188, 192, 
193, 194, 195. 196, 229, 250, 252, 
274, 275. 

piliferum Schreb. 84, 89, 151, 

167, 168, 175, 179, 208, 214, 217, 
224, 240, 258, 261, 282, 283. 

spinulosum Brid. 192. 

strictum Banks 151, 173, 229, 250. 



192, 202, 



Populus Tourn. 

alba L. .279. 

nigra L, 278, 280. 

tremula L, 172, 176, 

212, 216, 245, 248, 270, 272, 273, 
286. 

Potamogeton L. 92. 
acutifolius L. 200. 

alpinus Balbis 206, 269. 

compressus L. ex p. 200. 

— — - crispus L. 200. 

gramineus L. ex p. 185, 200, 

lucens L. 204. 

mucronatus Schrad. 185, 200. 

natans L. 185, 195, 204, 268. 

nitens Web. 204. 

obtusifolius M. u. K. 200. 

— — pectinatus L. 200, 263. 

perfoliatus L. 195, 200. 

polygonifolius Pourr. 35, 182, 197. 

praelongus Wulf. 200. 

pusillus L. 20a. 

rutilus Wolfg. 200. 

trichoides Cham, et Schi. 200. 

Potentilla L. 

alba L. 48, 219, 231, 255. 

anserina L. 162, 191, 213, 227, 

260, 280, 287'. 

argentea L. 162. 210, 228, 257, 

260, 286. 



312 



Register. 



Potentilla aurea L. 150. 

cinerea Chaix 48, 156, 165, 180, 

207, 208, 218, 232, 259, 283, 284. 

collina Wib. 48, 162, 210, 228, 



260. 



268. 



mixta Nolte 176, 202, 212. 
norvegica L. 48, 178, 205. 
opaca L. z. T. = rubens. 
palustris Scop. 186, 192, 194, 248, 



232. 



procumbens Sibth. 176, 202, 212, 



287. 



reptansL. 176, 185, 202,212,225, 



rubens L. 48, 156, 180, 208, 218, 

232, 259. 
rupestris L. 48, 162. 

silvestris Neck. 149, 156, 166, 176, 

180, 185, 186, 189, 191, 192, 194, 
196, 209, 212, 213, 219, 225, 247, 
248, 252, 267, 270. 

supina L. 280. 

Tabemaemontani Aschers. 156, 165, 

180, 209, 218, 232, 240, 251, 284. 

Tormentilla Sibth. = silvestris. 

verna auct. = Tabemaemontani. 



Poterium L. 

minus (Scop.) 174. 

Sanguisorba L. 266, 284. 

Pottia Ehrh. 

interniedia (Turn.) Fürnr. 154. 

truncata (L.) Fürnr. 154, 175, 

224. 

Prenanthes L. 

purpurea L. 276. 

Primula L. 

acaulis (L.) Jacq. 39. 

elatior (L.) Jacq. 39. 

farinosa L. 194. 

officinalis (L.) Jacq. 284. 

Protococcus Ag. 

infusionum Schrank 199. 

viridis Ktzg. 172, 196. 

Prunus L. 

Padus L. 193, 272, 273. 

spinosa L. 272, 277. 

Psamma R. et Seh. = Calamagrostis. 
Psilocybe Fr. 

atrirufa (Schaff.) Fr. 154, 230. 

buUacea (Bull.) Fr. 154, 230. 

physaloides (Bull.) Fr. 154, 214, 

218, 230, 



Psilocybe Polytrichi (Fr.) Henn. 184, 
196, 229. 

uda (Fers.) Fr. 184, 196, 230. 

Pteridium Kuhn. 



aquilinum (L.) Kuhn 225, 



2^1 



246, 248, 250, 258, 272, 274, 275. 
Pteris aquihna L. = Pteridium. 
Ptilidium N. v. E. 
— — ciliare (L.) N. v. E. 151, 172, 229. 

var. ericetorum N. v. E. 151, 

172. 

Pulicaria Gaertn. 

dysenterica (L.) Gaertn.40, 206. 

prostrata (Gil.) Aschers. 206, 280. 

vulgaris Gaertn. == prostrata. 

Pulmonaria Toum. 

angustifolia L. 51. 

officinalis L. 265. 

Pulsatilla Tourn. 146, 226. 

patens (L.) Mill. 31, 46, 236, 244, 

248. 



pratensis (L.) Mill. 46, 152, 164, 
229, 244, 261, 282, 283, 284. 

vemalis (L.) Mill. 46, 236, 238, 

244, 248. 

vulgaris Mill. 37, 149, 152, 164, 

165, 229. 

Pylaisia Schimp. 

polyantha (Schreb.) Schimp. 231. 

Uuercus Tourn. 266, 275. 

pedunculata Ehrh. 172, 247, 270, 

272, 273, 281. 

Robur L. (sessiliflora u. pedun- 
culata) 156, 254. 

sessiliflora Martyn 156, 254. 



Quitte 76. 

Radiola Dillen, Roth. 

linoides Rth. = multiflora. 

multiflora (Lmk.) Aschers. 58, 95, 

102, 149, 166, 172, 173, 186, 197, 198. 

millegrana Sm. = multiflora. 

Ramalina Ach. 

fraxinea (L.) 272. 

Ramischia Opiz 

secunda (L.) Gke. 234, 237, 244, 

246, 248, 277. 
Ranunculus L. 

acer L. 178, 191, 194. 205, 212, 

270, 277. 



Register. 



818 



Ranunculus aquatilis L. 187, 205. 
bulbosus L. 47. 

circinatus Sibth. 205. 

confusus Godr. et Gr. 263. 

Flammula L. 178, 187, 191. 

fluitans Lmk. 263. 

hederaceus L. 37, 182, 202. 

hololeucus Lloyd 37, 182, 198. 

Lingua L. 187, 195, 202. 

polyanthemus L. 247. 

repens L. 178, 205, 213, 227. 

245, 260, 267, 270, 276, 285, 287. 

sceleratus L. 202. 

Raphanistrum Tourn. 

silvestre (Lmk.) Aschers. 287. 

Reseda L. 

lutea L. 165, 266, 279, 280. 

odorata L, 287. 

Rhacomitriiuii Brid. 

canescens (Dill.) Brid. 90, 151, 

168, 207, 214, 217, 229, 250, 258. 
279. 

ericoides (Dicks.) Brid. 151, 217. 

lanuginosum (Dill.) Brid. 115, 200. 



Rhamnus Tourn. 

cathartica L. loi, 202, 225, 266, 

271, 272, 279. 

Frangula L. 186, 195, 246, 248, 

252, 266. 

Rhinanthus L. = Alectorolophus. 
Rhizopogon Fr. 

aestivum (Wulf.) Fr. 231. 

virens (Alb. et Schw.) Sehr. 235. 

Rhodosporus Schrot. 

cancrinus (Fr.) Schrot. 151, 208, 

2x4, 217, 229. 
Rhynchospora Vahl 93, 187. 

alba (L.) Vahl 36, 95, 149? ^l^i 

173, 184, 186, 189, 192, 193, 197, 
252, 269. 

fnsca (L.) R. et Seh. 36, 95, 173, 



190, 197, 269. 
Ribes L. 

alpinum L. 273. 

Grossularia L. 277, 287. 

nigrum L. 264. 

rubrum L. 272. 

Riccia Mich. 

-— crystallina L. 174- 

fluitans L. 185. 

glauca L. 177, 204. 

Robinia L. 



Robinia Pseudacacia L. 279. 
Rohrgräser 92. 
Roripa Scop. = Nasturtium. 
Rosa Tourn. 

canina L. 156, 225, 272, 273, 



282, 



246. 



coriifoUa Fr. 156, 225. 
dumetorum Thuill. 156. 
elliptica Tausch 156, 225. 
glauca Vill. 48, 156, 273. 
pimpinellifolia L. 162. 
rubiginosa L. 162, 228. 
tomentella Lern. 254. 272. 
tomentosa Sm. 156, 212. 232, 



venusta Scheutz 156. 

Rotbuche 151. 

Rozites Karsten 

caperata (Pers.) Karsten 224. 

Rubus L. loi, 146, 238. 

Bellardü Günth. 38, 248. 

berohnensis E. H. L. Krause 227, 

239- 
• caesius L. 156, 225, 238, 239, 

259, 266, 272. 

var. praecurrens Friedr. et 



Gelert 273, 

Chamaemorus L. 103, 112, 189, 



198. 



dumetorum W. et N. 10 1. 
■ — fissus Lindl. 162, 224, 239. 

— Idaeus L. 232, 239, 248, 264, 
267, 274, 277, 281. 

— Maassii Focke 225, 238, 259. 

nemorosus Hayne 227, 238, 239. 

— oreogeton Focke 239. 

-- plicatus W. et N. loi, 151. 156, 



205, 232, 238. 239, 259, 267, 272. 

— pyramidahs Kaltenbach 225. 

— radula W. et N. 156, 225, 239, 



260. 



rhamnifolius W. et N. 225, 239, 



259- 



saxatilis L. 225, 232, 247, 273. 
Schleicheri W. et N. 156. 239. 



248. 



259 



Schuramehi Weihe 156. 225, 239, 

serrulatus Lindeb. = beroUnensis. 
silvaticus W. et N. 227, 239. 
Sprengelii W. et N. 225, 239, 281. 
suberectus Anders. 236, 239. 



314 



Register. 



Rvibus sulcatus Vest. 162, 227. 239. 

thyrsanthus Focke 239. 

thyrsoideus Wimm. 236. 

villicaulis Koehler 232, 238. 

• Wahlbergii Arrhenius 232, 239. 

Runiex T.. 

Acetosa L. 177, 194, 196, 212, 

245, 270, 282. 

— — Acetosella L. 156, 166, 167, 172, 
176, 180, 187, 205, 208, 212,214, 
218, 231, 240, 246, 251, 257, 258, 
270, 274, 276, 286. 

auriculatus Wallr. 161. 

crispus L. 285, 287. 

Hydrolapathum Huds. 195. 

maritimus L. 177, 280. 

Ruppia L. 

rostellata Koch 263. 

Russula Fr. 

— — adusta Pers,, Fr. 230, 250. 

emetica (Schaff.) Fr. 149, 199, 

211, 230, 241, 250, 253,' 254, 
277. 



150. 



fragüis (Pers.) Fr. 153, 199, 230, 
). 

nigricans (ßiill.) Fr. 239, 250. 
Russulina Schrot. 

xerampelina (Schäfif.) Schrot. 235. 

Russuliopsis Schrot. 

laccata (Scop.) Schrot. 151, 172, 

184, 196, 211, 214, 221, 223, 

257- 

rosella Batsch 151, 172, 196. 



bagina L. 

maritima Don 260. 

nodosa (L.) Bartl. 178. 205. 

procumbens L. 155, 176, 187, 

191, 212, 287. 

stricta Fr. 260. 



subulata (Sw.) Torr, et Gray 152, 

262. 
Sagittaria L. 

sagittifolia L. 204. 

Salix Tourn. 150, 266. 

alba L. 156, 176, 205, 266. 

argentea Sm. 152, 225, 245, 258, 

271. 



— aurita L. 149. 172, 173, 187, 
189, 190, 192. 194. 195, 198, 224, 
245, 267, 270. 



Salix caprea I,. 150, 161, 205, 227, 

245, 248, 272, 281. 
— — cinerea L. i6r, 176, 202, 227. 

daphnoides Vill. 83, 152. 

— ■ var. angustifolia (Wulf.) Fr. = 

pomeranica. 

fragilis L. 177, 266. 

fusca Wind. 194. 

— ■ — hippophaifolia Thuill. 265. 

livida Wahlenb. 205. 

■ pentandra L. 176, 202. 

pomeranica Willd. 83, 150, 152, 



271. 

— piirpurea L. 268. 

— repens L. 149, 152, 156, 166, 
172, 173, 187, 189, 194, 195, 198, 
210, 225, 252, 258, 267, 271. 

var. leiocarpa E. Mey. 173. 



rosraarinifolia L. (repens var.) 96, 

166, 171, 185, 189, 195, 198, 252, 
270. 

viminalis L. 265. 

Salsola L. 

Kali L. 83, 167. 

Salvia h. 

dumetorum Andrzj. 285. 

— — pratensis L. 52, 163, 165, 216, 

219, 228, 283, 284, 285. 
verticillata L. 281. 



Sambucus Tourn. 

Ebulus L. 276, 278. 

-- nigra L. 159, 226, 229, 281. 



Samolus Tourn. 

Valerandi L. 263. 

Sanguisorba L. 

minor Scop. = Poterium Sangui- 
sorba. 

Sarcoscyphus Fr. 

Funckii (W. etM.) N.v. E. 154, 224. 

Sarothamnus Wimm. 207. 

scoparius (L.) Koch 31, 152, 217, 

230, 245, 257, 259. 

Saxifraga L. 

granulata L. 48, 176, 215, 219, 

232, 284. 

Hirculus L. 205. 

tridactylitis L. 178, 205. 

Scabiosa L. 

canescens W. K. 55, 149, 153, 

165, 230, 283. 

columbaria L. 55, 159, 209, 216, 

219, 226, 234, 247, 285, 286. 



Register. 



315 



Scabiüsa ochroleuca L. 279, 281. 

suaveolens Desf. = canescens. 

Scapania Lindbg. 

compacta (Roth) Lindenb. 174, 

231. 

curta (Mart.) N. v. E. 174, 199. 

obtusifolia Hook. 154, 231. 

rosacea (Corda) N. v. E. 

Scheuchzeria L. 

palustris L. 93, 184, 197. 

Schoenus L. 

ferrugineus L. 188, 240, 271. 

nigricans L. 204. 

Schizogonium Ktzg. 

murale Ktzg. 172, 196. 

Scirpus L. 

acicularis L. 177. 

caespitosus L. 35, 94, 96, 146, 

171, 173, 182, 184, 186, 187, 192, 

193, 197- 
compressus iL.) Pers. 42, 155, 

177, 201. 

fluitans L. $6^ 182, 197, 198. 

Holoschoenu.s L. 42, 210. 

lacustris L. 94j 184, 266. 

multicaulis Sm. ^^^ 183, 197. 

ovatus Rth. s^^ 175. 

paluster L. 155, 186, 195, 201. 

— — parvulus R. et Seh. 263. 

paucitlorus Lightf. 175, 186, 196, 



201. 



setaceus L. 36: 95; ^75) ^9°^ 



201. 



— silvaticus L. 265. 

— Tabernaemontani Gmel. 263. 
uniglumis Lk. 201. 



Scleranthus L. 

annuus L. 156, 221, 225, 240, 

258, 261, 282, 285. 

perennis L. 156, 225, 241, 246, 



259, 261, 282, 283, 286. 
Scleroderma Pers. 

verrucosum (Bull.) Sehr. 227, 260. 

vulgare Hörn. 168, 231, 251. 

Scorzonera L. 

humilis L. 163, 165, 216, 219, 

235? 271, 284. 

purpurea I>. 57, 163. 165, 217, 



220, 228, 283, 285. 
Scrophularia Tourn. 
nodosa L. 177, 212, 216, 226, 

273- 



Scutellaria Rivin. 

galericulata L. 177, 187, 203. 

minor L. 40, 177, 182, 203. 

Scytonema Ag. 

calotrichoides de Bary 172. 

fasciculatum Rabenh. 172. 

polymorphum Naeg. et Nastm. 172. 

tomentosura Rabenh. 172. 

turfosiim Ktzg. 172, 199. 

Sedum L. 

acre L. 150, 236, 260, 279. 

maximum (L.) Sutt. 162, 219. 236. 

255; 279, 282. 

mite Gil. 47, 236, 246, 260, 281, 

282, 286. 

purpureum (L.) Lk. 162, 219, 236, 



255 



reflexum L. 47, 215, 232, 251, 



282, 284. 

villosum L. 47, 185, 202. 



Selinura L. 

Carvifolia L.'so, 187, 194, 206. 

Sempervivum L. 

soboliferum Sims 47, 232, 244. 

Senecio L. 

aquaticus Huds. 202, 213. 

barbareifoiius W. et Grab. 56. 

campester (Retz.i DC. 56. 

Fuchsii Gmel. 192, 276, 277. 

Jacobaea L. 233, 255, 281. 

paluster (L.) DC. 185, 187, 204. 

silvaticus L. 80, 83, 160, 209, 

216, 219, 226, 246, 259, 281. 

vernaUs W. K. 160, 167, 188, 209, 

216, 219, 235, 247, 251, 287. 

viscosus L. 80, 83, 160, 209, 216, 



219, 226, 259. 

vulgaris L. 167, 257, 259, 288. 



Sequoia gigantea Lindl. u. Gord. 141 ■ 
Serratula L. 

tinctoria L. 160, 195, 206, 212, 

216, 235, 254. 

Setaria P. B. = Panicum. 
Sieglingia Bemh. 90, 146. 

decumbens (L.) Bemh. 149, 152, 

165, 166, 172, 173, 184, 192, 195^ 
201, 229, 240, 248, 250, 270. 

Silene L. 

chlorantha (Willd.) Ehrh. 45, 154, 

231, 251, 260, 282. 

Gallica L. 269. 

inflata Sm. = venosa. 



316 



Register. 



Silene nutans L. 45, 154. 231. 2^1, 260, 
284. 

Otites (L.) Sm. 45, 154, 180, 209, 

215,218,225,275,279,282, 283, 286. 

tatarica Pers. 45, 236, 274, 261. 

venosa (Gil.) Asch. 227, 270, 281. 

Solanum L. 

Dulcamara L. 215, 272. 

Solidago L. 146, 166, 167. 

alpestris L. 150. 

Virga aurea L. 84, 150, 151, 159, 

234, 241, 247, 251, 272, 273, 279, 
281, 283, 286. 

Sonchus L. 

arveiisis L. 237, 261, 268, 285. 

asper All. 288. 

oleraceus L. 195, 288. 

Sorbus Tourn. = Pinis. 
Spargani.um Tourn. 

affine Schnizl. 35, 182, 197. 

diversifolium Grbn. 35, 182, 185, 

187, 190. 

erectum L. em. = polyedrum. 

minimum Fr. 185, 187, 188, 190, 

197. 



268 



neglectum Beeby 194. 

— var. microcarpura A. et G. 

— — polyedrum A. et G. 204. 

ramosum Huds. = neglectum u. 

polyedrum. 

-; Simplex Huds. ex p. 204. 

Spartium scoparium L. = Sarothamnus. 
Spergula L. 226. 

arvensis L. 161, 227, 260, 287. 

Morisonii Bor. = vemalis. 

pentandra L. 152, 178, 202. 208, 

215, 217, 229, 258. 

vernalis Willd. 46, 83, 149, 152, 

164, 166, 167, 179, 202, 208, 215, 
217, 220, 221, 229, 237, 241, 256, 
258, 261. 

Spergularia Pers. 

campestris (L.) Aschers. 156, 176, 

179, 201, 209, 215, 232, 261. 

rubra Presl = campestris. 
Sphagnocoetis N. v. E. 

communis (Dicks.) N. v. E. 199 

SphagnumL. 181, 184, 192, 263, 261. 

267. 

acutifolium Ehrh. 172, 185. 186, 
188, 189, 192, 194, igsl 224, 268! 



Sphagnum acutifolium var. versicolor 
Warnst. 268. 

Ehrh, var. viride Warnst. 

268. 



— compactum D. C. 196. 

— cuspidatum Ehrh. 172, 188, 190, 
196, 268. 

— cymbifolium Ehrh. 185, 186, 188, 
189, 190, 192, 196. 

— var. glaucescens 188. 

var. squarrosulumN. v.E. 268 



— fimbriatum Wils. 188, 189, 190, 
199, 268. 

— falcatum Russ. 196, 200. 

— fuscum V. Klinggr. 199. 

— imbricatum Hornsch. 196. 

— mucronatum Russ. 172. 

— papillosura Lindl. 19g. 

— quinquefarium Wamst. 199. 

— rufescens Er. germ. 177. 

— rigidum(M.etH.)Schimp. 197, 224. 
recurvum P. d. B. 188, 196, 200, 



268. 



var. angustifoliumRuss. 196. 

■ var. mucronatum Russ. 196. 

~ var. amblyphyllum Russ. 196. 

var. par\'ifoliumW'arnst. 188. 

— — Russovvii Warnst. 199. 

squarrosum Pers. 188, 189, 199, 

224, 

subnitens Warnst, et Russ. 199. 

tenellum v. Klinggr. 97, 224. 

var. rubellum Wils. 196. 

Sphyridium Fw. 

-;^-^- byssoides (L., Flot.) 151, 224. 
Spiraea L. 

Filipendula L. = Filipendula 

hexapetala. 

Ulmaria L, = Filipendula Ulm. 

Spiranthes Rieh. 

auctumnalis Rieh. = spiralis. 

-^— spiralis (L.) K. Koch 168. 
Spiroygra Lk. 195. 

Stachys Rivin. 

annuus L. 52, 280. 

Betonica Benth. 52, 158, 194, 

226, 254. 

germanicus L. 139, 285. 

palustris L. 178, 203, 234, 264, 

266, 287. 

rectus L. 52, 163, 236, 253, 255, 

279, 280, 284, 285. 



Register. 



317 



Statice L. 

Armeria L. = Armeria. 

Stellaria L. 

apetala Opiz = pallida. 

crassifolia Ehrh. 46, 185, 202. 

glauca With. 205. 

Holostea L. 87, 247, 265, 273, 

media (L.) Cir. 236, 287, 

pallida (Dumort.) Pird 236, 277. 

iiliginosa Murr. 205. 

Stenactis Cass. ^= Erigeron. 
Stenophragma Cel. 

Thalianum (L.) Cel. 152, 165, 179, 

217, 230, 258, 286. 
Stereocaulon Schreb. 
condensatum Hofifm. 153. 

incnistatum Flke. 153. 174, 224. 

paschale (L.j 153. 

toraentosum (Fr.) 151, 174, 224. 

Stichococcus Naeg. 

baccillaris Naeg. 151. 172, 196. 

Stratiotes L. 

Aloides L. 185. 

Stigonema Ag. 

— — ocellatum Thur. 172. 

silvestris (Itzigs.j 151, 229. 

Stupa L. 139. 

capillata L. 41, 161, 260, 282. 

Grafiana Stev. 279. 

pennata 1.. 41, 278. 

Succisa Vaill. 

praemorsa (Gil.) Aschers. 149, 187, 

189, 204, 271. 

pratensis M. u. K. = praemorsa. 

Suillus Michel. 

cyanescens (Bull.) Karsten 230, 

2 54-_ 
Sweertia L. 

perennis L. 266. 

Symphytum Tourn. 

officinale Jj. 206, 266. 

Syraploca Ktzg. 

lucifuga (Harv.) Breb. 174. 

minuta Rabenh. 174. 



Tanacetum (L.) Schultz bip. — Chry- 
santhemum. 
Taraxacum Hall. 

officinale Web. = vulgare. 

vulgare (Lmk.) Schrk. 285, 288. 

Taxus Tourn. 67. 



Taxus baccata L. 
Teesdalea R. Rr. 102, 226. 

nudicaiiHs (L.) R. Br. 83, 149, 

152, 165, 179, 208, 217. 229, 241, 
246, 256, 258. 

Tetraphis Hedw. 

pellucida (Üill.) Hedw. 200, 224. 

Teucrium L. 

Scorodonia L. 158, 226. 

Thalictrum Tourn. 

angustifolium Jacq. 46. 

flavum L. 202, 266, 270. 

flexuosum Bernh. 46, 161, 236, 

284, 285. 

minus L. (Koch) 46, 161, 236, 

285. 

Thelephora Ehrh. 

caryophyllea (Schäffer) Pers. 151, 

208, 229. 

cristata Pers. 160, 216. 219, 235, 

251, 260. 

laciniata Pers. 151, 168, 214, 217, 



222, 229. 250, 257. 
— palmata Scop, 160, 235. 

terrestris Ehrh. 151, 168,208,214, 



258. 
Thesium L. 266. 

alpinum L. 44. 

ebracteatum Hayne 44, 157. 165, 

258. 

intermedium Schrad. 44, 284. 

Thlaspi Dillen. 

arvense L. 216, 236. 260. 

Thrincia Rth. 

hirta Rth. 160, 219, 282. 

Thuidium Schimp. 237. 

abietinum (L.) Br. et Seh. 90, 154, 

193, 214, 219, 231, 250, 277. 

dehcatulura (L.) Br. et Seh. 216, 



219, 231, 248. 

tamariscinum (Hedw.j Br. et Seh. 



150, 200, 274, 276, 286. 
Thymelaea Tourn. 

passerina (L.) Coss. u. Germ. 260. 

Thymus L. 31, 80, 266. 

Chamaedrys Fr. 281, 286. 

Serpyllum L. 153, 167, 178, 179, 

196, 203, 208, 213, 215, 217, 230, 
240, 246, 247, 251, 257, 742, 282, 
283. 

var. Chamaedrys (Fr.) = spec. 



Thvsselinum Rivin. 



318 



Register. 



Thysselinum palustre (L.) Hoft'm. 172, 

176, 186, 193, 194, 203, 264. 
Tilia L. 

parvifolia Ehrh. = ulmifolia. 

ulmifolia Scop, 245, 271. 

vulgaris Hayne = ulmifolia. 

Tillaea L. 

muscosa L. 178. 

Tithymalus Scop. 

Cyparissias (L.) Scop. 149, 167, 

209, 215, 218, 233, 240, 241, 251, 
257, 259, 266, 279, 281, 282, 283. 

Esula (L.) Scop. 281. 

helioscopius (L.j Scop. 260. 

Peplus (L.) Gaertn. 260. 

Tofieldia Huds. 

calyculata (L.) Wahlenb. 43, 194. 

Torilis Adans. 279. 

AnthriscLis (L.) Gmel. 281, 287. 

Tragopogon L. 

floccosus W. K. 83, 160, 260. 



179. 



major Jacq. 57. 

pratensis L. 163, 206, 217. 



Tragus Haller 



racemosus 280. 



Trematodon Rieh. 

ambiguus fHedw.) Hornsch. 174. 

Tribulus Toum.. L. 

Orientalis hung. 280. 

terrester L. 278. 

Tricholoma = Agaricus. 
Trichophorum caespitosum Palla = Scir- 

pus caespitosus. 
Trientalis Rupp. 

Europaea L. 247, 274. 

Trifolium Tourn. 

agrarium L. 49, 157, 236, 250, 

282. 

alpestre L. 48, 284. 

- arvense L. 157. 180, 209, 233. 
252, 257, 259, 282. 286, 287. 

lupinaster L. 228. 

medium L. 225. 

minus L. 236, 282. 

montanum L. 49, 215, 218, 233, 

247, 282, 284. 

pratense L. 191, 246, 267. 

procumbens L. 162, 236. 257. 

minus Koch 162. 

— ■ — repens L. 191, 247, 287. 

ruhens L. 49. 162. 228. 



Triglochin Rivin. 200. 

— ■ — maritima L. 204, 263. 

palustris L. 175. 

Triodia decumbens R. Br. = Sieglingia 

dec. 
Tripenthas Casp. 

■ helodes (L.) Aschers. 39. 183, 199. 

Triticura Tourn. 280. 

caninum L. 42. 

— — junceum L. 83. 

repens L. 180, 219, 225, 264, 

272, 275, 285, 287. 
TroUius L. 

europaeus L. 46. 

Tunica Scop. 

prolifera (L.j Scop. 45, 236, 260, 

282, 286. 



Saxifraga (L.) Scop. 281. 

Turritis Dillen 

■ glabra L. 47, 228, 276. 

Tussilago Toum. 

Farfara L. 192, 266, 288. 

spuria Retz. == Petasites spur. 

Tylostoma Pers. 

fimbriatum Fr. 260. 

maramosum (Mich.) Fr. 151, 217, 

257- 
Typha Tourn. 187, 268. 

latifolia L. 204, 268. 

latifolia X angustifolia Kigert 204. 

Udora canadensis Nutt. = Elodea canad. 
Ulex L. 141. 

Europaeus L. 38, 157. 

Ulmaria Tourn. = Filipendula. 
Ulota Mohr. 

crispa (Hedw.) Brid. 224. 

crispula Bruch 224. 

Ludwigii Brid. 226. 

Ulothrix Ktzg. 

parietina (Vauch.) Ktzg. 84, 160, 

177. 

-— — radicans Ktzg. 84. 88, 151, 174. 
Urtica Toum. 

dioeca L. loi, 168. 254. 276, 277, 

280, 287. 

urens L. i68, 287. 

Utricularia L. 

Bremii Heer 204. 

intermedia Hayne 194, 197. 

minor L. 185, 187, 203. 



Register. 



ai9 



Utricularia neglecta Lehm. 187. 189. 
203. 

ochroleuca Hartm. 203. 

vulgaris L. 185, 187, 189. 203. 

Vaccinium L. 150. 

— — Myrtillus 1.. 112, 163, 176, 185, 
186, 187, 188, 192. 193, 203, 212, 
216, 226, 246, 247, 248, 265, 271. 
274, 275, 277. 

~ Oxycoccus L. 94, 95, loi, 184, 

185. 186, 187, 188, 192, 199, 234, 
271. 

uliginosum L. 94, 95, loi, 102, 

152, 174. 182, 184, 186, 187, 188, 
189, 192, 197, 198, 267. 

Vitis idaea L. 115, 163, 176, 185, 

186, 187, 188, 192, 193, 203, 212, 
216, 226, 245, 246, 347, 271, 274, 

275- 
Valeriana Tourn. 

dioeca L. 177, 185, 187, 204, 

210, 271. 

officinalis L. 204, 247, 271. 276. 

■ simplicifolia Kabath 55. 

Valerianella Tourn. 

olitoria (L.) Poll. 150, 180, 191, 

209, 219, 259. 

Vaucheria DC. 

sessilis DC. 174. 

Veratrum Tourn. Lobelianum 150. 
Verbascum L. 

Lychnitis L. 158, 209, 216, 218, 

234, 251, 259, 279, 281. 

nigrum L. 158, 180, 209, 215, 



218, 234, 251, 259. 

— phlomoides L. 52, 218, 234, 251, 
259, 279. 

— • phoeniceum L. 52, 158, 226. 

— thapsiforrae Schrad. 52, 165,218. 



234, 251, 259. 

Thapsus L. 165, 228, 260. 



Verbena Tourn. 

officinalis L. 279. 

Veronica Tourn. 

Anagallis aquatica L. 177, 212, 

264. 

aquatica Schi. 287. 

arvensis L. 216, 219, 228, 285. 

Beccabunga L. 178. 

Chamaedrys T. 150, 215, 222, 



226, 234, 246, 248. 273. 274, 276. 
287. 
Veronica Dillenü Crtz. 52. 165, 216. 

218, 220, 221, 234, 259. 

hederifolia L. 216, 228, 237. 

officinalis L. 149, 158. 180, 209. 

215, 218, 234, 241. 251. 259. 274. 
276. 

pro.stata L. 53, 159. 165, 209, 

215, 218, 226. 

scutellata L. 177, 186, 212, 287. 

serpyllifolia L. 177, 212, 215.226, 

234- 

spicata L. 53, 163. 165, 209. 216, 

219, 228, 286. 

Teucrium Vahl 53, 210, 283, 284, 

285. 

triphyllos L. 159, 180. 209, 216. 

218, 234, 259. 

venia L. 53, 165. 215, 218, 221. 

234, 246, 259. 

Viburnum L. 

Lantana L. 281. 

• Opulu.s L. 266, 273. 

Vicia L. 

angustifolia All. 251, 260. 

cassubica L. 40, 162. 216, 236. 

251, 254, 283. 

Cracca L. 162, 228, 247. 270. 

hirsuta (L.) Koch 162, 215, 220, 

222, 233. 

lathyroides L. 157, 165. 176, 209. 



215, 220, 222. 233, 263. 250. 

— pisiformis L. 49, 228. 

— sepiuni L. 162, 178, 205, 213, 

216, 236, 237, 251. 
tenuifolia Rth. 49, 169, 216. 236, 



251, 260. 283, 284. 

tetrasperraa (L.j Mnch. 162, 210. 

Villarsia = Limnanthemum. 

Vincetoxicum Mnch. 

album (Mill.) Aschs. 51, 284, 285. 

officinale Mnch. = album. 

Viola Tourn. 

arenaria DC. 158, 209, 259. 

■ canina L. 236, 241, 245, 246, 

274, 27s, 276. 

ericetorum Schrad. 236, 241. 



hirta L. 284. 

palustris L. 94, 96, 149, 172, 

185, 186, 193, 194, 196, 198, 

233' 



320 



Register. 



Viola silvatica Fr. 71, 158, 209, 216. 
218, 247, 274, 277. 

silvestris Lmk. = silvatica. 

tricolor L. 83, 158, 209, 215, 

218, 226, 241, 259, 285, 286. 

• iiliginosa Schrad. 187. 

Viscaria Roehl. 

viscosa (Gil.) Aschers. 283, 284. 

vulgaris Roehl. = viscosa. 

Viscum L. 

album L. 44. 



Wachholder 14, iio. iii, 142. 
Walnuss 67. 
Webera Hedw. 

annotina (Hedw.) Schwäg. 175. 

nutans (Schreb.) Hedw. 149, 154, 

180, 189, 212, 214, 224, 270, 274. 

Weichselkirsche 76. 

Weide 14. 

Weingaertneria Beruh. 90, 105, 147. 



Weingaertneria canescens (L. 



149, 
229, 



240, 



152, 



Bernh. 14, 
166, 179, 208, 217, 
246, 250, 256, 258, 261, 
262, 274, 283. 
Weisia Hedw. 

viridula (Dill.) Brid. 154. 

Weißbuche 151. 
Weizen 263. 
W^oUgras 23. 



Äanthium Tourn. 

spinosuni L. 279. 

strumarium L. 27g. 

Xanthoria parietina 150. 



Zannichellia Micheli. 

palustris L. 263. 

polycarpa Nolte 263. 

Zygogonium Ktzg. 

ericetorum de Bary 84, 196. 



Druck von Breitkopf & Härtet in Leipzig. 



Gra^bner, die Heide 






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Über sicMskart e 

der 

INjOiOOiyTSeHJii iiliidlililTE 

nach der Verbreitung einiger ihrer Charakterpflanzen, 

unter HinzufiiounQ 

einiger die Heidesebiete meidenden Arten. 
Von DT Paul Gra ebner. 

Maßstab 1:3.000.000 









BogellMTg 

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Südos tgrenzeii ' Atlant. Pflanzen i : 

1 , — Atvrica Gale, L. 

2 Erica Tetralijc L. 

3 CüxTuUcLfüiformisiL.) Delarbre 

4 — ~.^ScuteHaria. minor L. 

5-..-.. Scirpus rmiUicaulis Sm. 

G JPripentas helodesflj Aschers. 

7++4.4. Helosciuclium iniuidatu7n(L)Koch 

8 - ♦ - ■♦- XjriophvUuin alterniflarum B. C. 
NoraM-estgreTizen(Pont.PfIanzen). 

9 -fulsataia paiensdj MOL. 

10 _ _ ^..Pulsatüla pratensis iJJ itiZL. 

11 Süene cMoranthalWiUdJ Ehrh. 

\1-.-.^hx-siu7iiintermedium Schrad. 
13 —..^^ScorzoTiera purpurea L. 
"SV^estörenze: 

-14 ledlim paZustre L.( Grenze derzusam- 

nLe/üiänyendcn Verbreitung.) 

^ordgrenze: 
15 Cytisjis ntgricansL. 



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51: 



1 Seidegebiete 



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Geograph.. An.stalt von Wagner & Del) es, L eipzig . 



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2h. 



Verla-^ ttoiu WiHielm. Engelma-nn., Leipzig 



Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig. 

Synopsis der mitteleuropäischen Flora 

von 
I*aii.l Asclierson, Dr. med. et phil. 

Professor der Botanilc an der Universität zu Berlin 

und 
Phalli GTr-aetoner-j Dr. phil. 

gr. 8. 
Bis Deccmber 1901 sind erschienen: 

1. Lieferung, I. Band, Bogen l — 5: Hymenophyllaceae. Polypodiaceae : Aspi 

dioideae und Asplenoideae Ji 2. — 

2. Lieferung, I. Band, Bogen 6 — 10: Polypodiaceae (Pteridoideae und Polypo- 

diaceae). Osmundaceae. Opliioglossaceae. Hydropterides. Equisetaceae 
Lycopodiaceae Jl 2. — 

3. und 4. Lieferung, L Band, Bogen 11 — 20: Selaginellaceae. Isoetaceae 

Gymnospermae. T}'pliaceae. Sparganiaceae. Potamogetonaceae (Zostereae 
Posidonieae, Potamogetoneae) Jl '^. — 

5. Lieferung, I. Band, Bogen 21 — 25: Potamogetonaceae. Najadaceae. Junca- 

ginaceae. Alismataceae. Butomaceae. Hydrocharitaceae. . . . Jl 2. — 

6. Lieferung, I. Band, Bogen 26 und Einleitung: Hydrocharitaceae, Register 

— IL Band, Bogen 1 — 4: Gramineae Jl 2. — 

7. Lieferung, 11. Band, Bogen 5 — 9: Gramina. Paniceae (Schluss). Chlorideae 

Stupeae. Nardeae. Agrosteae: Miborinae. Phleinae . . . . Jl 2. — 

8. und 9. Lieferung, IL Band, Bogen 10 — 19: Gramina, Agrosteae: Phleinae 

(Schluss). Agrostineae. Aveneae Jl -i- — 

10. und 11. Lieferung, II. Band, Bogen 20-29: Gramina: Aveneae (Schluss) 
Pappophoreae. Arundineae. Festuceae: Melicinae. Koeleriinae. Era- 
grostinae. Poi'nae. Festucinae .// 4, — 

12. Lieferung, IL Band, Bogen 30—34: Gramina: Festuceae: Festucinae 

Jl 2.— 

13. Lieferung, VI. Band, Bogen 1 — 5, Rosales: Plantanaceae, Roseceae 

Spiraeoi'deae. Roseae. (Bearbeitet von R. Keller.) .... .// 2. — 

14. und 15. Lieferung, VI. Band, Bogen 6 — 15: Rosales: Rosaceae: Roseae 

(Bearbeitet von R. Keller.) «/^ 4. — , 



Vollständig liegt vor: 



Erster Band. 

Embryophyta zoidiogama. Erabryopbyta siphonogama (Gyiimospermae. 
\ngiospermae. [iloiiocotyledones (Pandanales. Helobiae.)] 

gr. 8. 1898. geh. Jl 10.—; in Halbfranz geb. .ä 12.50. 



Das Werk erscheint in Bänden und Liefernn?en. 

Die Zahl der Lieferungen im Umfange von je 5 Bogen ^vird etwa 40 betragen. 
Der Umfang der Bände (etwa 3—4) wird wesentlich verschieden sein. 
Einzelne °Liefeinmgen und Bände tverden nicht abgegeben. 



Verlag von Wilhelm Epgelniaiin in Leipzig . 
Im Herbst 1900 begann zu erseheinen: 

Das 

Pflanzenreich. 

Eegni vegetabilis conspectus. 

Im Auftrage der Königl, preussischen Akademie der Wissenschaften 

--, herausgegeben von 

A. Engier. t 

Lex. 8. . 

Das Unternehmen erscheint in einzelnen für sich paginirten Heften. 
Jede Familie ist ein in sieh abgeschlossenes Ganzes mit eigenem voll- 
ständigem Register. Text dos systematischen Teiles in lateinischer 
Sprache, ramilien von mehr als 2 Bogen Umfang bilden ein Heft 
für sich; kleinere vs^^erden in Heften von 2—4 Bogen vereinigt. 
Preis jedes Bogens Jl — .80. 
Vom Jahre 1902 ab werden durchschnittlich jährlich 50 Bogen 
erscheinen, bis dahin weniger. 

Bis zum December 1901 sind erschienen : 

Heft l (IV. 45.) Musaceae mit 62 Einzelbildern in 10 Figuren 
„ „ . ^.^^ ^- Schumann. ji 2.S0. 

Metti (ly. 8. 11. 10.) Typhaceae n. Sparganiaceae mit 51 

Einzelbildern in ii Figuren von P. Graebner. Jl 2. . 

Heft3(iy. 9.) Pandanaceae mit 193 Einzelbildern in 22 

Figuren, darunter 4 Vollbilder, von O. Warburg. ^/ 5 60 
Heft 4 (IV. 101.) Monimiaceae mit 309 Einzelbildern in 

28 Figuren von Janet Perkins und E. Gllg. Ji 6. — . 
Heft 5 (IV. 75. u. 76.) Rafflesiaceae mit 26 Einzelbildern in 

13 Figuren und Hydnoraceae mit 9 Einzelbildern in 

5 Figuren von H. Graf zu Solms-Laubach. Ji 1.40. 

Heft 6 (IV. 242.) Symplocaceae mit 65 Einzelbildern in 

^ 9 Figuren von A. Brand. M 5.—. 

Heft 7 (IV. #1 2.) Naiadaceae mit 7 1 Einzelbildern in 5 Figuren 

von A. B. Rendle. ji \ .20. 

Im Druck befinden sich: 

Hefts l\ , 163.^ Aceraceae von P. Pax. 
Heft 9 IV. 230.; Myrsinaceae von G, Mez. 

Wr Ausführliche Ankündigungen, die über Einrichtung, Gliederung 
und Erscheinungsweise d^ Unternehmens Auskunft geben, sind durch 
alle Buchhandlungen oder direkt von der Verlagsbuchhandlung er- 
haltlich. Die beiden ersten Hefte legen die Buchhandlui^en zur Ansicht 



vor 



Härtel in Leipzig.